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	<title>Steffen Kampeter &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Steffen Kampeter &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#034;Nicht nur von den Märkten treiben lassen&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/nicht-nur-von-den-maerkten-treiben-lassen-4785/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina Schröter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 17:10:13 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Tagesschau-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Video-Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[Steffen Kampeter war am Dienstag, den 02. März 2010 zu Gast im tagesschau-Videochat
in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Die User diskutierten mit dem Finanzstaatssekretär und CDU-Bundestagsabgeordneten unter anderem über die aktuelle Hartz IV-Debatte, mögliche Steuersenkungen, die Staatsverschuldung und den Koalitionsstreit zwischen CDU und FDP und das Sponsoring von CDU-Parteitagen.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Steffen Kampeter war am Dienstag, den 02. März 2010 zu Gast im tagesschau-Videochat<br />
in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Die User diskutierten mit dem Finanzstaatssekretär und CDU-Bundestagsabgeordneten unter anderem über die aktuelle Hartz IV-Debatte, mögliche Steuersenkungen, die Staatsverschuldung und den Koalitionsstreit zwischen CDU und FDP und das Sponsoring von CDU-Parteitagen.<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><center><a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll546.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/chatkampeter.jpg" height="311" width="514" /></a></center></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Wenn Sie den Videochat noch einmal sehen wollen, klicken Sie einfach auf das Bild. </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Wir wollen bis zum Jahre 2012 ausgeglichene Haushalte haben&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/wir-wollen-bis-zum-jahre-2012-ausgeglichene-haushalte-haben-139/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jun 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Freitag, 2. Juni, war Steffen Kampeter, 
Haushaltsexperte der Unionsfraktion, zu Gast im tagesschau-Chat 
<span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de. Mit den Nutzern 
diskutierte er über die Haushaltspolitik der Großen Koalition 
und die Verschärfungen bei Hartz IV.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Freitag, 2. Juni, war Steffen Kampeter,<br />
Haushaltsexperte der Unionsfraktion, zu Gast im tagesschau-Chat<br />
<span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de. Mit den Nutzern<br />
diskutierte er über die Haushaltspolitik der Großen Koalition<br />
und die Verschärfungen bei Hartz IV.</span></b><!--break-->
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Liebe Politik-Interessierte, Anhänger<br />
und Gegner der schwarz-roten Koalition, willkommen zum tagesschau-Chat,<br />
heute ausnahmsweise nur 45 Minuten. Unser Gast im ARD-Hauptstadtstudio<br />
ist diesmal Steffen Kampeter, haushaltspolitischer Sprecher der<br />
Unionsfraktion im Bundestag. Vielen Dank, Herr Kampeter, dass Sie<br />
sich die Zeit für den Chat nehmen. Wie immer sind Fragen zu<br />
allen Themen willkommen. Steffen Kampeter ist also der Mann, der<br />
für die Union den genauen Blick in die Staatskasse wirft &#8211;<br />
mit Folgen für die Bürger, wie wir wissen. Gestern Abend<br />
hat der Haushaltsausschuss des Bundestags mit schwarz-roter Mehrheit<br />
den Etat für 2006 verabschiedet. Eine Rekord-Neu-Verschuldung<br />
von 38,19 Milliarden Euro ist dabei herausgekommen. Die nächsten<br />
Belastungen könnten da möglicherweise nicht lange auf<br />
sich warten lassen, sei es bei Hartz IV oder beim Bürger der<br />
Arbeit hat. Starten wir hiermit:
</p>
<p>
<b>thun:</b> Herr Kampeter, ist es in Deutschland überhaupt<br />
möglich den Haushalt in den Griff zu bekommen? Ich habe das<br />
Gefühl, dass auch die große Koalition der Versuchung<br />
erliegt, Einigungen durch &quot;teure Kompromisse&quot; zu erkaufen.
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Der Haushalt 2006 ist der Beginn<br />
eines Umsteuerungsprozesses. Wir wollen bis zum Jahre 2012 ausgeglichene<br />
Haushalte haben. Bei einem strukturellen Defizit von 60 Mrd. Euro<br />
geht das nicht von heute auf morgen, sondern ist ein langer und<br />
steiniger Weg.
</p>
<p>
<b>G2Go:</b> Warum traut sich die große Koalition<br />
es sich nicht zu, mal klare Strukturveränderungen einzuleiten?<br />
Die Wissenschaft macht am laufenden Band Vorschläge, die die<br />
Politik nicht durchsetzt. Dabei wissen alle, dass sich eine Reform<br />
nicht vermeiden lässt.
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Anders als die Wissenschaft<br />
ist Politik die Kunst des Möglichen. Das Wahlergebnis vom September<br />
2006 war kein Mandat für radikale Reformen, sondern für<br />
eine Politik der kleinen Schritte. Die große Koalition handelt<br />
nicht im Wissenschafts- sondern im Wählerauftrag.
</p>
<p>
<b>Sozialdemokrat112:</b> Werter Herr Kampeter, meinen<br />
Sie, dass es vielleicht besser gewesen wäre, lieber die Einkommenssteuer<br />
statt der Mehrwertsteuer zu erhöhen? Dies würde man im<br />
Volk weniger schnell merken als die drastischen Einschnitte bei<br />
den Bürgern beim Einkaufen.
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Grundsätzlich bin ich der<br />
Auffassung, dass die Einkommenssteuerlast in Deutschland zu hoch<br />
ist. Unter Strukturgesichtspunkten bin ich der Auffassung, dass<br />
es wachstums- und beschäftigungswirksamer ist, Konsum zu besteuern,<br />
als weitere Lasten auf den Faktor Arbeit zu legen. Auf dieses Konzept<br />
hat sich auch die Große Koalition gemeinsam verständigt<br />
und es mit dem Haushaltsbegleitgesetz 2006 auch in die Wege geleitet.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Ein Detail aus dem Haushalt:
</p>
<p>
<b>arzt nich im einsatz:</b> Halten Sie es für eine<br />
sinnvolle Ausgabe, Geld für die Rekonstruktion von geschredderten<br />
Stasi-Akten zur Verfügung zu stellen? Ich meine, sollte man<br />
angesichts der Staatsschulden nicht lieber Geld für andere<br />
Dinge aufwenden als für diese Form der &quot;Vergangenheitsbewältigung&quot;<br />
?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Die Zukunft kann nur gestaltet<br />
werden, wenn man zu allen Phasen der Vergangenheit auch verantwortliche<br />
Aufklärung getrieben hat. Dies gilt auch für die zweite<br />
deutsche Diktatur und deshalb finde ich es auch im Interesse der<br />
Opfer richtig, einen umfassenden Überblick über die Tätigkeit<br />
der Stasi zu erhalten. Die Schnipsel-Maschine wird jetzt auf ihre<br />
Wirksamkeit hin überprüft und das Projekt wird nur realisiert,<br />
wenn weitere verwertbare Ergebnisse auch zu erwarten sind.
</p>
<p>
<b>fragend:</b> Noch nie wurden so viele Kredite aufgenommen,<br />
wie in diesem Haushalt. Nennt sich das Sparpolitik?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Dieser Haushalt ist ein ehrlicher<br />
Haushalt. Er zeigt die Dramatik der Schieflage, in die der Haushalt<br />
in den letzten Jahren geraten ist. Ich will keine Schulden wegtricksen,<br />
sondern sie müssen offen ausgewiesen sein. Vom Sparen kann<br />
man tatsächlich nicht ernsthaft reden, sondern lediglich von<br />
der Verringerung der Schulden. Und das passiert erst, wenn die Haushalte<br />
am Ende der nächsten Legislaturperiode ausgeglichen sind.
</p>
<p>
<b>Sozi(HY) 212:</b> Werter Herr Kampeter, wie stehen<br />
Sie zur Reichensteuer? Eine gute Entscheidung der Regierung, oder<br />
halten Sie dies für negativ?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Sie steht im Koalitionsvertrag<br />
und wird daher von der Koalition insgesamt getragen. Ich selbst<br />
hätte diesen Vorschlag nie im Leben unterbreitet. Das Aufkommen<br />
ist minimal, der Erhebungsaufwand riesig. Der ideologische Gehalt<br />
hoch. Die Reichensteuer ist kein Glücksgriff.
</p>
<p>
<b>wiehenLK:</b> Es wird immer nur zu Lasten der kleinen<br />
Leute gespart. Ich habe noch nie gehört, dass bei der Parteienfinanzierung<br />
oder Wahlkampfkostenerstattung aus öffentlichen Haushalten<br />
reduziert wird. Wie ist Ihre Stellungnahme hierzu?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Das Sozialbudget des Haushaltes<br />
2006 ist das größte der deutschen Nachkriegsgeschichte.<br />
Die Leistungen insbesondere für Einkommensschwache und Familien<br />
haben einen Höchststand erreicht. Ich kann nicht erkennen,<br />
dass ausschließlich bei den Kleinen gespart wird.
</p>
<p>
<b>mrcoolvogelbert:</b> Kann man einem Hartz-IV-Empfänger<br />
überhaupt die komplette Unterstützung streichen? Gibt<br />
es da nicht schon entsprechende Sozialgerichtsurteile, die ein Absenken<br />
unter 70 Prozent unterbinden?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Die komplette Unterstützung<br />
soll nicht gestrichen werden. Das Hartz IV Fortentwicklungsgesetz<br />
sieht lediglich vor, zu verbindlichen Kürzungen zu kommen,<br />
wenn eine zumutbare Arbeit abgelehnt wird. Wenn für eine staatliche<br />
Leistung eine Gegenleistung verweigert wird halte ich eine Kürzung<br />
allerdings gerecht gegenüber denjenigen, die dies aus ihren<br />
Steuerzahlungen finanzieren müssen.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Sie haben mal eine Kürzung der<br />
Regelsätze bei Hartz IV ins Gespräch gebracht:
</p>
<p>
<b>toria:</b> Um wie viel Euro wollen Sie den Regelsatz<br />
kürzen?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Nach der letzten Einkommensstatistik<br />
von Sozialminister Müntefering liegt das Existenzminimum bei<br />
345 Euro. Eine Kürzung dieses Regelsatzes ist nicht vorgesehen,<br />
die Koalition hat sich anders entschieden. Ich möchte allerdings<br />
darauf hinweisen, dass der alte Sozialhilferegelsatz lediglich bei<br />
290 Euro West bzw. 280 Euro Ost lag. Und hierin liegt auch eine<br />
Quelle der Mehrausgaben im Bereich der passiven Leistungen der Arbeitsmarktpolitik.
</p>
<p>
<b>ThomasH:</b> Herr Kampeter, sind Ihnen empirische<br />
Daten bekannt, die eine Verschärfung der bestehen Hartz-IV-Regelungen<br />
gegen Missbrauch rechtfertigen? Wenn ja, welches sind diese Quellen?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Der Rechnungshof hat in einem<br />
umfassenden Bericht Vollzugsdefizite beim Hartz IV festgestellt.<br />
Sie umfassen alle Bereiche sowohl der Arbeitsverwaltung wie auch<br />
der Kommunen und führen zu erheblichen Mehrausgaben für<br />
den Steuerzahler. So werden mit Betroffenen die notwendigen Gespräche<br />
erst mit monatelanger Verzögerung geführt. Die Anspruchsvoraussetzung<br />
sind offenbar in einer Reihe von Fällen nur mangelhaft geprüft<br />
worden. Deshalb hat der Haushaltsausschuss auch eine Effizienz-Offensive<br />
bei der Umsetzung von Hartz IV in den Haushaltsberatungen gefordert.
</p>
<p>
<b>lausi:</b> Laufen die Sanktionen gegen Arbeitsunwillige<br />
nicht ins Leere, wenn den ALG II-Empfängern keine Angebote<br />
gemacht werden können, weil die Vermittler keine haben?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Die Höhe der Lohnersatzleistungen<br />
hat den Niedriglohnbereich in Deutschland verdrängt. Deswegen<br />
überlegt die Große Koalition auch unter dem Begriff &quot;Kombilohn&quot;,<br />
ob es eine intelligente Verzahnung von Lohnersatzleistungen und<br />
Niedriglohn geben kann. Dieser Markt muss wieder aktiviert werden.<br />
Meiner Einschätzung nach gibt es keinen Mangel an Arbeit, sondern<br />
die Rahmenbedingungen müssen wieder verbessert werden.
</p>
<p>
<b>David22:</b> Warum findet die CDU immer noch Spielraum<br />
beim Kürzen bei Hartz IV etc., blockt eine Einnahme-Steigerung<br />
z.B. mit einer echten Reichensteuer aber ab? Wäre eine richtige<br />
Vermögenssteuer nicht gerechter?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Die große Koalition will<br />
die Staatsquote zum Ende dieser Legislaturperiode auf das Niveau<br />
zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung absenken. Wir wollen weniger<br />
und nicht mehr Staat. Deshalb hat Bundesfinanzminister Steinbrück<br />
auch klar gesagt, dass über die bereits beschlossenen Steueranpassungen<br />
hinaus keine Sanierung der Staatsfinanzen auf der Einnahmenseite<br />
erfolgen soll. Das setzt Ausgabendisziplin auch im Sozialbereich<br />
voraus.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Die Gewinne der Unternehmen steigen<br />
allerdings, die Löhne nicht oder weniger. Das ist doch ein<br />
Problem, oder?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Arbeitsplätze werden von<br />
Unternehmen geschaffen. Dies setzt eine gewisse Ertragsstärke<br />
in Unternehmen voraus. Deswegen sind Unternehmensgewinne Vorraussetzungen<br />
für Investitionen und Arbeitsplätze. Wir dürfen nicht<br />
die Verteilungsfragen vor den Fragen diskutieren, wie wir unsere<br />
wirtschaftliche Leistung überhaupt erst erwirtschaften.
</p>
<p>
<b>Sozi(HY) 212:</b> Werter Herr Kampeter, sind Sie für<br />
ein härteres Durchgreifen bei Steuerbetrügern?
</p>
<p>
<b>toria:</b> Es gibt laut Steuergewerkschaft 70 Mrd.<br />
Euro Steuerbetrug (u.a. Umsatzsteuerkarusselle). Warum bekämpfen<br />
Sie diesen nicht mit dem gleichen Elan, wie den Missbrauch bei Hartz-IV-Empfängern?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Zu Sozi: Ja, das ist auch eine<br />
Frage der Gerechtigkeit. Steuerbetrug und Subventionsbetrug sind<br />
Betrug. Zu toria: Die Landesfinanzbehörden beziehen die Anregungen<br />
der Deutschen Steuergewerkschaft regelmäßig in ihre Aktivitäten<br />
ein. Die Zahl von 70 Mrd. Euro hat sich allerdings bisher nicht<br />
erhärtet. Steuerbetrug muss entschlossen verfolgt werden. Ein<br />
einfacheres Steuersystem würde es den Steuerhinterziehern schwerer<br />
und den Kontrolleuren sehr viel leichter machen. Hier liegt die<br />
eigentliche Lösung des Problems.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Jeder Steuerprüfer bringt das<br />
Vielfache des Geldes rein, das er kostet: Warum werfen Sie diese<br />
Geldmaschine nicht an?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Mit Verlaub &#8211; der Bund betreibt<br />
keine Steuerprüfung, das machen die Länder. Wenn die Länderfinanzminister<br />
der Auffassung sind, dass ein Steuerprüfer mehr Einnahmen bringt<br />
als er kostet, werden sie auch die notwendige Anzahl von Steuerprüfern<br />
einstellen. Aber es bleibt dabei: Ein einfacheres Steuersystem ist<br />
die überzeugendere Antwort als ein ausgeweitetes Kontrollsystem.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Noch mal zum Thema Hartz IV:
</p>
<p>
<b>Hadien:</b> Die Bundesanstalt für Arbeit hat<br />
in einem Bericht festgestellt, dass der Missbrauchsanteil bei 2-3<br />
Prozent liegt. Halten Sie es für gerechtfertigt, dafür<br />
pauschal alle ALG II-Bezieher des Missbrauchs zu beschuldigen?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Der Rechnungshofbericht geht<br />
von einem höheren Anteil von Vollzugsdefiziten aus. Es handelt<br />
sich bei den Mehrausgaben nicht ausschließlich um Gesetzesmissbrauch,<br />
sondern auch um mangelhaftes Verwaltungshandeln. Beides kann sich<br />
der Steuerzahler allerdings nicht leisten. Im Übrigen schützen<br />
wir auch die Hilfeempfänger so vor Vorwürfen, sie würden<br />
Hilfe zu Unrecht erhalten.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Ein weiteres Thema, das die Menschen<br />
konkret sehr betrifft: In den Bedarfsgemeinschaften sind ALG-II-Empfänger<br />
füreinander finanziell verantwortlich:
</p>
<p>
<b>Donald:</b> Zum Thema Bedarfsgemeinschaften: Wie soll<br />
ich eigentlich beweisen, dass ich nicht mit der Frau zusammen bin,<br />
die in meiner Wohnung lebt?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Die getroffene Regelung im SGB-Optimierungsgesetz<br />
(Beweislastumkehr) ersetzt die Kontrolle der örtlich Verantwortlichen<br />
in den Wohnungen der Hilfeempfänger. Es gibt einen umfassenderen<br />
Schutz der Privatsphäre, daher halte ich diese Regelung auch<br />
für angemessen. Im Übrigen bedenken Sie bitte, alles Geld,<br />
was in Hartz IV ausgegeben wird, nehmen wir anderen Menschen durch<br />
Steuerzahlungen weg. Im Interesse dieser Steuerzahler muss auch<br />
eine Ausgabenkontrolle erfolgen, alles andere wäre ungerecht.
</p>
<p>
<b>freespeech:</b> Glauben Sie, dass die Ausgrenzung<br />
von sozial Schwachen die wirtschaftlichen Probleme auf moralisch<br />
vertretbare Art lösen kann?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Es gibt keine Ausgrenzung von<br />
sozial Schwachen. Ich wiederhole: Wir haben noch nie so viele passive<br />
Leistungen im Bereich Arbeitsmarkt ausgegeben wie jetzt, obwohl<br />
die Anzahl der Arbeitslosen sich nicht wesentlich verändert<br />
hat. Ich kann darin keine Ausgrenzungsstrategie erkennen.
</p>
<p>
<b>klaus111:</b> Zu Steuerbetrug: Ein auf Kosten schauender<br />
Betriebswirtschaftler fängt beim Sparen da an, wo am meisten<br />
herauszuholen ist. Diese Regierung tut das anscheinend nicht.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Dieser Vorwurf bringt mich zur Frage:<br />
Wo im Haushalt kann Ihrer Ansicht nach mit wenigen Maßnahmen<br />
noch am meisten gespart werden?
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Wenn es diese Maßnahmen<br />
gäbe, wäre mein Job überflüssig. Tatsache ist:<br />
Es muss überall in der gesamten Breite überprüft<br />
werden, welche staatlichen Ausgaben und Aufgaben noch notwendig<br />
sind. Das fängt bei kleinen Projekten an, geht aber bis in<br />
milliardenschwere Beschaffungsprojekte.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Nennen Sie uns doch mal ein Beispiel.
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Der Haushaltsausschuss schaut<br />
sich z.B. den BND-Umzug sehr intensiv unter Kostengesichtspunkten<br />
an und es wird auch zu Einsparungen hier kommen. Wir haben die Öffentlichkeitsarbeit<br />
der Ministerien pauschal um 10 Prozent gekürzt und haben in<br />
vielen kleineren Titeln Korrekturen vorgenommen. Auch der Stellenbereich<br />
ist nicht ausgespart worden. Wir haben den Personalbestand mit den<br />
Beschlüssen des Haushaltsausschusses auf das Niveau von 1990<br />
zurückgeführt. All dies sind kleine Schritte, die unterm<br />
Strich verhindern, dass der Staatshaushalt komplett zusammenbricht.
</p>
<p>
<b>dagobert:</b> Kann der Staat bei Leistungen für<br />
Beamte weiter kürzen? Oder verstärkt dies nicht nur noch<br />
den brain-drain? Schließlich haben Viele in gute Leistungen<br />
vertraut.
</p>
<p>
<b><b>Steffen Kampeter:</b></b> Die soziale Situation der Beschäftigten<br />
im öffentlichen Dienst war (wie z.B. Arbeitsplatzsicherheit)<br />
ein wichtiges Argument, dass wir die Sonderzahlungen sozial verträglich<br />
abgesenkt haben. Dieser Schritt ist in der Privatwirtschaft schon<br />
längst durchgeführt worden und der öffentliche Dienst<br />
vollzieht das nach.
</p>
<p>
<b>Kai03:</b> Haben sie nicht durch die Hintertüre<br />
doch Kombi-Löhne eingeführt? Da es fast keine Jobs mehr<br />
gibt, von denen man tatsächlich leben kann, beziehen die meisten<br />
weiterhin ALG II bzw. Hartz IV.
</p>
<p>
<b>Steffen Kampeter:</b> Die Problembeschreibung kann ich nicht vollständig<br />
zurückweisen. Das ist ja auch der Hintergrund, weshalb ich<br />
die Hartz-IV-Debatte unter dem Gesichtspunkt des Lohnabstandsgebotes<br />
mit angestoßen habe. Hier müssen wir insbesondere zur<br />
Aufrechterhaltung eines regulären Arbeitsmarktes für schwierig<br />
Vermittelbare im Arbeitsmarkt weitere Antworten finden. Mit der<br />
derzeitigen Situation bin ich genauso wenig zufrieden wie Sie.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Blick in die Zukunft: Schließen Sie eine Senkung<br />
der Regelsätze bei Hartz IV für diese Legislaturperiode<br />
aus?
</p>
<p>
<b>Steffen Kampeter:</b> Ich kann dafür keine parlamentarischen Mehrheiten<br />
erkennen. Die Zuschläge, die Vollzugsdefizite, die Missbrauchstatbestände,<br />
die Fehlanreize, die Ausgabenentwicklung wollen wir aber genau analysieren<br />
und noch in diesem Herbst gegebenenfalls Konsequenzen ziehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war unserer Tagesschau-Chat bei tagesschau.de und<br />
politik-digital.de, heute nur 45 Minuten. Vielen Dank für Ihr<br />
Interesse, und vielen Dank an Herrn Kampeter. Der nächste Chat:<br />
Freitag 9. Juni um 12.00 Uhr mit Björn Böhning (SPD).<br />
Das Protokoll des Chats ist in Kürze zum Nachlesen auf den<br />
Seiten von tagesschau.de und politik-digital.de zu finden. Das tagesschau-Chat-Team<br />
wünscht noch einen schönen Tag und ein schönes verlängertes<br />
Pfingst-Wochenende.
</p>
<p>
<b>Steffen Kampeter:</b> Tschüss!</p>
]]></content:encoded>
					
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