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	<title>Subvention &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Subvention &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Das Klima in der Regierung ist gut, besser als der Klimawandel auf dem Globus&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdas_klima_in_der_regierung_ist_gut_besser_als_der_klimawandel_auf_dem_globusquot-137/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mullrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jun 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmar Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Emissionsrechtehandel]]></category>
		<category><![CDATA[Stromversorgung]]></category>
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		<category><![CDATA[Subvention]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Montag, 26. Juni, war 
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, zu Gast im tagesschau-Chat 
<span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte 
mit den Nutzern über die Emissionszertifikate, Kohlesubventionen 
und die Zukunft der Stromversorgung.</span></span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Montag, 26. Juni, war<br />
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, zu Gast im tagesschau-Chat<br />
<span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte<br />
mit den Nutzern über die Emissionszertifikate, Kohlesubventionen<br />
und die Zukunft der Stromversorgung.</span></span></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b><b>Moderator:</b></b> Heute<br />
begrüßen wir im ARD-Hauptstadtstudio Bundesumweltminister<br />
Sigmar Gabriel. In den kommenden 45 Minuten wird er Ihre Fragen<br />
zur Umweltpolitik beantworten. Selbstverständlich ist unser<br />
Chat aber auch heute wieder für Fragen aus anderen Themenbereichen<br />
offen. Herr Gabriel können wir beginnen?
</p>
<p>
<b><b>Sigmar Gabriel:</b></b> Gern.
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/sgabrielwebcam1.jpg" align="left" height="110" hspace="10" width="147" />Moderator:</b><br />
Diese Woche soll das Kabinett Ihre Pläne zum Emissionshandel<br />
beschließen. Darauf kommen wir gleich zu sprechen. Derzeit<br />
beschäftigt viele Menschen neben dem Fußball kurioserweise<br />
ein ganz anderes Thema: Es geht um Problem-Braunbär Bruno.<br />
Der ist heute erschossen wurden. Sie haben das umgehend begrüßt.<br />
Warum? Unter Tierschützern werden Sie sich damit keine Freunde<br />
machen.
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Ich weiß nicht, wo Sie gelesen<br />
haben, dass ich das &quot;begrüßt&quot; habe. Natürlich<br />
tut es mir leid, dass &quot;Bruno&quot; erschossen wurde, das ist<br />
doch ganz normal. Allerdings habe ich Verständnis für<br />
das Dilemma, in dem sich mein bayerischer Kollege befunden hat:<br />
Heute reagieren viele geschockt auf den Abschuss von &quot;Bruno&quot;<br />
und kritisieren den bayerischen Umweltminister. Hätte &quot;Bruno&quot;<br />
irgendwann einen Menschen verletzt oder gar getötet, würden<br />
vermutlich die gleichen Menschen den Rücktritt des bayerischen<br />
Umweltministers fordern.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Und jetzt zur ernsthaften politischen<br />
Agenda:
</p>
<p>
<b>erweon:</b> Wie stehen Sie zu dem Vorwurf, mit der<br />
kostenlosen Zuteilung von Emissionszertifikaten werde die Energiewirtschaft<br />
subventioniert?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Also ich finde, der Umgang mit<br />
wilden Tieren in Naturschutzgebieten ist durchaus auch ein ernstzunehmendes<br />
Thema der politischen Agenda. Aber nun zu Ihrer Frage: Niemand &quot;subventioniert&quot;<br />
die Energiewirtschaft dadurch, dass wir die Zertifikate beim Emissionshandel<br />
nicht zu 10 Prozent versteigern. Sondern die Energiewirtschaft würde<br />
sich die Preise dafür mit Sicherheit durch einen weiteren Aufschlag<br />
beim Strompreis von den Verbrauchern zurückholen. Deshalb schützen<br />
wir durch den Verzicht auf die Auktionierung vor allem die Verbraucher.
</p>
<p>
<b>Harald Toepfer:</b> Mit Ihrer Entscheidung im NAP2<br />
die Emissionszertifikate nicht zu versteigern und keinen einheitlichen<br />
Benchmark für CO2- Emissionen einzuführen, subventionieren<br />
Sie die Kohleverstromung und haben sich bereits den Spitznamen &quot;Kohleminister&quot;<br />
eingefangen. Warum haben Sie sich so entschieden?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Wenn wir das in Zukunft ändern<br />
wollen, müssen wir endlich die Stromnetze in Europa so öffnen,<br />
dass wir mehr Wettbewerb bekommen. Genau dafür will die Bundesregierung<br />
auch sorgen. So lange wir das nicht geschafft haben, sind die Verbraucher<br />
schutz- und wehrlos. Deshalb: First things first. Danach werden<br />
wir auktionieren &#8211; und zwar nicht nur 10 Prozent.
</p>
<p>
Zur Frage von Herrn Toepfer: Ehrlich gesagt ist es mir ziemlich<br />
egal, welche Spitznamen ich bekomme. Wichtiger ist, dass man &#8211; in<br />
diesem Fall ich &#8211; sich seiner Sache sicher ist: Zur Auktionierung<br />
habe ich bereits eine Antwort gegeben. Sie ist solange ein trojanisches<br />
Pferd, dass schön aussieht aber gefährliche Inhalte hat,<br />
solange wir keinen Wettbewerb auf dem europäischen Strommarkt<br />
haben. Im übrigen bringt sie kein Gramm weniger Co2, sondern<br />
viele wünschen sich, dass die gigantischen Windfallprofits<br />
wieder abgeschöpft werden, die die Stromwirtschaft beim ersten<br />
Emissionshandel eingestrichen hat. Das verstehe ich und würde<br />
die Windfallprofits auch gern abschöpfen, aber ich weiß,<br />
dass dies nicht gelingen wird, sondern der Verbraucher die Zeche<br />
doppelt zahlen wird. Also: Erst für Wettbewerb sorgen, dann<br />
auktionieren. Nicht umgekehrt.
</p>
<p>
Zur Kohle nur folgende Hinweise: Der erste Allokationsplan unter<br />
der Verantwortung der Grünen, sorgte für eine Minderung<br />
von Co2 um ganze 2 Mio. Tonnen. Unser Allokationsplan mindert die<br />
Co2 Emissionen um immerhin 15 Mio. Tonnen. Ich finde, dass ist deutlich<br />
anspruchsvoller. Selbst die damaligen Pläne der Grünen<br />
sahen für den NAP II nur eine Minderung von 10 Mio. Tonnen<br />
vor &#8211; mit 15 Mio. Tonnen sind wir immer noch um ein Drittel besser,<br />
als die Planungen der Grünen in der letzten Legislaturperiode.</p>
<p>Wir wollen durch höhere Wirkungsgrade in neuen Kohlekraftwerken<br />
die alten Kohlekraftwerke ersetzen, um damit auch weniger Co2 zu<br />
emittieren. Und wir bringen neue Gaskraftwerke in den Wettbewerb,<br />
in dem sie ebenso viele Zertifikate für ihre Betriebsstunden<br />
erhalten wie Kohlekraftwerke. Bislang erhielten die Gaskraftwerke<br />
nur Zertifikate für die Spitzen- und Mittellast, Kohlekraftwerke<br />
aber für die Grundlast. Jetzt statten wir beide Kraftwerksarten<br />
mit 7500 Betriebsstunden für die Grundlast aus.
</p>
<p>
<b>Jüterburg:</b> Die Naturkatastrophen häufen<br />
sich und werden als Folgen des globalen Klimawandels begriffen.<br />
Dennoch leugnen Staaten wie die USA den Klimawandel. Wie könnten<br />
die USA und andere Emittenten dazu bewegt werden, ihre Emissionen<br />
zu reduzieren und somit ihren Teil zum Schutz des Klimas beitragen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Nur durch internationale Verhandlungen<br />
und durch einen Wandel in der inneramerikanischen Diskussion. Und<br />
diesen Wandel gibt es bereits jetzt unter Bush. Ich bin sicher,<br />
dass die nächste amerikanische Regierung sich anders aufstellen<br />
wird.
</p>
<p>
<b>einfallslos:</b> Hallo Herr Gabriel. Wie passt es<br />
denn Ihrer Meinung nach zusammen, dass Sie einerseits erneuerbare<br />
Energien unterstützen wollen, sich andererseits aber für<br />
eine Weiterführung der Kohle-Subventionen aussprechen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Wenn wir uns sehr anstrengen &#8211;<br />
und das wollen wir tun -, dann werden wir im Jahr 2020 etwa 20 Prozent<br />
der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien decken. Das ist ein<br />
sehr ehrgeiziges Ziel, das weltweit von niemandem übertroffen<br />
wird. Aber dann bleiben noch 80 Prozent übrig. Und auch durch<br />
noch so große Anstrengungen im Bereich der Energieeffizienz<br />
werden wir ja nicht auf nur noch 20 Prozent unseres heutigen Strombedarfs<br />
kommen und nun müssen wir entscheiden, wie wir diese 80 Prozent<br />
decken wollen. Gas allein wird nicht ausreichen, weil es gar nicht<br />
soviel Gas gibt, um diesen Bedarf in Deutschland und in Europa zu<br />
decken und Kohle zu ersetzen. Und Länder wie China werden sich<br />
schon gar nicht davon abbringen lassen, ihre Kohlevorkommen zu nutzen.<br />
Wer also die Atomenergie nicht will, der muss den Gasanteil erhöhen<br />
&#8211; das tun wir &#8211; und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Kohlekraftwerke<br />
bessere Wirkungsgrade haben (und damit deutlich weniger Co2) und<br />
auch in die Forschung von Carbon Capture investieren. Und genau<br />
diesen Weg gehen wir.
</p>
<p>
<b>Franz21:</b> Hallo, Herr Minister. Unter welchen Bedingungen,<br />
wären Sie bereit, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern?<br />
Brauchen wir den Ausstieg wirklich? Ich mache mir große Sorgen<br />
um die Energiesicherheit nach dem Ausstieg!
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Unter keinen, weil wir keinen<br />
Atomstrom brauchen. Bis zum Jahr 2012 gehen beispielsweise rund<br />
7000 MW Atomstrom vom Netz, es kommen aber allein 17.500 MW durch<br />
neue Kraftwerke hinzu. Diese Zahlen sind die gemeinsame Grundlage<br />
des Energiegipfels der Bundeskanzlerin, also keine Zahlen, die nur<br />
aus dem Umweltministerium kommen. Und dabei sind die Zahlen der<br />
erneuerbaren Energien noch gar nicht dabei.
</p>
<p>
<b>Franz21:</b> Bitte geben Sie uns einen Einblick in<br />
die tägliche Arbeit der Großen Koalition: Ist das Klima<br />
wirklich so schlecht, wie es im Moment dargestellt wird? Zur Aussage<br />
von Peter Struck: Glauben Sie auch, dass Schröder besser als<br />
Merkel war (ist)?<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/sgabrielwebcam2.jpg" align="right" height="120" vspace="10" width="142" />
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Das Klima in der Regierung ist<br />
gut, besser jedenfalls als der Klimawandel auf dem Globus. Und dass<br />
Sozialdemokraten sich wünschen, sie hätten die Wahlen<br />
gewonnen und mit ihrem Kanzler weiter regiert, ist doch logisch,<br />
oder?
</p>
<p>
<b>Franz21:</b> Die (nicht immer ernst zu nehmende) BILD-Zeitung<br />
betitelte Ihren Kollegen Glos jüngst als &quot;Problembär<br />
&quot; der Bundesregierung. Ist er das wirklich?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Nein. Die Probleme erwachsen aus<br />
den Aufgaben, die wir zu lösen haben, nicht den Personen.
</p>
<p>
<b>amjahid:</b> Kann man tolerieren, dass wir in Deutschland<br />
kein Atomstrom mehr erzeugen wollen, wir aber von Nachbarstaaten<br />
den selben importieren können?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Natürlich wünschen wir<br />
uns, dass auch die Mitgliedsstaaten, die heute noch die Atomenergie<br />
weiter nutzen wollen, ebenfalls aussteigen. Immerhin 17 von 25 Mitgliedsstaaten<br />
der EU nutzen heute die Atomenergie nicht oder wollen aussteigen.<br />
Und Länder wie Frankreich mussten in den letzten Jahren eher<br />
Windstrom aus Deutschland nutzen, als Atomstrom zu uns liefern.<br />
Denn immer dann, wenn die Sommer heiß sind und die Wasserstände<br />
in der Rhone fallen, müssen französische Atomkraftwerke<br />
abgeschaltet bzw. herunter gefahren werden. Sie sehen also, die<br />
Sache ist nicht ganz so, wie es die deutsche Atomwirtschaft gern<br />
darstellen möchte.
</p>
<p>
<b>Cruzifix:</b> Wie weit wird die Bundesregierung ihre<br />
Haltung zur Solarenergie ändern &#8211; besonders im Hinblick auf<br />
Subventionierungen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Am Willen der Bundesregierung,<br />
erneuerbare Energien zu fördern, wird sich nichts ändern.<br />
Auch nicht bei der Solarindustrie. Bei allen neuen Technologien<br />
(z.B. beim Airbus) hat es am Anfang Subventionen gegeben. Übrigens<br />
muss man immer dagegen rechnen, wie viel man dadurch gewinnt, dass<br />
neue und zukunftssichere Jobs entstehen. In der Solarindustrie inzwischen<br />
einige Tausend. Worüber wir reden werden, sind die Höhe<br />
der Subventionen.
</p>
<p>
<b>Irma16:</b> Eine Nachfrage zur Auktionierung der Emissionsrechte:<br />
Ab wann glauben Sie damit beginnen zu können? Schon in der<br />
Phase II oder erst nach 2012? &#8211; und wie ist der Stand der Debatte<br />
zur Besteuerung der Windfall-Profite der Versorger?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Wir werden auktionieren können,<br />
wenn wir die europäischen Strommärkte so geöffnet<br />
haben, dass ein Stromkunde, dem der deutsche Strompreis zu hoch<br />
ist, seinen Bedarf über einen portugiesischen, polnischen oder<br />
jeden anderen europäischen Stromanbieter decken kann. Spätestens<br />
in der dritten Handelsperiode müssen wir das machen.
</p>
<p>
<b>Mika77:</b> Glauben Sie, dass ein Großteil der<br />
Bevölkerung über ihren eigenen persönlichen Energieverbrauch,<br />
sowie den Relationen, was Energieproduktion und Nutzen angeht, nachdenkt?<br />
Finden Sie nicht auch, dass durch eine bessere Energiebildung der<br />
&quot;Energiehunger &quot; signifikant reduziert werden könnte?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Mika7:</b> Glauben Sie, dass in 15 Jahren die Menschen<br />
anfangen müssen (elektrische) Energie selbst zu Hause zu produzieren?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Wieso erst in 15 Jahren? Dass<br />
können sie doch heute schon.
</p>
<p>
<b>falko:</b> Zu Ihrem Lieblingsargument, Nutzung der<br />
standby-Schaltungen: Wo bleibt das Gesetz, das die Industrie verpflichtet,<br />
bessere Lösungen zu schaffen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Das ist nicht mein &quot;Lieblingsargument&quot;,<br />
sondern ein allzu sinnfälliges Beispiel. Sowohl auf der Ebene<br />
der EU arbeiten wir an der Öko-Design-Richtlinie, um dafür<br />
strengere Vorgaben zu machen, als auch an einem Energieeffizienzprogramm<br />
der Bundesregierung.
</p>
<p>
<b>SummeAllerDinge:</b> Herr Gabriel, beim letzten tagesschau-Chat<br />
haben Sie gesagt, dass Sie sicher sind, dass es Neuwahlen geben<br />
würde. Wie stabil ist die große Koalition wirklich? Und<br />
wird sie die Problemfragen &quot;Gesundheitsreform/ Steuerreform&quot;<br />
zusammen überstehen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Na ich hoffe doch, dass meine<br />
Prognose zur Stabilität genauso gut ist, wie damals zu den<br />
Neuwahlen. Und ich glaube: Die Koalition ist stabil und wird die<br />
anstehenden Probleme lösen.
</p>
<p>
<b>Homfeldt:</b> Sehr geehrter Herr Ministerpräsident<br />
Gabriel, fühlen Sie Ihren Posten nicht als Notlösung,<br />
Sie noch irgendwo unterzubringen? Immerhin haben Sie doch zuvor<br />
keine Erfahrung mit dem Thema Umwelt sammeln können!
</p>
<p>
<b>Mika77:</b> Ihre Karriere zeigte ja kurzzeitig in<br />
eine andere Richtung. Haben sie lange gebraucht, um sich in das<br />
Amt des Umweltministers einzuleben?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Zu Herrn Homfeldt: Was hilft es,<br />
wenn ich Ihre Frage beantworte? Sie scheinen ja ein ziemlich fest<br />
gefügtes Weltbild zu haben. Und so etwas kann man besitzen,<br />
ohne wirklich etwas über diejenigen zu wissen, über die<br />
man gerne urteilt.</p>
<p>Und zu Mika 77: Wenn man gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat,<br />
und die habe ich, dann lernt man jeden Tag etwas hinzu. Und ein<br />
Minister &#8211; egal in welchem Ressort &#8211; ist ja nicht deshalb Minister,<br />
weil er der beste Sachbearbeiter ist. Im Gegenteil: Jeder Referent,<br />
jeder Sachbearbeiter in jedem Ressort weiß im Zweifel viel<br />
mehr als der jeweilige Minister. Der Job eines Ministers ist eine<br />
politische Managementaufgabe, die andere Qualifikationen erfordert,<br />
als Detailwissen zu jeder Frage. Dieses Detailwissen haben die Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter, und die müssen sie fragen.
</p>
<p>
<b>Christoph Becker:</b> Hallo Herr Minister, mir gefällt<br />
der frische Wind, den Sie ins BMU gebracht haben. Wie Sie wissen,<br />
ist das Thema FCKW aus Altkühlgeräten noch lange nicht<br />
abgearbeitet, da alleine in Europa noch 100.000 Tonnen der Klimakiller<br />
in alten Kühlgeräten stecken. Das Recycling der Geräte<br />
in Deutschland findet unter Ausschluss konsequenter Kontrollen der<br />
Wirksamkeit der Anlagen statt. Wie kann diesem Zustand zum Wohle<br />
des Klimaschutzes abgeholfen werden?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Bis zu Ihrer Mail bin ich davon<br />
ausgegangen, dass es sehr wohl qualitative Anforderungen an das<br />
Recycling dieser Geräte gibt. Nachher werde ich dem mal nachgehen.<br />
Wenn Sie eine Antwort möchten, schreiben Sie mir einfach ins<br />
BMU.
</p>
<p>
<b>legehenne:</b> Herr Gabriel, Sie kritisierten einen<br />
wachsenden Einfluss der Wirtschaft auf den Natur- und Klimaschutz.<br />
Ist das nicht naiv? Wie wollen Sie diese Verflechtungen bekämpfen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Naivität hilft manchmal beim<br />
Erkennen der wirklichen Gründe für die Probleme in unserem<br />
Land oder in der Welt. Wer sich immer auf die sogenannten Sachzwänge<br />
einlässt, wird letztlich von ihnen gefangen gehalten. Ich denke,<br />
dass wir viel stärker als in der Vergangenheit zu europäischen<br />
und internationalen Regeln kommen müssen. In der Umweltpolitik<br />
sind wir in Europa dabei übrigens viel weiter als z.B. in der<br />
Finanz- oder Sozialpolitik. Und bei allem gilt Max Weber: Politik<br />
ist das Bohren dicker Bretter.
</p>
<p>
<b>peter:</b> Werde Sie im Zuge der Föderalismusreform<br />
Kompetenzen im Umweltbereich an die Länder abgeben müssen?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Ja. Anders als andere, habe ich<br />
damit nicht so viele Probleme. Denn wenn wir in Deutschland Wahlen,<br />
Parlamente und demokratisch legitimierte Regierungen auf Länderebene<br />
haben, dann dürfen wir nicht soviel Angst vor demokratischen<br />
Auseinandersetzungen auf Länderebene haben. Ich bin kein Anhänger<br />
des Mottos: Alles Gute kommt von oben. Und man muss wissen, wir<br />
erhalten ja durchaus auch mehr Kompetenzen auf Bundesebene als heute<br />
und geben nicht nur welche ab.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unsere Zeit ist fast um. Zwei letzte<br />
Fragen:
</p>
<p>
<b>Merkel:</b> Sie fordern mehr Patriotismus in unserem<br />
Land. Was sagen Sie zu der aktuellen Stimmung in unserem Land? Ist<br />
das eine temporäre Phase oder wird es auch in der Zeit nach<br />
der WM so bleiben?
</p>
<p>
<b>klinsi:</b> Obligatorische Schlussfrage: Wer wird<br />
Weltmeister?
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Horst Eckel, Nationalspieler der<br />
WM 1954, hat mir gerade gesagt: Wenn man auf den Platz geht, muss<br />
man gewinnen wollen. Das ist ein gutes Motto für den Fußball<br />
und die Politik. Und deshalb sagte ich: Deutschland wird Weltmeister.<br />
Und was den Patriotismus angeht: Die Fahnen werden sicher nach der<br />
WM nicht mehr so häufig zu sehen sein. Aber vielleicht ja das<br />
Bild eines weltoffenen, freundlichen und vor allem für ALLE<br />
Nationen gastfreundlichen Deutschland mit seinen fröhlichen<br />
Bürgerinnen und Bürgern.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war unserer Tagesschau-Chat bei<br />
tagesschau.de und politik-digital.de, heute nur 45 Minuten. Vielen<br />
Dank für Ihr Interesse und vielen Dank an Herrn Minister Gabriel.<br />
Das Protokoll des Chats ist in Kürze zum Nachlesen auf den<br />
Seiten von tagesschau.de und politik-digital.de zu finden. Das tagesschau-Chat-Team<br />
wünscht noch einen schönen Tag.
</p>
<p>
<b>Sigmar Gabriel:</b> Und ich kann nur sagen: Bis zum<br />
nächsten Mal. Tschüss.
</p>
<p><!-- #EndEditable --></p>
<p>
<!-- Content --><br />
<span style="font-size: x-small"> </span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>EU-Agrarsubventionen werden transparent</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/eu-agrarsubventionen-werden-transparent-2613/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/eu-agrarsubventionen-werden-transparent-2613/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Dec 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Subvention]]></category>
		<category><![CDATA[investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarsubvention]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/eu-agrarsubventionen-werden-transparent-2613/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="fett">
Die EU-Agrarsubventionen endlich transparent? Ein europaweites Netzwerk von investigativen Journalisten veröffentlicht jetzt erstmals detaillierte Informationen über die Endempfänger der EU-Agrarsubventionen.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Die EU-Agrarsubventionen endlich transparent? Ein europaweites Netzwerk von investigativen Journalisten veröffentlicht jetzt erstmals detaillierte Informationen über die Endempfänger der EU-Agrarsubventionen.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
Am 1. Dezember 2005 wurde die Website<br />
<a href="http://www.farmsubsidy.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.farmsubsidy.org</a> in der Beta-Version online gestellt. Sie ermöglicht einen öffentlichen und einfachen Zugang zu den relevanten Daten über die Verteilung von EU-Agrarsubventionen. Die EU-Agrarsubventionen betrugen im Jahr 2004 immerhin 43,5 Milliarden Euro und machten somit mehr als 40 Prozent des EU-Haushaltes aus. Obwohl die Subventionen häufig Thema öffentlicher Debatten sind, wird von der EU und den meisten Mitgliedsstaaten geheim gehalten, wer genau das Geld bekommt.
</p>
<p>
Auf der Website wird tabellarisch aufgeführt, wie viel die 25 EU-Länder aus Brüssel jeweils erhalten und wofür sie die Agrarsubventionen verwenden. Das eigentlich Neue ist aber, dass darüber hinaus &#8211; soweit möglich &#8211; die einzelnen nationalen Endempfänger mit Namen und Adresse genannt werden. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass sich unter den größten Empfängern viele große nationale und multinationale Agrarindustriebetriebe sowie wohlhabende und einflussreiche Einzelpersonen befinden. In einer auf der Website verlinkten<br />
<a href="http://www.cer.org.uk/pdf/policybrief_cap_thurston_nov05.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> von FarmSubsidy.org-Mitgründer Jack Thurston wird daher die ineffiziente, unökologische und die von der Lobby der Großkonzerne unterwanderte Allgemeine Agrarpolitik der EU kritisiert. Dies ist aber nur die Meinung des Aktivisten, da sich das Netzwerk von Aktivisten und Journalisten aus mehr als 10 europäischen Ländern nach eigenen Angaben insgesamt als politisch neutral definiert und sich einzig der Transparenz bei der Verwendung der EU-Subventionen, also Steuergeldern, verpflichtet fühlt.
</p>
<p>
<b>Datenerhebung meist sehr schwer</b>
</p>
<p>
Die Daten über die Endempfänger hat das Netzwerk in mühsamer<br />
<a href="http://www.farmsubsidy.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="/images/farmsubsidy1.jpg" alt="www.farmsubsidy.org" align="right" border="0" height="643" hspace="10" vspace="10" width="151" /><br />
</a>Kleinarbeit gesammelt. Journalisten und andere Einzelpersonen haben offizielle Anfragen an die zuständigen Behörden in den EU-Ländern gestellt, um Zugang zu den Informationen über die Verwendung der EU-Subventionen zu erhalten. Die Recherchierenden hatten dabei allerdings sehr unterschiedlichen Erfolg. Daher haben sie die EU-Länder je nach ihrem Willen der Zusammenarbeit mit einer Farbzuordnung bewertet. Rot steht für eine Verweigerung, gelb für spärliche Informationen und grün für eine transparente Darstellung der Empfängerdaten.
</p>
<p>
Deutschland gehört zu den Ländern, die sich am wenigsten transparent gezeigt haben und erhielt dafür eine rote Karte. Die grüne Farbe für einen transparenten Umgang mit den Daten verdienten sich nur die drei Länder Dänemark, Niederlande und Schweden. Von diesen Ländern sind vollständig die einzelnen nationalen Empfänger der EU-Subventionen mit Namen und Adresse veröffentlicht.
</p>
<p>
<b>Offenes Netzwerk zum Mitmachen</b>
</p>
<p>
Als Angebot zum Mitmachen steht das Diskussionsforum der Website jedem offen. Die Website soll noch weiter ausgebaut werden und eine Plattform für diejenigen darstellen, die sich mit den Themen Agrarpolitik, Transparenz und Accountability beschäftigen. Daher hofft der Mitgründer Jack Thurston von EU Transparency, dass sie ihr Angebot schon bald auch multilingual gestalten können. Derzeit existiert lediglich das englischsprachige Angebot.
</p>
<p>
Koordiniert wird das Projekt FarmSubsidy.org von dem dänischen Institut<br />
<a href="http://www.dicar.dk/research/databank/eusupportgerman.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DICAR</a> (Danish International Center for Analytical Reporting) und von EU Transparency mit Sitz in London. Finanziert wird es hauptsächlich von der William and<br />
<a href="http://www.hewlett.org/Channels/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flora Hewlett Foundation</a>, dem<br />
<a href="http://europa.eu.int/comm/employment_social/esf2000/index-en.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European Social Fund</a> und der<br />
<a href="http://www.soros.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Society Foundation</a>. Die Veröffentlichung von<br />
<a href="http://www.farmsubsidy.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.farmsubsidy.org</a> kommt vom Zeitpunkt her passend kurz vor der am 13.Dezember beginnenden WTO-Ministerkonferenz in Hong Kong, wo die Agrarsubventionen der EU und der USA das strittigste Thema sind.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gentechnik und Agrarreform</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/gentechnik_und_agrarreform-205/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mfrost]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 May 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Gentechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Subvention]]></category>
		<category><![CDATA[Renate Künast]]></category>
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					<description><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
<b>Renate Künast 
(Grüne) <!-- #EndEditable --> im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->27.05.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
<b>Renate Künast<br />
(Grüne) <!-- #EndEditable --> im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->27.05.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" -->
</p>
<p>
<br />
<b>Moderatorin:</b> Liebe Politik-Interessierte, willkommen im tacheles.02-Chat.<br />
Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de.<br />
Zum Chat ist heute die Bundesverbraucherministerin, Renate Künast,<br />
ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Frau Künast, sind Sie bereit<br />
für den 60-Minuten-Chat mit unseren Usern?
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rkuenast.jpg" align="left" height="110" width="80" />Renate<br />
Künast:</b> Ich bin bereit und voller Erwartung ob der Fragen,<br />
die da kommen.
</p>
<p>
<b>bayer:</b> Was macht ihre Gentechniknovelle? Wird sie<br />
von der Union in bekannter Blockade-Manier im Bundesrat verwässert?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Die Opposition versucht das, aber wir werden<br />
das nicht zulassen. Ich meine das die Haftungsregeln und die Mindestanforderungen<br />
zum Schutz der Nachbarn sehr zentrale Regelungen sind und die werden<br />
wir uns von der Opposition nicht raus verhandeln lassen.
</p>
<p>
<b>rübe1:</b> Warum sind sie gegen Gentechnik-Freilandversuche?<br />
Deutschland will doch innovativ sein?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Versuche finden in Deutschland seit vielen<br />
Jahren statt. Bei unserem Gentechnikgesetz geht es darum, die Landwirte,<br />
die schon da sind, auch zu schützen, weil konventionelle und Ökobauern<br />
ihre Produkte ja vermarkten wollen, ohne eine Gentechnik-Kennzeichnung<br />
draufzuschreiben. Genau diesen offenen Bereich regeln wir.
</p>
<p>
<b>nabuler:</b> Wird der Schutz von Naturschutzgebieten vor<br />
gentechnisch veränderter Organismen (GVO) bleiben oder im Gerangel<br />
um einen Kompromiss mit der Union geopfert?
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/rkuenast1.jpg" align="right" height="181" width="200" />Renate<br />
Künast:</b> Da fragt immer jemand nach Opfern. Ich würde lieber<br />
die Frage haben, wen man unterstützen kann. Jetzt lautet unser<br />
Vorschlag, dass in ökologisch sensiblen Gebieten eine Entscheidung<br />
der regionalen Naturschutzbehörden erfolgen muss. Und ich glaube,<br />
dass aus den Regionen schon sehr viel Druck auf die Bundesländer<br />
kommt, diese Regel auch zu halten. Wir haben jetzt nämlich 33 gentechnikfreie<br />
Zonen, ein Großteil davon ist in ökologisch sensiblen Gebieten.
</p>
<p>
<b>leckerland:</b> Genmais-Anbau: Die Rahmenrichtlinie 2001/18/EG<br />
der EU verlange ein öffentlich zugängliches Anbauregister.<br />
Stimmt das und gibt es so eins in Deutschland? Wenn nicht, warum?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Es muss ein öffentlich zugängliches<br />
Standort-Register eingeführt werden. Das ist schon Basis, um überhaupt<br />
eine wissenschaftliche Begleitung machen zu können. Wir wollen<br />
sie auch nutzen als Auskunftsregister für den Nachbarbauern. Das<br />
ist Bestandteil unseres Gesetzes.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Der Deutsche Bauernverband fordert klare Regelungen<br />
für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Sie hätten<br />
es versäumt, die EU-Freisetzungsrichtlinie rechtzeitig 2002 in<br />
nationales Recht umzusetzen. Stimmt der Vorwurf?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Richtig ist, dass die Umsetzungsfrist im<br />
Oktober 2002 lag. Ich wurde 2003 zuständig und habe es sofort angepackt.<br />
Aber in Richtung Bauernverband ist natürlich die Frage zu stellen,<br />
warum sie mein Gesetz jetzt nicht vehement unterstützen. Der Bauernverband<br />
muss doch eigentlich die Interessen der Bauern vertreten. Und die sagen<br />
zu 70 Prozent, sie wollen keine Gentechnik und sie brauchen Schutzregeln<br />
für ihren Betrieb.
</p>
<p>
<b>H.Direske foodwatch:</b> Für echte Wahlfreiheit der<br />
Verbraucher müsste auch der Gentechnik-Futtereinsatz auf Endprodukten<br />
deklariert werden. Werden Sie sich dafür einsetzen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich werde mich wieder dafür einsetzen.<br />
Wir haben es nämlich versucht, aber die Europäische Kommission<br />
hat argumentiert, dass sich die gentechnische Veränderung nicht<br />
in Fleisch, Milch oder Käse nachweisen lässt. Deshalb sei<br />
das nach den internationalen Kennzeichnungsregeln nicht zulässig.<br />
Also müssen wir jetzt weiter forschen.
</p>
<p>
<b>grünertag:</b> Ist ihr Gesetz ein Gentechnik-Verhinderungsgesetz?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Das ist ein Gesetz gegen die schleichende<br />
Dominanz von Gentechnik, und es soll sicherstellen, dass die Bauern,<br />
die keine Gentechnik anwenden wollen, auch noch eine Chance haben.
</p>
<p>
<b>jägerauskurpfalz:</b> Die Geheimhaltung der Standorte<br />
von Genmais-Anbau ist ein umweltpolitischer Skandal. Was werden sie<br />
dagegen unternehmen? Oder haben sie die genehmigt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Dieser Versuch ist federführend von<br />
Sachsen-Anhalt betrieben worden und die Vereinbarung, die die mit den<br />
Saatgutunternehmen geschlossen haben, sieht keine Bekanntgabe der Standorte<br />
vor. Im Augenblick versuchen die Agrarminister der Länder, und<br />
offenbar sogar der Bauernverband, doch noch zu einer Veröffentlichung<br />
zu kommen. Für die Zukunft kann das neue Gentechnikgesetz diese<br />
Probleme lösen (Standortregister).
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wenn es so durchkommt. Wie stehen die Chancen,<br />
dass die Union in Ihrem Sinne mit Ihnen verhandelt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ja, die CDU-Länder haben ja vorgeschlagen,<br />
statt unserer Standortregelungen einen Standortfond einzurichten. Aber<br />
sie haben sich im Bundesrat nicht getraut, eine gesetzliche Regelung<br />
vorzuschlagen. Danach sollen die Hersteller einen angemessenen Beitrag<br />
zahlen und der Rest soll aus dem Bundesetat kommen. Das ist natürlich<br />
ein unsittlicher Antrag. Aus meinem Etat zahle ich nichts. Dann müsste<br />
ich ja auch für alle anderen Produzenten Haftungsrisiken übernehmen.<br />
Es wird also schwierig.
</p>
<p>
<b>cami:</b> Der Verbraucher greift im Supermarkt in der<br />
Regel zum billigsten Produkt, es interessiert nur der Preis. Ihre Ziele<br />
werden am Geiz des Verbrauchers scheitern und damit werden auch viele<br />
landwirtschaftliche Betriebe, die in Deutschland viele Wettbewerbsnachteile<br />
haben, &quot;pleite&quot; gehen. Warum verschließen Sie ihre Augen<br />
vor der Realität?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Es gibt zwei Märkte, die wachsen. Der<br />
Billigmarkt und der Markt hoher Qualität, bzw. Ökomarkt. Der<br />
Fragesteller hat Recht, dass sich die Verbraucher hier oft kurios verhalten.<br />
Einige kaufen billig, billig, und fragen dann erstaunt, wo die Arbeitsplätze<br />
geblieben sind. Beides geht natürlich nicht zusammen. Wenn die<br />
WTO-Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen sind, werden wir noch mehr<br />
Konkurrenz bei den Agrarprodukten haben. Die deutsche Landwirtschaft<br />
muss also ihren Teil des Marktes finden. Meines Erachtens können<br />
das nur Qualitätsprodukte sein oder nachwachsende Rohstoffe.
</p>
<p>
<b>kristin:</b> Werden Bioprodukte dann nicht noch teurer<br />
oder werden gentechnische Produkte kostspieliger sein?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Das wird davon abhängen, wer den Aufwand<br />
zu zahlen hat. Ich meine, dass der, der eine neue Technologie auf den<br />
Markt bringt, auch die Verpflichtung hat, den anderen zu schützen.<br />
Also müssen die Gentechnikanbauer Abstandsregeln einhalten und<br />
gegebenenfalls Schadensersatz zahlen. Eines sehen wir natürlich<br />
alle: Dass hier große Lobbys am Werk sind.
</p>
<p>
<b>User27:</b> Thema Verbraucherschutz/Information: Wieso<br />
kann man zwar den Abfüllort/Verpackungsort eines Produktes feststellen,<br />
aber nicht den Herstellungsort? Vor allem bei wenig verarbeiteten Produkten<br />
wäre das sehr sinnvoll. Z.B. wird Fleisch einfach nochmals in Deutschland<br />
umgepackt, damit es „deutsch&quot; ist.
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Der ganze Kennzeichnungsbereich bei den<br />
Lebensmitteln muss meiner Meinung nach klarer geregelt werden. Die EU<br />
will ja gerne die Regionen stärken. Und Herkunftsbezeichnungen<br />
international verankern. Dann muss man dem Produkt auch ansehen, wo<br />
es tatsächlich herkommt. Leider hat die Europäische Kommission<br />
hier gerade Ideen, alles hinter einer europäischen Herkunft zu<br />
verstecken. Dem werden wir nicht zustimmen.
</p>
<p>
<b>Agrarhandel:</b> GVO-Freiheit soll vom Handel und den<br />
Landwirten garantiert werden. Wie soll das funktionieren, wenn noch<br />
nicht mal die Saatguthersteller eine GVO-Freiheit garantieren? Ganz<br />
abgesehen von den noch nicht festgelegten Grenzwerten.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> GVO heißt gentechnisch veränderte Organismen.
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Der sehr wichtige noch offene Punkt im Bereich<br />
GVO ist die Frage der Schwellenwerte für Saatgut. Wir wollen diese<br />
bei der Nachweisgrenze festgelegt sehen. Das ist Voraussetzung dafür,<br />
dass die Landwirte tatsächlich unter den Schwellenwerten für<br />
Lebensmittel bleiben können. Diese Nachweisgrenze wird im Augenblick<br />
noch innerhalb der Kommission in Brüssel sehr strittig diskutiert.
</p>
<p>
<b>fleischer:</b> In Brandenburg gab es doch den Skandal<br />
um verseuchtes Futtermittel? Aber die Justiz konnte wenig machen, da<br />
die Gesetze kaum Strafen vorsehen. Unglaublich, werden sie das ändern?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Leider kann ich nicht auch noch die Rolle<br />
der Staatsanwältin übernehmen. Meine Mitarbeiter sehen die<br />
Lücke, die die Staatsanwälte gesehen haben, nicht. Trotzdem<br />
werten wir deren Gutachten aus und überlegen dann, mit dem Bundesministerium<br />
für Justiz, ob Änderungen nötig und möglich sind.<br />
Aber bitte nicht vergessen, dass der Fehler viel früher liegt.<br />
Der Fehler ist da entstanden, wo keine hinreichende Kontrolle der Lagerstätte<br />
erfolgt ist. Das versteht kein Mensch, dass eine Halle, von der alle<br />
in der Umgebung wissen, dass sie in der DDR ein Lager für gefährliche<br />
Pflanzenschutzmittel war, ohne Kontrollen zur Lagerung für Getreide<br />
genutzt werden kann.
</p>
<p>
<b>strikt4:</b> Frau Künast, haben sie schon mal gentechnisch<br />
veränderte Lebensmittel gegessen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich weiß es nicht, es gab ja keine<br />
Kennzeichnung.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Stichwort Agrarsubventionen:
</p>
<p>
<b>zeus:</b> Kurz vor den EU-Wahlen werden sie sicher die<br />
Agrarsubventionen nicht ansprechen, aber werden sie da einschreiten<br />
und den Irrsinn stoppen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben gerade in der Beratung in Bundestag<br />
und Bundesrat eine grundlegende Änderung der Agrarsubvention. Dann<br />
wird es in Zukunft in Deutschland in den Regionen einheitliche Flächenprämien<br />
geben und es wird nicht mehr der bevorzugt, der bestimmte Produkte anbaut<br />
oder besonders viele Tiere hält. Außerdem gibt es konkrete<br />
Umweltauflagen, bei deren Nichteinhaltung Geld zurück gefordert<br />
werden kann. Das sind eigentlich alles Selbstverständlichkeiten,<br />
ich will dieses am 9. Juli dann endlich durch den Bundesrat kriegen.<br />
Das wäre dann ein Grund zu feiern.
</p>
<p>
<b>Imanuell:</b> Frau Ministerin, bleiben Sie auch heute<br />
noch bei Ihrer Aussage, dass bis 2010 rund 20 Prozent der landwirtschaftlichen<br />
Fläche ökologisch bewirtschaftet wird?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich bleibe dabei, und esse darauf einen<br />
Ökokeks &#8211; wenn es davon einen hier gäbe. Im Juni diskutieren<br />
wir in Brüssel einen europäischen Aktionsplan zur Förderung<br />
des Ökolandbaus. Das ist also auch eine gute Unterstützung.
</p>
<p>
<b>klausi:</b> Frau Ministerin, ich frage mich, wie glaubwürdig<br />
Ihre Politik noch ist, wenn Sie durch grundsätzlich sinnvolle Verordnungen<br />
und Gesetzte Tierschutz verordnen, diese aber im grenznahen Bereich<br />
nicht mehr greifen (Beispiel: Legehennen an der Tschechischen Grenze.)<br />
Wie reagiert die deutsche bzw. europäische Politik darauf?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben den Tierschutz ins Grundgesetz<br />
geschrieben. Und ich glaube, dass allein daraus eine gute Begründung<br />
abzuleiten ist, warum es in Deutschland in Zukunft keine Käfige<br />
mehr geben soll, bei denen eine Legehenne so viel Platz hat wie ein<br />
Din-A4-Blatt. Damit gehen wir der EU einen Schritt voran. Was wir natürlich<br />
tun müssen, ist die Verbraucher aufzuklären, z.B. über<br />
die Kennzeichnung von Eiern, um so den Konsum von Nicht-Käfig-Eiern<br />
zu steigern.
</p>
<p>
<b>boogyboy:</b> Ist es nicht kurios, dass die Landwirtschaftsminister<br />
sich in der Leghennenhaltung auf die &quot;Kleinvolière&quot;<br />
als Zukunftsmodell geeinigt haben, obwohl bisher keine Kriterien für<br />
diese Haltungsform festgelegt wurden?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben eine gesetzliche Regelung, die<br />
sagt dass die Käfige in Deutschland abgeschafft werden. Einige<br />
Bundesländer haben versucht, dieses Gesetz über den Bundesrat<br />
wieder zu kippen. Weil ich dieses nicht unterschrieben habe, hatten<br />
meine Kollegen den kleinen Zwang, sich mit mir über zukünftige<br />
Gestaltungen zu einigen. So ist der Begriff &quot;Kleinvolière&quot;<br />
entstanden, der zwei Aussagen hat: Erstens, die Länderminister<br />
werden nicht wieder versuchen, das Käfigverbot zu kippen und zweitens,<br />
sie wollen mit uns konstruktiv eine Haltungsform entwickeln, die eben<br />
den Tieren mehr Bewegungsmöglichkeiten bietet, als ein Käfig.<br />
Das ist doch schon einmal eine Vereinbarung, auch wenn es für die<br />
Fachleute noch viel zu entwickeln gibt.
</p>
<p>
<b>H.Direske foodwatch:</b> Wann beginnt die Agrarwende in<br />
der konventionellen Landwirtschaft? Wann kommen Instrumente wie Stickstoff-<br />
oder Pestizidabgaben, um wenig umweltfreundliche Produktionsweisen zu<br />
verteuern?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Die Agrarwende kommt nicht mit einem Donnerschlag<br />
sondern mit vielen Einzelschritten. Wir haben Förderkriterien verändert,<br />
z.B. bezahlen wir kein Geld mehr für Hühnerkäfige. Wir<br />
wollen am 9. Juli das neue Fördersystem verabschieden. Dann wird<br />
der Unterschied zwischen Mais und Grünland endlich aufgelöst.<br />
Und wir werden auch ein Pestizidminimierungsprogramm vorstellen. Änderungen,<br />
z.B. der Düngeverordnung, sind schon auf dem Weg.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zum Abschluss dieses Komplexes:
</p>
<p>
<b>rolando:</b> Werden Sie weiterhin für Insellösungen<br />
in der EU sein? Ich denke dabei an die Legehennenhaltung, Gentechnik,<br />
Tierschutz. Unseren Nachbarländer wird das sicher nur Recht sein,<br />
ihnen öffnet sich ein ansehnlicher Markt, unsere Erzeuger gehen<br />
dabei vor die Hunde. Frau Ministerin ich glaube Sie haben die Zeichen<br />
der Zeit noch nicht erkannt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich habe am letzten Freitag auf der Landesbauernversammlung<br />
in Brandenburg einen anderen Eindruck bekommen. Die Bauern, gerade die<br />
jüngeren, richten sich längst an den neuen Bedingungen aus<br />
und sehen auch Chancen. Die sieht ja selbst Herr Stoiber. Der zwar im<br />
Bundesrat das Erneuerbare Energien-Gesetz blockiert, aber den chinesischen<br />
Ministerpräsidenten als erstes auf einen Bauernhof führte,<br />
um die neue, mit rot-grünen Geldern bezahlte Biogas-Anlage zu besichtigen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Nun kommen wir zum Thema Handytarife bei Kindern<br />
und Jugendlichen:
</p>
<p>
<b>dan11:</b> Sie fordern spezielle Handy Tarife für<br />
Jugendliche wegen der zum Teil hohen Verschuldung. Die Industrie lebt<br />
doch ganz gut von der SMS-Sucht mancher Jugendlicher &#8211; wollen Sie von<br />
gesetzgebender Seite einwirken?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben angefangen, überhaupt in<br />
diesem Bereich Telekommunikation Regeln einzuziehen, damit, angefangen<br />
beim Internet, die Menschen überhaupt erkennen, dass sie gerade<br />
einen Vertrag abschließen, der Geld kostet. Allein für den<br />
nationalen Bereich bei den Handys Regelungen zu erlassen, dauert nicht<br />
nur Zeit sondern würde viele Angebote auf dem Markt gar nicht mit<br />
einschließen wenn sie nicht aus Deutschland kommen. Deshalb ein<br />
allererster Schritt, die Forderung an die Anbieter in Deutschland, spezielle<br />
Tarife für Kinder anzubieten. Die wollen ja auf lange Zeit Gewinne<br />
machen und sie müssen wissen, die zunehmende Verschuldung bei Kindern<br />
kann sich auch einmal gegen sie richten.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Aber werden Sie sich für ein Gesetz stark<br />
machen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Punkt eins ist, die Forderung einen Tarif<br />
für Kinder anzubieten. Punkt zwei: Wir haben ja Schutzregeln für<br />
Kinder im BGB. Jetzt müssen wir analysieren, ob das ausreicht für<br />
diese Technologien. Dann müssen wir mit den anderen Ressorts gegebenenfalls<br />
neue Regeln passgenau für diese Technologien entwickeln.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zuwanderung: Haben sich die Grünen beim Zuwanderungskompromiss<br />
nicht über den Tisch ziehen lassen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wahr ist, dass Angela Merkel und Stoiber<br />
eine wahre Kommunikationsblase entwickelt haben, in der nichts ist als<br />
heiße Luft. Wir haben den quälenden Prozess erst einmal gestoppt.<br />
Und mit dem Kanzler ein konkretes Angebot entwickelt. Auf dieses rot-grüne<br />
Angebot ist Stoiber eingegangen, als angeboten wurde, dass für<br />
Integrationsmaßnahmen der Bund aufkommt. Da auch die Wirtschaft<br />
eine Modernisierung des Rechtes fordert, blieb wohl Frau Merkel nichts<br />
anderes übrig, als ja zu sagen. Das ist meine Sicht der Dinge.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Schily, Beckstein und Müller arbeiten nun<br />
an den Details. Hat Ihr Verhandlungsführer Volker Beck denn nun<br />
Einflussmöglichkeiten?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Die CDU suggeriert hier etwas, das nicht<br />
stattfinden wird. Der Kanzler hat die Punkte vorgelegt, und nur aus<br />
denen wird ein Gesetz gemacht. Da ist nichts nachzuverhandeln.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Letzte Frage:
</p>
<p>
<b>kevin.lomax:</b> Sehr geehrte Frau Künast, grundsätzlich<br />
&#8211; welches Verbraucherbild haben sie? Das des aufgeklärten mündigen,<br />
oder das des schutzbedürftigen, die Übersicht verloren habender?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Das des informierten Bürgers. Voraussetzung<br />
ist natürlich, dass er Zugang zu Informationen hat. Deshalb fördern<br />
wir ja Kennzeichnungen und werden das Verbraucherinformationsgesetz<br />
neu auflegen. Aber es gibt natürlich auch Schutzsituationen, die<br />
übrigens das deutsche Recht schon lange kennt. Deshalb gibt es<br />
ja Regeln für minderjährige, gegen Wucher und z.B. spezielle<br />
Regeln für Haustürgeschäfte.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Unsere Zeit ist bereits um. Vielen Dank<br />
an alle User für das große Interesse. Etliche Fragen sind<br />
leider unbeantwortet geblieben. Vielen Dank, Frau Künast, dass<br />
Sie sich Zeit für den Chat genommen haben. Das Transkript dieses<br />
Chats finden Sie auf den Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-Team<br />
wünscht allen noch einen angenehmen Tag!
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich danke für die Fragen und begebe<br />
mich gleich in den Bundestag, wo das Gentechnikgesetz, über das<br />
hier gechattet wurde, in erster Lesung diskutiert wird.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Claus-Peter Hutter</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat_mit_clauspeter_hutter-443/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jul 1999 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Europapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Claus-Peter Hutter]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerverschwendung]]></category>
		<category><![CDATA[Subvention]]></category>
		<category><![CDATA[Subventionsbetrug]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<table border="0">
	<tbody>
		<tr valign="top">
			<th align="right">Moderator:</th>
			<td>
			Lieber Herr Hutter, im Namen von BOL und politik-digital moechten wir
			Sie ganz herzlich zu diesem Autoren Chat begrüßen... Wir freuen uns auf
			eine spannende Chat Stunde mit Ihnen. Jetzt geht es los!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table border="0" class="table--border--0">
<tbody>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Lieber Herr Hutter, im Namen von BOL und politik-digital moechten wir<br />
			Sie ganz herzlich zu diesem Autoren Chat begrüßen&#8230; Wir freuen uns auf<br />
			eine spannende Chat Stunde mit Ihnen. Jetzt geht es los!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">bangemann:</th>
<td>
			Herr Hutter, wie sind Sie auf die Idee für dieses Buch gekommen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Hallo, guten Tag, da bin ich. Also mit dem Buch das ist so eine Sache.<br />
			Wenn man viel in Europa unterwegs ist mit Projekten zum Umweltschutz,<br />
			dann sieht man schnell, daß da so manches faul ist und Millionen und<br />
			Milliarden von Steuergeldern verdummt werden. Der Dumme dabei: die<br />
			Steuerzahler , die Natur und unsere Umwelt
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">popster:</th>
<td>
			Was machen Sie beruflich?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Ja, hauptberuflich leite ich die Umweltakademie des Landes<br />
			Badenj-Württemberg. Dabei geht es um die gesellschaftliche Etablierung<br />
			ökologischer Themen, wir machen im Jahr so etwa 200 Kongresse, Seminar<br />
			usw. Ehrenamtlich bin ich Präsident der Umweltstiftung Euronatur
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DerVogel:</th>
<td>
			gibt es ueberhaupt eine Loesung zum Problem der Verschwendung?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Wir Autoren von Bananen für Brüssel meinen: ganz klar gibt es da<br />
			Lösungen. Und zwar: bessere Kontrollen dessen was die EU Kommission in<br />
			Brüssel so macht. D.H. mehr Kompetenz für das Europ. Parlament, Mehr<br />
			Kompetenz für den Europäisöchen Rechnungshof der schon manches<br />
			aufgedeckt hat und dann natürlich Bürgerinnen und Bürger die sich<br />
			ernsthafter für europäische Politik interessieren sollten, sonst wird<br />
			das was so abgeht noch teuerer. Und dann brauchen wir auch eine<br />
			stärkere Kontrolle in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Im Moment sieht<br />
			es so aus, daß von 6 überprüften Kläranlagen in Italien, Portugal und<br />
			Belgien 4 überhaupt nicht funktonieren. Das sind totale<br />
			Milliardengräber, alles mit unseren Steuergeldern
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">akf:</th>
<td>
			herr hutter, glauben sie das die neue kommission un der eue präsidnet aufräumt mit korruption und vetternwirtschaft?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">IJung:</th>
<td>
			Guten Tag
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Das hoffe ich schwer. Aber es tut sich immer nur dann konkret etwas<br />
			wenn auch entsprechender Druck von aussen kommt. Also , jeder kann<br />
			Forderungen nach Brüssel stellen und seine Meinung kundtun. In Bananen<br />
			für Brüssel haben wir einige Seiten wo man für die größten &quot;Sauereien&quot;<br />
			Bananen verteilen kann um den eigenen Unmut kundzutun. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">akf:</th>
<td>
			wer verschwendet mehr geld, Brüssel oder washington, gibt es da gemeinsamkeiten?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Das ist m.E. kaum vergleichbar. Brüssel liegt uns näher und als<br />
			Mitgliedsstaat der EU zahlen wir rund ein Drittel vom gesamten EU<br />
			-Haushalt ein. Da haben wir mehr Einfluß als in den USA.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			aber Sie werden doch sicher auch Erfahrungen mit den USA gemacht haben, oder?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Ja klar, wir arbeiten bei Euronatur eng mit amerikanischen<br />
			Organisationen zusammen. Das Problem in den USA ist, daß dort das<br />
			Umweltbewußtsein und die international notwendige Vorbildfunktion nicht<br />
			genug ausgeprägt ist. So hat die USA ja auf den bisherigen<br />
			Weltklima-gipfeln durchgreifende Lösungen zur CO2 &#8211; Reduktion<br />
			verhindert. Das ist eine unmögliche Situation und politisch nicht<br />
			hinnehmbar. Da müßte etwa die EU Druck machen zusammen mit den 3.<br />
			Welt-Ländern. Wenn aber unser Bundeskanzler Schröder in der EU versucht<br />
			vernünftige Lösungen etwa zu Rücknahmeverpflichtungen von Altautos zu<br />
			torpedieren, dann habe ich hier nicht allzu viel Hoffnung 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Zu der Fragen davor:
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">IJung:</th>
<td>
			wie sieht denn dieser Einfluß deutschlands genau aus?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Da gibt es verschiedene Ebenen die meines Erachtens gegangen werden<br />
			müssen. Ein halbes Jahr hatte Deutsc hland jetzt die Präsidentschaft im<br />
			EU-Rat. Viele Chancen wurden da leider nicht genutzt. Andererseits hat<br />
			es ein Auto produzierendes Land wie Deutschland auch schwerer wie etwa<br />
			Griechenland wo solche Fragen leichter angegangen werden können weil<br />
			die dortige Wirtschaft nicht davon abhängig ist. Zum andern müssen wir<br />
			als EU Mitgliedsland fordern daß die EU AUsgaben im Hinblick auf ihre<br />
			Umweltverträglichkeit und im Hinblick auf ihre Sozialverträglichekit<br />
			viel stärker und vor allem bevor das geld ausgegeben wird, überpüft<br />
			wird. Hier machen wir zu wenig. Ein anderer Bereich ist der<br />
			Agrarsektor: der BSE Skandal, der Belgische Hühnerfleischskandal, das<br />
			sind alles hausgemachte Probleme die wir Steuerzahler bezahlen. Den<br />
			&#8216;Einlfuss hätte als jede Verbraucherin , jeder Verbraucher5 wenn er<br />
			bewußter Einkauft und höhere Preise für Lebensmittel hinnimmt.<br />
			Zusätzlich muß die Politik gezwungen werden, auf Klasse statt auf Masse<br />
			zu setzten. Also es gib t genügend Felder, Einfluss auszuüben. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Carlo:</th>
<td>
			Wissen Sie eigentlich wieviel man so in Bruessel verdient bzw. wer die Topverdiener sind?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Das ist ziemlich bekannt was in Brüssel verdient wird. Ein Leitender<br />
			Beamter hat &#8211; im Vergleich zu Deutschland &#8211; etwa 35 &#8211; 40 % mehr Geahlt<br />
			und Aufwandsentschädigung usw. Hinzu kommt die Möglichkeit steuerfreu<br />
			einzukau7fe
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">EU_parlament:</th>
<td>
			Wieviel Geld kostet uns denn HErr Prodi?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			n, aber im Vergleich zur Wirtschaft verdienen die Leute wirklich nicht<br />
			allzu viel . Das war noch zur vorherigen Frage. Jetzt zu der neuen: das<br />
			kann ich wirklich nicht genau beziffern. die frage ist jedoch so gut,<br />
			daß ich gleich nach dem Chat zusammen mit unseren Euronatur Leuten<br />
			beginnen werde dies zu recherchieren. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">IJung:</th>
<td>
			Was muss geschehen um speziell  die Unregelmäßigkeiten in den Mitgliedsländern, wo die meisten Fälle auftreten, einzudämmen? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Hier brauchen wir augeklärte Bürger a.lso eine breite Umweltbildung,<br />
			Kompetenzen der nationalen Rechnungshöfe, Budgetkontrollen und vor<br />
			allem Zweckmäßigkeitsprüfungen der einzelnen Vorhaben. An der<br />
			Portug./span. Grenze soll jetzt etwa in einem geschützten Gebiet mit<br />
			Milliardenaufwand ein Staudamm gebaut werden, von dem man jetzt schon<br />
			weiß daß er in einigen Jahren aufsedimentiert sein wird. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">antigone:</th>
<td>
			Anscheinend halten Sie nicht viel von der momentanen Umweltpolitik<br />
			Schröders &amp; Co. Wie stehen Sie zu Trittin, fordern Sie auch seinen<br />
			Rücktritt?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Von Schröder bin ich deshalb enttäuscht weil er mit einer Konzeption<br />
			für eine sozial, ökologische Politik angetreten ist und jetzt nichts<br />
			mehr davon wissen will. Das ist schon Wählertäuschung. Herr Trittin<br />
			interessiert sich leider nur für drei Dinge: Atom, Atom, Atom, viel<br />
			anderes bleibt auf der Strecke, es gibt kein Geld für internationale<br />
			Umweltprojekte weil man andere Prioritäten setzt. Wenn H. Trittin alle<br />
			Leute vergrault, schadet dies der Umweltbewegung weil sie keine<br />
			Akzeptanz mehr bekommt und die Leute weghören,. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Gerold:</th>
<td>
			Hallo Herr Hutter, wieviele Millionen werden denn taeglich &#8216;vergdeudet&#8217;?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Das vemag natürlich kein Mensch genau zu beziffern. Wenn man aber<br />
			bedenkt, daß im letzten Jahr ein einziger landw. Großbetrieb in<br />
			Sachsen-Anhalt 7 Millionen Mark bekommen hat und viele Kleinbauern<br />
			aufgeben müssen, weil sie längst am Existenzminimum angekommen sind,<br />
			dann stimmt wirklich etwas nicht mehr. Grob gesat versickert nach<br />
			meiner Einschätzung schon ein Betrag von vielleicht 40 Prozent des EU<br />
			Haushaltes in unnütze Projekte. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Steffini:</th>
<td>
			Herr Hutter, wie kann es denn sein, dass hier soviele Millionen,<br />
			verchenkt werden. Wo liegt das Einsparungspotential? Wo kann man am<br />
			meisten sparen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Ich meine nicht mal, dass alles Geld eingespart werden soll. Es geht<br />
			darum es vernünftig auszugeben. Also etwa keine Subventionen für<br />
			landwirtschaftl. Massenbetriebe &#8211; etwa in Holland &#8211; wo dann 20 000<br />
			Schweine und mehr gehalten werden. Sondern Unterstützung für bäuerliche<br />
			Betriebe welche die Kreatur nicht ausbeuten und uns kein Fleisch<br />
			liefern das mit Antibiotika usw. verseucht ist. Dann könnte man manches<br />
			noch einsparen indem man nachhaltiger Wirtschaften und Europa nicht<br />
			über einen Kamm schert von Skandinavien bis Sizilien. Wir brauchen<br />
			angepaßte, sich an der jeweiligen Landschaft und den Menschen<br />
			orientierende Wirtschaftsweisen. Dann wäre viel Geld nicht verdummt. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KlausN:</th>
<td>
			`Waren Sie fuer die Recherchen auch in Brussel vor Ort?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Ja selbstverständlich, Wichtig ist mir zu betonen daß nicht alles in<br />
			Brüssel schlecht ist und dort auch viele engagierte Menschen sitzen. Da<br />
			haben wir schon unsere Quellen, die man allerdingst nicht alle<br />
			preisgeben kann, sonst hätten die Leute Probleme. Dann waren wir viel<br />
			in den Europäischen Ländern unterwegs und kennen die im Buch genannten<br />
			Beispiele fast ausnahmslos aus eigener Anschauung
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">MehrGeldFuerMich:</th>
<td>
			Wie war die Resonanz aus Bruessel? Einreiseverbot ins  Parlament?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Das noch nicht. Aber das Buch wurde schon gleich nach Erscheinen in den<br />
			Brüsseler Amtsstumben von Hand zu Hand weitergereicht. Das erfreuliche:<br />
			viele Mitarbeiter der EU haben uns angsprochen und ermuntert und<br />
			gemeint.. dAS WAR WIRKLICH AN DER zEIT DASS DIESE DINGE MAL FORMULIERT<br />
			WERDEN: WAS ICH NOCH SAGEN WOLLTE. IN BRÜSSEL ARBEITEN BEI DER EU JA<br />
			WENIGER LEUTE ALS ETWA BEI DER STADT HAMBUrg oder am Frankfurter<br />
			Flurghafen. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">popster:</th>
<td>
			Was halten Sie eigentlich vom Internet und diesen neuen Kommunikationsmöglichkeiten? Ist dies ihr erster Chat?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Das Internet finde ich einfach genial weil es die Kommunikation<br />
			weltweit total erleichtert und Dinge erlebbar macht die man sonst nicht<br />
			erleben könnte. Wir haben etwa von Euronatur unter der hompage www.<br />
			euronatur.org Kraniche und Störeche insoweit live, als Satelitendaten<br />
			von Solarsendern welche wir den Vögeln umgebunden haben, in Karten und<br />
			Zugdiagramme übersetzen und so die Zugwege der Vögel verfolgbar machen.<br />
			In dieser Form ist dies mein erster größerer Chat und ich finde es<br />
			total spannend und habe viel Spass dabei. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Gustavc:</th>
<td>
			Und, hat der Autor auch schon mal online ein Buch gekauft?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Ich selbst nicht aber meine Tochter
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">popster:</th>
<td>
			Haben Sie die EU-Wahlen aufgrund der ganzen Skandale boykottiert?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Nein, das wäre auch der völlig falsche Weg. Und ich finde es total<br />
			schade das so wenige Leute zur Wahl gegangen sind. Für die Politiker<br />
			ist dies das falsche Signal. Sie sollten nicht meinen können, daß sich<br />
			die Bevölkerung von Europa verabschiedet . Wichtig erscheint mir<br />
			einfach Position zu beziehen und sich aktiv politisch zu artikulieren.<br />
			Dies ist wichtig für alle Parteien , damit innerhalb der Parteien die<br />
			europäisch engagierten Leute gestärkt werden. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">axelu:</th>
<td>
			Glauben Sie daß die europ. Bürger durch das Medium Internet in Zukunft<br />
			stärker etwas gegen die Mißstände in Brüssel unternehmen können? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Ja, wie wäre es wenn hier bei poltik-digital .de mal die Internet<br />
			Nummer verschiedener Generaldirektionen (das sind quasi die<br />
			Ministerien) in Brüssel veröffentlicht werden, dann wäre es möglich,<br />
			Vorschläge, Unmut und dergl. direkt online abzuschicken. Vielleicht<br />
			brauchen die Verantwortlichen in Brüssel einfach mehr Resonanz vom<br />
			Volk. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Lieschen:</th>
<td>
			wird Ihr Buch in andere Sprachen übersetzt, sodaß auch in unseren<br />
			Nachbarländern Aufklärung hinsichtlich Steuerverschwendung betrieben<br />
			wird?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Guten Tag Lieschen, gute Frage: gegenwärtig liegen Anfragen aus den<br />
			Niederlanden beim Verlag wegen einer Übersetzung vor . Mal sehen was<br />
			daraus wird.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Kurze Anmerkung: Im Bereich Links und grade im Europa-Bereich finden Sie alle Links und Hintergrund-texte zur EU
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">IJung:</th>
<td>
			HAlten sie den Verhaltenskodex von Prodi ausreichend?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Es ist zumindest ein Anfang. Jetzt müssen wir sehen , wie ernst das<br />
			alles gemeint ist. Wir werden jedenfalls sehr genau die weitere<br />
			Entwicklung verfolgen. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">FranzKeller:</th>
<td>
			In welcher Direktion, bzw unter welchem Kommisar wurde am meisten Geld &#8216;unters Volk gebracht&#8217;?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Das ist nicht alleine von den Personen, sondern auch von den<br />
			Aufgabenstellungen her abhängig. Am meisten wird für den Agrarbereich<br />
			sowie für die Strukturförderung ausgegeben. Also dies war bislang EU<br />
			Kommisar Fischler und EU Kommisarin Wulf Matthies. Aber natürlich wird<br />
			nur dort ausgegeben, wo der Ministerrat die Gelder haben will. Die<br />
			Kommission verschwendet nicht alleine Gelder. Ja und dann gibt es noch<br />
			Kommisare die halt nicht viel arbeiten: wie Herr Bangemann. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">IJung:</th>
<td>
			Ist Bangemann clever oder ein Abzocker inihren Augen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			ich würde sagen beides: ein cleverer Abzocker
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">bangemann:</th>
<td>
			Hätten Sie Lust ein politisches Amt zu übernehmen? Also ich habe jetzt gerade die Schnauze voll.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Tja, was für Namen sich die User ausdenken, oder sind Sie es wirklich Herr bangemann 🙂 ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Durch meine europaweite Tätigkeit als Euronatur Präsident habe ich<br />
			schon so was wie ein politisches Amt. Jedenfalls füllt dies meinen<br />
			Terminkalender total aus. Wenn ich Herr Bangemann wäre hätte ich auch<br />
			die Schnauze voll. Andererseits kann man ihm nicht verübeln wenn er<br />
			eine persönliche Chance wahrnehmen will. Die Strukturen lassen dies ja<br />
			zu. Die EU müsste nur ihre Vorschriften ändern, daß Leute nicht zu<br />
			Firmen können die sie zuvor quasi kontrollieren können. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">axelu:</th>
<td>
			Halten Sie die Kommission mit all ihren Beamten für überdimensioniert?<br />
			Das sind doch insgesamt nur so viele Verwaltungsleute wie auch für eine<br />
			Großstadt arbeiten, oder?!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Nein, sie ist nicht überdimensioniert. Darauf haben wir auch im Buch<br />
			&quot;Bananen für Brüssel&quot; hingeweisen. Alles ist halt relativ. Insbesondere<br />
			im Bereich wo kontrolliert werden sollte, fehlen Leute. Aber vielleicht<br />
			ist dies politisch nicht gewollt. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Lieschen:</th>
<td>
			denken Sie das eine CDU-Regierung größeren Einfluß auf Brüssel nehemn würde?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Manche Fälle, die wir im Buch schildern sind zu Zeiten passiert, als<br />
			wir noch die CDU/FDP Regierung hatten. Leider hat sich nicht viel<br />
			geändert. Im Gegenteil: Schröders Kurs hat einigen Kredit denn wir<br />
			interantional hatten, verspielt. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">IJung:</th>
<td>
			Wird sich die  Betrugsbekämpfung mit OLAF und der neuen Kommission grundlegend verbessern? Wie sehen sie das?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Mit OLAF ist dies so eine Sache. Es gab ja schon eine<br />
			Betrugsbekämpfungseinheit. Die hatten nicht mal ein einheitliches<br />
			Akten-Registratursystem. Kein einziger angezeigter Fall (und es wurden<br />
			viel zu wenig angezeigt) wurde zu Ende gebracht. Da hab ich nach<br />
			alledem was wir wissen jetzt nicht die allzu größte Hoffnung. Aber wie<br />
			sagt Franz Beckenbauer: schau´n mer mal.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">axelu:</th>
<td>
			Planen Sie eine Fortsetzung von &#8216;Bananen für Brüssel&#8217;?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Wir hätten mit unserem Material schon jetzt 5 &#8211; 10 Bände füllen können.<br />
			Und wir haben schon neue Ungeheuerlichkeiten. Dies sammeln wir jetzt<br />
			mal alles. Dann wird evtl. in anderer Form an ein neues Buch gegangen
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">akf:</th>
<td>
			wann schreiben sie ihr nächstes buch? und worüber?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Zur Zeit arbeite ich am letzten Band einer Reihe mit dem Titel &quot;Biotope<br />
			erkennen bestimmen schützen&quot; Das sind insg. 8 Bücher die auf die<br />
			Kultur- und Naturgeschichte der Landschaft eingehen und ermöglichen<br />
			Biotope zu bestimmen. Denn: Umwelt kann nur schützen wer Natur kenn.<br />
			Das Buch erscheint im Herbst und Heisst: Biotope erkennen bestimmen<br />
			schützen &#8211; Siedlungen und Ackerland. Es soll aufzeigen, wie eng Natur<br />
			und Kultur vernetzt sind. Dies ist auch Inhalt meines Buches &quot;Gourmets<br />
			for nature&quot; wo ich zusammen mit den top Köchen Europas aufzeige aus<br />
			welchen Landschaften welch herrliche Rezepte kommen. Weil ja Natur<br />
			durch den Magen geht. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Wie wäre es mit einem Online Dienst: Heute wurde in Europa folgende Gelder verschwendet&#8230;.?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			&#8230; wenn Sie noch so viel Material habe&#8230; unsere europa-Redaktion wurde sich sicher freuen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Wäre nicht schlecht. Das müsste aber in einer gut geschützten Höhle im<br />
			Pentagon oder so abgewickelt werden. Wenn wir alle ertappten<br />
			Geldvernichter und Subventionsbetrüger auf einmal am Hals haben wirds<br />
			ungemütlich
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">ciphix:</th>
<td>
			¿Ist überhaupt abzusehen, dass mit der neuen Kommission ein<br />
			grundlegender Wandel im Verbraucherschutz und ähnlichen<br />
			Politikbereichen eintritt?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Beim Verbraucherschutz muß Brüssel jetzt einfach handeln. Wir alle<br />
			müssen beim Einkauf täglich zeigen, daß wir uns nicht als chemische<br />
			Abfallkübel mißbrauchen lassen. Also da muß man politisch am Ball<br />
			bleiben. Mein Mitautor Lutz Ribbe ist Mitglied im Wirtschafts- und<br />
			Sozialausschuss der EU und dort wird er künftig noch viel mehr<br />
			unbequeme Fragen stellen. Also es ist noch nicht die Zeit beruhigt zu<br />
			sein. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Fruhg:</th>
<td>
			Wozu brauchen wir Europa eigentlich noch bei all diesen Skandalen? Mir<br />
			kommt das immer mehr wie eine Geldvernichtungsmaschenerie vor, zumal<br />
			vom Zusammenwachsen ueberhaupt nichts zu spueren ist (Stichwort Europa<br />
			der Regionen)
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Das ist wirklich die Frage. Aber es gibt auch die andere Seite: vor 50<br />
			Jahren haben Deutsche und Franzosen noch aufeinander geschossen. Heute<br />
			wächst Europa zusammen und wir brauchen das gemeinsame Europa mit<br />
			seinen verschiedenen Kulturen und Landschaftsregionen. Nur hat Europa<br />
			nicht die Politik verdient die wir in Bananen für Brüssel geschildert<br />
			haben. Ich selbst bin leidenschaftlicher Anhänger für den europ.<br />
			Einigungsprozesse und setzte mich deshalb für die Umweltbewahrung im<br />
			internationalen Rahmen ein, weil ich meine, dass jeder etwas tun kann. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">ciphix:</th>
<td>
			Ich konnte den Chat leider nicht von Anfang an verfolgen, habe also<br />
			nicht mitbekommen, ob Sie sich schon zum Fall Bangemann geäussert<br />
			haben. ¿Glauben Sie, dass ein Zusammenhang zwischen der Ankündigung<br />
			einer Verpflichtung Bangemanns hier in Spanien und den heute<br />
			auftauchenden Meldungen über eine Fusion Telekom &#8211; Telefónica besteht?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Das vermag ich nicht zu sagen. Wenigstens hätte Herr Bangemann dann<br />
			seinem Heimatland Deutschland doch noch einen Dienst erwiesen. Sein<br />
			Agieren finde ich jedenfalls recht unglücklich zumal er in seiner<br />
			Brüsseler Zeit nicht gerade durch Arbeitseinsatz geglänzt hat. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Gerald:</th>
<td>
			Was halten Sie eigentlich vom EURO? Der is&#8217; ja im Moment schon ein wenig schwach auf der Brust.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Schon, insgesamt kommen wir aber in Europa nicht um eine gemeinsame<br />
			Währung rum. Auch das einigt Europa. Mir war jedoch von vorneherein<br />
			klar, das uns dies alles etwas kostet zumal die Mark recht stabil war.<br />
			Wer jedoch langfristig ein geeintes Europa will &#8211; der muß auch bereit<br />
			sein etwas dafür zu bezahlen. Das ist besser investiert als die<br />
			Milliarden von Steuergeldern die in Brüssel und den EU Mitgliedsländern<br />
			verschleudert werden. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Lieber Herr Hutter, in Namen von BOL und politiik-digital moechten wir<br />
			Ihnen ganz herzlich für diese sehr informative und spannende Chat<br />
			Stunde bedanken. Wir hoffen, daß auch Ihnen dieser Online Dialog<br />
			gefallen hat&#8230; Das Transcript des Chats wird in wenigen Minuten bei<br />
			politik-digital verfügbar sein.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Auch ich sage allen die mitgemacht haben ganz herzlich Dankeschön. es<br />
			hat wirklich viel Spaß gemacht und gezeigt, daß sich viele Leute aktiv<br />
			politisch interessieren. Dies macht auch Mut nach Kräften<br />
			weiterzuarbeiten. Allen noch einen schönen Tag, Tschüss
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">rodmen:</th>
<td>
			cu
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">bangemann:</th>
<td>
			ciao ich muß jetzt nach Spanien, Geld verplembern&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Wer noch Infos will über die Arbeit von Euronatur hier die Adresse: Euronatur Konstanzer Strasse 22 78315 Radolfzell am Bodensee
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Oder im Internet: www. euronatur.org
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hutter:</th>
<td>
			Wer noch Infos will über die Arbeit von Euronatur hier die Adresse: Euronatur Konstanzer Strasse 22 78315 Radolfzell am Bodensee</td>
</tr>
</tbody>
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