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	<title>Stephan Urbach &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Stephan Urbach &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Wünsche für das Internet 2012</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 11:08:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Stephan Eisel]]></category>
		<category><![CDATA[Jillian C. York]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Jimmy Schulz]]></category>
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		<category><![CDATA[Stephan Urbach]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Jarvis]]></category>
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					<description><![CDATA[Was würden Sie dem Internet für 2012 wünschen, wenn es ein Mensch wäre? Diese Frage stellte politik-digital.de Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Wissenschaft. 

<p align="center">
<br />
<b></b>
</p>
<p style="text-align: center">
<b>Der Journalist und Autor <a href="http://www.buzzmachine.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jeff Jarvis</a></b>
</p>
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was würden Sie dem Internet für 2012 wünschen, wenn es ein Mensch wäre? Diese Frage stellte politik-digital.de Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Wissenschaft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div align="center"><iframe src="http://player.vimeo.com/video/33229637?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="320" height="300"></iframe></div>
<p style="text-align: center;"><strong>Der Journalist und Autor <a href="http://www.buzzmachine.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jeff Jarvis</a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="2" width="100%" />
<p align="left"><strong><br />
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/urbach_5.jpg" alt="" width="186" height="125" /></strong></p>
<p align="left"><em>Liebes Internet,</em><br />
<em><br />
ich habe lange überlegt, was ich Dir schenken würde, wenn Du ein Mensch wärst. Mehr Katzen. Das auf jeden Fall. Ich bin mir sicher, dass alle viel entspannter sind, wenn es mehr Katzen gibt. Ich würde Dir Immunität schenken, dass Dich nicht wild gewordene Politiker einfach so festnehmen und wegsperren oder irgendwas an Deinem Verhalten ändern. Ich würde Dir Netzneutralität schenken, damit niemand Dich mehr für sich beanspruchen kann, weil er mehr Geld hat. Du bist für alle da und sollst weiterhin für alle da sein können. Ich würde Dir eine Reise zu den Menschen schenken, die Dich bisher nur vom Hörensagen kennen. Außerdem würde ich Dir einen großen Batzen Bleiche besorgen, damit Du die ekligen Sachen, die Du gesehen hast, wieder vergessen kannst. Doch zum Glück bist Du kein Mensch, sondern eine großartige Idee &#8211; die Idee von Teilhabe, Kreativität und freiem Fluss von Informationen. Du sorgst dafür, dass unser Limit nicht mehr der Himmel, sondern das Universum ist.</em></p>
<p>Stephan Urbach (<a href="http://stephanurbach.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzaktivist, Blogger &amp; Pirat</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"><em><br />
</em><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/thilo_weichert.png" alt="" width="120" height="125" /></div>
<p align="left"><em><br />
Ich würde ihm Herz und Verstand wünschen, was ja bei allen Menschen potenziell angelegt, aber oft nicht vorhanden ist. Fehlt es dann bei den Usern, zu denen ja auch Kriminelle, geldgierige Konzerne und totalitäre Staaten gehören, an Herz und Verstand, dann könnte sich das Internet diesen einfach trotzig verweigern. Das wäre keine Zensur; Zensur hat ja nichts mit Herz und Verstand gemeinsam. Das wäre Kultur, eine humane, humanistische globale Internetkultur.</em></p>
<p>Ich wünschte mir, dass diese Kultur des Herzens und des Verstandes ansteckend wäre wie ein Trojaner, gegen den kein Virenschutz hilft. Ich weiß wohl: Dieser Wunsch bleibt ein Traum. Menschen und Organisationen werden auch künftig ohne Bedacht und Gefühl anderen Menschen in diesem riesigen Netz Schaden zufügen. Daher habe ich noch einen realistischeren Wunsch für das menschgewordene Internet: dass diese Seelen- und Rücksichtslosigkeiten im Netz angeprangert, diskutiert und dadurch demokratisch erfolgreich bekämpft werden.</p>
<p align="left">Dr. Thilo Weichert (<a href="https://www.datenschutzzentrum.de/ldsh/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leiter des </a><a href="https://www.datenschutzzentrum.de/ldsh/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ULD Schleswig-Holstein</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"><em><br />
</em><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/hans-peter-friedrich.png" alt="" width="120" height="125" /></div>
<div align="left">(© Henning Schacht)</div>
<p align="left"><em><br />
Ich würde dem Internet Vertrauen schenken: Vertrauen in die Offenheit des Internet, seine Potenziale für Demokratie und Innovation, seinen positiven Beitrag zu Wohlstand und Wachstum und auch das Vertrauen in die Möglichkeit, diese wichtigen Funktionen des Internet auch zukünftig sicherzustellen.</em></p>
<p align="left"><em></em>Dr. Hans-Peter Friedrich (<a href="http://www.hans-peter-friedrich.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CSU &#8211; Bundesinnenminister</a>)</p>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"><em><br />
</em><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/malte-spitz.png" alt="" width="120" height="125" /><br />
<em><br />
</em><br />
<em>Handschellen für diejenigen, die die Internetfreiheit einschränken wollen.</em></div>
<div align="left">Malte Spitz (<a href="http://www.malte-spitz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bündnis 90/Die Grünen &#8211; Mitglied des Bundesvorstandes</a>)</div>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"></div>
<p align="left"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/jillian_c_york.png" alt="" width="120" height="125" /></p>
<p><em>This is a fascinating question. To be honest, if the Internet were a human being, I imagine that what it would desire the most is a vacation! That said, I want the Internet to be free. Sometimes there is give and take involved, and it&#8217;s worth admitting that sometimes freedom can enable more harm, but I firmly believe that the right to expression is always worthwhile. </em></p>
<p align="left">(<em>Das ist eine faszinierende Frage. Ehrlich gesagt kann ich mir gut vorstellen, dass das Internet, wenn es ein Mensch wäre, sich am meisten einen Urlaub wünschen würde.<br />
Ich jedenfalls wünsche dem Internet, dass es frei ist. Dabei sind mitunter Geben und Nehmen im Spiel, und manchmal sollte man sich eingestehen, dass Freiheit auch Unheil möglich machen kann. Aber ich glaube fest daran, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung immer erstrebenswert sein wird.</em>)</p>
<p>Jillian C. York (<a href="http://jilliancyork.com/about/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Direktorin bei der Electronic Frontier Foundation</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"></div>
<p align="left"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/hajo-schumacher.png" alt="" width="120" height="125" /></p>
<p><em>52 lange freie Wochenenden.</em></p>
<p>Dr. Hajo Schumacher (<a href="http://www.hajoschumacher.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Journalist Textmanufaktur Berlin</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"></div>
<p align="left"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/lars-klingbeil.png" alt="" width="120" height="125" /></p>
<p><em>Ich wünsche dem Internet, dass es im Jahr 2012 nicht erneut mit simplen symbolpolitischen Debatten konfrontiert wird. Es ist Zeit, dass die Politik insgesamt das Internet weder als Spielwiese für Technik-Interessierte noch als Gefahr für die Gesellschaft begreift. Wir haben massenhaft ungenutzte Potenziale für wirtschaftliches Wachstum, Arbeitsplätze, mehr Demokratie und bessere Bildung, die durch die Digitalisierung und das Internet freigesetzt werden. Wenn die Politik sich im Jahr 2012 stärker um diese Dinge kümmert, statt um Verbots- oder Symboldebatten, wird das Jahr 2012 ein gutes Jahr für das Internet.</em></p>
<p>Lars Klingbeil (<a href="http://www.lars-klingbeil.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPD &#8211; MdB, Mitglied der Internet-Enquete</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"></div>
<p align="left"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/jimmy_schulz.png" alt="" width="120" height="125" /><br />
<em><br />
Ich wünsche dem Internet für 2012, dass es den Freiraum für seine weitere Entfaltung bekommt, den es braucht. Ich wünsche ihm, dass der Versuchung widerstanden wird, Gesetze zu erlassen, die die Erkundung und Fortentwicklung dieses einzigartigen Raumes erschweren. Ich wünsche mir, dass besonders in Deutschland die öffentliche Debatte um das Netz positiver geführt wird und weniger von Unverständnis und Ängsten geprägt sein wird.</em></p>
<p>Ich denke, dass noch immer viel zu wenig über die Chancen – und den potenziellen gesellschaftlichen Wert – des Internet gesprochen wird. Diese Debatte braucht sicherlich mehr gegenseitiges Verständnis: Netzgemeinde und Generation Münzfernsprecher, Befürworter und Warner, Zukunftsdenker und Traditionalisten.<br />
Ich wünsche dem Internet, dass sich die Einsicht durchsetzt, dass es nicht nur Chancen, Gefahren, wirtschaftliche, freiheitliche oder (sicherheits-)politische Aspekte hat, sondern eine Mischung aus allem darstellt.</p>
<p>Jimmy Schulz (<a href="http://jimmy-schulz.netactive.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FDP &#8211; MdB, Mitglied der Internet-Enquete</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"></div>
<p align="left"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/peter_tauber_0.png" alt="" width="120" height="125" /><br />
<em><br />
Als Geisteswissenschaftler interessiert mich der gesellschaftspolitische Prozess, der damit einhergeht. Ich wünsche mir vom Internet, dass wir das Gute stärken, in der Art wie wir miteinander umgehen und diskutieren. Das würde dem Internet bestimmt gut tun und es würde sich das von uns bestimmt auch wünschen!</em></p>
<p>Dr. Peter Tauber (<a href="http://www.petertauber.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CDU &#8211; MdB, Mitglied der Internet-Enquete</a>)</p>
<div align="left"></div>
<hr align="left" size="2" width="100%" />
<div align="left"></div>
<p align="left"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/stephan-eisel.png" alt="" width="120" height="125" /></p>
<p><em>Mein Geschenk wäre vor allem die Hoffnung, dass niemand das Internet für menschlich hält. Neulich schrieb mir ein Blogger, es sei schwierig mit mir, weil ich nicht anerkennen wolle, „dass sehr vielen Menschen das Web inzwischen richtig ans Herz gewachsen ist.“ Ich wünsche dem Internet, dass es den Menschen weder zur Geliebten noch zum Rivalen wird. Denn das Internet läutet weder den Untergang des Abendlandes ein noch führt es uns in ein Zeitalter der Erleuchtung.</em></p>
<p>Schenken würde ich dem Internet also den nüchternen Umgang mit seinen Chancen und Gefahren.<br />
Und nach der Bescherung würde ich dem Internet und all seinen Nutzern noch vom legendären Dialog zwischen dem Pionier der drahtlosen Telekommunikation Guglielmo Marconi und einem Mitarbeiter erzählen. Als Anfang des 20. Jahrhunderts die erste Verbindung mit der neuen Technologie von New York nach Florida zustande kam, rief der Mitarbeiter begeistert zu seinem Chef: „Marconi, Marconi, we can talk to Florida!“ – der aber antwortete nur trocken: „That’s wonderful, but do we have anything to say to Florida?“</p>
<p>Dr. Stephan Eisel (<a href="http://www.stephaneisel.de/start/Internet/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Autor des Buches „Internet und Demokratie“</a>)</p>
<hr size="2" width="100%" />
<h1>Und was wünschen Sie sich vom Internet?</h1>
<p><em><br />
</em><em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Netzaktivist  mit Wut und Herz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/kopfe/netzaktivist-mit-wut-und-herz-5460/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Drescher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 17:40:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Telecomix]]></category>
		<category><![CDATA[Netzaktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten. Syrien]]></category>
		<category><![CDATA[Stephan Urbach]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/urbach_5.jpg" align="left" height="104" width="155" />Stephan Urbach ist Pirat, Datenfreund und Kommunikationshelfer im Arabischen Frühling. Vor allem aber will der Berliner Netzaktivist Freiheit - für Menschen, Computer und Daten. Ein Porträt. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-6718" title="Stephan Urbach" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/stephan_urbach.png" alt="" width="185" height="121" />Stephan Urbach ist Pirat, Datenfreund und Kommunikationshelfer im Arabischen Frühling. Vor allem aber will der Berliner Netzaktivist Freiheit &#8211; für Menschen, Computer und Daten. Ein Porträt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Stephan Urbach ist derzeit eine gefragter Gesprächspartner. Nicht etwa weil er als Pirat unter Piraten haust und einer seiner Mitbewohner bald ins Berliner Parlament einziehen wird. Für Aufsehen sorgte er vielmehr als &#8220;Revolutionshelfer&#8221; im Arabischen Frühling. Als das Mubarak-Regime im Januar dieses Jahres Ägypten vom Netz nahm, solidarisierten sich weltweit Internetnutzer, um die isolierten Aktivisten wieder zurück ins Netz zu holen. Mit dabei auch das Kollektiv <a href="#home" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telecomix</a>, in dem Stephan Urbach seit 2009 aktiv ist. Er und andere Telecomix-Agenten, wie sich die Netzaktivisten selbst nennen, bauten via Telefon oder Analog-Modems alternative Verbindungen auf und erhielten schon nach kurzer Zeit Nachrichten aus Ägypten. Telecomix sei so etwas wie eine Werkstatt für das globale Internet. Wenn irgendwo die freie Kommunikation unterbrochen wird, werde man aktiv. &#8220;Freiheit ist der Normalzustand, den es wiederherzustellen gilt&#8221;, findet der 31-Jährige – und meint damit vor allem die Freiheit zu kommunizieren. Er ist der Überzeugung, dass der Freiheitsgrad einer Gesellschaft am Freiheitsgrad ihrer Kommunikationsnetze gemessen werden soll.</p>
<p>Seit dem Sommer konzentrieren sich Urbach und seine Kollegen, die unter anderem aus Schweden und Frankreich stammen, auf Syrien. Die Auseinandersetzung zwischen oppositionellen Kräften und dem autoritärem Regime hat dort bislang mehr als 3.000 Menschenleben gefordert. Berichte aus unabhängigen Quellen gibt es wenige, denn das Regime zensiert und überwacht das Internet. Die Kommunikationshelfer von Telecomix unterstützen oppositionelle Stimmen, indem sie über Verschlüsselungstechniken informieren, Verbindungen zu sicheren IRC-Chats und Proxy-Servern anbieten und die Nachrichten aus Syrien im Netz verbreiten. Infolge der Ereignisse in Syrien ist der arbeitslose Urbach in den vergangenen Monaten zum <a href="http://www.spreeblick.com/2011/08/31/telecomix-its-all-about-fun/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vollzeitaktivisten</a> geworden. Ein Hacker sei er aber nicht: &#8220;Programmieren ist für mich harte, körperliche Arbeit&#8221;. Stattdessen redet er: mit Aktivisten aus Syrien, mit den anderen Mitgliedern des Netzwerkes, mit Journalisten, die Kontakte oder Informationen wollen. Was ihn dabei antreibt, sind die Geschichten, die er zu verbreiten hilft. Wie die von Muhammad, einem 20-jährigen Freiheitskämpfer aus Syrien, dem er ein <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-08/interview-syrien-aktivist" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview in der Zeit</a> vermittelte. Sein größtes Erfolgserlebnis sei aber eine E-Mail gewesen. Darin bedankte sich ein junger Ägypter, dass er dank der Unterstützung von Telecomix endlich seinen Eltern schreiben konnte. Zumindest teilweise erfolgreich war auch die <a href="http://netzpolitik.org/2011/bluecoat-us-technologie-uberwacht-syrische-online-burger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veröffentlichung von Logdateien</a> syrischer Router durch Telecomix. Diese weisen angeblich nach, dass in Syrien Überwachungssoftware der US-amerikanischen Firma <a href="http://www.bluecoat.com/company" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bluecoat</a> eingesetz wurde. Die Forderung Urbachs nach einem &#8220;Exportverbot für Überwachungstechnologie&#8221;, fand jedoch wenig Unterstützung.</p>
<p>Urbachs Arbeitsplatz ist eine chaotische Wohnküche in Berlin-Friedrichshain. Während des Gesprächs blickt er immer wieder auf sein Macbook. Im Minutentakt kommen Nachrichten via IRC-Chat, Twitter, Jabber oder das Mail-Programm herein: Kommunikation auf allen Kanälen. Dabei mag Stephan Urbach Menschen eigentlich überhaupt nicht. Deshalb wäre er damals auch am liebsten in seinem Kellerzimmer im hessischen Hanau vor dem Bildschirm sitzen geblieben. Aber die Politik hat ihn herausgetrieben &#8211; zum Glück, möchte man fast sagen. Die ersten Netzsperren in den 1990er Jahren und später die restriktiven Anti-Terror-Gesetze haben ihn wütend gemacht, ihn politisiert. Die logische Konsequenz: Pirat werden. &#8220;Alle anderen waren zu verkrustet. Und wir hatten die Chance, etwas Neues zu machen, die Partei von Anfang an zu prägen&#8221;.</p>
<p>Wütend ist Urbach immer noch, über <a href="http://www.elektrischer-reporter.de/phase3/video/252" target="_blank" rel="noopener noreferrer">staatliche Überwachung</a> und auf die zunehmend paternalistische Politik: &#8220;Der Staat kann uns nicht alles verbieten. Wir müssen Fehler machen dürfen!&#8221; Statt neue Gesetze zu veranlassen, die den einzelnen entmündigen, solle die Politik lieber mehr Geld in Bildung investieren. Und natürlich in den weiteren Ausbau der Breitbandverbindung: &#8220;Es kann doch nicht sein, dass wir mitten in Berlin nur eine 3000er-Verbindung haben&#8221;.</p>
<p>Daten sind essentiell in Urbachs Welt. Daten seien frei, gehören keinem, und nichts und niemand dürfe den freien Fluss der Daten unterbrechen, <a href="http://datalove.me/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beschreibt der Datenliebhaber</a> seine Philosophie. Obwohl Urbach bekennendermaßen nicht viel von Datenschutz hält, will er mit der Post-Privacy-Bewegung und der datenschutzkritischen <a href="http://blog.spackeria.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spackeria</a> nichts <a href="http://stephanurbach.de/2011/03/warum-datalove-nicht-post-privacy-ist/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zu tun haben</a>. &#8220;Alles, was man ins Netz stellt, ist öffentlich, Privat ist, was im Kopf ist. Sobald die Daten im Netz sind, gehören sie nicht mehr dir!&#8221;. Sensible Daten hätten deshalb grundsätzlich nichts im Netz zu suchen &#8211; genausowenig wie die Server von Versicherungen oder Krankenhäusern. Und wer bei Amazon einkauft und dort seine Kreditkartennummer hinterlässt? Selbst schuld. Mehr informelle Selbstbestimmung sei nötig, dazu fehle es aber vor allem vielen jungen Menschen noch an Wissen und Kompetenz.</p>
<p>Wo er die Bewegung und die Piratenpartei in zehn Jahren sieht? &#8220;Entweder, wir werden es großflächig verkacken und so wie alle anderen werden, oder wir schaffen es, Transparenz zu leben und die Menschen mit einzubeziehen&#8221;. Sinn und Zweck der Piratenpartei sei es auch, ihr technisches Elitenwissen zu teilen und anderen zugänglich zu machen. Daran seien die Nerds und Hacker bisher immer gescheitert. Und es gehe auch darum, menschlich zu bleiben: &#8220;In der Politik geht es noch viel zu viel um Macht und viel zu wenig um Mensch sein&#8221;.</p>
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