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	<title>Stephan Mosel &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Stephan Mosel &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Das &#8220;Wie&#8221; und nicht mehr nur das &#8220;Was&#8221; des Lernens&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdas_quotwiequot_und_nicht_mehr_nur_das_quotwasquot_des_lernensquot-126/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[bbergevoet]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Sep 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
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		<category><![CDATA[E-Learning]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsblog]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Montag, 25. September, 
war Stephan Mosel, eTeaching Experte und Betreiber des Bildungsblogs, 
zu Gast im <a href="http://www.e-teaching.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Teaching.org</a> 
Live-Chat<span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de. Er 
sprach mit den Nutzern über Social Software und neue Möglichkeiten 
des Lernens.</span></span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Montag, 25. September,<br />
war Stephan Mosel, eTeaching Experte und Betreiber des Bildungsblogs,<br />
zu Gast im <a href="http://www.e-teaching.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Teaching.org</a><br />
Live-Chat<span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de. Er<br />
sprach mit den Nutzern über Social Software und neue Möglichkeiten<br />
des Lernens.</span></span></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Liebe Nutzerinnen und<br />
Nutzer von E-Teaching.org, willkommen zum E-Teaching.org Live-Chat.<br />
Zu Gast ist Stephan Mosel, Social Software-Experte und Betreiber<br />
des Bildungsblogs. Einen schönen guten Tag nach Tübingen<br />
und vielen Dank, dass Sie Zeit für uns haben. Können wir<br />
beginnen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Ja ich bin soweit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Einstieg eine grundsätzliche<br />
Frage: Was genau ist eigentlich Social Software?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Social Software ist ein relativ<br />
weiter Begriff. Im weitesten Sinne ist es Software, die die Kommunikation<br />
und Interaktion zwischen UserInnen ermöglicht. In einer etwas<br />
engeren Definition dient sie auch der gegenseitigen Vernetzung und<br />
macht diese Netzwerke die entstehen können auch sichtbar.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Welche Formen, die man im Netz beobachten<br />
kann, zählen dazu?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Im weiteren Sinne ist Social Software<br />
auch E-Mail, Instant Messaging, VoIP usw. Im engeren Sinne handelt<br />
es sich dabei beispielsweise um Wikis, Weblogs, Social Bookmark<br />
Manager, Photo-Sharing Plattformen oder Social Networking Portale.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Inwiefern grenzt sich denn Social Software<br />
gegenüber normaler Software ab?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Wenn man jetzt von der engeren<br />
Definition ausgeht, steht die Interaktion und Community-Bildung<br />
im Vordergrund. Und es ist möglich, die Netzwerke zu visualisieren,<br />
also die Zugehörigkeit zu einer Themengruppe oder Community.
</p>
<p>
<b>Bussy65:</b> Ist Social Software nicht eigentlich<br />
nur ein Hype? Was ist wirklich essentiell neu?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Bis zu einem gewissen Grad bezeichnet<br />
der Begriff in der Tat Dinge, die schon da waren oder auch den ursprünglichen<br />
Charakter des Internets ausmachen. Denken Sie zum Beispiel an die<br />
Möglichkeit, in Forschungseinrichtungen Informationen weitergeben<br />
zu können. Oder an das Usenet. Neuartig erscheint mir dabei,<br />
dass es für immer mehr NutzerInnen möglich wird, Social<br />
Software zu nutzen, ohne dass sie HTML beherrschen müssen oder<br />
wissen, wie man eine Webseite erstellt. Das wird durch Personal<br />
Publishing Systeme, Weblogs, Wikis, Social Bookmark Manager usw.<br />
bedeutend einfacher.
</p>
<p>
<b>Alexander B.:</b> Was unterscheidet Social Software<br />
zu früherer Kommunkationssoftware wie Newsgroups, IRC, Bulletinboards?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Der Unterschied liegt darin, dass<br />
die Relationen zwischen UserInnen sichtbarer werden und zur Entstehung<br />
mehr oder minder loser Netzwerke führen. Denken Sie zum Beispiel<br />
an die gegenseitige Vernetzung durch Blogrolls oder mittels Social<br />
Networking Portalen. Weiterhin geben viele Tools die Möglichkeit,<br />
eine personengebundene virtuelle Präsenz zu etablieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die nächste Frage kommt im Doppelpack:
</p>
<p>
<b>lummerland:</b> Kommen Social Software Apologeten<br />
nicht langsam in Zugzwang? Alle reden drüber, aber zu sehen<br />
gibt es nicht wirklich viel.
</p>
<p>
<b>Hasenchart</b>: Warum wurde der Begriff Social Software<br />
jetzt erst entdeckt? Die meiste Software die genannt wurde gibt<br />
es doch schon länger.
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Ich denke das Social Software eine<br />
neue Art und Weise, wie das Internet auch von einer nun größeren<br />
Zahl von UserInnen genutzt wird, bezeichnet. Gerade im Bereich von<br />
Weblogs, Wikis, Social Networking Sites usw. reden wir von einem<br />
Phänomen, das in der Breite der Nutzung noch so alt nicht ist.<br />
Die Nutzung nimmt nach wie vor stark zu. So ist zwar die Wikipedia<br />
relativ vielen NutzerInnen bekannt, andere Wikis werden aber noch<br />
eher selten verwendet.
</p>
<p>
<b>patricia:</b> Welche Kompetenzen braucht man um Social<br />
Software erfolgreich bedienen zu können. Soziale E-Kompetenz?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Ja. Ich denke, dass sich diese<br />
nach und nach herausbildet. Die Nutzung von Social Software und<br />
die dafür erforderlichen Kompetenzen scheinen da in einer Art<br />
Wechselwirkung zueinander zu stehen.
</p>
<p>
<b>Dosenfutter:</b> Was hat Social Software mit Bildung<br />
zu tun? Können Sie ein praktisches Beispiel nennen?
</p>
<p>
<b>Dieter Horn:</b> Wie hoch schätzen Sie den pädagogischen<br />
Nutzen dieser Software für das E-Teaching ein?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Im Bildungsbereich werden momentan<br />
meist eher geschlossene Course Management Systeme genutzt. Diese<br />
sind eng an eine Veranstaltung mit einem geschlossenen Personenkreis<br />
und einem bestimmten Thema verbunden. Social Software hingegen macht<br />
es einfacher, auch außerhalb dieser geschlossenen Räume<br />
zu lernen und orientiert sich eher an Personen und Themen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Können Sie noch einmal kurz auf<br />
den Zusammenhang von Social Software und Bildungsarbeit eingehen?
</p>
<p>
<b>Dunja:</b> Lässt sich diese Art von Software<br />
auch für Lernprozesse einsetzen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Social Software kann dem kooperativen<br />
Lernen dienen, welches auch außerhalb einer bestimmten Veranstaltung<br />
stattfindet. So wird es möglich, Netzwerke mit einem dauerhaften<br />
Interesse an bestimmten Themen zu bilden. Der (virtuelle) Seminarraum<br />
ist kein geschlossener Raum mit einer festen Teilnehmergruppe mehr<br />
und definiert sich nicht mehr durch die Form einer geschlossenen<br />
Veranstaltung.
</p>
<p>
<b>joker:</b> Wie vertragen sich dann &quot;offene Tools&quot;<br />
und &quot;offene Räume&quot; mit &quot;vorstrukturierten&quot;<br />
Lehrformen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Da muss man unterscheiden, wie<br />
die vorstrukturierten Lehrformen denn genutzt werden und was ihr<br />
Ziel ist. Im Falle von Zertifizierung oder abstrakten Inhalten ist<br />
Social Software nicht von so großer Bedeutung. Sie hat ihren<br />
Stellenwert bei längerfristigem Interesse an einem Thema oder<br />
Themenkomplex.
</p>
<p>
<b>Olafski:</b> Sehen Sie Möglichkeiten, beide Komponenten<br />
(Social Software und geschlossene Gruppen) miteinander zu verbinden?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Das ist eine schwere Frage. Ich<br />
denke es ist dann sinnvoll, wenn beispielsweise im Rahmen einer<br />
Einführung ein Thema behandelt wurde, mit dem sich die Teilnehmerinnen<br />
und Teilnehmer auch in Zukunft noch beschäftigen werden, auch<br />
wenn die Veranstaltung schon lange vorbei ist.
</p>
<p>
<b>Dunja: </b>Kann Social Software denn für informelles<br />
Lernen genutzt werden?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Darin scheint mir eine besondere<br />
Stärke von Social Software zu liegen! Gerade wenn wir von Wissensinhalten<br />
und Lernprozessen sprechen, die einen sozialen Charakter in dem<br />
Sinne haben, dass es weniger um absolut richtig oder falsches Wissen,<br />
als auch um Einschätzungen und Rezeption von Inhalten geht.<br />
Dies ist oft ein sozialer Prozess der Bedeutungsfindung.
</p>
<p>
<b>Dunja:</b> Wie lässt sich denn Social Software<br />
ganz konkret integrieren? Also zu jeder Lehrveranstaltung am besten<br />
ein Gruppen-Weblog? Oder Fakultäten-Blogs? Oder lieber auf<br />
die Selbstorganisation der Studierenden setzen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Konkret erscheint es mir nicht<br />
so sinnvoll, Social Software allzu eng an einzelne Lehrveranstaltungen<br />
zu binden. Interessanter ist da die Etablierung von Communities<br />
of Practice zu einem bestimmten Interesse oder Themenkomplex als<br />
zu einer bestimmten Veranstaltungsform.
</p>
<p>
<b>ieasy:</b> Gibt es bei den großen deutschen<br />
Bildungsinstitutionen eher wohlwollende Haltung gegenüber Onlinebildung<br />
oder Vorbehalte?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Ich habe den Eindruck, dass E-Learning<br />
bzw. blenden Learning vermehrt eingesetzt wird. Oft handelt es sich<br />
aber wie erwähnt eher um geschlossene Course Management Systeme<br />
zu einer bestimmten Veranstaltung, welche hierarchisch organisiert<br />
sind.
</p>
<p>
<b>mschiefner:</b> Verändert Ihrer Meinung nach<br />
Social Software &#8211; vor allem Blogs &#8211; das Kommunikationsverhalten?<br />
Wie genau können partizipative Diskurse angeregt werden, ohne<br />
dass ein Teil der Menschen nur zu den &quot;Lurkern&quot; gehört?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Ich denke das Kommunikationsverhalten<br />
ändert sich erheblich, da man die Erfahrung macht, eben nicht<br />
mehr nur Rezipient von Informationen im Web zu sein. Sondern mittels<br />
Weblogs und Wikis auch sehr leicht selbst zum Autor werden und etwas<br />
beitragen kann. Dass es mehr Lurker als Content-ProduzentInnen gibt,<br />
finde ich da nicht so schlimm.
</p>
<p>
<b>rik: </b>Ist es ein Merkmal von Social Software, dass<br />
sie vom User auch als solche wahrgenommen werden muss oder &quot;wirkt&quot;<br />
sie auch dann, wenn sich der User quasi &quot;verweigert&quot;,<br />
also zum Beispiel zwar ein Blog führt, aber keine Blogroll?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Eine Blogroll ist ja nur eines<br />
von vielen Merkmalen der gegenseitigen Vernetzung mittels Weblogs.<br />
Ich halte sie nicht für zwingend erforderlich. Natürlich<br />
können Weblogs aber auch geführt werden ohne dass man<br />
ein erhebliches Interesse an gegenseitiger Vernetzung hat.
</p>
<p>
<b>mschiefner:</b> Wie sehen Sie die Möglichkeiten,<br />
mit Social Software auch Soft Skills zu vermitteln? Ist dies mit<br />
Software möglich, oder braucht es den direkten menschlichen<br />
Kontakt?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Also muss die Commnuity beziehungsweise<br />
die NutzerInnen selbst eine Etiquette etablieren. Oft kommt es ja<br />
auch zu Treffen im realen Raum, die aufgrund gemeinsamer Interessen,<br />
die aus dem Networking mittels Social Software hervorgingen.
</p>
<p>
<b>eiger:</b> Muss sich für solche Communities of<br />
Practice nicht erst eine &quot;Kultur&quot; entwickeln, also ein<br />
längerer Lernprozess stattfinden?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Ich denke das bedingt sich gegenseitig.<br />
Der Wandel der Lernkultur in diesem Bereich geht parallel einher<br />
mit der Nutzung von Social Software.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zur Motivation, an Social<br />
Software teilzuhaben:
</p>
<p>
<b>joker: </b>Hm, wenn wir über Einsatz in Lehrveranstaltungen<br />
reden, sind dann alle Studien willens &quot;Autoren&quot; zu werden.<br />
Wie schaffe und erhalte ich dazu die Motivation?
</p>
<p>
<b>Oska:</b> Viele Schüler sind ja nicht grade motiviert,<br />
zu lernen. Können Onlinemedien Ihrer Meinung hier Abhilfe schaffen?<br />
Durch welche Motivation?
</p>
<p>
<b>Katja:</b> Ich habe den Eindruck, dass sich eigentlich<br />
nicht so viel ändert: zwar ist Social Software leicht zu bedienen,<br />
aber es ist immer noch nur ein winziger Prozentsatz, der zum Beispiel<br />
an Wikis mitschreibt. Wie motiviere ich also zum Beispiel auch gerade<br />
im Bildungsbereich zur aktiven (!) Nutzung?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Die Motivation ist nicht über<br />
Nacht &quot;einfach da&quot;. So kann man dies zum Beispiel in kleineren<br />
Schritten lernen. Einen kurzen Blogeintrag zu schreiben oder einen<br />
Satz in einem Wiki zu ergänzen beispielsweise. Wichtig erscheint<br />
mir, dass der/die NutzerIn selbst einen Vorteil von der Nutzung<br />
erfährt und sie daher nicht als reine Belastung oder Zwang<br />
erlebt.
</p>
<p>
<b>Suppenkasper: </b>Wie sind die Lehrer denn gegenüber<br />
den Möglichkeiten der Bildung mit Hilfe Neuer Medien eingestellt?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Lehrer im Bezug auf Schule wenden<br />
soweit mir bekannt ist bislang wenig Social Software an. Das kann<br />
einerseits daran liegen, dass da noch nicht die erforderlichen Kompetenzen<br />
und Ressourcen zur Verfügung stehen. Andererseits scheint mir<br />
Social Software auch dann von eher geringer Bedeutung, wenn es um<br />
feste Lehrpläne und Curricula geht, die dann mit einem Test<br />
und einer Note abgeschlossen werden. Die Stärke von Social<br />
Software kommt dann zum Tragen, wenn es auch um das &quot;Wie&quot;<br />
und nicht mehr nur um das &quot;Was&quot; des Lernens geht.
</p>
<p>
<b>maho: </b>Gibt es über die Altersstruktur von<br />
Social-Software-Anwendern bereits Erfahrungswerte bzw. empirische<br />
Studien? Ist dies nicht nur etwas für die sogenannte „Digital<br />
Natives“ (insbesondere bezogen auf Blogs, Wikis, Podcasting<br />
etc.)?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Soweit mir bekannt ist, sind NutzerInnen<br />
von Social Software in der Tat bei eher jüngeren NutzerInnen<br />
anzutreffen. Ob sich das Konstrukt von &quot;Digital Natives&quot;<br />
allerdings halten lässt, erscheint mir fraglich.
</p>
<p>
<b>Bussy65:</b> Wie kann man Social Software als Bildungsinstrument<br />
in Firmen benutzen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Dies könnte man beispielsweise<br />
nutzen, indem Berichte oder Kontakte zwischen Mitarbeitern nicht<br />
nur in eher isolierten Word-Dokumenten festgehalten werden. Sondern<br />
eben im Intranet eine Möglichkeit finden, diese beispielsweise<br />
dort abzulegen und auch gegenseitig zu kommentieren.
</p>
<p>
<b>gastmart:</b> Wie sehen sie den Zusammenhang von Medienkompetenz<br />
und Social Software?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Social Software erfordert ein gewisses<br />
Verständnis der kooperativen Produktion von Inhalten und Wissen.<br />
Diese aber kann sich letztendlich erst durch die Nutzung und auch<br />
das herumexperimentieren mit Social Software etablieren.
</p>
<p>
<b>eiger:</b> Gibt es eine Art „Best Practice Toolkit“<br />
für den Einsatz im Bildungswesen? Wie findet man heraus, was<br />
am besten für den eigenen Bedarf geeignet ist? Gerade wenn<br />
das nötige technische Verständnis nicht vorhanden ist?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Das ist sehr fall-spezifisch. Zunächst<br />
müsste geklärt werden, ob es eher um die Produktion gemeinsamer<br />
Inhalte geht oder die Etablierung von Netzwerken. So kann man zum<br />
Beispiel eine Social-Networking-Plattform wie OpenBc zur Vernetzung<br />
nutzen oder aber man setzt eben ein eigenes Wiki oder Weblog auf,<br />
um Texte zu produzieren.
</p>
<p>
<b>Dunja:</b> Halten Sie es für sinnvoll, wenn Social<br />
Software-Komponenten wie Weblogs oder Wikis als Add-on Funktionalität<br />
in geschlossenen Lern-Management-Systemen angeboten werden?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Dies kann zu Beginn der Auseinandersetzung<br />
mit Social Software durch die Teilnehmenden sinnvoll sein. Denn<br />
so kann man eher mal rumtesten und ausprobieren, ohne eine potentiell<br />
weltweite Leserschaft zu haben. Die breiteste Wirkung entfaltet<br />
Social Software aber dann, wenn sie allgemein über das Internet<br />
einer möglichst großen Gruppe von Interessenten gegenüber<br />
offen ist.
</p>
<p>
<b>Peter:</b> Was ist das Erfolgsrezept, um Social Software<br />
zu etablieren. Was ist die &quot;kritische Teilnehmermasse&quot;?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Das kann man so absolut nicht beantworten.<br />
Je spezifischer ihr Interesse ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit,<br />
auf möglichst großen, offenen Plattformen Personen mit<br />
ähnlichen Interessen zu finden.
</p>
<p>
<b>Suppenkasper:</b> Spielt E-Learning für Deutschland<br />
eine große Rolle? Wie sieht die Nutzung in unseren europäischen<br />
Nachbarstaaten aus?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Zum Stand des E-Learning allgemein<br />
im europäischen Vergleich kann ich nur wenig sagen. Bei der<br />
Nutzung von Weblogs scheint Deutschland im Vergleich eher klein<br />
dazustehen, aber die deutsche Wikipedia ist beispielsweise die größte<br />
regionalisierte Wikipedia, also mit einer anderen Sprache als englisch.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> In Bezug auf den Bildungssektor:
</p>
<p>
<b>Dosenfutter:</b> Was kann &quot;online&quot;, was<br />
&quot;offline&quot; nicht vermag?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Online können Sie Personen<br />
mit ähnlichen spezifischen Interessen finden, die es in ihrem<br />
direkten Umfeld vielleicht nicht gibt. Ebenso können Sie durch<br />
die Transparenz dieser Netzwerke dann Bekannte von Bekannten im<br />
Web finden, die ähnliche Ambitionen haben. Social Software<br />
kann auch im Bezug auf die schiere Fülle von Information im<br />
Web eine Art Filterfunktion haben. So finden Sie dann eher das,<br />
was sie auch interessiert. Ein Link-Tipp kann da zum Beispiel unter<br />
Umständen ergiebiger sein als eine Suche mit Suchmaschinen.
</p>
<p>
<b>Dunja:</b> Wenn Social Software neue Freiheitsgrade<br />
eröffnet, gibt es doch sicher auch neue Probleme. Was kann<br />
denn schief gehen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Das alte Problem lautet natürlich<br />
Spam. Je offener eine Plattform ist, desto eher wird dort auch versucht,<br />
Spam abzuladen. Weiterhin muss Personen an den Inhalten messen die<br />
von ihnen sichtbar werden, was aber dem zugrunde liegende Motive<br />
nicht unbedingt sichtbar macht. Last but not least gibt es nur wenig<br />
inhaltliche Kontrolle. Sie müssen User-generierte Inhalte also<br />
stets kritisch prüfen.
</p>
<p>
<b>Raffael Noer:</b> Mittlerweile finde ich, dass durch<br />
Social Software zu viele (nicht brauchbare) Informationen produziert<br />
werden. Wie kann man die Inhaltsqualität erhöhen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Wenn Sie NutzerInnen von Personal-Publishing-Systemen<br />
mit usergenerated Content haben, ist dies ein zwangsläufiger<br />
Effekt. Hier kommen dann eben die Filterfunktionen von zum Beispiel<br />
Social Bookmark Managers oder Weblogs zum Tragen. Oder aber Site<br />
wie Slashdot oder digg.com, die Ihnen anzeigen, welche Inhalte andere<br />
UserInnen als besonders relevant erachten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zu Wikis als Social Software:
</p>
<p>
<b>__Must__: </b>Welche Rolle spielen Wikis in der Bildung?<br />
Gibt es Ihrer Meinung nach Bereiche, in denen Wikis im Bildungsbereich<br />
nicht geeignet sind?
</p>
<p>
<b>Fragensteller:</b> Macht Social Software auch dann<br />
Sinn, wenn es sich um Willensbildungsprozesse handelt? Wie kann<br />
man hier mit Hilfe von Wikis auf ein &quot;richtiges&quot; Ergebnis<br />
kommen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Wikis scheinen mir dann wenig geeignet,<br />
wenn es darum geht, auch die Identitäten der NutzerInnen sichtbar<br />
zu machen. So lassen sich Inhalte in Wikis eher mühsam einzelnen<br />
AutorInnen zuschreiben. Sinnvoll sind Wikis dann, wenn gemeinsam<br />
Inhalte gesammelt werden, die sich aus vielen kleineren Fragmenten<br />
zusammensetzen. Die Frage nach den Willensbildungsprozessen habe<br />
noch nicht ganz verstanden.
</p>
<p>
<b>Nuch:</b> Gibt es nennenswerte staatliche Förderprogramme<br />
für E-Learning, oder wer sind die Hauptakteure?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Da bin ich gerade überfragt.<br />
E-Learning an Unis wird forciert, und die Unis müssen hierfür<br />
Gelder investieren. Social Software und E-Learning sind aber zwei<br />
verschiedene Dinge, so kommt ja beileibe nicht in jedem E-Learning<br />
Szenario auch Social Software zum Einsatz.
</p>
<p>
<b>Bussy65:</b> Wagen Sie eine Prognose für die<br />
Konsequenzen im Bildungssystem, die aus der Einführung von<br />
Social Software resultieren werden? Wie sieht das elektronische<br />
Bildungssystem in Deutschland in zehn Jahren aus?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Zehn Jahre sind eine lange Zeit.<br />
So scheinen mir die Entwicklungen im Bereich der Social Software<br />
in den letzten drei Jahren schon erheblich. Zu hoffen bleibt, dass<br />
die Entwicklung mehr in Richtung offener, nachhaltiger Netzwerke<br />
geht, welche nicht an eine feste Veranstaltungsform gebunden sind.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie sind ja als Betreiber des Bildungsblogs<br />
auch mit der Praxis gut vertraut. Hierzu ein paar konkrete Fragen:
</p>
<p>
<b>ieasy: </b>Welche Funktionen können Weblogs denn<br />
in der Bildung einnehmen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Weblogs dienen der Etablierung<br />
einer virtuellen Präsenz und machen ihre AutorInnen als Personen<br />
sichtbar. Weiterhin kann das Schreiben von Weblogs einen reflexiven<br />
Charakter haben, und man begegnet relativ schnell vielen Menschen<br />
mit ähnlichen Interessen. Das BildungsBlog ist da ja als Community-Blog<br />
eine Besonderheit, da es eine Art Sammelpunkt für verschiedene<br />
Personen ist und durch Link-Hinweise eine Filterfunktion ausübt<br />
und vielleicht ein gutes &quot;Sprungbrett&quot; zu themenrelevanten<br />
Inhalten im WWW ist.
</p>
<p>
<b>Dunja: </b>Was war für Sie das Motiv, mit dem<br />
Bloggen anzufangen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Ich glaube das war eine Mischung<br />
aus Langeweile vor den etablierten Medien im Netz, den großen<br />
Portalen und statischen Seiten. Durch das Bloggen habe ich dann<br />
in relativ kurzer Zeit viel Feedback bekommen und viele Kontakte<br />
zu Menschen mit ähnlichen Interessen geknüpft.
</p>
<p>
<b>Dunja:</b> Wie ist denn die Geschichte vom Bildungsblog?<br />
Hat es als Einzelaktivität angefangen? Und ab wann haben andere<br />
Personen angefangen, sich dafür zu interessieren bzw. selbst<br />
mitzuschreiben?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Das ist eigentlich aus reinem Zufall<br />
entstanden. Als der Weblog-Hoster twoday.net in Österreich<br />
im Beta-Betrieb gestartet ist, habe ich eben ein Weblog zum Testen<br />
angelegt. Und es sollte ein Themen-Weblog sein, da ich schon ein<br />
persönliches Blog hatte. Nur waren damals deutschsprachige<br />
Hoster noch eher selten. Dann habe ich da gesehen, dass es die Möglichkeit<br />
gibt, das Bildungsblog jedem als Autor zugänglich zu machen,<br />
und war von dieser Funktion sofort begeistert. Es sollte auch so<br />
ein Einstiegspunkt für Leute sein, die kein eigenes Blog haben,<br />
aber wohl etwas interessantes zu sagen haben, das auch von anderen<br />
gehört werden sollte.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Nachfrage von aGog:
</p>
<p>
<b>aGog: </b>Sie sagten, Sie haben schnell Kontakt zu<br />
anderen Menschen bekommen &#8211; lag das daran, dass Sie sehr früh<br />
dran waren, oder würde das genauso auch heute noch klappen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Das ist eine gute Frage! Ich glaube<br />
der Zeitpunkt war schon recht günstig. Heute erscheint es mir<br />
aufgrund der Menge an Weblogs etwas schwieriger. Dennoch denke ich,<br />
dass dauerhaftes Bloggen auf jeden Fall so oder so relativ schnell<br />
zu Kontakten mit ähnlichen Interessen führt. Man macht<br />
sich beim Lesen eines Weblogs recht schnell Gedanken zur dahinter<br />
stehenden Person, so meine Erfahrung.
</p>
<p>
<b>joker: </b>Wen beziehungsweise wie viele erreichen<br />
Sie denn damit?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Das ist nur schwer messbar. Soweit<br />
mir bekannt ist, dürften es im Falle des BildungsBlogs vielleicht<br />
einige wenige hundert Menschen sein, die dort mehr oder minder regelmäßig<br />
hereinschauen. Im Falle meiner anderen Weblogs sind es mehr. Aber<br />
diese haben weniger eng umrissene Themen, die nicht fachlicher Natur<br />
sind.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Für wie wichtig halten Sie die<br />
Persönlichkeit, die in die Blogbeiträge einfließt,<br />
für den Erfolg des Weblogs?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Um dauerhaft gelesen zu werden,<br />
erscheint mir das recht wichtig. Ein Weblog ist ja eher selten ein<br />
Community-Blog. Die meisten Blogs haben einen Autor. Da macht man<br />
sich natürlich auch ein Bild von der Person hinter dem Computer.
</p>
<p>
<b>Dunja:</b> Was ist das Besondere an einem Gruppenblog?<br />
War von Anfang an klar, dass das Bildungsblog kein Einzelkämpfer-Projekt<br />
werden sollte?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Ja, das war von Anfang an klar.<br />
Ein offenes Gruppenblog hat den Vorteil: Man kann auch etwas einstellen,<br />
wenn man gar kein eigenes Blog hat oder haben möchte. Und falls<br />
man schon eines hat, erreicht man mit dem BildungsBlog vielleicht<br />
noch mal ganz andere Leute als die Leserschaft des eigenen Blogs.
</p>
<p>
<b>Dunja:</b> Welche Vorteile hat für Sie das Netzwerken<br />
über das Bildungsblog?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Erst einmal ist ein Vorteil, dass<br />
die Inhalte quasi zu mir kommen:) Es macht Spaß Neues im eigenen<br />
Blog zu lesen. Weiterhin trifft man eben recht schnell auf neue<br />
Kontakte mit ähnlichen Interessen.
</p>
<p>
<b>patricia:</b> Wie wichtig ist, wenn man mit Blogs<br />
Erfolg haben möchte, die Stilfrage? Muss man dazu erst einmal<br />
das Schreiben lernen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Wenn man Blogs im Kontext des Lernens<br />
und Netzwerkens einsetzen möchte, erscheint mir eine gewisse<br />
Stilsicherheit unabdingbar! Dafür ist ein Mindestmaß<br />
an „Digital Literacy“ erforderlich.
</p>
<p>
<b>Dunja:</b> Mit welchen Fallen und Hürden müssen<br />
Neulinge rechnen, die sich in der Blogosphäre umtun wollen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Zunächst einmal muss man etwas<br />
herumexperimentieren, um den eigenen Stil zu finden. Weiterhin kann<br />
Kritik durch andere Weblog-AutorInnen mitunter etwas heftig ausfallen.
</p>
<p>
<b>ReGina:</b> Sie schrieben vorhin, dass Weblogs im<br />
Vergleich zur Wikipedia bei weitem nicht so angenommen werden. Haben<br />
Sie dafür eine Erklärung?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Nicht wo wirklich. Man sollte sich<br />
da hüten, von &quot;typisch deutsch&quot; zu sprechen. Vielleicht<br />
erleben sich aber die AutorInnen von Weblogs etwas exponierter als<br />
in Wikis, und haben Bedenken Fehler zu machen.
</p>
<p>
<b>patricia:</b> Was sind die Erfolgsfaktoren von Blogs?<br />
Fleiß, das richtige Network, das richtige Thema zur richtigen<br />
Zeit?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Mir scheint es wichtig, dass man<br />
relativ regelmäßig etwas schreibt, und sich mit Gleichgesinnten<br />
durch gegenseitige inhaltliche Bezüge wie auch durch Blogrolls<br />
u.ä. vernetzt.
</p>
<p>
<b>Dunja:</b> Was sind die spannendsten Aspekte der Blogosphäre?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Das spannendste scheint mir zu<br />
sein, dass es eben für immer mehr Personen immer leichter wird,<br />
selbst Inhalte zu transportieren, die auch von anderen gefunden<br />
und gelesen werden. Eine redaktionelle Kontrolle findet nicht mehr<br />
statt.
</p>
<p>
<b>Raffael Noer:</b> Wie viele aktive, offene Blogs und<br />
Wikis gibt es eigentlich schätzungsweise im Bildungsbereich?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Da fehlen mir die Zahlen. In Deutschland<br />
scheint die Szene noch relativ überschaubar zu sein. Unlängst<br />
wurde im WeiterbildungsBlog eine Liste mit 20 deutschsprachigen<br />
Edu-Blogs veröffentlicht, die mir ein guter Einstiegspunkt<br />
zu sein scheint.
</p>
<p>
<b>Backenfutter:</b> Es gibt doch dieses neue Modewort<br />
Edublogging. Könnten Sie mir das mal bitte erklären?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Edublogging ist letztendlich nichts<br />
anderes als der Versuch, Weblogs im Bildungsbereich nutzbar zu machen.<br />
Das können Sie unterscheiden zwischen Weblogs die *über*<br />
Bildung und Lernen schreiben, und Weblogs, die direkt im Umfeld<br />
eines Kurses o.ä. *zum* Lernen verwendet werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gibt es dafür ein paar prominente<br />
Beispiele?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Weblogs über Lernen und Bildung<br />
habe ich ja schon genannt. Im Umfeld eines Kurses können sie<br />
beispielsweise als Lerntagebuch eingesetzt werden.
</p>
<p>
<b>Dunja:</b> Wie eng ist die Vernetzung per Blogroll<br />
tatsächlich? Entstehen darüber persönliche Beziehungen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Das können sie, müssen<br />
sie aber nicht zwingenderweise. Aber man sieht, welche Weblogs es<br />
vielleicht zu ähnlichen Themen noch gibt. Auf jeden fall wird<br />
derjenige, den Sie mittels einer Blogroll verlinken dies früher<br />
oder später auch wahrnehmen.
</p>
<p>
<b>patricia:</b> Wie lange halten sich Weblogs, beziehungsweise<br />
ist die Kurzlebigkeit sozusagen vorprogrammiert?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Da das Phänomen der breiteren<br />
Nutzung von Weblogs noch relativ jung ist, lässt sich darüber<br />
wenig sagen. Nur relativ wenige Weblogs sind älter als drei<br />
Jahre.
</p>
<p>
<b>rrrArrr:</b> Gibt es eine zentrale Plattform, wo alle<br />
Bildungsblogs gelistet sind? Einen Wegweiser?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Nicht das ich wüsste. Letztendlich<br />
ist das auch eine Definitionsfrage, wo ein EduBlgo aufhört<br />
und ein persönliches oder thematisch offeneres Weblog beginnt.<br />
Die bereits erwähnte Liste mit 20 relativ prominenten deutschen<br />
Edu-blogs scheint mir aber ein guter Einstiegspunkt zu sein. Den<br />
Link finden Sie im BildungsBlog oder direkt bei WeiterbildungsBlog.de
</p>
<p>
<b>Raffael Noer: </b>Gibt es eigentlich auch Blog-Fights<br />
in der Blogosphäre der Edublogger? Oder alles heile Welt?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Grundsätzlich scheint es mir<br />
in fachlich beziehungsweise thematisch orientierten Weblogs weniger<br />
Streitigkeiten als in thematisch offeneren, persönlichen Blogs<br />
zu geben. Aktuell sind mir jedenfalls keine Konflikte bekannt.
</p>
<p>
<b>CC3: </b>Das unleidige Thema Privacy: Gibt’s<br />
damit Probleme im Bildungsbereich?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Wie viel Sie von sich im Web preisgeben<br />
können Sie ja selber entscheiden. Im Bezug auf Social Networking<br />
Sites scheint es da aber in der Tat Bedenken zu geben, wie viel<br />
Daten man von sich preisgeben will. Im Bezug auf einen inhaltlichen<br />
Beitrag in einem Weblog oder Wiki scheint mir das weniger Gewicht<br />
zu haben.
</p>
<p>
<b>G&amp;G: </b>Und wie sieht es mit &quot;Unterwanderung&quot;<br />
durch größere Anbieter aus, die ihre eigenen Angebote<br />
in Edublogs unterzubringen versuchen? Gab es damit schon Probleme?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Ja, gerade in Community-Blogs kann<br />
die Grenze zur Werbung leider fließend sein. Die muss dann<br />
im Einzelfall entschieden werden. Durch die Kommentarfunktion ist<br />
es ja jedem Leser möglich, sich zu den Inhalten zu äußern.<br />
Plumpe Werbung geht also sehr schnell nach hinten los.
</p>
<p>
<b>Alexander B.:</b> Um immer auf dem neuesten zu sein:<br />
wie viele Blogs abonnieren Sie zur Zeit?
</p>
<p>
<b>rik: </b>Welche Blogs lesen Sie denn eigentlich regelmäßig<br />
und warum?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Ich habe momentan sehr wenig Zeit<br />
und komme nicht so viel zum Lesen wie ich möchte. In meinem<br />
Feedreader finden sich ca. 300 Feeds, aber mehr als 30 davon lese<br />
ich momentan kaum regelmäßig.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Letzte Frage: Wird E-Learning in Deutschland<br />
in den kommenden zehn Jahren zu entscheidenden Änderungen im<br />
Bildungssystem führen?
</p>
<p>
<b>Stephan Mosel:</b> Ich glaube nicht, dass die Technologie<br />
per se das Bildungswesen revolutionieren wird. Denkbar ist aber<br />
schon, dass gerade durch den Einsatz von Social Software im E-Learning<br />
offenere Lernformen gefunden werden, welche weniger an den kursorischen<br />
Charakter einer Veranstaltung anknüpfen als dies derzeit der<br />
Fall ist.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unsere Zeit ist um. Vielen Dank für<br />
Ihr Interesse und Dank an Herrn Mosel für den Chat! Das Protokoll<br />
des Chats finden Sie in Kürze auf www.E-Teaching.org. Unsere<br />
Bitte um Verständnis an jene, die wir heute mit ihrer Frage<br />
nicht berücksichtigen konnten. Unter der URL <a href="http://uc.iwm-kmrc.de/uc/socialsoftware" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://uc.iwm-kmrc.de/uc/socialsoftware</a><br />
bitten wir alle Teilnehmer des Chats um Feedback zu den Community-Events<br />
von E-Teaching.org.
</p>
<p>
Der nächste E-Teaching.org Live-Chat findet am 27. Oktober<br />
ab 14.00 Uhr statt. Dann stellt sich Birgit Hennecke, Referentin<br />
im Kompetenzzentrum Bologna der Hochschulrektorenkonferenz, Ihren<br />
Fragen zum Thema &quot;Wie viel E-Learning braucht Bologna?&quot;<br />
E-Teaching.org wünscht allen Beteiligten noch einen schönen<br />
Tag!
</p>
<p>
Zum Thema &quot;Social Software&quot; können Sie in der E-Teaching.org-Community<br />
weiter diskutieren &#8211; wir haben hierzu ein <a href="http://www.e-teaching.org/community/etforum/et_newsShowEntry?entryid=blogentry.2006-09-25.9293532486&amp;catfilter=id3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forum</a><br />
eingerichtet. Bitte beachten Sie, dass Sie in der Community eingeloggt<br />
sein müssen, um selbst Beiträge verfassen zu können!
</p>
<p>
<b><b>Stephan Mosel:</b></b> Vielen Dank für<br />
Ihre Fragen und Ihr Interesse!
</p>
<p class="normal">
</p>
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