<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>SPIEGEL &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/spiegel/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Wed, 12 Aug 2015 11:30:53 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>SPIEGEL &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Netzpolitik-Affäre: Ein Appell an uns alle</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzpolitik-affaere-ein-appell-an-uns-alle-146585/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/netzpolitik-affaere-ein-appell-an-uns-alle-146585/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2015 11:30:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Affäre]]></category>
		<category><![CDATA[netzpolitik.org]]></category>
		<category><![CDATA[SPIEGEL]]></category>
		<category><![CDATA[Guardian]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=146585</guid>

					<description><![CDATA[Die Reaktionen auf die Ermittlungen gegen Netzpolitik.org machen Mut. Denn sie zeigen, so Sascha Lobo im Spiegel, dass es „durchaus [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span lang="de-DE"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/International-Monetary-Fund-CC-BY-NC-ND-2-0.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-146597 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/International-Monetary-Fund-CC-BY-NC-ND-2-0.jpg" alt="International Monetary Fund CC BY NC ND 2-0" width="640" height="280" /></a>Die Reaktionen auf die Ermittlungen gegen Netzpolitik.org machen Mut. Denn sie zeigen, </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/netzpolitik-affaere-das-versagen-von-deutschlands-eliten-kolumne-a-1046824.html" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">so Sascha Lobo im Spiegel</span></a></span><span lang="de-DE">, dass es „durchaus möglich [ist], die Politik so unter Druck zu setzen, dass sie sich gezwungen fühlt zu handeln.“ Ein Blick nach Großbritannien macht deutlich, dass das nicht selbstverständlich ist. </span></p>
<p>„<span lang="de-DE">Die positive Erkenntnis der vergangenen Tage“, stellt der Journalist </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.deutschlandfunk.de/affaere-um-netzpolitik-org-ein-gewinn-fuer-den-journalismus.720.de.html?dram:article_id=327732" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">Benjamin Hammer fest</span></a></span><span lang="de-DE">, „ist&#8230; die Welle an Solidarität, die die Journalisten Beckedahl und Meister &#8211; aber auch der</span><span lang="de-DE"> </span><em><span lang="de-DE">Journalismus erfahren haben</span></em><span lang="de-DE">. Von Bürgern, Abgeordneten und sogar Ministern“.</span><span lang="de-DE"> </span><span lang="de-DE">Zum Glück. Denn wer weiß, was passiert wäre, wenn diese Solidarität ausgeblieben wäre? Vielleicht wären dann die Redaktionsräume von Netzpolitik.org durchsucht worden, wie die von Cicero 2005 und Konkret 1983. Vielleicht hätte es Verhaftungen gegeben, wie beim Spiegel im Jahr 1962. Vielleicht hätten die Journalisten ihr Material aushändigen, ihre Quellen preisgeben oder in einer Geheimaktion im eigenen Keller ihre Computer zerstören müssen.</span></p>
<h3>Großbritannien: Regierung vs. Guardian</h3>
<p><span lang="de-DE">Letztere Vorstellung mag besonders absurd klingen. Jedem, der im Zuge der Snowden-Veröffentlichungen einen Blick nach Großbritannien geworfen hat, sollte sie jedoch bekannt vorkommen. Dort wurden Journalisten des Guardian – immerhin eine traditionsreiche, international agierende Medienorganisation mit entsprechenden Ressourcen – von Vertretern des GCHQ unter Androhung einer einstweiligen Verfügung genötigt, entweder ihre Laptops mit den Snowden-Dokumenten auszuhändigen oder das Material zu zerstören. Das wäre in etwa so, als wäre der Verfassungsschutz unter Einverständnis der Regierung bei Netzpolitk.org einmarschiert und hätte die Herren Beckedahl und Meister vor die Wahl gestellt, entweder brisante Dokumente zurückzugeben, die Redaktionscomputer zu zertrümmern oder die Schließung ihrer Redaktion in Kauf zu nehmen. Es ist nicht so als seien </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.zeit.de/kultur/2015-08/netzpolitik-pressefreiheit-geheimnisverrat" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">juristische Schritte von Behörden gegen Journalisten</span></a></span><span lang="de-DE"> in Deutschland ungewöhnlich. Aber zumindest von exekutiven Maßnahmen hatte der Generalbundesanwalt abgesehen, ob nun in Reaktion auf die öffentlichen Proteste oder nicht. </span></p>
<p><span lang="de-DE">Der Guardian entschied sich 2013 dafür, den Snowden-Laptops im eigenen Keller unter Aufsicht des GCHQ des Garaus zu machen, um dann seine Arbeit mithilfe der New York Times in den USA fortzusetzen – denn dort ist die Pressefreiheit, anders als in Großbritannien, durch den ersten Zusatzartikel der Verfassung geschützt. Hätten die verantwortlich Redakteure das nicht getan, hätte vermutlich Premierminister David Cameron seine kaum verhohlene Drohung wahrgemacht. Großbritannien habe eine freie Presse und er wolle dagegen ungern mit richterlichen Verfügungen oder „anderen, härteren“ Maßnahmen vorgehen, </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/world/2013/oct/28/david-cameron-nsa-threat-newspapers-guardian-snowden" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">sagte Cameron damals</span></a></span><span lang="de-DE">, aber die Medien müssten schon eine gewisse soziale Verantwortung beweisen, sonst&#8230;</span></p>
<p><span lang="de-DE">Als der Spiegel 1962 ins Visier der deutschen Behörden geriet, stellten Stern und Zeit den Journalisten Räume und Ressourcen zur Verfügung, damit das Magazin weiterhin erscheinen konnte. Der Guardian entging nur durch Zerstörung seiner Laptops, nicht aber durch öffentliche Proteste oder Solidarität anderer britischer Medien (die ihn wiederholt scharf angriffen) einer einstweiligen Verfügung, die weitere Publikationen der Snowden-Materialien weltweit unterbunden hätte. Chefredakteur Alan Rusbridger wurde vor einen parlamentarischen Sonderausschuss zitiert, wo er sich mit absurden Fragen konfrontiert sah, wie etwa </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/media/2013/dec/03/keith-vaz-alan-rusbridger-love-country-nsa" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">ob er sein Land liebe</span></a></span><span lang="de-DE"> (und, implizit, nicht etwa ihm schaden wolle) oder ob er den Enigma-Code an die Nazis weitergegeben hätte, wäre dieser während des zweiten Weltkriegs in seinen Besitz gelangt. David Miranda, der Partner von Guardian-Journalist Glenn Greenwald, wurde am Flughafen Heathrow </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2013/aug/19/david-miranda-schedule7-danger-reporters" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">neun Stunden lang festgehalten</span></a></span><span lang="de-DE">, weil die Briten vermuteten, er hätte Snowden-Dokumente bei sich. Großbritannien, </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://dish.andrewsullivan.com/2013/08/18/cameron-proves-greenwald-right/" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">schrieb der Autor und Blogger Andrew Sullivan zu der Zeit</span></a></span><span lang="de-DE">, sei nun ein Polizeistaat. Ein britisches Gericht stellte später sogar fest, im Fall David Miranda habe die verantwortliche Behörde (die London Metropolitan Police) nach Recht und Gesetz gehandelt, auch wenn dabei „</span><span style="color: #0563c1"><a href="https://firstlook.org/theintercept/2014/02/19/uk-court-david-miranda-detention-legal-terrorism-law/" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">indirekt</span></a></span><span lang="de-DE">“ die Pressefreiheit beschnitten wurde. Und Ermittlungen gegen den Guardian wegen der Snowden-Veröffentlichungen </span><span style="color: #0563c1"><a href="https://firstlook.org/theintercept/2015/07/23/uk-met-police-snowden-investigation-journalists" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">dauern bis heute an</span></a></span><span lang="de-DE">. Begründet wird das alles mit dem Interesse der nationalen Sicherheit und der Gefährdung der Arbeitsfähigkeit der Geheimdienste durch die Veröffentlichung geheimer Details – Sachverhalte, auf die sich auch Hans-Georg Maassen bei seiner Anzeige gegen Netzpolitik.org </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-08/netzpolitik-org-hans-georg-maassen-verteidigt-strafanzeige" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">berief</span></a></span><span lang="de-DE">. </span></p>
<h3>Die Briten: Am Debattieren kein Interesse</h3>
<p><span lang="de-DE">Von einer „Guardian-Affäre“ spricht im Königreich niemand. Im Gegensatz zu Deutschland, <a href="https://netzpolitik.org/2015/bericht-von-der-demo-fuer-grundrechte-und-pressefreiheit-breite-solidaritaet-mit-netzpolitik-org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wo </a></span><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE"><a href="https://netzpolitik.org/2015/bericht-von-der-demo-fuer-grundrechte-und-pressefreiheit-breite-solidaritaet-mit-netzpolitik-org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ein paar tausend Menschen auf die Straße gingen</a>, <a title="Markus Beckedahl nennt Spendensumme von 150.000 Euro" href="https://youtu.be/EOSRX_RhTeA?t=1h7m23s">150.000 Euro an Spenden für Netzpolitik.org</a></span></span><span lang="de-DE"> zusammenkamen und seit Beginn der Snowden-Veröffentlichungen Widerstand gegen die Überwachung durch NSA und Co. nie ganz einschläft, ging innerhalb der britischen Bevölkerung das Interesse von Anfang an gegen Null. Darüber hatte ich </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://politik-digital.de/news/teepause-beendet-nsa-debatte-in-grossbritannien-ein-jahr-nach-snowden-140180/" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">hier</span></a></span><span lang="de-DE"> bereits letztes Jahr berichtet und seitdem hat sich wenig verändert. Einzig die Ankündigung, dass durch das Verbot verschlüsselter Kommunikation, das David Camerons Regierung mit Hilfe des sogenannten Schnüffelgesetzes anstrebt, beliebte Dienste wie WhatsApp bald Geschichte sein könnten, </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.huffingtonpost.co.uk/2015/07/10/snoopers-charter-bill-causes-social-outcry-as-government-looks-to-ban-whatsapp-and-others_n_7768768.html?1436531131" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">sorgte für etwas Irritation</span></a></span><span lang="de-DE"> unter britischen Nutzern der sozialen Medien. An der Regierung perlt die Kritik ab. Wenn überhaupt scheinen nur die Gerichte – </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/world/2014/jul/22/drip-surveillance-law-legal-challenge-civil-liberties-campaigners" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">nach Klagen durch einzelne Abgeordnete</span></a></span><span lang="de-DE"> – dem Vorstoß der Tories noch Einhalt gebieten zu können. Kürzlich kippte der britische High Court in erster Instanz das im letzten Jahr eiligst eingeführte DRIPA (Data Retention and Investigatory Powers Act) Gesetz. Die darin angestrebte Überwachung sei mit europäischem Recht nicht zu vereinbaren, so die Richter. DRIPA wurde binnen acht Tagen im Parlament vorgelegt und verabschiedet, was den gewählten Volksvertretern, sofern sie überhaupt anwesend waren, keine Zeit ließ, die Vorlage zu debattieren. Das Fehlen jeglicher Debatte zu einem drakonischen Gesetz passt ins Bild: zum Dialog über die Befugnisse der Polizei und Geheimdienste war die britische Regierung zu keiner Zeit bereit.</span></p>
<p><span lang="de-DE">Der Menschenrechtsaktivist </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/jan/15/british-press-freedom-international-scrutiny-guardian-snowden-leaks" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">Thomas Hughes schrieb 2014 im Guardian</span></a></span><span lang="de-DE">, dass Politiker sich mit den Fragen auseinander setzen sollten, die die Öffentlichkeit angehen und interessieren, anstatt diejenigen anzugreifen, die diese Fragen stellen. Dies trifft auf Netzpolitik.org ebenso zu, wie auf den Guardian oder den Spiegel 1962. Leider zeigt die deutsche Regierung kaum größere Dialogbereitschaft, als ihr britisches Pendant. Angesichts des Verhaltens der Politik im Falle Netzpolitik.org fragt man sich vielleicht, wie es Thomas Ammann </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.stern.de/digital/thomas-ammann/netzpolitik--landesverrat-reloaded--planloses-herumeiern-und-feiges-wegducken-in-der-politik-6372894.html" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">im Spiegel</span></a></span><span lang="de-DE"> tut, „was passieren würde, wenn mal eine richtige, ernsthafte Krise eintritt, in der mutige Entscheidungen gefragt sind.“ Zumindest darauf gibt es eine Antwort: wir sehen sie seit Beginn der Snowden-Enthüllungen vor über zwei Jahren. Es wird munter vertuscht, gemauert und geduckmäusert. Im Zweifelsfalle weiß man schlicht von nichts.</span></p>
<h3>Handlungsaufruf</h3>
<p>„If government fails to lead, respect, and restrain, it is a call to action – an appeal to us all”, <a href="http://www.theguardian.com/technology/2014/jul/18/uk-drip-ripa-law-sceptical-misleading-democracy-martha-lane-fox" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schrieb die Juristin Julia Powles</a> kurz nach der Einführung des DRIPA-Gesetzes. <span lang="de-DE">Also: „Wenn die Regierung darin versagt, zu führen, respektvoll zu handeln, Grenzen aufzuzeigen und diese zu achten, dann ist das ein Handlungsaufruf – ein Appell an uns alle.“ So kann auch die Causa Netzpolitik.org ein Appell an uns alle sein. Nämlich der, anders als die Briten, „</span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/netzpolitik-affaere-das-versagen-von-deutschlands-eliten-kolumne-a-1046824.html" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">den ganzen nervigen Politikkrempel</span></a></span><span lang="de-DE">” nicht mehr allein „der Bundesregierung zu überlassen“.</span></p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/imfphoto/13761117685/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Monetary Fund</a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-ND 2.0)</a></p>
<div></div>
<div></div>
<div>
<div> <img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/netzpolitik-affaere-ein-appell-an-uns-alle-146585/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kleine Fehler im großen Spiegel</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/kleine-fehler-im-grossen-spiegel-3352/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/kleine-fehler-im-grossen-spiegel-3352/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Oct 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Timo Rieg]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel Online]]></category>
		<category><![CDATA[Blogpiloten]]></category>
		<category><![CDATA[SPIEGEL]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/kleine-fehler-im-grossen-spiegel-3352/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, 2. Oktober 2007, war Timo Rieg vom Spiegelkritik-Blog zu Gast in der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über Fehler in Deutschlands größtem
Nachrichtenmagazin und den Unterschied zwischen Spiegel und Spiegel Online.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, 2. Oktober 2007, war Timo Rieg vom Spiegelkritik-Blog zu Gast in der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über Fehler in Deutschlands größtem<br />
Nachrichtenmagazin und den Unterschied zwischen Spiegel und Spiegel Online.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hallo und herzlich willkommen bei der<br />
Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten.<br />
Heute kritisieren wir mal die Kollegen von Spiegel und Spiegel Online,<br />
denn zu Gast ist Timo Rieg vom Weblog <a href="http://www.spiegelkritik.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegelkritik</a>.<br />
Um 16.00 Uhr geht es los. Fragen können Sie jetzt schon stellen.</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Hallo, bin da!</p>
<p><b>Moderator:</b> Gut, dann können wir ja anfangen.<br />
Unsere Nutzer konnten bereits im Vorfeld einige Fragen stellen und<br />
darüber abstimmen, mit welcher Frage wir heute starten. Hier<br />
ist sie:</p>
<p><b>Leser:</b> Gibt es überhaupt genug Fehler im Spiegel,<br />
damit sich ein Watchblog lohnt?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Also das ist gleich eine Grundsatzfrage.<br />
Beim SPIEGEL gibt es wohl nur ganz selten fulminante Fehler &#8211; schließlich<br />
arbeitet dort eine große Dokumentationsabteilung. Beim SPIEGEL<br />
geht es daher eher um Verzerrungen, manchmal objektiv messbar wie<br />
<a href="http://spiegelkritik.de/2006/06/30/bio-bauern-in-gefahr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.<br />
Viel häufiger aber durch Auswahl von Statements und Fakten:<br />
Wer kommt mit was zu Wort, was fällt weg. Beispiel <a href="http://service.spiegel.de/digas/find?DID=52985279" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPIEGEL<br />
38/2007</a> (kostet aber): Da wird unter der Überschrift „Spuren<br />
in die Vergangenheit“ berichtet, dass DNA-Analysen auch die<br />
Aufklärung bereits verjährter Fälle ermöglicht,<br />
weshalb es unbedingt Gesetzesänderungen bräuchte. Kein<br />
Wort aber dazu, warum es bisher Verjährungsfristen gibt (die<br />
ja nichts mit vorhandenen kriminalistischen Methoden zu tun haben).<br />
Man kann dazu selbstverständlich so oder so stehen &#8211; aber eine<br />
wichtige Seite gar nicht zu erwähnen ist eben nicht ganz perfekter<br />
Journalismus. (Die Geschichte ist übrigens bei uns leider auch<br />
noch „anhängig&quot;&#8230;) </p>
<p>Es geht nicht in erster Linie um Fehler &#8211; beim SPIEGEL jedenfalls.<br />
Bei Spiegel-Online (SpOn) sieht das etwas anders aus, da wird im<br />
schnellen Tagesgeschäft auch mal geschludert.</p>
<p><b>Pfeiffer:</b> Was wollt ihr mit der Spiegelkritik erreichen?</p>
<p><b>Timo Rieg: </b>Was wir wollen? Ein Forum anbieten (man<br />
könnte hier im Prinzip die Leserbriefe ausbauen, da gibt es<br />
ja ganz tolle) und natürlich zeigt sich dabei (nebenbei), dass<br />
auch am „Spiegel-Journalismus&quot; Kritik geübt werden<br />
kann. Die Einteilung „Boulevard&quot; vs. „Qualitätsmedien&quot;<br />
ist mir da zu simpel. </p>
<p><b>Moderator:</b> Rückfrage zu den Leserbriefen:</p>
<p><b>karima:</b> Wie viele Hinweise von euren Lesern bekommt<br />
ihr so im Durchschnitt?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> 100 im Monat, aber ganz unterschiedlich<br />
verteilt &#8211; und von sehr unterschiedlicher „Qualität&quot;.</p>
<p><b>Moderator:</b> In wie fern von unterschiedlicher Qualität?<br />
Es lohnt sich also nicht, jedem Hinweis nachzugehen?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Manches sind halt nur unterschiedliche<br />
Meinungen. Oder es hat jemand irgendwo etwas anderes gelesen. Da<br />
hat man dann einen „Brocken&quot; und muss schauen, was dran<br />
ist. Das kann dauern.<br />
Nur selten sind die Hinweise schon so aufbereitet, dass man direkt<br />
sieht: Aha, da ist etwas dran. Aber das ist wohl normal. </p>
<p><b>Krake:</b> Warum macht Ihr überhaupt ein Spiegel-Watchblog<br />
und wie seit Ihr auf die Idee dazu gekommen?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Die Idee kam ja von Sebastian Heiser,<br />
der sich im Moment etwas zurückgezogen hat. Ich bin da Anfang<br />
letzten Jahres dazu gestoßen &#8211; hat sich einfach so ergeben.<br />
Ich hätte damit nicht selbst begonnen, aber das Thema lag natürlich<br />
irgendwie auch in der Luft.</p>
<p><b>Moderator:</b> Zwei Fragen zum Spiegelkritik-Team:<br />
<b><br />
fallafel:</b> Wie viele Leute schreiben an der Spiegelkritik<br />
mit?</p>
<p><b>dummdidumm:</b> Seit ihr bei der Spiegelkritik eigentlich<br />
alles Journalisten?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Wir sind derzeit vier Leute (mit unterschiedlicher<br />
Schlagzahl) und ja, es sind alles Journalisten (wobei das ja bekanntlich<br />
kein geschützter Begriff ist, aber: Die hier haben eine „Ausbildung&quot;).<br />
<b><br />
firewalker:</b> Warum habt ihr euch ausgerechnet den Spiegel<br />
vorgeknöpft?</p>
<p><b>Timo Rieg: </b>Der SPIEGEL ist DAS deutsche Nachrichtenmagazin,<br />
wie es nicht nur im Untertitel heißt und SpOn ist die wichtigste<br />
Online-Nachrichtensite. Beide Medien sind Trendsetter.</p>
<p><b>Leguan:</b> Ist das Bildblog eigentlich euer Vorbild?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Für die Idee war <a href="http://www.bildblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BILDblog</a><br />
sicherlich maßgebend (ich war da ja wie gesagt nicht dabei)<br />
und die Akribie mag man sich zum Vorbild nehmen. Aber es sind ganz<br />
unterschiedliche Projekte. Man kann natürlich alles vergleichen,<br />
auch Äpfel und Birnen (Nährwerte et cetera z.B.), aber<br />
dann sollte man sich eben klar machen, was genau man vergleicht.<br />
Um Benchmark kann es jedenfalls meiner Ansicht nach nicht gehen,<br />
weil die Projekte wirklich ganz verschieden sind und wir machen<br />
das nicht beruflich, sondern als Hobby (keine Werbung oder andere<br />
Einnahmen, ist auch in Zukunft nicht geplant). Da liegen zwangsläufig<br />
Welten zwischen den beiden Blogs. Trotzdem werden wir natürlich<br />
ständig verglichen &#8211; und schneiden dann bescheiden ab.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Teil ist damit auch die nächste<br />
Frage beantwortet:</p>
<p><b>Vampir: </b>Verdient Ihr mit Eurem Blog Geld? Wie viel<br />
Zeit geht dafür ungefähr monatlich drauf?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Geld: Nein, ist auch nicht geplant.<br />
Das macht m.E. keinen Sinn bei diesem Projekt. Die Zeitanteile sind<br />
ganz unterschiedlich &#8211; eben, wie es geht. Es gibt daher keine Notwendigkeit,<br />
täglich zu bloggen (geschieht ja auch nicht, wie man sieht)<br />
oder wenigstens zu jeder Spiegel-Ausgabe was zu sagen. Das ergibt<br />
sich. Meinen Zeitaufwand schwankt zwischen fünf und zehn Stunden<br />
die Woche. Woran man schon sieht, dass diese Zeit wohl am wenigsten<br />
in die Schreibarbeit fließt. </p>
<p><b>ribosom: </b>Wie ausführlich recherchiert ihr<br />
Fehlern im Spiegel hinterher? </p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Das hängt natürlich davon<br />
ab, mit welchem Ergebnis man rechnet (ist leider so pragmatisch).<br />
In der Sache Reichstagsbrand habe ich selbst vier Monate recherchiert<br />
und das ist längst nicht fertig, aber schließlich gab<br />
es doch die entscheidenden Auskünfte aus der SPIEGEL-Redaktion<br />
selbst, wonach ich die Geschichte dann erstmal zur Seite gelegt<br />
habe. Aufwand ist allerdings jeder Beitrag, auch die (geschmähten)<br />
Korinthen. Geht häufig, aber längst nicht immer schnell.<br />
Und: Die meisten Recherchen ergeben, dass es kein Thema für<br />
uns ist. Weil entweder wirklich nichts dran ist oder weil es zu<br />
unbedeutend ist. Bis zu dieser Erkenntnis können aber auch<br />
Wochen ins Land gehen, Beispiel Wiki-Scanner. Da gab es eben den<br />
Hinweis, dass irgendwie vom Spiegel selbst Einträge bei Wikipedia<br />
verändert worden sind. Nach eigenen Versuchen und zahlreichen<br />
Gesprächen fand ich das dann am Ende aber keine Meldung mehr.<br />
Schade fürs Output, aber hoffentlich gut für die Qualität.</p>
<p><b>Vampir: </b>Gibt es direkten Kontakt zwischen den Redakteuren<br />
des Spiegels oder SPON und Euch? </p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Ja, bei SpOn ist man allerdings viel<br />
zurückhaltender (oder überlasteter oder &#8211; eine plausible<br />
Erklärung habe ich da noch nicht) &#8211; konkret gibt es dort von<br />
den von uns bisher befragten genau einen Redakteur, der sofort und<br />
ausführlich antwortet. Beim SPIEGEL erreicht man eher jemanden,<br />
allerdings wollen die Kollegen noch seltener zitiert werden. Und<br />
dann gibt es einen inzwischen guten Kontakt zur Pressestelle &#8211; doch,<br />
da kann man ganz offen reden. Bei SpOn wundere ich mich manchmal,<br />
dass selbst klare Fehler nicht korrigiert werden, wie zum Beispiel<br />
<a href="http://spiegelkritik.de/2007/09/07/spiegel-online-gibt-pete-doherty-noch-7-jahre/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a><br />
(wenigstens den Satzbau könnte man ja irgendwann mal den Gepflogenheiten<br />
anpassen).<br />
Ich sollte noch ergänzen, dass wir immer, wo es um Interpretationen<br />
oder ähnliches geht, bei den Autoren nachfragen (auch bei Freien).<br />
Das gehört dazu. Aber leider: Häufig bis meistens keine<br />
Antwort. </p>
<p><b>Moderator:</b> Zu den Korinthen gibt es noch eine Nachfrage:</p>
<p><b>kleinteil:</b> Warum habt ihr die Korinthen-Rubrik<br />
im Blog? Ist das nicht sehr kleinkariert, nach Rechtschreib- und<br />
Grammatikfehlern zu schauen?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Also es sind ja doch meist Korinthen,<br />
die eine kleine/ feine süße Substanz haben. Zum einen<br />
gibt es auch klitzekleine Fehler, die stutzig machen: Wenn eben<br />
jemand über Cannabis schreibt, ohne zu wissen, wie man Cannabis<br />
schreibt (mir persönlich ist die Schreibweise egal, ich bin<br />
da für Anarchie, meinetwegen auch mit „Q&quot; vorne),<br />
dann kann zumindest der Verdacht aufkommen, dass jemand das Thema<br />
noch nicht in der nötigen Tiefe durchdrungen hat. Reine Tippfehler<br />
haben wir meines Wissens noch nie aufgegriffen. Und dann sollte<br />
die Rubrik natürlich eine Anspielung aufs BILDblog sein „kurz<br />
korrigiert&quot;. Dabei ist die Aussage doch nüchtern betrachtet<br />
nur: Siehe, auch hier gibt es kleine Fehler, Ungereimtheiten, Schnellschüsse,<br />
Verdrehungen &#8211; alles nicht tragisch, aber es gibt es eben. </p>
<p><b>kb:</b> Was war der bisher fulminanteste Fehler im<br />
Spiegel, den Ihr entdeckt habt?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Beim SPIEGEL gibt es wohl nur ganz selten<br />
fulminante Fehler &#8211; schließlich arbeitet dort eine große<br />
Dokumentationsabteilung (Moment bitte) wir hatten das ja gerade<br />
schon , aber ich ergänze da gerne noch etwas zu den Methoden<br />
(die ja auch in Journalistenkreisen immer mal wieder diskutiert<br />
werden). Komisch ist in einzelnen Fällen sicherlich auch, wann<br />
und wie der SPIEGEL jemanden zu gegen ihn erhobenen Vorwürfen<br />
befragt. <a href="http://spiegelkritik.de/2006/08/11/der-dudenhoeffer-streit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beispiel<br />
hier</a>.
</p>
<p>
<b>Sha-Karl2001:</b> Von Blumencron (Spon-Chef) sieht<br />
im Interview mit Deutschland-Radio keinen Einfluss des Mediums Internet<br />
auf den Journalismus. Ist Spon nicht gerade ein gutes Beispiel GEGEN<br />
diese Aussage?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Es geht wohl um dieses <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/664066/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview</a><br />
hier. Ich glaube, MvB wollte nur sagen: wir machen Journalismus<br />
wie alle anderen auch. Aber natürlich ist die Arbeitsweise<br />
anders (und das habe ich so auch schon von ihm gehört). Man<br />
schießt eben schneller etwas raus und es wird ganz offenbar<br />
weniger gegen gelesen / von Dritten geprüft. Das mag man für<br />
graduelle Unterschiede halten. Aber es verändert sich natürlich<br />
schon etwas. Zu Wort kommt, wer erreichbar ist, wer ein Statement<br />
liefert (das ist aber bei anderen Medien natürlich auch so:<br />
Frühstücksfernsehen ist eben nur was für Frühaufsteher,<br />
und dann sollte man auch noch passabel aussehen, gerade sprechen<br />
können etc. &#8211; um ins Fernsehen zu passen). Aber es stehen eigentlich<br />
viele Veränderungen noch an zum Beispiel die stärkere<br />
Verlinkung von Quellen. Wer mal in Handbücher zum Online-Journalismus<br />
schaut aus dem letzten Jahrzehnt, der wird immer noch vergeblich<br />
die Form von Journalisten suchen, die dort doziert wurde.
</p>
<p>
<b>konstantinopel:</b> Glauben Sie, die Boulevadisierung<br />
von SpOn färbt irgendwann auf das Printmagazin ab? Oder hat<br />
sie das bereits schon?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Die Boulevardisierung bei Print kam<br />
ja nicht durch Online, sondern 1993 durch Focus. Dem verdanken wir<br />
ja auch die Farbe im SPIEGEL, die es vorher nur für Stücke<br />
des Herausgebers gab (naja, aber fast). Den Druck von Online auf<br />
Print sehe ich nicht, weil das nach wie vor unterschiedliche Zielgruppen<br />
sind (mit Schnittmenge, klar). Wir haben zwar die Diskussion, ob<br />
sich Print halten kann (und das ist eine rein ökonomische Frage:<br />
wenn ich als Verlag eben mit Online mehr Geld verdienen kann, werde<br />
ich mich darauf konzentrieren), aber das der SPIEGEL seine Leserschaft<br />
mit mehr Spears etc. locken kann, glaube ich nicht. </p>
<p><b>Moderator:</b> Rückfrage:</p>
<p><b>dummdidumm:</b> Glauben Sie nicht, dass beim Spiegel<br />
die Schnittmenge zwischen Print und Online sehr groß ist?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Ich habe da jetzt keine Zahlen, von<br />
daher will ich mich nicht verrennen, aber es sind im Wesentlichen<br />
schon unterschiedliche Gruppen. Das sehen Sie ja schon an der geschalteten<br />
Werbung und ob inzwischen alle SPIEGEL-Redakteure Spiegel-Online<br />
lesen, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass im Hause<br />
SPIEGEL noch lange nicht endgültig geklärt ist, wie man<br />
die Projekte aufeinander bezieht. Da wird noch viel ausprobiert.</p>
<p><b>dgh:</b> Trotz aller Kritik &#8211; SpOn ist der wahrscheinlich<br />
meist gelesene Ableger eines Printmagazins. Machen die also doch<br />
alles richtig?</p>
<p><b>Timo Rieg: </b>BILD ist ja auch die Auflagen stärkste<br />
Tageszeitung &#8211; und macht, wie wir lesen können, viele Fehler.<br />
Richtig im Sinne von wirtschaftlich erfolgreich sicherlich. Wir<br />
machen daher ja auch kein Betriebswirtschafts-Blog, sondern schauen<br />
auf den Journalismus.</p>
<p><b>Karma:</b> Was haltet ihr vom Kollegen Oliver Gehrs<br />
&#8211; dessen &quot;Blattschuss&quot;-Spiegelwatch ja nicht immer ganz<br />
so scharf schießt?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Vom Gehrs halte ich viel, wenn ich auf<br />
Dummy schaue. Sein Blattschuss ist Entertainment, da ist ja schon<br />
vom Zeitablauf her kein Platz für Recherche. Kann man machen,<br />
ich brauche es nicht.</p>
<p><b>Goethe:</b> Für welche Publikationen arbeitet<br />
Ihr normalerweise, um Geld zu verdienen? Seit Ihr dort auch schon<br />
mal einem Watchblog „zum Opfer&quot; gefallen? Habt Ihr also<br />
mal auf der anderen Seite gestanden?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Also die alte Methode des Watchbloggings<br />
heißt ja Leserbriefschreiben oder Telefonieren. Reaktionen<br />
von Lesern sind ja völlig normal (und können absurde Folgen<br />
in der Redaktion haben). Neu ist die unmittelbare Öffentlichkeit,<br />
die Blogs herstellen. Es geht um monothematischen Medienjournalismus<br />
in ganz kleinem Rahmen. Das sollte man nicht als (Kampf-)Seiten<br />
verstehen &#8211; ich sehe es jedenfalls überhaupt nicht so. </p>
<p><b>Moderator</b>: Zwei ähnliche Fragen:
</p>
<p>
<b>teichtier:</b> Welche anderen Magazine / Websites<br />
brauchen unbedingt ein Watchblog? Ideen?</p>
<p><b>HMGOE:</b> Ist so etwas eventuell auch für den<br />
STERN geplant?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Brauchen &#8211; sinnvoll ist das sicherlich<br />
bei allen Medien. Das könnte dann idealerweise auch irgendwann<br />
einmal gebündelt werden, in einem Portal. Es gibt ja auch Blogs<br />
zu Regionalzeitungen. Ob es das &quot;braucht&quot; hängt dann<br />
ja wesentlich von den Rezipienten ab: Will das jemand lesen? Das<br />
zu beurteilen braucht Zeit. Von uns hat jedenfalls meines Wissens<br />
niemand eine weitere „Watchblog&quot;-Idee (finde den Begriff<br />
nicht so glücklich für unser Projekt, aber egal). Was<br />
so ein monothematisches Medienblog macht, gehört ja &#8211; sobald<br />
es eine bestimmte Relevanzschwelle überschreitet &#8211; in den normalen<br />
Medienjournalismus. Aber der ist in Deutschland nicht sehr ausgeprägt.</p>
<p><b>Moderator</b>: Wie würden Sie denn das Projekt<br />
bezeichnen?</p>
<p><b>Timo Rieg: </b>Projektname: es ist noch ein Experiment,<br />
aber es hat mit Medienjournalismus zu tun. Es wundern sich ja bei<br />
uns auch immer Leser, wenn wir mal was positiv hervorheben &#8211; dabei<br />
ist das doch der normale Job des Kritikers. Natürlich schreibt<br />
man nicht jeden Tag: ja, die Seite war okay, aber es geht eben auch<br />
nicht ums draufhauen aus Prinzip, nur wenn es wirklich sein muss<br />
😉</p>
<p><b>dummdidumm:</b> Ihr scheint ja ehrgeizige Ansprüche<br />
zu haben. Braucht ihr dafür nicht ein noch größeres<br />
Team?</p>
<p><b>Timo Rieg:</b> Ja!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Seit Ihr auf der Suche? Wie wollt Ihr<br />
Leute „rekrutieren&quot;?<br />
Timo Rieg: Das ist eben das Problem. Gezielte Suche bringt nicht<br />
viel. Wer Interesse hat, wird eine Zeit mitlesen, und dann mal einen<br />
Hinweis schicken und nicht als erstes rufen: Gebt mir einen Account<br />
(das ist in der Vergangenheit auch nicht so gut gelaufen &#8211; ich bin<br />
da deshalb zögerlich). Natürlich wäre es toll, wenn<br />
sich weitere Mitstreiter finden und, nebenbei, einige besonders<br />
spannende Hinweise kommen ja auch von Kollegen aus renommierten<br />
Häusern, die wollen aber anonym bleiben und sich daher nicht<br />
dauerhaft einbringen und ich bin auch guter Dinge, dass noch Leute<br />
dazu stoßen (aber natürlich auch andere wieder andere<br />
Prioritäten setzen). </p>
<p><b>Moderator:</b> Das waren auch schon wieder 60 Minuten<br />
Blogsprechstunde. Vielen Dank an alle Nutzer für die Fragen<br />
und natürlich an Herrn Rieg für die Antworten. Das Protokoll<br />
dieses Chats finden Sie in Kürze bei politik-digital.de. Das<br />
Schlusswort hat unser Gast, bitte, Herr Rieg:
</p>
<p>
<b>Timo Rieg:</b> Na, danke für das nette Gespräch<br />
hier.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wir danken auch. Nächste Woche<br />
Dienstag, am 9. Oktober, chatten wir mit Jan Tißler vom Upload-Magazin.<br />
Von 16.00 bis 17.00 Uhr beantwortet er an dieser Stelle Fragen rund<br />
um sein PDF-Magazin über die Blogossphäre.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/kleine-fehler-im-grossen-spiegel-3352/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fehler im Spiegel über Viacom und YouTube</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/metablockerarchives1191-fehler-im-spiegel-ueber-viacom-und-youtube-html-2116/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/metablockerarchives1191-fehler-im-spiegel-ueber-viacom-und-youtube-html-2116/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Mar 2007 09:29:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Fehler]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
		<category><![CDATA[SPIEGEL]]></category>
		<category><![CDATA[Viacom]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/metablockerarchives1191-fehler-im-spiegel-ueber-viacom-und-youtube-html-2116/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Spiegel erschien heute ein lesenswerter <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,471173,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel</a> zum Thema Webvideos: &#34;Fernsehen war gestern&#34;. Ich habe einen kleinen Fehler gefunden, den ich gerne verbessern möchte. Es geht um Vertriebsverträge zwischen der Videoplattform YouTube und verschiedenen TV-Konzernen:</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Spiegel erschien heute ein lesenswerter <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,471173,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel</a> zum Thema Webvideos: &quot;Fernsehen war gestern&quot;. Ich habe einen kleinen Fehler gefunden, den ich gerne verbessern möchte. Es geht um Vertriebsverträge zwischen der Videoplattform YouTube und verschiedenen TV-Konzernen:</p>
<p><!--break--></p>
<p>&quot;So groß ist inzwischen die Konkurrenz, dass sich etablierte Sender und TV-Konzerne wie BBC und Viacom beeilen, mit YouTube Vertriebsverträge zu schließen; sie wollen ihre Inhalte und ihr Publikum nicht unkontrolliert ans Web verlieren.&quot; (DER SPIEGEL, 12.3.2007)</p>
<p>Was? Seit wann hat Viacom (MTV, Paramount Filmstudios) denn einen Vertrag mit YouTube? Ich hatte Ende Februar &#8211; nota bene auf <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,467366,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel Online</a> (vorletzte Absatz) &#8211; eigentlich gelesen, dass Viacom-Chef Redstone YouTube des Diebstahls beschuldigte. Viacom zielt eher auf die Konkurrenz von YouTube und kooperiert seit drei Wochen im Online-Videogeschäft mit einem anderen <a href="http://www.viacom.com/view_release.jhtml?inID=10000040&#038;inReleaseID=227591" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Partner</a> &#8211; dem Online-Fernsehdienst &quot;<a href="http://www.joost.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Joost</a>&quot; (von den Machern von Skype). Gibt es vielleicht eine digitale Kluft zwischen der Spiegel-Redaktion und der Spiegel-Online-Redaktion?</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/metablockerarchives1191-fehler-im-spiegel-ueber-viacom-und-youtube-html-2116/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
