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	<title>Subkultur &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Subkultur &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Weblogs &#8211; Kopfjäger oder journalistische Avantgarde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:48:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p><span class="fett">(Buchbesprechung, 10.08.2006)<font size="2"></font>        Matthias Armborst ist Journalist, Wissenschaftler und Blogger. In        seinem Buch "Kopfjäger im Internet oder publizistische        Avantgarde? Was Journalisten über Weblogs und ihre Macher wissen        sollten" untersucht er das Verhältnis von Journalismus        und Blogosphäre.<br />       <br />       </span>Wer die jüngst erschienene Monografie von Matthias Armborst        aufschlägt, dem fallen folgende Sätze ins Auge: &#8222;Wir        sind Guerilla-Publizisten. Wir sind Blogger. Wir sind kleine, mobile        Einheiten. Wir fliegen unterhalb des Radars der Verlage und Meinungsindustrie.&#8220;<br />       <br />       Dieses eigenwillige Statement eines Webloggers beschreibt die Beziehung        zwischen Blogs und Journalismus, die der Autor in seinem Buch untersucht.        Armborst ist selbst Journalist und Autor; das Buch basiert auf seiner        Diplomarbeit, in der er sich mit alternativem Journalismus in der        Weblog-Kommunikation auseinandersetzt. Diese wissenschaftliche Herkunft        merkt man dem Buch an. Schon in der Einleitung liefert eine Fülle        an Fußnoten zahlreiche Zusatzinformationen. Wer meint, dass        dies den inhaltlichen Fluss beeinträchtigt, irrt. </p>      <p><strong>Schleichende publizistische Revolution]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="fett">(Buchbesprechung, 10.08.2006) Matthias Armborst ist Journalist, Wissenschaftler und Blogger. In seinem Buch &#8220;Kopfjäger im Internet oder publizistische Avantgarde? Was Journalisten über Weblogs und ihre Macher wissen sollten&#8221; untersucht er das Verhältnis von Journalismus und Blogosphäre.</span><br />
Wer die jüngst erschienene Monografie von Matthias Armborst aufschlägt, dem fallen folgende Sätze ins Auge: „Wir sind Guerilla-Publizisten. Wir sind Blogger. Wir sind kleine, mobile Einheiten. Wir fliegen unterhalb des Radars der Verlage und Meinungsindustrie.“<br />
Dieses eigenwillige Statement eines Webloggers beschreibt die Beziehung zwischen Blogs und Journalismus, die der Autor in seinem Buch untersucht. Armborst ist selbst Journalist und Autor; das Buch basiert auf seiner Diplomarbeit, in der er sich mit alternativem Journalismus in der Weblog-Kommunikation auseinandersetzt. Diese wissenschaftliche Herkunft merkt man dem Buch an. Schon in der Einleitung liefert eine Fülle an Fußnoten zahlreiche Zusatzinformationen. Wer meint, dass dies den inhaltlichen Fluss beeinträchtigt, irrt.<br />
<strong>Schleichende publizistische Revolution<!--break--></strong><br />
Vielmehr schreibt Armborst klar verständlich und bezieht schon zu Beginn Stellung. Für ihn sind Weblogs eine „schleichende publizistische Revolution“, deren „explosionsartige Verbreitung“ durch die Schwächen der traditionellen Medien begünstigt wird. Erst durch die Mängel der traditionellen Medien werde der Bedarf an alternativen Formaten wie Weblogs erklärbar, schreibt Armborst. In seinen Aussagen über Weblogs beziehe er sich daher immer wieder auf den klassischen Journalismus.<br />
Armborst untersucht die Wechselwirkungen zwischen Weblogs und traditionellem Journalismus und versucht empirisch zu überprüfen, ob Weblogger sich an journalistischen Handlungsweisen orientieren. Dieses Ziel verfolgt der Autor in kleinen Schritten, die es leicht machen, seine Gedankengänge nachzuverfolgen.<br />
Zunächst wird der Weblog-Begriff erklärt, um den Leser auf den zum Verständnis notwendigen Kenntnisstand zu bringen. Weblogs werden als „innovatives Medienschema“ definiert, weil sie im Gegensatz zum traditionellen Journalismus die technischen Potentiale des Internet nutzen. So würden die klassischen Medien vorwiegend bestehende Strukturen ins Netz übertragen, Artikel der Printausgabe würden häufig 1:1 auch online verwendet.<br />
<strong>Klassische Journalisten verlieren ihr Informationsmonopol</strong><br />
Die Massenkommunikation, resümiert Armborst, habe den Strukturwandel des 21. Jahrhunderts also nicht vollständig vollzogen. Während das WWW durch Reflexivität und Wechselseitigkeit gekennzeichnet sei, beschränkten sich die traditionellen Medien vielfach noch auf „Einweg-Kommunikation“. Durch ihre polydirektionalen, verlinkten Informationsnetzwerke sei Onlinekommunikation auf dem Weg, den Massenmedien den Rang abzulaufen: Die klassischen Journalisten seien dabei, ihr Informationsmonopol zu verlieren.<br />
Trotz der vielen Vorteile der Weblog-Kommunikation bestehen auch Gefahren. Die Öffentlichkeit zersplittert zusehends, da es immer mehr Angebote zur Auswahl gibt. Darüber hinaus haben nicht alle Menschen einen Netz-Zugang – auch Weblogs tragen also dazu bei, die digitale Spaltung zu vertiefen. Armborst kommt deshalb zu dem Schluss, dass „Informationsgesellschaft nicht mit informierter Gesellschaft gleichzusetzen“ sei.<br />
Armborst ist darauf bedacht, immer wieder die distanzierte Perspektive des Wissenschaftlers einzunehmen und kritisch zu reflektieren. Und das, obwohl er selbst ein „Blog-Beginner“ ist – seit einiger Zeit führt er ein <a href="http://www.matthias-armborst.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eigenes Weblog</a>.<br />
Aus Sicht eines Wissenschaftlers und Bloggers kann er in Kapitel 3 einen detaillierten Einblick in die Blogosphäre geben, indem er ausführlich über Merkmale und Typen von Weblogs referiert. Was als Vertiefung der Thematik geplant ist, mag für Neueinsteiger sinnvoll sein. Kennern der Weblog-Szene liefert Armborst hier jedoch keine neuen Erkenntnisse. Dafür setzt er sich im vierten Kapitel mit der entscheidenden Frage auseinander: Ist Bloggen Journalismus?<br />
<strong>Ist Bloggen Journalismus?</strong><br />
Diese Frage wird in der Literatur oft als irrelevant etikettiert, weil sie auf falschen Prämissen beruht. Nur wenige Weblogger haben überhaupt den Anspruch, Journalisten zu sein. Armborst geht es folgerichtig auch nicht darum, eine eindeutige Antwort zu finden, sondern die Motivationen der Blogger aufzuspüren. Seine Frage, ob diese Motivationen einen journalistischen Hintergrund haben, hält der Autor für berechtigt. Seine Antwort überrascht nicht: Er sieht Weblogger als Kritiker und Konkurrenten der Medien, aber auch als Bereicherung.<br />
Dieses Fazit wird durch die Ergebnisse der empirischen Studie bekräftigt, die der Autor für seine Diplomarbeit durchgeführt hat. Aus einer Befragung von rund 150 Webloggern schließt der Autor, dass Weblogs zwar keine Bedrohung der klassischen Medien sein können, jedoch keinesfalls ignoriert werden sollten. Der traditionelle Journalismus müsse auch in Zukunft mit dem neuen Format rechnen, weil die rasante Blog-Entwicklung den Netzjournalismus nicht unberührt lassen werde.<br />
Vor dem Hintergrund dieser Prognose stelle sich die Frage, was Journalisten zukünftig mit Weblogs anfangen sollen. Armborst schlägt vor, das neue Format als Themenreservoir und Experimentierfeld zu nutzen. Bloggende Journalisten könnten damit in Kontakt zu ihren Lesern treten und sich ein schärferes Profil geben. Damit stellt Armborst keine provozierenden Thesen auf. Dennoch trägt sein Buch zur aktuellen Forschungsdiskussion bei, gerade weil er die deutschsprachige Blogosphäre zum Gegenstand seiner empirischen Untersuchung macht. Solche Studien sind bislang Mangelware.<br />
<strong>Verständliche Sprache und informatives Glossar</strong><br />
Darüber hinaus bietet das Buch einen sinnvollen Anhang: Das umfangreiche Glossar lässt auch beim unerfahrenen Leser keine Fragen offen. Zehn zentrale Thesen, die auf Armborsts Diplomarbeit basieren, können Ausgangspunkt für weitere Weblog-Studien sein. Sie beziehen sich auf das Verhältnis zwischen Weblogs und Journalismus und werden ausdrücklich „zur Diskussion gestellt“.<br />
Auch für Weblog-Kenner und Wissenschaftler bietet der Autor interessante Ansätze. Sein Werk ist eine gelungene Zusammenfassung, die viele relevante Aspekte zumindest anschneidet. Auch der unerfahrene Leser wird durch den verständlichen Sprachstil angesprochen. Armborst greift immer wieder Zitate von Bloggern auf, die seine Ausführungen stützen oder in eigenen Worten umschreiben. Dadurch kann der Leser den Kontrast zwischen der saloppen Blogger-Sprache und dem wissenschaftlichen Schreiben des Autors erkennen. Ein Beispiel: während sich Armborst mit der Blogosphäre als sanktionierende Instanz und Korrektiv beschäftigt und sich mit Modellen der externen Qualitätssicherung auseinandersetzt, ist im gleichen Zusammenhang ein Zitat des Weblogger Christopher Allbritton aufgeführt, das Armborsts Ausführungen kurz und prägnant auf den Punkt bringt: „I didn’t have one editor to answer to, I had thousands“.<br />
&nbsp;</p>
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		<title>Rechtsextremismus im Internet. Die neue Gefahr.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Von Rainer Fromm und Barbara Kernbach. Mitte 2000 zählte das Bundesamt für Verfassungsschutz allein in Deutschland ca. 500 Home-pages mit rechtsextremen Inhalten. Seit Mitte der 90er Jahre steigt die Zahl der Websites enorm an: von 32 (1996), über rund 100 (1997), auf 200 (1998) und über 300 (1999). Zusätzlich kommen noch mehr als 2000 Sites aus den USA und Skandinavien hinzu. Dies ist Anlass für Rainer Fromm und Barbara Kernbach, einen Überblick über die &#34;Flut des rechtsextremen Internetangebots&#34; zu geben. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">Von Rainer Fromm und Barbara Kernbach. Mitte 2000 zählte das Bundesamt für Verfassungsschutz allein in Deutschland ca. 500 Home-pages mit rechtsextremen Inhalten. Seit Mitte der 90er Jahre steigt die Zahl der Websites enorm an: von 32 (1996), über rund 100 (1997), auf 200 (1998) und über 300 (1999). Zusätzlich kommen noch mehr als 2000 Sites aus den USA und Skandinavien hinzu. Dies ist Anlass für Rainer Fromm und Barbara Kernbach, einen Überblick über die &#8220;Flut des rechtsextremen Internetangebots&#8221; zu geben. <!--break--></p>
<p>Das Buch richtet sich an &#8220;Jugendliche, Eltern, Erzieher, Lehrer und Dozenten der politischen Bildung&#8221; und bilanziert die aktuelle Lage (Stand: November 2000) im Internet. Die Autoren sind Journalisten und beschäftigen sich seit Jahren mit dem Thema Rechtsextremismus &#8211; unter anderem schrieben sie Bücher und drehten TV-Dokumentationen. Für diese Publikation konnten beide auf eine gemeinsame Fernsehpro-duktion zu Rechtsextremismus im Internet zurückgreifen.<br />
Nach dem 1997 erschienenen Sammelband &#8220;Netz des Hasses&#8221; vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) ist die vorliegende Darstellung die zweite auf deutsch herausgegebene Veröf-fentlichung zum Thema.Das Autorenduo liefert viele Kurzdarstellungen von verschiedensten rechtsextremen Gruppie-rungen. Vorwiegend sind es deutsche Anbieter der rechten Szene, auf die näher eingegangen wird. Das rechte Spektrum reicht von den Wahlparteien NPD, Republikaner und DVU, über Einzelpersonen, Theorieorgane, Kameradschaften und Anti-Antifa-Gruppierungen, bis hin zur Subkultur und Musik wie Skinheads, NS Black Metal und Dark Wave. Weiter beschreiben sie Internet-Seiten aus dem Ausland wie die der NSDAP/AO oder von Stormfront, Sites von Holocaust-Leugnern und Gewaltspielen.<br />
Das Angebot beinhaltet programmatische Schriften und Songtexte sowie MP3-Dateien und Spiele zum Downloaden.Bei den deutschen Seiten fällt auf, dass sie meist nur Texte und Musik veröffentlichen, die keinerlei strafrechtlichen Inhalte wiedergeben, um so dem Verbot zu entgehen. Die Parteien spiegeln ihre Programme aus den diversen Printmedien und geben sich harmlos. Schließlich soll kein verfassungsfeindliches Material bereitgestellt werden, um kein Partei-Verbot zu ris-kieren. Für menschenverachtende Texte &#8220;sorgen&#8221; Einzelpersonen und kleinere Gruppen. Die-se Pages werden vom Verfassungsschutz überwacht und häufig auch geschlossen. Deshalb suchen sich viele Rechtsextremisten Anbieter im Ausland, wo es oft keine rechtlichen Rege-lungen gibt wie in Deutschland. Meistens sind diese Domains in den USA oder Skandinavien registriert und somit dem Zugriff deutscher Behörden entzogen. Das Internet wird von diesen ausländischen Anbietern neben anderen Medien als Mobilisierungs- und Vertriebsmedium genutzt.Von US-amerikanischen und skandinavischen Providern aus wird ein florierender Handel mit Hakenkreuzfahnen, Hitlerbüsten und anderen NS-Devotionalien, NS-Filmen (&#8220;Jud Süß&#8221; oder &#8220;Der ewige Jude&#8221;), Büchern (&#8220;Mein Kampf&#8221; und &#8220;Die Protokolle der Weisen von Zion&#8221;) und Musik-CDs von Nazi-Bands mit widerlichen antisemitischen und nationalsozialistischen Texten betrieben.<br />
Doch um sich braune Musik oder Bücher zu besorgen, muss man nicht einmal Bestellungen tätigen. Viele Songs stehen als MP3-Files gratis im Netz. Es gibt hierfür sogar richtige Charts. Außerdem sind diverse Hassspiele, wie &#8220;Nazi-Doom&#8221;, abrufbar.Viele Rechtsextremisten sehen im Internet die Chance, menschenverachtende Behauptungen unbehelligt zu verbreiten. Für sie bietet das World Wide Web die Möglichkeit eine soge-nannte &#8220;Gegenöffentlichkeit&#8221; zu schaffen. Die Kommunikation untereinander wird erheblich erleichtert. Das alte System der nationalen Mailboxen und Infotelefone konnte ersetzt werden. Außerdem sind viele rechtsextreme Seiten miteinander verlinkt, so dass eine enge internatio-nale Verknüpfung besteht und es ein Leichtes ist, von Deutschland aus auf Seiten volksver-hetzenden und holocaust-leugnenden Inhalts zuzugreifen.Die Autoren stellen klar, dass man dem Rechtsextremismus im Internet nicht hilflos ausgelie-fert sein muss. Als Gegenstrategien lehnen sie allerdings Verbote und Filterprogramme auf-grund ihrer geringen Wirkung ab.<br />
Stattdessen setzen sie auf Aufklärung im Internet. Sie verweisen auf engagierte Initiativen (www.adl.org, www.shoa.de, www.fasena.de) im Netz. Auch ihr Buch sehen sie als Beitrag hierzu.Selbstverständlich können in diesem Buch nicht alle rechtsextremen Websites vorgestellt werden. Daher werden die bekanntesten und wichtigsten Seiten exemplarisch behandelt. Den Anspruch, einen Überblick zu liefern, hält das Buch ein. Doch leider geht es über eine bloße Beschreibung oft nicht hinaus. Originalzitate rechter Homepages werden Verfassungsschutz-berichten gegenübergestellt, ohne dass die Autoren zu einer echten Analyse kommen. Außer-dem wäre eine theoretische Vorüberlegung angebracht gewesen: die Autoren schwanken zwi-schen den Begriffen &#8220;Rechtsradikalismus&#8221; und &#8220;Rechtsextremismus&#8221;. Ein erklärendes Glossar mit Szene-Jargon (beispielsweise dass &#8220;18&#8221; für &#8220;Adolf Hitler&#8221; und &#8220;88&#8221; für &#8220;Heil Hitler&#8221; steht; der erste bzw. achte Buchstabe des Alphabets) hätte einige Wiederholungen erspart und dem unkundigen Leser geholfen. Noch wichtiger wäre allerdings ein Register gewesen, um die Vernetzungen der rechten Szene aufzuzeigen. Leider wird auch keine Einschätzung gege-ben, wie groß die Gefahr des Rechtsextremismus im Netz nun eigentlich ist. Grundlegend bietet dieses Buch aber einen guten Einstieg ins Thema.</p>
<table width="150" border="0" cellspacing="0" cellpadding="2" align="left">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#ffcc00" width="100"><strong>Buch-Infos</strong></td>
<td rowspan="2"></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#ffffcc">Rainer Fromm und Barbara Kernbach<br />
Rechtsextremismus im Internet. Die neue Gefahr.München 2001 (Olzog Verlag), 290 Seiten, DM 29,-</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Netzpiraten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/netzpiraten-89/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><b>Netzpiraten. Die Kultur des elektronischen Verbrechens</b></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Netzpiraten. Die Kultur des elektronischen Verbrechens</strong><br />
Ausgangspunkt des Sammelbandes &#8220;Netzpiraten &#8211; Die Kultur des elektronischen Verbrechens&#8221; ist die Annahme, dass &#8220;das Verbrechen im 21. Jahrhundert zunehmend im Netz stattfindet&#8221; (7). Wer sind diese Verbrecher? Wie sehen sie aus? Wer definiert die Bilder und Bedeutungen davon? All diesen Fragen gehen die Autoren nach, wenn sie unterschiedliche Spezies von Netzverbrechen behandeln. In Abgrenzung zum Bild des genialischen Einzeltäters &#8211; von den verschiedensten Medien stereotyp als &#8220;Hacker&#8221; bezeichnet &#8211; führen die Herausgeber im Vorwort den Begriff der &#8220;Subkulturen&#8221; ein, der aber leider nicht genauer definiert wird. Interessant ist aber der theoretische Verweis auf die Subkulturforschung der Cultural Studies, jener erfolgreichen Forschungsrichtung, die sich als erste wissenschaftlich mit Alltagskulturen und Medien beschäftigt hat.<br />
So unterschiedliche Gruppen wie Virenprogrammierer, Raubkopierer, Kopierschutz-Knacker, Script-Kiddies, Datenkrieger, Cracker und Hacker werden viel differenzierter besprochen, als es in der Berichtererstattung zum Thema Netzverbrechen sonst üblich ist. Ziel dieses Ansatzes ist die Förderung einer sachlichen, informierten Debatte über die &#8220;tatsächlichen Gefahren der Vernetzung unserer Gesellschaft&#8221; (9). Das Buch möchte dazu einen vorurteilslosen Blick auf die sogenannten &#8220;dunklen Seiten&#8221; des Internets werfen.<br />
Merkt man dem Sammelband an, dass es vor den Anschlägen des 11. Septembers &#8211; dem Wort des Jahres 2001 &#8211; geschrieben worden ist? Ich denke, dass die Frage wenig Einfluss auf den Gegenstand des Buches hat. Schon der Untertitel kündigt das an. Denn es geht den Herausgebern um &#8220;die Kultur des elektronischen Verbrechens&#8221;, also um eine Bestandsaufnahme, die sowohl rückblickend als auch zukünftige Entwicklungen aufzeigen will. Auch in der digitalen Welt wandelt sich nicht alles so schnell, wie oft behauptet wird. Da tut es gut, anzuhalten, den Kompass neu einzustellen und die Landkarten der eigenen Wahrnehmung zu verschärfen. Das von Telepolis herausgegebene Buch eignet sich dafür bestens. Die Ereignisse des konventionellen Terrorismus und wirklicher Viren haben jedenfalls das Wesen elektronischen Verbrechens nicht grundlegend verändert, sondern eher dramatisiert. Das Buch erhält seinen besonderen Lesewert dadurch, dass es nicht von der Geschichte eingeholt wurde.<br />
Was hat es mit dem verlockend klingenden Titel des Buches &#8220;Netzpiraten&#8221; auf sich? Nur ein guter PR-Trick? Nein! Die Metapher, die genauer im Beitrag von Bernhard Günther beschrieben wird, soll andeuten, dass die &#8220;Grenze zwischen Illegalität und kultureller Innovation hauchdünn&#8221; (8) ist. Die Piraten früherer Zeiten, die uns als Helden aus so wunderbaren Filmen wie &#8220;Der Rote Korsar&#8221; oder &#8220;Der Herr der sieben Meere&#8221; in Erinnerung geblieben sind und sehnsuchtsvolle Phantasien von einem freien und letztlich gerechteren Leben vorspielten, sind demnach die direkten Vorfahren der heutigen Netzpiraten, unabhängigen Outlaws, die ihrer Zeit voraus sind. Zum einen wird so der Vorwurf der Legitimierung von Verbrechen abgeschwächt, da die segelnden Piraten zu den \&#8217;Guten\&#8217; Hollywoods zählten, die als wagemutige Freibeuter korrupten Spaniern die Piaster und Dublonen abnahmen bzw. aus Sicht der Spanier raubten. Zum anderen soll dem einseitigen negativen Bild der Netzpiraten, dass der Software- und Medienindustrie als Feindbild dient, ein vielschichtigeres entgegengesetzt werden. Beispielsweise wird die Auseinandersetzung im Bereich &#8220;Musikpiraterie&#8221; zwischen der Unterhaltungsindustrie und Tauschbörsen wie Napster, als Kampf zwischen Profitinteressen und dem Recht auf freien Tausch von Dateien von Person zu Person interpretiert. Der Beitrag von David McCandles schildert detailliert die Welt der Musikpiraten und ihrer Jäger. Seine Gesinnung, der wohl alle Autoren zustimmen würden, bringt er direkt am Anfang seines Beitrages auf den Punkt: &#8220;Das Internet wurde ausschließlich zu einem Zweck geschaffen &#8211; zum freien Austausch von Information&#8221; (35).</p>
<table width="207" border="0" cellspacing="0" cellpadding="6" align="left">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" bgcolor="#FFCC00" width="187"><strong>Buch-Info</strong>Armin Medosch / Janko Röttgers (Hrsg.)<strong>Netzpiraten. Die Kultur des elektronischen Verbrechens</strong><br />
Telepolis. Verlag Heinz Heise<br />
September 2001<br />
192 Seiten, Broschur<br />
15 Euro (D)<br />
ISBN 3-88229-188-5</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Einen anderen Blick auf den Krieg in Datennetzen wirft der Beitrag von Ralf Bendrath, der sich mit der Eroberung des Cyberspace durch die US-Streitkräfte beschäftigt. In wieweit hier der Begriff der Subkultur noch zutreffend ist, wird von mir bezweifelt. Aber das nur als Randnotiz.<br />
Während Hackern und Viren wie &#8220;i love you&#8221; eine erhöhte Medienaufmerksamkeit sicher ist, sind die Bestrebungen staatlicher Organe, sich für die zukünftige Kriegsführung fit zu machen, nur selten Thema in den Medien. Nach den Ereignissen des 11. Septembers stehen reale Bedrohungen klar im Vordergrund. Aber im Zuge der Ausbreitung des Internet und der einsetzenden Diskussionen über den Wandel der Gesellschaft zur Wissens- bzw. Informationsgesellschaft, erhält die neue zentrale Ressource &#8220;Wissen&#8221; auch eine erhöhte Aufmerksamkeit in Militärkreisen. Ralf Bendrath fasst die neue Doktrin der US-Streitkräfte folgenderweise zusammen: &#8220;Wenn postindustrielle Gesellschaften und ihre Streitkräfte nicht mehr vor allem auf Menschen und Maschinen als Mittel von Produktion oder Destruktion angewiesen sind, (&#8230;), dann sind die Angriffsziele militärischer Operationen nicht mehr die Kräfte des Gegners, sondern seine Informationsverarbeitungssysteme&#8221; (157).<br />
Sind wir auf einem Weg zum <a href="/edemocracy/cyberwar/index.shtml">Cyberwar</a>? Wie kann ein neuer Rüstungswettlauf gestoppt werden? Antworten liefert der Beitrag im Buch, aber auch das Interview von politik-digital mit Ralf Bendrath.<br />
Weitere Beiträge des Sammelbandes liefern uns Einblicke in die Welt von Virenprogrammierern, erklären uns die Rolle der Viren im Globalisierungs- und Sicherheitsdiskurs, beleuchten die Schattenseite des e-Commerce in Form von Spam-Mails und weisen mit Nachdruck auf die Bedeutung von Datenschutzwerkzeugen für alle hin.<br />
Dass das Buch seinem selbstgesteckten Ziel, einen vorurteilsfreien Blick auf die sogenannten &#8220;dunklen Seiten&#8221; des Internet zu werfen, nicht gerecht geworden ist, liegt an der hohen Qualität der Beiträge, die dankenswerterweise nicht mit pointierten Kommentaren und Sympathien geizen, sondern klar Stellung beziehen. Denn das wichtigere Ziel hat das Buch eingelöst: Die Förderung einer sachlichen, informierten Debatte über die &#8220;tatsächlichen Gefahren der Vernetzung unserer Gesellschaft&#8221; &#8211; also die Verteidigung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung und die Mobilisierung gegen den Trend einer flächendeckenden Überwachung des Internets. Jetzt sind wir an der Reihe, unseren Beitrag zur Wahrung unserer Grundrechte im Netz zu leisten. Denn der im Beitrag von Bernhard Günther zitierte us-amerikanische Internet- und Verfassungsrechtsexperte Lawrence Lessing warnt vor der riskanten und bequemen Einstellung, &#8220;dass das Internet sei wie es ist&#8221;. Dabei ist das Netz lediglich von Menschen geschaffener Code &#8211; in Form von Protokollen &#8211; &#8220;der zur Zeit massive Veränderungen erfahre&#8221; (30). Frühere Subkulturen forderten in solchen Situation: &#8220;Act up&#8221;. Wie sagen wir heute dazu?</p>
<p align="right"><em>Zitate alle aus dem Buch &#8211; Seitenzahlen in Klammern</em></p>
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		<item>
		<title>Netzpiraten. Die Kultur des elektronischen Verbrechens</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/die-dunklen-seiten-des-www/netzpiraten-die-kultur-des-elektronischen-verbrechens-26/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:41:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die dunklen Seiten des WWW]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Ausgangspunkt des Sammelbandes &#34;Netzpiraten - Die Kultur des elektronischen Verbrechens&#34; ist die Annahme, dass &#34;das Verbrechen im 21. Jahrhundert zunehmend im Netz stattfindet&#34; (7). Wer sind diese Verbrecher? Wie sehen sie aus? Wer definiert die Bilder und Bedeutungen davon? All diesen Fragen gehen die Autoren nach, wenn sie unterschiedliche Spezies von Netzverbrechen behandeln.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Ausgangspunkt des Sammelbandes &#8220;Netzpiraten &#8211; Die Kultur des elektronischen Verbrechens&#8221; ist die Annahme, dass &#8220;das Verbrechen im 21. Jahrhundert zunehmend im Netz stattfindet&#8221; (7). Wer sind diese Verbrecher? Wie sehen sie aus? Wer definiert die Bilder und Bedeutungen davon? All diesen Fragen gehen die Autoren nach, wenn sie unterschiedliche Spezies von Netzverbrechen behandeln.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>In Abgrenzung zum Bild des genialischen Einzeltäters &#8211; von den verschiedensten Medien stereotyp als &#8220;Hacker&#8221; bezeichnet &#8211; führen die Herausgeber im Vorwort den Begriff der &#8220;Subkulturen&#8221; ein, der aber leider nicht genauer definiert wird. Interessant ist aber der theoretische Verweis auf die Subkulturforschung der Cultural Studies, jener erfolgreichen Forschungsrichtung, die sich als erste wissenschaftlich mit Alltagskulturen und Medien beschäftigt hat.</p>
<p>So unterschiedliche Gruppen wie Virenprogrammierer, Raubkopierer, Kopierschutz-Knacker, Script-Kiddies, Datenkrieger, Cracker und Hacker werden viel differenzierter besprochen, als es in der Berichtererstattung zum Thema Netzverbrechen sonst üblich ist. Ziel dieses Ansatzes ist die Förderung einer sachlichen, informierten Debatte über die &#8220;tatsächlichen Gefahren der Vernetzung unserer Gesellschaft&#8221; (9). Das Buch möchte dazu einen vorurteilslosen Blick auf die sogenannten &#8220;dunklen Seiten&#8221; des Internets werfen.</p>
<p>Merkt man dem Sammelband an, dass es vor den Anschlägen des 11. Septembers &#8211; dem Wort des Jahres 2001 &#8211; geschrieben worden ist? Ich denke, dass die Frage wenig Einfluss auf den Gegenstand des Buches hat. Schon der Untertitel kündigt das an. Denn es geht den Herausgebern um &#8220;die Kultur des elektronischen Verbrechens&#8221;, also um eine Bestandsaufnahme, die sowohl rückblickend als auch zukünftige Entwicklungen aufzeigen will. Auch in der digitalen Welt wandelt sich nicht alles so schnell, wie oft behauptet wird. Da tut es gut, anzuhalten, den Kompass neu einzustellen und die Landkarten der eigenen Wahrnehmung zu verschärfen. Das von Telepolis herausgegebene Buch eignet sich dafür bestens. Die Ereignisse des konventionellen Terrorismus und wirklicher Viren haben jedenfalls das Wesen elektronischen Verbrechens nicht grundlegend verändert, sondern eher dramatisiert. Das Buch erhält seinen besonderen Lesewert dadurch, dass es nicht von der Geschichte eingeholt wurde.</p>
<p>Was hat es mit dem verlockend klingenden Titel des Buches &#8220;Netzpiraten&#8221; auf sich? Nur ein guter PR-Trick? Nein! Die Metapher, die genauer im Beitrag von Bernhard Günther beschrieben wird, soll andeuten, dass die &#8220;Grenze zwischen Illegalität und kultureller Innovation hauchdünn&#8221; (8) ist. Die Piraten früherer Zeiten, die uns als Helden aus so wunderbaren Filmen wie &#8220;Der Rote Korsar&#8221; oder &#8220;Der Herr der sieben Meere&#8221; in Erinnerung geblieben sind und sehnsuchtsvolle Phantasien von einem freien und letztlich gerechteren Leben vorspielten, sind demnach die direkten Vorfahren der heutigen Netzpiraten, unabhängigen Outlaws, die ihrer Zeit voraus sind. Zum einen wird so der Vorwurf der Legitimierung von Verbrechen abgeschwächt, da die segelnden Piraten zu den \&#8217;Guten\&#8217; Hollywoods zählten, die als wagemutige Freibeuter korrupten Spaniern die Piaster und Dublonen abnahmen bzw. aus Sicht der Spanier raubten. Zum anderen soll dem einseitigen negativen Bild der Netzpiraten, dass der Software- und Medienindustrie als Feindbild dient, ein vielschichtigeres entgegengesetzt werden. Beispielsweise wird die Auseinandersetzung im Bereich &#8220;Musikpiraterie&#8221; zwischen der Unterhaltungsindustrie und Tauschbörsen wie Napster, als Kampf zwischen Profitinteressen und dem Recht auf freien Tausch von Dateien von Person zu Person interpretiert. Der Beitrag von David McCandles schildert detailliert die Welt der Musikpiraten und ihrer Jäger. Seine Gesinnung, der wohl alle Autoren zustimmen würden, bringt er direkt am Anfang seines Beitrages auf den Punkt: &#8220;Das Internet wurde ausschließlich zu einem Zweck geschaffen &#8211; zum freien Austausch von Information&#8221; (35).</p>
<p>Einen anderen Blick auf den Krieg in Datennetzen wirft der Beitrag von Ralf Bendrath, der sich mit der Eroberung des Cyberspace durch die US-Streitkräfte beschäftigt. In wieweit hier der Begriff der Subkultur noch zutreffend ist, wird von mir bezweifelt. Aber das nur als Randnotiz.</p>
<p>Während Hackern und Viren wie &#8220;i love you&#8221; eine erhöhte Medienaufmerksamkeit sicher ist, sind die Bestrebungen staatlicher Organe, sich für die zukünftige Kriegsführung fit zu machen, nur selten Thema in den Medien. Nach den Ereignissen des 11. Septembers stehen reale Bedrohungen klar im Vordergrund. Aber im Zuge der Ausbreitung des Internet und der einsetzenden Diskussionen über den Wandel der Gesellschaft zur Wissens- bzw. Informationsgesellschaft, erhält die neue zentrale Ressource &#8220;Wissen&#8221; auch eine erhöhte Aufmerksamkeit in Militärkreisen. Ralf Bendrath fasst die neue Doktrin der US-Streitkräfte folgenderweise zusammen: &#8220;Wenn postindustrielle Gesellschaften und ihre Streitkräfte nicht mehr vor allem auf Menschen und Maschinen als Mittel von Produktion oder Destruktion angewiesen sind, (&#8230;), dann sind die Angriffsziele militärischer Operationen nicht mehr die Kräfte des Gegners, sondern seine Informationsverarbeitungssysteme&#8221; (157).</p>
<p>Sind wir auf einem Weg zum <a href="/edemocracy/cyberwar/index.shtml">Cyberwar</a>? Wie kann ein neuer Rüstungswettlauf gestoppt werden? Antworten liefert der Beitrag im Buch, aber auch das Interview von politik-digital mit Ralf Bendrath.</p>
<p>Weitere Beiträge des Sammelbandes liefern uns Einblicke in die Welt von Virenprogrammierern, erklären uns die Rolle der Viren im Globalisierungs- und Sicherheitsdiskurs, beleuchten die Schattenseite des e-Commerce in Form von Spam-Mails und weisen mit Nachdruck auf die Bedeutung von Datenschutzwerkzeugen für alle hin.</p>
<p>Dass das Buch seinem selbstgesteckten Ziel, einen vorurteilsfreien Blick auf die sogenannten &#8220;dunklen Seiten&#8221; des Internet zu werfen, nicht gerecht geworden ist, liegt an der hohen Qualität der Beiträge, die dankenswerterweise nicht mit pointierten Kommentaren und Sympathien geizen, sondern klar Stellung beziehen. Denn das wichtigere Ziel hat das Buch eingelöst: Die Förderung einer sachlichen, informierten Debatte über die &#8220;tatsächlichen Gefahren der Vernetzung unserer Gesellschaft&#8221; &#8211; also die Verteidigung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung und die Mobilisierung gegen den Trend einer flächendeckenden Überwachung des Internets. Jetzt sind wir an der Reihe, unseren Beitrag zur Wahrung unserer Grundrechte im Netz zu leisten. Denn der im Beitrag von Bernhard Günther zitierte us-amerikanische Internet- und Verfassungsrechtsexperte Lawrence Lessing warnt vor der riskanten und bequemen Einstellung, &#8220;dass das Internet sei wie es ist&#8221;. Dabei ist das Netz lediglich von Menschen geschaffener Code &#8211; in Form von Protokollen &#8211; &#8220;der zur Zeit massive Veränderungen erfahre&#8221; (30). Frühere Subkulturen forderten in solchen Situation: &#8220;Act up&#8221;. Wie sagen wir heute dazu?</p>
<p align="right"><i>Zitate alle aus dem Buch &#8211; Seitenzahlen in Klammern</i></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Kommentierte Linkliste</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/extremismuslinklisterechtsradikalismus-shtml-2777/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jsteiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jan 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus im Netz]]></category>
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					<description><![CDATA[
                            Hier finden Sie weiterführende Links zu Seiten, die sich mit dem Thema Rechtsextremismus im Internet beschäftigen. Die Auswahl fokusiert auf Websites, die regelmässig aktualisiert werden. Links zu rechtsextremistischen Seiten wurden nicht mit in die Liste aufgenommen.
                          ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                            Hier finden Sie weiterführende Links zu Seiten, die sich mit dem Thema Rechtsextremismus im Internet beschäftigen. Die Auswahl fokusiert auf Websites, die regelmässig aktualisiert werden. Links zu rechtsextremistischen Seiten wurden nicht mit in die Liste aufgenommen.
                          </p>
<p><!--break--></p>
<h5>Lexika, Nachschlagewerke</h5>
<p>
                          <a href="http://www.idgr.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lexikon Rechtsextremismus</a><br />
                          <br />Das ständig aktualisierte Lexikon gehört zum Informationsdienst Rechtsextremismus und wird als private Homepage von Margret Chatwin herausgegeben. Die Seite enthält auch aktuelle Informationen zur Leugnung des Holocaust, rechten Methoden und Aktivitäten im Internet. antisemitische Konspirationsthesen. Das Angebot richtet sich an ein breites Publikum.</p>
<p>
                          <a href="http://members.aol.com/qxer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jargon der Nazis im Netz</a><br />
                          <br />Kleines Nachschlagewerk zu Sprache, Themen und Auftreten von Rechtsextremisten im Internet.</p>
<p>
                          <a href="http://www.inidia.de/lexikon/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative Dialog</a><br />
                          <br />Lexikon zum Thema Rassismus, Vorurteile und Rechtsextremismus</p>
<p>
                          <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextremismus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a><br />
                          <br />Überblicksartikel Rechtsextremismus in Deutschland</p>
<p>
                          <a href="http://www.antisemitismus.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Antisemitismus.net</a><br />
                          <br />Chronik antisemitischer Vorfälle</p>
<h5>Linksammlungen</h5>
<p>                          <a href="http://www.burks.de/nazis.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Material- und Linksammlung von Burkhard Schröder</a><br />
                          <br />Linksammlung zu antifaschistischen Websites, Newsgroups, Seiten von Trittbrettfahrern, Rechtsradikalen und Literaturhinweise.</p>
<h5>Artikel in Zeitschriften und auf Websites</h5>
<p>
                          <a href="http://web.archive.org/web/20000613213454/www.univie.ac.at/Politikwissenschaft-Sowi/Forschung/rassismus/Thule.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Thule-Netz</a><br />
                          <br />Artikel von Burkhardt Schröder</p>
<p>
                          <a href="http://web.archive.org/web/20000605202734/www.univie.ac.at/Politikwissenschaft-Sowi/Forschung/rassismus/nazis.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rechte im Internet</a><br />
                          <br />Der Artikel von Sonja Dejanovic beleuchtet rechtsradikale im Internet in der ersten Hälfte des Jahres 1997.</p>
<p>                          <a href="http://www.haGalil.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">haGalil</a><br />
                          <br />Nachrichtenportal zum Thema Antisemitismus mit täglichen Updatetes aus München</p>
<p>
                          <a href="http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr284s.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel von Jens-Uwe Ries in der Zeitschrift &#8220;Analyse und Kritik&#8221;</a><br />
                          <br />Karma, Ufos und Antisemitismus: Antisemitische Verschwörungslegenden in der esoterischen Szene</p>
<p>
                          <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19096/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Faschisten stricken an &#8220;Nationaler Europäischer Front</a><br />
                          <br />Artikel von Ralf Streck auf Telepolis.de</p>
<h5>Nachrichtenseiten und Online-Initiativen</h5>
<p>
                          <a href="http://www.klick-nach-rechts.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klick nach rechts</a><br />
                          <br />Nachrichten zum Thema Rechtsextremismus</p>
<p>
                          <a href="http://www.antifaschistische-nachrichten.de/2004/25-26/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Antifaschistische Nachrichten</a><br />
                          <br />Seit zwei Jahrzehnten erscheinen die antifaschistischen Nachrichten alle 14 Tage mit Berichten und Dokumenten über antifaschistische Aktionen und mit Meldungen und Hintergrundinformationen über faschistische Organisationen in der Bundesrepublik Deutschland und in Europa. Regelmässig wird über rechte Publikationen berichtet.</p>
<p>
                          <a href="http://www.netzgegenrechts.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netz gegen Rechts</a><br />
                          <br />Zusammenschluss von Der Spiegel, Die Woche, ZDF, ARD, Bild und anderen. Dort werden Beiträge zuim Thema Rechtsextremismus zusammengestellt. Damit soll das demokratische Meinungsbildung zum Thema Rechtsextremismus gefördert und ein breites Meinungsspektrum gegen rechtsradikale Agitation geschaffen werden.</p>
<p>
                          <a href="http://www.f-r.de/uebersicht/alle_dossiers/politik_inland/was_tun_gegen_rechts/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Was tun gegen Rechts</a><br />
                          <br />Initiative der Frankfurter Rundschau</p>
<p>
                          <a href="http://www.h-ref.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Holocoust-Referenz</a><br />
                          <br />Argumente gegen Holocoust-Leugner</p>
<p>
                          <a href="//www.nadeshda.org/foren/cl.politik.antifa/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nadeshda</a><br />
                          <br />Informations- und Kommunikationsmedium für Politik und Umwelt</p>
<p>
                          <a href="http://www.deutscher-nationalismus.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutscher Nationalismus.de</a><br />
                          <br />englischsprachige Infoseite zum Thema Nationalismus in Deutschland</p>
<p>
                          <a href="http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/kategorie.php?id=6&amp;katname=Literatur%20und%20Links" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mut gegen Rechte Gewalt</a><br />
                          <br />Seite gegen Rechtsextremismus des Magazins stern und der Amadeu Antonio Stiftung mit Sitz in Berlin. Hier dindet man Berichte über Rechtsextremismus, gesellschaftliche Reaktionen und Projekte gegen Rechts.</p>
<p>
                          <a href="http://www.breakthesilence.de.vu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Break the Silence</a><br />
                          <br />Initiative gegen rechtsradikale Läden</p>
<p>
                          <a href="http://www.projektwerkstatt.de/ul/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">rechtslastige Sekten</a><br />
                          <br />Die Unterseite der Projektwerkstatt befasst sich in erster Linie mit der rechten Sekte<br />
                          <a href="http://home.arcor.de/veganwitch/ul/universelles-leben.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Universelles Leben</a>.</p>
<p>
                          <a href="http://www.odem.org/material/verfuegung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Odem.org</a><br />
                          <br />Materialien zu Sperrverfügungen gegen rechte Websites</p>
<p>
                          <a href="http://zoom.mediaweb.at/zoom_198/hassnetz.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands</a><br />
                          <br />Bestandsaufnahme der Aktivitäten von Rechtsradikalen im Netz bis 1998</p>
<p>
                          <a href="http://www.tu-berlin.de/~zfa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU-Berlin</a><br />
                          <br />Dokumente und Literaturhinweise zum Thema Antisemitismus</p>
<p>
                          <a href="http://www.akdh.ch/index1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aktion Kinder des Holocoust</a><br />
                          <br />Schweizer Seite gegen Rechtsextremismus</p>
<p>
                          <a href="http://www.inforiot.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Inforiot</a><br />
                          <br />Unabhängiges Infosystem für alternative Politik und Kultur mit Schwerpunikt rechte Gewalt im Land Brandenburg</p>
<p>
                          <a href="http://www.united.non-profit.nl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">United</a><br />
                          <br />europaweites Netzwerk gegen Rassismus</p>
<p>
                          <a href="http://www.nadir.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nadir</a><br />
                          <br />Das nadir Infosystem bietet Informationen zum Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Internet. Es ist<br />
                          <br />mit der virtuellen Version eines Infoladens vergleichbar.</p>
<p>
                          <a href="http://www.bnr.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blick nach Rechts</a><br />
                          <br />Informationsdienst für alle, die sich gegen den Rechtsextremismus und gegen rechte Gewalt, gegen Neonazis, gegen Rassismus und Antisemitismus stellen. Seit 1984 beobachtet Blick nach Rechts die rechte Szene und ihre Ränder in Deutschland und im Ausland und klärt über aktuelle Entwicklungen und zeigen Hintergründe auf.</p>
<h5>Staatliche Dokumentationen</h5>
<p>
                          <a href="http://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af_rechtsextremismus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesamt für Verfassungsschutz</a><br />
                          <br />Seite zum Arbeitsfeld Rechtsextremismus</p>
<p>                          <a href="http://www.bpb.de/themen/M6RM34,0,0,Rechtsextremismus.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeszentrale für politische Bildung</a><br />
                          <br />Themengebiet Rechtsextremismus</p>
<h5>Literatur</h5>
<p>Armin Pfahl-Traughber: &#8220;Rechtsextremismus in der Bundesrepublik.&#8221; Beck, München 2001.</p>
<p>Stöss, Richard: &#8220;Rechtsextremismus im vereinten Deutschland.&#8221; 3., aktualisierte Auflage, Berlin 2000.</p>
<p>Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.): &#8220;Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus.&#8221; Wien 1994.</p>
<p>Bibliographien zum Thema Rechtsextremismus auf<br />
                          <a href="http://www.idgr.de/_inhalt/bibliographie1.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IDGR</a> und<br />
                          <a href="http://www.doew.at/information/mitarbeiter/beitraege/strukturre.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">doew.at</a></p>
<p>WolfgangNeugebauer: Strukturen rechtsextremer Organisationen und deren Bereitschaft zur Gewalt (DÖW)</p>
<p class="fett"></p>
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		<title>Rechte Sprache im Internet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jsteiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jan 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsextremismus im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachgebrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[Subkultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Dossier Rechtsextremismus]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dossier Rechtsextremismus<!--break--></p>
<p>
                            <strong>Die Zeit der plumpen Hass-Seiten rechtsextremer Gruppen scheint zu Ende zu gehen. Provider und Suchmaschinen sind sensibler geworden. Anzeigen, Unterlassungsklagen und die Kontrolle durch den Verfassungsschutz haben die Sprache von Rechtsradikalen im Internet subtiler werden lassen. Sie knüpft an die emotionale Rhetorik der Boulevard-Presse an und appelliert an konservative Wertvorstellungen. Rechtsextreme verwenden nicht nur militärisches Vokabular. Immer wieder tauchen auf ihren Websites Begriffe aus Religion und Esoterik auf. Losungen und Kennwörter der radikalen Linken, der Globalisierungskritiker und verschiedener Subkulturen werden übernommen und neu belegt. Revisionisten zielen mit pseudowissenschaftlichen Gegengutachten auf die Umerziehung der Bevölkerung ab. Nicht die Missionsarbeit steht im Mittelpunkt, sondern die Beeinflussung öffentlicher Diskurse.</strong>
                          </p>
<p>
                          <em>&#8220;Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbewusst verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.</em>&#8220;</p>
<p>Das schrieb der Romanist Viktor Klemperer in seinem Werk &#8220;LTI. Die Sprache des Dritten Reichs&#8221;. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Das Auftreten von Rechtsradikalen im Internet folgt keiner einheitlichen Strategie. Es gibt keine Dachorganisation, die sie verbindet. Netzwerke wie das<br />
                          <a href="http://www.ida-nrw.de/html/Hagit.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thule-Net</a>, das<br />
                          <a href="http://www.webwecker-bielefeld.de/servlet/is/17105/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Störtebecker-Netz</a> und<br />
                          <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14584/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Altermedia</a> verbinden stattdessen die dezentralen Zellen. Einzige Gemeinsamkeit ist die gleiche Weltanschauung. Sie imitieren Seiten der<br />
                          <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_soziale_Bewegung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">neuen sozialen Bewegung</a> und betreiben Nachrichtenseiten und Online-Shops. Koordiniert laufen jedoch<br />
                          <a href="http://www.diplomarbeiten24.de/vorschau/256.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Angriffe auf Foren und Newsgroups</a>. Man nutzt sie zur Zweitveröffentlichung und Verlinkung von Texten rechter Websites. Foren-User werden<br />
                          <a href="http://www.weiterdenken.de/rexinternet.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">provoziert und beleidigt</a>. Gefährlich sind jedoch nicht einzelne Wörter oder Texte, sondern der Einfluss menschenverachtender Inhalte auf das Alltagsbewusstsein. Mit dem Aufbau von Feindbildern versucht man durch Begriffsbelegung zu polarisieren. Im Mittelpunkt stehen die multikulturelle Gesellschaft, die Antifa, Politiker, Semiten und Zionisten, der Verfassungsschutz und der Rechtsstaat.</p>
<h5>Selbstaufwertung durch Abwertung anderer</h5>
<p>Fast immer findet sich ein verdeckter oder zynischer Bezug auf Rasse, Nation, das Volk und die Volksgemeinschaft.<br />
                          <br />
                          <a href="http://www.nadir.org/nadir/kampagnen/kopenhagen2002/p_antifa/KI_050129_Aufruf.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Gegen Multikulti und Hartz IV &#8211; Das Volk sind wir&#8221;</a>, lautet eine der neueren rechten Parolen. Viele Darstellungen folgen dem Prinzip der Selbstaufwertung durch Abwertung anderer. &#8220;Wir&#8221; ist stets positiv belegt. Die Wörter zur Beschreibung der &#8220;Anderen&#8221; rufen beim Rezipienten negative Assoziationen hervor. Die &#8220;korrupten&#8221; oder &#8220;verehrten Politiker&#8221; der &#8220;etablierten Parteien&#8221;, die &#8220;rot-grünen Taugenichtse&#8221;, die &#8220;Punks und deren asoziale Saufkumpanen&#8221; sind nur einige Beispiele dafür. &#8220;Terror, Gewalt und Mord ziehen eine blutige Spur durch die Geschichte der Antifa&#8221;, heisst es auf der Website einer ostdeutschen Kameradschaft. Sach-Symbole wie das<br />
                          <a href="http://www.kein-blut-fuer-oel.de/mitte/antirass/kopftuch.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kopftuch</a> sollen die Rückständigkeit anderer Kulturen versinnbildlichen. Kollektiv-Symbole, wie das<br />
                          <a href="http://www.klick-nach-rechts.de/wehrmacht/loewenberg.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">überfüllte Boot</a> oder das „sinkende Schiff“ weisen auf eine Bedrohung hin.</p>
<h5>Militärische Sprache suggeriert Bedrohung</h5>
<p>Die gleiche Funktion erfüllt auch die Verwendung militärischer Begriffe wie &#8220;Führungskamerad&#8221; und &#8220;Ersatzbürgerkrieg&#8221;.<br />
                          <a href="http://www.andriankreye.com/Nazideutsch.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Militärische Sprache</a> weckt Assoziationen zur Kriegsberichterstattung und suggeriert, dass man sich vor einer Bedrohung schützen muss. Auf Termini aus der Sprache der Wirtschaft stößt man bei Computerspielen wie<br />
                          <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15358/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KZ-Manager</a>. Die Verfasser von Texten auf rechtsradikalen Websites bezeichnen sich selbst oft als<br />
                          <a href="http://lexikon.idgr.de/j/j_u/junge-nationaldemokraten/jn.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nationaldemokraten</a>,<br />
                          <a href="http://www.laga-nrw.de/design/laganrw/archiv/butter4.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Demokraten der rechten Mitte</a>,<br />
                          <a href="http://lexikon.idgr.de/k/k_o/konservativer-gespraechskreis-hannover/kgh.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konservative</a>,<br />
                          <a href="http://lexikon.idgr.de/s/s_o/sozialistische-reichspartei/sozialistische-reichspartei.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sozialisten</a>,<br />
                          <a href="http://lexikon.idgr.de/f/f_r/freiheitliche-deutsche-arbeiterpartei/fap.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freiheitliche</a>,<br />
                          <a href="http://lexikon.idgr.de/n/n_a/nationale-aufbauorganisation/nao.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nationale</a> oder<br />
                          <a href="http://lexikon.idgr.de/r/r_e/revisionismus/revisionismus.php">Revisionisten</a>. Sie betonen ihre Parteiunabhängigkeit und ihren Hang zu Werten wie Wahrheit, Treue, Schlichtheit und Redefreiheit. Politische Gegner werden als anstandslos oder frech diskreditiert. Mitleid ist ein zentrales Motiv in der Sprache der Rechtsextremisten im Web. &#8220;Der Kamerad verlor sein Augenlicht und muss seinen kleinen Laden aufgeben.&#8221;; &#8220;Der doitsche Michel ächzt.&#8221;; &#8220;Pfleger und Schwestern arbeiten für einen Hungerlohn.&#8221;.</p>
<h5>Sonnenräder statt Hakenkreuze</h5>
<p>Auch religiöse und esoterische Symbole und Zeichen finden häufig Verwendung. Die Spannbreite reicht von der Arche Noah über den Teufelskreis bis hin zur höllischen Saat. Das Symbol der<br />
                          <a href="http://www.hyperlinks-gegen-rechts.de/nazi_symbole.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schwarzen Sonne</a> oder des<br />
                          <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Swastika" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sonnenrades</a> ist mit der gleichen Codierung wie das<br />
                          <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Swastika#Swastika.2C_.E2.80.9EHakenkreuz.E2.80.9C" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hakenkreuz</a> belegt. Aus der<br />
                          <a href="http://www.vhs.at/VhsMagazin.do?mID=1090&amp;hid=657959&amp;nr=9" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Esoterik</a> wurden Begriffe wie Nullpunktenergie, Selbstentfremdung und Entwurzelung entlehnt. Immer wieder taucht der Wolf als Sinnbild für Stärke und Dominanz auf. Gelegentlich vermischen sich auch esoterische und pseudowissenschaftliche Begriffe.<br />
                          <em>&#8220;Die Hauptseele liegt im Blut, aufgrund des 98%-gen Anteils der Wassermoleküle. Der Mensch ist Teil der Natur und ist wie alles in der Natur Materie.&#8221;</em> , ist auf einer rechtsradikalen Seite aus Brandenburg zu lesen.<br />
                          </p>
<h5>Revisionisten und Rechte Thinktanks</h5>
<p>Auf<br />
                          <a href="http://lexikon.idgr.de/m/m_a/mahler-horst/mahler-horst.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Horst Mahlers</a> Seite<br />
                          <a href='http://lexikon.idgr.de/d/d_e/deutsches-kolleg/deutsches-kolleg.php""' target="_blank" rel="noopener noreferrer">deutsches-kolleg</a> findet man viele Beispiele für revisionistische Sprache, die sich gern oberflächlich wissenschaftlichen Ausdrücken und Arbeitstechniken bedient. Relativierung, Verschleierung, Mythenbildung und Ausgrenzung sind typische Arbeitstechniken der rechten Revisionisten. Sie erstellen Listen indizierter Bücher und Zeitschriften aus dem Dritten Reich und veröffentlichen diese im Internet. Sie leugnen die Verbrechen der Nazi-Zeit und deuten historische Fakten um. Der 08. Mai 1945 wird oft als<br />
                          <a href="http://www.free.de/bgr-do/bgr_home.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tag der Ehre</a> bezeichnet. Zeitungsartikel werden verstümmelt zitiert und rezensiert. Fast immer greift man auf eine emotionale Sprache zurück und appelliert an das &#8220;Wir&#8221;-Gefühl der Menschen. Auffällig oft werden Lehnübersetzungen englischsprachiger Wörter eingeführt. Aus der e-mail wird die<br />
                          <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/7/7026/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">e-Post</a>, aus dem Internet das<br />
                          <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/8/8637/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weltnetz</a> und aus Links werden Verweise. Das Copyright wird zum Kopierrecht und eine Band zum Tanzorchester.</p>
<h5>Die Neue Rechte gibt sich globalisierungskritisch</h5>
<p>Schon seit längerer Zeit bemächtigen sich Rechtsradikale der Sprache der linken Bewegung und verfremden sie. Aus der Parole &#8220;Hoch die internationale Solidarität&#8221; wurde &#8220;Hoch die nationale Solidarität&#8221;. Aus Freiräumen wurden nationale Freiräume, als Synonym für national befreite Zonen. In Anspielung auf die Benefiz-Veranstaltung &#8220;Rock gegen Rechts&#8221; entstand die Website &#8220;Rock gegen Zog&#8221;.<br />
                          <a href="http://members.aol.com/qxer/unten" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ZOG</a> ist die Abkürzung für &#8220;zionistic occupied government&#8221;. Eine in Berlin ansässige Zelle nennt sich &#8220;Autonomer Widerstand&#8221;. Außerdem wurde ein &#8220;Nationaler Ermittlungsausschuss&#8221; als telefonischer Rechtsbeistand eingerichtet. Die Abkürzung<br />
                          <a href="http://miklas.bad-hosting.com/article.php/2004061112051564" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ACAB</a> (All Cops are Bastards) oder Bezeichnungen wie<br />
                          <a href="http://de.indymedia.org/2003/02/41651.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tag X</a>,<br />
                          <a href="http://www.anarchie.de/main-21720.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Imperialisten</a>,<br />
                          <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/9/9135/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aktivisten</a>,<br />
                          <a href="http://www.nadir.org/nadir/aktuell/themen/repression.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Repression</a> und Ausgrenzung wurden 1:1 übernommen. Seit 2002 werden Seiten und Strukturen des unabhängigen Nachrichtennetzwerks<br />
                          <a href="http://www.indymedia.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Indymedia</a> imitiert. Ein Beispiel hierfür ist die Domain<br />
                          <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14584/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">altermedia.info</a>. Während das Layout der globalisierungskritischen Indymedia-Seiten vollständig übernommen wurde, verzichtet man jedoch auf die dort übliche<br />
                          <a href="http://de.indymedia.org/static/faq.shtml#open" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open-Publishing</a> Funktion. Stattdessen werden in erster Linie Beiträge aus dem rechten<br />
                          <a href="http://www.trend.infopartisan.net/trd0998/t570998.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Störtebeckernetz</a> zweitveröffentlicht. Tippt man in das Adressfenster eines Browsers Indimedia statt Indymedia, gelangt man auf die Seite der freien<br />
                          <a href="http://lexikon.idgr.de/b/b_u/burschenschaft-danubia/burschenschaft-danubia.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Burschenschaft</a> Saxo-Silesia. Surft man auf Seiten wie keine-Agenda2010 oder gegen-globalisierung, stößt man auf ein &#8220;nationales und soziales Aktionsbündnis&#8221;. Parolen wie &#8220;Unsere Agenda heißt Widerstand&#8221; oder &#8220;Nein zu Agenda 2010. Ja zu sozialer Gerechtigkeit&#8221; sind auf diesen Seiten keine Seltenheit. Der Inhalt wird meist von den Seiten verschiedener Sozialforen übernommen und ergänzt. Auch findet man Aufrufe zur Montagsdemonstration der MLPD und Aktionen der Agenturschlusskampagne.</p>
<h5>Unterwandern, Pöbeln, Provozieren</h5>
<p>Im Jahr 2003 tauchte auf<br />
                          <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/extremismus/rechtsweb_doll2day.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">democracy online today</a>, einem studentischen Politsimulationsprojekt, eine Partei namens F.U.N. auf. Hinter dem Kürzel verbarg sich jedoch keine Spaßguerrilla, sondern eine rechtlastige Internetpartei. F.U.N. stand hier für &#8220;Freiheitlich – unabhängig – national&#8221;. Die Initiative um den NPD-Funktionär Winfried Krauß wurde nicht nur von den rechten Parteien NPD, DVU und REP, sondern auch von sogenannten Nationalanarchisten und Christdemokraten unterstützt. Anhänger aus bürgerlichen Parteien werden gelegentlich als &#8220;nationale Exponenten&#8221; bezeichnet.</p>
<h5>Subtile Förderung von Gewaltbereitschaft und Auflehnung</h5>
<p>Rechte Sprache im Internet zielt darauf ab, Gewaltbereitschaft und die Auflehnung gegen die Regierung, Migranten und Linke zu normalisieren. Dies geschieht und meist sehr unterschwellig. Inwieweit sie bewusst eingesetzt wird, ist schwer zu beurteilen. Demokratie wird mit sprachlichen Mitteln diskreditiert und eine autoritäre Gesellschaftsentwicklung befürwortet. Kriegs- und Katastrophenrhetorik schaffen ein künstliches Gefühl der Bedrohung. Revisionisten zielen auf eine Umerziehung der Menschen durch pseudowissenschaftliche Gegengutachten ab. Es wird eine abstufende Linie zwischen &#8220;Wir&#8221; und den &#8220;Anderen&#8221;, zwischen &#8220;Innen&#8221; und &#8220;Außen&#8221; gezogen. Anhänger antisemitischer und rassistischer Ideologien sind sich der Kontrolle durch Behörden und die Öffentlichkeit bewusst. Sie achten darauf, die Grenze zur Verfassungsfeindlichkeit nicht zu überschreiten. Damit vermeiden sie Strafverfolgung und Repressalien.</p>
<h5>G.Türk, Himmler, HaSSan: Rechte in Newsgroups und Foren</h5>
<p>In Foren und Newsgroups werden meist Nicknames verwandt, die auf den ersten Blick wie reale Namen aussehen. Gelegentlich enthalten die Spitznamen direkte oder verdeckte Hinweise auf die Gesinnung des Users. Beispiele sind &#8220;G. Türk&#8221; oder &#8220;HaSSan&#8221;. Das Auftreten in großen Foren, Communities und Open Posting-Systemen erfolgt meist in kleinen und koordinierten Gruppen. Das massive Auftreten in öffentlichen Foren und die Erwähnung von rechten Websites wird benutzt, um das Ranking der Seiten und Schlüsselwörter in Suchmaschinen aufzuwerten.</p>
<h5>Fazit</h5>
<p>Rechte Sprache im Internet ist vielfältig. Spätestens beim zweiten Blick enttarnt sie sich jedoch von selbst. Die Texte richten sich in letzter Zeit oft an das breite konservative Bürgertum und jugendliche Lifestyler, die in ihren politischen Ansichten noch nicht gefestigt sind. Anhand der gegenseitigen Verlinkung und Userprofile kann man jedoch erkennen, dass die Nutzer rechtsradikaler Websites bereits in diesen Strukturen fest eingebunden sind. Häufig werden Schlagwörter benutzt, die mit einem einfachen Wort einen komplizierten Sachverhalt erklären. In vielen Fällen erinnern Texte auf rechten Websites an die Berichterstattung der Boulevard-Presse. Die Gefahr der rechten Sprache liegt in erster Linie in der Einwirkung auf das öffentliche Meinungsbild.</p>
<h5>Literatur</h5>
<p>Armin Pfahl-Traughber: &#8220;Rechtsextremismus in der Bundesrepublik.&#8221; Beck, München 2001.</p>
<p>Stöss, Richard: &#8220;Rechtsextremismus im vereinten Deutschland.&#8221; 3., aktualisierte Auflage, Berlin 2000.</p>
<p>Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.): &#8220;Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus.&#8221; Wien 1994.</p>
<p>Bibliographien zum Thema Rechtsextremismus auf<br />
                          <a href="http://www.idgr.de/_inhalt/bibliographie1.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IDGR</a> und<br />
                          <a href="http://www.doew.at/information/mitarbeiter/beitraege/strukturre.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">doew.at</a></p>
<p>WolfgangNeugebauer: Strukturen rechtsextremer Organisationen und deren Bereitschaft zur Gewalt (DÖW)</p>
<p class="fett">
<p>
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			</item>
		<item>
		<title>Rechtsradikale im Internet &#8211; Ein Überblick</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/rechtsextremismus-im-netz/extremismusueberblickrechtsweb-shtml-2943/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jsteiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jan 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsextremismus im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Subkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Republikaner]]></category>
		<category><![CDATA[DVU]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>
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					<description><![CDATA[Rassistische, antisemitische und chauvinistische Inhalte im Internet beschränken sich nicht nur auf Websites der rechten Szene. Beispiele dafür findet man in sämtlichen Medien. Die Spannweite reicht von der Tagespresse über Fernsehen und Hörfunk bis hin zu religiösen und privaten Homepages, Newsgroups und Foren. Die rechte Szene nutzt alle Dienste, die das Internet zur Verfügung stellt. Dazu zählen nicht nur die Seiten des World Wide Web, sondern auch FTP-Server, eMail-Dienste und das Usenet. Ihre Präsenz ist, gemessen an der Zahl aller User und Angebote im Internet verschwindend gering.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rassistische, antisemitische und chauvinistische Inhalte im Internet beschränken sich nicht nur auf Websites der rechten Szene. Beispiele dafür findet man in sämtlichen Medien. Die Spannweite reicht von der Tagespresse über Fernsehen und Hörfunk bis hin zu religiösen und privaten Homepages, Newsgroups und Foren. Die rechte Szene nutzt alle Dienste, die das Internet zur Verfügung stellt. Dazu zählen nicht nur die Seiten des World Wide Web, sondern auch FTP-Server, eMail-Dienste und das Usenet. Ihre Präsenz ist, gemessen an der Zahl aller User und Angebote im Internet verschwindend gering.<strong></strong></p>
<p>Der Begriff &#8220;Rechtsextremist&#8221; umfasst Anhänger rassistischer, antisemitischer und revisionistischer Ideologien. Einzelne Äußerungen dieser Art beschränken sich jedoch nicht nur auf die rechten Szene. Das Auftreten von Neonazis im deutschsprachigen Internet steht im Mittelpunkt dieses Überblicks. Das<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/t/t_h/thule-netz/thule-netz.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thule-Netz</a>, ein hierarchisch gegliedertes Mailbox-System außerhalb des Internets, hat in den letzten Jahren an Bedeutung verloren. Nicht nur für rechtspopulistische Parteien, auch für rechte Verlage, Vertriebe und Gruppierungen bietet das Internet eine geeignete Plattform. Deren Gefährlichkeit, Reichweite und Menge wird jedoch oft überschätzt. Fachliteratur zum Thema Rechtsextremismus im Netz gibt es fast gar nicht.<br />
<a href="http://cyber.law.harvard.edu/filtering/google/results1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Filtersysteme</a> von Suchmaschinen haben sich bisher als wenig sinnvoll und<br />
<a href="http://www.theregister.co.uk/2001/01/19/how_to_bypass_nazi_filtering/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">uneffektiv</a> erwiesen. Jede Suchanfrage mit rechten Schlüsselwörtern wird immer auch Ergebnisse der weltanschaulichen Konkurrenz liefern.</p>
<h5>Tendenzen und Strömungen</h5>
<p>Innerhalb der Rechten haben sich verschiedene subkulturelle Tendenzen entwickelt. Rechtsextremisten treten als Globalisierungsgegner,<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/n/n_p/npd/npd.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nationale Demokraten</a>,<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/r/r_e/revisionismus/revisionismus.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Revisionisten</a> oder<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/c/c_o/conrad-jo/conrad-jo.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">neuheidnische Gruppen</a> in Erscheinung. Gelegentlich stößt man auf sie im Gewand von Burschenschaften,<br />
<a href="http://www.kverlagundmultimedia.de/Archiv/Chronologisch99/Brauner_Anarchismus/brauner_anarchismus.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nationalanarchisten</a>,<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Querfront" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Querfrontlern</a> und Kämpfern für Meinungsfreiheit und Bürgerrechte. Sie versuchen Foren und<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/extremismus/rechtsweb_dol2day.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Initiativen</a> zu stören oder zu vereinnahmen und treffen sich in Newsgroups. Einheitliche Strategien für das Auftreten von Rechten im Internet gibt es nicht. Nur die offensichtliche oder unterschwellige Präsentation menschenverachtendender Inhalte ist allen Seiten gemein. Anonymität im Netz ist in der Rechten von großer Bedeutung. Passwortgeschützte Seiten, Remailer, verschlüsselte Chats- und eMails sind längst zum Standard geworden. Dezentrale Strukturen mit flachen Hierarchien erwiesen sich als effektiver und schwerer anfechtbar als eine starre und einheitliche Organisationsform. Dabei orientierte man sich stark an der radikalen Linken.</p>
<h5>Rechte Parteien</h5>
<p>Alle zugelassenen rechten Parteien sind mittlerweile im World Wide Web vertreten. Die<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/r/r_e/republikaner/republikaner.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Republikaner</a>, die<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/n/n_p/npd/npd.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NPD</a> und die<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/d/d_e/deutsche-volksunion/dvu.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DVU</a> präsentieren sich im Netz nicht nur auf Bundesebene. Auch die Landesverbände und Jugendorganisationen der rechten Parteien verfügen über eigene Websites.</p>
<h5>Koordination und Mobilisierung</h5>
<p>Ein wichtiges Mobilisierungswerkzeug zu Aktionen, Demonstrationen, Aufmärschen und Schulungen ist die<br />
<a href="http://www.im.nrw.de/sch/342.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Stimme</a> aus Riesa. Ein Kalender listet alle bundesweiten Veranstaltungen chronologisch auf. Dort hat man die Möglichkeit, Plakate, Aufkleber und Transparente zu rechtskonservativen Themen zu erwerben. Zur Zeit läuft auf der Seite eine Kampagne gegen den Beitritt der Türkei in die EU.</p>
<h5>Aktionsbündnisse</h5>
<p>Als Gegenstück zu den Sozialbündnissen der globalisierungskritischen Bewegung entstanden in den letzten Jahren dezentral organisierte, rechte Aktionsbündnisse. Neben Terminankündigungen, Demo-Berichten und Linklisten, werden auf deren Seiten Kampagnen zu populistischen Themen geschaltet. Aktuelle Beispiele sind Hartz IV, Globalisierung, die Bombardierung Dresdens, der NPD-Wahlkampf in Schleswig-Holstein und sogenannte „Gedenkmärsche“ in Wundsiedel und Halbe. In Archiven kann man nach älteren Beiträgen suchen. Auch alle Pressemitteilungen der Aktionsbündnisse werden dort veröffentlicht. Zudem stehen auf den untereinander verlinkten Seiten der regionalen Bündnisse Flugblätter zum Download bereit.</p>
<h5>Anti-Antifa Network</h5>
<p>Das<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/a/a_n/anti-antifa/anti-antifa.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anti-Antifa Network</a> versteht sich als rechter Geheimdienst mit Zweigstellen in fünf Bundesländern. Sie erstellen einen Suchindex für Adressen, Fotos und „Daten jeglicher Art“ von Personen und Projekten, die sich mit der Naziszene kritisch auseinandergesetzen, darunter auch einige Journalisten.</p>
<h5>Rechte Gruppen, Kameradschaften und Organisationen</h5>
<p>So verschieden die Ansätze rechter Gruppen in Deutschland sind, so unterschiedlich ist auch ihr Auftreten im Internet. Einige Seiten sind extrem dilettantisch, andere sehr professionell gestaltet. Nicht immer findet man gleich einen direkten Bezug auf rechte Themen oder Symbole. Mal orientieren sie sich am Layout einschlägiger Antifa-Seiten, mal an der Ästhetik der Heavy-Metal-Szene oder der New Economy. Viele rechte Websites werden nur selten aktualisiert. Die Jugendorganisation „HDJ“ offeriert für Kinder und Jugendliche im Internet Kanufahrten, „Feier- und Gedenkstunden“ und sogenannte „Leistungsmärsche“. Die Seite „Freier Widerstand“ ermöglicht den Download von Videos, rechter Musik, Newsticker-Programmen und Werbebannern für die eigene Homepage. Die „jungen Landsmannschaften“ werben im Web mit Reisen ins „besetzte Ostpreussen“ und laden zu regionalen Stammtischtreffen ein. Der „Kampfbund deutscher Sozialisten“ vertreibt im Netz T-Shirts und die Zeitschrift „Wetterleuchten“. Diese enthält rechte Aufsätze, die den Kapitalismus als Gesellschaftsform in Frage stellen. Ebenfalls regional unterteilt sind die Websites des „Nationalen Widerstands“. Sie unterscheiden sich im Erscheinungsbild, jedoch nicht in der Themenauswahl. Immer wieder inszenieren sich Rechtsradikale im Netz als Opfer von Zensur, Ausgrenzung und Verleumdung. Etablierte Politiker, Medien, Antifaschisten und Verfassungsschützer bezeichnen sie als ihre Hauptfeinde. Auf der Homepage des „Nationalen Bündnisses Dresden“ wird dies besonders deutlich.</p>
<h5>Rechte Webradios und Musik</h5>
<p>Auf der Seite von „Radio Freiheit“ aus Langenhagen kann man alle zwei bis drei Wochen aufstachelnde Kommentare zu aktuellen politischen Themen als mp3-File herunterladen. Die meist sehr langen Redebeiträge bedienen sich sich einer Rhetorik, die der Sprache der Boulevardpresse und der Propaganda des Dritten Reichs ähnelt. Das Logo des rechten Webradios ist ein Volksempfänger. In der Selbstdarstellung ist jedoch zu lesen, dass die Seite „nicht als Propaganda genutzt“ werden soll. In den Sendungen bekommt man gestellte Interviews, Kommentare, Terminankündigungen und Musik von rechten Bands zu hören. Stilistisch knüpft die Musik an die Agitprop- und Liedermacher-Bewegung, Punk und mittelalterliches Liedgut an. Die Texte nehmen fast immer Bezug auf nationalistische und militärische Themen. Das Berliner<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/r/r_a/radio-germania/radio-germania.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Radio Germania</a> und „Radio National“ sind zur Zeit offline. Das „Preussenradio“ gehört zum rechten PHI-Verlag. Seit 2001 ist es kostenpflichtig und nur nach Eingabe eines Passworts als real-Audiostresam zu hören. Musik rechtsradikaler Bands erhält man in etwa 50-Online-Shops und auf den Privat- und Fanseiten der einzelnen Gruppen.</p>
<h5>Rechte Verlage, Netzwerke, Infotelefone und Onlineshops</h5>
<p>Seit Anfang 2003 existiert das rechte Nachrichtennetzwerk<br />
<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14584/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Altermedia</a>. Es wurde von<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/d/d_u/duke-david/duke-david.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">David Duke</a>, einem Antisemiten aus den USA, initiiert. Inzwischen gibt es in 17 Ländern Ableger von Altermedia. Das Layout der Seite ähnelt in groben Zügen den Seiten des globalisierungskritischen Netzwerks<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/paward7.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Indymedia</a>, verzichtet aber auf die Möglichkeit des Open Publishing. Altermedia dient vorrangig zur Zweitveröffentlichung und Verlinkung von Texten, die bereits auf anderen rechten Sites zu finden sind. Auf der Webpage des<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/n/n_a/nationales-infotelefon/nit.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rostocker Freien Widerstand Nord</a> werden Busreisen zu Aufmärschen und Demoanstrationen koordiniert.<br />
<a href="http://www.ida-nrw.de/html/Hagit.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nationale Infotelefone</a> geben Termine nicht nur über ortsunabhängige 0700-Nummern, sondern auch über das Internet bekannt. Das Internet-Magazin Sleipnir bezeichnet sich selbst als Zeitschrift für Kultur, Geschichte und Politik, beschränkt sich aber auf Berichte von Gerichtsverfahren gegen den eigenen Herausgeber. Fünf Online-Buchläden und Verlage haben sich auf den Vertrieb revisionistischer, kriegsverherrlichender und nationalistischer Bücher, Broschüren und Zeitschriften spezialisiert.</p>
<h5>Online-Magazine und Zeitschriften</h5>
<p>Die Netzzeitung<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/a/a_u/aula/aula.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Aula</a> aus Österreich ist das Sprachrohr rechter Burschenschaften. Die Redaktion der Zeitung „Deutschland-Woche“ und der Seite „Gladiator Germania“ ist identisch. Eines der Hauptthemen auf den Seiten ist der Krieg im Irak. Seit Anfang 2004 wurden die Seiten nicht mehr aktualisiert. Die Zeitschrift „UN“ (Unabhängige Nachrichten) bezeichnet sich als Kämpferin für Pressevielfalt, Grund-, Bürger- und Heimatrechte der Völker im eigenen Land. Zur UN gehört auch die Seite „Auf den Stundenplan“. Dort wird propagiert, dass Schulbücher gefälscht wären. Sogenannte „Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher“ würden das fehlende Wissen ausgeglichen. Weitere rechte Zeitschriften mit Internet-Präsenz sind das<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/d/d_e/deutsches-kolleg/deutsches-kolleg.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Kolleg</a> von<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/m/m_a/mahler-horst/mahler-horst.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Horst Mahler</a>, der Nationale Beobachter und das Bonner Magazin Criticón. Dieses richtet sich an konservative Unternehmer aus dem Mittelstand. Die Monatszeitungen „Deutsche Stimme“ und „Nationalzeitung“ sind Sprachrohre der rechten Parteien. In der Autorenliste der<br />
<a href="http://lexikon.idgr.de/j/j_u/junge-freiheit/junge-freiheit.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jungen Freiheit</a> aus Potsdam findet man viele Mitglieder von CDU, SPD und FDP. Die Internet-Zeitschrift „Triskelle“ richtet sich mit Kochrezepten, Basteltipps und Geschenkideen an Frauen aus dem rechten Spektrum. Der „Arbeitskreis Mädelschar“ und die „Gemeinschaft Deutscher Frauen“ vereinen politisch aktive Frauen aus der Rechten.</p>
<h5>Neuheidnische Gruppen</h5>
<p>Die Grenze zwischen esoterisch-okkultistischen und nationalistischen Seiten ist oftmals fließend. Arier- und Germanentum, Sonnenkult und Verschwörungstheorien vermischen sich auf etwa einem Dutzend Seiten unterschwellig mit menschenverachtenden Inhalten. Die „Allgermanische Heidnische Front“ und die germanischen Freunde verstehen sich als „Begründer aller menschlichen Kulturen und europäische Ureinwohner“. Die Macher der Seite „Lichtwärts“ bezeichnen sich als Förderer von Bündnissen gleichgesonnener Heiden. Immer wieder stößt man auf Runen und Bilder von Sonnenrädern, kämpfenden Rittern und mystischen Landschaften.</p>
<h5>Fazit</h5>
<p>Innerhalb der Rechten haben sich verschiedene subkulturelle Tendenzen entwickelt. Das Auftreten von Rechtsradikalen im Internet ist subtiler geworden. Ihre Sprache und Symbolik bewegt sich bewusst an der Grenze der Legalität. Querfrontstrategien erreichen meist nur User, die schon Anänger der Ideologie sind. Beim genaueren Hinsehen enttarnen sich alle Seiten von selbst. Die Gefahr liegt weniger in Verbreitung rechtsextremer Propaganda und Symbole als in der Integration menschenverachtendender Inhalte in gesellschaftliche Diskurse. Filtersysteme von Suchmaschinen und Abschaltungen von Websites erwiesen sich bisher als wenig effizient. Der Förderung von Medienkompetenz muss in Zukunft eine größere Bedeutung begemessen werden, um rechter Hetze im Internet effektiv entgegenzutreten.</p>
<p class="fett">
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		<title>Filmrezension: Das Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[thauswedell]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jan 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Subkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentarfilm]]></category>
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		<category><![CDATA[Ted Kaczynski]]></category>
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					<description><![CDATA[„Das Netz“ ist keine geradlinige Abhandlung über die „Entstehung des Internets“, wie der Titel vermuten lassen könnte und es ist auch keine romantisierende, glamoröuse Rock’n’Roll Story über Computerfreaks, komplett mit Sex und Drogen, wie der Untertitel „Unabomber, LSD und Internet“ vermuten ließe. Sie sind auch Teil des Films, aber sie dienen hier nicht um eine 'sexy’ Geschichte zu verkaufen, sondern sind Teil von grundlegenden Fragen über Technologie und ethische Werte, die der Film anhand der Geschichte der Computernetzwerke in den USA seit dem Beginn der 50er Jahre aufgreift.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">„Das Netz“ ist keine geradlinige Abhandlung über die „Entstehung des Internets“, wie der Titel vermuten lassen könnte und es ist auch keine romantisierende, glamoröuse Rock’n’Roll Story über Computerfreaks, komplett mit Sex und Drogen, wie der Untertitel „Unabomber, LSD und Internet“ vermuten ließe. Sie sind auch Teil des Films, aber sie dienen hier nicht um eine &#8216;sexy’ Geschichte zu verkaufen, sondern sind Teil von grundlegenden Fragen über Technologie und ethische Werte, die der Film anhand der Geschichte der Computernetzwerke in den USA seit dem Beginn der 50er Jahre aufgreift.</p>
<p><!--break--></p>
<p>
                            Dabei geht es nicht einfach um den fortschreitenden Prozess der Technologisierung und Vernetzung unserer Gesellschaft, sondern um Fragen über Sinn und Unsinn, Nutzen und Schaden dieser Technologien für Gesellschaft und das Individuum. Und es geht um Reflexionen über Macht, Einfluss, Kontrolle und Gelder von Seiten der staatlichen Behörden, die Entwicklungen vorantreiben, finanzieren und für ihre Zwecke ausnutzen.</p>
<p>Regisseur Lutz Dammbeck beschäftigt sich mit den teils wohlbekannten, teils verborgenen Verknüpfungen zwischen Militär, Verteidigungsministerium und Wissenschaftlern an den Elite-Universitäten, die für viele dieser Entwicklungen verantwortlich zeichnen. Lutz Dammbecks „Netz“ ist nicht nur ein Computernetzwerk, sondern umfasst ein komplexes menschliches Netzwerk, bestehend aus Wissenschaftlern, Militärs und Institutionen, das seine Geheimnisse gut hütet.</p>
<p>Einer „Störung“ in diesem Netzwerk jedoch ist Dammbeck nachgegangen: Dem Fall des Unabombers, Thomas J. Kaczynski, der 1996 vom FBI nach einer Serie von Mordanschlägen verhaftet wurde.Nach einem Mathematikstudium an der Harvard University und anschließender Professur an der Berkeley University wurde er zum Aussteiger und lebte 25 Jahre in einer Berghütte in Montana. Während dieser Isolation schrieb er das Unabomber Manifesto, in dem er vor den Gefahren einer technologisierten Gesellschaft eindringlich warnte und eine völlige Abkehr von dieser Entwicklung forderte. Seinen Protest unterstrich er durch Briefbombenanschläge, bei denen vier Personen ums Leben kamen und mehrere Menschen verletzt wurden. Derzeit sitzt Kaczynski in lebenslänglicher Haft.</p>
<p>Dammbeck geht es in diesem Film weniger um Kaczynskis Schuldfrage. Vielmehr wird Kaczynski als eine einsame, aber möglicherweise berechtigte Stimme der Kritik lanciert, die von der Mehrheit der Professoren, Wissenschaftlern, Computer-analysten und Ex-Militärs die in diesem Film zu Wort kommen, negiert und totgeschwiegen wird. Aus den Interviews, welcher der Film dokumentiert, zieht Dammbeck Querverbindungen zwischen Künstlern, Wissenschaftlern und Regierungsorganisation und portraitiert verschiedene Subkulturen der 50er und 60er Jahre, die Teil dieser Epoche bilden. Es handelt sich um eine Zeit, die unter den Eindrücken des Zweiten Weltkrieges und später unter dem Schatten des Kalten Krieges ihre Paranoia und Ängste dadurch eindämmen will, dass sie immer stärkere Militärarsenale und Militärtechnologie baut und einsetzt – und hier kommen die Verknüpfung von Militär und Wissenschaftlern ins Spiel.</p>
<p>Ideologisch untermauert werden diese Entwicklungen durch Erkenntnisse der Kybernetik, wonach das menschliche Gehirn als Informationsverarbeitungssystem zu sehen ist, nicht Bewusstsein und Gewissen bestimmen uns als Menschen, sondern der Mensch als steuerbare, programmierbare Maschine und Werkzeug. Aber nicht nur Physiker und Kybernetiker, sondern auch Soziologen und Psychologen sind mit dem neuen Menschenbild beschäftigt. Ihr Zwischenspiel konstituiert sich in den sogenannten Macy Konferenzen, auf denen, wie Dammbeck dokumentiert, auf Initiative des CIA, Physiologen, Biogenetiker, Mathematiker und Soziologen teilnehmen, und ihre Visionen einer technologisierten und inhärent „besseren Gesellschaft“ im privaten Kreise diskutieren – und schließlich auch durchexperimentieren:</p>
<p>In den Jahren 1958-62 führt der Direktor der Harvard Psychological Clinic, Henry A. Murray, mit dem Wissen und der Unterstützung des CIA „Stress-Experimente“ mit Harvard Studenten durch, bei denen unter Einsatz von LSD die Veränderungsmöglichkeiten und Formbarkeit der menschlichen Psyche erforscht werden sollen: Einer der Versuchspersonen ist Theodor Kaczynski, der spätere Unabomber. Der Kreis schliesst sich.</p>
<p>Wenn dies auch alles stark nach dem Stoff von Verschwörungstheorien klingt, so bleibt Dammbecks Film stets sachlich, nüchtern und driftet nicht ins plakative. Seine Schlüsse orientieren sich stets an Fakten und vorhandenem Recherchematerial, und lassen dem Zuschauer ausreichend Raum für eigene Rückschlüsse, Fragen und Interpretationen. Angereichert und verstärkt werden Dammbecks Recherchen mit Bildern und Beobachtungen des Amerikas kurz nach dem 11.September, während der Zeit der amerikanischen Invasion in Afghanistan und der Panikmache über die Anthrax–Anschläge. Die Paranoia und Ängste der amerikanischen Gesellschaft, so drängt es sich einem auf, richten sich nun gegen den neuen Feind „al-qeada“ anstatt gegen die Sowjetunion, aber die Mechanismen von Angstverbreitung und Panikmache durch die amerikanischen Medien sind die gleichen geblieben.</p>
<p>Und die Computernetzwerke? In den Augen der Wissenschaftler die Dammbeck zu Wort kommen lässt, bestehen sie aus kryptischen Zahlenspielen, aus unendlichen Ableitungen und mathematischen Formeln, die immer komplexere und dichtere Netzwerke bilden. Netzwerke, die organisch wachsen und von niemanden kontrolliert werden können, und aber gleichzeitig den Anspruch erheben &#8211; oder dem Wunsch nachkommen &#8211; eine immer komplexere Welt anhand von Codes , Programmiersprachen und vernetzten Computern verständlich und fassbar machen zu können.</p>
<p>„Das Netz“ stellt nicht Technik per se in Frage, sondern entlarvt, in welchem Umfang und zu welchen Zwecken Computertechnologie in den Händen von Menschen mit politischer Macht, Einfluss, Geld und Netzwerken benutzt werden kann. Noch relevanter jedoch zeigt der Film die Diskrepanz zwischen technologischen Fortschritt und der menschlichen (Un)Fähigkeit, die moralischen und gesellschaftlichen Folgen dieser Technologisierung zu benennen und zu einzuordnen.
                            </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Interview mit Ralf Bendrath</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/die-dunklen-seiten-des-www/cyberwarbendrath-shtml-2743/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jan 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die dunklen Seiten des WWW]]></category>
		<category><![CDATA[Hacker]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Bendrath]]></category>
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		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
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					<description><![CDATA[Ralf Bendrath , Dipl. Pol., promoviert an der 
<a href="http://www.fu-berlin.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freien Universität Berlin</a> zum Thema &#34;Das Militär in der Informationsgesellschaft&#34;. Daneben ist er Geschäftsführer der Forschungsgruppe Informationsgesellschaft und Sicherheitspolitik (
<a href="http://www.fogis.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FoG:IS</a>) und betreibt die Mailingsliste 
<a href="http://userpage.fu-berlin.de/%7Ebendrath/liste.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Infowar.de</a>.
politik-digital sprach mit dem Autoren des Sammelbandes 
&#34;<a href="/buchbesprechungen/buecher/netzpiraten.shtml">Netzpiraten</a>. Die Kultur des elektronischen Verbrechens&#34; (Hrsg. Armin Medosch und Janko Röttgers) über die Krieger im Datennetz.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ralf Bendrath , Dipl. Pol., promoviert an der<br />
<a href="http://www.fu-berlin.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freien Universität Berlin</a> zum Thema &quot;Das Militär in der Informationsgesellschaft&quot;. Daneben ist er Geschäftsführer der Forschungsgruppe Informationsgesellschaft und Sicherheitspolitik (<br />
<a href="http://www.fogis.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FoG:IS</a>) und betreibt die Mailingsliste<br />
<a href="http://userpage.fu-berlin.de/%7Ebendrath/liste.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Infowar.de</a>.<br />
politik-digital sprach mit dem Autoren des Sammelbandes<br />
&quot;<a href="/buchbesprechungen/buecher/netzpiraten.shtml">Netzpiraten</a>. Die Kultur des elektronischen Verbrechens&quot; (Hrsg. Armin Medosch und Janko Röttgers) über die Krieger im Datennetz.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Nicht-staatliche Akteure geraten verstärkt in den Fokus staatlicher Sicherheitsorgane &#8211; besonders seit den Anschlägen des 11. Septembers. Kann man eine Organisation wie Al-Quaida als Cyberterorristen bezeichnen?
</p>
<p>
<b>Ralf Bendrath:</b> Ich wäre da vorsichtig &#8211; da ist noch nichts nachgewiesen. Bisher ist noch kein einziger Fall von wirklichem Cyberterrorismus aufgetreten. Man weiß, dass die Leute von Al-Quaida Laptops benutzen und per eMail kommunizieren, aber sie nutzen nicht mal Verschlüsselungstechnologien. Wenn da von Cyberterroristen geredet wird, darf man nicht vergessen, dass das ein politischer Kampfbegriff ist. Er existiert ungefähr erst seit Mitte der neunziger Jahre. Der Begriff Information-Warfare (Info-War) ist schon viel älter &#8211; den gibt es schon seit 1977. Richtig etabliert wurde er aber erst Anfang der Neunziger.<br />
<br />
Wenn es eine rein technische Entwicklung gewesen wäre, würde es heute noch &quot;electronic warefare&quot; heißen. Auf die politische Agenda gekommen sind die Begriffe durch das neue strategische Denken von Militärstrategen und Militärhistorikern wie John Arquilla oder Futurologen wie Alvin Toffler.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Was ist das neue?
</p>
<p>
<b>Ralf Bendrath:</b> Der ürsprüngliche Begriff &#8216;Informationskrieg&#8217;, wie ihn John Arquilla und David Ronfeldt prägten, meint nicht den Krieg in Datennetzen, sondern die Organisation des Krieges nach kybernetischen Gesichtspunkten. Sie fingen an, über gesellschaftliche Veränderungen durch neue Informationstechnologien nachzudenken; ein Versuch, das, was in der Industrie seit Ende der achtziger Jahre als postmoderne Unternehmensstrukturen bekannt wurde, auf das Militär zu übertragen. Damit meine ich neue Managementkonzepte wie flache Hierarchien, Bildung von Netzwerken, projektbezogene Arbeitsgruppen und effektives Informationsmanagement. Das ist eher ein Organisationskonzept &#8211; weg vom rein Hierarchischen zum Task-Force-Konzept, d.h. mehr Selbstorganisation seitens der Einheiten. Wie kann man schneller schießen, schneller treffen, schneller entscheiden, schneller kommunizieren &#8211; Kriegsführung just-in-time.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Wodurch wurde diese Entwicklung angestoßen?
</p>
<p>
<b>Ralf Bendrath:</b> Durch den Boom des Internets und der Diskussion über die entstehende Informationsgesellschaft, boomte auch der Begriff &#8216;cyber&#8217; &#8211; dann auch im militärischen Bereich. Information-Warfare dagegen ist ein übergreifendes Konzept. Die neuen Angriffsziele sind nicht mehr ausschließlich die Kräfte des Gegners, sondern besonders seine Informationssysteme &#8211; eine Entwicklung vom klassischen Krieg weg, hin zum Krieg gegen Kommunikationsströme, d.h. den Gegner lahm legen ohne groß etwas zerstören zu müssen. So jedenfalls wünschen es sich die Militärs. Cyberwar bezeichnet in der heutigen Verwendung einen Teilbereich davon, nämlich den Krieg in Datennetzen.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Können die Akteure der Informationskriege auch als Subkulturen bezeichnet werden?
</p>
<p>
<b>Ralf Bendrath:</b> Das Militär hat auch eigene Rituale und eigene Wertvorstellungen, aber eine Subkultur im eigentlichen Sinne ist es eher nicht. Im Bereich der Geheimdienste kann man am ehesten von Subkulturen sprechen, da sie ähnlich abgeschottet arbeiten wie Hacker.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Wie passt der Begriff der Netzpiraten zu deinem Thema?
</p>
<p>
<b>Ralf Bendrath:</b> Der Begriff der Netzpiraten passt eher in die Szene der Raubkopierer oder Musikpiraten. Die staatlichen Datenkrieger als Piraten zu bezeichnen, ist eher schwierig. Sicherlich gibt es private, nicht-staatliche Akteure, die für staatliche Institutionen wie die NSA oder das Pentagon als Subunternehmer tätig werden, aber die würde ich eher als Cybersöldner oder Netzsöldner bezeichnen. Der Begriff &#8216;Piraten&#8217; passt da nicht so ganz. Die Firma Sytex Inc. zum Beispiel hilft der Army bei der Analyse, Aufbereitung und Verteilung von informationskriegsrelevanten Daten. Softwarefirmen bekommen klassische Rüstungsaufträge. Es werden jetzt z.B. digitale Animationen zur Visualisierung der ungeheuer großen Datenmengen erstellt. Kommandeure können sich dann per 3D-Brille und Datenhandschuh in den virtuellen Räumen bewegen. Ein anderes Beispiel ist die Verwendung von Computerspielen wie Doom zur Simulation von Gefechtssituationen. Da werden die Spielfelder einfach anhand von Einsatzkarten generiert. So können die Soldaten dann trainieren, wo sie langlaufen müssen. Aber es gibt nicht nur Ballerspiele, sondern auch Strategiespiele, wo die Taktiken und Strategien der Kriegsführung simuliert werden. Das macht die Bundeswehr auch so.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Wo hat die Entwicklung begonnen und wie wird sie wahrgenommen?
</p>
<p>
<b>Ralf Bendrath:</b> Begonnen hat die militärische Eroberung des Cyberspaces in den USA, nicht in den sogenannten Schurkenstaaten wie Irak oder Nordkorea. In der Öffentlichkeit wird fast immer nur über Cyberterroristen gesprochen, die die US-amerikanische Börse oder Flugsicherungssysteme knacken könnten, was jetzt auch wieder für Deutschland im Spiegel stand. Aber es gibt keine große öffentliche Diskussion darüber, was die US-amerikanischen Streitkräfte selber treiben. Wenn, dann nur affirmativ in Militärfachzeitschriften wie beispielsweise &quot;Air Power Journal Revue&quot;. Eine wirklich kritische Berichterstattung oder wissenschaftliche Forschung dazu gibt es fast gar nicht. In Deutschland sind wir mit FoG:IS und einigen kritischen Informatikern fast die einzigen.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Wie sieht es mit der Umsetzung von Info-War Konzepten in der Realität aus?
</p>
<p>
<b>Ralf Bendrath:</b> Was in Afghanistan bezüglich &quot;information operations&quot; passiert ist, entspricht eher der klassischen psychologischen Kriegsführung, d.h. das Abwerfen von Flugblättern und die Nutzung von Radiosendern. Eigentlich nichts neues. Aber da gibt es auch kaum Kommunikationsstrukturen wie das Internet.<br />
<br />
Im Kosovokrieg wurde auch der Einsatz der Cyberkriegsführung kaum berücksichtigt bzw. viel zu spät. Als die Liste der Angriffsziele für die Bomber schon fertig erstellt war, wurden erst die Abteilungen für Info-War hinzugezogen &#8211; viel zu spät, so dass mit den konventionellen Mitteln der Bombardierung die Kommunikationsstrukturen des Gegners zerstört wurden. Insider aus dem Pentagon haben anschließend geschätzt, dass nur rund 10 Prozent der Möglichkeiten genutzt wurden. Das wird aber zukünftig anders. Denn der Cyberkrieg beginnt zu reifen.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Wie kann man den staatlichen Cyberwar kontrollieren?
</p>
<p>
<b>Ralf Bendrath:</b> Es ist für die Öffentlichkeit kaum nachvollziehbar, welche technischen und strategischen Konzepte wirklich durchgeführt werden, welche Folgen sie im einzelnen haben, und was genau geplant wird. Auch für die zivilen Regierungen und Parlamente ist das nur schwer überprüfbar.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Welche Ideen gibt es im Bereich Cyber-Rüstungskontrolle?
</p>
<p>
<b>Ralf Bendrath:</b> Die klassische quantitative Rüstungskontrolle, die Panzer, Flugzeuge oder Raketen zählt, kann im Bereich Info-War nicht angewendet werden. Wie will man da zählen? Die Datenmengen in Terrabyte? Das geht nicht. Aber im Bereich der Normen, also im Bereich der Verwendung der Technologien, da kann sehr wohl etwas passieren. Beispielsweise durch eine internationale Konvention, die das Verbot von Angriffen auf zivile Ziele oder von Erstschlägen (no-first-use) rechtlich verankert. Aber bis es soweit ist, können 10 oder 15 Jahre vergehen, wenn man es überhaupt schafft. Natürlich könnten Staaten unilateral anfangen. Die Bundesregierung z.B. könnte sich heute hinstellen und sich öffentlich verpflichten, keine Cyberattacken auf zivile Rechnersysteme zu verüben. Aber die entsprechenden Ministerien sind da eher zurückhaltend. Ich vermute, der politische Wille fehlt noch dazu &#8211; leider.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Vielen Dank für das Gespräch!
</p>
<p>
Das Interview mit Ralf Bendrath führte Clemens Lerche.
</p>
<p>
<!-- Content Ende --></p>
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