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	<title>Stefan Niggemeier &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Stefan Niggemeier &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Sex, Überwachung und der Koalitionsvertrag &#8211; Digitale Presseschau 48/2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Nov 2013 16:17:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wie viel Netzpolitik steckt im Koalitionsvertrag der großen Volksparteien? Obwohl der Begriff kein einziges Mal vorkommt, sind digitale Themen so [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie viel Netzpolitik steckt im Koalitionsvertrag der großen Volksparteien? Obwohl der Begriff kein einziges Mal vorkommt, sind digitale Themen so präsent wie nie zuvor. Was sich hinter den vielen Formulierungen versteckt &#8211; und was nicht &#8211; ist seit einigen Tagen Gegenstand der Diskussion. Dass Antworten auf den Überwachungsskandal bitter nötig wären, verdeutlicht Digitalcourage e. V. mit einer Liste persönlicher Berichte von Betroffenen aus Deutschland, den USA und Großbritannien. Derweil thematisieren Filme, Studien, Blogs und sogar die NSA die Sexualität in Zeiten des allgegenwärtigen Internets und der andauernden Vernetzung. Schließlich wird in zwei Beiträgen an der Utopie der freien digitalen Gesellschaft gebaut.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&amp;v=ZfPAwgo8FTs&amp;start=340&amp;end=504" title="086: Künstliche Tiere, ein Wahlkampfanzug und gedrosselte Netze" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/ZfPAwgo8FTs?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Der Elektrische Reporter: &#8220;140 Sekunden&#8221; &#8211; @matthiasrichel: Politische Parteien tummeln sich in Wahlkampfzeiten zunehmend im Social Web.</p>
<h3></h3>
<h3><a href="https://digitalcourage.de/blog/2013/wer-nichts-zu-verbergen-hat" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schwarze Schafe</a></h3>
<p>Sind wir nicht alle Schafe einer globalen Herde, deren väterlicher Schäfer uns vor uns selbst schützen muss? Hat Überwachung nicht nur für Kriminelle und Terroristen negative Konsequenzen, während wir anderen Unschuldslämmer keine Angst mehr vor Wölfen haben müssen? Um das zu widerlegen, hat Digitalcourage e. V. eine kleine Liste von Berichten über Menschen zusammengestellt, die ganz konkret die Folgen staatlicher Überwachung zu spüren bekommen haben. Darunter sind in Deutschland ein kritischer Sozialwissenschaftler, eine Journalistin und ein vom Verfassungsschutz beobachteter Islam-Experte. Hinzu kommen Berichte von Journalisten, Musikern und Touristen, denen die Einreise in die USA verweigert wurde, sowie von einem britischen Ehepaar, das die falschen Begriffe bei Google suchte.</p>
<h3><a href="http://netzwertig.com/2013/11/26/killer-applikation-des-internets-die-pornoflut-und-ihre-auswirkungen/#more-31309" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sexualität und Internet</a></h3>
<p>Ein Großteil des Datenverkehrs im Internet fällt auf pornographische Inhalte. Damit haben ziemlich viele Leute etwas zu verbergen, <a href="https://netzpolitik.org/2013/nsa-untersucht-online-porno-konsum-um-zielpersonen-zu-diskreditieren/#more-59195" target="_blank" rel="noopener noreferrer">findet zumindest die NSA</a>, die mit Informationen über Sexualität und den Konsum von Pornographie „Radikalisierer“ verunglimpfen will. Spannender ist aber die Frage, ob neue Kommunikationstechniken unsere Sexualität verändern? Ja, meint Alexander Lohninger auf <a href="http://netzwertig.com/2013/11/26/killer-applikation-des-internets-die-pornoflut-und-ihre-auswirkungen/#more-31309" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzwertig.com</a> und warnt davor, dass die Darstellung von Sex und Geschlechterbildern in Pornovideos Einfluss auf das reale Sexleben vieler Menschen habe. Zudem geben <a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2013/nov/26/smartphones-bonking-crisis-british-less-sex-technology" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studien</a> zu bedenken, dass die Verwischung von Privatleben, Arbeit und Öffentlichkeit Sexualität und Beziehungen verändere. In Großbritannien führen Forscher einen starken Rückgang der sexuellen Aktivität auch auf die Allgegenwärtigkeit von Smartphones und Laptops zurück. Diese Themen sollten offen diskutiert werden, meint Lohninger. Popkulturell haben eine <a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2013/11/luxuria-superbia-liebe-dein-tablet/#more-13873" target="_blank" rel="noopener noreferrer">App</a>, die Sex mit dem geliebten Gadget ermöglichen soll, und Hollywood &#8211; mit Filmen wie <a href="http://www.youtube.com/watch?v=24cjqfVv1fs&amp;hd=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shame</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=bcGO_oAahV8&amp;hd=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Don Jon</a> oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=WzV6mXIOVl4&amp;hd=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Her</a> &#8211; bereits den Anfang gemacht.</p>
<h3><a href="http://www.boell.de/de/2013/11/28/der-digitale-aufbruch-kommt-nicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hätte schlimmer kommen können</a></h3>
<p>Der Koalitionsvertrag steht und obwohl kein einziges Mal der Begriff „Netzpolitik“ darin vorkommt, sind digitale Themen so präsent wie nie zuvor. Dennoch sieht Malte Spitz in seinem Artikel für die Heinrich-Böll-Stiftung den Vertragsentwurf aus netzpolitischer Sicht kritisch. Dies liege vor allem an drei Punkten: Vorratsdatenspeicherung, <a href="http://www.neunetz.com/2013/11/27/koalitionsvertrag-keine-netzneutralitat-aber-neutralitat-bei-suchergebnissen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzneutralität</a> und <a href="https://netzpolitik.org/2013/urheberrecht-im-koalitionsvertrag-bedrohungen-lichtblicke-und-auslassungen/#more-59296" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Urheberrecht</a>. Annette Mühlberg von ver.di fasste ihre Kritik im <a href="http://politik-digital.de/9-berliner-hinterhofgespraech-wunschliste-an-die-neue-regierung-welche-netzpolitik-brauchen-wir/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hangout mit politik-digital.de</a> mit der Feststellung zusammen, dass Netzpolitik im Vertrag als Wirtschaftspolitik behandelt würde. Jedoch selbst unter diesem Aspekt sieht Thomas Knüwer auf <a href="http://www.intmag.de/2013/11/koalitionsvertrag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">intmag.de</a> den Vertrag als verfehlt, denn die Förderung der digitalen Wirtschaft würde Sicherheitsinteressen untergeordnet. Immerhin, so resümiert Spitz, „es hätte durchaus schlimmer kommen können“.</p>
<h3><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/mir-liegt-der-177-seitige-entwurf-des-koalitionsvertrages-vor-und-ihnen-auch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8230;liegt der Öffentlichkeit exklusiv vor</a></h3>
<p>Die unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehaltenen Koalitionsverhandlungen wurden von einem ständigen Fluss von Arbeitspapieren an die Öffentlichkeit begleitet. Mit der exklusiven Verwendung dieser Dokumente durch die großen Medien sei es nun aber vorbei, hofft Stefan Niggemeier auf seinem Blog. Seit Malte Spitz diese Exklusivität sinnlos machte, indem er den ersten Entwurf des Koalitionsvertrags einfach als pdf online stellte, folgten auch große Online-Medien diesem Beispiel. Dies sei, <a href="http://malte-spitz.de/2013/11/27/eine-neue-offenheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">so Spitz auf seinem Blog</a>, eine neue Art von Journalismus, die den Lesern Quellen zur Verfügung stelle und sie damit mündiger mache.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/lehren-aus-dem-nsa-skandal-der-bauplan-fuer-ein-sicheres-internet-12680524.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dezentral &amp; Open Source bitte</a></h3>
<p>Weder eine Nationalisierung der Netzinfrastruktur, noch ein zentrales europäisches IT-Großprojekt seien adäquate Antworten auf die NSA und das digitale Zeitalter. So argumentiert zumindest Felix von Leitner auf faz.net und fordert den dezentralen Aufbau einer europäischen Open-Source-Infrastruktur, den viele kleine Unternehmen vorantreiben sollten. Durch die Spezifikation einheitlicher Schnittstellen würde dieser die IT-Wirtschaft fördern und Monopolen entgegenwirken, die anfälliger für Überwachung seien. Schließlich sei so auch das Internet entstanden. Dass dies im Netzausbau tatsächlich der bessere Ansatz sein könnte, belegt auch eine <a href="http://www.fr-online.de/wirtschaft/wettbewerb-auf-telekommunikations-markt-telekom-konkurrenz-ruestet-auf,1472780,25445734.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/mehr-transparenz-was-wir-von-suchmaschinen-wissen-wollen-a-900326.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Liebe Suchmaschinen</a></h3>
<p>Suchmaschinen wie Google sind der primäre Zugang zur vernetzten Öffentlichkeit, werden jedoch von privaten Konzernen betrieben. Damit sie ihre Macht weniger ausnutzen können, fordert die Große Koalition von Ihnen „Neutralität“ gegenüber allen Angeboten. Das widerspreche jedoch der Aufgabe von Suchmaschinen, meint Jürgen Geuter, da sie ja gerade diejenigen Ergebnisse filtern sollten, welche die NutzerInnen interessiere. Eine andere Möglichkeit wäre die Offenlegung der verwendeten Algorithmen. Diese öffne jedoch Tür und Tor für Manipulation seitens der Anbieter. Darum hat Geuter auf Spiegel Online einen Katalog von fünf Forderungen an Suchmaschinenbetreiber erstellt, der es NutzerInnen ermöglichen soll, Suchergebnisse kritisch zu hinterfragen.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<item>
		<title>Digitale Demokratie oder digitale Elite?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jan 2013 16:43:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am vergangenen Sonntag eröffnete die Berliner Schaubühne ihre Diskussionsreihe zur Postdemokratie mit dem Thema „Digitale Demokratie: Ist das noch postdemokratisch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Streitraum2.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-125724" title="Im &quot;Streitraum&quot; von links nach rechts: Anke Domscheit-Berg, Christoph Bieber, Carolin Emcke, Malte Spitz und Stefan Niggemeier" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Streitraum2-630x342.jpg" width="630" height="342" /></a><br />
Am vergangenen Sonntag eröffnete die Berliner Schaubühne ihre Diskussionsreihe zur Postdemokratie mit dem Thema „Digitale Demokratie: Ist das noch postdemokratisch oder schon nicht mehr?“. Vertreter aus Wissenschaft, Medien und Politik waren sich grundsätzlich einig: Das Internet hilft, Verkrustungen aufzubrechen und Elitenklüngel auseinanderzutreiben. Dazwischen wurde immer wieder leise gewarnt, nicht gleich die nächste Elite auf den Thron zu setzen.<br />
Postdemokratie: Seit der Publikation des gleichnamigen Buches von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Colin_Crouch" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Colin Crouch</a> im Jahr 2005 ist der Begriff in aller Munde – zumindest bei Politikwissenschaftlern. Mit Postdemokratie wird ein Zustand der Entdemokratisierung beschrieben, bei dem Lösungen für politische Probleme nicht mehr durch die Diskussion und Arbeit vieler verschiedener Menschen, sondern lediglich innerhalb einer abgeschlossen, intransparenten Elite und einem unübersichtlichen Verwaltungssystem gefunden werden. Alle Versuche zur polititischen Beteiligung durch die Bürger verpuffen oder werden gegeneinander ausgespielt; Verkrustung setzt ein und irgendwann bewegt sich nichts mehr.<br />
Herunter gebrochen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner meint der Begriff das typische „Die-da-oben-wir-hier-unten-Gefühl“. Parallel zur Prominenz des Begriffs entwickelte sich aber auch eine neue Hoffnung: Das Internet mit seinen vielfältigen Kommunikationswegen, seinen unvorhersehbaren Innovationen und seiner rasant wachsenden Bedeutung im alltäglichen Leben von Millionen Menschen, dieses Internet soll es richten. Der Verkrustung wird mit Verflüssigung begegnet, Stichtwort „liquid democracy“.</p>
<h3>12.000 Fragen in 72 Stunden</h3>
<p>Diese Hoffnungen standen auf der gestrigen Podiumsdiskussion auf dem Prüfstein. Zum Gespräch mit der langjährigen Schaubühnen-Moderatorin, Journalistin und Buchautorin Carolin Emcke trafen sich der Duisburger Politikwissenschaftler Christoph Bieber (Professor an der NRW School of Governance), der Spiegel-Journalist und Blogger Stefan Niggemeier, der Netzpolitikexperte der Grünen Malte Spitz und die Unternehmerin und Neu-Piratin Anke-Domscheit-Berg vor einem vollbesetztem Publikum.<br />
Malte Spitz konnte mit seinen Erfahrungen aus dem Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg eindrucksvoll dokumentieren, dass sich mit dem Internet die Erreichbarkeit der politischen Eliten verbessert hat. Im Rahmen ihres Projektes mit dem bezeichnenden Titel „<a href="http://www.gruene-bw.de/wahl/drei-tage-wach.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drei Tage wach</a>“ konnten dem Grünen Wahlkampfteam per Twitter Fragen gestellt werden, die sofort beantwortet wurden. Innerhalb von 72 Stunden erreichten laut Spitz 12.000 Fragen das Wahlkampfteam.<br />
Kein Wunder also, dass Politiker immer häufiger speziell geschultes Personal für die Betreuung ihrer Internetauftritte einstellen. Es geht nicht mehr nur darum, einmal pro Woche Bürgerbriefe zu beantworten; auf den Parteien und ihren Kandidaten lastet der Druck der Echtzeit-Erwartung, sagte der Grünen-Politiker. Der Kontakt von Wählern zu Politikern, aber auch von Politikern zu ihren Wählern ist direkter geworden. Dazu braucht es jetzt eben nicht mehr „Bild, BamS und Glotze“, wie noch Altkanzler Gerhard Schröder in seiner Amtszeit proklamierte.</p>
<h3>Der Klick zum Kindergartenplatz</h3>
<p>Auch in Sachen Transparenz und Kontrolle schafft das Netz neue Tatsachen: Anke Domscheit-Berg merkte an, dass die Berliner Wasserverträge, deren Veröffentlichung 2010 durch einen Volksentscheid durchgesetzt worden war, noch vor der amtlichen Publikation geleakead worden waren. Ein anonymer Mitarbeiter der Verwaltung musste die Unterlagen an die Berliner Tageszeitung taz weitergeleitet haben, die diese <a href="http://www.freitag.de/autoren/tom-strohschneider/nicht-langer-geheim-taz-leakt-berliner-wasservertrage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">online zugänglich</a> machte.<br />
Wenn man bereits sein DHL-Packet online auf dessen Weg zum Empfänger verfolgen oder die Qualität des Urlaubshotels mithilfe der freiwilligen Bewertungen frührerer Gäste online überprüfen kann – weshalb dann nicht auch zukünftig den Kindergartenplatz online buchen? Oder Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung „liken“? Warum sollten die wöchentlichen, von Steuergeldern bezahlten Stimmungsumfragen des Bundespresseamtes nicht per Internet allen zugänglich sein? Gar nicht zu reden von der <a href="http://www.taz.de/!102967/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">viel geforderten Offenlegung der Nebeneinkünfte der Bundestagsabgeordneten</a> oder einer online einsehbaren Auflistung der Meetings eines jeden Abgeordneten mit Lobbyverbänden.</p>
<h3>iPads in die Pflegeheime</h3>
<p>Immer wieder kam die Diskussion auch auf die Frage, wie man ausgegrenzte Bevölkerungsteile besser inkludieren könne. Professor Christoph Bieber attestierte eine klare „Verbreiterung der Debatte“, die von den beiden Politikern am Tisch auch gleich mit Beispielen illustriert wurde: Gerade körperlich benachteiligte Menschen hätten im Internet weniger Hürden zu überwinden, könnten sich weiterbilden und Lösungsvorschlägen einbringen – und würden dafür sogar mit Preisen bedacht, wie das Beispiel von <a href="http://politik-digital.de/raul-krauthausen-von-beruf-sozialheld/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Raul Krauthausen</a> zeigt. Als Stotterer könne er selbst nachempfinden, welche Überwindung es Menschen mit Sprachbehinderung koste, auf öffentlichen Veranstaltungen zu sprechen, sagte Malte Spitz. Das Internet als großer Gleichmacher, als Forum für alle?</p>
<h3>30 Prozent der Europäer nie im Internet</h3>
<p>Der Journalist Stefan Niggemeier äußerte an dieser Stelle leise Zweifel: „Am besten funktionieren im Netz immer noch Themen zum Netz.“ Politische Anliegen, die weniger das Internet und somit die Aktivitäten der Netzaktiven selbst beträfen, würden online auch weniger thematisiert; Proteste dagegen organisierten sich dann doch eher auf konventionellen Wegen. Die Moderatorin zitierte eine Statistik, nach der zwar 50 Prozent der Europäer täglich, dafür 30 Prozent jedoch nie im Internet seien. Erstes Anzeichen für eine „Diktatur der Netzaktiven“, wie Emcke es formulierte?<br />
Auf die Frage aus dem Publikum, ob man denn ermitteln könne, wer da eigentlich bei Twitter und Co. die großen Worte schwingt – sind das nicht immer dieselben? – wurde geantwortet, dass solche Analysen kaum möglich seien. Dass die technischen Mittel zur politischen Beteiligung, wie sie das Internet bis dato bietet, mit großer Wahrscheinlichkeit nur einer bestimmten, mit Zeit und technischem Know-How ausgestatteten Personengruppe zukomme, sei nicht auszuschließen. Damit besteht die Möglichkeit, dass nur eine Elite von der anderen abgelöst würde. Auch die Forderungen von Piratin Domscheit-Berg, Breitband-Internet in Deutschland flächendeckend einzuführen und <del>Enkel in einer Art Generationenvertrag zur Internetnachhilfe mit ihren Großeltern zu verpflichten</del> ihr Wunsch, dass Enkel in einer Art Generationenvertrag ihren Großeltern das Internet nahebringen, werden nicht alleine das Problem lösen. Vielleicht sind solche Bedenken aber auch einfach nur post-postdemokratisch.<br />
[Anm. der Red.: Frau Domscheit-Berg korrigierte unser ursprüngliches Zitat mit dem Hinweis, dass es ihr nicht um den verpflichtenden Charakter gegangen sei, sondern dass zum Beispiel Altersheime nahe gelegene Schulen zwecks Kooperation kontaktieren könnten.]<br />
„Streitraum“, die Diskussionsreihe der Berliner Schaubühne: Mit wechselnden Themen an jedem ersten Sonntag im Monat um 12:00 Uhr; Tickets für 2,50 Euro. <a href="http://www.schaubuehne.de/de_DE/program/streitraum" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link zum Programm der Schaubühne</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-121978 alignleft" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Links, zwo, drei, vier (KW 52)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 14:27:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zensurvorwürfe gegen NRW-Justizministerin Müller-Piepenkötter, Twitterbeitrag sorgt für Tumult in Landtagssitzung, Springer-Verlag beginnt umstrittene Paid-Content-Offensive: Mehr aktuelle Infos in der Linkliste.  
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zensurvorwürfe gegen NRW-Justizministerin Müller-Piepenkötter, Twitterbeitrag sorgt für Tumult in Landtagssitzung, Springer-Verlag beginnt umstrittene Paid-Content-Offensive: Mehr aktuelle Infos in der Linkliste. <br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2143349_Nordrhein-Westfalen-Ministerin-stoppt-Internet-Kritik.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Justizministerin sperrt Webseite des Westdeutschen Rundfunks</a>
</p>
<p>
Die Mitarbeiter der nordrheinwestfälischen Justizbehörde können von ihrem Arbeitsplatz nicht mehr auf wdr.de zugreifen. Dies sei vermutlich die Reaktion auf kritische Beiträge gegen die Ministerin im wdr-Forum, so die verärgerten Justizbediensteten. Nun werfen sie der Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) Zensur vor. Das Ministerium weist die Behauptungen jedoch zurück.
</p>
<p>
<a href="http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1307810/Der-Webfehler.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet sollte was kosten dürfen</a>
</p>
<p>
Im Internet regiere entgegen aller wirtschaftlichen Grundprinzipien das „Mutter-Teresa-Prinzip&quot;, stellt das Hamburger Abendblatt fest. Das beschert uns vor allem eine Fülle an kostenlos verfügbaren Informationen, Internetfirmen und Nachrichtenportalen jedoch die finanzielle Krise. Qualitätsjournalismus sei jedoch nur realisierbar, wenn man auch bereit sei zu investieren.
</p>
<p>
<br />
<a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/aussichtslos-selbstmoerderisch-unverschaemt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Hamburger Abendblatt verschenkt nichts mehr</a>
</p>
<p>
Das Online-Angebot des Hamburger Abendblatts und der Berliner Morgenpost aus dem Springer-Verlag gibt es künftig nur noch<br />
im kostenpflichtigen Abo. Dass man jedoch nur das Gesamtpaket, keine<br />
einzelnen Artikel kaufen kann, kritisiert Blogger Stefan Niggemeier als<br />
„tödliche Strategie&quot;. Springer-Chef Mathias Döpfner <a href="http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,667250,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verteidigt die Umstrukturierung und schimpft gegen Verlegerkollegen.  </a>Und auf carta.info gibt es <a href="http://carta.info/20341/abendblatt-de-die-paid-content-schranke-funktioniert-gar-nicht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tipps, wie man die beiden Zeitungen online trotzdem ohne Bezahlschranke lesen kann</a>.
</p>
<p>
<br />
<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,667077,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitterbeitrag unterbricht Parlamentssitzung</a>
</p>
<p>
Ein Tweet des Grünen-Abgeordneten Helge Limburg führte bei der Generaldebatte zum Landeshaushalt 2010 im Niedersächsichen Landtag zu einem Eklat: Er hatte dort zuvor Innenminister Uwe Schünemann (CDU) als „unerträglichen Hetzer&quot; betitelt. Als dies im Plenum öffentlich wurde, eskalierte die Situation.<br />
<a href="http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,667250,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
</a><br />
<a href="http://carta.info/20318/conversations-kauffman-reinhard/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neues Projekt fördert Gesellschaftsdiskussion im Social Web</a>
</p>
<p>
Mit ihrem Projekt <a href="http://www.conversations-at-the-beginning-of-a-new-time.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Conversations At The Beginning Of A New Time&quot;</a> wollen die Initiatoren Internetnutzer anregen, sich online über das große Ganze und gesellschaftliche Zukunftsfragen auszutauschen und dabei interkontinental die verschiedensten Menschen zusammenbringen. Ziel sei es, ein kollaboratives und partizipatives Zukunftsbild zu entwerfen.</p>
<p><a href="http://www.welt.de/die-welt/politik/article5544669/Die-groesste-Verfassungsbeschwerde-aller-Zeiten.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Karlsruhe verhandelt bisher größte Verfassungsbeschwerde</a>
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<p>
Rund 35 000 Beschwerden hagelte es gegen die Massenspeicherung von Telefon- und Internetdaten. Am Dienstag, 15.12.09, verhandelte das Bundesverfassungsgericht nun das umstrittene Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung. Die Beschwerdeführerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) blieb wegen einem Rollenkonflikt abwesend. Ein Urteil sei frühestens im Frühjahr 2010 zu erwarten, so welt online.</p>
<p><a href="http://www.basicthinking.de/blog/2009/12/13/basic-flashback-warum-wir-eine-bill-of-rights-fuer-das-internet-brauchen/">Bill of rights für´s Internet</a>
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André Vatter vom Basic Thinking Blog spricht sich für eine globale Verfassung für das Internet aus und schließt damit an die bereits 2006 gestellten Forderungen der italienischen und brasilianischen Regierungen an. Ein Vertreter der schwedischen Piratenpartei, Christian Engström, hat dieses Bestreben kürzlich im EU-Parlament wieder aufgegriffen.<br />
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http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2143349_Nordrhein-Westfalen-Ministerin-stoppt-Internet-Kritik.html<br />
Justizministerin sperrt Webseite des Westdeutschen Rundfunk<br />
Die Mitarbeiter der nordrheinwestfälischen Justizbehörde können von ihrem Arbeitsplatz nicht mehr auf wdr.de zugreifen, vermutlich als Reaktion auf kritische Beiträge in dessen Forum, so die verärgerten Justizbediensteten. Nun werfen sie der Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) Zensur vor, das Ministerium wehrt die Behauptungen ab.</p>
<p>http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1307810/Der-Webfehler.html<br />
Internet sollte was kosten dürfen<br />
Im Internet regiere entgegen aller wirtschaftlichen Grundprinzipien das „Mutter-Teresa-Prinzip", stellt das Hamburger Abendblatt fest. Das beschert den Nutzern vor allem eine Fülle an kostenlos verfügbaren Informationen, Internetfirmen und Nachrichtenportalen jedoch die finanzielle Krise. Qualitätsjournalismus sei jedoch nur realisierbar, wenn man auch bereit ist zu investieren.</p>
<p>http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,667077,00.html<br />
Twitterbeitrag unterbricht Parlamentssitzung<br />
Ein Twitterbeitrag von Grünen-Abgeordneten Helge Limburg führte bei der Generaldebatte zum Landeshaushalt 2010 im Niedersächsichen Landtag zu einem Eklat: Er hatte dort zuvor Innenminister Uwe Schünemann (CDU) als „unerträglichen Hetzer" betitelt. Als dies im Plenum öffentlich wurde, eskalierte die Situation.</p>
<p>http://www.stefan-niggemeier.de/blog/aussichtslos-selbstmoerderisch-unverschaemt/<br />
http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,667250,00.html<br />
Das Hamburger Abendblatt verschenkt nichts mehr<br />
Das Online-Angebot des Hamburger Abendblatts gibt es künftig nur noch im kostenpflichtigen Abo, für die Leser und auch viele der Mitarbeiter völlig überraschend. Dass man jedoch nur das Gesamtpaket, keine einzelnen Artikel kaufen kann, kritisiert Blogger Stefan Niggemeier als „tödliche Strategie". Springer-Chef Mathias Döpfner verteidigt sich und schimpft gegen Verlegerkollegen. </p>
<p>http://carta.info/20318/conversations-kauffman-reinhard/<br />
Neues Projekt fördert Gesellschaftsdiskussion im Social Webfehler.html<br />
Mit ihrem Projekt „Conversations At The Beginning Of A New Time" http://www.conversations-at-the-beginning-of-a-new-time.com/ wollen die Initiatoren Internenutzer anregen, sich online über gesellschaftliche Zukunftsfragen auszutauschen und dabei internkontinental die verschiedensten Menschen zusammenbringen. Ziel sei es, ein  kollaboratives und partizipatives Zukunftsbild zu entwerfen.</p>
<p>http://www.welt.de/die-welt/politik/article5544669/Die-groesste-Verfassungsbeschwerde-aller-Zeiten.html<br />
Karlsruhe verhandelt bisher größte Verfassungsbeschwerde<br />
Rund 35 000 Beschwerden hagelte es gegen die Massenspeicherung von Telefon- und Internetdaten. Vergangenen Dienstag, 15.12.09, verhandelte das Bundesverfassungsgericht nun das umstrittene Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung. Die   Beschwerdeführerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) blieb aus Rollenkonflikten abwesend. Ein Urteil sei frühestens im Frühjahr 2010 zu erwarten, so welt online.</p>
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http://www.basicthinking.de/blog/2009/12/13/basic-flashback-warum-wir-eine-bill-of-rights-fuer-das-internet-brauchen/<br />
Bill of rights für´s Internet<br />
André Vatter vom Basic Thinking Blog spricht sich für eine globale Verfassung für das Internet aus und schließt damit an die bereits 2006 gestellten Forderungen der italienischen und brasilianischen Regierungen an. Ein Vertreter der schwedischen Piratenpartei, Christian Engström, hat dieses Bestreben kürzlich im EU-Parlament wieder aufgegriffen.
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<p><a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2143349_Nordrhein-Westfalen-Ministerin-stoppt-Internet-Kritik.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"></a></p>
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		<item>
		<title>Callactive gegen Niggemeier: Verfahren beendet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/callactive-gegen-niggemeier-verfahren-beendet-3954/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 08:39:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Landgericht Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Niggemeier]]></category>
		<category><![CDATA[Callactive]]></category>
		<category><![CDATA[Verfahren]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Rechtstreit zwischen der Firma Callactiv und dem Medienjournalisten und Blogger Stefan Niggemeier wird es kein Urteil darüber geben, wer wann und wie für Kommentare in Blogs und Foren haften muss. <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/callactive-niggemeier-iii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie Niggemeier berichtet</a>, zog Callactive, Anbieter von &#34;Telefongewinnspielen&#34;, im Berufungsverfahren vor dem Oberlandesgericht Hamburg einen Antrag auf einstweilige Verfügung zurück.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rechtstreit zwischen der Firma Callactiv und dem Medienjournalisten und Blogger Stefan Niggemeier wird es kein Urteil darüber geben, wer wann und wie für Kommentare in Blogs und Foren haften muss. <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/callactive-niggemeier-iii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie Niggemeier berichtet</a>, zog Callactive, Anbieter von &quot;Telefongewinnspielen&quot;, im Berufungsverfahren vor dem Oberlandesgericht Hamburg einen Antrag auf einstweilige Verfügung zurück.<!--break--></p>
<p>
Ein zweites Verfahrren vor dem Amtsgericht München zwischen Niggemeier und Callactive endete bereits im Juni: Das Gericht entschied, dass Niggemeier seinen Prüfungspflichten nachgekommen sei, das Unternehmen daher keinen Unterlassungsanspruch erheben könne.
</p>
<p>
Die Firma Callactive hatte gegen den Journalisten vor dem Landgericht Hamburg und dem Amtsgericht München geklagt. Streitpunkt waren in beiden Fällen Kommentare von Usern auf Niggemeiers Blog. Der Blogger hatte beide Kommentare gelöscht, sobald er Kenntnis von ihnen hatte. Callactive war allerdings der Meinung, Niggemeier hätte von vornerein verhindern müssen, dass die Kommentare veröffentlicht werden.
</p>
<p>
Das Landgericht Hamburg gab Callactive in erster Instanz recht (<a href="/wieder-mal-schlimme-forumsentscheidung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wir berichteten</a>). Für Niggemeier (und ggfs. auch für weitere Blogger und Forenbetreiber) hätte dies bedeutet, dass er alle Kommentare vor Veröffentlichung hätte lesen müssen &#8211; zumindest, wenn er in seinen Artikeln &quot;brisante Themen&quot; behandelt. Niggemeier legte daraufhin Berufung ein.
</p>
<p>
Das Amtsgericht München entschied anders: Zwar müssten Kommentare geprüft werden, aber nicht vorab, heißt es in der <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/dokumentation-amtsgericht-muenchen-ueber-forenhaftung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Urteilsbegründung</a>: &quot;Durch eine notwendige Vorabprüfung würde der vom Verfassungsgeber gewünschte, wohl zum Großteil nicht rechtsverletzende Meinungsaustausch &#8216;abgewürgt&#8217;.&quot; Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.</p>
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		<title>Niggemeier &#034;Journalist des Jahres&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/niggemeier-journalist-des-jahres-3654/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Gievert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Dec 2007 15:59:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Niggemeier]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Glückwunsch: Der bloggende Journalist oder journalistisch arbeitende Blogger <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan Niggemeier</a> ist vom Branchenblatt &#34;Medium Magazin&#34; zum &#34;Journalisten des Jahres&#34; gekürt worden. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Glückwunsch: Der bloggende Journalist oder journalistisch arbeitende Blogger <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan Niggemeier</a> ist vom Branchenblatt &quot;Medium Magazin&quot; zum &quot;Journalisten des Jahres&quot; gekürt worden. <!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Ihm sei es gelungen, ein Zeichen für Qualitätsjournalismus im Internet zu setzen, hieß es in der Begründung der Jury. Seiner akribischen<br />
Recherche sei es zu verdanken, dass &quot;2007 zweifelhafte Gewinnspiele im<br />
Fernsehen zu einem öffentlichen Thema wurden.&quot;
</p>
<p>
Stefan Niggemeier ist neben Christoph Schultheis auch Macher des <a href="http://www.bildblog.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BILDBlog</a>. Mitte Oktober war Niggemeier auch zu <a href="/blogs-koennen-massenmedien-kontrollieren">Gast im tagesschau-Chat </a>in Kooperation mit politik-digital.de.
</p>
<p>
Aktuell befindet sich Niggemeier in einem Rechtsstreit mit einem Call-In-TV-Anbieter, der Ausstrahlung auf alle Blogs und Internetforen haben könnte. Es geht darum, ob man alle<a href="/wieder-mal-schlimme-forumsentscheidung"> Kommentare von Usern vormoderieren muss</a>, um sich vor Schadenersatzansprüchen Dritter zu schützen.</p>
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		<title>Wieder mal schlimme Forumsentscheidung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wieder-mal-schlimme-forumsentscheidung-3625/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Dec 2007 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Landgericht Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Niggemeier]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Der Blogger Stefan Niggemeier muss in Zukunft jeden Kommentar vorab lesen, bevor er für alle Nutzer sichtbar gemacht wird. Zumindest, wenn es sich um Beiträge von ihm handelt, die erwarten lassen, dass sich Menschen rechtswidrig dazu äußern. So will es nach Niggemeiers Darstellung das Landgericht Hamburg, das eine <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/callactive-gmbh-niggemeier-ii/">Einstweilige Verfügung</a> gegen Niggemeier bestätigte.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Der Blogger Stefan Niggemeier muss in Zukunft jeden Kommentar vorab lesen, bevor er für alle Nutzer sichtbar gemacht wird. Zumindest, wenn es sich um Beiträge von ihm handelt, die erwarten lassen, dass sich Menschen rechtswidrig dazu äußern. So will es nach Niggemeiers Darstellung das Landgericht Hamburg, das eine <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/callactive-gmbh-niggemeier-ii/">Einstweilige Verfügung</a> gegen Niggemeier bestätigte.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Der Kommentar, um den es sich handelte,<br />
war auch nach Niggemeiers Ansicht klar rechtsverletztend und wurde<br />
mitten in der Nacht vorgenommen; am nächsten Morgen wurde er sofort von<br />
dem Blogger entfernt. Doch das half nichts.</p>
<p>Das Gericht ließ aus Sicht von Niggemeier offen, nach welchen Beiträgen<br />
in Zukunft der Modus auf &quot;Moderierte Kommentare&quot; geschaltet werden<br />
muss. Niggemeier verstand das Gericht so, dass sich die Prüfpflicht nur<br />
auf &quot;brisante Themen&quot; bezieht &#8211; aber was ist das? &quot;Außerordentlich weltfremd&quot; sei diese Forderung, kommentiert denn Niggemeier auch die<br />
Gerichtsentscheidung, gegen die der Betroffene nun Berufung einlegen<br />
will.</p>
<p>Jedenfalls würde eine solche Praxis klar zur Selbstzensur und zum<br />
Abwürgen vieler fruchtbarer Blog-Debatten führen. Einige<br />
politik-digital.de-Projekte, die auf Provokation als Einladung zum<br />
Dialog setzen (z.B. &quot;ich-gehe-nicht-hin.de &#8211; den Nichtwählern eine<br />
Stimme geben&quot;) wären vielleicht in Zukunft nicht mehr möglich; tausende<br />
andere Blogger wären ebenfalls betroffen. Wie kann man bei Gerichten<br />
für medienkompetente und abgewogene Urteile sorgen? Kampagnen gegen<br />
eine Gerichtsentscheidung bringen nicht viel, fürchte ich. Oder doch?<br />
Bildung tut not &#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
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