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	<title>Start-Up &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Start-Up &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digitale Wüsten werden dynamisch &#8211; Eine neue Zukunft für den alten Zollhof</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 May 2019 12:06:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Digitalisierung bedeutet neue Möglichkeiten, doch Deutschland gilt oft noch als digitale Wüste. Das Projekt Zollhof der Stadt Nürnberg möchte digitale Wüsten dynamisch machen. Ein Besuch bei einem jungen Start Up, das seinen (Park-)Platz in der digitalen Welt gefunden hat.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Digitalisierung ist eine große Baustelle</h3>
<p>„Digitalisierung ist für mich kein großes Ziel. Digitalisierung ist für mich ein Werkzeug,  um Probleme zu lösen“, begrüßt Stefan Eckart (25), Jungunternehmer und Geschäftsführer von Smart City System, auf dem Zollhof. Dieses Werkzeug böte die Möglichkeit Probleme neu zu denken, Lösungen anders anzugehen, denn überall verändere sich gerade etwas.</p>
<p>Auf den ersten Blick ist wenig zu sehen von einem neuen Zeitalter. Der Zollhof Tech Incubator befindet sich in einem alten funktionalen Bau um 1900, dem sogar schon der Abriss drohte. Eher unscheinbar befindet sich das Gebäude in einer Seitenstraße zwischen Parkplätzen und Bahngleisen. Allerding zeigen die vielen Schilder am Eingang eines: Hier wird die digitale Zukunft gemacht. In die historischen Hallen ist neues Leben eingezogen. Seit Frühjahr 2017 haben sich bisher 24 Start Ups in diesem Haus im Nürnberger Stadtteil Gostenhof angesiedelt. Ihre Themen sind so vielseitig wie die Digitalisierung selbst, ob KI, Mobilität oder Virtuelle Realität. Das Projekt möchte Start Ups beim Weg in die digitale Unternehmerwelt unterstützen.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-156098 alignnone" src="/wp-content/uploads/2020/06/b.jpg" alt="b" width="640" height="304" /></p>
<h3></h3>
<h3>Einen (Park-)Platz für Kreative schaffen</h3>
<p>Die Metropolregion Nürnberg möchte Platz für Kreative bieten. Dies ist hier gelungen. „Es  gab für uns gar keine Überlegung irgendwo anders hinzugehen. Wir haben gewusst, hier und nirgendwo anders“, unterstreicht Eckart seine Standortentscheidung. Genau die Suche nach einem Standort, besser gesagt nach einem Parkplatz, war der Ursprung für Smart City System.</p>
<p>Bereits im Studium hatten sich die fünf Gründer kennengelernt. Unzufrieden mit der Parksituation an ihrer Universität, waren sie der Meinung, es müsse einfacher und besser gehen. Gemeinsam entwickelten sie einen Sensor, welcher die Belegung von Parkraum in Echtzeit erfassen sollte. Die Resonanz von Parkraumbetreibern war positiv, erinnert sich der Gründer: „Wenn ihr das auf den Markt bringt, dann kaufen wir es euch ab!“</p>
<p>Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen insgesamt 20 Mitarbeiter. Sie bedienen Kunden in ganz Europa und weltweit. Hierzu zählen aktuell vor allem große Supermärkte, welche Dauerparker vermeiden wollen. „Das Ziel ist es von einer starren Parkstruktur wegzukommen, hin zu einer flexibleren Nutzung von Parkflächen, je nach aktuellem Bedarf“, erläutert Stefan Eckart seine Zukunftsvision.</p>
<p>Experimentierfreude und lösungsorientiertes Denken seien entscheidend, meint er weiter: „Wir haben Sachen sehr schnell ausprobiert, sowohl technisch als auch mit Geschäftspartnern. Wir haben versucht, möglichst schnell festzustellen, klappt das, passt das, oder aber eher nicht!“ Wichtig sei aber auch ein gutes Team und funktionierendes Netzwerk:“ Wir kannten uns vorher schon. Da haben wir gewusst, dass wir uns sehr gut ergänzen und ein ähnliches Mindset haben!“</p>
<h3><a href="/wp-content/uploads/2020/06/c.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-156099" src="/wp-content/uploads/2020/06/c.jpg" alt="c" width="640" height="304" /></a></h3>
<h3>Gemeinsam gründen, gemeinsam lernen</h3>
<p>Vielen aus dem Team war schon damals klar, dass sich der Zollhof zum zentralen Anlaufpunkt für die Start Up Szene entwickeln würde. Stefan Eckart kannte den Geschäftsführer Benny Bauer bereits, da dieser wie er während seines Studiums ein studentisches Start Up hatte. „Der Zollhof ist ungefähr so alt wie wir. Für diese Zeit ist der Support sehr allumfassend“, stellt Eckart zufrieden fest. Neben der umfassenden Beratung zu juristischen, finanziellen oder wirtschaftlichen Fragen, begeistert den jungen Unternehmer vor allem die gemeinsame Lernkurve. Obwohl jedes Gründerteam eigene Themen verfolgt, stünden doch alle vor ähnlichen Herausforderungen. „Man lernt auch gemeinsam ein bisschen“, freut sich der Geschäftsführer. „Regelmäßig findet hier Austausch statt. Es werden Synergien geschaffen!“</p>
<p>Allerdings müsse vor allem der Austausch zwischen Start Ups und Großunternehmen verbessert werden. Start Up könnten neue Innovationen und Ideen für Großunternehmen bieten. Dafür bräuchten sie aber auch immer wieder Feedback von den großen Unternehmen.</p>
<h3>Digitalisierung ist eine Einstellungssache</h3>
<p>Digitalisierung bedeutet vor allem Möglichkeiten. „Ich glaube, man hat überall die Möglichkeiten. Man ist ja auch recht einfach und schnell vernetzt“ zeigt sich der digitale Pionier optimistisch. Allerdings wünscht sich Eckart mehr Toleranz, in der Digitalisierung etwas zu versuchen, scheitern zu dürfen, um dann mit einem neuen Ansatz erfolgreich zu sein.</p>
<p>Eine digitale Kultur ist nötig, die jeden mitnimmt, neue Möglichkeiten auszuprobieren. Der Zollhof Tech Incubator ist genau das richtige für die wachsende Startup Szene der Region. Gemeinsam mit Nürnberger Witz, dem berühmten Erfindergeist der Frankenmetropole, und Gründergeist entsteht hier aus einer digitalen Wüste eine dynamische Zukunft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Titelbild:</strong> Bild by Stephan Raab</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-2" data-row="script-row-unique-2" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-2"));</script></div></div></div>
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		<title>Start in die Digitalwirtschaft – JuniorCampus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Korr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Oct 2017 14:18:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesverband für digitale Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Start-Up]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gawlitta]]></category>
		<category><![CDATA[JuniorCampus]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fdp-artikelbild.png"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-152941" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelJuniorCampus.jpg" alt="fdp artikelbild" width="640" height="280" /></a>Eine neue Perspektive für junge Menschen mit Migrationshintergrund bietet das Berliner Unternehmen Junior Campus durch Fortbildungsmöglichkeiten in der digitalen Wachstumsbranche. Ein Einblick in kooperative Förderung.</p>
<p><a href="http://juniorcampus.gawlitta.com/#juniorcampus">JuniorCampus</a> ist ein Förderprojekt, dessen Entstehungsgeschichte in das Jahr 2003 datiert. Gegründet von Thomas Gawlitta diente das Projekt dem Networking und Berufseinstieg junger Menschen, deren Migrationshintergrund die Jobwahl erschwerte. Trotz der positiven Resonanz der damaligen Teilnehmer wurde es still um das Projekt. Mit der zunehmenden Migration junger Geflüchteter und Migranten hat Gawlitta im September 2017 JuniorCampus renoviert und verlagert das Projekt in die gegenwärtig boomende digitale StartUp-Szene.</p>
<h3>Einblick in den Campus</h3>
<p>Die Plattform von JuniorCampus gliedert sich in drei Module: eine Online-Akademie, ein Mentorenprogramm, sowie eine zweimal im Jahr stattfindende Veranstaltungswoche in Berlin. In allen Modulen werden Kernkompetenzen der Digitalwirtschaft vermittelt. Von Programmierkenntnissen, Web Design bis hin zu Marketing und Personalführung wird den Jugendlichen alles beigebracht, womit sie sich in der digitalen Branche entwickeln können. Über einen Pool aus Mentoren werden die Teilnehmer nicht nur während der Teilnahme an den Online-Kursen betreut, sondern auch in einem curricular erforderlichen Kurzpraktikum in einem der unterstützenden Digitalunternehmen von JuniorCampus eingesetzt.</p>
<p>Durch die Partnerschaften mit bisher 20 kooperierenden StartUp-Unternehmen kann das Projekt sich nicht nur finanzieren, sondern gleichzeitig eine breite Auswahl an Praktikumsstellen für die Teilnehmenden anbieten.</p>
<h3>Selbstbestimmung durch Kompetenz</h3>
<p>Gawlittas Projekt verbindet zwei wichtige Komponenten: Innovation und Potential der Digitalbranche mit Selbstbestimmungschancen für sozial benachteiligte Menschen. Junge Migranten und Geflüchtete haben die Möglichkeit, den Berufseinstieg in die Start-Up Szene zu schaffen, ohne bevormundet oder bemitleidet zu werden. JuniorCampus versteht sich nicht als Wohltätigkeitsprojekt. „Gutes Tun mit Sinn und ohne Mitleidsmentalität“, heißt es auf der Seite im Netz. Und das ist ein wichtiger Aspekt zur Selbstbestimmung junger Menschen, deren gesellschaftliche Teilhabe keineswegs verankert ist. Die Voraussetzungen zur Teilnahme am JuniorCampus sind klar: Eine Initiativbewerbung mit einem eigenen StartUp- oder Digitalkonzept und die Beherrschung der deutschen Sprache.</p>
<p>Damit appelliert das Unternehmen an die Eigenverantwortung durch Bildung bzw. Fortbildung. Frei nach dem Prinzip Integration durch Selbstständigkeit können Jugendliche substantiell gefördert werden. Ökonomische Stabilität und Unabhängigkeit von staatlichen Institutionen sind zentrale Faktoren integrativer Prozesse. Doch auch hier gibt es Bedingungen: Um die Zielgruppe des Netzwerks zu fördern, muss aus den Bewerbungen der Jugendlichen hervorgehen, dass sie aus einem sozialschwachen Migrationsmilieu kommen. Für Geflüchtete gilt zusätzlich der rechtliche Status einer Aufenthaltsgenehmigung oder dauerhaften Duldung, damit die Förderung nicht unterbrochen werden kann. Aufnahmekriterien, die für vereinzelte Bewerber nicht leicht sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Matthias-Storath_Potrait_Interview1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-152582 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ThomasGawitta.jpeg" alt="" width="155" height="148" /><br />
</a>Thomas Gawlitta beschäftigt sich mit digitalen Geschäfts- und Strategiemodellen, sowie Online-Kommunikation. Er hat unter anderem Leadership in Digital Communication in Berlin und Göttingen studiert und ist Gründer und CEO von Gawlitta.com GmbH – eine Beratungsagentur für digitale Unternehmensgründung.</div></div>
<h3>Kooperativer Ausbau – Anfang eines bundesweiten Netzwerks</h3>
<p>Mit dem fortscheitenden Aufbau des neugegründeten JuniorCampus wird groß gedacht: mehr Sponsoren, mehr geförderte Jugendliche und ein kooperativer Ausbau eines bundesweiten Netzwerkes. Bis zu 100 Jugendliche sollen so pro Jahr gefördert werden. Zertifizierte Fortbildung sowie hauseigene Praktika in den Partnerunternehmen bieten Anreize für die Förderer, junge motivierte Fachkräfte als Ergänzung für die jeweiligen Mitarbeiterstäbe zu gewinnen. Für die konstant wachsende Digitalbranche eine wertvolle Möglichkeit der qualifizierten Mitarbeiterakquise.</p>
<p>Gawlitta ermöglicht dies über die Vermittlung eines Netzwerks aus unterschiedlichen Bundesverbänden aus der digitalen Branche. Mit dem <a href="http://www.bvdw.org/">Bundesverband Digitale Wirtschaft (BDW) e.V.</a>  und dem <a href="https://deutschestartups.org/">Bundesverband Deutsche StartUps e.V.</a> ist JuniorCampus bereits vernetzt. Auch die soziale Komponente des Projektes wird weiter ausgebaut: Um das Projekt an interessierte Jugendliche zu vermitteln, soll auch die Zusammenarbeit mit Geflüchtetenverbänden intensiviert werden. Im Gespräch verdeutlicht Gawlitta die Dimension seiner Vorstellung: Die wechselseitige Beziehung aus berufstechnischer Fortbildung fördert jedoch nicht nur wirtschaftliche Autonomie. Mit dem Fokus auf Digitalität wie auch steigender Migration &#8211; gesellschaftlicher Gesamtaufgaben – eröffnet sich auch die politische Bewusstseinsförderung. Mit dem Projekt JuniorCampus widmet sich Thomas Gawlitta den sozialen wie auch technischen Herausforderungern der nächsten Jahre, die es kooperativ zu lösen gilt. Dies gilt für Förderer wie Geförderte.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.pexels.com/photo/blur-close-up-focus-hands-462679/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">rawpixel.com</a> via <a href="https://www.pexels.com/photo/blur-close-up-focus-hands-462679/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pexels</a>, <a href="http://www.gawlitta.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Profilbild</a> via <a href="http://www.gawlitta.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.gawlitta.com</a>// <a href="https://www.pexels.com/photo-license/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a>, Eigene Bearbeitung</p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-5"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-5" data-row="script-row-unique-5" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-5"));</script></div></div></div>
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		<title>Utopie oder Realität? Rückblick Digitaler Salon – re:publica ante portas</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 May 2016 09:33:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[„Das Internet ist für uns alle Neuland“, sagte einst Bundeskanzlerin Merkel. Die Menschheit hat einen neuen Lebensraum für sich entdeckt. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/surreal-traum-gesicht-frau-träume-by-geralt-via-pixabay-licensed-CC0-e1461845154889.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-149151" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/surreal-traum-gesicht-frau-träume-by-geralt-via-pixabay-licensed-CC0-e1461845154889-630x276.jpg" alt="surreal-traum-gesicht-frau-träume by geralt via pixabay licensed CC0" width="630" height="276" /></a>„Das Internet ist für uns alle Neuland“, sagte einst Bundeskanzlerin Merkel. Die Menschheit hat einen neuen Lebensraum für sich entdeckt. Als Pioniere erschließen und besiedeln wir diesen neuen Kontinent Internet nach unseren Idealen, stoßen aber auch auf neue Risiken. Der digitale Salon diskutierte über Utopien, Hoffnungen und Gefahren des Internetzeitalters.</p>
<h3>Ein unfassbarer Fund</h3>
<p>„Was sehen Sie?“, fragte der Grabungsleiter. „Ich sehe viele unfassbare Dinge“, antwortete sein Kollege. „Überall Drähte und Fasern. Es scheint als würden sie von einer Art Kasten zusammengehalten. Es gibt ganz viele davon und irgendwie wirken diese Konstruktionen verbunden“. So oder ähnlich könnte es aussehen, wenn Archäologen im Jahre 2100 nach den Ursprüngen des Internets suchen. Was sind dessen Spuren, was ist das Internet selbst?</p>
<p>Vielleicht wird man die verrosteten Router auf den Kirchtürmen entdecken, die die Initiative freifunk.net auf Dächern installiert. Aber was soll man ausgraben oder gar finden? „Das Internet sind Ideen“, wie Philipp Borgers, als <a href="https://freifunk.net//">freifunk.ne</a>t betont.Was ist nach Jahren des Internetwachstums aus diesen Ideen, ja Idealen, Utopien geworden?</p>
<p>Neben Philipp Borgers diskutierten Andreas Gebhard, Gründer und Geschäftsführer der Re:publica, sowie Jeanette Hofman, Direktorin des Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft, im <a href="http://www.hiig.de/digitaler-salon/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalen Salon</a> diese Frage.</p>
<p>„Als ich 1992 anfing mich damit zu beschäftigen, sah ich das Internet als etwas sehr Positives. Ein Laboratorium für neue Ideen war entstanden, das die Gesellschaft neu definieren wird“, erinnert sich Jeanette Hofmann. „Vielleicht werden die Archäologen auch die ‚Best Practice‘ Beispiele finden“, meint Andreas Gebhard. Dazu gehören unsere vielen Kontakte in den sozialen Netzwerken und unsere großen Datenbanken, schlichtweg Kommunikation und Information. „Die Flüchtlingskrise hat dieses Bedürfnis nach Zugang zu Information deutlich gemacht“, unterstreicht Philipp Borgers, der mit seiner Initiative Flüchtlingsheime mit Internet versorgen will: „Noch immer sind viele nicht am Netz, sie haben keinen Zugang zu diesen Möglichkeiten, das wollen wir ändern.“ Langfristig wünscht er sich daher die Entwicklung des Internets zu einem Common Good für alle.</p>
<p>„Als jedoch das Thema Netzneutralität aufkam, merkte ich schnell, wie naiv dieses Denken von Demokratisierung durch dieses Instrument war. Es gibt aber nichts, was nicht anfällig für Missbrauch ist“, bemerkt Hofmann.  Start Ups bereichern die kreativen Zentren, aber längst hat auch das Verbrechen das Netz für ihre Zwecke entdeckt. Cybersex, Piraterie, Phishing sind Ausdruck dieser Entwicklung.</p>
<h3>Netzkultur oder die Kultur für das Netz</h3>
<p>„Wir brauchen eine Kultur des digitalen Entrepreneurships“, findet Andreas Gebhard. Immer wenn von Internet die Rede ist, werden die großen Giganten genannt und Start Ups. Letztere bringen neue Ideen, verändern die Branche immer wieder. Allerdings scheitern neun von zehn Unternehmern wieder. Dadurch werde Geld zum hauptsächlichen Anreiz in diese Branche einzusteigen. Derzeit fördert der Staat Investoren, indem er 20% der gesamten Investitionssumme übernimmt. „Es ist fraglich, ob Geldgeber auch nur 80% investieren würden“, wenn sie von der Geschäftsidee nicht überzeugt wären, moniert Gebhard. Anstelle die Abhängigkeit von Geldgebern zu erhöhen, wünscht sich der Initiator der re:publica, dass die Förderungen direkt an die Gründer vergeben werden. Auf diese Weise könne sich ein digitales Unternehmertum etablieren. Diese Unternehmen hätten so mehr Handlungsspielraum, wären aber selber für ihre Entscheidungen verantwortlich.</p>
<p>Alle diese Fragen über digitale Infrastruktur, Sicherheit, Schutz, Vertrauen im Netz aber auch digitale Wirtschaft und digitales Arbeiten umfasst die Digitale Agenda. Jedoch wird sie nur halbherzig und lustlos umgesetzt. Es fehlt bisher am politischen Willen sich dieser Thematik anzunehmen, bemängelt Jeanette Hoffmann, ehemaliges Mitglied der Enquete-Kommission des Bundestages für Internet und digitale Gesellschaft.</p>
<h3>Das Internet wird erwachsen</h3>
<p>„Das Netz war ein unerforschter Kontinent“, erinnert sie sich noch. Damals waren nur sehr wenige am Netz. Doch das Internet ist gewachsen, erwachsen geworden. „Man kann immer mehr machen, damit wachsen auch die Bedürfnisse“, wie die Politikprofessorin findet.Heute sind bereits mehr als 3,4 Milliarden Menschen auf der Erde miteinander verbunden.Gemeinsame verbindliche Regeln zu finden, die allen Bedürfnissen gerecht werden, erscheinen immer mehr als eine Utopie. Aber genau diese Utopien sind es, die das Netz voranbringen, meint der Gründer der re:publica Gebhard. Es gibt viele gute Ideen, diese müssen wir zum Leben erwecken, bekräftigt er.</p>
<p>Diese Ideen, die Entwicklung gehen immer schneller:, immer schwerer fällt es, noch etwas festzuhalten. Hier sieht Professorin Hoffmann die große Schwierigkeit. Das Internet ist aus seiner pubertären Phase hinausgewachsen. Nun ist es Zeit, Lehren zu ziehen und zu entscheiden, was das Internet werden will. „Leider“, so bemängelt sie, „ziehen die kreativen Köpfe immer weiter und weiter, anstelle sich dieser Aufgabe zu stellen.“</p>
<p>Diese Wanderung findet unter anderem vom offenen Internet in die sozialen Netzwerke statt. Facebook schickt sich an, das neue geschlossene Internet zu werden. Immer mehr Nachrichten werden in diesem Netzwerk verbreitet und gesucht, was den Wettbewerbsdruck auf die etablierten Bezahlmedien erhöht.Soziale Bewegungen organisieren sich über das Netz, Konflikte werden ausgetragen, Glauben gelebt.</p>
<p>Das Internet ist eine unfassbare Errungenschaft unserer Zeit. Sie ist so unfassbar, dass die  Identifikation damit sehr schwer fällt. Daher ist physischer Kontakt immer noch wichtig, wie Gebhard hervorhebt. Die Vernetzung schreitet voran, das Internet breitet sich immer weiter aus, was auch Unruhe weckt. Noch fehlen schlüssige Antworten auf Fragen, wie eine komplett vernetzte Gesellschaft einmal aussehen wird.</p>
<p>Zum zehnten Mal öffnet die re:publica ihre Pforten für alle, die sich dieser Thematik annehmen wollen. Interessierte Pioniere, Erfahrene und Neueinsteiger aus allen Bereichen kommen wieder zusammen, diskutieren, tauschen sich aus und knüpfen neue Kontakte.</p>
<p>Das Internet wird eine immer wichtigere Rolle spielen. Neue Chancen eröffnen auch neue Risiken. Wir haben erst die Küsten des Kontinents Internet wirklich besiedelt, es geht noch weiter. Das Internet erfindet sich immer wieder neu und wir entdecken auf diese Weise stets neue Möglichkeiten, wie Gebhard schließt. Daher Mut und Bekenntnis zum gesunden Umgang mit dieser Technologie. Denn es wusste schon der große Seefahrer Magellan: „Wer an der Küste bleibt kann keine neuen Ozeane entdecken.“ Auf diese Entdeckungsreise lädt die <a href="https://re-publica.de/">re:publica</a> ab Montag dem 02.Mai alle Interessierten ein.</p>
<p>Titelbild <a href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/">geralt</a> via <a href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Interview mit Simon Schäfer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Löser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2015 09:29:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[Simon Schäfer ist Pionier der deutschen Start-up Szene. Seit Ende der 1990er Jahre wurde er vom Gründer zum Investor und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/startUP.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-146370" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/startUP.jpg" alt="startUP" width="640" height="280" /></a>Simon Schäfer ist Pionier der deutschen Start-up Szene. Seit Ende der 1990er Jahre wurde er vom Gründer zum Investor und hat mit seinem Partner Udo Schloemer mit der Factory Berlin eine Fläche für junge Start-ups geschaffen, auf der sich Gründer mit gestandenen Unternehmen austauschen. Das läuft so erfolgreich, dass das Konzept noch in diesem Jahr ins Ausland getragen werden soll. Wir haben uns mit Schäfer, der auch die Europäische Kommission berät, über die Rolle der Politik für die Gründerszene unterhalten.</p>
<p><strong>politik-digital.de</strong>: „Herr Schäfer, geben Sie bitte einen Überblick über ihren Werdegang in der Gründerszene.“</p>
<p><strong>Schäfer</strong>: „Angefangen habe ich 1997 mit meinem damaligen Partner Felix Petersen mit einer eigenen Internetagentur, er als Programmierer, ich als Designer. 2004 bin ich zum ersten Mal zu einem Kunden gewechselt, das war die <a href="https://www.wirecard.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WireCard</a>. Ich habe WireCard bis knapp 2008 begleitet und bin dann wieder Gründer geworden. Einer meiner ersten Investoren war Udo Schlömer, der zur Bedingung für eine Investition gemacht hat, dass ich seine Investitionsfirma mitbegleite und somit bin ich dort als Partner eingestiegen. Wir haben hier in Berlin in den letzten fünf Jahren gemeinsam in knapp 50 Start-ups investiert und als eine der Lernerfahrungen haben wir die <a href="http://factoryberlin.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Factory</a> gegründet. Die Factory ist ein Campus für Start-ups. Im Moment sind es 24 an der Zahl in Berlin Mitte, von Zwei-Mann-Unternehmen im Coworking Space bis zu 250 Leuten, die z. B. bei Soundcloud arbeiten. Die Idee dahinter ist: Am besten lernt man aktiv von denen, die erfolgreich eine solche Firma leiten, und so versuchen wir die besten Firmen Berlins mit den ganz jungen, gerade entstehenden Start-ups zusammenzubringen. Wir arbeiten intensiv an den Schnittstellen sowohl zur Politik und Wirtschaft, als auch zur akademischen Welt. Mein Partner und ich haben uns in diesem Jahr angeguckt, wohin die Reise mit der Factory geht und haben uns entschieden das aufzuteilen. Ich kümmere mich mit meinem Team vor allem um die Internationalisierung, d. h. wir werden so wie es aussieht noch in diesem Jahr drei weitere Städte außerhalb Deutschlands bekannt geben können, und er konzentriert sich weiter auf den deutschen Markt. Als Bestandteil des Ökosystems arbeite ich auch sehr viel an den Rahmenbedingungen. Ich bin Berater der Europäischen Kommission für das <a href="http://ec.europa.eu/digital-agenda/en/future-internet-public-private-partnership" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Future Internet Public Private Partnership</a>, werde aber auch öfter zu Policy-Angelegenheiten gefragt, die ein gewisses Feedback aus der Gründerszene bedürfen. So war beim Amtsantritt von Andrus Ansip und Günther Oettinger unsere Start-up Euro Summit entstanden. Die Idee dahinter ist, das Ökosystem Europa mal an einen Ort zu bringen und mit den zwei gerade angetretenen Kommissaren zu vernetzen. Wie es aussieht, werden wir das auch im nächsten Jahr wieder machen und uns in der Zwischenzeit darauf konzentrieren, das Erfolgsmodell Factory auch in andere Städte zu tragen.“</p>
<p><strong>politik-digital.de</strong>: „Was kann die Politik konkret tun? Man hört häufig aus der Start-up Szene: Lasst uns am besten in Ruhe machen. Außer Restriktionen zu reduzieren gibt es da gar nicht so viel.“</p>
<p><strong>Schäfer:</strong> „Zwei Dinge kann man tun: Das eine ist dem ganzen nicht im Wege zu stehen. Es gibt immer wieder verrückte Ideen, wie die Nationalisierung der Cloud. Eine Idee gegen die wir uns massiv positioniert haben. Das würde unglaublich viele Werte sofort vernichten. Das ist ja auch eine Karikatur von dem, was wir auch in Europa vorhaben. Aus dieser Richtung gibt es kontinuierlich Vorstöße, bei denen man zum Glück gefragt wird, weil es da Feedback aus der Gründerszene geben muss. Ich bin nicht ganz der gleichen Meinung wie viele Gründer. Interessanterweise sind es vor allem die erfolgreichen, die diese Meinung vertreten. Für die nicht so erfolgreichen Gründer, und das bringt mich zum nächsten Punkt, gibt es meines Erachtens sehr viel zu tun. Wenn man erst mal als Tatsache akzeptiert, dass 9 von 10 Startups scheitern, dann muss man sich fragen, wie man es hinbekommt, dass mehr von diesen 10 erfolgreich sind. Da gibt es einige Komponenten, die noch nicht befriedigend gelöst sind. Es ist zum Beispiel sehr viel schwieriger eine GmbH zu schließen als sie zu öffnen und deshalb wollen wir verändern, was per Definition ein Start-up ist. Aus meinem Verständnis heraus ist das keine normale Gesellschaft mit beschränkter Haftung, sondern es ist erst mal ein Versuch, ein Geschäft zu starten, das meistens Fremdkapital finanziert ist. Es ist auch nicht mit Darlehen belegt, sondern größtenteils Risikokapital finanziert und unterliegt enormen Wachstumsmomenten. Das Wachstumsmomentum Technologie kann aus einer sehr kleinen Firma in sehr kurzer Zeit eine sehr große machen. Es kann auch sein, dass man seinen Geschäftszweck sehr kurzfristig ändern muss. Man hat als Start-up eine sehr viel größere Anfangsflexibilität, die man auch benötigt. Dem werden unsere gegenwärtigen Rahmenbedingungen nicht gerecht. Um noch mehr Erfolge zu feiern, um noch mehr Start-ups zu haben, die auch wirklich die Chance haben, sich ungezügelt entwickeln zu können, sollte man unserer Meinung nach eine Art Welpenschutz einführen, bei dem zeitlich, auf Basis der Mitarbeiter und natürlich auch auf Basis des Umsatzes limitiert, eine sogenannte Schonfrist eingerichtet wird, in der man erst mal so frei wie möglich am Markt agieren kann.“</p>
<p><strong>politik-digital.de</strong>: „Stichpunkt Risikokapital: Das ist ja insbesondere in Berlin noch ein Problem, vor allem wenn es über die Gründungsphase hinausgeht. Kann die Politik auch in diesem Bereich etwas machen?“</p>
<p><strong>Schäfer:</strong> „Risikokapital steckt nicht nur in der frühen Phase, es geht auch um Wachstumskapital. Man muss vor allem am Single European Digital Market arbeiten, eines der Hauptprojekte der Europäischen Kommission, damit wir das große Potential von 500 Millionen Menschen in Europa mit digitalen Produkten einfacher erreichen können. Das bedingt natürlich auch, dass Finanzinvestoren, die in diese Unternehmen investieren, die Marktpotentiale größer einschätzen und damit auch größere Wachstumsfinanzierungen mitgehen könne. Einem Unternehmen, das in Deutschland angesiedelt ist und nur mit hohem Aufwand international skalieren kann, wird ein Risikokapitalgeber immer zu einem einfachen Markt wie dem der USA raten. Um dem etwas entgegenzusetzen ist es unheimlich wichtig, politische und juristische Hürden in Europa abzubauen, so dass das Wachstum gerade von Beginn an einfacher wird. Ich möchte das als Chance begreifen: Wenn Europa einen echten Benefit zu bieten hat, dann ist es die multikulturelle Gesellschaft und das heißt von Anfang an multikulturell zu denken und das in die Gründer-DNS zu integrieren. Damit würde man auch globale Unternehmen bauen, die in anderen Märkten sehr anpassungsfähig sind und nicht auf einen homogenen Markt wie den amerikanischen abzielen. Da hat die Politik noch viel zu tun. Das ist eine Aufgabe, die sich in letzter Konsequenz auch positiv auf Venture Capital auswirken würde.“</p>
<p><strong>politik-digital.de</strong>: „Sind sie grundsätzlich mit dem was in Berlin passiert zufrieden, Stichpunkt <a href="http://www.berlin-partner.de/standort-berlin/die-berlin-startup-unit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin Partner</a>?“</p>
<p><strong>Schäfer</strong>: „Man kann mehr tun. Es ist natürlich auch die Aufgabe von Politik, die Rahmenbedingung für eine erfolgreiche Gründerszene zu schaffen. Wenn man sich mal überlegt, wie viele Anlaufpunkte es für junge Unternehmen bereits gibt, die durch die öffentliche Hand gefördert werden, und es recht schwierig ist, diese zu finden und zu identifizieren, dann hat Berlin Partner jetzt auch mit der Start-up Unit die kluge Aufgabe, das zu zentralisieren und einheitliche Ansprechpositionen zu finden. Das ist absolut notwendig und das kann und muss man ausbauen. Wenn in Europa eine Art Silicon Valley entstehen soll, dann wäre das immer pan-europäisch und nicht auf eine Stadt begrenzt. So ist natürlich auch der Austausch mit anderen Metropolen unheimlich wichtig.“</p>
<p><strong>politik-digital.de</strong>: „Was genau zeichnet Berlin als Start-up Szene im internationalen Vergleich aus?“</p>
<p><strong>Schäfer</strong>: „ Berlin ist dadurch, dass es 60 Jahre lang besetzt war, eine international geprägte Stadt. Jeder Taxifahrer ist daran gewöhnt, mit anderen Sprachen konfrontiert zu sein. Man kann sich als Nicht-Deutscher in Berlin sehr gut verständigen. Das ist ein ganz wichtiger Faktor, warum es auch vielen Ausländern sofort gut geht, die wegen Start-ups hierherkommen. Ein zweiter ganz wichtiger Aspekt ist, dass Berlin noch sehr heterogen ist, was seine sozialen Strukturen betrifft. Ich kenne das aus anderen Großstädten so, dass Künstler unter sich sind, die Musikszene ist unter sich und die Start-up Szene ist unter sich. In Berlin ist das alles noch sehr gemischt. Man hat abends an der Bar vom erfolgreichen Internetgründer bis zum erfolgreichen Künstler alle sitzen. Das ist nicht klar vertikalisiert, wie das zum Beispiel in London sehr viel stärker der Fall ist. Wenn man es auf einen Satz runterbrechen würde: Berlin ist noch sehr viel mehr in Touch mit seinen Subkulturen als andere Städte. Und natürlich ist Berlin immer noch sehr günstig. Es gibt sehr viel Raum, wo man noch günstig Büros bekommen und einfach anfangen kann. Lebenshaltungskosten sind gering und dennoch hat man eine gewisse soziale Absicherung. Das ist schon ein Benefit, gerade für diejenigen, die volles Risiko gehen, sprich für Gründer.“</p>
<p><strong>politik-digital.de</strong>: „Kürzlich hat unser Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel auf einem Kongress gesagt, dass Berlin jetzt schon auf einem Level mit Tel Aviv und New York sei. Würden Sie diese Einschätzung teilen?“</p>
<p><strong>Schäfer</strong>: „Nein, die würde ich so noch nicht teilen. Tel Aviv hat noch deutlich mehr Substanz. Tel Aviv und Silicon Valley sind sehr vergleichbar, da das Militär dort einen Großteil der Entwicklung getragen hat. New York ist eben durch seine sehr medial geprägte Wirtschaft logischer Hot Spot für Start-ups und Einfallstor für europäische Start-ups in die USA. New York hat also seine eigene Daseinsberechtigung. Berlin ist da schon noch recht weit hinten an. London ist schon sehr viel näher an Silicon Valley und Tel Aviv als Berlin. Das sieht man auch deutlich an den Exits. 2011 hatte London noch das 16fache Exitvolumen von Berlin und das ist noch nicht so viel besser geworden.“</p>
<p><strong>politik-digital.de</strong>: „Herr Schäfer, vielen Dank für das Gespräch.“</p>
<p><strong>Bild: </strong><a href="https://www.flickr.com/photos/ekosystem/4334671818/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eko </a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="attribution-info"></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Wo Berlin hinwill: Start-up Hot Spot Tel Aviv</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Löser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2015 13:42:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Venture Capital]]></category>
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					<description><![CDATA[Berlin gilt derzeit als eine der meist gehypten Start-up Szenen weltweit. Dabei fehlt noch einiges, um die Spitzenposition überhaupt erst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Telavivskyline.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-146075" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Telavivskyline.jpg" alt="Telavivskyline" width="640" height="280" /></a>Berlin gilt derzeit als eine der meist gehypten Start-up Szenen weltweit. Dabei fehlt noch einiges, um die Spitzenposition überhaupt erst einmal im europäischen Vergleich einzunehmen. Vor allem der Zugang zu Kapital gestaltet sich immer wieder schwierig. Tel Aviv ist bereits da, wo Berlin noch hinwill. Das „Silicon Wadi“ gilt nach dem amerikanischen Silicon Valley als gründungsfreudigstes Gebiet der Welt. Über die Merkmale der israelischen Gründerkultur haben wir uns mit der Handelsbeauftragten der israelischen Botschaft Hemdat Sagi unterhalten.</p>
<p>Fast schon symptomatisch aus deutscher Perspektive wollten wir erst mal wissen, welche politischen Schritte unternommen wurden, um die Entstehung solch eines florierenden Ökosystems anzuschieben. „Eco-system“ ist in der Start-up Branche ein viel zitierter Begriff, der das funktionierende Zusammenspiel von Gründern und Investoren bei günstigen Rahmenbedingungen beschreibt. Das hat in Tel Aviv geklappt, doch in Berlin tun sich viele Beteiligte noch schwer mit dem Ausdruck. Das liegt unter anderem an fehlenden Investitionen. Die können und sollen zwar nicht nur vom Staat kommen, aber um Prozesse anzustoßen haben sie sich in Israel bewährt. Bereits 1993 setzte Israel das Programm <a href="http://www.yozma.com/home /" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Yozma“</a> („Initiative“) auf, um durch teilstaatliche Finanzierungen Venture Capital (VC) in den Hightech-Sektor zu locken. Das hat laut Sagi „die VC-Community in Israel auf ein neues Level gehoben und ein investitionsfreudiges Klima erschaffen“. Dafür waren übrigens gerade einmal 100 Millionen Dollar notwendig. Ein vergleichsweise kleiner Betrag angesichts der spürbaren Auswirkungen. Dazu lohnt sich ein Blick auf die Infobox.</p>
<h3>„Risikobereitschaft ist Teil der israelischen Kultur“</h3>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Start-up Country Israel im weltweiten Ranking</strong></p>
<ul>
<li style="text-align: left;"><strong>#1</strong> Start-ups pro Einwohner</li>
<li style="text-align: left;"><strong>#2</strong> Start-ups absolut</li>
<li style="text-align: left;"><strong>#1</strong> Risikokapital pro Einwohner</li>
<li style="text-align: left;"><strong>#1</strong> Ausgaben für Forschung &amp; Entwicklung pro Einwohner</li>
<li style="text-align: left;"><strong>#1</strong> Patentanmeldungen pro Einwohner</li>
<li style="text-align: left;"><strong>#3</strong> an der NASDAQ gelistete Unternehmen</li>
</ul>
<p></div></div>
<p>Noch immer investiert der israelische Staat eine ganze Menge. Das eigens für Entwicklungsförderung geschaffene <a href="http://www.moit.gov.il/NR/rdonlyres/CD3AF19B-2619-415B-B2F4-B747101C5202/0/TheIntellectualCapital3550.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Office of the Chief Scientist</a> verfügt über ein jährliches Budget von rund 350 Millionen Euro. Die Unterstützung kommt in erster Linie Unternehmen und Start-ups für die Produktentwicklung zugute. „Das ist meist mit hohen Risiken verbunden“, weiß auch Sagi. Doch das sei irgendwie auch Teil der israelischen Mentalität, die sie für die Entwicklungen für mindestens genauso wichtig hält wie irgendwelche staatlichen Eingriffe: „Hier herrscht einfach eine risikofreudige Kultur.“ Apropos Kultur: „Chuzpe“ dürfe keinesfalls vergessen werden, sucht man nach den Gründen für den israelischen Erfolg. Der aus dem Jiddischen stammende Ausdruck meint laut <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chuzpe" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a> „eine Mischung aus zielgerichteter, intelligenter Unverschämtheit, charmanter Penetranz und unwiderstehlicher Dreistigkeit.“ Die Entwicklung solch kultureller Eigenheiten führt Sagi auf die „offensichtlichen Herausforderungen“ zurück, denen die Israelis tagtäglich ausgesetzt sind, und spielt dabei auf die besondere Historie und die damit verbundene geographische Isolation Israels an.</p>
<p>Die Risikobereitschaft ist übrigens beidseitig. Scheitern Gründer mit ihrer ersten Idee, stehen sie nicht automatisch vor verschlossenen Türen: „Scheitern wird nicht per se als schlecht angesehen, oft sogar als positiv. Denn es sagt ja aus, dass man bereits Erfahrungen gesammelt hat“, macht Sagi den Unterschied im Investitionsklima zwischen Deutschland und Israel deutlich. Denn in Deutschland geht es den Investoren in erster Linie um die Risiken. <a href="http://inexio.net/unternehmen/management-und-aufsichtsrat" target="_blank" rel="noopener noreferrer">David Zimmer</a>, Geschäftsführer bei Inexio und von Ernst &amp; Young zu Deutschlands Entrepreneur des Jahres 2012 gewählt, beklagte jüngst: „Wenn ich in Deutschland bei Geldgebern mein Geschäftsmodell vorstelle, rede ich 90 Prozent der Zeit über Risiken. Woanders ist das Thema in fünf Minuten abgehakt.&#8221;</p>
<h3>Deutsche Regelwut erschwert Investitionen</h3>
<p>Deshalb wollten wir von Sagi auch Vorschläge hören, wie man mehr Risikokapital nach Berlin locken kann. Zuschüsse vom Staat für besonders riskante Unternehmungen könnten ein Mittel sein. Doch sei es wichtiger, „Regulierungen von staatlicher Seite zu reduzieren“, um den Investoren das Leben leichter zu machen. Ein in Deutschland mit Skepsis betrachteter Ansatz, verabschieden wir im Zweifelsfall doch lieber ein Gesetz zu viel als zu wenig. Wenn teilweise sogar ausgebildete Juristen den Überblick verlieren, sollte es nicht verwundern, wenn die Gesetzeslage Investoren auch abschrecken könnte.</p>
<p>Doch die Rahmenbedingungen in Berlin berechtigen den Hype. Das internationale Flair lockt viele junge Menschen nach Berlin und noch immer sind die Lebenskosten vergleichsweise gering. „Jetzt geht es darum, den Hype-Zustand zu überwinden und ein nachhaltiges Ökosystem zu etablieren“, resümiert Sagi, gibt sich aber recht zuversichtlich. Denn Berlin hat mit seiner <a href="http://www.berlin-partner.de/standort-berlin/die-berlin-startup-unit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Start-up Unit</a> im letztem Jahr eine zentrale Anlaufstelle für Gründer geschaffen, die auf einfachere Kapitalbeschaffung hoffen lässt. An Ideen mangelt es in Berlin offensichtlich nicht. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass das Silicon Valley für seine Entwicklung auch mehr als 50 Jahre benötigte. Ganz so viel Zeit sollte sich Berlin nicht lassen. Tel Aviv zeigt, dass das möglich ist.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/yeho/15845688503/in/photolist-q9ei8V-5JhYqK-4TPo5v-GUGXd-6b5qqr-5yHbdg-5ExPgb-4TU1N7-bpcjCJ-nfpJX-efejG-52P54-4TP7Ni-4TPJbP-4TTWvS-4sVnmr-3cwxq-5nBCAY-cKSLSG-cKSAEQ-cKSQFA-bPvq-dhp9Gt-a9gba4-f4hJx1-4TTTLb-bC7dK4-cKSeeN-aaqvQL-ajiGxW-bxCSw-4jk9sy-4TTV77-4t15u-m7i45a-n4yxe-5yXzHr-82w5sb-5g32sR-4TTx35-4TTJRU-6ba18j-5n7aFP-2Mxfm-2UThh-6b5nyX-4TPxZF-4TPgiZ-2T87s-317x7" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yoni Lerner </a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-SA 2.0)</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
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		<title>Sichtbar unsichtbar: Mit Invisible Girlfriend zur Alibifreundin</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/sichtbar-unsichtbar-mit-invisible-girlfriend-zur-alibifreundin-141891/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2014 15:48:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstoptimierung]]></category>
		<category><![CDATA[William Gibson]]></category>
		<category><![CDATA[App]]></category>
		<category><![CDATA[Start-Up]]></category>
		<category><![CDATA[Fake Girlfriend]]></category>
		<category><![CDATA[Invisible Boyfriend]]></category>
		<category><![CDATA[Invisible Girlfriend]]></category>
		<category><![CDATA[Matt Homann]]></category>
		<category><![CDATA[Scheinfreundin]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Scherz stellte der Amerikaner Matt Homann sein Konzept für die App „Invisible Girlfriend“ bei einem Start-Up-Wettbewerb vor – und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Invisible-Girlfriend_crop.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-141893" alt="Invisible Girlfriend_crop" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Invisible-Girlfriend_crop.jpg" width="640" height="280" /></a>Im Scherz stellte der Amerikaner Matt Homann sein Konzept für die App „Invisible Girlfriend“ bei einem Start-Up-Wettbewerb vor – und gewann. Jetzt ist das Projekt, das Dauersingles den Alibipartner bescheren soll, in der Beta-Testphase. Pünktlich zu Weihnachten soll der Launch folgen. „Invisible Boyfriend,“ das Äquivalent für weibliche Singles, ist ebenfalls in Planung. Aber kann eine App wirklich die Rettung vor den lästigen Fragen der Verwandtschaft beim Familienfest sein?<br />
„Endlich“, heißt es auf der Webseite von <a href="http://www.invisiblegirlfriend.com"><i>Invisible Girlfriend</i></a>, „eine Freundin, die dir deine Familie wirklich glaubt“. Den Seufzer der Erleichterung kann man förmlich hören: endlich Ruhe vor den lästigen Fragen der Freunde und Verwandten. „Und? Immer noch Single?“ „Wann suchst <i>du </i>dir den mal ‘ne Freundin?“ oder auch: „<a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/sz-serie-kinder-kinder-du-weisst-ja-gar-nicht-was-dir-entgeht-1.37350-2">Na, schon dabei</a>?“<br />
Problem: Die Freundin ist – das „Invisible“ im Titel lässt es vermuten – nicht echt. Sie ist das Produkt einer Website mit dazugehöriger App, die dem Nutzer laut Anbieter „Beweise liefert, dass er in einer Beziehung ist“. Dem Nutzer oder denjenigen der lieben Freunde und Verwandten, die sich aufgrund des nicht enden wollenden Singlestatus des Betreffenden schon ernsthafte Sorgen machen. Gleiches gilt für <a href="http://invisibleboyfriend.com/"><i>Invisible Boyfriend</i></a>, das komplementäre Angebot für die Frau ohne Freund. „Triffst du dich mit jemandem?“ – <i>Invisible Boyfriend </i>verspricht darauf die rettende Antwort, plus virtueller und realer Beweise.<br />
<a href="http://www.buzzfeed.com/rachelzarrell/invisible-girlfriend-service-aims-to-make-your-friends-and-f#39dq3bc">Laut <i>Invisible Girlfriend</i>-Erfinder Matt Homann</a> gibt es verschiedene Gründe, aus denen sich Menschen für die Nutzung entscheiden könnten: eine gleichgeschlechtliche Beziehung, die sie vor missbilligenden Verwandten geheim halten wollen, unwillkommene Anbiederungen eines Kollegen, oder der Wunsch, sich lieber auf die Arbeit als auf eine romantische Beziehung zu konzentrieren – damit man das Leben wieder nach den eigenen Regeln leben könne, so preist der Schöpfer und Anbieter seine Anwendung an.<br />
Es scheint eine absonderliche Art und Weise zu sein, Kontrolle über sein Leben zurückzugewinnen, indem man die Menschen um sich herum anlügt – und zwar nicht nur mit einer kleinen Notlüge, sondern mit einem weitschichtigen Täuschung – „con“ heißt das im Englischen: Trickbetrug. Die Frage ist nur: Wer betrügt hier wen?<br />
Kostenfrei ist die Sache natürlich nicht. Auch in so eine unsichtbare Beziehung muss man Zeit und Geld investieren. Je nachdem, <a href="http://www.dailymail.co.uk/femail/article-2514666/New-Invisible-Girlfriend-app-sends-texts-lavish-gifts-lonely-guys.html"><span style="text-decoration: line-through">wie ernst einem die Beziehung ist</span></a>, wieviel man bereit ist, monatlich dafür hinzublättern – Angebote reichen von „nur reden“ bis hin zu „kurz vor der Verlobung“ – liefert die App mehr oder weniger stichhaltige „Beweise“ für die Fake-Beziehung: von regelmäßigen SMS über Fotos und den Facebook-Beziehungsstatus bis hin zu Live-Telefonaten. Man kann sich sogar selbst kleine Aufmerksamkeiten schicken. Und natürlich den perfekt auf den Nutzer abgestimmten Partner selber „bauen“: Name, Alter, Foto und Persönlichkeit sind frei wählbar. Hoffnungslos Unkreativen hilft die App<i> </i>sogar bei der Erfindung der Hintergrundgeschichte: „Wir trafen uns in einer Bar/im Flugzeug/im Urlaub/auf einer Party&#8230;“ – nicht Zutreffendes bitte streichen.</p>
<p lang="de-DE">Homann nennt das Ganze „Schutzschild“ – im Haifischbecken der sozialen Akzeptanz müsse sich mithilfe dieser „Rüstung“ nun niemand mehr unwohl fühlen.</p>
<p lang="de-DE"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Invisible-Girlfriend_Scrnsht4.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-141908" alt="Invisible Girlfriend_Scrnsht4" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Invisible-Girlfriend_Scrnsht4.jpg" width="570" height="355" /></a></p>
<h3>Gesellschaftsproblem Partner = Normalität?</h3>
<p>Man sollte meinen, dass man sich im 21. Jahrhundert weder für seinen Beziehungsstatus rechtfertigen noch darüber lügen müsste. Und genau da liegen das Problem, aber auch die traurige Wahrheit von <i>Invisible Girl- </i>und <i>Boyfriend</i>. Denn was sagt es über Menschen und die Gesellschaft aus, dass einige offenbar für einen Schwindel zahlen, nur um in Ruhe gelassen zu werden? Hält sich der Eindruck, dass kinderlose Singles irgendwie unvollständig seien, in den Köpfen immer noch derart hartnäckig, dass man eine App braucht, um dem gesellschaftlichen Erwartungsdruck standzuhalten? Eine App für das beruhigende Gefühl der <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/article106639308/Wie-gross-ist-eigentlich-der-kleine-Unterschied.html">Zugehörigkeit</a> und Normalität? Eine Requisite, mit der kinderlose Singles ihre ihnen von den Mitmenschen zugedachte Rolle besser spielen können? Könnte der Gedanke hinter dem unsichtbaren Partner<i> </i>am Ende die Gleichstellung als das entlarven, was sie teilweise immer noch ist oder wieder zu werden droht: eine Farce?<br />
Nach Jahren der Gleichstellungdebatte bewegen wir uns scheinbar rückwärts. Traditionelle Geschlechterrollen werden laut Umfragen wieder <a href="http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/zurueck-an-den-herd-traditionelle-geschlechterrollen-werden-wieder-beliebter/8888966.html">beliebter</a>. Frauen verdienen in vielen Berufen nach wie vor weniger als Männer. Nicht umsonst wird das Betreuungsgeld als klarer „<a href="http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/zurueck-an-den-herd-traditionelle-geschlechterrollen-werden-wieder-beliebter/8888966.html">Schritt zurück zum traditionellen Familienbild</a>“ kritisiert. Kinderlose Frauen oder auch Paare müssen sich allzu oft noch immer für ihre Entscheidung rechtfertigen, keine Kinder zu bekommen, werden als <a href="http://www.huffingtonpost.de/2014/03/28/frauen-kinderlos-kritik_n_5043854.html">unfruchtbar, </a>beziehungsunfähig, egoistisch oder schlicht als Versager oder „<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/lebensentwuerfe-kinderlos-gluecklich-12748390.html">unbelehrbare Hedonisten</a>“ kritisiert. Und das, obwohl Gleichberechtigung in Deutschland ein verbrieftes Grundrecht ist – dessen Umsetzung sich, zugegeben, seit jeher als nicht ganz unproblematisch gestaltet.<i> </i>Dass die gesellschaftliche Rollenproblematik <a href="http://www.huffingtonpost.de/andrea-jolander/lasst-die-maenner-laenger_b_4801833.html">Männer und Frauen</a> gleichermaßen betrifft, auch dafür könnten Konzepte wie <i>Invisible Girlfriend </i>und<i> Invisible Boyfriend </i>ein Indiz sein<i>. </i>Immerhin ist die Idee weder neu noch einzigartig. So gibt es bereits <a href="http://fakegirlfriend.co/">Fake Girlfriend</a>, <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=com.baller.phoney_girlfriend&amp;hl=en">Phoney Girlfriend</a>, <a href="http://www.fakeinternetgirlfriend.com/">Fake Internet Girlfriend</a> oder <a href="http://www.wikihow.com/Create-a-Fake-Boyfriend-or-Girlfriend">Anleitungen</a> zum <a href="http://www.theatlantic.com/technology/archive/2013/08/how-to-create-a-fake-girlfriend-on-instagram-in-8-easy-steps/278599/">Freundin-Fake</a>. Bedarf scheint also durchaus zu bestehen.<br />
Freilich kann es sein, dass <i>Invisible Girlfriend</i>, wie die Guardian-Autorin <a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/aug/29/invisible-girlfriend-a-dubious-service-for-dubious-customers">Eleanor Robertson mutmaßt</a>, wegen seines schlecht durchdachten allen Regeln trotzenden Start-up-Konzepts auf die Nase fällt. Selbst Gründer Homann stellte schließlich die Idee zunächst „als Scherz“ vor – gewann dann aber einen Gründerpreis, weswegen <i>Invisible Boyfriend </i>„zum baldigen Kennenlernen“ des Alibifreundes offenbar rasch nachgeschoben wurde.<br />
Im multimedialen Zeitalter der Selbstoptimierung und Selbstmystifizierung muss man sich nur auf Facebook umschauen und schon scheint die Möglichkeit, dass die App ein Hit wird, nicht unrealistisch: Schon jetzt gibt es genug neiderregende Fotos von Urlauben, Essen, Hochzeiten, Babies, die dazu gedacht sind, der Welt zu beweisen, wie großartig das eigene Leben ist. Und so ist dann auch, wie die Journalistin <a href="http://www.standard.co.uk/comment/lucy-tobin-the-invisible-girlfriend-should-disappear-now-9713829.html">Lucy Tobin bemerkt</a>, die unsichtbare Freundin alles andere als unsichtbar. Im Gegenteil: Die Idee besteht ja gerade darin, endlich jemanden zu haben, den man im Notfall vorzeigen kann, laut Entwickler die perfekte Mischung aus „Joker“ und „Mauerblümchen“. Die nächste, traurige Stufe wäre womöglich, der perfekten Illusion den Vorzug vor der unperfekten Realität zu geben, lieber mit „unsichtbaren“ Partnern, die nicht nerven, nicht streiten, keine Erwartungen haben, allein zu bleiben, als sich auf echte Menschen einzulassen. Der Science-Fiction-Autor <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/William_Gibson">William Gibson</a> sagte einmal: “Before you diagnose yourself with depression or low self-esteem first make sure you are not in fact surrounded by assholes.”<br />
Also: Bevor du dir selbst Depressionen oder Selbstwertprobleme diagnostizierst, vergewissere dich erst einmal, dass du nicht schlicht von A***löchern umgeben bist.<br />
&nbsp;<br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/sincretic/5622842891" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mircea Turcan</a><br />
Screenshot: <a href="http://invisiblegirlfriend.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.invisiblegirlfriend.com</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Sichtbar unsichtbar: Mit Invisible Girlfriend zur Alibifreundin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2014 15:48:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[William Gibson]]></category>
		<category><![CDATA[App]]></category>
		<category><![CDATA[Start-Up]]></category>
		<category><![CDATA[Fake Girlfriend]]></category>
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		<category><![CDATA[Matt Homann]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbstoptimierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Scherz stellte der Amerikaner Matt Homann sein Konzept für die App „Invisible Girlfriend“ bei einem Start-Up-Wettbewerb vor – und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Invisible-Girlfriend_crop.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-141893" alt="Invisible Girlfriend_crop" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Invisible-Girlfriend_crop.jpg" width="640" height="280" /></a>Im Scherz stellte der Amerikaner Matt Homann sein Konzept für die App „Invisible Girlfriend“ bei einem Start-Up-Wettbewerb vor – und gewann. Jetzt ist das Projekt, das Dauersingles den Alibipartner bescheren soll, in der Beta-Testphase. Pünktlich zu Weihnachten soll der Launch folgen. „Invisible Boyfriend,“ das Äquivalent für weibliche Singles, ist ebenfalls in Planung. Aber kann eine App wirklich die Rettung vor den lästigen Fragen der Verwandtschaft beim Familienfest sein?<br />
„Endlich“, heißt es auf der Webseite von <a href="http://www.invisiblegirlfriend.com"><i>Invisible Girlfriend</i></a>, „eine Freundin, die dir deine Familie wirklich glaubt“. Den Seufzer der Erleichterung kann man förmlich hören: endlich Ruhe vor den lästigen Fragen der Freunde und Verwandten. „Und? Immer noch Single?“ „Wann suchst <i>du </i>dir den mal ‘ne Freundin?“ oder auch: „<a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/sz-serie-kinder-kinder-du-weisst-ja-gar-nicht-was-dir-entgeht-1.37350-2">Na, schon dabei</a>?“<br />
Problem: Die Freundin ist – das „Invisible“ im Titel lässt es vermuten – nicht echt. Sie ist das Produkt einer Website mit dazugehöriger App, die dem Nutzer laut Anbieter „Beweise liefert, dass er in einer Beziehung ist“. Dem Nutzer oder denjenigen der lieben Freunde und Verwandten, die sich aufgrund des nicht enden wollenden Singlestatus des Betreffenden schon ernsthafte Sorgen machen. Gleiches gilt für <a href="http://invisibleboyfriend.com/"><i>Invisible Boyfriend</i></a>, das komplementäre Angebot für die Frau ohne Freund. „Triffst du dich mit jemandem?“ – <i>Invisible Boyfriend </i>verspricht darauf die rettende Antwort, plus virtueller und realer Beweise.<br />
<a href="http://www.buzzfeed.com/rachelzarrell/invisible-girlfriend-service-aims-to-make-your-friends-and-f#39dq3bc">Laut <i>Invisible Girlfriend</i>-Erfinder Matt Homann</a> gibt es verschiedene Gründe, aus denen sich Menschen für die Nutzung entscheiden könnten: eine gleichgeschlechtliche Beziehung, die sie vor missbilligenden Verwandten geheim halten wollen, unwillkommene Anbiederungen eines Kollegen, oder der Wunsch, sich lieber auf die Arbeit als auf eine romantische Beziehung zu konzentrieren – damit man das Leben wieder nach den eigenen Regeln leben könne, so preist der Schöpfer und Anbieter seine Anwendung an.<br />
Es scheint eine absonderliche Art und Weise zu sein, Kontrolle über sein Leben zurückzugewinnen, indem man die Menschen um sich herum anlügt – und zwar nicht nur mit einer kleinen Notlüge, sondern mit einem weitschichtigen Täuschung – „con“ heißt das im Englischen: Trickbetrug. Die Frage ist nur: Wer betrügt hier wen?<br />
Kostenfrei ist die Sache natürlich nicht. Auch in so eine unsichtbare Beziehung muss man Zeit und Geld investieren. Je nachdem, <a href="http://www.dailymail.co.uk/femail/article-2514666/New-Invisible-Girlfriend-app-sends-texts-lavish-gifts-lonely-guys.html"><span style="text-decoration: line-through">wie ernst einem die Beziehung ist</span></a>, wieviel man bereit ist, monatlich dafür hinzublättern – Angebote reichen von „nur reden“ bis hin zu „kurz vor der Verlobung“ – liefert die App mehr oder weniger stichhaltige „Beweise“ für die Fake-Beziehung: von regelmäßigen SMS über Fotos und den Facebook-Beziehungsstatus bis hin zu Live-Telefonaten. Man kann sich sogar selbst kleine Aufmerksamkeiten schicken. Und natürlich den perfekt auf den Nutzer abgestimmten Partner selber „bauen“: Name, Alter, Foto und Persönlichkeit sind frei wählbar. Hoffnungslos Unkreativen hilft die App<i> </i>sogar bei der Erfindung der Hintergrundgeschichte: „Wir trafen uns in einer Bar/im Flugzeug/im Urlaub/auf einer Party&#8230;“ – nicht Zutreffendes bitte streichen.</p>
<p lang="de-DE">Homann nennt das Ganze „Schutzschild“ – im Haifischbecken der sozialen Akzeptanz müsse sich mithilfe dieser „Rüstung“ nun niemand mehr unwohl fühlen.</p>
<p lang="de-DE"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Invisible-Girlfriend_Scrnsht4.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-141908" alt="Invisible Girlfriend_Scrnsht4" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Invisible-Girlfriend_Scrnsht4.jpg" width="570" height="355" /></a></p>
<h3>Gesellschaftsproblem Partner = Normalität?</h3>
<p>Man sollte meinen, dass man sich im 21. Jahrhundert weder für seinen Beziehungsstatus rechtfertigen noch darüber lügen müsste. Und genau da liegen das Problem, aber auch die traurige Wahrheit von <i>Invisible Girl- </i>und <i>Boyfriend</i>. Denn was sagt es über Menschen und die Gesellschaft aus, dass einige offenbar für einen Schwindel zahlen, nur um in Ruhe gelassen zu werden? Hält sich der Eindruck, dass kinderlose Singles irgendwie unvollständig seien, in den Köpfen immer noch derart hartnäckig, dass man eine App braucht, um dem gesellschaftlichen Erwartungsdruck standzuhalten? Eine App für das beruhigende Gefühl der <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/article106639308/Wie-gross-ist-eigentlich-der-kleine-Unterschied.html">Zugehörigkeit</a> und Normalität? Eine Requisite, mit der kinderlose Singles ihre ihnen von den Mitmenschen zugedachte Rolle besser spielen können? Könnte der Gedanke hinter dem unsichtbaren Partner<i> </i>am Ende die Gleichstellung als das entlarven, was sie teilweise immer noch ist oder wieder zu werden droht: eine Farce?<br />
Nach Jahren der Gleichstellungdebatte bewegen wir uns scheinbar rückwärts. Traditionelle Geschlechterrollen werden laut Umfragen wieder <a href="http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/zurueck-an-den-herd-traditionelle-geschlechterrollen-werden-wieder-beliebter/8888966.html">beliebter</a>. Frauen verdienen in vielen Berufen nach wie vor weniger als Männer. Nicht umsonst wird das Betreuungsgeld als klarer „<a href="http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/zurueck-an-den-herd-traditionelle-geschlechterrollen-werden-wieder-beliebter/8888966.html">Schritt zurück zum traditionellen Familienbild</a>“ kritisiert. Kinderlose Frauen oder auch Paare müssen sich allzu oft noch immer für ihre Entscheidung rechtfertigen, keine Kinder zu bekommen, werden als <a href="http://www.huffingtonpost.de/2014/03/28/frauen-kinderlos-kritik_n_5043854.html">unfruchtbar, </a>beziehungsunfähig, egoistisch oder schlicht als Versager oder „<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/lebensentwuerfe-kinderlos-gluecklich-12748390.html">unbelehrbare Hedonisten</a>“ kritisiert. Und das, obwohl Gleichberechtigung in Deutschland ein verbrieftes Grundrecht ist – dessen Umsetzung sich, zugegeben, seit jeher als nicht ganz unproblematisch gestaltet.<i> </i>Dass die gesellschaftliche Rollenproblematik <a href="http://www.huffingtonpost.de/andrea-jolander/lasst-die-maenner-laenger_b_4801833.html">Männer und Frauen</a> gleichermaßen betrifft, auch dafür könnten Konzepte wie <i>Invisible Girlfriend </i>und<i> Invisible Boyfriend </i>ein Indiz sein<i>. </i>Immerhin ist die Idee weder neu noch einzigartig. So gibt es bereits <a href="http://fakegirlfriend.co/">Fake Girlfriend</a>, <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=com.baller.phoney_girlfriend&amp;hl=en">Phoney Girlfriend</a>, <a href="http://www.fakeinternetgirlfriend.com/">Fake Internet Girlfriend</a> oder <a href="http://www.wikihow.com/Create-a-Fake-Boyfriend-or-Girlfriend">Anleitungen</a> zum <a href="http://www.theatlantic.com/technology/archive/2013/08/how-to-create-a-fake-girlfriend-on-instagram-in-8-easy-steps/278599/">Freundin-Fake</a>. Bedarf scheint also durchaus zu bestehen.<br />
Freilich kann es sein, dass <i>Invisible Girlfriend</i>, wie die Guardian-Autorin <a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/aug/29/invisible-girlfriend-a-dubious-service-for-dubious-customers">Eleanor Robertson mutmaßt</a>, wegen seines schlecht durchdachten allen Regeln trotzenden Start-up-Konzepts auf die Nase fällt. Selbst Gründer Homann stellte schließlich die Idee zunächst „als Scherz“ vor – gewann dann aber einen Gründerpreis, weswegen <i>Invisible Boyfriend </i>„zum baldigen Kennenlernen“ des Alibifreundes offenbar rasch nachgeschoben wurde.<br />
Im multimedialen Zeitalter der Selbstoptimierung und Selbstmystifizierung muss man sich nur auf Facebook umschauen und schon scheint die Möglichkeit, dass die App ein Hit wird, nicht unrealistisch: Schon jetzt gibt es genug neiderregende Fotos von Urlauben, Essen, Hochzeiten, Babies, die dazu gedacht sind, der Welt zu beweisen, wie großartig das eigene Leben ist. Und so ist dann auch, wie die Journalistin <a href="http://www.standard.co.uk/comment/lucy-tobin-the-invisible-girlfriend-should-disappear-now-9713829.html">Lucy Tobin bemerkt</a>, die unsichtbare Freundin alles andere als unsichtbar. Im Gegenteil: Die Idee besteht ja gerade darin, endlich jemanden zu haben, den man im Notfall vorzeigen kann, laut Entwickler die perfekte Mischung aus „Joker“ und „Mauerblümchen“. Die nächste, traurige Stufe wäre womöglich, der perfekten Illusion den Vorzug vor der unperfekten Realität zu geben, lieber mit „unsichtbaren“ Partnern, die nicht nerven, nicht streiten, keine Erwartungen haben, allein zu bleiben, als sich auf echte Menschen einzulassen. Der Science-Fiction-Autor <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/William_Gibson">William Gibson</a> sagte einmal: “Before you diagnose yourself with depression or low self-esteem first make sure you are not in fact surrounded by assholes.”<br />
Also: Bevor du dir selbst Depressionen oder Selbstwertprobleme diagnostizierst, vergewissere dich erst einmal, dass du nicht schlicht von A***löchern umgeben bist.<br />
&nbsp;<br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/sincretic/5622842891" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mircea Turcan</a><br />
Screenshot: <a href="http://invisiblegirlfriend.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.invisiblegirlfriend.com</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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			</item>
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		<title>Poutsch.com &#8211; Klick&#039; Dir deine Meinung!?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/poutsch-com-klick-dir-deine-meinung-129578/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ludwig Lagershausen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jun 2013 16:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Poutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Putsch]]></category>
		<category><![CDATA[Start-Up]]></category>
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		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Arabischer Frühling]]></category>
		<category><![CDATA[Antwort]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein weltweites gesellschaftliches Meinungsbild erstellen und damit politische Veränderungen auf den Weg bringen? Genau das ist das Ziel eines Start-Ups [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/BildPoutsch_2.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-129579" alt="The Right to Question" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/BildPoutsch_2.png" width="640" height="396" /></a>Ein weltweites gesellschaftliches Meinungsbild erstellen und damit politische Veränderungen auf den Weg bringen? Genau das ist das Ziel eines Start-Ups aus Frankreich. <a href="https://poutsch.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Poutsch&#8221;</a>, so der Name des Projekts, soll mithilfe von Meinungen Wissen generieren – und damit einen Beitrag für Meinungsfreiheit und demokratische Verhältnisse leisten.<br />
Man stelle sich vor, man möchte sich ein globales Bild der Meinungen zu einem politischen oder gesellschaftlichen Thema machen. Doch wie soll das funktionieren, ohne gleich eine zeit- und kostenintensive repräsentative Umfrage durchzuführen? Sicher, um schnelle Meinungen einzuholen, ist das Internet das mit Abstand am besten geeignete Mittel. Auf Twitter und Facebook erreicht man jedoch nur eigene Freunde und Follower, weitere Nutzer nur auf Umwegen. Für eine Umfrage, die noch mehr Leute erreichen kann, bedarf es demnach eines weiteren, eigenen Tools: eine Website, mit der Umfragen erstellt und und Antworten gesammelt werden können. Das allein ist noch keine Neuheit, jedoch ist jüngst ein neuer Anbieter für private Online-Umfragen an den Start gegangen, der durch seine gesellschaftlich-partizipative Motivation auffällt. <a href="https://poutsch.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Poutsch“ heißt das französische Start-Up, bei dem es (auf den ersten Blick) darum geht, Fragen zu veröffentlichen und darauf zu warten, dass die Crowd diese beantwortet.</a> Die Idee von der politisch fokussierten Vision aber stammt aus dem arabischen Frühling: „Wir wussten nicht, wie man schnell und direkt Antworten auf wichtige Schlüsselfragen in den arabischen Ländern bekommen konnte. Etwa die Frage, ob der tunesische Ex-Machthaber Ben Ali abtreten solle oder nicht. War eine Mehrheit nun dafür oder befanden sich dessen Anhänger doch in der Überzahl?“, beschreibt Melchior Scholler, einer der drei Gründer von „Poutsch“, die Idee und führt den Grundgedanken von „Poutsch“ weiter: „Diese Situation hat uns dafür sensibilisiert, wie wichtig eine Plattform sein kann, auf der man Informationen durch einfaches Fragen generieren kann“. Man wolle auch einen Beitrag dafür leisten, dass Demonstranten sich künftig leichter vernetzen. „So können wir vielleicht friedliche Revolutionen unterstützen und helfen, Demokratie aufzubauen“, bringt Melchior Scholler seine Hoffnung zum Ausdruck.</p>
<h3>Mit P(o)utsch zu mehr Freiheit und Wissen</h3>
<p>Der ein wenig sperrig auszusprechende Name der Plattform, „Poutsch“, soll dieser Hoffnung Ausdruck verleihen. Er ist dem deutschen Wort “Putsch“ entlehnt, das die Macher der Plattform durchaus in zwar kämpferischer, aber friedlicher Absicht für ihre Unternehmung gewählt haben: der Putsch als Instrument für den friedlichen Siegeszug der Revolution.<br />
Hochgesteckte Ziele, für die das grafisch ansprechende und von der Handhabung erfreulich präzise und einfache Tool auch allerhand Funktionen bietet. Einmal angemeldet (was wiederum erfreulich unkompliziert und schnell geht) kann der Fragesteller auswählen, ob seine Frage nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden kann, die User zwischen einer Anzahl vorgegebener Antworten wählen oder ihre Zustimmung per Rating mit einem oder fünf Sternen beantworten sollen. Die Fragestellungen können also sehr vielseitig gestaltet werden. Des Weiteren werden die Antworten sowie die demografischen und geografischen Daten der User statistisch aufbereitet und mittels Schaubildern dargestellt. Zudem lassen sich Umfragen auf Twitter und Facebook posten und auf Homepages einbetten, ebenso können YouTube-Videos in die Umfragen integriert werden. Das spielerische Konzept sieht vor, dass die User miteinander interagieren, indem jeder zu jedem beliebigen Thema eine frei formulierte Frage stellen und jede andere Frage beantworten kann. Rege Beteiligung wird dabei mit einem Aufstieg ins nächsthöhere Level belohnt.</p>
<h3>Kategorie &#8216;Dies &amp; Das&#8217;</h3>
<p>So weit, so gut. Doch wenn man dann mal einen Blick auf tatsächlich gestellten Fragen wirft, fällt schnell auf, dass ein Großteil wenig bis gar keine politische oder gesellschaftliche Substanz hat, sondern ziemlich trivial erscheint. Ob man den Gutschein-Dienst &#8216;Groupon&#8217; nutzt, wie oft man seine E-Mails checkt oder wie der erste Kuss war – globale Debatten über derlei Fragen dürften weder viele Menschen ernsthaft interessieren noch zu positiven politischen Veränderungen beitragen. Auch die Resonanz scheint noch keine revolutionären Ausmaße angenommen zu haben, viel tut sich derzeit jedenfalls nicht auf der Seite. Die seit Wochen anhaltenden Proteste in der Türkei, deren Protagonisten ja<br />
eine ideale Zielgruppe sein sollen, werden bislang mit keinem Wort erwähnt. Mitgründer Scholler dazu: „Wir arbeiten mit Nachdruck daran, dass jeder User die für die eigenen Interessen relevanten Themen und Umfragen zu sehen bekommt. Jedem steht es frei, anderen Nutzern bevorzugt zu folgen, etwa, wenn ein Fragesteller häufig zu politischen Themen postet.“<br />
Allerdings befindet sich die Website noch in der Beta-Version und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Der offizielle Start von &#8220;Poutsch&#8221; sei noch gar nicht erfolgt, berichtet Scholler. „Gerade erst ist unsere Mobile App fertig geworden. Jetzt kann &#8216;Poutsch&#8217; auch auf Smartphones verwendet werden“. Das Vorhaben, sich als anerkanntes Medium in der europäischen Politikdebatte zu etablieren, wird mit Nachdruck verfolgt : „Wir haben Kontakt mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments, Think Tanks und EU-Kommissaren, die sich für unser Tool interessieren. Unser Ziel, einen Beitrag zum Dialog auch zwischen Bürgern und Institutionen zu leisten, stößt auf großes Interesse. Das ist aber alles noch &#8216;work in progress&#8217;. Wir stehen ja noch weit am Anfang“.<br />
Potenzial hat die Idee in jedem Fall. Man darf aber wohl gespannt sein, inwieweit die Umfrage- und Meinungsplattform sich wirklich zu einem Forum für politische Diskussionen entwickelt oder ob der Besucher längerfristig eher Privates aus dem Alltagsleben seiner Nutzer und Scherzfragen zu sehen bekommt. Damit würde &#8220;Poutsch&#8221; ähnlich wie andere soziale Netzwerke vornehmlich zur Befriedigung des eigenen Mitteilungsbedürfnisses sowie zum spaßigen Zeitvertreib genutzt werden. Um dem selbst gesteckten Ziel der Macher, globale Meinungsbilder übersichtlich darzustellen, gerecht zu werden, sind ein steigender Bekanntheitsgrad der Homepage, eine klarere Struktur zu den verschiedenen Themen sowie der (sich im Aufbau befindliche) politische Rückhalt wohl mehr als nötig. Die Frage, ob &#8220;Poutsch&#8221; sich neben der allmächtigen Konkurrenz von Facebook und Twitter zu einem ernsthaften Medium der sozialen und gesellschaftlichen Interaktion etablieren kann, muss noch beantwortet werden.<br />
&nbsp;<br />
<strong><strong></strong></strong>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/coolrevolution/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">cool revolution</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a></p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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