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	<title>Stuttgart &#8211; politik-digital</title>
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		<title>&#8220;Die Weiterbildung in Deutschland befindet sich auf einem guten Fundament&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Sep 2008 14:12:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Weiterbildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 26. September 2008 war Staatssekretär Georg Wacker live im Chat des Baden-Württembergischen Kultusministeriums in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. In 60 Minuten beantwortete er Fragen zum Thema Weiterbildung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 26. September 2008 war Staatssekretär Georg Wacker live im Chat des Baden-Württembergischen Kultusministeriums in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. In 60 Minuten beantwortete er Fragen zum Thema Weiterbildung.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, Herr Staatssekretär Wacker ist eingetroffen. Wollen wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Gerne, ich freue mich auf den Dialog.
</p>
<p>
<b>Melli:</b> Wie erkenne ich die Qualität von Weiterbildungsangeboten?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Auf dem Weiterbildungsserver des Landes <a href="http://www.fortbildung-bw.de/wb/">www.fortbildung-bw.de</a> finden sie Qualtitätsmerkmale der Weiterbildung aufgelistet, mit Hilfe der Sie ihre Angebote beurteilen können. Darüber hinaus empfehle ich Ihnen, sich einen direkten und persönlichen Eindruck bei der Weiterbildungseinrichtung nach Ihrer Wahl zu verschaffen. Sicher werden Sie einen guten Eindruck darüber gewinnen, ob die Angebote Ihren Bedürfnissen in der Qualität entsprechen.
</p>
<p>
<b>Benedikt:</b> Wie bewerten Sie den Stellenwert der Weiterbildung in Deutschland?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Alle politischen Entscheidungsträger betonen den gleichwertigen Stellenwert der Weiterbildung gegenüber den anderen Bereichen der Bildung in unserem Land. Es gibt unterschiedliche Fördermethoden in den einzelnen Bundesländern. In diesem Zusammenhang plädiere ich dafür, den persönlichen Bedürfnissen der Nutzer in der Angebotsstruktur Rechnung zu tragen. Diese Entwicklung müssen die politischen Verantwortlichen genau im Auge behalten und Weiterentwicklungen unterstützen. Damit sage ich deutlich: die Weiterbildung in Deutschland befindet sich auf einem guten Fundament, der bedarfsgerechte Ausbau muss gerade aufgrund der demographischen Entwicklung in Zukunft seitens der Politik unterstützt werden.
</p>
<p>
<b>ochsle:</b> Sollten die Schulen nicht so gut sein, dass es keine Weiterbildung mehr braucht?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Sie stellen eine spannende Frage. Die Bildungsbiographie jedes Einzelnen kann nicht mit einem allgemeinbildenden Schulabschluss abgeschlossen sein. Gerade die anspruchsvolle Berufswelt erfordert von jedem Einzelnen, dass er Angebote des &quot;Lebenslangen Lernens&quot; in Anspruch nimmt. Unsere Schulen können diesen Teil nicht leisten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Jetzt haben wir einige konkrete Fragen zum Thema Lehrerfortbildung gesammelt:
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<b>Oxford School:</b> Wie intensiv wird eigenständiges Lernen mit neuen Medien in den öffentlichen Schulen vorangetrieben? Gibt es dazu Seminare für Lehrer, Kampagnen oder dergleichen?
</p>
<p>
<b>wayne:</b> Wie weitreichend ist das Weiterbildungsangebot für Lehrer und wie viele Weiterbildungen sind für Lehrer verpflichtend? Ich als Vater zweier schulpflichtiger Kinder merke bei jedem Elternabend erneut, dass gerade alte Lehrer nicht auf dem Stand der Wissenschaft oder auch nur des Zeitgeschehens zu sein scheinen.
</p>
<p>
<b>Pachulke: </b>Wenn ich an meine Studienzeit zurückdenke, erinnere ich mich insbesondere daran, dass die Inhalte, die uns vermittelt wurden &#8211; neben der notwendigen Grundlagenforschung &#8211; oft veraltet waren. Während wir Studenten bereits mit 14k Modems im Internet unterwegs waren, sprachen die Dozenten noch von Neuen Medien und dem &quot;InformationSuperHighWay&quot; als wären dies Zukunftsvisionen und nicht bereits Realitäten. Wie kann eine Weiterbildung für Lehrer und Dozenten finanziert werden, die gewährleistet, dass auch gerade ältere Dozenten up to date sind.
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Der Einsatz und gleichzeitig der Umgang mit den neuen Medien im Unterricht ist heute an allen Schularten unverzichtbar. Sie kennen sicher die Vorgaben Ihrer jeweiligen Bildungspläne bzw. Bildungsstandards. Das Land Baden-Württemberg hat dieser Entwicklung Rechnung getragen, indem mit Medienoffensiven die Ausstattung unserer Schulen und die Fortbildung unserer Lehrkräfte diesbezüglich unterstützt wurde. In unserem Fortbildungsangebot für Lehrkräfte ist der oben beschriebene Bereich integrierter Bestandteil. Jährlich stehen für regionale Fortbildungsmaßnahmen ca. 20 000 Teilnahmeplätze an unseren Standorten der Landesakademien zur Verfügung. Darüber hinaus nehmen jährlich ca. 40 000 Lehrkräfte an Ausbildungen vor Ort teil. Sie sprechen zu Recht an, dass die Halbwertszeit des Wissens sich in rasantem Tempo verkürzt. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf den Fortbildungsbedarf der Lehrkräfte. Über das Kultusportal (<a href="http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/-s/eqsk291x8l20sp0w44x1wi8s7titobei/menu/1146607/index.html">www.kultusportal-bw.de</a>) erhalten Sie gewünschte nähere Informationen.
</p>
<p>
<b>Don Quichote:</b> Wie kann den Menschen vermittelt werden, dass sie ohne &quot;lebenslanges Lernen&quot; in der modernen Welt irgendwann den berühmten &quot;Kampf gegen die Windmühlen&quot; führen?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Hier predigen alle Weiterbildungsträger, aber auch die politischen Entscheidungsträger, immer wieder den hohen Stellenwert der Weiterbildung. Allerdings kann ich mir nicht verkneifen zu sagen, dass diejenigen, die auf Weiterbildung verzichten wollen, weil sie diese angeblich für ihre berufliche Weiterqualifizierung nicht benötigen, sicher irgendwann in ihrem Beruf Schiffbruch erleiden.
</p>
<p>
<b>Trujillo:</b> Welche Möglichkeiten habe ich denn, um als Dozent/Lehrer/Ausbilder weiterbildungswilligen Personen meine Fähigkeiten näher zu bringen?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker: </b>Gerne biete ich Ihnen an, sich in die Referentendatenbank des Weiterbildungsportals <a href="http://www.fortbildung-bw.de/wb/">www.fortbildung-bw.de</a> einzutragen.
</p>
<p>
<b>Oxford School:</b> Welche konkrete Aufgaben haben Sie als Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg und wie setzen Sie diese um?
</p>
<p>
<b>Benedikt:</b> Was macht eigentlich ein Weiterbildungsbeauftragter?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Zu Ihrer ersten Frage: Der politische Staatsseketär im Kultusministerium ist der politische Vertreter des Kultusministers. Er ist das Bindeglied zwischen Parlament und Landesregierung. Daneben bearbeitet er federführend Themen im Auftrag des Ministerpräsidents. Beispielsweise die Weiterbildung. Zu Ihrer zweiten Frage: Die Weiterbildungsförderung des Landes ist auf verschiedene Ressorts aufgeteilt (z.B. allgemeine Weiterbildung im Kultusministerium, berufliche Weiterbildung im Wirtschaftsministerium). Daher hat der Weiterbildungsbeauftragte die Aufgabe, die Aktivitäten zu koordinieren und den hohen politischen Stellenwert dieses Bereiches gegenüber der Öffentlichkeit und innerhalb der Landesregierung zu verkörpern. Da dem Ministerpräsident G. Oettinger dieser Bereich ebenfalls sehr wichtig ist, hat er hierzu mich als besonderen Weiterbildungsbeauftragten berufen.
</p>
<p>
<b>WACKEN:</b> Herr Wacker, wie bilden Sie sich selbst fort?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> 1. Als Berufsmusiker von Haus aus, musiziere ich in meiner knapp bemessenen Freizeit und erarbeite dabei neue Literatur. 2. Als ehrenamtlicher Landesvorsitzender des deutschen Bibliotheksverbandes (auch die Bibliotheken sind Weiterbildungsträger) ist mir das Lesen sehr wichtig. 3. Durch zahlreiche Vorort-Termine in der Fläche unseres Bundeslandes informiere ich mich regelmäßig über die Herausforderungen für unsere Bildungspolitik. Auch diese Maßnahme ist Weiterbildung für politische Entscheidungsträger. Gerne würde ich Kurse in Weiterbildungseinrichtungen besuchen, leider fehlt mir aber für den regelmäßigen Besuch die Zeit.
</p>
<p>
<b>oliver:</b> Will das Land Baden-Württemberg der Weiterbildung nach Jahren des Rückschritts (Wegfall der Förderung durch die Arbeitsverwaltung, Kürzung der Landeszuschüsse) wieder einen höheren Stellenwert einräumen?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker: </b>Wir erleben im Moment eine Trendwende. Mit dem Haushaltsjahr 2009 werden wir die Landeszuschüsse für die allgemeine Weiterbildung um 2,9% anheben. Ministerpräsident Oettinger hat auf dem vorletzten Verbandstag der Volkshochschulen im Jahr 2007 eine Nachbesserung der Landeszuschüsse zugesagt, indem die Landesförderung entlang der Personalkostensteigerungen im öffentlichen Dienst für die nächsten Jahre angehoben werden soll. Wird es auch in den Folgejahren Lohnerhöhungen für die Landesbediensteten geben, werden auch entsprechend die Landeszuschüsse angepasst.
</p>
<p>
<b>Fiebig:</b> Sehr geehrter Herr Wacker, welche Möglichkeiten sehen Sie, die Grundbildung Erwachsener, die die Schule ohne Abschluss verlassen haben, zu fördern?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker: </b>Lieber Herr Dr. Fiebig, schön, dass Sie sich outen! Meines Erachtens ist der Nacherwerb von Schulabschlüssen ein wichtiges Aufgabenfeld für unsere Weiterbildungseinrichtungen. Damit spreche ich den 2. Bildungsweg direkt an. Ich bin besonders  Volkshochschulen und auch kirchlichen Einrichtungen sehr dankbar, dass sie dieses Aufgabenfeld mit großem Engagement betreiben. Auch bin ich sehr froh darüber, dass bei diesen Haushaltsberatungen 2009 bisher niemand die Landesförderung in bisheriger Höhe in Frage gestellt hat. Alle Schülerinnen und Schüler, die zunächst in der Schule scheitern, haben eine 2. Chance verdient. Deswegen ist das Angebot des 2. Bildungsweges unverzichtbar.
</p>
<p>
<b>Gute Nacht John Boy:</b> Gerade ungebildete Schichten erreicht man mit Weiterbildungsangeboten doch nur sehr schlecht. Wie kann dem Abhilfe geschaffen werden?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Hierzu brauchen wir besondere Strategien. Ich gebe zu, dieses Ziel zu verfolgen ist nicht einfach. Beispielsweise ist die Elternbildung ein Weg, um auch sogenannte bildungsferne Schichten zu erreichen. Wir haben kürzlich gemeinsam mit dem Sozialministerium mit Wirkung ab 1. September dieses Jahres das Landesprogramm &quot;STÄRKE&quot; aufgelegt. Hier bekommen alle Eltern nach Geburt ihres Kindes einen Bildungsgutschein von 40 €. Diesen können sie bei Weiterbildungseinrichtungen ihrer Wahl einreichen. Damit werden besonders auch einkommensschwache Familien unterstützt.
</p>
<p>
<b>Kristian Kropf: </b>Kann mein Chef eine Weiterbildung von mir verlangen, wenn ich diese nicht machen will?
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<p>
<b>Löffler43: </b>An wen kann ich mich wenden, wenn mein Chef eine Weiterbildung nicht bezahlen will? Gibt es da Stellen, die die finanzieren würden?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Es ist die Aufgabe der Unternehmen, ihre Beschäftigten weiter zu qualifizieren und ihnen entsprechende Angebote zu unterbreiten. Wenn Sie solche Angebote erhalten, würde ich diese dankbar aufgreifen. Sicher liegt es auch in Ihrem Interesse, Ihrem Arbeitgeber gegenüber zu verdeutlichen, dass Sie an Weiterbildung interessiert sind. Ob die Weiterbildung für Sie kostenfrei ist, muss zum Einen direkt mit Ihrem Arbeitgeber geklärt werden. Zum Anderen ist es die Aufgabe der Tarifpartner, entsprechende Regelungen zu formulieren.
</p>
<p>
<b>Erwin:</b> Ein Bildungsgutschein für € 40 soll Ihrer Meinung nach WAS besser machen? Das reicht mal eben für eine Nachhilfestunde aus.
</p>
<p>
<b>Georg Wacker: </b>Das sehe ich anders. Es gibt eine Vereinbarung zwischen der Landesregierung und allen relevanten Verbänden der Eltern- und Familienbildung, die besagt, dass entsprechende Angebote für 40€ konzipiert werden. Bereits jetzt weisen die Fortbildungsprogramme entsprechende Möglichkeiten aus. In diesem Zusammenhang gibt es Kurse für Erziehungsfragen für die ersten Jahre des Kindes. Diese sind mit diesem Betrag durchaus finanzierbar. Ich möchte durchaus betonen, dass die Eltern- und Familienbildung nur einen Weg darstellt, sozial Schwächere und so genannte bildungsferne Schichten zu erreichen. Weitere Strategien müssen entwickelt werden, um dieses Ziel zu verfolgen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die letzte Frage:
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<p>
<b>Paria:</b> Warum, glauben Sie, ist Baden-Württemberg als Ausbildungsstandort so attraktiv?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Die Rahmenbedingungen stimmen: Wir haben eine hohe Beschäftigungsquote, wir haben mit die niedrigste Arbeitslosenquote deutschland- und europaweit und wir haben, nebenbei bemerkt, sehr gute Bildungseinrichtungen, beginnend mit der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, das waren 60 Minuten Chat zum Thema Weiterbildung in Baden-Württemberg. Vielen Dank an Staatssekretär Georg Wacker für die Antworten und vielen Dank an die Chatter für die vielen Fragen. Das Chatteam bittet um Verständnis bei allen, deren Fragen wir aus Zeitgründen nicht beantworten konnten und wünscht allen Beteiligten noch einen schönen Tag. Bei Nachfragen können Sie sich direkt an das Weiterbildungsreferat des Kultusministeriums wenden. Sie erreichen uns über <a href="http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/-s/eqsk291x8l20sp0w44x1wi8s7titobei/menu/1146607/index.html">www.kultusportal-bw.de</a> unter dem Menüpunkt &quot;Themen&quot;. Das Transkript dieses Chats gibt es in Kürze auf <a href="http://www.fortbildung-bw.de/wb/">www.fortbildung-bw.de</a> zum Nachlesen.
</p>
<p></p>
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		<title>&#8220;Ehrenamtliche Betätigung verleiht Schlüsselkompetenzen&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[fkirchner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2008 10:00:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am 15. September 2008 war Staatssekretär Georg Wacker live im Chat des Baden-Württembergischen Kultusministeriums in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. In 90 Minuten beantwortete er zahlreiche Fragen zum Thema &#34;Ehrenamt&#34;.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 15. September 2008 war Staatssekretär Georg Wacker live im Chat des Baden-Württembergischen Kultusministeriums in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. In 90 Minuten beantwortete er zahlreiche Fragen zum Thema &quot;Ehrenamt&quot;.<!--break--></p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gleich zu Beginn die Frage an unseren Gast: Herr Wacker, können wir starten?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Jawohl.
</p>
<p>
<b>ninive:</b> Mal ganz allgemein gefragt: Was unternehmen Sie, um das Ehrenamt in Baden-Württemberg zu fördern?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Das Ehrenamt muss auf der politischen Bühne stets präsent sein. Im Ministerrat und in den Regierungsfraktionen ist das Ehrenamt bzw. das unentgeltliche Engagement der Menschen für die Gesellschaft häufig Thema. Auch bei den anstehenden Haushaltsberatungen werden die unterschiedlichen Förderbereiche des Ehrenamts insofern berücksichtigt, als dass voraussichtlich keine Kürzungen vorgenommen werden.
</p>
<p>
<b>Colonel Kurtz:</b> Hallo Herr Wacker, eine tolle Sache mit dem Chat hier! Was könnten wir denn in Ostdeutschland von euch Schwaben in puncto Ehrenamt lernen?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Die Sparsamkeit würde ich nicht als Beispiel erwähnen. Ich empfehle Ihnen gerne, die Vereinsstruktur unseres Landes genau anzuschauen. In vorbildlicher Weise engagieren sich Menschen aus allen Altersgruppen in den unterschiedlichen Bereichen des Ehrenamts. Der Freiwilligensurvey der Bundesregierung aus dem Jahr 2004 belegt, dass wir eine hervorragende Engagementquote in unseren ehrenamtlichen Strukturen haben: 42 Prozent aller Baden-Württemberger engagieren sich auf diesem Feld. Also: Es gibt gute Gründe für Sie, nach Baden-Württemberg zu kommen, um sich hier umzuschauen &#8211; und bitteschön nicht nur in Schwaben!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zum gleichen Thema:
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<p>
<b>Ratio83:</b> Die Bewerbungsfrist für den Echt gut!-Ehrenamtswettbewerb ging am 12. September zu Ende. Können Sie schon etwas zu den eingesendeten Beiträgen sagen?
</p>
<p>
<b>Georg3:</b> Wie viele Beträge wurden zum Echt gut!-Ehrenamtswettbewerb eingesendet? Was sind das für Beiträge?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Wir sind bisher sehr zufrieden. Vor kurzem lief der Anmeldeschluss ab. Uns liegen nunmehr ca. 1.100 Bewerbungen vor. Damit haben wir eine vielfältige Auswahl für die Preisverleihung. Allerdings werden die Jurien in den sechs Kategorien eine Gewinnerauswahl im Zeitraum ab Mitte Oktober treffen. Eine Mitwirkung per Internet ist ab diesem Zeitraum möglich.
</p>
<p>
<b>Ishta:</b> Wieso gibt es keine bezahlte Freistellung für politische Bildung in Baden-Württemberg, so dass Ehrenamtliche auch Wochenseminare oder Tagesveranstaltungen besuchen können?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Eine bezahlte Freistellung für ehrenamtliche Tätigkeiten oder für Bildungsmaßnahmen nimmt das Land nicht vor. Allerdings darf ich darauf verweisen, dass Baden-Württemberg eine vorbildliche Lösung gefunden hat, ehrenamtlich Engagierten einen Rechtsanspruch für eine unentgeltliche Beurlaubung zu gewähren. Das Gesetz zur Stärkung des Ehrenamts in der Jugendarbeit wurde erst vor wenigen Monaten verabschiedet mit dem Inhalt, dass Ehrenamtliche mit Vollendung des 18. Lebensjahres zehn Tage unentgeltlichen Urlaub in Anspruch nehmen können und Jugendliche mit Vollendung des 16. Lebensjahres und Auszubildende fünf Tage, mit dem Ziel, ehrenamtlichen Tätigkeiten nachzugehen.
</p>
<p>
<b>tachauch:</b> Schön wäre doch auch, wenn eine unbezahlte Freistellung immer möglich wäre. Leider sieht die Realität ganz anders aus.
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu. Allerdings hat eine solche Regelung nur Sinn, wenn sich Beschäftigte und Unternehmen einvernehmlich auf einen Zeitraum verständigen, in dem sich der Ehrenamtliche im Rahmen seiner Freistellung engagiert. Eine Freistellung gegen den Willen des Arbeitgebers zu beantragen befördert nicht unbedingt ein gutes Beschäftigungsklima. Letztlich muss der Arbeitgeber das ehrenamtliche Engagement des Beschäftigten aus innerster Überzeugung mittragen.
</p>
<p>
<b>tachauch: </b>Leider haben zu viele Jugendliche zu viel Angst, diesen Sonderurlaub zu beantragen. In vielen Unternehmen wird den Ehrenamtlichen bei Genehmigung des Sonderurlaubs auch gleich vermittelt, dass dies eine einmalige Ausnahme bleiben muss.
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Ich nehme diese Sorgen nicht selten wahr. Allerdings mache ich gerade den jungen Erwachsenen Mut, auf die Notwendigkeit des ehrenamtlichen Engagements hinzuweisen, denn ehrenamtliche Betätigung verleiht Schlüsselkompetenzen, beispielsweise die Aneignung von Führungsqualitäten, wovon auch der Arbeitgeber profitiert. Darauf sollten die Antragsteller auch hinweisen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unsere Chatterinnen und Chatter interessieren sich weiter für den Ehrenamtswettbewerb Echt gut!:
</p>
<p>
<b>juniper:</b> Was für Beiträge zum Wettbewerb wurden denn in den letzten Jahren prämiert? Können Sie da ein paar Beispiele nennen?
</p>
<p>
<b>Peter Enis:</b> Haben Sie auch schon einige Kuriositäten bei Echt Gut! erlebt?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Darf ich Ihnen den Tipp geben, einfach auf die Homepage dieses Wettbewerbs zu schauen. Dort finden Sie die Wettbewerbe der letzten Jahre und auch Beispiele der verschiedenen Preisträger. Die Adresse lautet: www.echt-gut-bw.de.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Im Vorfeld konnten unsere Chatterinnen und Chatter darüber abstimmen, welche Fragen Ihnen besonders wichtig sind. Diese schaffte es auf Platz 1:
</p>
<p>
<b>Susanne:</b> Ehrenamt trifft oft auf Professionalität und es entstehen Spannungsverhältnisse. Wie kann ich mich als Ehrenamtliche verhalten, um nicht ausgenutzt zu werden. Gibt es eine Art Schiedsstelle für derartige Anliegen?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Ehrenamt und Professionalität sollen sich ergänzen. Es gibt viele Bereiche, wo Professionelle auf Ehrenamtliche angewiesen sind. Beispielsweise gibt es nicht wenige Bibliotheken, wo das qualifizierte Fachpersonal ehrenamtliche Helferinnen und Helfer auch mit qualifizierten Aufgaben einbezieht. Jeder Ehrenamtliche soll Mann oder Frau genug sein, mit Selbstbewusstsein das Engagement zu vertreten. Wenn dies geschieht, ist eine Ausnutzung weitgehend ausgeschlossen. Eine Schiedsstelle für Konfliktfälle kenne ich nicht. Im konkreten Fall hilft immer noch die direkte Aussprache.
</p>
<p>
<b>Nibbler:</b> Tauschen Sie sich auch mit den Kollegen aus den anderen Bundesländern aus &#8211; der &quot;Ehrenamts&quot;-Stammtisch?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Sie äußern eine interessante Idee. Ich hätte nichts gegen einen Ehrenamtsstammtisch auf Länderebene. Allerdings habe ich leider die Erkenntnis, dass auf Regierungsebenen der Länder in wenigen Fällen Ehrenamtsbeauftragte existieren. Ich möchte nicht alleine an einem solchen Stammtisch sitzen.
</p>
<p>
<b>Ishta:</b> Unentgeltliche Beurlaubung kann sich privat kaum ein Ehrenamtlicher leisten, es sei denn seine Organisation, für die er aktiv ist, zahlt den Ausfall. Eine vorbildliche Lösung würde ich dies nicht nennen!
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Leider ist es zu früh, erste Erfahrungen nach der Novellierung des oben beschriebenen Gesetzes vorzunehmen. Da ich viele Ehrenamtliche kenne, die selbst einen Teil ihres Jahresurlaubs für z.B. die Betreuung von Jugendlichen in Ferienlagern verwenden, bin ich hier nicht pessimistisch. Grundsätzlich möchte ich betonen, dass der Staat die Aufgabe hat, den Rahmen für das ehrenamtliche Engagement zu schaffen. Allerdings beinhaltet Ehrenamt nicht, dass die öffentliche Hand ein Entgelt für dieses Engagement entrichtet.
</p>
<p>
<b>Rainer Wolfcastle:</b> Was ist denn der &quot;Geheimtipp&quot;, um sich ehrenamtlich zu engagieren, also was sollte mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Eine positive Lebenseinstellung kann zu diesem Engagement führen. Ich beobachte, dass vermehrt soziale Einstellungen zu mehr Engagement führen und dass auch etwas Selbstzweck zu diesem Engagement führt. Denn immer mehr junge Menschen erkennen, dass neben schulischen Qualifikationen auch Eigenschaften, die man beispielsweise im Sportverein oder in der kirchlichen Jugendarbeit erwirbt, für den beruflichen Werdegang von Nutzen sein können. Von Unternehmen höre ich, dass vermehrt bei Bewerbungsgesprächen auch nach solchen Aktivitäten gefragt wird, also ist etwas Selbstzweck für die Übernahme einer ehrenamtlichen Funktion durchaus legitim.
</p>
<p>
<b>juniper:</b> Wie sollte dieser vom Staat geschaffene Rahmen denn nach Ihren Wünschen aussehen?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Ich spreche nicht nur von Wünschen, sondern auch von der Realität. Erst vor kurzem hat der Bundesgesetzgeber unter Mitwirkung der Länder die Steuergesetzgebung dahingehend verändert, dass Ehrenamtliche deutlich davon profitieren. Der Landesgesetzgeber fördert ganz bewusst die außerschulische Jugendbildungsarbeit, damit die verbandliche Jugendarbeit die Möglichkeit hat, Ehrenamtliche für ihre Aufgaben zu qualifizieren. Übrigens hat die Landesregierung zu Beginn dieser Legislaturperiode trotz großer Haushaltszwänge mit dem organisierten Sport und der organisierten Jugendarbeit Solidarpakte geschlossen, die unter anderem zum Inhalt haben, dass bis zum Ende dieser Legislaturperiode keine Einsparungen vorgenommen werden. Das sind Beiträge der Politik für den Rahmen, der für das Ehrenamt notwendig ist.
</p>
<p>
<b>Melfi: </b>Wird es die Ehrenamtsgala weiter geben?
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<p>
<b>Georg Wacker:</b> Ja! Die Ehrenamtsgala für den diesjährigen Wettbewerb &quot;Echt gut! &#8211; Ehrenamt in Baden-Württemberg&quot; findet am 16. Januar 2009 statt.
</p>
<p>
<b>schnarchi:</b> Herr Wacker, ich finde es gut, dass Sie die Fragen im Live-Chat nicht scheuen. Ich selbst bin im Computerbereich beschäftigt und bislang nicht ehrenamtlich engagiert. Gibt es Möglichkeiten, meine EDV-Fähigkeiten hier zu nutzen oder müsste auch ich Glühwein verkaufen und Sandsäcke füllen? 🙂
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Ich glaube schon. Mittlerweile hat jeder Verein oder andere ehrenamtliche Initiativen einen Internetauftritt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Aktiven gerne auf Ihre Unterstützung bauen würden. Ich sage nicht zuviel, wenn ich behaupte, dass unter Umständen der betreffende Verein viel Geld sparen könnte. Darf ich Sie weiterempfehlen?
</p>
<p>
<b>Ishta:</b> Da ich beruflich überwiegend außerschulische Jugendbildungsarbeit organisiere, kann ich Ihnen sagen, dass ich die Förderung des Landesgesetzgebers nicht spüre!
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Dazu müsste ich Näheres über Ihr Tätigkeitsfeld wissen, um Ihnen präzise sagen zu können, welche Förderungen Sie in Anspruch nehmen könnten.
</p>
<p>
<b>Schekker:</b> Was glauben Sie, woran es liegt, dass man in Deutschland mit ehrenamtlichen Tätigkeiten keinen mehr hinter dem Ofen hervorlockt? In den USA ist das ganz anders &#8211; da ist jeder gerne ein Volunteer!
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Ich muss Ihnen leider widersprechen: Die bundesweiten Untersuchungen ergeben, dass gerade wir in Baden-Württemberg einen Zuwachs von Ehrenamtlichen haben. Der oben erwähnte Freiwilligensurvey der Bundesregierung ergab, dass sich nach der Untersuchung im Jahr 1999 39 Prozent der Bürger ehrenamtlich engagierten und im Jahr 2004 42 Prozent. Auch der Anteil der Jugendlichen ist in diesem Zeitraum gestiegen. Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Formen des Engagements sich gewandelt haben. Die dauerhafte Bindung für das ehrenamtliche Engagement hat nachgelassen, dafür aber das projektorientierte Engagement zugenommen. Dies hat viele Gründe: Beispielsweise ist es für viele Berufstätige schwierig, regelmäßig Wochenstunden für das Ehrenamt zur Verfügung zu stellen, wenn die Arbeitszeiten in zunehmendem Maße unregelmäßig werden und gleichzeitig die notwendige berufliche Mobilität zunimmt. Diese Begründung ist nur ein Beispiel für das veränderte Verhalten im Bezug auf das Ehrenamt. Nach der letzten Umfrage des Freiwilligensurveys haben sich nur 26 Prozent der Befragten geäußert, sich nicht unentgeltlich engagieren zu wollen.
</p>
<p>
<b>Rrrrrolf:</b> Wie ist es denn um die Qualitätssicherung der ehrenamtlichen Tätigkeiten bestellt? Ist da jeder Verein für sich selbst verantwortlich oder gibt es auch eine Art übergreifende Kontrolle?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Eine staatliche Kontrolle gibt es natürlich nicht. Es steht auch dem Staat nicht zu, den autonomen Verbänden und Trägern des Ehrenamts auf die Finger zu klopfen. Die meisten ehrenamtlichen Bereiche in unserem Land sind verbandlich organisiert und die Verbände entwickeln für ihre Arbeit vor Ort, die häufig im Verein geschieht, Standards und damit Qualitätsmaßstäbe, die zu beachten sind.
</p>
<p>
<b>Ishta:</b> Super, wir sollen uns heute darüber freuen, dass keine weiteren Einsparungen vorgenommen werden, anstatt mehr Geld zu investieren. Wenn rechte Parteien wieder Aufwind haben, wird dann gefragt, wo die Ehrenamtlichen sind, die außerschulische Jugendbildung machen? Ich bekomme fast nur Studenten, die in der Lage sind, ihre Arbeitszeiten selbst zu gestalten.
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Vielleicht haben extreme Parteien deswegen in Baden-Württemberg geringere Chancen als anderswo, weil Kommunen und Bundesland Baden-Württemberg ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung ehrenamtlicher Strukturen gerichtet haben. Es gibt natürlich Bereiche, wo wir zusätzliches Geld für das Ehrenamt in die Hand nehmen. Beispielsweise setzen wir einen besonderen Schwerpunkt in das Jugendbegleiterprogramm, wo Menschen aller Altersgruppen am Entwicklungsprozess von Schulen beteiligt werden, die dort ergänzende Angebote unterbreiten. Natürlich muss der Haushaltsgesetzgeber auf finanzpolitische Prioritäten setzen. Unmittelbar vor der Sommerpause hat der Ministerrat eine Bildungsoffensive BW beschlossen mit einem finanziellen Umfang von ca. 500 Millionen Euro für die nächsten Jahre. Wenn dieses Paket auch nicht unmittelbar dem Ehrenamt zugute kommt, wirken diese Maßnahmen dennoch zur Stärkung der Bildung präventiv gegen Radikalismus.
</p>
<p>
<b>R.N. Amt: </b>Welche Programme haben sich für die Förderung des Ehrenamts am besten bewährt?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Unmittelbare Vergleiche sind schwer möglich. Wir haben beispielsweise ein Schülermentorenprogramm, wo Jugendliche ab 14 Jahren auf Führungsaufgaben vorbereitet werden. Seit 1999 läuft dieses Programm mit großem Erfolg. Ca. 20.000 Schülermentoren wurden bisher ausgebildet. Daneben gibt es beispielsweise die Förderung von Jugendbildungsreferenten, die für die Jugendverbände die konzeptionelle Arbeit gestalten. An diesen beiden Beispielen sehen Sie, dass unmittelbare Vergleiche der Einzelmaßnahmen schwer möglich sind.
</p>
<p>
<b>Branich:</b> Wie sind Aufwandsentschädigungen für Ehrenämter zu versteuern?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Der Bundesgesetzgeber hat erst kürzlich die Übungsleiterpauschale erhöht. Jährlich kann ein Betrag bis zu 2.100 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Daneben gibt es die Ehrenamtspauschale von jährlich 500 Euro. Diese wurde erst neu eingeführt. Wenn Sie konkrete Fragen haben, setzen Sie sich bitte mit dem Vereinssachbearbeiter Ihres Finanzamtes in Verbindung. Nach Vorgabe des Finanzministeriums BW hat jedes Finanzamt einen unmittelbaren Ansprechpartner für Ehrenamtliche und Vereine.
</p>
<p>
<b>verein:</b> Mal eine Frage aus Vereinssicht: Sie sagen, dass sich recht viele Menschen ehrenamtlich engagieren. Dennoch schwinden bei unserem kleinen Sportverein die Mitglieder &#8211; und die Bereitschaft, auch am Wochenende mal undankbarere Aufgaben zu übernehmen. Wie könnten wir da entgegenwirken?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Landesweit ist gerade beim Sport kein Rückgang der Ehrenamtlichen zu verzeichnen. Die Mitgliederzahlen steigen. Allerdings kann es durchaus geschehen, dass in einzelnen Vereinen die Engagementquote nachlässt. Das kann besondere Gründe haben, die vor Ort zu suchen sind. Um Ihnen hier Ratschläge zu geben, müsste ich Ihre Vereinsstruktur und vor allem das örtliche Umfeld genauer anschauen. Ich biete Ihnen gerne an, dass wir hier in einen brieflichen Kontakt treten, damit ich Ihnen konkret nach Studium Ihrer besonderen Situation antworten kann.
</p>
<p>
<b>Rrrrrolf:</b> Gibt es eigentlich nur in Baden-Württemberg einen Ehrenamtsbeauftragten oder gibt es den auch in anderen Bundesländern? Was waren die Beweggründe, diese Stelle einzurichten?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Mir ist nicht bekannt, dass andere Bundesländer auf Regierungsebene einen Ehrenamtsbeauftragten eingesetzt haben. Allerdings haben alle Bundesländer in der Administration jeweilige Ansprechpartner. In der vorletzten Legislaturperiode des Landtags hat Ministerpräsident Erwin Teufel zum ersten Mal einen Ehrenamtsbeauftragten berufen. Unser jetziger Kultusminister Helmut Rau hatte damals das Amt inne. Damit wird die besondere Bedeutung des Ehrenamts für die Landesregierung betont.
</p>
<p>
<b>El:</b> Warum wurde die Unterstützung des Projekt JES (Jugend engagiert sich) durch die Landesstiftung nicht fortgeführt? Denn nun wurde zum Beispiel in Stuttgart das sehr erfolgreiche Projekt eingestellt.
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Die Landesstiftung Baden-Württemberg hat die Aufgabe Impulsförderungen vorzunehmen. Deswegen werden Projekte in der Regel nur auf Zeit bewilligt. Das Ziel der Förderung ist es, eine Entwicklung vor Ort anzustoßen. Aus diesem Grund war dieses Projekt JES von Anfang an zeitlich befristet.
</p>
<p>
<b>rare:</b> Wie sollen Jugendliche für ehrenamtliche Tätigkeiten gewonnen werden, wenn sie an vier von fünf Wochentagen Unterricht bis 17.15 Uhr haben? Meine Tochter musste deshalb ihre Vereinstätigkeit aufgeben.
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Ich kann mir kaum vorstellen, dass Ihre Tochter an vier bis fünf Wochentagen verpflichtenden Unterricht bis ca. 17.00 Uhr besucht. Die Einteilung des Nachmittagsunterrichts ist auch eine Frage des Stundenplanmanagements. Ich kann Ihnen nur berichten, dass viele Schulen, beispielsweise Ganztagesschulen die ehrenamtlichen Angebote der Vereine berücksichtigen oder gar in den Schulbetrieb einbinden. Damit muss nicht zwingend ein Widerspruch entstehen zwischen dem Nachmittagsunterricht und dem ehrenamtlichen Engagement. Auch in diesem Fall müsste ich genau Ihre Schule kennen, um eine Einschätzung darüber vorzunehmen, inwieweit den Jugendlichen Zeit verbleibt, sich ehrenamtlich zu betätigen.
</p>
<p>
<b>godzilla110: </b>Stehen ähnliche Projekte wie JES für die Zukunft im Raum?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Die Landesstiftung hat Bildungsprojekte als Schwerpunkte ihres Förderkatalogs. Es ist durchaus möglich, dass in der neuen Förderperiode neue Konzepte zur Einbindung des bürgerschaftlichen Engagements entwickelt werden. Über die neue Förderperiode im nächsten Jahr wird im November entschieden.
</p>
<p>
<b>Geheimagent Dr. Kwai:</b> Könnten Sie dem Herrn Ministerpräsidenten nicht einmal vorschlagen, eine Initiative im Bundesrat für bundesweite Förderung des Ehrenamts zu starten?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Ich habe oben das Paket vorgestellt, das die steuerliche Entlastung der Ehrenamtlichen vorsieht. Dieses Entlastungspaket ist in einigen wesentlichen Punkten auf die Initiative Baden-Württembergs zurückzuführen. Gerade kürzlich hat die Landesregierung eine Bundesratsinitiative beschlossen, wo die Haftungsrisiken für Vereinsvorstände reduziert werden sollen. Ob wir hier eine Mehrheit im Bundesrat finden, ist noch nicht absehbar. Natürlich hat auch der Bund Ehrenamtsförderprogramme, beispielsweise den Bundesjugendplan. Bei konkretem Interesse können Sie sich beim Bundesministerium für Familien, Frauen, Senioren und Jugend informieren.
</p>
<p>
<b>Heinz Wager: </b>Wie kann man eine Bürgerstiftung gründen? Welche gesetzliche Regelungen sind zu beachten und wo bekommt man Unterstützung?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Auch hierüber können Sie sich im Internet präzise informieren. Die Internetadresse lautet: www.die-deutschen-buergerstiftungen.de
</p>
<p>
<b>Pott:</b> Ich stelle immer wieder fest, dass sich Menschen zwar engagieren wollen, aber keine Bereitschaft zeigen z.B. an Schulungen oder Fortbildungen. Wie erreicht man eine zuverlässige Verbindlichkeit?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Die Verbände des Ehrenamtes, beispielsweise die Verbände des Sports, der Laienmusik und des Naturschutzes, legen großen Wert auf Fortbildungsangebote für ihre Funktionsträger vor Ort. Sie werben auch dafür. Sicher gibt es für den einen oder anderen eine Hemmschwelle, eine solche Fortbildung zu besuchen. Aber diejenigen, die die Zeit dafür aufbringen, bereuen diese Maßnahmen in den seltensten Fällen. Man muss einfach Überzeugungsarbeit dafür leisten, dass beispielsweise Fortbildungen für Jugendleiter nicht nur dem jeweiligen Verein zugute kommen, sondern auch einen persönlichen Gewinn bedeuten.
</p>
<p>
<b>maurice:</b> Vernichtet das Ehrenamt volle sozialversicherungspflichtige Stellen?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Nein, das ist mir nicht bekannt. Dort, wo Ehrenamtliche beispielsweise bei Sozialeinrichtungen mit einbezogen werden, ersetzen sie keine professionelle Kräfte. Sie sind ergänzend tätig. Die beruflichen Standards verbieten es, auf Professionalität zu verzichten.
</p>
<p>
<b>nataku:</b> Herr Wacker, wie stellen Sie sich das Zukunft des Ehrenamts vor? Was würden Sie sich wünschen?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Ich wünsche mir, dass eine neue Untersuchung ergibt, dass wieder mehr Menschen sich im Ehrenamt engagieren. Diese Entwicklung kann nur eintreten, wenn in zunehmendem Maße die Menschen aller Altersgruppen erkennen, dass sie persönlich davon profitieren.
</p>
<p>
<b>Ishta:</b> Nochmal zurückzukommen auf das Gesetz zur Stärkung des Ehrenamts: In den 18 Monaten hatte ich gerade zwei Fälle, in denen Jugendliche dies in Anspruch genommen haben. Wobei ich einer der größten Organisationen im Landesjugendring angehöre. Daher habe ich Interesse zu erfahren, wann Sie eine Zwischenbilanz des neuen Gesetzes ziehen möchten?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Mit dem Vorstand des Landesjugendrings habe ich besprochen, dass wir nach einem gewissen Zeitraum eine erste gemeinsame Bestandsaufnahme vornehmen. Sie werden es mir sicher nicht verdenken, wenn ich Sie auf diesem Weg darauf verweise, dass der Landesjugendring Ihnen sicher gerne diese Informationen übermittelt. Ich bin persönlich sehr daran interessiert, die Wirkung des Gesetzes zu untersuchen.
</p>
<p>
<b>Schekker: </b>Was halten Sie von einer Verpflichtung für eine &quot;ehrenamtliche&quot; Tätigkeit? Man hat ja früher schon mal darüber diskutiert, da fast alle jungen Männer zur Bundeswehr mussten, Frauen aber nicht. Ist so ein &quot;Zwang&quot; mit der &quot;Ehre&quot; des Amtes vereinbar?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Ich sehe die Notwendigkeit nicht. Der Vergleich mit dem Grundwehrdienst hinkt, da mittlerweile die wenigsten jungen Männer im wehrpflichtigen Alter verpflichtend in den Grundwehrdienst einberufen werden. Die Gesellschaft muss die Reife haben, selbst zu erkennen, dass jeder Einzelne seinen individuellen Beitrag für die Gemeinschaft erbringen muss.
</p>
<p>
<b>ollo:</b> Aus den USA kenne ich es, dass durch zentrale kommunale Einrichtungen der Schritt zur ehrenamtlichen Tätigkeit viel geringer war, als er das hier ist. Wer ein paar Stunden frei hat, der kann dort hin gehen und von jetzt auf gleich etwas tun, etwa alte Leute bespaßen. Wäre dies kein Ansatzpunkt für Baden-Württemberg?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Wenn Sie sich spontan sozial betätigen wollen, haben Sie sicher die Möglichkeit ein Altenheim in Ihrer unmittelbaren Nähe aufzusuchen. Wenn Sie dort Ihre Hilfe zeitweise anbieten, kann ich mir gut vorstellen, dass man Ihr Angebot dankbar aufgreift.
</p>
<p>
<b>clows:</b> Herr Wacker, sind Sie ehrenamtlich tätig?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Ja, ich bin ehrenamtlich Landesvorsitzender des Bibliotheksverbandes Baden-Württemberg. Darüber hinaus betreue ich ehrenamtlich verschiedene Funktionen in der CDU. Bevor ich im Jahr 1996 Landtagsabgeordneter wurde, habe ich verschiedene Funktionen im kulturellen Bereich wahrgenommen. Begonnen habe ich mit 16 Jahren erste ehrenamtliche Erfahrungen in der kirchlichen Jugendarbeit (KJG) zu sammeln.
</p>
<p>
<b>Bernd Schuster:</b> In einigen Bezirken Berlins laden die Bezirksämter ihre Ehrenamtlichen zu Veranstaltungen ein, auf denen auch Prominente ehrenamtlich auftreten. Für die Ehrenamtlichen ist solch eine Art Dankeschön für die Arbeit sehr wichtig. Es zeigt, dass auch von offizieller Seite eine Wertschätzung erfolgt.
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Ich stimme Ihnen zu. Öffentliche Ankerkennung ist für die Ehrenamtlichen sehr wichtig. Unser landesweiter Wettbewerb &quot;echt gut! &#8211; Ehrenamt Baden-Württemberg&quot; soll besonders diesem Zweck dienen. Daneben bieten viele Kommunen solche Veranstaltungen an, um besonders Engagierte zu würdigen. Gerade der Internationale Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember bietet hierfür für viele Kommunen Anlass.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 90 Minuten Internet-Live-Chat auf www.ehrenamt-bw.de. Vielen Dank an unsere Chatterinnen und Chatter für die Fragen und vielen Dank an Staatssekretär Georg Wacker für die Antworten. Das Chatteam wünscht allen Beteiligten noch einen schönen Abend!</p>
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		<title>European E-City-Award</title>
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		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am 5. September wurden in Wien die Sieger des European E-City Awards bekannt gegeben. Gesamtsieger ist Kopenhagen. Berlin ging als Sieger in der Kategorie "Unternehmen" hervor.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 5. September wurden in Wien die Sieger des European E-City Awards bekannt gegeben. Gesamtsieger ist Kopenhagen. Berlin ging als Sieger in der Kategorie &#8220;Unternehmen&#8221; hervor.<!--break-->
                    </p>
<p>Die Europäische Benchmark-Studie untersuchte die Portale europäischer Großstädte hinsichtlich ihres Informationswertes für die Kernzielgruppen Bürger, Unternehmen und Touristen. In den drei Einzelkategorien wurden am 5. September jeweils drei Sieger bekannt gegeben. Als Gesamtsieger über alle Kategorien wurde Kopenhagen ermittelt. Insgesamt zeigt sich, dass die dänischen Städte besonders erfolgreich im Internet vertreten sind. Alle drei in der Studie untersuchten dänischen Städte sind in einer oder in mehreren Kategorien in den Top 10 Listen vertreten. Auch Schweden und Finnland schnitten in der Vorbewertung gut ab. „Das gute Abschneiden der skandinavischen Städte spiegelt den hohen Internet-Durchdringungsgrad in diesen Ländern wieder“, so Stefan Eckart von der Initiative European E-City Award. In der Studie seien überraschend deutliche Qualitätsunterschiede unter den Haupt- und Großstädten Europas festgestellt worden, meint Eckart.</p>
<p>
                      <strong>Mit 7 Top-10 rankings ist Deutschland gut vertreten</strong>
                    </p>
<p>Auch die deutschen Städte schnitten gut ab. Deutschland ist insgesamt mit 7 von 20 untersuchten Städten in den Top 10-Listen der einzelnen Kategorien vertreten. Mit<br />
                    <a href="http://www.berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.berlin.de</a> konnte die Hauptstadt den Wettbewerb in der Kernzielgruppe „Unternehmen“ für sich entscheiden. www.berlin.de setzte sich mit einem klar strukturierten und ausführlichen Informationsangebot für ansiedelungswillige Firmen und Investoren durch“, heißt es seitens der Initiative European eCity-award.</p>
<p>Berlin.de wird verantwortet von der Berlin.de new media GmbH &amp; Co. KG, einer hundertprozentigen Tochter der BerlinOnline Stadtportal GmbH &amp; Co. KG, einem Gemeinschaftsunternehmen von<br />
                    <a href="http://www.guj.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gruner + Jahr</a> , der<br />
                    <a href="http://www.bankgesellschaft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bankgesellschaft Berlin</a> und der<br />
                    <a href="http://www.berliner-volksbank.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Volksbank</a>. Besonderes Lob fanden das zentrale Firmenverzeichnis, die städtischen Wirtschaftsnachrichten und die Existenzgründungsberatung. Auch andere deutsche Städte wurde ausgezeichnet. Hamburg erreichte Platz 2 in der Kategorie „Touristen“, in der auf Platz 3 Berlin ein weiteres mal punkten konnte. Stuttgart war schon in der<br />
                    <a href="/egovernment/studien/etown1.shtml">e-Town Studie von politik-digital</a> und der Initiative D1 zur besten Stadt im Bereich eDemocracy gekürt worden. Nun konnte die Stadt auch im europäischen Vergleich mit Bürgerfreundlichkeit punkten und erreichte Platz 3 in der Kategorie „Bürger.“<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 11.09.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Strike for your right!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetrecht]]></category>
		<category><![CDATA[MerzAkademie]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Student]]></category>
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		<category><![CDATA[Abmahnung]]></category>
		<category><![CDATA[Hyperlink]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Abmahnungen gegen Seiten, die mit Links auf andere verweisen, mehren sich. Das ist gegen die guten Sitten
des Netzes, fanden einige Studenten der MerzAkademie und übertrugen klassisch-demokratische
Protestformen ins Internet. Herausgekommen ist dabei unter anderem die Online-Demonstration.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Abmahnungen gegen Seiten, die mit Links auf andere verweisen, mehren sich. Das ist gegen die guten Sitten<br />
des Netzes, fanden einige Studenten der MerzAkademie und übertrugen klassisch-demokratische<br />
Protestformen ins Internet. Herausgekommen ist dabei unter anderem die Online-Demonstration.</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Es gibt sie, die Synthese aus politisiertem Hacker und computerisiertem Aktivisten. Die beiden Spezies haben<br />
sich zusammengetan, um die gute alte Demo-Tradition in zeitgemäßer Form fortzuführen. Zeitgemäß ist, dass<br />
die Demonstranten sich nicht mehr notwendigerweise die Füße plattstehen und ihre Sit-In-Vergangenheit mit<br />
Frostbeulen dokumentieren können, sondern die Blockaden im Internet ausüben.<br />
<a href="http://www.online-demonstration.org/">www.Online-demonstrationen.org</a> heißt die Seite,<br />
die den zivilen Ungehorsam im Netz entwickelt hat und koordiniert. Dahinter steckt ein Semesterprojekt der<br />
<a href="http://www.merz-akademie.de/">Stuttgarter MerzAkademie</a> zum Thema<br />
<a href="http://student.merz-akademie.de/alink/">&quot;Active Link&quot;</a>.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Eine neu Form der demokratischen Artikulation im Netz? Alvar Freude, der das Projekt entwickelt hat, sieht<br />
die Online-Demonstration als demokratisches Mittel für internetspezifische Anliegen. So startete die Plattform<br />
am 29. Juni mit einem &quot;Sit-In&quot; auf den Seiten des Server des Justizministeriums. Ziel der Akademie-Veranstaltung<br />
war es, &quot;in Öffentlichkeit und Verwaltung Bewusstsein für die Funktion der Links zu schaffen, deren Nutzung<br />
im WWW derzeit durch Gerichtsentscheidungen, Unternehmensstrategien und administrative Überlegungen<br />
empfindlich beeinträchtigt wird.&quot; Ziel: Freedom for links!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Entgegen anderer Berichte handelt es sich bei den Online-Demonstrationen nicht um DOS-Attacken.<br />
Alvar Freude erklärt, wodurch sich die Demonstration von &quot;Denial of Service-Attacken&quot; unterscheidet:<br />
&quot;Die Unterschied liegt auf zwei Ebenen, der ideellen und der technischen.&quot; Die Demonstration findet zunächst<br />
einmal angekündigt statt, ist also öffentlich. Dazu kommt, das die Namen der Initiatoren und Teilnehmer bekannt<br />
sind. Es geht nicht darum, eine Seite anonym lahm zu legen, sondern durch den Protest auf ein konkretes<br />
Anliegen der User-Gemeinde aufmerksam zu machen. Für den Angegriffenen wird dieser Protest auch in Form<br />
von einer Art Plakat sichtbar, die, ähnlich wie bei klassischen Demonstrationen auf der Strasse, für die Betreiber<br />
der Seite sichtbar werden.<br />
Die Demonstrationen sind darüber hinaus nur ein Mittel der Plattform, Protest zu artikulieren.<br />
Ein weiteres wichtiges Instrument stellen die Online-Petitionen der Initiative dar.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Technisch liegt der Unterschied -vereinfacht ausgedrückt &#8211; darin, dass bei DOS-Attacken eine unkontrollierte<br />
Menge Zugriffe von einer unkontrollierten, unbekannten Zahl an Rechnern erfolgt. Die Online-Demonstrationen<br />
verlaufen aber über eine bewusste und bekannte Teilnahme. Der potentielle Demonstrant wird über die<br />
stattfindende Aktion informiert und muss sich mit einem Namen anmelden.<br />
Anders als bei DOS-Attacken finden die Angriffe auch nicht auf niedrige Protokollebenen statt. Die niedrigen<br />
Protokollebenen sind nicht in der Lage, zu unterscheiden, ob der Verkehr, der auf sie trifft, sinnvoll ist, deshalb<br />
wehren sie ihn ab. Bei massenhaftem Beschuss sind diese niedrigen Protokolle so stark mit dem Abwehren der<br />
eintreffenden Anfragen beschäftigt, dass nichts mehr auf die höheren Protokollebenen durchdringt. In diesem Fall<br />
kann es zu einem Denial of Service kommen. Die Online-Demonstration spricht höhere Protokollebenen z.B.<br />
e-mail an, die &quot;intelligenter&quot; auf den Ansturm reagieren und gegebenenfalls Fehlermeldungen produzieren.<br />
Denial of Service kann bei diesem System so gut wie ausgeschlossen werden.<br />
Die Infrastruktur von User und Server, die bei DOS-Attacken &#8211; je nach Betriebssystem &#8211;  in Mitleidenschaft<br />
gezogen wird, nimmt bei den Online-Demonstrationen keinen Schaden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Demonstration auf dem Server des Justizministeriums lief beispielsweise für Außenstehende nahezu<br />
unbemerkt ab. Mit 150 Teilnehmern war sie zwar &#8211; für Internetverhältnisse &#8211;  recht gut besucht, die Zugriffe<br />
waren aber sehr langsam getaktet. Freude dazu: &quot;Mit einem Zugriff pro Minute pro User legt man keine Server<br />
lahm&quot;.<br />
Letztlich ging es auch gar nicht darum. Die Demonstration sollte ein symbolischer Akt sein.<br />
Kennzeichen der Demokratie schematisch ins Netz zu übertragen und dort mit Sinn und Leben zu füllen ist<br />
lautet das Anliegen der Studenten aus Stuttgart. &quot;Es gibt Situationen, da kann man eigentlich nicht außerhalb<br />
des Netzes protestieren&quot; meint Alvar Freude und nennt als Beispiel<br />
<a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/5768/1.html">die Etoy-Kampagne</a> gegen den<br />
Spielzeugvertreiber e-toys Anfang des Jahres: &quot;Wo hätte man denn gegen eine E-Commerce Firma<br />
sinnvoller protestieren können, als im Netz selbst?&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch die Freiheit der Links ist ein netzspezifisches Thema, dessen Problematik am besten im Netz selbst &quot;demonstriert&quot; wird.<br />
Leider ist die Politik noch nicht auf allen Ebenen so weit, den Online-Protest für voll zu nehmen. Deswegen<br />
verhandeln die Betreiber der Plattform der Merz Akademie auch ganz real mit dem Justizmininsterium.<br />
Schon alleine deshalb, um sich nach den Terrorismus-Vorwürfen klar vor Verdächtigungen zu schützen.<br />
&quot;Viele Leute haben überhaupt nicht verstanden, was wir eigentlich machen&quot; bedauert Freude, der sich &#8211;<br />
das Projekt schlug hohe emotionale Wellen &#8211; Bezeichnungen wie Stalin oder KluKluxKlan gefallen lassen musste.<br />
Falls jedoch das Ministerium den Unterschriftenlisten gegenüber taub bleiben sollte,<br />
wird es eine neue Demonstration gegen die Link-Abmahnungen geben. Die Taktung der Server-Angriffe, so deutet Freude an,<br />
kann intensiviert werden &#8230;<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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