<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Stromversorgung &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/stromversorgung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Sun, 25 Jun 2006 23:00:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Stromversorgung &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>&#8220;Das Klima in der Regierung ist gut, besser als der Klimawandel auf dem Globus&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdas_klima_in_der_regierung_ist_gut_besser_als_der_klimawandel_auf_dem_globusquot-137/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdas_klima_in_der_regierung_ist_gut_besser_als_der_klimawandel_auf_dem_globusquot-137/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[mullrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jun 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Subvention]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmar Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Emissionsrechtehandel]]></category>
		<category><![CDATA[Stromversorgung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotdas_klima_in_der_regierung_ist_gut_besser_als_der_klimawandel_auf_dem_globusquot-137/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Montag, 26. Juni, war 
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, zu Gast im tagesschau-Chat 
<span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte 
mit den Nutzern über die Emissionszertifikate, Kohlesubventionen 
und die Zukunft der Stromversorgung.</span></span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Montag, 26. Juni, war<br />
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, zu Gast im tagesschau-Chat<br />
<span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte<br />
mit den Nutzern über die Emissionszertifikate, Kohlesubventionen<br />
und die Zukunft der Stromversorgung.</span></span></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b><b>Moderator:</b></b> Heute<br />
begrüßen wir im ARD-Hauptstadtstudio Bundesumweltminister<br />
Sigmar Gabriel. In den kommenden 45 Minuten wird er Ihre Fragen<br />
zur Umweltpolitik beantworten. Selbstverständlich ist unser<br />
Chat aber auch heute wieder für Fragen aus anderen Themenbereichen<br />
offen. Herr Gabriel können wir beginnen?
</p>
<p>
<b><b>Sigmar Gabriel:</b></b> Gern.
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/sgabrielwebcam1.jpg" align="left" height="110" hspace="10" width="147" />Moderator:</b><br />
Diese Woche soll das Kabinett Ihre Pläne zum Emissionshandel<br />
beschließen. Darauf kommen wir gleich zu sprechen. Derzeit<br />
beschäftigt viele Menschen neben dem Fußball kurioserweise<br />
ein ganz anderes Thema: Es geht um Problem-Braunbär Bruno.<br />
Der ist heute erschossen wurden. Sie haben das umgehend begrüßt.<br />
Warum? Unter Tierschützern werden Sie sich damit keine Freunde<br />
machen.
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Ich weiß nicht, wo Sie gelesen<br />
haben, dass ich das &quot;begrüßt&quot; habe. Natürlich<br />
tut es mir leid, dass &quot;Bruno&quot; erschossen wurde, das ist<br />
doch ganz normal. Allerdings habe ich Verständnis für<br />
das Dilemma, in dem sich mein bayerischer Kollege befunden hat:<br />
Heute reagieren viele geschockt auf den Abschuss von &quot;Bruno&quot;<br />
und kritisieren den bayerischen Umweltminister. Hätte &quot;Bruno&quot;<br />
irgendwann einen Menschen verletzt oder gar getötet, würden<br />
vermutlich die gleichen Menschen den Rücktritt des bayerischen<br />
Umweltministers fordern.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Und jetzt zur ernsthaften politischen<br />
Agenda:
</p>
<p>
<b>erweon:</b> Wie stehen Sie zu dem Vorwurf, mit der<br />
kostenlosen Zuteilung von Emissionszertifikaten werde die Energiewirtschaft<br />
subventioniert?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Also ich finde, der Umgang mit<br />
wilden Tieren in Naturschutzgebieten ist durchaus auch ein ernstzunehmendes<br />
Thema der politischen Agenda. Aber nun zu Ihrer Frage: Niemand &quot;subventioniert&quot;<br />
die Energiewirtschaft dadurch, dass wir die Zertifikate beim Emissionshandel<br />
nicht zu 10 Prozent versteigern. Sondern die Energiewirtschaft würde<br />
sich die Preise dafür mit Sicherheit durch einen weiteren Aufschlag<br />
beim Strompreis von den Verbrauchern zurückholen. Deshalb schützen<br />
wir durch den Verzicht auf die Auktionierung vor allem die Verbraucher.
</p>
<p>
<b>Harald Toepfer:</b> Mit Ihrer Entscheidung im NAP2<br />
die Emissionszertifikate nicht zu versteigern und keinen einheitlichen<br />
Benchmark für CO2- Emissionen einzuführen, subventionieren<br />
Sie die Kohleverstromung und haben sich bereits den Spitznamen &quot;Kohleminister&quot;<br />
eingefangen. Warum haben Sie sich so entschieden?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Wenn wir das in Zukunft ändern<br />
wollen, müssen wir endlich die Stromnetze in Europa so öffnen,<br />
dass wir mehr Wettbewerb bekommen. Genau dafür will die Bundesregierung<br />
auch sorgen. So lange wir das nicht geschafft haben, sind die Verbraucher<br />
schutz- und wehrlos. Deshalb: First things first. Danach werden<br />
wir auktionieren &#8211; und zwar nicht nur 10 Prozent.
</p>
<p>
Zur Frage von Herrn Toepfer: Ehrlich gesagt ist es mir ziemlich<br />
egal, welche Spitznamen ich bekomme. Wichtiger ist, dass man &#8211; in<br />
diesem Fall ich &#8211; sich seiner Sache sicher ist: Zur Auktionierung<br />
habe ich bereits eine Antwort gegeben. Sie ist solange ein trojanisches<br />
Pferd, dass schön aussieht aber gefährliche Inhalte hat,<br />
solange wir keinen Wettbewerb auf dem europäischen Strommarkt<br />
haben. Im übrigen bringt sie kein Gramm weniger Co2, sondern<br />
viele wünschen sich, dass die gigantischen Windfallprofits<br />
wieder abgeschöpft werden, die die Stromwirtschaft beim ersten<br />
Emissionshandel eingestrichen hat. Das verstehe ich und würde<br />
die Windfallprofits auch gern abschöpfen, aber ich weiß,<br />
dass dies nicht gelingen wird, sondern der Verbraucher die Zeche<br />
doppelt zahlen wird. Also: Erst für Wettbewerb sorgen, dann<br />
auktionieren. Nicht umgekehrt.
</p>
<p>
Zur Kohle nur folgende Hinweise: Der erste Allokationsplan unter<br />
der Verantwortung der Grünen, sorgte für eine Minderung<br />
von Co2 um ganze 2 Mio. Tonnen. Unser Allokationsplan mindert die<br />
Co2 Emissionen um immerhin 15 Mio. Tonnen. Ich finde, dass ist deutlich<br />
anspruchsvoller. Selbst die damaligen Pläne der Grünen<br />
sahen für den NAP II nur eine Minderung von 10 Mio. Tonnen<br />
vor &#8211; mit 15 Mio. Tonnen sind wir immer noch um ein Drittel besser,<br />
als die Planungen der Grünen in der letzten Legislaturperiode.</p>
<p>Wir wollen durch höhere Wirkungsgrade in neuen Kohlekraftwerken<br />
die alten Kohlekraftwerke ersetzen, um damit auch weniger Co2 zu<br />
emittieren. Und wir bringen neue Gaskraftwerke in den Wettbewerb,<br />
in dem sie ebenso viele Zertifikate für ihre Betriebsstunden<br />
erhalten wie Kohlekraftwerke. Bislang erhielten die Gaskraftwerke<br />
nur Zertifikate für die Spitzen- und Mittellast, Kohlekraftwerke<br />
aber für die Grundlast. Jetzt statten wir beide Kraftwerksarten<br />
mit 7500 Betriebsstunden für die Grundlast aus.
</p>
<p>
<b>Jüterburg:</b> Die Naturkatastrophen häufen<br />
sich und werden als Folgen des globalen Klimawandels begriffen.<br />
Dennoch leugnen Staaten wie die USA den Klimawandel. Wie könnten<br />
die USA und andere Emittenten dazu bewegt werden, ihre Emissionen<br />
zu reduzieren und somit ihren Teil zum Schutz des Klimas beitragen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Nur durch internationale Verhandlungen<br />
und durch einen Wandel in der inneramerikanischen Diskussion. Und<br />
diesen Wandel gibt es bereits jetzt unter Bush. Ich bin sicher,<br />
dass die nächste amerikanische Regierung sich anders aufstellen<br />
wird.
</p>
<p>
<b>einfallslos:</b> Hallo Herr Gabriel. Wie passt es<br />
denn Ihrer Meinung nach zusammen, dass Sie einerseits erneuerbare<br />
Energien unterstützen wollen, sich andererseits aber für<br />
eine Weiterführung der Kohle-Subventionen aussprechen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Wenn wir uns sehr anstrengen &#8211;<br />
und das wollen wir tun -, dann werden wir im Jahr 2020 etwa 20 Prozent<br />
der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien decken. Das ist ein<br />
sehr ehrgeiziges Ziel, das weltweit von niemandem übertroffen<br />
wird. Aber dann bleiben noch 80 Prozent übrig. Und auch durch<br />
noch so große Anstrengungen im Bereich der Energieeffizienz<br />
werden wir ja nicht auf nur noch 20 Prozent unseres heutigen Strombedarfs<br />
kommen und nun müssen wir entscheiden, wie wir diese 80 Prozent<br />
decken wollen. Gas allein wird nicht ausreichen, weil es gar nicht<br />
soviel Gas gibt, um diesen Bedarf in Deutschland und in Europa zu<br />
decken und Kohle zu ersetzen. Und Länder wie China werden sich<br />
schon gar nicht davon abbringen lassen, ihre Kohlevorkommen zu nutzen.<br />
Wer also die Atomenergie nicht will, der muss den Gasanteil erhöhen<br />
&#8211; das tun wir &#8211; und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Kohlekraftwerke<br />
bessere Wirkungsgrade haben (und damit deutlich weniger Co2) und<br />
auch in die Forschung von Carbon Capture investieren. Und genau<br />
diesen Weg gehen wir.
</p>
<p>
<b>Franz21:</b> Hallo, Herr Minister. Unter welchen Bedingungen,<br />
wären Sie bereit, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern?<br />
Brauchen wir den Ausstieg wirklich? Ich mache mir große Sorgen<br />
um die Energiesicherheit nach dem Ausstieg!
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Unter keinen, weil wir keinen<br />
Atomstrom brauchen. Bis zum Jahr 2012 gehen beispielsweise rund<br />
7000 MW Atomstrom vom Netz, es kommen aber allein 17.500 MW durch<br />
neue Kraftwerke hinzu. Diese Zahlen sind die gemeinsame Grundlage<br />
des Energiegipfels der Bundeskanzlerin, also keine Zahlen, die nur<br />
aus dem Umweltministerium kommen. Und dabei sind die Zahlen der<br />
erneuerbaren Energien noch gar nicht dabei.
</p>
<p>
<b>Franz21:</b> Bitte geben Sie uns einen Einblick in<br />
die tägliche Arbeit der Großen Koalition: Ist das Klima<br />
wirklich so schlecht, wie es im Moment dargestellt wird? Zur Aussage<br />
von Peter Struck: Glauben Sie auch, dass Schröder besser als<br />
Merkel war (ist)?<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/sgabrielwebcam2.jpg" align="right" height="120" vspace="10" width="142" />
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Das Klima in der Regierung ist<br />
gut, besser jedenfalls als der Klimawandel auf dem Globus. Und dass<br />
Sozialdemokraten sich wünschen, sie hätten die Wahlen<br />
gewonnen und mit ihrem Kanzler weiter regiert, ist doch logisch,<br />
oder?
</p>
<p>
<b>Franz21:</b> Die (nicht immer ernst zu nehmende) BILD-Zeitung<br />
betitelte Ihren Kollegen Glos jüngst als &quot;Problembär<br />
&quot; der Bundesregierung. Ist er das wirklich?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Nein. Die Probleme erwachsen aus<br />
den Aufgaben, die wir zu lösen haben, nicht den Personen.
</p>
<p>
<b>amjahid:</b> Kann man tolerieren, dass wir in Deutschland<br />
kein Atomstrom mehr erzeugen wollen, wir aber von Nachbarstaaten<br />
den selben importieren können?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Natürlich wünschen wir<br />
uns, dass auch die Mitgliedsstaaten, die heute noch die Atomenergie<br />
weiter nutzen wollen, ebenfalls aussteigen. Immerhin 17 von 25 Mitgliedsstaaten<br />
der EU nutzen heute die Atomenergie nicht oder wollen aussteigen.<br />
Und Länder wie Frankreich mussten in den letzten Jahren eher<br />
Windstrom aus Deutschland nutzen, als Atomstrom zu uns liefern.<br />
Denn immer dann, wenn die Sommer heiß sind und die Wasserstände<br />
in der Rhone fallen, müssen französische Atomkraftwerke<br />
abgeschaltet bzw. herunter gefahren werden. Sie sehen also, die<br />
Sache ist nicht ganz so, wie es die deutsche Atomwirtschaft gern<br />
darstellen möchte.
</p>
<p>
<b>Cruzifix:</b> Wie weit wird die Bundesregierung ihre<br />
Haltung zur Solarenergie ändern &#8211; besonders im Hinblick auf<br />
Subventionierungen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Am Willen der Bundesregierung,<br />
erneuerbare Energien zu fördern, wird sich nichts ändern.<br />
Auch nicht bei der Solarindustrie. Bei allen neuen Technologien<br />
(z.B. beim Airbus) hat es am Anfang Subventionen gegeben. Übrigens<br />
muss man immer dagegen rechnen, wie viel man dadurch gewinnt, dass<br />
neue und zukunftssichere Jobs entstehen. In der Solarindustrie inzwischen<br />
einige Tausend. Worüber wir reden werden, sind die Höhe<br />
der Subventionen.
</p>
<p>
<b>Irma16:</b> Eine Nachfrage zur Auktionierung der Emissionsrechte:<br />
Ab wann glauben Sie damit beginnen zu können? Schon in der<br />
Phase II oder erst nach 2012? &#8211; und wie ist der Stand der Debatte<br />
zur Besteuerung der Windfall-Profite der Versorger?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Wir werden auktionieren können,<br />
wenn wir die europäischen Strommärkte so geöffnet<br />
haben, dass ein Stromkunde, dem der deutsche Strompreis zu hoch<br />
ist, seinen Bedarf über einen portugiesischen, polnischen oder<br />
jeden anderen europäischen Stromanbieter decken kann. Spätestens<br />
in der dritten Handelsperiode müssen wir das machen.
</p>
<p>
<b>Mika77:</b> Glauben Sie, dass ein Großteil der<br />
Bevölkerung über ihren eigenen persönlichen Energieverbrauch,<br />
sowie den Relationen, was Energieproduktion und Nutzen angeht, nachdenkt?<br />
Finden Sie nicht auch, dass durch eine bessere Energiebildung der<br />
&quot;Energiehunger &quot; signifikant reduziert werden könnte?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Mika7:</b> Glauben Sie, dass in 15 Jahren die Menschen<br />
anfangen müssen (elektrische) Energie selbst zu Hause zu produzieren?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Wieso erst in 15 Jahren? Dass<br />
können sie doch heute schon.
</p>
<p>
<b>falko:</b> Zu Ihrem Lieblingsargument, Nutzung der<br />
standby-Schaltungen: Wo bleibt das Gesetz, das die Industrie verpflichtet,<br />
bessere Lösungen zu schaffen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Das ist nicht mein &quot;Lieblingsargument&quot;,<br />
sondern ein allzu sinnfälliges Beispiel. Sowohl auf der Ebene<br />
der EU arbeiten wir an der Öko-Design-Richtlinie, um dafür<br />
strengere Vorgaben zu machen, als auch an einem Energieeffizienzprogramm<br />
der Bundesregierung.
</p>
<p>
<b>SummeAllerDinge:</b> Herr Gabriel, beim letzten tagesschau-Chat<br />
haben Sie gesagt, dass Sie sicher sind, dass es Neuwahlen geben<br />
würde. Wie stabil ist die große Koalition wirklich? Und<br />
wird sie die Problemfragen &quot;Gesundheitsreform/ Steuerreform&quot;<br />
zusammen überstehen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Na ich hoffe doch, dass meine<br />
Prognose zur Stabilität genauso gut ist, wie damals zu den<br />
Neuwahlen. Und ich glaube: Die Koalition ist stabil und wird die<br />
anstehenden Probleme lösen.
</p>
<p>
<b>Homfeldt:</b> Sehr geehrter Herr Ministerpräsident<br />
Gabriel, fühlen Sie Ihren Posten nicht als Notlösung,<br />
Sie noch irgendwo unterzubringen? Immerhin haben Sie doch zuvor<br />
keine Erfahrung mit dem Thema Umwelt sammeln können!
</p>
<p>
<b>Mika77:</b> Ihre Karriere zeigte ja kurzzeitig in<br />
eine andere Richtung. Haben sie lange gebraucht, um sich in das<br />
Amt des Umweltministers einzuleben?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Zu Herrn Homfeldt: Was hilft es,<br />
wenn ich Ihre Frage beantworte? Sie scheinen ja ein ziemlich fest<br />
gefügtes Weltbild zu haben. Und so etwas kann man besitzen,<br />
ohne wirklich etwas über diejenigen zu wissen, über die<br />
man gerne urteilt.</p>
<p>Und zu Mika 77: Wenn man gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat,<br />
und die habe ich, dann lernt man jeden Tag etwas hinzu. Und ein<br />
Minister &#8211; egal in welchem Ressort &#8211; ist ja nicht deshalb Minister,<br />
weil er der beste Sachbearbeiter ist. Im Gegenteil: Jeder Referent,<br />
jeder Sachbearbeiter in jedem Ressort weiß im Zweifel viel<br />
mehr als der jeweilige Minister. Der Job eines Ministers ist eine<br />
politische Managementaufgabe, die andere Qualifikationen erfordert,<br />
als Detailwissen zu jeder Frage. Dieses Detailwissen haben die Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter, und die müssen sie fragen.
</p>
<p>
<b>Christoph Becker:</b> Hallo Herr Minister, mir gefällt<br />
der frische Wind, den Sie ins BMU gebracht haben. Wie Sie wissen,<br />
ist das Thema FCKW aus Altkühlgeräten noch lange nicht<br />
abgearbeitet, da alleine in Europa noch 100.000 Tonnen der Klimakiller<br />
in alten Kühlgeräten stecken. Das Recycling der Geräte<br />
in Deutschland findet unter Ausschluss konsequenter Kontrollen der<br />
Wirksamkeit der Anlagen statt. Wie kann diesem Zustand zum Wohle<br />
des Klimaschutzes abgeholfen werden?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Bis zu Ihrer Mail bin ich davon<br />
ausgegangen, dass es sehr wohl qualitative Anforderungen an das<br />
Recycling dieser Geräte gibt. Nachher werde ich dem mal nachgehen.<br />
Wenn Sie eine Antwort möchten, schreiben Sie mir einfach ins<br />
BMU.
</p>
<p>
<b>legehenne:</b> Herr Gabriel, Sie kritisierten einen<br />
wachsenden Einfluss der Wirtschaft auf den Natur- und Klimaschutz.<br />
Ist das nicht naiv? Wie wollen Sie diese Verflechtungen bekämpfen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Naivität hilft manchmal beim<br />
Erkennen der wirklichen Gründe für die Probleme in unserem<br />
Land oder in der Welt. Wer sich immer auf die sogenannten Sachzwänge<br />
einlässt, wird letztlich von ihnen gefangen gehalten. Ich denke,<br />
dass wir viel stärker als in der Vergangenheit zu europäischen<br />
und internationalen Regeln kommen müssen. In der Umweltpolitik<br />
sind wir in Europa dabei übrigens viel weiter als z.B. in der<br />
Finanz- oder Sozialpolitik. Und bei allem gilt Max Weber: Politik<br />
ist das Bohren dicker Bretter.
</p>
<p>
<b>peter:</b> Werde Sie im Zuge der Föderalismusreform<br />
Kompetenzen im Umweltbereich an die Länder abgeben müssen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Ja. Anders als andere, habe ich<br />
damit nicht so viele Probleme. Denn wenn wir in Deutschland Wahlen,<br />
Parlamente und demokratisch legitimierte Regierungen auf Länderebene<br />
haben, dann dürfen wir nicht soviel Angst vor demokratischen<br />
Auseinandersetzungen auf Länderebene haben. Ich bin kein Anhänger<br />
des Mottos: Alles Gute kommt von oben. Und man muss wissen, wir<br />
erhalten ja durchaus auch mehr Kompetenzen auf Bundesebene als heute<br />
und geben nicht nur welche ab.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unsere Zeit ist fast um. Zwei letzte<br />
Fragen:
</p>
<p>
<b>Merkel:</b> Sie fordern mehr Patriotismus in unserem<br />
Land. Was sagen Sie zu der aktuellen Stimmung in unserem Land? Ist<br />
das eine temporäre Phase oder wird es auch in der Zeit nach<br />
der WM so bleiben?
</p>
<p>
<b>klinsi:</b> Obligatorische Schlussfrage: Wer wird<br />
Weltmeister?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Horst Eckel, Nationalspieler der<br />
WM 1954, hat mir gerade gesagt: Wenn man auf den Platz geht, muss<br />
man gewinnen wollen. Das ist ein gutes Motto für den Fußball<br />
und die Politik. Und deshalb sagte ich: Deutschland wird Weltmeister.<br />
Und was den Patriotismus angeht: Die Fahnen werden sicher nach der<br />
WM nicht mehr so häufig zu sehen sein. Aber vielleicht ja das<br />
Bild eines weltoffenen, freundlichen und vor allem für ALLE<br />
Nationen gastfreundlichen Deutschland mit seinen fröhlichen<br />
Bürgerinnen und Bürgern.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war unserer Tagesschau-Chat bei<br />
tagesschau.de und politik-digital.de, heute nur 45 Minuten. Vielen<br />
Dank für Ihr Interesse und vielen Dank an Herrn Minister Gabriel.<br />
Das Protokoll des Chats ist in Kürze zum Nachlesen auf den<br />
Seiten von tagesschau.de und politik-digital.de zu finden. Das tagesschau-Chat-Team<br />
wünscht noch einen schönen Tag.
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Und ich kann nur sagen: Bis zum<br />
nächsten Mal. Tschüss.
</p>
<p><!-- #EndEditable --></p>
<p>
<!-- Content --><br />
<span style="font-size: x-small"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdas_klima_in_der_regierung_ist_gut_besser_als_der_klimawandel_auf_dem_globusquot-137/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
