<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Spitzenkandidat &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/spitzenkandidat/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Thu, 10 Mar 2011 16:29:11 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Spitzenkandidat &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Digitaler Dreikampf?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitaler-dreikampf-5166/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/digitaler-dreikampf-5166/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 16:29:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[eCampaigning im Superwahljahr]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Nils Schmid]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Mappus]]></category>
		<category><![CDATA[Winfried Kretschmann]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/digitaler-dreikampf-5166/</guid>

					<description><![CDATA[Als der spannendste der drei in diesem Monat anstehenden Urnengänge gilt unter politischen Beobachtern die Landtagswahl in Baden-Württemberg. Das Verhältnis der drei Spitzenkandidaten ist aus demoskopischer Sicht uneindeutig wie selten zuvor. politik-digital.de hat sich  die Internet-Strategien der Kontrahenten angeschaut.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als der spannendste der drei in diesem Monat anstehenden Urnengänge gilt unter politischen Beobachtern die Landtagswahl in Baden-Württemberg. Das Verhältnis der drei Spitzenkandidaten ist aus demoskopischer Sicht uneindeutig wie selten zuvor. politik-digital.de hat sich  die Internet-Strategien der Kontrahenten angeschaut.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Nach mitunter heftigen  Protesten gegen den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs gerieten im vergangenen Herbst die seit 57 Jahren ununterbrochen regierende CDU und Ministerpräsident Stefan Mappus unter Zugzwang. Plötzlich sah es so aus, als könnte mit Winfried Kretschmann erstmals ein Politiker von Bündnis90/Die Grünen Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes werden. Der zwischenzeitliche &quot;Kretschmann-Hype&quot; hat sich seit dem Jahreswechsel jedoch merklich abgekühlt.  Nicht zuletzt im Fahrwasser des unerwartet deutlichen Wahlsieges bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg konnten die Sozialdemokraten mit ihrem Spitzenkandidaten Nils Schmid in jüngsten Umfragen Boden gut machen. Es gibt also drei Kandidaten mit aussichtsreichen Chancen, eine neue Regierung bilden zu dürfen. Aber wie nutzen sie das Internet für dieses Ziel?
</p>
<p>
Der amtierende CDU-Ministerpräsident Stefan Mappus ist zwar online auf allen relevanten Kanälen präsent, jedoch ist das Web 2.0-Angebot der Union im &quot;Ländle&quot; sehr statisch ausgerichtet und zeichnet sich  nicht eben durch einen intensiven Dialog mit der Netzgemeinde aus, wie am Beispiel des <a href="http://twitter.com/cdu_bw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter-Accounts</a>  der CDU Baden-Württemberg nachzuverfolgen ist. Auch das obligatorische Facebook-Profil der Christdemokraten wird in der Hauptsache zur Publikation von Wahlkampffotos Mappus&#8217; sowie für Terminankündigungen genutzt.
</p>
<p>
In puncto Interaktion mit den potenziellen Wählern kann vor allem der SPD-Spitzenkandidat <a href="http://www.nils-schmid.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nils Schmid</a> mit einer Dialogfunktion auf seiner persönlichen Website überzeugen. Mithilfe des Formats &quot;viDialog&quot; beantwortet Schmid über den Youtube-Kanal der Landespartei Fragen, die ihn vorher per E-mail sowie über twitter und Facebook erreicht haben. &quot;Wir haben uns für die Videoformate &quot;Phrasenmäher&quot; und &quot;Vidialog&quot; entschlossen, um unsere Antworten auf die häufigsten Fragen möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Dabei machen wir die Erfahrung, dass wir mit Bewegtbildern zusätzlich Menschen erreicht, die sich eher selten mit politischen Inhalten auseinandersetzen&quot;, so Christian H. Schuster aus der &quot;Wahlkampfschmiede&quot; des SPD-Landesverbandes gegenüber politik-digital.de.
</p>
<p>
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/110310_nils_schmidt.png" title="Nils_Schmid" alt="Nils_Schmid" width="480" height="288" />
</p>
<p>
Der zwischenzeitliche Umfragenkönig Winfried Kretschmann und sein bündnisgrüner Landesverband sind zwar ebenfalls auf allen Web 2.0-Kanälen präsent, haben ihren Wahlkampfspot. ihr Facebook-Profil und sogar eine Wahlkampf-App für Smartphones online veröffentlicht. Auch nutzen sie den Kurznachrichtendienst Twitter  zur Reaktion auf tweets mit der Netzgemeinde. Doch besonders auffällig in dieser heißen Wahlkampfphase ist, dass der Spitzenkandidat auf der <a href="http://www.gruene-bw.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a> der Südwest-Grünen überhaupt nicht präsent ist. Um auf seine persönlichr Website zu gelangen, muss der Wähler anders als bei Mappus und Schmid, durch mehrere Ebenen der Parteiwebsite navigieren. Die spürbare Zurückhaltung, mit der auf den grünen Fraktionsvorsitzenden im Stuttgarter Landtag verwiesen wird, steht in  krassem Widerspruch zu dessen Chancen, zukünftiger Ministerpräsident von Baden-Württemberg zu werden.
</p>
<p>
Als Fazit dieses überblicksartigen Spitzenkandidaten-Checks im Netz kann festgehalten werden, dass alle drei hier vorgestellten Kandidaten, die laut aktuellen demoskopischen Erhebungen Chancen haben, Ministerpräsident im Südwesten zu werden, auf dem Feld des Online-Dialogs mit dem Wähler  noch großen Nachholbedarf haben. Was schon über den Online-Wahlkampf der Parteien in Hamburg im vergangenen Monat <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/23/0,3672,8213239,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtet</a> wurde, scheint sich im Südwesten der Republik ein weiteres Mal zu bestätigen: Die innovativen Potenziale des Bürgerdialogs, die das Internet inzwischen bietet, werden von den Parteien in Wahlkämpfen bislang kaum genutzt. Zwar sind die standardmäßigen Verweise auf Facebook-Profile und die Youtube-Kanäle samt Wahlkampffilmen inzwischen überall vorhanden. Gerade an innovativen Strategien der Wähleransprache sowie an Mitgestaltungsmöglichkeiten mangelt es im Südwesten aber weiterhin. Dies überrascht umso mehr, da in einem großen Flächenland wie Baden-Württemberg mit weiten Anfahrtswegen zu den Terminen der Spitzenkandidaten das Internet eine effiziente Alternative der Kommunikation zwischen Bürger und Politik darstellen würde.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/digitaler-dreikampf-5166/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vorwahlen auf dem platten Land</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/vorwahlen-auf-dem-platten-land-5134/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/vorwahlen-auf-dem-platten-land-5134/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 13:08:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[eCampaigning im Superwahljahr]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Schleswig-Holstein]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/vorwahlen-auf-dem-platten-land-5134/</guid>

					<description><![CDATA[Die SPD in Schleswig-Holstein setzt bei der Kandidatensuche für die vorgezogene Neuwahl auf das Vorwahlprinzip - unter Einbeziehung von Live-Stream &#38; Twitter. Ein innovativer Dialog mit Parteimitgliedern und potentiellen Wählern oder lediglich eine technische Spielerei? politik-digital.de fragte nach.         
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die SPD in Schleswig-Holstein setzt bei der Kandidatensuche für die vorgezogene Neuwahl auf das Vorwahlprinzip &#8211; unter Einbeziehung von Live-Stream &amp; Twitter. Ein innovativer Dialog mit Parteimitgliedern und potentiellen Wählern oder lediglich eine technische Spielerei? politik-digital.de fragte nach.         </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Politische Partizipation in dünnbesiedelten ländlichen Regionen kann häufig eine Herausforderung für Kandidaten und Parteien als auch deren potentielle Wähler sein. Diese stehen vor langen Anfahrtswegen in entlegene Dorfgasthöfe. Veranstaltungen, die in vielen Fällen nur zu geringer Resonanz führen. Dies weiß auch der SPD-Landesverband in Kiel. Daher warben in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Schleswig-Holsteins seit November 2010 insgesamt vier Bewerber für sich und ihre Positionen in Vorstellungsrunden.</p>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/110208_primaries.jpg" alt="SPD-Vorwahl" title="SPD-Vorwahl" height="373" width="480" />
</p>
<p>
Das Ziel: Die Wahl zum SPD-Spitzenkandidaten für den Kieler Landtag. An den Vorstellungsrunden nahmen laut Parteiangaben nicht nur etwa 5.000 Besucher vor Ort teil. Auch Internet-Nutzer konnten per Livestream und Twitter-Feed dabei sein. Den Nutzern des <a href="http://www.ustream.tv/user/spdsh/videos" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Streams</a> war es möglich, über das Facebook-Profil der schleswig-holsteinischen SPD die Positionen der einzelnen Kandidaten live zu kommentieren und sich mit anderen Nutzern über deren Eindrücke auszutauschen. Diese Option wurde jedoch kaum genutzt. Insgesamt verzeichnete das Stream-Portal bis jetzt 3.538 Views.  Der Verlauf der insgesamt 16 Vorstellungsrunden war zusätzlich über den <a href="http://twitter.com/spdsh" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter-Feed</a> der Landespartei zu verfolgen.
</p>
<p>
&quot;Web 2.0 bietet viele Möglichkeiten,  Interessierten einen Einblick in die Arbeit der SPD und ihrer Protagonisten zu geben und mit ihnen in Kontakt zu kommen. Klassische Veranstaltungen haben für die Menschen heute viele Hürden. Das fängt mit einer veränderten Arbeitswelt an&quot;, meint Steffen Voss, Online-Referent der Kieler Parteizentrale, gegenüber politik-digital.de.       
</p>
<p>
Die politische Partizipation via Internet wird auch in Zukunft nur ein Weg unter vielen für die schleswig-holsteinische SPD  bleiben, denn &quot;man darf den Menschen keine Einflussmöglichkeiten mit &#8216;Gefällt mir&#8217;-Buttons vorgaukeln, die es nicht geben kann&quot;, so Voss. Trotz aller technischen Innovationen: Der Mitgliederentscheid, zu dem die knapp 20.000 Genossen aktuell aufgerufen sind, wird ganz klassisch per Briefwahl durchgeführt und die Stimmzettel per Hand ausgezählt. </p>
<p>&quot;Dass die Abstimmung bei uns per Brief passiert, hat nichts damit zu tun, dass wir nicht online wählen wollen. Es gibt nur kein technisches Verfahren, das eine rechtssichere Abstimmung ermöglicht, die dann auch noch eine geheime Wahl ist.&quot;  Das endgültige Ergebnis soll dann spätestens im März feststehen.    
</p>
<p>
Die vorzeitige Neuwahl im nördlichsten Bundesland war nötig geworden, nachdem das Landesverfassungsgericht im August vergangenen Jahres das geltende Wahlrecht in Teilen für verfassungswidrig erklärt und Neuwahlen angeordnet hatte.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/vorwahlen-auf-dem-platten-land-5134/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Spitzenkandidaten und Wahlerfolg</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/spitzenkandidaten_und_wahlerfolg_0-34/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/spitzenkandidaten_und_wahlerfolg_0-34/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:41:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Kandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Personalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wählerverhalten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/spitzenkandidaten_und_wahlerfolg_0-34/</guid>

					<description><![CDATA[Personalisierung - Kompetenz - Parteien: Ein internationaler Vergleich von Dr. Frank Brettschneider, Professor für Kommunikationswissenschaften an der Universität Augsburg</strong></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Personalisierung &#8211; Kompetenz &#8211; Parteien: Ein internationaler Vergleich von Dr. Frank Brettschneider, Professor für Kommunikationswissenschaften an der Universität Augsburg<br />
Die Wahlkampfstrategie der Grünen im Bundestagswahlkampf 2002 war genau auf ihren Spitzenkandidaten Joschka Fischer zugeschnitten. Der beliebteste deutsche Politiker lächelte von zahlreichen Plakaten, absolvierte eine Unmenge von Wahlkampfauftritten und witzelte bei Harald Schmidt. Als die ersten Hochrechnungen am Wahlsonntag bekannt wurden, krächzte er mit heiserer Stimme: „Wir haben unser Ziel erreicht!“ Joschkas Partei hatte ein unerhört gutes Ergebnis eingefahren und die Berichterstatter waren sich einig, dass das vor allem dem Außenminister zu verdanken sei. Ein Beweis für die totale Personalisierung der Politik?<br />
Frank Brettschneider ist Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Augsburg und hat darüber ein Buch geschrieben. „Spitzenkandidaten und Wahlerfolg“ wurde allerdings nicht etwa in fünf Tagen verfasst, sondern beschäftigt sich mit mehr als 30 Wahlen im Zeitraum von 1960 bis 2000 in der Bundesrepublik Deutschland, den USA und Großbritannien. Entsprechend gründlich hat Brettschneider auch recherchiert, in wie weit die vorherrschende Meinung der erhöhten Personalisierung im Wahlkampf tatsächlich der Wahrheit entspricht.<br />
<strong>Was ist Personalisierung?<br />
</strong> Was unter „Personalisierung der Politik“ überhaupt zu verstehen ist, variiert von Autor zu Autor. Brettschneider unterscheidet deshalb zwischen Personalisierung in Bezug auf die Wahlkampfführung, die Medienberichterstattung und das Wählerverhalten. „Stellenwert von Kandidatenorientierungen im sozialpsychologischen Modell“ nennt der Wissenschaftler schon seinen ersten Teil. Doch halb so wild, das Modell selbst ist nämlich einfacher zu verstehen als sein Name, Brettschneider modifiziert es auch noch und unterzieht das modifizierte Modell einem Praxistest: Die Parteiidentifikation ist demnach ein langfristiger Faktor, Parteien- und Kandidatenorientierungen sind dagegen kurzfristige Faktoren, zusammen bestimmen sie die letztendliche Wahlentscheidung. Bei der Untersuchung geht es Brettschneider nicht um kurzfristige Trends, sondern um Regelmäßigkeiten. Alles empirisch im zweiten Teil des Buches belegt, versteht sich. Wobei der Autor zugibt, dass die Datenlage äußerst unbefriedigend sei.<br />
<strong>Kandidatenorientierung und Wählerverhalten<br />
</strong> Sein Ergebnis für die „erste Personalisierungsbehauptung“ ist trotzdem deutlich. Sie ist falsch, „Candidate-Voting“ variiert von Wahl zu Wahl und Land zu Land, es gibt keinen längerfristigen Trend. Natürlich hängt die Personalisierung des Wählerverhaltens stark von verschiedensten Bedingungen ab. Bei amerikanischen Präsidentschaftswahlen ist der Kandidat wichtiger als seine Partei. Wenn für die Wähler kaum Unterschiede in den Parteiprogrammen zu erkennen sind, orientieren sie sich stärker an den Kandidaten. Und je weniger sich diese ähneln, desto wichtiger ihre Person für die Wahlentscheidung. Vor allem Wechselwähler neigen zum „Candidate-Voting“, beispielsweise wenn sie den Kandidaten „ihrer“ Partei negativ, seinen Kontrahenten hingegen positiv.<br />
<strong>Wahlkampfführung<br />
</strong> Auch die „zweite Personalisierungsbehauptung“ widerlegt der Professor. Danach seien unpolitische Merkmale für die Beurteilung der Kandidaten in den letzten Jahrzehnten wichtiger geworden. Davon gingen wahrscheinlich auch die Christdemokraten aus, als sie Michael Spreng als Wahlkampfmanager holten und fortan Home-Stories über Edmund Stoiber in Boulevard-Blättern platzierten. Doch nichts dergleichen ist belegt, im Gegenteil. Wähler orientieren sich viel stärker an „Leadership-Qualitäten“ wie Führungsstärke, Entscheidungsfreude und Tatkraft als an Alter, Charme und Ausstrahlung. Weiterhin behauptet Brettschneider, die Wahlkampfführung sei zwar professionalisiert, doch nicht personalisiert worden. Es habe immer mal wieder stärker personalisierte Wahlkämpfe gegeben, wie bei der „Willy-Wahl“ 1972 oder unter Konrad Adenauer. Wenn, dann sei dieser Trend in den USA anzutreffen, dort institutionell bedingt durch die sogenannten „Primaries“. Trotz Fernseh-Wahlkampf und amerikanisierten Methoden stehen bei deutschen Wählern immer noch die Themen im Vordergrund.<br />
<strong>Medienberichterstattung<br />
</strong> Immerhin, in einem Bereich sieht auch Brettschneider die fortschreitende Personalisierung. Die Medienberichterstattung konzentriere sich tatsächlich immer mehr auf die Spitzenkandidaten, und zwar in allen drei untersuchten Ländern. Er bilanziert dies nicht ohne eine ironische Anmerkung. Gerade diejenigen betreiben eine verstärkte Personalisierung, die die „Personalisierung der Politik“ immer stärker beklagen und darin eine Gefahr für die Demokratie befürchten.<br />
Alles in allem ein ziemlich wissenschaftliches Buch, dessen Ergebnisse direkt nach dem Wahlkampf 2002 ein wenig unglaubwürdig wirken.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/spitzenkandidaten_und_wahlerfolg_0-34/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Spitzenkandidaten und Wahlerfolg</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/spitzenkandidaten_und_wahlerfolg-25/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/spitzenkandidaten_und_wahlerfolg-25/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:41:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Personalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wählerverhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Kandidat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/spitzenkandidaten_und_wahlerfolg-25/</guid>

					<description><![CDATA[Personalisierung - Kompetenz - Parteien: Ein internationaler Vergleich von Dr. Frank Brettschneider, Professor für Kommunikationswissenschaften an der Universität Augsburg</strong></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Personalisierung &#8211; Kompetenz &#8211; Parteien: Ein internationaler Vergleich von Dr. Frank Brettschneider, Professor für Kommunikationswissenschaften an der Universität Augsburg<br />
Die Wahlkampfstrategie der Grünen im Bundestagswahlkampf 2002 war genau auf ihren Spitzenkandidaten Joschka Fischer zugeschnitten. Der beliebteste deutsche Politiker lächelte von zahlreichen Plakaten, absolvierte eine Unmenge von Wahlkampfauftritten und witzelte bei Harald Schmidt. Als die ersten Hochrechnungen am Wahlsonntag bekannt wurden, krächzte er mit heiserer Stimme: „Wir haben unser Ziel erreicht!“ Joschkas Partei hatte ein unerhört gutes Ergebnis eingefahren und die Berichterstatter waren sich einig, dass das vor allem dem Außenminister zu verdanken sei. Ein Beweis für die totale Personalisierung der Politik?<br />
Frank Brettschneider ist Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Augsburg und hat darüber ein Buch geschrieben. „Spitzenkandidaten und Wahlerfolg“ wurde allerdings nicht etwa in fünf Tagen verfasst, sondern beschäftigt sich mit mehr als 30 Wahlen im Zeitraum von 1960 bis 2000 in der Bundesrepublik Deutschland, den USA und Großbritannien. Entsprechend gründlich hat Brettschneider auch recherchiert, in wie weit die vorherrschende Meinung der erhöhten Personalisierung im Wahlkampf tatsächlich der Wahrheit entspricht.<br />
<strong>Was ist Personalisierung?<br />
</strong> Was unter „Personalisierung der Politik“ überhaupt zu verstehen ist, variiert von Autor zu Autor. Brettschneider unterscheidet deshalb zwischen Personalisierung in Bezug auf die Wahlkampfführung, die Medienberichterstattung und das Wählerverhalten. „Stellenwert von Kandidatenorientierungen im sozialpsychologischen Modell“ nennt der Wissenschaftler schon seinen ersten Teil. Doch halb so wild, das Modell selbst ist nämlich einfacher zu verstehen als sein Name, Brettschneider modifiziert es auch noch und unterzieht das modifizierte Modell einem Praxistest: Die Parteiidentifikation ist demnach ein langfristiger Faktor, Parteien- und Kandidatenorientierungen sind dagegen kurzfristige Faktoren, zusammen bestimmen sie die letztendliche Wahlentscheidung. Bei der Untersuchung geht es Brettschneider nicht um kurzfristige Trends, sondern um Regelmäßigkeiten. Alles empirisch im zweiten Teil des Buches belegt, versteht sich. Wobei der Autor zugibt, dass die Datenlage äußerst unbefriedigend sei.<br />
<strong>Kandidatenorientierung und Wählerverhalten<br />
</strong> Sein Ergebnis für die „erste Personalisierungsbehauptung“ ist trotzdem deutlich. Sie ist falsch, „Candidate-Voting“ variiert von Wahl zu Wahl und Land zu Land, es gibt keinen längerfristigen Trend. Natürlich hängt die Personalisierung des Wählerverhaltens stark von verschiedensten Bedingungen ab. Bei amerikanischen Präsidentschaftswahlen ist der Kandidat wichtiger als seine Partei. Wenn für die Wähler kaum Unterschiede in den Parteiprogrammen zu erkennen sind, orientieren sie sich stärker an den Kandidaten. Und je weniger sich diese ähneln, desto wichtiger ihre Person für die Wahlentscheidung. Vor allem Wechselwähler neigen zum „Candidate-Voting“, beispielsweise wenn sie den Kandidaten „ihrer“ Partei negativ, seinen Kontrahenten hingegen positiv.<br />
<strong>Wahlkampfführung<br />
</strong> Auch die „zweite Personalisierungsbehauptung“ widerlegt der Professor. Danach seien unpolitische Merkmale für die Beurteilung der Kandidaten in den letzten Jahrzehnten wichtiger geworden. Davon gingen wahrscheinlich auch die Christdemokraten aus, als sie Michael Spreng als Wahlkampfmanager holten und fortan Home-Stories über Edmund Stoiber in Boulevard-Blättern platzierten. Doch nichts dergleichen ist belegt, im Gegenteil. Wähler orientieren sich viel stärker an „Leadership-Qualitäten“ wie Führungsstärke, Entscheidungsfreude und Tatkraft als an Alter, Charme und Ausstrahlung. Weiterhin behauptet Brettschneider, die Wahlkampfführung sei zwar professionalisiert, doch nicht personalisiert worden. Es habe immer mal wieder stärker personalisierte Wahlkämpfe gegeben, wie bei der „Willy-Wahl“ 1972 oder unter Konrad Adenauer. Wenn, dann sei dieser Trend in den USA anzutreffen, dort institutionell bedingt durch die sogenannten „Primaries“. Trotz Fernseh-Wahlkampf und amerikanisierten Methoden stehen bei deutschen Wählern immer noch die Themen im Vordergrund.<br />
<strong>Medienberichterstattung<br />
</strong> Immerhin, in einem Bereich sieht auch Brettschneider die fortschreitende Personalisierung. Die Medienberichterstattung konzentriere sich tatsächlich immer mehr auf die Spitzenkandidaten, und zwar in allen drei untersuchten Ländern. Er bilanziert dies nicht ohne eine ironische Anmerkung. Gerade diejenigen betreiben eine verstärkte Personalisierung, die die „Personalisierung der Politik“ immer stärker beklagen und darin eine Gefahr für die Demokratie befürchten.<br />
Alles in allem ein ziemlich wissenschaftliches Buch, dessen Ergebnisse direkt nach dem Wahlkampf 2002 ein wenig unglaubwürdig wirken.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/spitzenkandidaten_und_wahlerfolg-25/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mehr Ironie, bitte!</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/wahlkampfbundestagswahl05interviewmitulrichsollmann050901-shtml-2834/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/wahlkampfbundestagswahl05interviewmitulrichsollmann050901-shtml-2834/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neuwahlen zum Bundestag 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Körpersprache]]></category>
		<category><![CDATA[nonverbale Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Sollmann]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlentscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Duell]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsumfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Charisma]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampfbundestagswahl05interviewmitulrichsollmann050901-shtml-2834/</guid>

					<description><![CDATA[Interview mit dem Berater und Coach Ulrich Sollmann über sein Internetprojekt www.charismakurve.de und die Interpretationsmöglichkeiten der Körpersprache von Angela Merkel und Gerhard Schröder.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Interview mit dem Berater und Coach Ulrich Sollmann über sein Internetprojekt www.charismakurve.de und die Interpretationsmöglichkeiten der Körpersprache von Angela Merkel und Gerhard Schröder.</p>
<p><!--break--></p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Herr Sollmann, die &#8220;Charismakurve&#8221; untersucht die öffentliche Wirksamkeit von Angela Merkel und Gerhard Schröder anhand ausgewählter Bilder. Was haben Sie bislang rausfinden können?</p>
<p>                            <strong>Ulrich Sollmann:</strong> Das Projekt<br />
                            <a href="http://www.charismakurve.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.charismakurve.de</a> zeigt, dass das Internet schnell, direkt und weltweit reagiert und sich dabei eigenständig entwickelt. Es passieren unvorhergesehene Dinge. Absichten, wie bspw. bestimmte Zielgruppen wie Parteien und andere Institutionen zu erreichen, gingen nicht oder selten auf. Unsere Website bildet Trends der Online-Bewertung des Charismas von Schröder und Merkel ab, setzt aber auch eigene Zeichen. Inzwischen gibt es mehr als 47.000 Zugriffe. 85 % kommen aus Deutschland und Europa, 15 % aus dem außereuropäischen Bereich. Hinsichtlich der Bewertung der Bilder durch die User lässt sich festhalten, dass Schröder positiver und charismatischer eingeschätzt wird als Merkel und politische Ereignisse, wie bspw. die Vorstellung des Kompetenzteams, sich auf das Ergebnis auswirken.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Wie unterscheiden sich die Ergebnisse im Internet von den Umfragewerten der Spitzenkandidaten aus den anderen Medien?</p>
<p>                            <strong>Ulrich Sollmann:</strong> Der Zeitfaktor, nämlich die Unmittelbarkeit von Einschätzung und Ergebnis, macht das Internet spannend. Umfragen in den anderen Medien brauchen viel länger, bis sie ihre Ergebnisse veröffentlichen können. Ein weiterer Unterschied ist das Feedback und die hierdurch angeregte Interaktion. Auch wenn dieser Aspekt noch einiger Reflexion bedarf. Zum Inhalt folgendes: die Umfragen zum Thema in den Medien unterscheiden in der Regel nicht zwischen der persönlichen Ausstrahlung und der Verkörperung von Macht bei den Kontrahenten. In so weit sind die Ergebnisse dieser Umfragen unspezifisch und im Grunde genommen nicht aussagekräftig, um handlungsanleitende Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen zu ziehen.<br />
                            <br />Die Ergebnisse der Online-Befragung dürfen aber nicht nur für sich gesehen werden. Sie müssen immer auf den politischen Kontext sowie die anderen Medien bezogen gesehen werden. Letztendlich, und das werden wir hoffentlich in unserer Auswertung zeigen können, gewinnt das Internetprojekt durch die spezifizierte Unterscheidung zu den anderen Medien eine eigene, interessante Aussagekraft, da sich die User interaktiv beteiligen und an konkreten Bildern Bewertungen abgeben können.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Aus den Ergebnissen der Charismakurve können konkrete Verbesserungsvorschläge an die Kandidaten abgeleitet werden. Glauben Sie Frau Merkel oder Herr Schröder lassen sich diesbezüglich coachen?</p>
<p>                            <strong>Ulrich Sollmann:</strong> Die User differenzieren deutlich ihre Empfehlungen zur Verbesserung der Performance. Ebenso beziehen sie sich auf die jeweils neue Entwicklung der aktuellen Bilder von Schröder und Merkel im Netz. Ich glaube nicht, dass die Politik schon so weit ist, solche Empfehlungen aufzugreifen. Sie täte aber m.E. gut daran, dies zu tun.<br />
                            <br />Herkömmliche Verbesserungsvorschläge für ein TV-Duell bleiben eher auf der Ebene von Kamera- und Sprechtraining. Dies sind zwei Arbeits-Konzepte. Sie reichen aber nicht aus, will man das Zusammenspiel von Körpersprache, nonverbaler Wirkung, Persönlichkeit und Handlungsmustern gerecht werden. Und um die geht’s. Will man die ganze Person und den besonderen Streß beim TV-Duell gerecht werden. Nehmen Sie Stoiber 2002. Alle Welt wollte sehen, wie oft er wohl „äh“ sagen würde. Im 1. TV-Duell glänzte er ohne ein einziges „äh“ , kam aber nicht glaubhaft als Person rüber. Offensichtlich hatte er sich “gutes Benehmen vor der Kamera“ antrainieren lassen, was man natürlich sofort bemerkt.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Wie wichtig ist die Körpersprache der Kandidaten für die Wahlentscheidung des Wählers?</p>
<p>
                            <strong>Ulrich Sollmann:</strong> Die Körpersprache bzw. nonverbale Wirkung der Kandidaten ist für die Wahlentscheidung von großer Bedeutung. Entscheidet man doch gerade beim TV-Duell zu einem großen Prozentsatz aufgrund der nonverbalen Botschaften wie Mimik, Gestik, Stimme usw.<br />
                            <br />Der eingeschränkte Blick auf die Körpersprache verfälscht jedoch das Wirkungsbild der beiden Kontrahenten. Der Königsweg ist die Analyse des Zusammenspiels von Körpersprache, nonverbaler Wirkung, Persönlichkeit und Handlungsmustern. In der Regel gewinnen die Menschen intuitiv und spontan ihren eigenen Eindruck, der wie eine Überzeugungsebene wirkt. Über diese kann der Politiker sich als Identifikationsangebot darstellen. Er wird dann von den Wählerinnen und Wählern mit seinem typischen Habitus wahrgenommen.<br />
                            <br />Würde man Körpersprache lediglich auf der deskriptiven Ebene belassen, kämen fotografische Aussagen über die Körpersprache der Kontrahenten einer subjektiven, wenn nicht gar einer moralisierenden Befindlichkeitszuschreibung gleich. Hierauf aufbauende Empfehlungen würden „gutes Benehmen“ als antrainiertes Verhalten entlarven. Ein solches goutieren die Wählerinnen und Wähler nicht.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Was erwarten Sie an neuen Erkenntnissen im Hinblick auf das TV-Duell?</p>
<p>                            <strong>Ulrich Sollmann:</strong> Das TV-Duell wird eine hohe Aufmerksamkeit bei den Medien und insbesondere bei den Wählerinnen und Wählern haben. Es hat in diesem Jahr zudem eine besondere Bedeutung dadurch bekommen, dass es nur ein TV-Duell gibt. Alles muß punktgenau getroffen werden. Jeder der Kontrahenten hat nur einen Schuß frei. Beide werden die Gelegenheit nutzen, um deutlich, nachdrücklich und persönlich überzeugend „zur Sache zu gehen“. In so weit kann man eine spannende Auseinandersetzung erwarten. Entscheiden wird aber die Kunst der Choreographie von Sachverstand, Souveränität und Verkörperung von Macht in der Gesprächsführung und nonverbalen Präsenz. Hierbei ist von besonderer Bedeutung wie der enorme Stress der Situation gemeistert wird. Eine sichere und souveräne Performance steht und fällt mit der Stresskompetenz in der direkten Konfrontation. Während Merkel wahrscheinlich auf sachliche Korrektheit und Überzeugung bauen wird, bei gleichzeitiger nachdrücklicher Abgrenzung von Schröder, wird Schröder hart an der Sache bleibend Merkel persönlich konfrontieren. Letztendlich wird derjenige der beiden punkten, der klar in der Sache, hart in der Konfrontation und überzeugend in der rhetorischen Wertschätzung ist.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Die Charismakurve ist ein reines Internetprojekt, das natürlich keine repräsentative Daten erheben kann. Dennoch, für wie valide halten Sie die Ergebnisse und gab es auch bereits Manipulationsversuche?<br />
                            <strong></p>
<p>Ulrich Sollmann:</strong><br />
                            <a href="http://www.charismakurve.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.charismakurve.de</a> zielt nicht auf eine empirisch-statistische Validität ab. Es geht in dem Projekt um die Wirkungsanalyse und die sorgsame und sparsame Steuerung derselben. Interessant ist für uns, wie die Website im Internet als selbstreferenziellem System wahrgenommen wird, Bedeutung bekommt und faktische Wirkung, d.h. Interaktion erzeugt. Das genaue Studium der Zugriffs-Statistik hilft uns dies zu ermitteln, ebenso die Analyse der Art und Weise wie die Website mit ihrem Inhalt thematisch aufgegriffen wird. Der Prozess im Internet läuft aber nicht von alleine, was vielleicht manche glauben mögen. Man muss Trends und Themen, die sich abzeichnen, aufzugreifen und zu kommunizieren. Dies ist wichtig, um Spielräume und Entwicklungsräume der Meinungsbildung auszuloten.<br />
                            <br />Insoweit ist<br />
                            <a href="http://www.charismakurve.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.charismakurve.de</a> auch eine gesellschaftspolitische Kampagne, die das Ziel hat, das Zusammenspiel von Körpersprache, nonverbaler Kommunikation und persönlichen Handlungsmustern in der Politik als Thema zu platzieren, an dem man in Zukunft nicht mehr vorbeikommt. Zum Thema Manipulationsversuch: Es gab einen Manipulationsversuch einer Partei oder Unterstützergruppe, der aber durch die Analyse der Statistik schnell erkannt und abgefedert werden konnte.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Was empfehlen Sie oder die User den beiden Kandidaten hinsichtlich der Verbesserung ihrer Körpersprache?</p>
<p>                            <strong>Ulrich Sollmann:</strong> Frau Merkel wird empfohlen energischer und kraftvoller aufzutreten, wie sie es z.B. in der Fernsehsendung „Berliner Runde“ getan hat. Sie wirkt dann überzeugender. Außerdem muss sie gerade in Stresssituationen noch selbstsicherer werden. Bundeskanzler Schröders Körpersprache wird oft als zu souverän empfunden. Er sollte sich nicht zu präsidial geben, sondern &#8211; wie beim Parteitag in Berlin &#8211; auch mal ironisch und mit Humor Sachverhalte interpretieren.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Vielen Dank für das Gespräch.</p>
<p>Das Interview führte Steffen Wenzel</p>
<p class="fett">
<p class="fett">
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/wahlkampfbundestagswahl05interviewmitulrichsollmann050901-shtml-2834/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Brüsseler Spitzen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-eu_wahl02-shtml-2436/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-eu_wahl02-shtml-2436/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jun 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Europapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl]]></category>
		<category><![CDATA[Kandidat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-eu_wahl02-shtml-2436/</guid>

					<description><![CDATA[Die Spitzenkandidaten für die Europawahl sind kaum bekannt: Ein Online-Wahlkampf mit versteckten Spitzen. Nur die FDP setzt voll auf eine Person.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Spitzenkandidaten für die Europawahl sind kaum bekannt: Ein Online-Wahlkampf mit versteckten Spitzen. Nur die FDP setzt voll auf eine Person.<!--break--><br />
                            <br />
                            <strong><br />
                              <br />
                            </strong>Alle Spitzenkandidaten der Europawahl haben ein Problem: kaum einer kennt sie &#8211; das Vorurteil besteht, dass die Parteien nur ihre zweite Garnitur ins Rennen schicken. Wahlkämpfe leben aber von Gesichtern und Geschichten: Stichwort Personalisierung und Emotionalisierung der Politik. Daher gibt es Unterschiede in der Online-Strategie, wie die Ressource Aufmerksamkeit am Besten gewonnen werden kann.</p>
<div class="tidy-3">
                            <img decoding="async" title="Online-Wahlkampf mit versteckten Spitzen" height="200" alt="Online-Wahlkampf mit versteckten Spitzen" src="/edemocracy/wahlkampf/images/spargel_klein.jpg" width="289" /><br />
                            <br />(Quelle: PhotoCase.de)</p>
<p>                            <strong>Nur in Kombination erfolgreich</strong><br />
                            <br />Die CDU verzichtet im Wahlkampf für Spitzenkandidat Hans-Gert Pöttering auf eine eigene Webseite. Stefan Hennewig, stellvertretender Leiter der CDU Marketingabteilung, führt diese Entscheidung vor allem auf das mangelnde Interesse an der Europawahl zurück. Seine Erfahrungen mit dem Bundestagswahlkampf hätten gezeigt, dass „eine sehr hohe Aufmerksamkeit in den Medien und der Bevölkerung vorhanden sein muss, um ‚Sonder-Domains’ zu transportieren“. Folglich wickelt die CDU alle Online Aktivitäten für die Europawahl über ihr Portal<br />
                            <a href="http://www.cdu.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.cdu.de</a> ab. Interaktion soll dabei zwischen Wählern und Gewählten durch themenspezifische Foren entstehen. “Projekt Wachstum“ fordert die User auf, Vorschläge für mehr Wachstum einzureichen. Einen besonderen Mehrwert des Mediums Internet sieht der CDU-Stratege in der schnellen und effizienten „internen Kommunikation, Mobilisierung und Organisation der Kampagne“. Werbe-Botschaften sind für Hennewig besser durch Fernsehen und Plakate zu transportieren, nicht zuletzt aufgrund der heute noch höheren Reichweite.</div>
<p>
                            <strong>Eurokampa: Informieren ist das Ziel</strong><br />
                            <br />Achim Post, Leiter der SPD-Eurokampa, sieht vor allem in der strategischen Auswertung vergangener Wahlkämpfe den Schlüssel zu einem gelungenen Online-Angebot. „Die Wählerinnen und Wähler suchen in erster Linie Basis- und Hintergrundinformationen zu den aktuellen politischen Themen und zur Kampagne“, ist sein Fazit. Auf den Seiten der<br />
                            <a href="http://europakampa.de/servlet/PB/menu/-1/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eurokampa</a> sieht diese abstrakte Formel dann so aus: News im aktuellen Weblog-Format, Werbspots, Quiz und SMS Service. Ein Newsletter soll die Nutzer an die Kampagne binden. Wechselnde Promi-Zitate sollen die User wiederholt zum Internettauftritt locken. Spitzenkandidat Martin Schulz, am ehesten bekannt durch Berlusconis Attacke gegen ihn, geht im Gewitter der vielen Online-Angebote fast unter. Eine eigene Wahlkampf-Homepage hat er nicht. (vgl.<br />
                            <a href="http://www.martin-schulz.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.martin-schulz.info/</a>)<br />
                            <br />Inhaltlich ist für Post vor allem das genaue zuschneiden der Texte auf die Leserwünsche wichtig, denn „das Internet bietet die Möglichkeit, Informationen von kurz und prägnant bis sehr umfassend anzubieten &#8211; ja nach Rezipienteninteresse“. Trotz hohem Aufwand des Online-Wahlkampfes gibt es für Post nichts, was ein persönliches Gespräch mit dem Wähler ersetzen könnte.</p>
<p>
                            <strong>Grüne Doppelspitze</strong><br />
                            <br />War der Bundestagswahlkampf der Grünen stark auf die Gallionsfigur Joschka Fischer zugeschnitten, ist im Europawahlkampf die Kampagne der Star. Verständlich, denn auf Listenplatz eins der Grünen findet sich eine eher unbekannte Kandidatin: Rebecca Harms. Daher vertritt Daniel Cohn-Bendit Deutschland im „Dream Team“ der Grünen.</p>
<p>Margit Göbel aus dem Wahlkampfteam von Grünen-Spitzenkandidatin Rebecca Harms sieht ihre Partei auch im Netz in der Vorreiterrolle. „Wir als Grüne gehen auch im Internet den europäischen Weg“. Dazu gehören eine gemeinsame Wahlkampfseite aller 25<br />
                            <a href="http://www.eurogreens.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">grünen Parteien</a>, gemeinsam verwaltete Termindatenbanken und Informationsportale. Die Inszenierung der privaten als öffentlichen Person erfolgt bei Rebacca Harms in Form eines Tourtagebuchs. Da eine Kommentarfunktion und Links fehlen, kann nach strenger Weblog Definition nicht von einem solchen gesprochen werden.</p>
<p>Nicht überzeugt zeigt sich Göbel indes von zu vielen technischen Spielereien im Online-Wahlkampfdschungel. „Was ich bezweifele ist, dass ein Wähler sich in seiner Wahlentscheidung beeinflussen lässt, nur weil eine Partei ein nettes Online-Game anbietet“. Ein Blick auf die Grünen-Seite verrät aber, dass nicht alle Grünen-Strategen dieser Meinung sind. Viel Raum nimmt das versenden von eCards ein, bestückt mit den Plakaten der bundesweiten Werbekampagne der Grünen.</p>
<p>                            <strong>Eine Frau kann besser</strong><br />
                            <br />Die FDP setzt stark auf die Anziehungskraft ihrer Frontfrau Silvana Koch-Mehrin. Bei den Wahlkampfstrategen der Liberalen hat man sich sowohl für eine Kampagne im Partei-Portal als auch für eine<br />
                            <a href="http://www.silvana2004.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Silvana2004 Webseite</a> entschieden. Die Wahlkampfgestaltung im „Daily Soap“ Format erreicht sie mittels einer SMS Fragestunde, einer „Home- Story“ und einem Terminkalender. Die „<br />
                            <a href="http://www.fdp-europawahl.de/webcom/show_article.php/_c-30/_nr-1/i.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Silvana Lounge</a>“ macht wieder das Team zum Star. Neben der Vorstellung des Wahlkampfteams will die Liberale Unterstützer und Spender gewinnen.</p>
<p>
                            <strong>Im Schatten Stoibers</strong><br />
                            <br />Wie die CDU verzichtet auch die CSU auf eine Homepage für ihren Spitzenkandidaten. Über das Partei-Portal<br />
                            <a href="http://www.csu.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.csu.de</a> wird der Besucher auf interne Wahl-Sonderseiten geführt. Doch nicht der Spitzenkandidaten zur Europawahl, Dr. Ingo Friedrich, empfängt den Besucher, sondern ein überall präsenter bayerischer Landesvater. Der Spitzenkandidat geht zwischen soviel ‚Stoiber’ unter. Den Nutzern werden nur klassische Informationsformate geboten: Wahlprogramm Auszüge, Kreuzworträtsel und Termine.</p>
<p>
                            <strong>Den roten Faden suchen</strong><br />
                            <br />Die PDS Spitzenkandidatin bewertet den Einsatz von Online Tools für Wahlkampfzwecke eher skeptisch. „Eine richtige Online-Strategie habe ich mir nicht zugelegt“, sagt Sylvia-Yvonne Kaufmann. „Als sehr effektiv haben sich aber Werbeanzeigen bei Suchmaschinen erwiesen“. Chats seien nur mit Einschränkungen als sinnvoll zu erachten. Die Kommunikation von Gesicht zu Gesicht ist auch für sie wichtiger und erfolgversprechender. Die Partei hat zwar ein umfangreiches<br />
                            <a href="http://sozialisten.de/wahlen2004/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlportal</a>, aber Personalisierung muss nicht sein. „Die Köpfe zum Programm“ werden im Plural und intern ohne extra Sonderseiten vorgestellt.<br />
                            </p>
<p>
                            <strong>Die Ausgangslage vor der Wahl</strong><br />
                            <br />Am 13. Juni 2004 haben 342 Millionen EU-Bürger die Wahl. Ein neues Europaparlament muss gewählt werden. Laut infratest dimap (DeutschlandTREND Mai 2004) hat die CDU die besten Chancen. Im Mai sprachen sich demnach rund 45 Prozent der Befragten für die CDU/CSU, 30 Prozent für die SPD und 13 bzw. 6 Prozent für Grüne bzw. FDP aus. Den PDS-Genossen droht das gleiche Schicksal wie der FDP 1999: Das Scheitern an der 5-Prozentmarke.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 03.06.2004</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                                    <em><br />
                                      <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                                    </em></p>
<p>                                    <em><br />
                                      <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                                    </em><br />
                                    
                                  </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-4" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                            </p>
<p>
                              <strong>Weiterführende Artikel:</strong>
                            </p>
<ul>
<li>
                                <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#europawahl">Dossier: Europa-Wahl 2004</a>
                              </li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-eu_wahl02-shtml-2436/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kommission zu den Kanzlerdebatten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampfbundestagswahl2002tv9-shtml-2784/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampfbundestagswahl2002tv9-shtml-2784/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Sep 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Duell]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Kanzlerkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampfbundestagswahl2002tv9-shtml-2784/</guid>

					<description><![CDATA[Stellungnahme und Empfehlungen der "Kommission zu den Kanzlerdebatten"]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stellungnahme und Empfehlungen der &#8220;Kommission zu den Kanzlerdebatten&#8221;<!--break-->
                    </p>
<p>Das „TV-Duell“ der beiden aussichtsreichsten Kandidaten um das Kanzleramt ahmt ein seit 1976 verankertes Format aus dem US-Fernsehen nach, wobei diese Form politischer Kommunikation einem von der hiesigen Parteiendemokratie abweichenden Präsidialsystem, einem anderen medienhistorischen Kontext (Dominanz des kommerziellen TV) und einem anderen Verständnis von Öffentlichkeit und Demokratie entnommen ist. Somit richtet das TV-Duell die Aufmerksamkeit des breiten Publikums auch in Deutschland auf das Modell eines „Präsidialkanzlers“, der Legitimation wesentlich aus medialer Präsenz und Überzeugungskraft bezieht. Damit wird ein Unterschied zwischen Verfassungswirklichkeit und medialer Realität deutlich.</p>
<p>Da es sich um ein importiertes Format handelte, noch dazu in den angespannten Zeiten des Wahlkampfs, ergaben sich gravierende Unsicherheiten bei der Implementierung und Ausgestaltung der beiden TV-Duelle. Besonders beim ersten Teil des Duell, ausgestrahlt von RTL und SAT.1, war ein Verlust journalistischer Autonomie bei der Formatkonstruktion zu konstatieren, da die Sende-Verantwortlichen die Regeln wie die Rahmenbedingungen des Streitgesprächs wesentlich von den Medienberatern und „spin doctors“ der Kandidaten sowie den Generalsekretären der Parteien hatten bestimmen lassen. So wirkten die Aspiranten auf das Kanzleramt auf dem Bildschirm wie Probanden einer Quiz-Show (im Weltraum). Das Korsett eines bis in die Details austarierten Diskurses lähmte die politischen Hauptdarsteller selbst, womit auch die Kandidaten in die Falle der Beraterkaste gegangen waren. Im zweiten Teil des Duells bei ARD und ZDF wurde dieser Lähmungszustand – wenn auch nur partiell – gelockert; das Duell erschien stärker als politisches Fernsehforum auf professionellem Normalniveau, mit deutlich motivierteren und zum Diskurs aufgelegten Moderatorinnen.</p>
<p>Die Anlage des TV-Duells betont naturgemäß die unterschiedlichen Standpunkte der Kandidaten stärker als politische Gemeinsamkeiten. Sicht Sichtweise von Amtsinhaber und Herausforderer auf innen- und außenpolitische Kernprobleme ist verblüffend kongruent, die journalistische Methode beim TV-Duell aber darauf ausgerichtet, die Kandidaten zu konträren Aussagen etwa über Steuer- und Rentensystem, Außen- und Sicherheitspolitik oder politische Personalfragen zu bewegen, um dem Publikum die zur Wahl stehende Alternative deutlich zu machen. Darüber hinausweisende Fragestellungen, etwa nach der Zukunft des Wachstumskapitalismus oder nach dem Selbstbezug und Realitätsverlust gesellschaftlicher Eliten, müssen zwangsläufig zurücktreten; die Form des Duells unterstützt damit die Wahrnehmung von politischen Pseudo-Differenzen.</p>
<p>Das Format des TV-Duells fördert zweifellos die Breitenwahrnehmung von Politik, die formale Kommunikation über politisches Handeln, und das „Bewertungsspiel“ um rhetorische Fähigkeiten, Sympathiepotential und Authentizität der Kandidaten für das Kanzleramt. Die Duelle lassen sich dabei kaum in die Rubrik „Politainment“ einordnen: Sie wurden von breiten Publikumsschichten, nicht zuletzt aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen als langatmig, konventionell und wattiert empfunden. Es handelte sich fast durchgehend um staatstragende Verständigung, polemische oder enragierte Kommunikation blieb vollständig aus. Im Vergleich zu den Fernseh-Streitgesprächen der 70er und 80er Jahren („Bonner Runde“) mit Politikern wie Strauß, Brandt, Kohl etc. bot das Format eher eine Abkühlung der politischen Debatte.</p>
<p>Rund um die TV-Duelle („Countdown“, „Wer hat gewonnen?“) haben die veranstaltenden Sender bis zur Lächerlichkeit eine selbstbezügliche Expertenkultur aufgebaut, mit der die Bedeutung der Veranstaltung unterstrichen werden sollte. Die Redundanzen in den bewertenden Aussagen der „Experten“ – von Starfriseuren bis zu Altpolitikern – zeigen die Probleme einer bloß formalen Kommunikationskultur auf, die das TV-Ereignis als „Event“ feiert, und damit – bei einem an sich durchaus interessanten Fernseh-Erlebnis &#8211; die Ermüdung und den Widerwillen politisch interessierter Schichten fördert. Die publizistische Kraft der Sender-Verantwortlichen sollte stärker darauf konzentriert werden, den Kandidaten Fragen mit der gebotenen Präzision zu stellen, das Format zudem spannender und lebendiger zu gestalten, anstatt ein geschlossenes Selbstbewertungssystem zu etablieren, das ganz auf die vorsorgliche Risikobegrenzung und die nachsorgende Schadensbegrenzung durch Professionelle setzt.</p>
<p>Sender und Wahlkampfzentralen taten freilich so, als seien TV-Duelle ihr Eigentum. Deswegen war die Art der Durchführung zu stark an den vermeintlichen Anforderungen des Mediums Fernsehen und an den Konventionen der Wahlkampfführung orientiert. Die Kriterien der Diskussion ergaben sich weniger aus den Notwendigkeiten der politischen Willensbildung, und die Fragestellungen bildeten meist nur das bereits in der Presse durchgearbeitete, jeweils „tagesaktuelle“ Themenspektrum des Wahlkampfes ab. Grundsätzliches und Ausgeklammertes jenseits des üblichen Parteienstreits sowie Überlegungen zu gesellschaftlichen Weichenstellungen für die Zukunft blieben marginal. So wurde in letzter Konsequenz vor allem die Fernsehtauglichkeit der Kandidaten getestet, wogegen die Aussagekraft über die Regierungsfähigkeit des kandidierenden Spitzenpersonals zurücktrat. Auch beim „TV-Duell“ droht also die Form die Inhalte zu erdrücken. Hier zeigt sich, dass die Fernsehdemokratie nicht einfach “Demokratie plus Fernsehen” ist, sondern anderen Funktionsgesetzen und zeitlichen Rhythmen unterliegt als das herkömmliche politische System. In der Mediendemokratie sind Anforderungen, die auf Personalisierung, telegenes Auftreten, permanenten Neuigkeitswert, demonstrierte Entschlusskraft und rhetorische Anschlussfähigkeit an die Massenpresse zielen, nicht einfach Zusätze zur Politik, sondern sie prägen zunehmend die Politik selber, was freilich zu Lasten der Solidität und Nachhaltigkeit politischer Entscheidungen gehen kann.</p>
<p>Alle einschlägigen empirischen Studien und Umfragen zeigen: Wähler wollen anhand von Sachinformationen entscheiden. Haben die TV-Duelle in diesem Sinne den Bedürfnissen der Bürger Rechnung getragen? Auf der einen Seite: Ja ! In der Regel lag nach unseren Erkenntnissen der Anteil an echten Sach-Informationen, die die Menschen via FAZ, SPIEGEL oder TAGESTHEMEN über die Pläne ihrer künftigen Volksvertreter erreichten, bei deutlich unter 50%. Die formale Inszenierung des Duells hat nun die Journalisten zu etwas gezwungen, was eigentlich ihr täglich Brot sein sollte: die Fernsehrunden von RTL/SAT.1 focussierten mit einem Anteil von 68.7% und ARD/ZDF sogar mit einem Anteil 71.5% aller zur Schau gestellten Informationen wesentlich stärker auf Fragen des Arbeitsmarkts, der Steuerpolitik, Bildung etc. Der Rest wurde Persönlichem und anderem gewidmet. Damit lagen die TV-Duelle sogar noch besser als die vorab durchgeführten Print-Duelle, bei denen der Anteil an Sachinformation bei BILD/BamS immerhin 63.8% erreichte, während SZ/WELT sich gerade einmal 53.6% aller gedruckte Worte um harte Politik drehte.</p>
<p>Auf der anderen Seite: Nein ! Denn das Reden über Arbeitslosigkeit ist im Zweifel zwar immer noch besser als ein Reden über Krawatten oder Haarfarben, aber der Wähler erwartet natürlich harte Fakten und konkrete Vorschläge. Und da boten die TV-Duelle herzlich wenig. Die Aussagen Stoibers waren in der ersten Runde nur zu 41.5% tatsächlich konkret. Bei ARD/ZDF konnte er den Wert auf 48% steigern, blieb damit aber immer noch erstaunlich unpräzise. Beim Kanzler lag der Wert beide Male unverändert bei 40,5% bzw. 41.3%. Schuld der Politiker? Sicherlich auch. Aber bei weitem noch unter diesen Werten lag der Präzisionsgrad der Fragen. Man könnte also kritisch gegenüber dem TV-Journalismus sagen: Wie man in den Wald hineinruft, schallt es auch wieder heraus.</p>
<p>Wird es bei nächster Gelegenheit zum erneuten TV-Duell kommen, wird sich das Format der personalisierten Pro/Contra-Debatte verbreiten, wie man es in Printmedien und bei lokalen Veranstaltungen bereits beobachten konnte? Die Vorbehalte der deutschen Parteien- und Koalitionsdemokratie gegen das Format, dargelegt in der „Causa Westerweille“, bleiben bestehen; auch fragt sich, ob ein Amtsinhaber dem Herausforderer erneut einer derartige Chance zur Aufmerksamkeitegewinnung eröffnen wird. Doch zu Beginn des zweiten „TV-Duells“ sagte Edmund Stoiber bereits voraus, das Format werde sich wohl auch in Deutschland etablieren. Sollte das der Fall sein, ist jedenfalls anzuraten – in Anlehnung an die amerikanische Commission on Presidential Debates – eine unabhängige „Kommission zu den Kanzlerdebatten“ ins Leben zu rufen, damit die Regularien und Modalitäten der Debatten nicht allein den Abmachungen zwischen Wahlkampfzentralen und Sendeanstalten überlassen bleiben. TV-Debatten von dieser Bedeutung dürfen weder reine Wahlkampfveranstaltungen sein noch als Politainment abgespult werden, sie dienen der in die Breite und Tiefe gehenden politischen Wähler-Bildung und sollten deshalb von einer neutralen Instanz ausgerichtet sein. Im übrigen sollte man, wie bei den „Presidential Debates“, deutlicher den Debattencharakter akzentuieren und Format-Alternativen (etwa „Townhall-Diskussionen“ mit Bürgerbeteiligung) einführen.</p>
<p>Die „Kanzlerdebatten“ müssen insgesamt dem Primat politischer Information und Wählerbildung gehorchen und dabei künftig ein breietes Medien-Setting ansteuern. In den kommenden Jahren werden vor allem politisch interessierte Jugendliche vom Fernsehen ins Internet wechseln. Die „Kommission zu den Kanzlerdebatten“ hat bereits die Ausweitung der medialen Reichweite angeregt; das zweite Duell wurde im Radio und im Internet übertragen, dort auch mit anderem Informationsmaterial vernetzt und kommentiert. Solche neuen Kommunikationsräume dienen eindeutig der Qualifizierung der Debatte. Und das Internet stellt nicht nur zusätzliche Inhalte und Hintergrundmaterialien bereit, es erlaubt auch eine von den Bürgern stärker selbst bestimmte politische Kommunikation. Das Medienereignis “TV-Duell” erhält damit mehr Nachhaltigkeit und Tiefgang.</p>
<p>Mit freundlicher Genehmigung des Adolf-Grimme-Instituts.</p>
<p>Bernd Gäbler,<br />
                    <a href="http://www.grimme-institut.de/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Adolf Grimme Institut</a>, Marl<br />
                    <br />
                    <a href="http://www.fb15.uni-dortmund.de/ifj-neu/personal/hachmeister/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dr. Lutz Hachmeister</a>, Juryvorsitzender Deutscher Fernsehpreis<br />
                    <br />
                    <a href="http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/Ipw/personal/landfr.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Prof. Christine Landfried</a>, Institut für Politikwissenschaft der Universität Hamburg<br />
                    <br />
                    <a href="http://www.leggewie.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Prof. Claus Leggewie</a>, Zentrum für Medien und Interaktivität der Universität Gießen<br />
                    <br />Roland Schatz, Medientenor,<br />
                    <a href="http://www.medien-tenor.de/index1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Institut für Medienanalysen Gmbh</a>, Bonn</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 19.09.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampfbundestagswahl2002tv9-shtml-2784/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kanzler wählen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-kanzler-shtml-2761/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-kanzler-shtml-2761/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[skoesch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Domain]]></category>
		<category><![CDATA[Quellcode]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-bundestagswahl2002-kanzler-shtml-2761/</guid>

					<description><![CDATA[Das Kreuz mit dem Kreuz im Netz]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Kreuz mit dem Kreuz im Netz<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>Just do it.</strong><br />
                    <br />Die Fähigkeit Politiker-Webseiten anzusehen, muss in ungefähr mit der Fähigkeit gleichgestellt werden nach einem 25-Stunden-Marathon-Vormittagstalkshowprogramm 2 Stunden auf dem Klo mit der neuen Allegra zuzubringen. Unmenschlich also. Dazu braucht man sie sich nicht anzusehen. Wir tun es aber trotzdem, weil wählen ja so traditionsbewusst ist und wir vor 4 Jahren schon versucht haben unserer Wahlentscheidung durch das Netz nachzuhelfen.</p>
<p>Damals war die Zeit, als das Netz noch aufregend und neu war (für Politiker), und man konnte allerlei Peinliches, Zusammengeschustertes und Halbfertiges in den Quellcodes finden. Heutzutage, dachten wir, beauftragt man ja normalerweise Agenturen (oder Ricky) damit, im Netz so geleckt auszusehen wie unter dem wirklichen Scheinwerferlicht, ja selbst Onlinewahlkampfstrategien (sieh an!) werden ausgedacht, und die Foren diverser Parteien haben oft genug schon einen tatsächlichen Nachrichtenwert, so dass z.B. Spiegel.de gerne mal aus den Forenorakeln liest, wenn es was Aktuelles gibt, das dem digitalen Volksmund so auf der Seele brennen könnte.</p>
<p>Also nicht fragen, ob ich nicht Besseres mit meinem Leben anfangen könnte, als mir Politpopbrowsereskapaden reinzuziehen, sondern getreu dem vorherrschenden Marketingmotto aller Parteien: Just do it, erst mal rein in die schmutzige Welt der Tables. Kurze Vorbemerkung noch. Mir ist klar, dass ich mit Mozilla (Explorer verweigert seit ein paar Tagen die Koexistenz) auf Mac und einer Bildschirmauflösung von 600&#215;800 als Exot vermutlich nicht besonders freundlich empfangen werde, wer aber glaubt, das Netz als Wahlkampfinstrument zu einem Mittel der digitalen Ausgrenzung machen zu müssen, hat halt eben Pech und ich bin nicht bereit, mir den DRM- und Virenwahn ins Haus zu holen, nur um zu einer Wahlentscheidung zu kommen, es gibt schließlich Wichtigeres. Da aber die Wahlprogramme der Parteien einen mit ihrem einmütigen &#8220;Lass uns was für die Wirtschaft tun und das Netz beschneiden wo wir nur können&#8221;, eh nicht dazu überreden können sie zu wählen, müssen wir zum WYSIWYG-Test greifen. What you see is what you get: Was die für sich selber machen, das wollen sie dann auch irgendwie. Also: Wessen Webseite verleitet einen dazu, den Kandidat zum Kanzler zu wählen?</p>
<p>
                    <strong>Whois?</strong><br />
                    <br />Es gibt bekanntlich, glaubt es oder glaubt es nicht, drei Kanzlerkandidaten, auch wenn man mehr als drei Parteien wählen kann. Die anberaumte Personalisierung des Wahlkampfs 2002 lässt einen quasi reflexhaft bei den Homepages der drei Kandidaten vorbeisehen. Denic (wir sind vorsichtige Herantaster und wollen den vollen digitalen Wahlblast etwas herauszögern) gibt einem für<br />
                    <a href="http://www.stoiber.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stoiber.de</a> die klassische Antwort: Das gehört Edmund, wohnhaft in der FJS-Straße, ist über Netplace.de angebunden, (die hosten vieles von der CSU; wir sparen uns blöde Bemerkungen über den dritten Nameserver (nsd.netplace.com)), hört eigentlich auf den schönen Namen stoiber.netplace.de (213.183.5.67), ist recht gut erreichbar (im Mittel 0,069 Sekunden) und liegt ganz kuschelig zwischen www2.csu.de und www3.csu.de. Edmund-stoiber.de hat man noch über Strato dazugekauft (redirect auf -&gt;stoiber.de), falls mal jemand der Vorname einfällt und Edmundstoiber.de gehört Maximilian Kreuzer aus Waldmünchen, ist aber vorsorglich abgeschaltet, und obwohl seine Handynummer (0175/560 4601) auf seiner Autoleasing-Seite steht und der Mann Webadmin einer Homöopathie-Seite ist, können wir nur mutmaßen, was der um alles in der Welt damit wollte.<br />
                    <br />Klar, dass Schröder nicht so viel Glück hatte, nur auf seinen Nachnahmen bauen zu können, denn Schröders gibt es bekanntlich irre viele, und da war das Berliner Ingenieurbüro Schröder einfach schneller, obwohl die Webseite seit 1996 &#8220;under construction&#8221; ist. Sowohl gerhardschroeder.de als auch gerhard-schroeder.de sind aber sicher in der Domainbörse des SPD-Parteivorstands, heißen etwas merkwürdigerweise zwar eigentlich www.hessen.spd.de (?), führen aber nur auf eine Art Visitenkartenseite innerhalb vom<br />
                    <a href="http://www.spd.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPD.de</a> Köpfeangebot, die einen (nur Lebenslauf und E-Mail) auf<br />
                    <a href="http://www.bundeskanzler.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.bundeskanzler.de</a> verweist.<br />
                    <br />Westerwelle.de ist zwar ein Karriereportal, gehört aber zur Westerwelle AG und linkt Surfer, die die Namespace-Gier von Guido grundlos überschätzt haben, nicht mal auf die richtige Seite.<br />
                    <a href="http://www.guido-westerwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Guido-westerwelle.de</a> gehört dem Universum Verlag in Wiesbaden (der die Webseiten für die FDP-Abgeordneten macht) und obwohl Guido gerne als Rezensent des dort erschienen Buchs &#8220;Arbeit ohne Barrieren&#8221; auftritt, leitet die Seite auf den Abgeordnetenserver der FDP, wo ein PHP-Script dann abfängt, woher man kam, und einem die Homepage von Guido ausspuckt.<br />
                    <a href="http://www.guidowesterwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Guidowesterwelle.de</a> (gehosted von Kontent in Duisburg) ist dann aber seine eigene Domain (wobei wir nur mutmaßen können, warum der Anwaltssohn sich die mit dem Bindestrich nicht hat überschreiben lassen), hat aber keinen Index, vielleicht benutzt er ja nur den Mailserver (mail.guidowesterwelle.de). Das komplizierteste Setup jedenfalls bislang. Und ob am Ende 18% der Surfer die Seite finden, ist fraglich.</p>
<p>
                    <strong>Sourcecode Stoiber</strong><br />
                    <br />Es lohnt sich eigentlich immer, sich den Sourcecode von Webseiten anzusehen. Nicht nur um festzustellen, dass Jan-Henrick Hempel (Ricky) (Google kennt ihn nicht) die Webseite von Stoiber macht und die Metatags vergessen hat (Google findet Stoiber.de trotzdem im Ranking ganz oben vor stoiber-verhueten.de, verhindert-stoiber.de, stoppt-stoiber, stoiber-for-bundeskanzler.de, spiel-mit-stoiber.de, stoiber-poppen.de im Gegensatz zum Hompagegewusel privater Schröders). Oder um zu sehen, dass das Stylesheet nicht grade auf websafe Farben baut (#CC730B z.B.). Sondern auch, um zu sehen, dass die Webseite nach dem Index sofort auf Frames umsteigt, die keine Noframebrowser mehr unterstützt, weshalb man Inhalte auf der Stoiberseite außer der Homepage auch nicht wirklich über Searchengines findet (Tag vergessen?) und mit Textbrowser (eigentlich ein Muss bei Politikerseiten) gleich ganz aussteigt und deshalb die Frameinfo auch gnadenlos hinter den Head setzen kann. Die auf PHP basierende Seite auf einem Apache Server (1.3.26, mal updaten!) hat nebenbei die Optimierung auf 600&#215;800 ein wenig falsch verstanden, so dass einige Bereiche für mich z.B. nur durch viel Trickerei zu erwischen sind, da die Image-Navigationen ständig aus dem Bild ragen und die Noresizetags doch etwas zu streng sind. Die überschwängliche Verwendung von Bildern überhaupt lässt die Information in einem Minirechteck verschwinden, das man nur durch intensivstes Scrollen dazu bekommt, einem zu sagen, was denn nun auf der Webseite überhaupt an Information ist. Man findet zwar mit etwas Mühe, dass Karin ihm seine Schwäche verzeiht (abends mal ein Stück Schokolade), ein paar sortierte News aus dem CSU-Office (16 Stück, um genau zu sein), kann sich darüber informieren, dass Stoiber trotz schöner Mouseover-Landkarte nur noch zwei Termine hat (einen in Bayern, einen in Berlin), viele Bilder ansehen und Downloaden (das schärfste davon ist selbst gezippt noch fast 8 MB groß, das kleinste, sein @mund Logo, ist übrigens wirklich ein @ und ein Mund, und so hässlich, dass man sich nicht wundert, dass es niemand benutzt). Ansonsten aber verweist die Seite am liebsten auf die sachlicheren Domains<br />
                    <a href="http://www.wahlfakten.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.wahlfakten.de</a> (eigentlich eine Anti-Einwanderungsseite, die hauptsächlich die Asylpolitik der Bundesregierung angreift), auf<br />
                    <a href="http://www.regierungsprogramm.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.regierungsprogramm.de</a> (Downloadseite für das Wahlprogramm der CDU/CSU mit dem &#8220;X&#8221;-Force Inc.-Logo) und<br />
                    <a href="http://www.zeit-fuer-taten.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.zeit-fuer-taten.de</a> (in meinem Fall ein richtiges Browserdesaster), die eigentlichen Wahlkampf Domains.</p>
<p>
                    <strong>Outsourcing Westerwelle</strong><br />
                    <br />Anstatt also mail.guidowesterwelle.de zu hacken, beglückwünschen wir erst mal die Idee, den Quellcode der Startseite von guido-westerwelle.de mit Shockwave-Begrüßungsanrede von Guido mit &lt;/html&gt; zu beginnen. Astreine Arbeit, liebe Universal Verlagsanstalt. Glück gehabt, dass normale Browser das ignorieren. (Textbrowser sehen eh nur zwei Bilderreferenzen, obwohl Guido an eine Textversion gedacht hat unter www.guido-westerwelle.de/text/). Wenigstens bleibt alles in meinem etwas schmalen 600 Pixel breiten Fenster. Und auch wenn die Images in den Tables (stellenweise bis zu sieben ineinander genested) weder gut gerendert sind noch ganz aufeinander passen wollen. Das gibt der gesamten Seite den Charme einer selbst gebastelten von vor vier Jahren. Aber es gibt zumindest, wie man es bei der FDP nicht anders erwarten würde, ein Revenue-Konzept (man kann Westerwelle-Bücher direkt bei Amazon kaufen), astreine, schmierige, animierte Gifs für ein wenig Volksnähe, jede Menge Videos (Real) und Vorträge von Guido auf der PHP basierten Seite (auch hier übrigens wieder ein Apache Server und mit 1.3.19 noch ein wenig updatebarer als der von Stoiber), und Links zu Seiten, die nicht alle nur Wahlkampf sind. Im Gegenteil: von Madonnamusic.com über Beethoven.de bis metmuseum.org ein reichhaltiges Kulturprogramm, mit Firsttuesday.de auch was für Jungunternehmer und sogar ein bisschen Service für Surfer (Paperball, Stadtplandienst etc.). Trotzdem linken auf ihn nur 116 Seiten zurück, wohingegen Stoiber.de glatt über 400 erreicht, der bundeskanzler.de Server 2300 (die Schröder-Seiten übrigens überraschenderweise 0), aber das kann man wohl kaum vergleichen. Mehr als 8000 FDP-Pressemitteilungen runden das Ganze recht informativ-propagandistisch-persönlich ab, mit dem sicheren Gefühl, dass die Zukunft von Westerwelle 1998 eingefroren wurde.</p>
<p>
                    <strong>Bundeskanzler Sourcecode</strong><br />
                    <br />Die Bundeskanzler.de Seite (trotz personalisiertem Wahlkampf immerhin Verzicht auf gerhard-schröder.de usw.) hinterlässt von Anfang bis Ende den Eindruck einer typisch gemachten Business-Seite. Also Layer-Navigation, die so ungefähr auf allen Browsern hinhaut, fast realisierte 600&#215;800 Optimierung, leicht pixeliges, modernes Backdrop-Design, Foren (grade geschlossen), Kinderecke, virtuelle Touren &#8211; der Mann hat Geld, das sieht man sofort. Metatags bis zum Umfallen, auch für Robots, Druckversionen, Textbrowser-fähig, Ausrichtung auf die Zielgruppe (bei Kanzlerpolitik steht ganz oben in den Menus &#8220;Internet für alle&#8221;). Google gibt einem 744 Einträge über Internet auf der Bundeskanzler Seite (Vergleich: Westerwelle 5, Stoiber 0, aber auf der Stoiberseite findet man ja wegen fehlendem Noframetag eh nix). Jegliche 404-Seite wird redirected auf den Index, weder die Forms noch sonst was sind gut auszutricksen, und abgesehen mal davon, dass man die Seite bis nach Togo runterscrollen kann und man nicht auf die Schnelle alles findet, irgendwie slick genug. Selbst wenn man Bundesadler Findulin als Ask-Jeeves-Agenten der Seite fragt, wer Kanzler wird, bekommt man eine Auskunft, die, so orakelig sie auch sein mag, irgendwie stimmt: &#8220;Das entscheiden die Bundesbürgerinnen und Bürger im September&#8221;. Warum er allerdings auf die Frage, welchen Server die Seite benutzt, mit &#8220;Was halten sie eigentlich von der Berliner Currywurst?&#8221; antwortet, ist uns einigermaßen rätselhaft, er erweist sich allerdings im Folgenden als ziemlicher Currywurst-Experte. (Erfunden 1949, September, Imbissbude am Stuttgarter Platz). Die ]Init[ Aktiengesellschaft für digitale Kommunikation hat ihren Auftrag auf jeden Fall erfüllt. Aber Wahlkampf? Hier nicht so direkt.<br />
                    <br />Der findet bei der SPD scheinbar dezentral statt, trotz Kampa und Online-Wahlkampf-Team, und geht von Werbung auf Google bis zu Horden von Anti-Stoiberseiten &#8211; von denen es auch noch welche ohne SPD und Juso-Unterstützung gibt, Übersicht auf<br />
                    <a href="http://www.netz-gegen-stoiber.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.netz-gegen-stoiber.de</a> oder<br />
                    <a href="http://www.gemeinsam-gegen-stoiber.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.gemeinsam-gegen-stoiber.de</a>, wie überhaupt die Antistoiberfraktion auf das Sammeln von URLs aus ist, was wohl nach der Stoiberwahl so nicht mehr gehen dürfte. Das mag zwar erst mal dezentral aussehen, hinterlässt aber trotzdem irgendwie den Eindruck, ähnlich strukturiert zu sein wie das Porno-Netzwerk. Wer einmal drin ist, kommt nicht wieder raus.</p>
<p>Kanzler wählen geht also irgendwie gar nicht. Die Ausnahmeperson (G.W.) vertritt Internetdesign-Oldschool-Konzepte, die auch ein Bäckermeister kaum anders machen würde. In Funktionalität lässt er auf Open Source setzen, ohne es vermutlich selber zu wissen oder das nach außen zu vertreten oder gelegentlich mal upzudaten.<br />
                    <br />Dann haben wir den bayrischen Aspirant, der auf die vielsagenden Bilder für diejenigen setzt, die viel Bandbreite, aber wenig Inhalt brauchen und sich von Amigo Ricky nur scheinbar gut updaten lässt, ohne dafür auf die billige Umsonst-Basisarbeit der Opensourcegemeinde (PHP, Apache) verzichten zu wollen. Und den Kanzler, der einerseits nach reiner Wirtschaftlichkeit riecht, einem aber andererseits das Argument des Nicht-Stoiber-Wählens durch eine Horde von Fusselpornoseiten-Aktivismus vermiest. Da kann man sich zumindest bis auf weiteres nur noch darüber freuen, dass man ja in Deutschland eh keinen Kanzler wählt, sondern Parteien. Doch davon mehr nächstes Mal.</p>
<p>
                      <em>zuerst erschienen in DE:BUG.62 &#8211; 08/2002<br />
                      <br />Mit freundlicher Genehmigung von<br />
                      <a href="http://www.de-bug.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DE:BUG</a></em>
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 18.09.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-kanzler-shtml-2761/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Guido Westerwelle &#8211; vielseitig im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/bundestagswahl-2002-fdp/guido-westerwelle-vielseitig-im-netz-2685/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/bundestagswahl-2002-fdp/guido-westerwelle-vielseitig-im-netz-2685/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundestagswahl 2002 - FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/guido-westerwelle-vielseitig-im-netz-2685/</guid>

					<description><![CDATA[Im Internet zeigt sich der liberale Kanzlerkandidat im wahrsten Sinne des Wortes als &#34;vielseitig&#34;. Denn im Unterschied zu seinen Kontrahenten geht Guido Westerwelle nicht nur mit einer, sondern gleich mit drei persönlichen Websites in die heiße Wahlkampfphase. So viele haben zumindest wir gefunden, die Seite zur gudiomobil Tour nicht mitgerechnet. Etwas verwirrend ist das schon, doch wir kutschieren sie durch den Adressendschungel.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Internet zeigt sich der liberale Kanzlerkandidat im wahrsten Sinne des Wortes als &quot;vielseitig&quot;. Denn im Unterschied zu seinen Kontrahenten geht Guido Westerwelle nicht nur mit einer, sondern gleich mit drei persönlichen Websites in die heiße Wahlkampfphase. So viele haben zumindest wir gefunden, die Seite zur gudiomobil Tour nicht mitgerechnet. Etwas verwirrend ist das schon, doch wir kutschieren sie durch den Adressendschungel.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Zuerst fällt das Adressenwirrwarr gar nicht ins Auge. Wer im Browser<br />
<a href="http://www.guido-westerwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">guido-westerwelle.de</a> eintippt, kommt auf eine Seite, die den Kandidaten als Kanzlerkandidaten präsentiert. „Der Kanzler für mehr Netto, mehr Bildung, mehr Arbeit“. Die Seite fügt sich gut in die übrigen FDP-Seiten ein und bietet die Informationen, die man von einer Kandidatenseite wohl erwarten darf. So gibt sie Überblick über zentrale politische Aussagen, nennt die Termine der nächsten Auftritte des Kandidaten und bietet einige interaktive Features. Schuldig bleibt sie allerdings Informationen zum Kandidaten selbst. Wer ist Guido Westerwelle? Wo und wie hat er seine politische Karriere gestartet?
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.guido-westerwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<img decoding="async" src="/images/guido2.jpg" alt="guido-westerwelle.de" align="right" border="0" height="215" width="268" /><br />
</a>Gestaltung</b><br />
<br />
Auf dunklem Blau als Hintergrund fällt dem Besucher der Seite erst mal der Reichstag ins Auge. Als Designelement prägt er das seriöse Bild der in blau und gelb gehaltenen Seite maßgeblich mit. Insgesamt wirkt die Seite schlicht. Der Bundestag am oberen Rad der Seite und die einfache Navigationsleiste links bilden den Rahmen für das Textfenster. Fotos werden relativ sparsam eingesetzt – ein Bild des Kanzlerkandidaten auf der Eingangsseite, nicht zu groß gehalten, und ab und an Bilder, die die Texte illustrieren. Anders als bei der Seite des Bundeskanzlers<br />
<a href="http://www.gerhard-schr%F6der.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.gerhard-schröder.de</a>, wo Bildsprache und Design dominieren, liegt hier der Schwerpunkt auf der textlichen Information.
</p>
<p>
<b>Was bietet die Seite an Information?</b><br />
<br />
Mehr Netto, mehr Bildung, mehr Arbeit! Umfangreiche Texte liefern Hintergrundinformation zu den Schlüsselworten der Kampagne. Zusätzlich steht Material zum Download bereit. Mit einem Steuerrechner kann sich jeder ausrechen, wie viel bzw. wie wenig Steuern er mit dem FDP-Modell zahlen würde. Umfangreiche Informationen zum Wahlkampf schließen das Angebot ab, ein letzter Punkt erklärt noch die Funktionsweise der Briefwahl. Ganz aktuell verweist die Seite auf das Spendenkonto der sächsischen FDP zugunsten der Hochwasseropfer.<br />
<br />
Was fehlt auf den ersten Blick? Presseerklärungen beispielsweise, doch das erklärt sich vielleicht durch das Online-Radio „Radio Westerwelle“, das rund um die Uhr aktuelles aus dem FDP Wahlkampf sendet. Textversionen der gesendeten Interviews sind auf der webradio Homepage nachzulesen.
</p>
<p>
<b>Und Interaktiv?</b><br />
<br />
Die FDP-Webseiten bieten meist recht vielfältige interaktive Elemente, das hat auch der<br />
<a href="/edemocracy/test/parteientest2002/fdp.shtml">Parteieintest von politik-digital.de</a> gezeigt. Auf guido-westerwelle können die Nutzer sowohl „die ecard der Woche“ verschicken als auch Bildschirmschoner herunterladen. Der User hat die Wahl zwischen einem gelb-blauen Fisch, der gegen den Strom schwimmt, einer Schnecke, dem Übersichtsplan der Guidomobiltour und &#8211; ganz offen gesagt meinem persönlichen Favoriten &#8211; einem suizidalen Sparschwein.<br />
<br />
Als aktuellstes Angebot wird die „liberale Auskunft“ beworben. Die 1 18 48 erteilt einerseits Auskünfte wie jede normale Telefonauskunft auch, beantwortet darüber hinaus aber auch Fragen rund um die Liberalen und zum Wahlkampf.<br />
<br />
Wer dagegen protestieren möchte, dass Guido Westerwelle nicht zum Kanzlerduell geladen wurde, kann an ARD und ZDF eine Postkarte verschicken &#8211; entweder per Telefon über die liberale Auskunft oder aber direkt über PMS. PMS ist ein neuer Service, der in Ahnlehnung an SMS online gesendete Nachrichten offline, genauer gesagt als Postkate verschickt. Die Postkarten werden von der FDP gesammelt und in transparenten Säcken an die Empfänger übergeben.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.guidowesterwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<img decoding="async" src="/images/guido1.jpg" alt="guidowesterwelle.de / guido-fuer-bonn.de" align="right" border="0" height="249" width="265" /><br />
</a>guidowesterwelle = guido-fuer-bonn.de</b><br />
<br />
So weit so gut, doch als ich die Seite ein weiteres Mal besuchte, unterlief mir ein Fehler und ich entdeckte völlig neue Seiten an, bzw. von Guido Westerwelle. Statt guido-westerwelle schrieb ich guidowesterwelle und landete prompt auf guido-fuer-bonn.de. Hier präsentiert sich Guido Westerwelle als Direktkandidat für Bonn. Die Seite zeigt sich ungleich bildintensiver als die vorherige. Kurze Artikel mit Foto informieren über aktuelle Termine des Kandidaten im Wahlkreis– Jazzfrühschoppen, Diskussion mit Jugendlichen oder die Eröffnung von Pützchens Markt. Ein Eventkalender macht auf kommende Termine aufmerksam. In einer Art Brief an die Bonner Mitbürgerinnen und Mitbürger bittet Guido Westerwelle um die Erst- und Zweitstimmen der Bonner und weist sie auf weitere Informationsmöglichkeiten unter<br />
<a href="http://www.fdp.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.fdp.de</a> und<br />
<a href="http://www.guido-westerwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.guido-westerwelle.de</a>. hin. Erfreut, eine Abkürzung zu meinem ursprünglichen Ziel gefunden zu haben, klicke ich und finde mich, wohl durch einen falsch gesetzten Link, auf<br />
<a href="http://mdb.liberale.de/westerwelle/home.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://mdb.liberale.de/westerwelle/home.php</a> wieder.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://mdb.liberale.de/westerwelle/home.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<img decoding="async" src="/images/guido3.jpg" alt="fdp.de -&gt; guido-westerwelle.de" align="right" border="0" height="245" width="251" /><br />
</a>Schon verwirrt?</b><br />
<br />
Hier angekommen finde ich, was ich auf<br />
<a href="http://www.guido-westerwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.guido-westerwelle.de</a> und auf<br />
<a href="http://www.guidowesterwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">guidowesterwelle.de</a> respektive<br />
<a href="http://www.guido-fuer-bonn.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">guido-fuer-bonn.de</a> vermisst habe, nämlich aktuelle Pressemitteilungen und Informationen zur Person des Kanzlerkandidaten selbst. Unter „Darum geht’s“ werden die persönlichen Schwerpunkte und Arbeitsansätze von Guido Westerwelle vorgestellt. Für Lesefreudige gibt es den speziellen Service, sich via Amazon bzw. buchkatalog.de Bücher von Guido Westerwelle online zu bestellen.
</p>
<p>
<b>Noch eine Seite?</b><br />
<br />
Ich klicke mich zurück auf die guido-fuer-bonn Seite und versuche dort unter „Liberale Links“ zu guido-westerwelle zurückzufinden. Doch in diesem Linkverzeichnis finde ich lediglich guido2002.de. Ein Klick darauf bringt mich überraschender Weise zu guido-westerwelle zurück. Um sicher zu gehen, tippe ich guido2002.de nochmals händisch ein, doch es bleibt dabei &#8211; die Adresse führt zu guido-westerwelle.de.
</p>
<p>
<b>Drei Seiten &#8211; ein Kandidat</b><br />
<br />
Insgesamt bieten alle drei Seiten wichtige Informationen zum Wahlkampf der FDP und zur Person Guido Westerwelle. Durch das Verteilen der Informationen auf drei unterschiedliche Adressen leidet die Nutzfreundlichkeit. Die Trennung zwischen einer Direktkandidatenseite für den eigenen Wahlkreis und einer Seite, die deutschlandweit Wähler anspricht, ist sicherlich noch nachzuvollziehen, weil dadurch speziell für Wahlkreiskandidaten ein eigener Service ensteht. Warum es jedoch insgesamt drei Seiten geben muss, bleibt unklar. Leider verweisen die Seiten kaum bzw. nur sehr unklar aufeinander. Wer eine der drei Seiten ansurft, findet die anderen nicht zwangsläufig, wodurch Informationen verloren gehen. Wer durch Zufall auf alle drei stößt, bleibt leicht verwirrt zurück.
</p>
<table border="0" cellpadding="2" width="146">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#ffcc33">
<div class="tidy-2">
			Erschienen am 12.09.2002
			</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<b>Weiterführende Links:</b><br />
</p>
<ul class="noindent">
<li>
	<a href="/guidomobil.shtml">Das Guidomobil auch online unterwegs</a>
	</li>
<li>
	<a href="/evers.shtml">18 Gründe für einen Klick</a> &#8211; Interview mit Uwe Evers, Leiter der für die FDP-Seite verantwortlichen Online-Redaktion</li>
<li>
	<a href="/archiv/edemocracy/nrw/goergen.shtml">Interview mit Dr. Fritz Görgen</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/test/parteientest2002/fdp.shtml">FDP im Parteientest 2002</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#cdu2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; CDU</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#spd2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; SPD</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#fdp2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; FDP</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#pds2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; PDS</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#gruene2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; B&#8217;90/Grüne</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml">Bundestagswahl 2002 &#8211; die kleinen Parteien</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#sk">Die Seiten der Spitzenkandidaten</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#idemo">Internet in der Mediendemokratie</a>
	</li>
</ul>
<p><b>Links im Internet</b>  </p>
<ul class="noindent">
<li>
	<a href="http://www.fdp.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.fdp.de</a>
	</li>
<li>
	<a href="http://www.guido-westerwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.guido-westerwelle.de</a>
	</li>
<li>
	<a href="http://www.guido-fuer-bonn.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.guido-fuer-bonn.de</a>
	</li>
<li>
	<a href="http://www.18fdp.de/radio_westerwelle.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Radio Westerwelle</a>
	</li>
<li>
	<a href="http://www.fdp.de/Das-Spiel-18" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Spiel 18</a><br />
	<br />
	<!-- Content Ende --></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/bundestagswahl-2002-fdp/guido-westerwelle-vielseitig-im-netz-2685/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Event schlägt die Substanz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-tv8-shtml-2461/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-tv8-shtml-2461/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[bschemel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Duell]]></category>
		<category><![CDATA[Spin Doctor]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Dick Morris]]></category>
		<category><![CDATA[Politikberater]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-bundestagswahl2002-tv8-shtml-2461/</guid>

					<description><![CDATA[Wie US-Wahlkampfmanager Dick Morris auf den Marler Tagen der Medienkultur den deutschen Wahlkampf kritisiert]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie US-Wahlkampfmanager Dick Morris auf den Marler Tagen der Medienkultur den deutschen Wahlkampf kritisiert<!--break-->
                    </p>
<p>„Da stehen wir vor dem typischen Medienproblem: das Event schlägt die Substanz“, sagt der Leiter des<br />
                    <a href="http://www.grimme-institut.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Adolf-Grimme-Instituts</a> Bernd Gäbler. Hatte er zuvor noch der Politik vorgeworfen, sich allzu „distanzlos dem Fernsehen zu unterwerfen, weil es ihr an Substanz mangelt“, wurden die Tagungsteilnehmer der Marler Tage der Medienkultur nun Zeugen dieses Medienphänomens. Schon frühzeitig hatte Gäbler den weltweit wohl bekanntesten Spin-Doctor Dick Morris, Ex-Wahlkampfmanager von Bill Clinton und Vorbild vieler deutscher Politikberater und Wahlkampfstrategen, zur Konferenz „TV-Duelle, Spin-Doktoren und Guidomobil &#8211; Medien und Politik im Wahlkampf“ nach Marl eingeladen.</p>
<p>Am 6. September 2002 äußert sich Morris erstmals vor laufenden Kameras zum Bundestagswahlkampf 2002 in Deutschland und unterzieht beide Spitzenkandidaten von SPD und CDU sowie deren Themenwahl einer provozierenden Kritik. Der US-Starberater erläutert seine Aussagen in einer sehr einfachen, bildhaften Sprache. „Der Wahlkampf in Deutschland ist so langweilig“, meint Morris. „Denn es gibt zwei Kandidaten, die nicht wissen, wie ihre Botschaften bei den Wählern ankommen.“ Weder Schröder noch Stoiber hätten verstanden, worin der Knackpunkt aller Politik in diesem Jahrzehnt eigentlich liegt. Morris erklärt: „Wirtschaft und Politik entwickeln sich immer stärker auseinander. Den Wählern ist klar, dass weder der deutsche Bundeskanzler, noch der französische oder der amerikanische Präsident wirklichen Einfluss auf die globalisierte Ökonomie haben. Die wird von internationalen Banken, Top-Managern und Behörden bestimmt, und von Märkten, die niemand kontrolliert.“</p>
<p>
                    <strong>Der strategische Ex-Berater Bill Clintons</strong><br />
                    <br />Dick Morris war leitender Wahlkampfmanager vor der zweiten Amtszeit des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton. 1996 wurde er von Clinton wegen einer Affäre entlassen. Heute arbeitet er als Kommentator für Fox News Channel und freier Autor. Er schreibt wöchentlich für die New York Post und betreibt eine eigene Internetseite<br />
                    <a href="http://www.vote.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.vote.com</a>.</p>
<p>
                    <strong>Wie die Regenmacher</strong><br />
                    <br />Und was ist das Problem? „Die Wähler begreifen, dass ein Politiker, der Arbeitsplätze verspricht, genauso gut Regen versprechen könnte. Er verspricht, was er nicht halten kann“, so Morris. Nach seiner Ansicht sollten Schröder und Stoiber stattdessen folgende Themen in den Vordergrund rücken: „Umwelt, Bildung, Gesundheit, Renten, Kriminalität, Einwanderung und andere nicht-ökonomische Fragen, die sie auch tatsächlich beeinflussen können.“ Als Chirac Kriminalität zum Wahlkampfthema in Frankreich machte, sei er gewählt worden. Als Jospin über gerechtere Einkommen gesprochen habe, schaffte er es nicht einmal in die Endrunde. Als die britische Labour Party Arbeitsplätze und Einkommen thematisierte, habe sie verloren. Aber als Tony Blair das Gesundheitswesen, Bildung und Kriminalität in den Vordergrund gestellt habe, gewann er seine Wahl in Großbritannien.</p>
<p>Überaus erstaunlich an der freien Rede des US-Spin Doctors war, dass ausgerechnet ein amerikanischer Starberater die übertriebene politische Inszenierung der beiden Spitzenkandidaten im Wahlkampf 2002 scharf angriff. „Es sieht aus wie ein Schönheitswettbewerb“, kritisiert Morris. In der Politik gehe es aber um Inhalte, nicht um die Verpackung. Nicht auf Stil und Image komme es an, sondern auf die Themen und die intellektuelle Substanz der politischen Botschaft.</p>
<p>Ein letzter Hinweis an Schröder und Stoiber, um laut Morris die Bundestagswahl am 22. September 2002 zu gewinnen: „Shut up about economy!“ Im<br />
                    <a href="/salon/termine/index.shtml">tacheles.02 spezial Chatduell</a> zum „zweiten TV-Duell“ mit Jo Groebel und Christoph Bieber (<br />
                    <a href="/salon/transcripte/groebieb.shtml">Transcript des Chats</a>) wurde bereits von den Experten bemerkt, das zumindest Schröder die Kritik Morris wahr genommen zu haben scheint. In knapp einer Woche wird sich zeigen, ob Morris Auftritt eine bloße Inszenierung des kleinen, großen Mannes selbst war oder die Substanz seiner Strategie wirklich zum Event für den derzeitigen Bundeskanzler führt.</p>
<p>In seiner aktuellen Buchveröffentlichung „Power Plays“ fasst er seine Strategien wie Kochrezepte zusammen und unterlegt diese mit Beispielen bedeutender Politiker wie Churchill bis Bush. Ganz sicher ist Morris davon überzeugt, dass das Internet die politische Landschaft in Zukunft stärker prägen wird als alle anderen Medien.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 12.09.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-tv8-shtml-2461/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
