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	<title>Stasiunterlagen &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Stasiunterlagen &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Während sich alle Welt für Rosenholz interessiert, stehen die Opfer leider im Schatten.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotwaehrend_sich_alle_welt_fuer_rosenholz_interessiert_stehen_die_opfer_leider_im_schattenquot-293/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[nhaenel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Jul 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Marianne Birthler]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/mbirthler.jpg" alt="Marianne Birthler" align="left" border="0" height="99" width="74" /></b><span style="color: #000000"><b><b>Marianne 
Birthler, Bundesbeauftragte für Stasiunterlagen, war am 22. Juli 
2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/mbirthler.jpg" alt="Marianne Birthler" align="left" border="0" height="99" width="74" /></b><span style="color: #000000"><b><b>Marianne<br />
Birthler, Bundesbeauftragte für Stasiunterlagen, war am 22. Juli<br />
2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler,<br />
ist heute im ARD-Hauptstadtstudio zu Gast im Chat. Bis 16 Uhr können<br />
Sie Ihre Fragen an Frau Birthler richten. Der Live-Chat kann über<br />
die geschaltete Webcam mitverfolgt werden. Frau Birthler, sind Sie bereit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Da bin ich. Guten Tag!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>frogX</b>:<br />
Was genau ist Ihre Aufgabe als Beauftragte für Stasi-Unterlagen?<br />
Ist die kritische Auseinandersetzung mit staatlicher Datensammelwut im<br />
allgemeinen auch Teil davon?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Wir verwalten in Berlin und in 13 Außenstellen 180 km Akten. Das<br />
heißt archivarisch erschließen, dann für unterschiedliche<br />
Zwecke an Antragsteller herausgeben. Außerdem forschen wir und publizieren<br />
die Ergebnisse, haben eine Internetseite und zeigen Ausstellungen. Am<br />
meisten Arbeit machen die Akten aber selbst.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainer Schmidt</b>:<br />
Wie gehen Sie nun mit der Rosenholz-Liste vor? Konfrontieren Sie die Spitzel<br />
damit, dass Sie sie enttarnt haben oder stellen Sie sie der Öffentlichkeit<br />
zur Verfügung, damit jeder dort nachlesen kann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Die Rosenholz-Daten sind mikroverfilmte Karteikarten. Karteikarten werden<br />
aber auch sonst nicht herausgegeben, sondern als sog. Findmittel in der<br />
Recherche verwendet. Hier wie für andere Unterlagen gilt, dass wir<br />
immer nur auf Antrag tätig werden, z.B., wenn eine Überprüfung<br />
beantragt wurde. Ausnahme: Wenn wir feststellen, dass z.B. ein prominenter<br />
Politiker IM war. Dann müssen wir eine &quot;Mitteilung ohne Ersuchen&quot;<br />
machen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Uwe</b>:<br />
Was haben inoffizielle Mitarbeiter der Stasi von der Veröffentlichung<br />
jener Daten konkret überhaupt noch zu befürchten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Strafrechtlich nichts. Spionage ist verjährt. Trotzdem dürfte<br />
manchen das Bekannt werden seiner Geschichte unangenehm sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Eine Nachfrage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rosenholz</b>:<br />
Aber was ist denn dann, wenn ich keinen Verdacht habe? Es kann dann doch<br />
trotzdem sein, dass meine Mutter oder mein Vater etc. für die DDR<br />
spioniert haben und ich werde es nie erfahren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Richtig. Wenn die aber Berichte über SIE gegeben haben, ergibt sich<br />
das aus Ihren Akten, die Sie ja sehen dürfen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>James</b>:<br />
Ist es sinnvoll, nochmals Einsicht in Unterlagen zu beantragen? Ich hatte<br />
1995 den Eindruck, dass Unterlagen zu meiner Person (Betroffener) fehlen<br />
oder bereits vernichtet waren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Wir erschließen permanent weitere Unterlagen. Nach ein paar Jahren<br />
ist ein Wiederholungsantrag deshalb sinnvoll. Das geht formlos: Ein Brief<br />
mit der Tagebuchnummer, die sie damals bekommen haben, genügt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gauckler</b>:<br />
Wer entscheidet, was an die Öffentlichkeit gelangt oder ob ermittelt<br />
wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Wir geben nur heraus, was den Persönlichkeitsrechten einzelner Betroffener<br />
nicht wiederspricht. Bei ehemaligen IM ist das allerdings etwas anders.<br />
Auch die Medien haben Mitverantwortung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>birne</b>:<br />
Wie viel Anträge auf Überprüfung bekommen Sie denn? Lässt<br />
das nicht mit der Zeit nach?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>00h</b>:<br />
Wer stellt die Anträge, ist dazu jeder berechtigt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
In elf Jahren haben wir 5 Millionen Anträge bekommen. Auch jetzt<br />
gehen noch weit mehr als fünftausend Anträge pro Monat ein.<br />
Anträge auf persönliche Akteneinsicht kann jeder und jede stellen.<br />
Wenn es um Überprüfungen geht, entscheiden die jeweiligen Institutionen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>helge r</b>.:<br />
Was denken Sie, wie die Rosenholz-Datei in die Hände des CIA geriet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Die allerwahrscheinlichste These ist, dass die Mikrofilme über den<br />
KGB an die Amerikaner gingen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mr. Johnson</b>:<br />
Was hat die CIA bewogen, Deutschland nun doch die Rosenholz-Dateien auszuhändigen<br />
bzw. warum hat die CIA sich so viel Zeit gelassen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Die Bundesregierung hat ab 1993 &#8211; da haben wir davon erfahren &#8211; intensiv<br />
verhandelt. Die Rücklieferung erfolgte ab 2000. Den Grund für<br />
die Verzögerung kenne ich nicht, und spekulieren mag ich nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>anja</b>:<br />
Haben Sie persönlich nicht ein schlechtes Gefühl dabei, dass<br />
Sie mit Daten agieren, die lange Zeit nicht in Ihrem Besitz waren und<br />
über deren Wahrheitsgehalt Sie schwer urteilen können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Tja, die Sache mit der Wahrheit. Also: Die Amerikaner haben die Daten<br />
nicht verfälscht, da sind wir sicher. Ansonsten stellt sich bei allen<br />
Quellen immer die Frage, ob sie Tatsachen wiederspiegeln. Wir wissen,<br />
dass die Stasi sehr korrekt gearbeitet hat. Dennoch würde ich mir<br />
eine Meinung nur auf der Grundlage einer Karteikarte bilden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kino</b>:<br />
Wer garantiert Ihnen, dass sie Amerikaner sie nicht gefälscht haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Bei den Mikrofilmen handelt es sich um Bilddateien.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>susi</b>:<br />
Frau Birthler, Sie sagten, dass die Qualität der Rosenholz-Dateien<br />
zu wünschen übrig ließe (vor allem wegen falscher Wiedergabe<br />
durch das CIA). Gerät man da nicht in die Gefahr, Menschen fälschlicherweise<br />
der Spionage zu bezichtigen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Deswegen geben wir nicht einfach Karteikarten heraus, sondern nutzen sie<br />
zum Auffinden von weiteren Unterlagen oder vergleichen sie mit anderen<br />
Daten, die wir haben. Zehnjährige Erfahrung zeigt uns aber: Wo IM<br />
draufsteht, ist auch IM drin. Dennoch muss man den Einzelfall sorgfältig<br />
anschauen, um sich ein Urteil zu bilden. Es ist eben ein Unterschied,<br />
ob jemand vor zwanzig Jahren mal ein paar Berichte geschrieben und sich<br />
dann vom MfS zurückgezogen hat oder ob jemand bis Oktober 1990 Freunde<br />
und Kollegen denunziert hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ehrlich</b>:<br />
In den Medien stand zu lesen, Sie befürworten die erneute Überprüfung<br />
des PDS-Politstars Gregor Gysi? Halten Sie das wirklich für angemessen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Das stand nicht in den Medien.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nachgefragt</b>:<br />
Sind Sie persönlich wirklich der Meinung, die Veröffentlichung<br />
der Rosenholzdatei helfe der gesellschaftlichen Aufarbeitung der Vergangenheit<br />
oder meinen Sie nicht auch, dass verjährte Straftaten wieder einmal<br />
nur die Menschen in Ostdeutschland in ein schlechtes Licht stellen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Bei den Rosenholz-Daten geht es vor allem um die Westarbeit der Stasi,<br />
also überwiegend um ehemalige Bundesbürger – allerdings<br />
nicht nur. Im übrigen stellen die Stasiakten die Ostdeutschen nicht<br />
in ein schlechtes Licht, sondern beweisen, dass wir kein Volk von Spitzeln<br />
und Verrätern waren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zeitleich</b>:<br />
Allgemein gefragt: Haben sie das Gefühl, dass sich kaum noch jemand<br />
für diesen Teil deutscher Geschichte interessiert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Birchlermüsli</b>:<br />
Während Filme wie &quot;Goodbye Lenin&quot; die Ostalgie fördern,<br />
ist das Interesse an der Vergangenheitsbewältigung doch stark gesunken.<br />
Sind Sie enttäuscht oder verbittert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Zwei Antworten: Die Zeit der Enthüllungsstories ist so gut wie vorbei,<br />
deshalb meinen manche, das Interesse lässt nach. Aber wir stellen<br />
ein von Jahr zu Jahr steigenden Interesse, insbesondere bei Jugendlichen<br />
fest. Wir merken das an Besuchen, Projekttagen usw. Ich bin nicht ein<br />
bisschen verbittert. Dass das Interesse mal größer und mal<br />
kleiner ist, halte ich für normal. Denken Sie an den 17. Juni: Plötzlich<br />
waren Millionen Menschen interessiert. War auch ein DDR-Thema.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>moses</b>:<br />
Wie lange wird ihre Behörde noch arbeiten? Denken sie, dass sie irgendwann<br />
geschlossen werden sollte oder für immer Historikern als Quelle dienen<br />
sollte?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Die meisten unserer Aufgaben sind noch lange nicht erledigt.<br />
An eine veränderte Organisationsform für das Archiv wird man<br />
erst denken können, wenn nicht mehr so viele Anträge eingehen.<br />
Im übrigen bin ich davon überzeugt, dass die spannendsten Zeiten<br />
der Aufarbeitung noch bevorstehen. 13 Jahre sind eine sehr kurze Zeit.<br />
Gemessen an 1945 befinden wir uns im Jahre 1958.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Nachfrage zu Gysi:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jan</b>:<br />
Wollen sie Gysi trotzdem noch mal überprüfen? Und Stolpe?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Wir überprüfen überhaupt nicht. Das haben wir im übrigen<br />
noch nie getan. Wir geben immer nur entsprechende Unterlagen heraus, wenn<br />
die entsprechenden Stellen überprüfen wollen. Wir entscheiden<br />
auch nicht, nach welchen Kriterien überprüft wird und mit welchen<br />
Folgen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Claudio Wellmann</b>:<br />
Hat Ihre Behörde Erkenntnisse über noch heute bestehende Seilschaften<br />
aus ehemaligen Stasi-Mitarbeitern – etwa im Medienbereich, in der<br />
Politik, im Sport oder in der Wirtschaft ?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Keine konkreten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>frogX</b>:<br />
Wäre es nicht konsequent auch die Archive des BRD-Verfassungsschutzes<br />
aus der Zeit der DDR zu öffnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Mal abgesehen davon, dass es sich hier um ein gänzlich anderes Thema<br />
handelt: Ich bin schon immer dafür gewesen, amtliche Unterlagen der<br />
Bevölkerung zugänglich zu machen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kino</b>:<br />
Frau Birthler, wie ist der Stand der Dinge bei den Stasi-Akten von Helmut<br />
Kohl?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Das Berliner Verwaltungsgericht prüft gerade, ob für neue Anträge<br />
zu Helmut Kohl das neue Gesetz gilt oder das Urteil, das die Herausgabe<br />
seiner Unterlagen verbietet, noch gilt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Claudio Wellmann</b>:<br />
Nachfrage zu Stasi-Seilschaften: glauben Sie persönlich (!), dass<br />
es diese noch heute gibt ?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Es gibt nach wie vor Milieus, in denen ehemalige Stasi-Mitarbeiter das<br />
Sagen haben. Aber es sind mehr Milieus als schlagkräftige Organisationen<br />
und Seilschaften.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Tom</b>:<br />
Wie viele Spione hat die DDR in den Westmedien eingesetzt – und<br />
was waren dabei die bevorzugten Medienhäuser bzw. Sender ?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Kann man im Moment noch nicht beziffern. Insgesamt waren 1989 ca. 3000<br />
bis 3500 Spione im Westen aktiv. Zur Frage der Medien wird zur Zeit noch<br />
intensiv geforscht. Die ARD z.B. hat ein großes Projekt dazu in<br />
Arbeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>oihoi</b>:<br />
Ich habe gelesen &#8211; wenn es denn stimmt &#8211; dass drei Außenstellen<br />
geschlossen werden sollen? Warum und was passiert mit den Arbeitsplätzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>rundertisch</b>:<br />
Nach internen Plänen sollen ab 2006 drei der dreizehn Außenstellen<br />
in den ostdeutschen Ländern geschlossen werden, lese ich. Warum,<br />
wo und gehen dadurch Arbeitsplätze verloren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Unsere Behörde wird allmählich kleiner. Für 2010 planen<br />
wir, mit weniger Außenstellen auszukommen. Entlassen wird deshalb<br />
niemand.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mi5</b>:<br />
Zu der Schließung: Wer betreut dann die Unterlagen, wenn in der<br />
Region keine Behörde mehr ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Es wird auch künftig in allen ostdeutschen Bundesländern Außenstellen<br />
geben. Das steht im Gesetz.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hitzefrei</b>:<br />
Ich habe bis jetzt viel gelernt im Chat, wie sie wirklich arbeiten. Da<br />
stellt sich mir die Frage, warum das bisher bei mir und anderen nicht<br />
so bekannt ist. Ist ihre PR-Strategie missglückt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Danke. Schauen sie mal auf unsere Website www.bstu.de und machen Sie sich<br />
selber ein Bild.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>anja</b>:<br />
Frau Birthler, wie sieht eigentlich Ihr Alltag als Bundesbeauftragte aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Vorträge, Diskussionen, Verhandlungen, Post, Ausstellungseröffnungen,<br />
Innerbehördliche Angelegenheiten, telefonieren, die Behörde<br />
repräsentieren , chatten&#8230;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Maria</b>:<br />
Frau Birthler, Sie wollen eine stärkere Aufklärung der Stasi-Aktivitäten<br />
in der alten Bundesrepublik. Wie wollen Sie in diesem Punkt vorgehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>SimoneR</b>.:<br />
Erwarten sie prominente Enthüllungen, die etwa in Parteien für<br />
Wirbel sorgen werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Ja, der Westen ist ein Problem. Aber auch von dort bekommen wir immer<br />
mehr Anfragen &#8211; zu Akten und zu Vorträgen und Veranstaltungen. Leider<br />
haben wir dort keine Außenstellen. Die Erwartungen an Rosenholz<br />
halte ich insgesamt für übertrieben. Die meisten Spione, die<br />
89 noch aktiv waren, sind schon bekannt gewesen. Hier und da könnte<br />
es dennoch zu interessanten Neuigkeiten kommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lenin</b>:<br />
Wie erschließen Sie denn neue Quellen für weitere Unterlagen?<br />
Und welches Interesse steckt dahinter? Denn damit kann ja Politik gemacht<br />
werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Wir erschließen nicht neue Quellen, sondern die Akten, die ungeordnet<br />
oder zerrissen in unseren Archiven lagern. Das Interesse, das dahintersteckt,<br />
bezieht sich auf die Bedeutung, die das MfS in der DDR hatte. Das MfS<br />
war der wichtigste &quot;Dienstleister&quot; für die SED, nannte<br />
sich selber &quot;Schild und Schwert der Partei&quot;. Außerdem<br />
ist es historisch und weltweit das erst Mal, das der Geheimdienst einer<br />
Diktatur nackt da steht. Deshalb interessieren sich Historiker aus aller<br />
Welt für unsere Archive.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>digger</b>:<br />
Wie groß ist die Zahl der Personen, die nach den von Ihnen verwalteten<br />
Unterlagen eine aktive Rolle im Zusammenhang mit der Stasi gespielt haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
90.000 hauptamtliche Mitarbeit und 174.000 inoffizielle Ende 89.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
noch mal zu &quot;Rosenholz&quot;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tttt23</b>:<br />
Was gibt es denn für interessante Neuigkeiten bezogen auf Rosenholz-Dateien?<br />
Da haben sie mich jetzt aber neugierig gemacht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Wir wissen bisher wenig über die Mitarbeiter der HVA vor den 80er<br />
Jahren und so gut wie nichts über die Mitarbeiter der HVA in der<br />
DDR.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edgi</b>:<br />
Zu MfS: Nackt ist ja schön und gut, aber wie sieht es mit der Strafverfolgung<br />
aus? Da gibt es doch Nachholbedarf!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Mit wenigen Ausnahmen sind alle Verbrechen aus der DDR-Zeit verjährt.<br />
Das wichtigste war aber das &quot;Rückwirkungsverbot&quot;. Danach<br />
dürfen heute nur Vergehen bestraft werden ,die auch zu DDR-Zeiten<br />
ungesetzlich waren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hitzefrei</b>:<br />
Mhh, Ihre Antwort hat meine Frage nicht beantwortet. Irritiert es Sie<br />
denn nicht, dass so viele Halbwahrheiten oder Fehler über die Arbeit<br />
ihrer Behörde in der Öffentlichkeit kursieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Doch, aber ich habe mich ein wenig daran gewöhnt. Und dass ich hier<br />
sitze, zeigt ja, dass ich etwas dagegen tun möchte. Man kann ja (eigentlich<br />
zum Glück) niemanden dazu zwingen, sich für etwas bestimmtes<br />
zu interessieren.<br />
Nachtrag: Natürlich spielt auch eine Rolle, dass es nicht wenige<br />
gibt, die gern den Mantel des Vergessens über alles breiten würden.<br />
Aber das ist in den Zeiten nach Diktaturen immer so. In Spanien fangen<br />
die Leute heute erst an, öffentlich über die Verbrechen Francos<br />
zu diskutieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>schüler<br />
11a</b>: Wenn sie die Aufarbeitung der DDR und der Nazizeit vergleichen,<br />
was ist der entscheidende Unterschied und was ist besser heute?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Wir haben Zugang zu wichtigen Quellen, die damals entweder vernichtet<br />
waren oder für Jahrzehnte weggesperrt. Andererseits: Viele Menschen<br />
sind sich heute keineswegs im Klaren darüber, welche Verbrechen zu<br />
DDR-Zeiten geschehen sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Claudio Wellmann</b>:<br />
Nachfrage Stasi-Milieus: eine Journalistin der Lausitzer Rundschau wurde<br />
bei Recherchen zu diesem Thema bedroht. Ein Einzelfall?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Kein Einzelfall, aber zum Glück selten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Shalom</b>:<br />
Sie rühmen die Aufarbeitung. Aber ist eine staatliche Behörde<br />
der richtige Ort für eine unabhängige Aufarbeitung? Richtet<br />
sich nicht gegen sie persönlich, Frau Birthler.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Der Staat hat auf die Inhalte unserer Arbeit keinerlei Einfluss. Unsere<br />
Arbeit ist außerdem teuer. Ich weiß keine private Institution,<br />
die sie finanzieren würde. Und ist es nicht auch gut, dass der Staat<br />
mit dieser Behörde demonstriert, wie wichtig die Aufarbeitung ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cia22</b>:<br />
Mit heftiger Kritik hat der Direktor der Gedenkstätte im ehemaligen<br />
Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, auf<br />
das Programm des Ökumenischen Kirchentages reagiert. Die Aufarbeitung<br />
der DDR-Vergangenheit werde fast völlig ignoriert, sagte Knabe. Stimmen<br />
sie dem zu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Das Thema war in der Tat unterrepräsentiert. Allerdings keinesfalls<br />
so, wie Herr Knabe das geschildert hat. Der Kirchentag wird auch nicht<br />
von einer Zentrale vorbereitet, sondern von vielen Gruppen, d.h., die<br />
Verantwortung tragen viele.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cia22</b>:<br />
Na ja, kein Einfluss, das glaube ich nicht. Über Etatentscheidungen<br />
kann er doch ihre Arbeit stark einschränken?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Birne:</b><br />
Der Staat kann doch indirekt über Geld ihre Arbeit einschränken?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gegengewicht</b>:<br />
Gibt es von westdeutschen Institutionen Unterstützung für die<br />
Aufarbeitung oder stehen Sie alleine da?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Mal abgesehen von den allgemeinen Sparzwängen werden wir nicht durch<br />
besondere Etatkürzungen behandelt. Der Bundestag, der ja die finanziellen<br />
Mittel beschließt, unterstützt unsere Arbeit. Not leiden manche<br />
privaten Aufarbeitungsinitiativen, die von Spenden oder Zuwendungen abhängig<br />
sind, wie Opferberatungen. Es gibt eigentlich kaum noch westdeutsche Institutionen,<br />
oder meinen sie etwa den Bundestag?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Michilo</b>:<br />
Kann man die (Un-)Taten aller Stasi-Mitarbeiter (West und Ost) online<br />
einsehen? Ein solcher Pranger würde abschreckend wirken. Ich betone,<br />
ich meine nicht die Opfer &#8211; also Bespitzelte, die müssten ein Widerspruchsrecht<br />
haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Im empfehle noch einmal unsere Website mit vielen Informationen und einer<br />
Liste von Publikationen. Außerdem kann man unsere Ausstellungen<br />
oder unser Archiv besuchen und dort alle Fragen der Welt der stellen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kurt</b>:<br />
Ist Ihrer Meinung nach der Bedarf an Beratungsstellen für ehemals<br />
politisch Verfolgte durch &quot;Gegenwind&quot; bzw. das BZFO abgedeckt,<br />
oder wo könnte/sollte ausgebaut werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
&quot;Gegenwind&quot; macht eine sehr wichtige und tolle Arbeit und wird<br />
viel zu wenig unterstützt. Während sich alle Welt für Rosenholz<br />
interessiert, stehen die Opfer leider im Schatten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Aller</b>:<br />
Empfinden Sie Ihre täglich arbeit als befriedigend? Drückt die<br />
tägliche Konfrontation nicht auch auf die Stimmung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler:</b><br />
Ich habe einen wunderbaren Job. Manchmal erfahre ich bedrückende<br />
Dinge &#8211; aber dass diese an das Tageslicht kommen, erfüllt mich mit<br />
Genugtuung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moses</b>:<br />
Nachfrage: haben sie noch Lust auf die Aufgabe oder reizt sie auch mal<br />
etwas anderes?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Ich bin für fünf Jahre gewählt, davon ist gut die Hälfte<br />
um. Im Moment möchte ich nix anderes machen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>schüler<br />
11a</b>: Werden Sie von anderen Länder als Expertin für<br />
den Aufbau vergleichbarer Behörden angefragt, etwa in Jugoslawien?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Ja, es gibt viele Kontakte: zu Ungarn, Polen, Tschechien und mehreren<br />
anderen Ländern. Dort gibt es inzwischen vergleichbare Institutionen<br />
(auch Rumänien). Neuerdings werden wir von irakischer Seite nach<br />
unseren Erfahrungen gefragt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Die Stunde ist fast um. Leider konnten aufgrund des Andrangs beileibe<br />
nicht alle Fragen beantwortet werden. Leider nicht zu ändern. Eine<br />
letzte Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kurt</b>:<br />
Hätten Sie einen Vorschlag, wie man die Opfer besser aus Ihrer Rolle<br />
herausholen kann? Eine Art Versöhnung mit Tätern oder andere<br />
öffentliche Anerkennung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Das wichtigste ist für viele, dass sich jemand für ihre Geschichte<br />
interessiert. Dann war das Leiden wenigstens nicht umsonst.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Vielen Dank für Ihre Fragen, vielen Dank Frau Birthler, dass Sie<br />
zum Chat ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen sind. Wir wünschen allen<br />
Teilnehmern noch einen angenehmen Sommerabend!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marianne Birthler</b>:<br />
Danke für das Interesse und die spannenden Fragen. Auf unserer Seite<br />
wird übrigens auch gechattet.</span></p>
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