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	<title>Spiegel Online &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Spiegel Online &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier &#8211; KW 18</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 May 2011 17:28:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Osama bin Laden]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel Online]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Enquete]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="/links-zwo-drei-vier-kw-18-0"><img src="/sites/politik-digital.de/files/logo-linkliste.png" align="left" height="60" width="55" /></a>Osamas Spuren im Netz, Krise der repräsentativen Demokratie, Boulevardblatt Spiegel Online und Jubiläum für Internet-Enquete - Dies und mehr in der Linkliste.   
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Osamas Spuren im Netz, Krise der repräsentativen Demokratie, Boulevardblatt Spiegel Online und Jubiläum für Internet-Enquete &#8211; Dies und mehr in der Linkliste.</p>
<p><strong><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-05/osama-twitter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Osama bewegt das Netz</a></strong></p>
<p>Kai Biermann will bei Zeit Online aufzeigen, wie aus der Twitter-Meldung vom Angriff der US-Spezialeinheit Navy Seals auf die Residenz des Terrorfürsten Osama bin Laden eine verwertbare Nachricht wurde. Unter anderem hatte der pakistanische Blogger Sohaib Athar einen Tweet dazu geschrieben, ohne zu wissen, wovon er eigentlich berichtete. Dieser Zufall sei das neue Nachrichtenprinzip. Die Herausforderung sei es, solche Rohdaten wahrzunehmen und richtig zu deuten.</p>
<p><strong><a href="http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3858&amp;Alias=Wzo&amp;cob=559274" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Krise der repräsentativen Demokratie </a></strong></p>
<p>In einem Interview mit Walter Hämmerle von der Online-Ausgabe der Wiener Zeitung legt der Politikwissenschaftler Bruno Kaufmann dar, dass die repräsentative Demokratie in vielen westlichen Staaten eine Vertrauenskrise erlebe und populistische Kräfte an Zuwachs gewännen. Aus seiner Sicht müsse die Demokratie direkter, digitaler und transnationaler werden. In neuen Medien wie dem Internet sieht Kaufmann ein Instrument zur qualitativen Weiterentwicklung von Demokratie.</p>
<p><strong><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturgespraech/1439674/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Revolution online?</a></strong></p>
<p>Beim Medienquartett im Deutschlandfunk diskutierten Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Tissy Bruns (Leitende Redakteurin beim Tagesspiegel), Hans Janke (ehemaliger stellv. Programmdirektor des ZDF) und Prof. Dr. Peter Kruse (Organisationspsychologe) über die Rolle des Internet für die Schaffung neuer Räume der Gegenöffentlichkeit wie in der arabischen Welt. Dabei wurden auch die sich daraus ergebenden politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen hinterfragt. <a href="http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&amp;broadcast=727303&amp;datum=20110429&amp;playtime=1304097306&amp;fileid=d17652e7&amp;sendung=727303&amp;beitrag=1439674" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier</a> die Aufzeichnung der Sendung.</p>
<p><strong><a href="http://www.theeuropean.de/martin-eiermann/6546-boulevardblatt-spon" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel Online = Boulevardblatt?</a></strong></p>
<p>Martin Eiermann kritisiert beim The European, dass sich Spiegel Online konsequent zum Boulevard hinbewege. Als Beispiel dafür nennt er die Berichterstattung von der Tötung Osama bin Ladens. Auf das Thema habe man die halbe Redaktion angesetzt und viel Brimborium um wenige Informationen gemacht. Daneben seien andere wichtige Themen vernachlässigt worden. Und überhaupt ginge in der Medienlandschaft bei der Jagd nach hohen Artikel-Klickzahlen oft die Qualität unter. Spiegel Online könne weitaus besser sein, so Eiermann.</p>
<p><a href="http://blog.kooptech.de/2011/05/studie-zu-open-government-listet-kriterien-fur-offentlichkeit-auf/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>EU-Studie zu Open Government</strong><br />
</a></p>
<p>Christiane Schulzki-Haddouti verweist im KoopTech-Blog auf eine kürzlich veröffentlichte <a href="http://www.oecd.org/dataoecd/31/53/46560184.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie der OECD</a> zum Thema Open Government. Die Studie liste Indikatoren auf, mittels derer festgestellt werden solle, inwieweit ein Staat eine offene Regierung habe. Schulzki-Haddouti resümiert, dass die Studie für jeden hilfreich sei, der über die Stärkung demokratischer Strukturen nachdenke.</p>
<p><strong><a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/Happy_Birthday_Ein_Jahr_Internet-Enquete/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einjähriges Jubiläum für Internet-Enquete<br />
</a></strong></p>
<p>In dem Beitrag „Happy Birthday: Ein Jahr Internet-Enquete“ auf der Webseite der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages wird ein Rück- und Ausblick auf deren Arbeit gewagt. Zudem werden die Bürger erneut zum Mitmachen <a href="http://blog.internetenquete.de/?p=390" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aufgerufen</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier – KW 37</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Janek Reimann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 13:59:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungssterben]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
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		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Google Street View]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe Institut]]></category>
		<category><![CDATA[rechte Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Schlechte Zukunftsaussichten für das gedruckte Wort, Twitterverbot für Gerichtsreporter und keine guten Karten für Google Street View in Tschechien – die Webnews der vergangenen Woche in der Linkliste.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schlechte Zukunftsaussichten für das gedruckte Wort, Twitterverbot für Gerichtsreporter und keine guten Karten für Google Street View in Tschechien – die Webnews der vergangenen Woche in der Linkliste.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<a target="_blank" href="http://www.goethe.de/wis/med/pnt/tre/de6447069.htm" rel="noopener noreferrer">„Auf das große Zeitungssterben vorbereiten“</a>
</p>
<p>
Stephan Weichert, Professor für Journalistik in Hamburg, spricht in einem Interview mit dem Goethe-Institut über die Zukunft von Papierzeitungen. Der Medienwissenschaftler prognostiziert, dass in 15 Jahren nur noch auflagenstarke Zeitungen wie die Süddeutsche oder Bild existieren werden. Die anderen würden sogenannte „Online-Only-Marken“ werden. Eine gute Lösung des Problems sieht Weichert in der Verbindung von Print- und Online-Journalismus, wie es der Freitag-Verleger Jakob Augstein vormacht.
</p>
<p>
<a target="_blank" href="http://carta.info/33848/spiegel-online-die-wahre-krake-im-netz/" rel="noopener noreferrer">Wer regiert das Internet?</a>
</p>
<p>
Das Magazin &quot;Der Spiegel&quot; ist das meistzitierte Medium Deutschlands – auch im Internet, so die Auswertung des <a target="_blank" href="http://www.mediatenor.de/?type=3" rel="noopener noreferrer">Media Tenor</a> Zitate-Rankings. Wolfgang Michal sieht in der Einseitigkeit ein &quot;veritables Systemproblem&quot; und zieht den Vergleich mit der allumfassenden Datenkrake Google. In seinem Kommentar auf Carta warnt er vor einer Monopolisierung des Netzes und ruft die User zu einer bewussteren Nutzung von Online-Nachrichtendiensten auf.
</p>
<p>
<a target="_blank" href="http://www.homopoliticus.de/2010/09/11/fremdelt-die-netzcommunity/" rel="noopener noreferrer">Gut gebrüllt, Löwe</a>
</p>
<p>
Es sei einfacher etwas zu kritisieren als selbstständig zu verbessern, kritisiert Christian Marx in seinem Beitrag auf Homopoliticus das Verhalten vieler Internetnutzer. Die Netzgemeinde fordere schon seit langer Zeit mehr Bürgerbeteiligung in der Politik via Web 2.0. Doch die Möglichkeiten, die zum Beispiel die neu eingesetzte Enquete-Kommission &quot;Internet und digitale Gesellschaft&quot; böte, würden nicht wirklich genutzt.
</p>
<p>
<a target="_blank" href="http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/twittern-im-gerichtssaal-ist-juristische-grauzone-441472/" rel="noopener noreferrer">Verbotenes Zwitschern im Gericht</a>
</p>
<p>
Wie die Wirtschaftswoche in ihrem <a target="_blank" href="http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/twittern-im-gerichtssaal-ist-juristische-grauzone-441472/" rel="noopener noreferrer">Online-Portal</a> berichtet, wurde einem Gerichtsreporter während einer Verhandlung sein Live-Tickern auf Twitter verboten. Die Tweets könnten die Zeugenaussagen beeinflussen, so die Begründung des Richters. Der Vorfall wirft eine grundsätzliche Frage zur Berichterstattung aus Gerichtssälen auf, so der Autor Marcel Berndt. Denn gesetzlich sind bisher nur Audio- oder Videomitschnitte verboten.
</p>
<p>
<a target="_blank" href="http://taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/prestan/" rel="noopener noreferrer">Prager Straßen bleiben unsichtbar</a>
</p>
<p>
Nach <a target="_blank" href="http://computer.t-online.de/google-street-view-oesterreich-verbietet-aufnahmen/id_41808966/index" rel="noopener noreferrer">Österreich</a> stoppt nun auch Tschechien das umstrittene Google-Projekt Street View. Mit Verweis auf die Rechtslage lehnte die tschechische Regierung das Ablichten von Häusern und Straßen erneut ab. Die Sprecherin der tschechischen Datenschutzbehörde <a target="_blank" href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article9639312/Tschechien-sperrt-Google-Street-View-aus.html" rel="noopener noreferrer">Hana Stepankova</a> sagt dazu: „Wir sind nicht komplett sicher, ob die Daten im Einklang mit dem Gesetz verarbeitet werden“. Sollte Google jedoch eine gesetzeskonforme Datenverarbeitung entwickeln, so wäre man in Tschechien bereit, einen erneuten Antrag zu bewilligen.
</p>
<p>
<a target="_blank" href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/todesopfer-rechter-gewalt" rel="noopener noreferrer">Die dunkle Seite der deutschen Einheit</a>
</p>
<p>
20 Jahre deutsche Einheit – 20 Jahre rechte politisch motivierte Gewalttaten. Die Journalisten Heike Kleffner und Frank Jansen haben mit ihren Recherchen zu Todesopfern rechter Gewalt von 1990 bis 2010 bisher <a target="_blank" href="http://www.zeit.de/2010/38/Rechte-Gewalt?page=1" rel="noopener noreferrer">unbekannte Zahlen</a> enthüllt. Eine interaktive Karte visualisiert die Recherchen. Unterschiede in den Täter- und Opferprofilen werden in verschiedenen Kategorien grafisch dargestellt.
</p>
<p>
<a target="_blank" href="http://www.vorwaerts.de/blogs/die-spd-darf-nicht-den-anschluss-an-die-digitale-gesellschaft-verlieren" rel="noopener noreferrer">Nachholbedarf bei der SPD</a>
</p>
<p>
Das Internet habe der SPD lange nur als Mittel zur einseitigen Wahlkampfkommunikation und nicht als Instrument zum Bürgerdialog gedient, schreibt Karsten Wenzlaff in seinem Blog auf vowärts.de. Seit der Bundestagswahl 2010 habe aber eine Öffnung der Partei gegenüber der Netzpolitik stattgefunden. Nicht allein auf Bundes- sondern auch auf Landesebene gebe es mittlerweile netzpolitische Arbeitsgruppen. Wenzlaff lobt die Verbesserungen, würde sich aber von den Spitzenpolitikern mehr Beteiligung wünschen.
</p>
<p>
<i>Unter Mitarbeit von <a target="_blank" href="/user/rita-schmidt" rel="noopener noreferrer">Rita Schmidt</a>.</i>
</p>
<p><a target="_blank" href="http://www.goethe.de/wis/med/pnt/tre/de6447069.htm" rel="noopener noreferrer"></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kleine Fehler im großen Spiegel</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/kleine-fehler-im-grossen-spiegel-3352/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Oct 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Timo Rieg]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel Online]]></category>
		<category><![CDATA[Blogpiloten]]></category>
		<category><![CDATA[SPIEGEL]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, 2. Oktober 2007, war Timo Rieg vom Spiegelkritik-Blog zu Gast in der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über Fehler in Deutschlands größtem
Nachrichtenmagazin und den Unterschied zwischen Spiegel und Spiegel Online.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, 2. Oktober 2007, war Timo Rieg vom Spiegelkritik-Blog zu Gast in der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über Fehler in Deutschlands größtem<br />
Nachrichtenmagazin und den Unterschied zwischen Spiegel und Spiegel Online.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hallo und herzlich willkommen bei der<br />
Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten.<br />
Heute kritisieren wir mal die Kollegen von Spiegel und Spiegel Online,<br />
denn zu Gast ist Timo Rieg vom Weblog <a href="http://www.spiegelkritik.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegelkritik</a>.<br />
Um 16.00 Uhr geht es los. Fragen können Sie jetzt schon stellen.</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Hallo, bin da!</p>
<p><b>Moderator:</b> Gut, dann können wir ja anfangen.<br />
Unsere Nutzer konnten bereits im Vorfeld einige Fragen stellen und<br />
darüber abstimmen, mit welcher Frage wir heute starten. Hier<br />
ist sie:</p>
<p><b>Leser:</b> Gibt es überhaupt genug Fehler im Spiegel,<br />
damit sich ein Watchblog lohnt?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Also das ist gleich eine Grundsatzfrage.<br />
Beim SPIEGEL gibt es wohl nur ganz selten fulminante Fehler &#8211; schließlich<br />
arbeitet dort eine große Dokumentationsabteilung. Beim SPIEGEL<br />
geht es daher eher um Verzerrungen, manchmal objektiv messbar wie<br />
<a href="http://spiegelkritik.de/2006/06/30/bio-bauern-in-gefahr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.<br />
Viel häufiger aber durch Auswahl von Statements und Fakten:<br />
Wer kommt mit was zu Wort, was fällt weg. Beispiel <a href="http://service.spiegel.de/digas/find?DID=52985279" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPIEGEL<br />
38/2007</a> (kostet aber): Da wird unter der Überschrift „Spuren<br />
in die Vergangenheit“ berichtet, dass DNA-Analysen auch die<br />
Aufklärung bereits verjährter Fälle ermöglicht,<br />
weshalb es unbedingt Gesetzesänderungen bräuchte. Kein<br />
Wort aber dazu, warum es bisher Verjährungsfristen gibt (die<br />
ja nichts mit vorhandenen kriminalistischen Methoden zu tun haben).<br />
Man kann dazu selbstverständlich so oder so stehen &#8211; aber eine<br />
wichtige Seite gar nicht zu erwähnen ist eben nicht ganz perfekter<br />
Journalismus. (Die Geschichte ist übrigens bei uns leider auch<br />
noch „anhängig&quot;&#8230;) </p>
<p>Es geht nicht in erster Linie um Fehler &#8211; beim SPIEGEL jedenfalls.<br />
Bei Spiegel-Online (SpOn) sieht das etwas anders aus, da wird im<br />
schnellen Tagesgeschäft auch mal geschludert.</p>
<p><b>Pfeiffer:</b> Was wollt ihr mit der Spiegelkritik erreichen?</p>
<p><b>Timo Rieg: </b>Was wir wollen? Ein Forum anbieten (man<br />
könnte hier im Prinzip die Leserbriefe ausbauen, da gibt es<br />
ja ganz tolle) und natürlich zeigt sich dabei (nebenbei), dass<br />
auch am „Spiegel-Journalismus&quot; Kritik geübt werden<br />
kann. Die Einteilung „Boulevard&quot; vs. „Qualitätsmedien&quot;<br />
ist mir da zu simpel. </p>
<p><b>Moderator:</b> Rückfrage zu den Leserbriefen:</p>
<p><b>karima:</b> Wie viele Hinweise von euren Lesern bekommt<br />
ihr so im Durchschnitt?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> 100 im Monat, aber ganz unterschiedlich<br />
verteilt &#8211; und von sehr unterschiedlicher „Qualität&quot;.</p>
<p><b>Moderator:</b> In wie fern von unterschiedlicher Qualität?<br />
Es lohnt sich also nicht, jedem Hinweis nachzugehen?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Manches sind halt nur unterschiedliche<br />
Meinungen. Oder es hat jemand irgendwo etwas anderes gelesen. Da<br />
hat man dann einen „Brocken&quot; und muss schauen, was dran<br />
ist. Das kann dauern.<br />
Nur selten sind die Hinweise schon so aufbereitet, dass man direkt<br />
sieht: Aha, da ist etwas dran. Aber das ist wohl normal. </p>
<p><b>Krake:</b> Warum macht Ihr überhaupt ein Spiegel-Watchblog<br />
und wie seit Ihr auf die Idee dazu gekommen?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Die Idee kam ja von Sebastian Heiser,<br />
der sich im Moment etwas zurückgezogen hat. Ich bin da Anfang<br />
letzten Jahres dazu gestoßen &#8211; hat sich einfach so ergeben.<br />
Ich hätte damit nicht selbst begonnen, aber das Thema lag natürlich<br />
irgendwie auch in der Luft.</p>
<p><b>Moderator:</b> Zwei Fragen zum Spiegelkritik-Team:<br />
<b><br />
fallafel:</b> Wie viele Leute schreiben an der Spiegelkritik<br />
mit?</p>
<p><b>dummdidumm:</b> Seit ihr bei der Spiegelkritik eigentlich<br />
alles Journalisten?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Wir sind derzeit vier Leute (mit unterschiedlicher<br />
Schlagzahl) und ja, es sind alles Journalisten (wobei das ja bekanntlich<br />
kein geschützter Begriff ist, aber: Die hier haben eine „Ausbildung&quot;).<br />
<b><br />
firewalker:</b> Warum habt ihr euch ausgerechnet den Spiegel<br />
vorgeknöpft?</p>
<p><b>Timo Rieg: </b>Der SPIEGEL ist DAS deutsche Nachrichtenmagazin,<br />
wie es nicht nur im Untertitel heißt und SpOn ist die wichtigste<br />
Online-Nachrichtensite. Beide Medien sind Trendsetter.</p>
<p><b>Leguan:</b> Ist das Bildblog eigentlich euer Vorbild?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Für die Idee war <a href="http://www.bildblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BILDblog</a><br />
sicherlich maßgebend (ich war da ja wie gesagt nicht dabei)<br />
und die Akribie mag man sich zum Vorbild nehmen. Aber es sind ganz<br />
unterschiedliche Projekte. Man kann natürlich alles vergleichen,<br />
auch Äpfel und Birnen (Nährwerte et cetera z.B.), aber<br />
dann sollte man sich eben klar machen, was genau man vergleicht.<br />
Um Benchmark kann es jedenfalls meiner Ansicht nach nicht gehen,<br />
weil die Projekte wirklich ganz verschieden sind und wir machen<br />
das nicht beruflich, sondern als Hobby (keine Werbung oder andere<br />
Einnahmen, ist auch in Zukunft nicht geplant). Da liegen zwangsläufig<br />
Welten zwischen den beiden Blogs. Trotzdem werden wir natürlich<br />
ständig verglichen &#8211; und schneiden dann bescheiden ab.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Teil ist damit auch die nächste<br />
Frage beantwortet:</p>
<p><b>Vampir: </b>Verdient Ihr mit Eurem Blog Geld? Wie viel<br />
Zeit geht dafür ungefähr monatlich drauf?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Geld: Nein, ist auch nicht geplant.<br />
Das macht m.E. keinen Sinn bei diesem Projekt. Die Zeitanteile sind<br />
ganz unterschiedlich &#8211; eben, wie es geht. Es gibt daher keine Notwendigkeit,<br />
täglich zu bloggen (geschieht ja auch nicht, wie man sieht)<br />
oder wenigstens zu jeder Spiegel-Ausgabe was zu sagen. Das ergibt<br />
sich. Meinen Zeitaufwand schwankt zwischen fünf und zehn Stunden<br />
die Woche. Woran man schon sieht, dass diese Zeit wohl am wenigsten<br />
in die Schreibarbeit fließt. </p>
<p><b>ribosom: </b>Wie ausführlich recherchiert ihr<br />
Fehlern im Spiegel hinterher? </p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Das hängt natürlich davon<br />
ab, mit welchem Ergebnis man rechnet (ist leider so pragmatisch).<br />
In der Sache Reichstagsbrand habe ich selbst vier Monate recherchiert<br />
und das ist längst nicht fertig, aber schließlich gab<br />
es doch die entscheidenden Auskünfte aus der SPIEGEL-Redaktion<br />
selbst, wonach ich die Geschichte dann erstmal zur Seite gelegt<br />
habe. Aufwand ist allerdings jeder Beitrag, auch die (geschmähten)<br />
Korinthen. Geht häufig, aber längst nicht immer schnell.<br />
Und: Die meisten Recherchen ergeben, dass es kein Thema für<br />
uns ist. Weil entweder wirklich nichts dran ist oder weil es zu<br />
unbedeutend ist. Bis zu dieser Erkenntnis können aber auch<br />
Wochen ins Land gehen, Beispiel Wiki-Scanner. Da gab es eben den<br />
Hinweis, dass irgendwie vom Spiegel selbst Einträge bei Wikipedia<br />
verändert worden sind. Nach eigenen Versuchen und zahlreichen<br />
Gesprächen fand ich das dann am Ende aber keine Meldung mehr.<br />
Schade fürs Output, aber hoffentlich gut für die Qualität.</p>
<p><b>Vampir: </b>Gibt es direkten Kontakt zwischen den Redakteuren<br />
des Spiegels oder SPON und Euch? </p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Ja, bei SpOn ist man allerdings viel<br />
zurückhaltender (oder überlasteter oder &#8211; eine plausible<br />
Erklärung habe ich da noch nicht) &#8211; konkret gibt es dort von<br />
den von uns bisher befragten genau einen Redakteur, der sofort und<br />
ausführlich antwortet. Beim SPIEGEL erreicht man eher jemanden,<br />
allerdings wollen die Kollegen noch seltener zitiert werden. Und<br />
dann gibt es einen inzwischen guten Kontakt zur Pressestelle &#8211; doch,<br />
da kann man ganz offen reden. Bei SpOn wundere ich mich manchmal,<br />
dass selbst klare Fehler nicht korrigiert werden, wie zum Beispiel<br />
<a href="http://spiegelkritik.de/2007/09/07/spiegel-online-gibt-pete-doherty-noch-7-jahre/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a><br />
(wenigstens den Satzbau könnte man ja irgendwann mal den Gepflogenheiten<br />
anpassen).<br />
Ich sollte noch ergänzen, dass wir immer, wo es um Interpretationen<br />
oder ähnliches geht, bei den Autoren nachfragen (auch bei Freien).<br />
Das gehört dazu. Aber leider: Häufig bis meistens keine<br />
Antwort. </p>
<p><b>Moderator:</b> Zu den Korinthen gibt es noch eine Nachfrage:</p>
<p><b>kleinteil:</b> Warum habt ihr die Korinthen-Rubrik<br />
im Blog? Ist das nicht sehr kleinkariert, nach Rechtschreib- und<br />
Grammatikfehlern zu schauen?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Also es sind ja doch meist Korinthen,<br />
die eine kleine/ feine süße Substanz haben. Zum einen<br />
gibt es auch klitzekleine Fehler, die stutzig machen: Wenn eben<br />
jemand über Cannabis schreibt, ohne zu wissen, wie man Cannabis<br />
schreibt (mir persönlich ist die Schreibweise egal, ich bin<br />
da für Anarchie, meinetwegen auch mit „Q&quot; vorne),<br />
dann kann zumindest der Verdacht aufkommen, dass jemand das Thema<br />
noch nicht in der nötigen Tiefe durchdrungen hat. Reine Tippfehler<br />
haben wir meines Wissens noch nie aufgegriffen. Und dann sollte<br />
die Rubrik natürlich eine Anspielung aufs BILDblog sein „kurz<br />
korrigiert&quot;. Dabei ist die Aussage doch nüchtern betrachtet<br />
nur: Siehe, auch hier gibt es kleine Fehler, Ungereimtheiten, Schnellschüsse,<br />
Verdrehungen &#8211; alles nicht tragisch, aber es gibt es eben. </p>
<p><b>kb:</b> Was war der bisher fulminanteste Fehler im<br />
Spiegel, den Ihr entdeckt habt?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Beim SPIEGEL gibt es wohl nur ganz selten<br />
fulminante Fehler &#8211; schließlich arbeitet dort eine große<br />
Dokumentationsabteilung (Moment bitte) wir hatten das ja gerade<br />
schon , aber ich ergänze da gerne noch etwas zu den Methoden<br />
(die ja auch in Journalistenkreisen immer mal wieder diskutiert<br />
werden). Komisch ist in einzelnen Fällen sicherlich auch, wann<br />
und wie der SPIEGEL jemanden zu gegen ihn erhobenen Vorwürfen<br />
befragt. <a href="http://spiegelkritik.de/2006/08/11/der-dudenhoeffer-streit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beispiel<br />
hier</a>.
</p>
<p>
<b>Sha-Karl2001:</b> Von Blumencron (Spon-Chef) sieht<br />
im Interview mit Deutschland-Radio keinen Einfluss des Mediums Internet<br />
auf den Journalismus. Ist Spon nicht gerade ein gutes Beispiel GEGEN<br />
diese Aussage?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Es geht wohl um dieses <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/664066/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview</a><br />
hier. Ich glaube, MvB wollte nur sagen: wir machen Journalismus<br />
wie alle anderen auch. Aber natürlich ist die Arbeitsweise<br />
anders (und das habe ich so auch schon von ihm gehört). Man<br />
schießt eben schneller etwas raus und es wird ganz offenbar<br />
weniger gegen gelesen / von Dritten geprüft. Das mag man für<br />
graduelle Unterschiede halten. Aber es verändert sich natürlich<br />
schon etwas. Zu Wort kommt, wer erreichbar ist, wer ein Statement<br />
liefert (das ist aber bei anderen Medien natürlich auch so:<br />
Frühstücksfernsehen ist eben nur was für Frühaufsteher,<br />
und dann sollte man auch noch passabel aussehen, gerade sprechen<br />
können etc. &#8211; um ins Fernsehen zu passen). Aber es stehen eigentlich<br />
viele Veränderungen noch an zum Beispiel die stärkere<br />
Verlinkung von Quellen. Wer mal in Handbücher zum Online-Journalismus<br />
schaut aus dem letzten Jahrzehnt, der wird immer noch vergeblich<br />
die Form von Journalisten suchen, die dort doziert wurde.
</p>
<p>
<b>konstantinopel:</b> Glauben Sie, die Boulevadisierung<br />
von SpOn färbt irgendwann auf das Printmagazin ab? Oder hat<br />
sie das bereits schon?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Die Boulevardisierung bei Print kam<br />
ja nicht durch Online, sondern 1993 durch Focus. Dem verdanken wir<br />
ja auch die Farbe im SPIEGEL, die es vorher nur für Stücke<br />
des Herausgebers gab (naja, aber fast). Den Druck von Online auf<br />
Print sehe ich nicht, weil das nach wie vor unterschiedliche Zielgruppen<br />
sind (mit Schnittmenge, klar). Wir haben zwar die Diskussion, ob<br />
sich Print halten kann (und das ist eine rein ökonomische Frage:<br />
wenn ich als Verlag eben mit Online mehr Geld verdienen kann, werde<br />
ich mich darauf konzentrieren), aber das der SPIEGEL seine Leserschaft<br />
mit mehr Spears etc. locken kann, glaube ich nicht. </p>
<p><b>Moderator:</b> Rückfrage:</p>
<p><b>dummdidumm:</b> Glauben Sie nicht, dass beim Spiegel<br />
die Schnittmenge zwischen Print und Online sehr groß ist?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Ich habe da jetzt keine Zahlen, von<br />
daher will ich mich nicht verrennen, aber es sind im Wesentlichen<br />
schon unterschiedliche Gruppen. Das sehen Sie ja schon an der geschalteten<br />
Werbung und ob inzwischen alle SPIEGEL-Redakteure Spiegel-Online<br />
lesen, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass im Hause<br />
SPIEGEL noch lange nicht endgültig geklärt ist, wie man<br />
die Projekte aufeinander bezieht. Da wird noch viel ausprobiert.</p>
<p><b>dgh:</b> Trotz aller Kritik &#8211; SpOn ist der wahrscheinlich<br />
meist gelesene Ableger eines Printmagazins. Machen die also doch<br />
alles richtig?</p>
<p><b>Timo Rieg: </b>BILD ist ja auch die Auflagen stärkste<br />
Tageszeitung &#8211; und macht, wie wir lesen können, viele Fehler.<br />
Richtig im Sinne von wirtschaftlich erfolgreich sicherlich. Wir<br />
machen daher ja auch kein Betriebswirtschafts-Blog, sondern schauen<br />
auf den Journalismus.</p>
<p><b>Karma:</b> Was haltet ihr vom Kollegen Oliver Gehrs<br />
&#8211; dessen &quot;Blattschuss&quot;-Spiegelwatch ja nicht immer ganz<br />
so scharf schießt?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Vom Gehrs halte ich viel, wenn ich auf<br />
Dummy schaue. Sein Blattschuss ist Entertainment, da ist ja schon<br />
vom Zeitablauf her kein Platz für Recherche. Kann man machen,<br />
ich brauche es nicht.</p>
<p><b>Goethe:</b> Für welche Publikationen arbeitet<br />
Ihr normalerweise, um Geld zu verdienen? Seit Ihr dort auch schon<br />
mal einem Watchblog „zum Opfer&quot; gefallen? Habt Ihr also<br />
mal auf der anderen Seite gestanden?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Also die alte Methode des Watchbloggings<br />
heißt ja Leserbriefschreiben oder Telefonieren. Reaktionen<br />
von Lesern sind ja völlig normal (und können absurde Folgen<br />
in der Redaktion haben). Neu ist die unmittelbare Öffentlichkeit,<br />
die Blogs herstellen. Es geht um monothematischen Medienjournalismus<br />
in ganz kleinem Rahmen. Das sollte man nicht als (Kampf-)Seiten<br />
verstehen &#8211; ich sehe es jedenfalls überhaupt nicht so. </p>
<p><b>Moderator</b>: Zwei ähnliche Fragen:
</p>
<p>
<b>teichtier:</b> Welche anderen Magazine / Websites<br />
brauchen unbedingt ein Watchblog? Ideen?</p>
<p><b>HMGOE:</b> Ist so etwas eventuell auch für den<br />
STERN geplant?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Brauchen &#8211; sinnvoll ist das sicherlich<br />
bei allen Medien. Das könnte dann idealerweise auch irgendwann<br />
einmal gebündelt werden, in einem Portal. Es gibt ja auch Blogs<br />
zu Regionalzeitungen. Ob es das &quot;braucht&quot; hängt dann<br />
ja wesentlich von den Rezipienten ab: Will das jemand lesen? Das<br />
zu beurteilen braucht Zeit. Von uns hat jedenfalls meines Wissens<br />
niemand eine weitere „Watchblog&quot;-Idee (finde den Begriff<br />
nicht so glücklich für unser Projekt, aber egal). Was<br />
so ein monothematisches Medienblog macht, gehört ja &#8211; sobald<br />
es eine bestimmte Relevanzschwelle überschreitet &#8211; in den normalen<br />
Medienjournalismus. Aber der ist in Deutschland nicht sehr ausgeprägt.</p>
<p><b>Moderator</b>: Wie würden Sie denn das Projekt<br />
bezeichnen?</p>
<p><b>Timo Rieg: </b>Projektname: es ist noch ein Experiment,<br />
aber es hat mit Medienjournalismus zu tun. Es wundern sich ja bei<br />
uns auch immer Leser, wenn wir mal was positiv hervorheben &#8211; dabei<br />
ist das doch der normale Job des Kritikers. Natürlich schreibt<br />
man nicht jeden Tag: ja, die Seite war okay, aber es geht eben auch<br />
nicht ums draufhauen aus Prinzip, nur wenn es wirklich sein muss<br />
😉</p>
<p><b>dummdidumm:</b> Ihr scheint ja ehrgeizige Ansprüche<br />
zu haben. Braucht ihr dafür nicht ein noch größeres<br />
Team?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Ja!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Seit Ihr auf der Suche? Wie wollt Ihr<br />
Leute „rekrutieren&quot;?<br />
Timo Rieg: Das ist eben das Problem. Gezielte Suche bringt nicht<br />
viel. Wer Interesse hat, wird eine Zeit mitlesen, und dann mal einen<br />
Hinweis schicken und nicht als erstes rufen: Gebt mir einen Account<br />
(das ist in der Vergangenheit auch nicht so gut gelaufen &#8211; ich bin<br />
da deshalb zögerlich). Natürlich wäre es toll, wenn<br />
sich weitere Mitstreiter finden und, nebenbei, einige besonders<br />
spannende Hinweise kommen ja auch von Kollegen aus renommierten<br />
Häusern, die wollen aber anonym bleiben und sich daher nicht<br />
dauerhaft einbringen und ich bin auch guter Dinge, dass noch Leute<br />
dazu stoßen (aber natürlich auch andere wieder andere<br />
Prioritäten setzen). </p>
<p><b>Moderator:</b> Das waren auch schon wieder 60 Minuten<br />
Blogsprechstunde. Vielen Dank an alle Nutzer für die Fragen<br />
und natürlich an Herrn Rieg für die Antworten. Das Protokoll<br />
dieses Chats finden Sie in Kürze bei politik-digital.de. Das<br />
Schlusswort hat unser Gast, bitte, Herr Rieg:
</p>
<p>
<b>Timo Rieg:</b> Na, danke für das nette Gespräch<br />
hier.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wir danken auch. Nächste Woche<br />
Dienstag, am 9. Oktober, chatten wir mit Jan Tißler vom Upload-Magazin.<br />
Von 16.00 bis 17.00 Uhr beantwortet er an dieser Stelle Fragen rund<br />
um sein PDF-Magazin über die Blogossphäre.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Kein Investmentbanker Modell</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/zehn-jahre-online-journalismus/netzkulturinterview_blumencron1004-shtml-2767/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[tmrazek]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zehn Jahre Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperationspartner]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel Online]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Mathias Müller von Blumencron ist Chefredakteur von Deutschlands erfolgreichstem Online-Nachrichtenmagazin. In unserem Interview spricht er unter anderem über die Relevanz von Blogs, eigene Fehler, Kooperationspartner und das Durcheinander mit der Rechtschreibung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Mathias Müller von Blumencron ist Chefredakteur von Deutschlands erfolgreichstem Online-Nachrichtenmagazin. In unserem Interview spricht er unter anderem über die Relevanz von Blogs, eigene Fehler, Kooperationspartner und das Durcheinander mit der Rechtschreibung.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Mathias Müller von Blumencron wurde am 23. Juli 1960 in Hamburg geboren. Nach einem Jura-Studium in Hamburg und Kiel und einem Jura-Referendariat absolvierte Müller von Blumencron die Hamburger Journalistenschule. 1989 wurde er Redakteur bei &#8220;Capital&#8221; in Köln und wechselte 1990 als Korrespondent zur &#8220;Wirtschaftswoche&#8221;, zunächst in Zürich, später in Berlin. 1992 kam er zum „Spiegel“ ins Ressort Deutschland II und wurde 1996 dessen stellvertretender Leiter. Im Oktober 1996 ging er als Wirtschaftskorrespondent des „Spiegel“ nach Washington, seit August 1998 berichtete er aus New York. Seit dem 1. Dezember 2000 ist Müller von Blumencron Chefredakteur von<br />
                            <a href="http://www.spiegel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel Online.</a></p>
<p>
                            <span class="fett">Mrazek:</span> Ihr Angebot gilt als Aushängeschild des deutschen Onlinejournalismus. Trotzdem scheint es immer noch ungewiss, dass selbst Sie – wie anvisiert 2006 – in die Gewinnzone kommen. Passen Internet und Journalismus zumindest von der ökonomischen Seite her nicht zusammen?</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Doch &#8211; und wir sind auf dem Weg das zu beweisen. Die Wirtschaft erkennt, dass das Internet ein ausgezeichnetes Medium für Werbebotschaften ist. Mittlerweile orientiert sich die Hälfte der Deutschen im Netz; Nachrichtengucken bei Spiegel Online hat mittlerweile eine Reichweite von wöchentlich 1,6 Millionen Lesern. Die Zielgruppe ist exzellent, eine extrem gut gebildete und arrivierte Leserschicht, also ein sehr interessantes Publikum auch aus ökonomischer Sicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir demnächst die ökonomische Basis haben, um dieses Projekt zügig auszubauen.</p>
<p>
                            <span class="fett">Mrazek:</span> Dafür waren schon zehn Jahre Zeit &#8230;</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Vor zehn Jahren bestand Spiegel Online aus einer Internet-Seite, die von einem Mann betreut wurde. Heute sind wir über 30 Redakteure, dazu Grafiker, Techniker, Producer. Überlegen Sie doch mal: Wie lange hat eine vernünftige Tageszeitung gebraucht, um in die Gewinnzone zu kommen, wie lange hat das Radio gebraucht? Für das Privatfernsehen ist es immer noch schwierig. Es ist ja nicht so, dass wir ein Investmentbanker-Modell sind oder ein Software-Haus, dass nach drei Jahren Gewinne abwerfen muss.</p>
<p>
                            <span class="fett">Mrazek:</span> Online-Redakteure gelten häufig in Medienhäusern als „fünftes Rad am Wagen“ – wie sehen Sie das?</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Das sehen wir bei Spiegel Online überhaupt nicht so. Das wird sicher noch in manchen Bereichen so sein, etwa bei einigen traditionellen Verlagshäusern, aber das ist deren Problem. Und die Abrechnung dafür wird kommen – das Internet ist das Medium der Zukunft und wer da nicht investiert, ist auf Dauer draußen.</p>
<p class="fett">„99 Prozent der Blogs sind Müll“</p>
<p>
                            <span class="fett">Mrazek:</span> Stichwort „Medium der Zukunft“. Kürzlich erschien mit<br />
                            <a href="http://www.onlinejournalismus.de/buchtipps/blogs.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Blogs!“</a> ein Buch, in welchem einer der Autoren, Don Alphonso, behauptet, dass Blogs künftig „den Journalismus im Internet aufmischen“ werden. Sehen Sie das auch so dramatisch?</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Ich glaube Blogs sind eines der Hype-Themen, die wir alle paar Jahre haben. Mal ist es Paid Content, 1999/2000 war es die Konvergenz von TV und Internet – alles wird eins, hieß es damals. Das sind schöne Phantasien. Und genauso verhält es sich mit der These, dass Blogs den Journalismus verdrängen oder grundsätzlich revolutionieren werden. Das ist für mich völliger Nonsens! Blogs sind wichtig, wenn sie gut gemacht sind und interessante neue Stimmen liefern. Aber so revolutionär sind sie in vielen Dingen dann auch nicht. Seit es das Internet gibt, gibt es auch interessante Autoren, die mit ihren Homepages im Netz sind; es gibt Kolumnen oder Tagebücher, die vom üblichen Stil etwa einer Tageszeitung abweichen. Aber heutzutage muss eben alles Blog heißen. Dazu kommt, dass 99 Prozent der Blogs einfach nur Müll oder zumindest journalistisch einfach nicht relevant sind. Es handelt sich um eine interessante Entwicklung, die aber den Journalismus nicht grundsätzlich verändern wird.</p>
<p>
                            <span class="fett">Mrazek:</span> Aber sehen sie in den Blogs nicht eine Chance, mit der sich der Onlinejournalismus weiter entwickeln kann? Der Redaktionsleiter von Handelsblatt.com etwa sieht in den Blogs eine Möglichkeit Formate unterzubringen, die sonst nicht im Blatt oder auf der Website Raum finden, sogar die Tagesschau experimentiert damit?</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Selbstverständlich sehen wir darin eine Möglichkeit, wir nennen es nur nicht Blog. Wir haben eine Kolumne, die von unseren Korrespondenten in den USA betreut wird –<br />
                            <a href="http://www.spiegel.de/politik/0,1518,k-4951,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Bush-Messer“</a>. Darin zeigen die Kollegen, relativ unkonventionell geschrieben, wie die Stimmung der Amerikaner ist. Wir bieten auch Tagebücher von unseren Kollegen zum Beispiel aus Bagdad an. Dass im Online-Bereich verschiedene Stilelemente möglich sind oder auch etwas flapsiger als im Print-Bereich geschrieben wird, das ist nichts Neues, da ist schon so, seit wir Texte ins Internet stellen.</p>
<p>
                            <span class="fett">Mrazek:</span> Kurzum, wir werden also das Etikett „Blog“ bei Spiegel Online nicht sehen?</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Henryk M. Broder, einer unserer wichtigsten Autoren, hat eine<br />
                            <a href="http://www.henryk-broder.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eigene Website</a>, die man in den USA Blog nennen würde. Diese Seite betreibt er seit mehreren Jahren, sie finden dort tagesaktuelle Notizen, kleine Fetzen, Beobachtungen – sie ist also richtig bloggermäßig. Broder war kürzlich zu einem Blogger-Kongress in Wien (<br />
                            <a href="http://blogtalk.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BlogTalk 2.0</a>) eingeladen. Eine Woche vorher fragte er mich: „Sagen Sie mal, was ist eigentlich ein Blog?“ Mal schauen, vielleicht nennen wir irgendwann auch mal etwas Blog; nur um jetzt auf diesen Zug aufzuspringen, machen wir das bestimmt nicht.</p>
<p>
                            <span class="fett">Mrazek:</span> Mal etwas salopp gefragt: Nerven Sie manchmal die Blogs? Kürzlich wurde einem Ihrer Autoren unterstellt, dass er bei Wikipedia „abgekupfert“ habe, was in Teilen der<br />
                            <a href="http://www.industrial-technology-and-witchcraft.de/index.php?id=P6360" target="_blank" rel="noopener noreferrer">deutschen Blogosphäre</a> für einige Aufregung sorgte.</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Ich halte Blogs, wie zum Beispiel das<br />
                            <a href="http://www.ojour.de/webwatch/bildblog.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BILDblog</a>, für ein interessantes Korrektiv. Wir gehen solchen Vorwürfen, ob die nun per E-Mail kommen oder in einem Blog geschrieben werden, sofort nach. Und wenn es stimmt dann ändern wir das auch auf unserer Seite und passen auf, dass so etwas nicht noch mal passiert. Als Korrektiv können Blogs also durchaus funktionieren. Wir sind nicht so empfindlich gegenüber Kritik wie das bei andere Medien in Deutschland gemeinhin der Fall ist. Wir stehen zu unseren Fehlern und versuchen aus diesen zu lernen.</p>
<p>
                            <span class="fett">„Halt ein bisschen bunter als in anderen Bereichen“</p>
<p>Mrazek:</span> Wenn sich Journalisten über Spiegel Online unterhalten, taucht immer wieder als Kritikpunkt das Stichwort Boulevardisierung auf. Sie sagten selbst kürzlich, dass ihre Leser im Büro &#8220;ruhig mal schmunzeln&#8221; sollen. Dagegen ist ja nichts einzuwenden. Aber wie verhält es sich mit folgenden Headlines? Ich habe zum Beispiel in einem Seminar zu Onlinejournalismus meinen Studenten einen Artikel von Markus Deggerich die Zitatüberschrift<br />
                            <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,290598,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Fickificki one Dollar&#8221;</a> als Negativbeispiel dafür genannt, wie offenbar der Klickzahlen willen, schlagkräftige Headlines produziert werden. Für ebenso unpassend halte ich:<br />
                            <a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,318216,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;New Orleans hält 10.000 Leichensäcke bereit&#8221;</a>.<br />
                            <br />Wie stehen Sie dazu?</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Wenn ein hochgefährlicher Sturm wie Hurrikan „Ivan“ auf New Orleans zurast und dort Vorbereitungen dieser Art getroffen werden, dann finde ich das eine durchaus legitime Headline. Bei der Geschichte von Markus Deggerich, die ein Korrespondentenbericht aus Bagdad war, fand ich die Überschrift in dieser Form grenzwertig, aber durchaus machbar. Der Bericht hat das durchaus getragen, es war ja keine platte Geschichte die da folgte. Wir konnten damals sehr viel dazu beitragen, unseren Lesern die Atmosphäre in dieser Stadt näher zu bringen. – Die Beispiele finde ich falsch. Die ganze Diskussion um Boulevardisierung halte ich für eine der absurdesten in der letzten Zeit. Jede Tageszeitung hat eine Sektion Vermischtes. Und diese Sektionen haben wir auch, da geht es halt ein bisschen bunter zu als in anderen Bereichen. Was ist das für ein merkwürdiger Vorwurf? Wer unserer Seite vorwirft, dass wir generell eine Boulevard-Seite machen, dem muss ich sagen, da kann es um den Boulevard-Journalismus ja nicht so schlecht bestellt sein. Um auf die beiden Beispiele, die Sie genannt haben, zurückzukommen: Sicherlich kann man sich über die eine oder andere Überschrift streiten, sicherlich passiert der eine oder andere Grenzübertritt, wie das in jedem Medium passiert. Wir werden häufig von Lesern darauf hingewiesen, dass dieses oder jenes doch zu hart ist. Und wenn wir der Meinung sind, dann nehmen wir auf solche Leser-Mails dann auch Rücksicht und schwächen eine Überschrift ab. Möglicherweise haben wir die Überschrift in ihrer Härte so nicht wahrgenommen, weil wir eben ständig mit harten Nachrichten arbeiten.</p>
<p>
                            <span class="fett">Mrazek:</span> Bei den „harten Nachrichten“ bringen Sie ja auch Kooperationspartner wie die „Financial Times“, „Brandeins“, „Kicker“ und andere mit ein. Laufen Sie da nicht Gefahr, dass die Marke Spiegel Online verwässert?</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Diese Bedenken höre ich jetzt zum ersten Mal. Wir haben eine sehr starke Marke im Internet und diese hält es aus, dass wir mit anderen Medien kooperieren. Das ist was Neues und da schauen Leute aus der alten, traditionellen Medienwelt schräg drauf und fragen: „Darf man denn das?“ Jaaa, man darf das! Stellt euch vor, ein „Geo“-Text steht auf Spiegel Online. – Warum? Weil es der Leser toll findet und ihn bei<br />
                            <a href="http://www.geo.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Geo“</a> nicht gefunden hätte. Wir haben eine Zusammenarbeit mit<br />
                            <a href="http://www.mare.de/mare/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Mare“..</a> Das ist eine wunderschöne Zeitschrift mit tollen Reportagen, sie hat allerdings eine relativ geringe Verbreitung und es ist ein kleiner Verlag. Erstens verhelfen wir diesem Magazin zu mehr Bekanntheit, indem wir seine Geschichten bei uns reinstellen; zweitens bieten wir unseren Lesern damit exzellenten Lesestoff, den sie normalerweise nicht gefunden hätten. Ob das Stück nun von einem „Mare“-Autor kommt und in „Mare“ gedruckt wurde oder es aus dem „Spiegel“ kommt, ist den meisten Lesern ziemlich egal. Dem Leser kommt es darauf an, guten Stoff auf der Seite zu finden und den bieten wir ihm damit.</p>
<p class="fett">„Eigenartige Kultur was Fehler im Journalismus angeht“</p>
<p>
                            <span class="fett">Mrazek:</span> Es gab jetzt aber auch Geschichten von Kooperationspartnern, die fehlerbehaftet waren. Da können Sie ja keine eingängige Qualitätskontrolle mehr machen, da können Sie nur darauf vertrauen, dass Ihnen dieses Medien etwas Gescheites anliefert &#8230;</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Genau so ist es. Wir haben unsere Kooperationspartner sorgfältig ausgewählt. Ich glaube es wäre vermessen zu sagen, dass wir bei Spiegel Online eine bessere Qualitätskontrolle als etwa bei „Geo“ haben. Da verlassen wir uns in der Tat auf die Partner. Natürlich, jeder macht Fehler; ob es der „Stern“, der „Spiegel“, die „Süddeutsche“ oder die „FAZ“ ist. Es ist ja in Deutschland eine ganz eigenartige Kultur was Fehler im Journalismus angeht. Fast jede amerikanische und britische Zeitung hat eine Spalte „corrections“.. Warum haben wir die in Deutschland eigentlich nicht?</p>
<p>
                            <span class="fett">Mrazek:</span> Wie sieht das Modell mit den Kooperationspartnern aus?</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Wir versuchen ein, maximal zwei sehr hochwertige Kooperationspartner pro Ressort zu haben.</p>
<p>
                            <span class="fett">Mrazek:</span> Wie erfolgt der finanzielle Ausgleich mit den Kooperationspartnern?</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Dazu möchte ich nichts sagen.</p>
<p>
                            <span class="fett">Mrazek:</span> Die Netzeitung wird demnächst, ähnlich wie bei einigen Suchmaschinen, eine<br />
                            <a href="http://www.netzeitung.de/ueberuns/307939.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erweiterte Nachrichtensuche</a> anbieten. Man öffnet sich dem Netz. Bei Spiegel Online sind hingegen die meisten Artikel nach einem Monat nur noch kostenpflichtig abrufbar. Glauben Sie, dass Sie mit dieser Strategie Ihre große Resonanz beibehalten können?</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Das glaube ich schon. Es kommt darauf an, was man hat und wie qualitätshaltig das eigene Produkt ist. Wir sind Bestandteil eines großen Verlagshauses und verfügen daher über entsprechende Ressourcen. Wir haben deshalb deutlich mehr Hintergrundstücke, tiefere Analysen, Reportagen, Features, Berichte von Auslandskorrespondenten. Die Netzeitung macht ein Nachrichtenprodukt. Da sind kurze, schnelle Nachrichten, die irgendwoher kommen und die in zwei, drei Absätzen zusammengefasst werden. Das hat von der Zusammensetzung her nicht so eine starke Identität wie das Produkt Spiegel Online. Deswegen ist es ganz natürlich, dass die Netzeitung diese Linkstrategie verfolgt, die wir ja bei<br />
                            <a href="http://news.google.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google News</a> schon haben. Ein interessanter Ansatz, den wir aber erst mal nicht gehen werden.</p>
<p>
                            <span class="fett">Mrazek:</span> Was halten Sie speziell auf Ihr Medium bezogen von der Rückkehr zur alten Rechtschreibung?</p>
<p>
                            <span class="fett">von Blumencron:</span> Das wäre knifflig, weil wir zum Beispiel die Agenturen in neuer Rechtschreibung bekommen. Wir haben unsere Kooperationspartner, die ihre Inhalt ebenfalls überwiegend in neuer Rechtschreibung liefern. Der „Spiegel“ wartet jetzt erst einmal ab, wie die Reform weitergeht und ob die schlimmsten Fehler nicht noch korrigiert werden. Es soll ja einen „Rat für deutsche Rechtschreibung geben“, dessen Beratungen werden wir beobachten und dann entscheiden.</p>
<p></p>
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