<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Sprache &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/sprache/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Sun, 29 Mar 2020 16:23:17 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Sprache &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Rhetorik heute &#8211; eine Frage des Gefühls?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/rhetorik-heute-eine-frage-des-gefuehls-155163/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/rhetorik-heute-eine-frage-des-gefuehls-155163/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Vivian Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Sep 2018 15:01:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Verschlagwortung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=155163</guid>

					<description><![CDATA[Jeder Mensch kann heute zum Sender und Journalisten werden, entscheiden, was sie oder er sehen will und selbst produzieren, was [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/People-protesting-on-the-streets-of-Mexico-against-the-government-and-Trump.-Protesting-against-hate.-Jeronimo-Bernot-Mexiko-CIty-Titelbild.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-155164 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/People-protesting-on-the-streets-of-Mexico-against-the-government-and-Trump.-Protesting-against-hate.-Jeronimo-Bernot-Mexiko-CIty-Titelbild-630x276.jpg" alt="" width="630" height="276" /></a></p>
<p>Jeder Mensch kann heute zum Sender und Journalisten werden, entscheiden, was sie oder er sehen will und selbst produzieren, was fehlt. Damit gewinnen die Zuschauer und Zuschauerinnen an Macht über den öffentlichen Diskurs und verschieben, was überzeugende Rhetorik heutzutage ausmacht. Diese Entwicklung legt eine Betrachtungsweise nahe, die nicht die Rednerin oder den Redner als Person selbst, sondern das Publikum und die Verbindung, die er oder sie zu diesem schafft, in den Mittelpunkt stellt.</p>
<h3>Rhetorik unter anderen Umständen</h3>
<p>Die Verschiebung des öffentlichen Diskurses auf Soziale Netzwerke und Plattformen hat vieles an den Umständen geändert, unter denen Reden gehalten werden und Rhetorik ihren Einsatz findet. Früher standen sich Rednerin und Redner und das Publikum mehr oder weniger direkt und zur gleichen Zeit gegenüber, es wurde praktisch ohne mediale Unterstützung gesprochen und versucht, argumentativ zu überzeugen. Heute sind Rednerinnen und Redner und die Zuhörerschaft nicht mehr so unmittelbar aneinander gekoppelt. Auch früher gab es schon schriftliche Aufzeichnungen von Reden, die nachträglich verbreitet und unter die Menschen gebracht worden sind, doch lässt sich heute in einem Bruchteil der Zeit eine weitaus größere Masse erreichen. Nahezu jede größere Rede wird heute aufgezeichnet, übertragen, gestreamt oder auf Sozialen Netzwerken geteilt. Was einmal gesagt wurde, kann man Jahre später noch verfolgen, und auch wie es gesagt worden ist.</p>
<p>Doch damit verändert sich nicht nur wo und wie Reden gehalten werden, sondern auch die Rede selbst. War es früher schon immer wichtig, Kernaussagen in Reden so kurz und eingängig zu formulieren, dass sie als O-Ton in TV- und Hörfunkbeiträgen verwendet werden konnten oder sich für Überschriften anboten, so hat die verstärkte Kommunikation über Soziale Medien diesen Trend noch verstärkt, sagt Mediencoach und Redenexpertin Jacqueline Schäfer. Als Präsidentin des Verbandes der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) ist sie überzeugt: In Zeiten von begrenzter Zeichenanzahl und kurzen Statements auf Twitter &amp; Co ist es beinahe zwingend, dass gute Reden inzwischen auch einschlägige, „twitterfähige“ Äußerungen enthalten, die sich schon während des Vortragens verbreiten lassen, das Wichtigste auf den Punkt bringen, aber auch ein gewisses Diskussionspotential innehaben. Alles andere geht in der Vielzahl an Beiträgen unter oder ist zu lang und kompliziert, als dass sich die Rezipientinnen und Rezipienten darauf einlassen.</p>
<hr />
<p>Die Begriffe Logos, Ethos und Pathos stellen die Grundprinzipien der klassischen Rhetoriklehre dar. Logos bezieht sich auf die sachbezogene und logische Ebene der Argumentation und meint konkret Daten, Statistiken, Fakten, etc. Das Ethos, als moralischer Appell, meint die Glaubwürdigkeit und die Integrität einer Rednerin oder eines Redners, während das Pathos als emotionaler Appell für die Verbindung zwischen der Gefühlswelt der Zuhörenden und dem Thema steht. Die Rednerin oder der Redner kann diese Mittel einsetzen, um das Publikum bezogen auf einen bestimmten Sachverhalt zu überzeugen.</p>
<hr />
<p>Dass die zunehmende digitale Kommunikation zum Ende der großen Rede führen wird, glaubt Schäfer nicht. Gerade weil im Alltag vieles verkürzt dargestellt wird, sei es notwendig, neben knackigen Kernbotschaften auch zuzulassen, dass sich Gedankengänge innerhalb einer Rede entwickeln können. Diese sollte dann aber umso mehr nach narrativen Gesichtspunkten aufgebaut sein und berücksichtigen, dass Menschen Dinge am besten verinnerlichen, wenn ihr Gefühl angesprochen, also das limbische System angeregt wird. Ist es so also vielleicht gerade die emotionale Verbindung zwischen den Zuhörenden, dem Gesagten und dem Vortragenden, die besonders wichtig ist?</p>
<h3>Die Macht der Emotionen</h3>
<p>Es gibt einiges, was für das Pathos als Schlüsselrolle spricht. In einer Vielzahl von Beiträgen, die uns tagtäglich überflutet, bleibt vor allem das hängen, was uns erreicht, in gewisser Weise eine Erregung unseres Gemütszustandes hervorruft. Und es sind diese Beiträge und Themen, die wir mit der Welt teilen, weiter verschicken und die sich innerhalb eines Tages so weit aufladen können, dass am Ende die halbe Welt darüber spricht. Daran zeigt sich auch die große Bedeutung von Bildern und Videos, die auch ohne Worte eine sofortige Reaktion in uns auslösen. Sie berühren uns soweit, dass wir sie, auch ohne den Kontext genauer zu kennen, rasant verbreiten. Ein Beispiel dafür ist das Foto des weinenden <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/symbolfoto-fuer-familientrennung-maedchen-wurde-nicht-von-mutter-getrennt-a-1214550.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mädchens</a>, was zum Symbolbild der Debatte um Trumps harte Vorgehensweise an der mexikanischen Grenze geworden ist, tatsächlich aber nie von seiner Mutter getrennt worden war. Und auch all die großen Schlagwortbegriffe, die die aktuelle Debatte prägen, sind spürbar emotional aufgeladen: „Shitstorm“, „Wutbürger“, „Gutmenschen“, „Erdowahn“, usw. Sie heizen dabei den Diskurs auf und vereinfachen meist abwertend komplexe Sachverhalte. Nicht selten wird deshalb der Wunsch nach mehr Sachlichkeit und Deeskalation laut.</p>
<h3>Das Publikum als fünfte Gewalt</h3>
<p>Es wird deutlich: Das Publikum hat an Macht dazugewonnen und bestimmt mit, wonach sich Rednerin und Redner und der Diskurs insgesamt ausrichten. Auch das ist eine Entwicklung, die durch die Digitalisierung begünstigt wird. Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen spricht im Zuge dessen schon von einer „<a href="https://www.koerber-stiftung.de/mediathek/die-fuenfte-gewalt-der-skandalforscher-bernhard-poerksen-im-gespraech-mit-christoph-kucklick-1407" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fünften Gewalt</a>“ der digital vernetzten Öffentlichkeit (die sich neben dem klassischen Journalismus, der Exekutive, Judikative und Legislative einreiht). Während sich das Publikum in der Antike zwar einen eigenen Eindruck vom Redner vor Ort verschaffen konnte, war es ihm gleichzeitig auch stärker ausgeliefert. Es konnte zwar den Ort des Geschehens verlassen, so wie wir ein Video oder eine Website einfach schließen können, aber es hatte deutlich eingeschränktere Möglichkeiten, das Gesagte zu überprüfen und seine Informationen aus verschiedenen Quellen zu beziehen. Im Zweifelsfall mussten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer auf die Glaubwürdigkeit eines Redners verlassen und waren so abhängiger von ihm und dessen Aussagen.</p>
<p>Das sieht heute, in Zeiten, in denen rund 80 Prozent der Menschen in Deutschland das Internet nutzen und fast genauso viele im Besitz eines Smartphones sind, deutlich anders aus. Inhalte lassen sich in Echtzeit selbst nochmal überprüfen und müssen dem sekundenschnellen Faktencheck standhalten. Was einen nicht sofort packt und interessiert, sieht man sich auch nicht an und verbannt es aus seiner Filterblase. Für Jacqueline Schäfer bedeutet das, dass „Aufmerksamkeit zu generieren und sie über eine Redestrecke zu halten, in Zeiten, in denen viele schon mit einer eineinhalb minütigen Rede überfordert sind, immer anspruchsvoller und schwieriger geworden ist.“ Sie geht ebenso davon aus, dass es zunehmend auch um den emotionalen Unterhaltungswert geht, wenn man seine Inhalte verkaufen möchte, und dass die Zuhörerinnen und Zuhörer inzwischen auch die Macht dazu haben, dies öffentlich zu kommunizieren und letztendlich auch einzufordern.</p>
<h3>Dauergereiztheit statt sachlicher Auseinandersetzung</h3>
<p>Doch lässt sich daraus auch ableiten, dass die Leute durch die neuen Möglichkeiten zur Selbstaufklärung, die sie dank des Internets nun haben, auch anspruchsvoller und misstrauischer geworden sind? Laut dem <a href="https://initiatived21.de/publikationen/d21-digital-index-2017-2018/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">D21-Digital-Index 2017/2018</a> der Initiative D21 machen immerhin etwa drei Viertel der Deutschen regelmäßig von der Möglichkeit Gebrauch, in Suchmaschinen nach Inhalten und Informationen zu suchen. Doch trauen sich nur 54 Prozent der Befragten auch zu, bei Treffern von Suchmaschinen zu erkennen, welche davon Werbeanzeigen sind und nur knapp jeder zweite geht davon aus, Fake News von glaubwürdigen Nachrichten unterscheiden zu können. Das spricht nicht unbedingt für eine mündigere und kritischere Gesellschaft. Was bringt uns also der Zugang zu einem enormen Vorrat an Information, wenn wir gar nicht genau wissen, wie wir sie richtig nutzen können? Werden wir also vielleicht nur kritischer hinsichtlich der Präsentation und Aufbereitung und weniger dem Inhalt gegenüber?</p>
<p>Laut Pörksen befinden sich die Menschen momentan in einem Zustand der Dauergereiztheit, der die Chance effektiver Desinformation nur noch eher begünstigt und konstant nach neuen Reizen und Impulsen sucht. Daraus entsteht eine eigene Emotions- und Erregungsindustrie, die sich auch auf die Qualität politischer Debatten und die politische Kommunikation auswirkt.</p>
<h3>Politische Rhetorik</h3>
<p>Politikerinnen und Politiker entdecken diese Industrie zunehmend für sich. Die Zeiten des Wahlkampfs sind immer auch Zeiten der Rhetorik. Parteien und Kandidatinnen und Kandidaten breiten ihre Kampagnen auf immer mehr Medien und soziale Netzwerke aus, um die Macht dieser fünften Gewalt für sich zu nutzen. Und auch außerhalb der politischen Hochphasen lässt man jetzt von sich hören. Video-Selfies und Instagram-Stories werden zu den kleinen Reden unserer Zeit, die, richtig gemacht, bereits ein riesiges Echo hervorrufen können. Und selbst, wenn die Referentin oder der Referent das Medium nicht beherrscht, kann sie oder er als Negativbeispiel viral gehen. In der Erregungsgesellschaft, wie Pörksen sie skizziert, geht es darum einen Nerv zu treffen. Nicht zuletzt ist das auch der Grund, warum populistische Parteien so erfolgreich sind. Durch bewusst emotional aufgeladene Themen bleiben sie im Gespräch. Wut und Angst sind dabei stets lauter als Lob und Zufriedenheit und das kommt nicht zuletzt einer <a href="https://www.huffingtonpost.de/entry/bei-afd-hardliner-treffen-zeigt-sich-wie-radikal-die-partei-bereits-ist_de_5b66ac86e4b0b15abaa40703?y88&amp;utm_hp_ref=de-homepage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verfallsrhetorik</a> zugute, die medienwirksam vor allem Vertreter der AfD wie Björn Höcke für sich nutzen. Doch auch insgesamt besteht zunehmend die Gefahr, dass die Grundlage des öffentlichen Diskurses immer häufiger auf Kampfworten basiert, die gegen andere Kampfworte stehen, ohne dass eine Einordnung oder Differenzierung stattfindet.</p>
<p>Die öffentliche Auseinandersetzung ist nach wie vor angewiesen auf inhaltliche Substanz, Glaubwürdigkeit und Vielfalt. Deshalb sollten wir bei aller Verkürzung und Emotion, die die Debatte momentan beherrschen, immer wieder auch zurückkehren zu den Ursprüngen, aus denen ein Schlagwort, ein Statement oder auch die Rede entstanden sind. Am Ende kommt es in aller Rhetorik auf die Beziehung an: es bleibt der Gesamtzusammenhang, an dem wir eine Aussage oder ein Argument messen sollten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Jeronimo Bernot via<a href="https://unsplash.com/photos/F16YG4WLIvk" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Unsplash</a>, bearbeitet</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/rhetorik-heute-eine-frage-des-gefuehls-155163/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rhetorik im digitalen Zeitalter &#8211; eine Frage der Glaubwürdigkeit?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/rhetorik-im-digitalen-zeitalter-interview-155060/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/rhetorik-im-digitalen-zeitalter-interview-155060/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Vivian Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Aug 2018 09:33:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Manipulation]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=155060</guid>

					<description><![CDATA[Die Digitalisierung, die inzwischen in nahezu allen Bereichen unserer heutigen Gesellschaft einen Wandel ausgelöst hat, macht auch vor der Kunst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Barack-Obama-Rede.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-155089 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Barack-Obama-Rede-630x276.jpg" alt="" width="630" height="276" /></a></p>
<p>Die Digitalisierung, die inzwischen in nahezu allen Bereichen unserer heutigen Gesellschaft einen Wandel ausgelöst hat, macht auch vor der Kunst und Wissenschaft der Überzeugung nicht halt. Sprache und die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren, haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Kommunikation ist schneller, unmittelbarer und so vielleicht auch manipulativer geworden. Softwareentwickler arbeiten inzwischen schon an eigenen Argumentationssystemen, die sich mit dem Menschen messen können. Im Interview mit politik-digital.de spricht Prof. Dr. Till über die Rolle der Rhetorik in der digitalen Gesellschaft, die Gefahren von Manipulation im Netz und welche Bedeutung die Glaubwürdigkeit des Redners dabei hat.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Foto-Prof.Dr_.Till_.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-155062 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Foto-Prof.Dr_.Till_-305x413.jpg" alt="" width="152" height="206" /></a></p>
<p>Prof. Dr. Dietmar Till studierte und promovierte an der Eberhard Karls Universität in Tübingen und ist dort seit dem Wintersemester 2011/12 Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Rhetorik. Neben seinen Hauptarbeitsgebieten der Geschichte und Theorie der Rhetorik ist er Experte für Propagandaforschung und politische Rhetorik. Als Gastwissenschaftler lehrte er auch in den USA, zuletzt 2016 an der University of Washington in Seattle. Er arbeitet am Tübinger Seminar für Allgemeine Rhetorik, dem europaweit einzigen Universitätsinstitut für Rhetorikforschung. Als Autor hat er ebenfalls zahlreiche Bücher, Aufsätze, Rezensionen und Artikel publiziert, in denen er sich u.a. mit den Transformationen der Rhetorik auseinandersetzte.</p>
<p></div></div>
<h3>politik-digital.de: In den letzten Jahren hat die Digitalisierung in verschiedensten Bereichen der Gesellschaft erheblich an Bedeutung gewonnen. Inwiefern lässt sich solch eine digitale Transformation auch im Bereich der Rhetorik beobachten? Und welche Elemente der antiken Rhetoriklehre sind auch heute noch zeitgemäß?</h3>
<p>Die antike Rhetorik geht von ganz einfachen Gegebenheiten aus: Es wird mündlich kommuniziert und face-to-face, d.h. Redner und Publikum sind gleichzeitig präsent. Gesprochen wird frei, also ohne Manuskript und andere Hilfsmittel, und ohne technische Verstärkeranlagen wie Mikrofone und Lautsprecher. Heute geschieht Kommunikation vor allem mediengestützt. Das ist keine neue Entwicklung, wenn man überhaupt an die Entwicklung der Schrift denkt und dann natürlich an den Buchdruck und Gutenberg im 15. Jahrhundert. Man sagt ja manchmal, dass die von Luther angestoßene Reformation ohne die Entwicklung des Buchdrucks nicht möglich gewesen wäre.</p>
<p>Die Frage der Medienrhetorik hat also eine historische Tiefendimension, das sollte man nicht vergessen, wenn man von der Medienrevolution unserer Tage spricht. Natürlich gibt es eine digitale Transformation auch im Bereich der Rhetorik, die neue Bedingungen schafft. Man muss nur etwa an Wahlkämpfe denken, in denen etwa soziale Medien heute eine ganz zentrale Rolle spielen. Politikerinnen und Politiker können damit Wählerinnen und Wähler gezielt ansprechen – und durch die Daten unserer Facebook-Konten wissen sie auch, bei wem es sich überhaupt lohnt. Das wird mittlerweile nicht nur in den USA, sondern auch in deutschen Wahlkämpfen gemacht. Digitale Medien sind also ein mächtiges und zugleich kostengünstiges Mittel der Wählerbeeinflussung. Andererseits haben die vielen Videos auf Plattformen wie Youtube auch zu so etwas wie einem Revival der klassischen Rede geführt. Man konnte das schon bei Obama sehen. Seine Reden wurden teilweise regelrechte Youtube-Hits. Und die Digitalität ermöglicht auch interessante Medienmixe, wie man wiederum beim späten Obama studieren konnte: Die Internet-Fassung seiner letzten „State of the Union“-Rede wurde von zahlreichen Statistiken, Bildern und Zitaten begleitet, gestaltet in einer Art Split-Screen-Technik: links Obama, rechts die Selbst-Kommentare zu der eigenen Rede. Wir werden in den kommenden Jahren viele weitere solcher Medienhybride sehen.</p>
<p>Welcher Begriff der wichtigste aus der antiken Rhetorik für heute ist? Ich denke, das Ethos. Die klassischen Autoren verstanden darunter die Glaubwürdigkeit und das Image eines Redners. In einer immer komplexeren Welt, die wir alle nur noch bruchstückhaft verstehen können, wird Glaubwürdigkeit zur entscheidenden Währung. Die zentrale Frage unserer Zeit ist ja: Wem können wir trauen, was stimmt, was nicht, was ist erfunden und was gefälscht?</p>
<h3>politik-digital.de: Glauben Sie, dass die Vielzahl an ungefilterten Beiträgen, denen wir heutzutage in sozialen Netzwerken begegnen und die dabei teilweise bewusst Stimmungsmache betreiben, dazu beitragen, dass die Grenze zwischen Manipulation und Rhetorik, also dem Versuch der argumentativen Überzeugung, immer mehr verschwimmt?</h3>
<p>Diese Grenze war tatsächlich nie so ganz trennscharf, vor allem dann, wenn man in die Praxis blickt. Aber: Die Rhetorik geht von zwei Grundannahmen aus: Erstens, dass es beim Überzeugen primär um die auf ein bestimmtes Publikum passenden Argumente geht; zweitens, dass es immer ein Freiheitsmoment gibt, ich also als Zuhörer einer Rede immer die Möglichkeit habe, für mich zu entscheiden, dass mich ein Argument eben nicht überzeugt – und ich etwa Rückfragen habe etc. Letzteres grenzt Rhetorik von der Propaganda ab. Ein entscheidender Vorteil rhetorischer Überzeugungsverfahren besteht also darin, dass sie einen rationalen Kern haben. Begründetheit garantiert nicht zuletzt die relative Langfristigkeit und Stabilität von Überzeugungen. Nur so ist politisches Handeln ja überhaupt möglich. Und nur ein solches primär argumentatives Verfahren ermöglicht es Gesellschaften und Gruppen, wichtige Themen so zu erörtern, dass dabei nachhaltige und belastbare Lösungen herauskommen. Insofern könnte man auch sagen, dass eine der Stärken der Rhetorik darin liegt, dass sie Konfliktlagen kommunikativ befrieden kann.</p>
<h3>politik-digital.de: Es wird zwischen „weißer“, also offener Propaganda, die sich auf eine bestimmte Quelle zurückführen lässt, und „schwarzer Propaganda“ unterschieden, die versteckter und manipulativer agiert und dessen Zielgruppe sich der Beeinflussung nicht bewusst ist. Sind Sie der Ansicht, besonders diese manipulative Form stellt heutzutage, vielleicht sogar noch stärker als früher, eine Bedrohung dar? Inwiefern lassen sich die Ursachen dafür in der Digitalisierung und der Art der Kommunikation im World Wide Web finden?</h3>
<p>Das würde ich ganz klar bejahen. Wir alle kennen Fotografien aus der Stalin-Ära, in der, mal der eine, mal der andere Parteigenosse, der eben gerade in Ungnade gefallen war, aus dem Foto rausretuschiert wurde. Meistens sieht man noch die Kanten, wo mit Schere oder Messer geschnitten wurde. Heute sind diese Techniken der Bildmanipulation äußerst raffiniert geworden – neuerdings gibt es ja nicht nur eine Manipulation von Einzelbildern, sondern auch ganzen Filmen, in denen dann z.B. Köpfe und Körper von Personen reinkopiert werden können. Hier wird bewusst mit der Annahme operiert, dass Bilder Evidenzeffekte generieren, also hohe Glaubwürdigkeit haben. Hinzu kommt in den sozialen Medien der ganze Komplex der social bots, der Trolle und der gefälschten Identitäten, siehe den Skandal um Facebook und Cambridge Analytica im letzten US-Präsidentschaftswahlkampf.</p>
<p>Das Publikum der antiken Reden hatte es unendlich einfacher: Man konnte die Person, die sprach, sehen und sich einen eigenen Eindruck aus erster Hand verschaffen. Das ist in unserer Medienrealität nicht mehr möglich. Und hier schließt sich natürlich der ganze Komplex von Ethos und Glaubwürdigkeit an. Wenn die Gesellschaften unserer Welt es nicht schaffen, Mittel zu entwickeln, mit denen die einzelnen Kommunikatoren im Netz identifiziert und authentifiziert werden können, werden wir womöglich dunkle Zeiten erleben.</p>
<h3>politik-digital.de: Die Justizministerin Barley warnt aktuell vor einer zunehmenden sprachlichen Verrohung und einer Veränderung der Debattenkultur, bei der immer wieder aufs Neue Grenzen überschritten werden und bewusst Angst geschürt werden soll. Wie wirkt sich das Ihrer Ansicht nach auf die Qualität (politischer) Debatten aus? Und wie weit kann ein rhetorisch geschulter Blick dabei helfen, sich im Wirrwarr an Informationen und Meinungen zurechtzufinden?</h3>
<p>Das Internet wurde ja einmal zum Heilsbringer stilisiert, und noch vor wenigen Jahren hat man auch die damals aufkommenden sozialen Medien als Medien der Diskussion gefeiert. Das hat sich nun ins vollkommene Gegenteil verkehrt, und das stimmt so natürlich auch nicht ganz. Ich erlebe auf Twitter beides: Diskussionen (im Rahmen dessen, was in den 240 Zeichen möglich ist), aber auch viel Destruktives. Insofern würde ich mir hier mehr Differenzierung wünschen.</p>
<p>Aber Ministerin Barley thematisiert natürlich einen wichtigen Punkt. Populisten etwa nutzen soziale Medien wie Facebook und Twitter dazu, den gesellschaftlichen Konsens in vielen Punkten in Frage zu stellen, etwa im Bereich der Erinnerungspolitik. Sie testen ganz bewusst die Grenzen des Sagbaren aus und versuchen auf diese Weise am gesellschaftlichen Konsens zu rütteln. Aber man muss auch sagen: Sie treffen auf eine wehrhafte Bürgergesellschaft, die sich das nicht gefallen lässt. Insofern würde ich sagen, dass hier nicht alles verloren ist. Tatsächlich halte ich social bots für eine viel größere Gefahr als die Internet-Tweets einer Beatrix von Storch.</p>
<p>Das Problem sozialer Medien ist nicht zuletzt, dass es Echtzeitmedien sind. Das ist einerseits schön, denn es bringt Menschen ja tatsächlich zusammen und erzeugt wenigstens ein Gefühl von Nähe, andererseits profitiert eine Sachdiskussion immer von Entschleunigung, Ruhe und nachdenklichem Abwägen der Argumente. Die Medienlogik von Twitter und Facebook widerspricht dem und begünstigt die schnellen Aufreger, Provokationen und Tabubrüche. Es geht dabei natürlich auch um Aufmerksamkeit, die sich leicht erzielen lässt, wenn sich Populisten dieser Medienlogik bedienen. Ich glaube, dass wir als Gesellschaft lernen müssen, die Vor- und Nachteile bestimmter Kommunikationsformen für bestimmte Themen zu erkennen. Und wir brauchen eine Diskussion über so etwas wie „kommunikativen Anstand“ – wie wir mit Menschen diskutieren, die wir nicht als Person leibhaftig vor uns haben. Das geht dann in den Bereich der Ethik hinein und ist auch eine Bildungsaufgabe.</p>
<h3>politik-digital.de: Im Juni hat IBM eines seiner neuesten Projekte vorgestellt: eine Argumentationssoftware, die den Namen „Project Debater“ trägt. Im ersten direkten Vergleich mit dem Menschen, bei der zwei erfahrene Redner in einer freien Debatte gegen die KI antraten, lautete das Ergebnis unentschieden. Einen eigenen Standpunkt darlegen, diesen im Laufe einer komplexen Diskussion weiter zu entwickeln und argumentativ auf einen Gegner einzugehen &#8211; schien das nicht bisher noch eine Fähigkeit zu sein, die exklusiv dem Menschen zugeschrieben werden konnte? Stellt der „Project Debater“ jetzt eine ernstzunehmende Konkurrenz dar?</h3>
<p>Das IBM-Projekt begeistert und verstört mich zugleich tief. Und allzu viel wissen wir ja auch gar nicht, vor allem nicht darüber, wie universell die argumentativen Fähigkeiten des „Project Debater“ sind. Es gibt ja Themen, über die sich leichter und Themen, über die sich schwerer debattieren lässt. Vor allem im Bereich von ethischen Fragestellungen ist die Frage, was das ‚bessere Argument‘ ist, nicht einfach auf Basis von Wissen zu entscheiden.</p>
<p>Wie bei wohl allen neuen Technologien geht es hier um die Frage der Folgenabschätzung. IBM selbst betont ja nachdrücklich die dienende Seite der Software, die auf künstlicher Intelligenz aufbaut. Man kann sich aber auch ganz leicht vorstellen, dass diese Systeme missbraucht werden. Nicht zuletzt aus Film und Literatur sind wir mit solchen Dystopien ja vertraut. Man muss sich nur vorstellen, man verknüpft das System mit einem Facebook-Account und macht daraus, entsprechend eingestellt, so etwas wie einen Super-Social-Bot. Ich denke, dass Gesellschaften hier Vorsorge treffen müssen. Es muss ein Recht darauf geben, dass eine Person weiß, ob sie mit einer Maschine oder einem wirklichen Menschen argumentiert.</p>
<h3>politik-digital.de: IBMs Vision ist es, dass ihre Software den Menschen in Zukunft bei der Meinungsbildung zu verschiedenen, teilweise hochkomplexen, Themen unterstützt. Sehen Sie das als Chance oder Gefahr? Welche weiteren Anwendungsmöglichkeiten halten Sie für denkbar?</h3>
<p>Wie gesagt: Es ist natürlich beides. IBM betont in ihrer Öffentlichkeitsarbeit natürlich die positiven Seiten, etwa im Sinne von Arbeitserleichterung: In einer Rechtsanwaltskanzlei bereitet die Software bestimmte Vorgänge für den Anwalt vor etc. Umgekehrt wird das in manchen Bereichen auch Jobs kosten. Was mir allerdings komplett fehlt, ist die ganze ethische Reflexion darüber, was solche Systeme für eine Gesellschaft bedeuten, welches Potenzial und welche Gefahren sich ergeben. Hier müsste es unbedingt einen Ethikrat oder etwas Ähnliches geben. Denn die Gefahren sind dort handfest zu greifen, wo wir dann irgendwann nicht mehr wissen, ob wir mit einem Computer kommunizieren oder nicht.</p>
<p>Titelbild: 271277 via <a href="https://pixabay.com/de/obama-barack-obama-pr%C3%A4sident-mann-356133/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p>Bild des Interviewpartners: © Thomas Susanka</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/rhetorik-im-digitalen-zeitalter-interview-155060/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sprache im Internet: Die Macht der Worte</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/sprache-im-internet-die-macht-der-worte-148759/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/sprache-im-internet-die-macht-der-worte-148759/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2016 08:30:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Geflüchtete]]></category>
		<category><![CDATA[Linguistik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=148759</guid>

					<description><![CDATA[„Lügenpresse“, „digitale Spurensicherung“ oder „Das Boot ist voll“. Sprache bestimmt und beschreibt, wie Menschen die Welt sehen. In Zeiten der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/words-have-power_CC0_via-Pixybayjpg.jpg" rel="attachment wp-att-126710"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148755 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/words-have-power_CC0_via-Pixybayjpg.jpg" alt="words have power_CC0 via Pixabay" width="640" height="280" /></a>„Lügenpresse“, „digitale Spurensicherung“ oder „Das Boot ist voll“. Sprache bestimmt und beschreibt, wie Menschen die Welt sehen. In Zeiten der digitalen Kommunikation hat das Internet den Prozess des Sprachgebrauchs verkürzt. Aussagen und Worte verbreiten sich in Windeseile unter den Menschen. In dieser Welt sind Worte Kampfmittel – besonders in der Debatte um geflüchtete Menschen. Ein Appell für einen reflektierten Sprachgebrauch.</p>
<p>Bereits bei den Debatten um die Vorratsdatenspeicherung ließ sich das Phänomen erkennen. Dort wurde vielfach von “Digitaler Spurensicherung” gesprochen. Durch diese Wortwahl wurde es als notwendiges Werkzeug dargestellt, um Verbrechen im Netz besser und schneller verfolgen zu können. Auch wenn der Aspekt der gespeicherten Daten korrekt ist, wird bei dieser Wortwahl unterschlagen, dass dafür auch Daten von unschuldigen und nicht-tatbeteiligten Personen ohne Anlass auf Vorrat gespeichert werden. Ein gravierender Unterschied zur analogen Spurensicherung. Das kommt beim Begriff “Vorratsdatenspeicherung” besser zum Ausdruck.</p>
<h3>Digitale Spurensicherung transportiert Weltanschauungen</h3>
<p>Ein weiteres aktuelles Beispiel und vielleicht noch tiefschichtigeres Beispiel ist der Begriff „Flüchtling“ &#8211; <a href="http://gfds.de/aktionen/wort-des-jahres/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wort des Jahres 2015</a>. Bereits alleinstehend transportiert es viel Inhalt. Und hat für sprachlich reflektierende Menschen einen Beigeschmack. Mit dem Suffix, der Endung, „-ling“ wird die flüchtende Person klein gemacht und abgewertet. Durch das Anhängen dieser Wortendung wird eine Person durch eine Eigenschaft oder ein Merkmal charakterisiert. Beispielsweise „Schönling“ oder „Häuptling“. Dabei wird ausgeblendet, dass Menschen mehr sind als ihre Flucht.</p>
<p>Durch die Bedeutung, die darüber hinaus mit dem Begriff verbunden wird, stellt sich ein Bild des Begriffs „Flüchtling“ mit ein. Sprachwissenschaftlich bezeichnet man dies als „Frame“. Jedes Wort hat einen Sinnzusammenhang, der mit den Erfahrungen des Individuums verbunden ist. Ein Stuhl ist archetypisch deshalb zumeist gedacht aus Holz mit vier Beinen und einer Lehne. Und ein Stuhl ist kein Sessel. Durch Aussprache des Frames Stuhl werden deshalb gewisse Assoziationen bei den Mitmenschen ausgelöst und unbewusste Schlussfolgerungen mittransportiert.</p>
<h3>“Geflüchtete*r” &#8211; Deutungshoheit zurückerlangen</h3>
<p>Problematisch beim Begriff „Flüchtling“ ist die Konnotation, die diesem Begriff bereits anhängt. Sie stammt von rechtspopulistischen Parteien und Personen, die den Begriff mit eher negativen Assoziationen, Ereignissen und Erfahrungen prägten. Es beginnt bereits beim generischen Maskulium &#8211; der Flüchtling. In einem <a href="http://http://www.sueddeutsche.de/kultur/sprache-in-der-fluechtlingsdebatte-das-wort-fluechtling-richtet-schaden-an-1.2864820-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Süddeutsche-Interview</a> wird die zugrunde liegende „Bedeutung” weiter ausgeführt: „Er ist eher stark als hilfsbedürftig. Er ist eher aggressiv als umgänglich.”</p>
<p>Auch bei Worten wie „Obergrenze“ ist deshalb Vorsicht geboten. Diese suggeriert negativ, dass der Platz begrenzt ist und positioniert sich deutlich gegen Flüchtlinge. Diese Hintergründe transportieren        Politiker* innen ungewollt, wenn sie ebenfalls den Begriff verwenden, um ihrerseits den rechtspopulistischen Äußerungen zu widersprechen. Sie verbreiten das Wort samt Konnotation weiter. Die Deutungshoheit erlangen sie durch bloße Argumentation jedoch nicht zurück, sondern bieten den Rechtspopulist* innen durch das Aufgreifen der Begriffe nur ungewollt eine größere Bühne. Um dies zu unterbinden, müssten mehr Menschen beginnen, ihren Sprachgebrauch zu reflektieren. Ein Schritt in die richtige Richtung ist es, aufzuhören, geflüchtete Menschen als “Flüchtlinge” zu stigmatisieren. Neutralere Formulierung, wie “Geflüchtete* r” könnten bereits helfen.</p>
<p>Bild: <a href="https://pixabay.com/en/board-blackboard-words-force-1106649/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a><span class="licensetpl_attr">,</span> <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/sprache-im-internet-die-macht-der-worte-148759/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>5</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Mauer im Mund</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/deutsche-digitale-republik/die_mauer_im_mund-871/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/deutsche-digitale-republik/die_mauer_im_mund-871/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsche Digitale Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Ostdeutscher]]></category>
		<category><![CDATA[Westdeutscher]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/die_mauer_im_mund-871/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Zwei Staaten - Ein Volk - Eine Sprache. So dachte man zumindest in westdeutschen Wohnzimmern und
vielleicht auch in ostdeutschen. Und als die Mauer fiel, war der Schrecken groß: &#34;Eene
Ketwurst rin in den Dederon&#34; schallte es über den deutsch-deutschen Schutzwall. &#34;Was sprechen
die?&#34; fragte man sich auf beiden Seiten, als der erste Jubel verebbt war.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Zwei Staaten &#8211; Ein Volk &#8211; Eine Sprache. So dachte man zumindest in westdeutschen Wohnzimmern und<br />
vielleicht auch in ostdeutschen. Und als die Mauer fiel, war der Schrecken groß: &quot;Eene<br />
Ketwurst rin in den Dederon&quot; schallte es über den deutsch-deutschen Schutzwall. &quot;Was sprechen<br />
die?&quot; fragte man sich auf beiden Seiten, als der erste Jubel verebbt war.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nun wächst seit zehn Jahren endlich zusammen, was schon immer zusammen gehörte. Das gilt<br />
nicht nur für geteiltes Leid und halbe Freud&#8217; angesichts deutscher Konjunkturschwankungen und<br />
gemeinsamer Fernsehprogramme, sondern auch für den deutschen Sprachgebrauch. politik-digital hat<br />
im ost- und westdeutschen Bekanntenkreis nach verschollenen Begriffen geforscht, die Deutschland<br />
eigentlich erhalten bleiben müssten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und da die DDR mit der BRD wiedervereinigt wurde, haben wir kaum Ost-Begriffe gefunden, die alte<br />
Westvokabeln verdrängen konnten. Wenige Ausnahmen: Mitropa und Gesamtvollstreckung. Hier unser<br />
vorläufiges Lexikon, gegliedert nach ostdeutschen Lebenssituationen:<br />
</span>
</p>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr>
<td align="left" bgcolor="#ffcc00" width="500"><span style="font-size: small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063"><b>Essen und Trinken</b></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Ketwurst</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Hotdog</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Grilletta</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Hamburger</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Broiler</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Brathähnchen, ganz kosmopolitisch vom englischen &quot;to broil&quot; abgeleitet</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Sättigungsbeilage</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">appetitlicher Begriff für Nudeln, Kartoffeln und Co.</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Schlagersüßtafel</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Schokolade mit dem weltniedrigsten Kakaoanteil. Inzwischen neuaufgelegt, mit etwas höherem Schokogehalt.</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Pflastersteine</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Lebkuchen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Honeckers Krönung</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">kaum genießbare Kaffeezusatzmischung</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Kaviarbrot</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Baguette</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr>
<td align="left" bgcolor="#ffcc00" width="500"><span style="font-size: small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063"><b>Warenwelt</b></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Kaufhalle</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Supermarkt. In ostdeutschen Nachwendezeiten übrigens oft Verbrauchermarkt genannt.</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Konsum</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce"><b>K</b>auft <b>o</b>hne <b>N</b>achzudenken <b>s</b>chnell <b>u</b>nseren <b>M</b>ist</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Dederon Beutel</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Einkaufstasche</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Goldstaub</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">kaum erhältliche Produkte</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Deli</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Delikat-Läden für teure West- Lebensmittel</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr>
<td align="left" bgcolor="#ffcc00" width="500"><span style="font-size: small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063"><b>Mode und Körperpflege</b></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Genex-Hose</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Die echte DDR-Jeans</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Nieten-Hose</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">alle anderen DDR-Jeans</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Marmor-Hose</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Stone-washed Jeans</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Nicky</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">T-Shirt</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Römerlatschen</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Sandale</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Tellermine</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Mütze der DDR-Armee</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Pferdedecke</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Umhang der DDR-Armee</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Gurken</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Schuhe aus DDR Produktion</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Heißluftdusche</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Fön</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Haftschalen</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Kontaktlinsen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Mondos</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Synonym für Kondome</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr>
<td align="left" bgcolor="#ffcc00" width="500"><span style="font-size: small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063"><b>Politik und Gesellschaft</b></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Winkelemente</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Papierfähnchen bei offiziellen Veranstaltungen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Bonbon</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Parteiabzeichen der SED</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Horch und Guck</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Stasi</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Falten gehen</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">wählen gehen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">DSF</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Deutsch-Sowjetische Freundschaft</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Kaderabteilung</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Personalabteilung</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Aluminium Mark</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">DDR-Geld</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Fehlersitzung</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Krisenrat</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Subbotnik</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">freiwilliger, unbezahlter Arbeitseinsatz</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">TGL</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">DIN-Norm des Ostens</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr>
<td align="left" bgcolor="#ffcc00" width="500"><span style="font-size: small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063"><b>Wohnen und Freizeit</b></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Datsche</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Wochenendhäuschen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Mielkes Bande</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Berliner Fußballclub Dynamo, von der Stasi geleitet</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Schließfächer</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Plattenbau-Wohnungen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Geflügelte Jahresendfigur</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Engel.<br />
			Angeblich von der west-deutschen Satirezeitschrift Eulenspiegel<br />
			erfunden und über dunkle Kanäle in die DDR eingeschleuster Begriff.</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Frösi</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">DDR-Jugendzeitschrift</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Rennpappe</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Trabant</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Brettsegeln</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Surfen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Pop-Gymnastik</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Aerobic</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Urst</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">&quot;super&quot;, &quot;doll&quot; oder &quot;toll&quot;, z.B. &quot;die schmeckt urst gut, die Ketwurst.&quot;</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Feiern Sie mit uns: 10 Jahre Deutsche Einheitssprache. Mailen Sie uns ihre verschollenen Vokabeln aus Ost und West!<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/deutsche-digitale-republik/die_mauer_im_mund-871/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
