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	<title>Suchmaschine &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Suchmaschine &#8211; politik-digital</title>
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		<title>William Patry (Google): &#034;Wandel des Medienkonsums ist größte Herausforderung für das Urheberrecht&#034;</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Nov 2014 10:45:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[William Patry ist Urheberrechtsexperte bei Google und redet heute auf der Konferenz „Zugang gestalten!“ über die Chancen digitalisierter Medien. politik-digital.de [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Patry_crop.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-142981" alt="Patry_crop" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Patry_crop.jpg" width="640" height="280" /></a>William Patry ist Urheberrechtsexperte bei Google und redet heute auf der Konferenz „Zugang gestalten!“ über die Chancen digitalisierter Medien. politik-digital.de sprach mit dem Juristen vorab über die Demokratisierung von Bildung, blockierende und konstruktive Gesetze sowie über das Projekt „Google Books“.<br />
<em><strong>politik-digital.de: </strong>Mr. Patry, worüber sprechen Sie auf der Konferenz „<a href="http://www.zugang-gestalten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zugang gestalten!“</a>?</em><br />
<strong>William Patry: </strong>Die Konferenz trägt den Titel „Zugang gestalten!“. Das Erste, was mir dazu in den Sinn kommt, sind verschiedene Projekte, die Zugang ermöglichen, unter anderem natürlich „Google Books“. Aber auch die Hindernisse, die es gibt, und die vielen Dinge, die noch verbessert werden können. Ich betrachte das Thema aus zwei verschiedenen Perspektiven, und darüber werde ich auch sprechen: zunächst natürlich aus der eines Google-Mitarbeiters. Viel interessanter ist vermutlich jedoch meine Sicht als Wissenschaftler und Autor.<br />
<em><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> Was interessiert Sie aus wissenschaftlicher Perspektive an dem Thema?</em><br />
<strong>William Patry: </strong>Als ich 1985 mein <a href="http://books.google.de/books/about/The_fair_use_privilege_in_copyright_law.html?id=znSRAAAAMAAJ" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erstes Buch</a> schrieb, gab es die Möglichkeiten des digitalen Zugriffs auf Literatur noch nicht. In einer rechtswissenschaftlichen Bibliothek hatte ich Zugriff auf die fachliche Expertise anderer Autoren, die vor mir geschrieben hatten. Ohne die Möglichkeiten des Internets war ich jedoch sowohl physisch als auch geistig auf den Ort der Bibliothek begrenzt. Ich wusste nicht, welche Bücher außerhalb dieses relativ begrenzten Raumes existieren. Das ist sehr beschränkend für jemanden, der nach Weiterentwicklung strebt, der sein Fachgebiet liebt und ein Buch schreiben möchte, das anderen Menschen den Zugang zu Wissen ermöglicht, den sie durch andere Quellen nicht hätten. Die Art und Weise, wie man Zugang ermöglicht und gestaltet, beeinflusst maßgeblich, wie wir uns als Personen entwickeln, und bestimmt, zu wem wir werden können. Wenn dieser Zugang ermöglicht wird, hat das enormen öffentlichen Mehrwert und führt zu einer Demokratisierung des Lernens in Gesellschaften. Digitale Technologien eröffnen mehr Menschen den Zugang zu Bildung.<br />
<em><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> Welche Herausforderungen stellt die digitale Revolution an das Urheberrecht?</em><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/William-Patry.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-143010" alt="William Patry" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/William-Patry.jpg" width="224" height="306" /></a><strong>William Patry: </strong>Dass die Digitalisierung eine Herausforderung an das Urheberrecht stellt, würde ich infrage stellen! Ich sehe Recht und Gesetze als Werkzeuge. In den 1990er Jahren habe ich Gesetze entworfen, als ich für den US-Kongress arbeitete. Politische Entscheidungsträger haben gewisse Vorstellungen, wie ein Gesetz aussehen soll. Als Jurist „übersetzt“ man diese Ideen in Gesetzestexte. Und ebendiese sind Werkzeuge, mit denen man etwas bewirken kann. Gesetze sind kein Selbstzweck, und längst nicht alles lässt sich mithilfe von Gesetzen regeln. Niemand würde beispielsweise der Aussage zustimmen, dass Eltern durch gesetzliche Regelungen zu besseren Erziehern werden würden.<br />
Die Herausforderung an das gültige Urheberrecht ist der rapide Wandel: Wer Gesetze schreiben will, die in fünf Jahren noch funktionieren, ist sehr optimistisch. Denn: Der Medienkonsum ändert sich rasend schnell. Wo Menschen vor zwei Jahren noch auf dem Laptop ferngesehen haben, schauen sie dieselben Inhalte nun auf dem Tablet oder ihrem Smartphone. Das stellt uns vor juristische Fragen, primär ist es aber eine unternehmerische Herausforderung, der sich selbstverständlich auch Google stellen muss. Die Herausforderungen sind enorm, und wer das veränderte Konsumverhalten nicht rechtzeitig erkennt, hat auf dem Markt verloren. Wir müssen wegkommen von der Idee, dass sich alles durch Gesetze regeln lässt. Gesetze sollten Fehlverhalten innerhalb der Gesellschaft sanktionieren und nicht diejenigen, die sich richtig verhalten, in ihrem Tun beschränken.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"> <strong>William Patry</strong>, geboren 1950 im Bundesstaat New York, ist als Jurist auf Urheberrecht spezialisiert. Bevor er als <strong>Senior Copyright Council bei Google</strong> anfing, arbeitete er für das US-Repräsentantenhaus, außerdem als Universitätsprofessor, Autor und Anwalt.</div></div><br />
<em><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> In Deutschland läuft eine Debatte zur Reform des Urheberrechts, das an die sich wandelnde Informationsgesellschaft angepasst werden soll. Sie sprachen das Recht als Werkzeug an. Finden Sie, dass diese Werkzeuge angepasst werden sollten oder reichen sie aus, um urheberrechtliche Fragen angemessen zu bearbeiten?</em><br />
<strong>William Patry: </strong>Ich als Autor möchte, dass Menschen über mein Buch reden. Ich möchte, dass sie Dinge sagen wie: „Ich mag dein Buch!“ oder „Ich finde toll, was du tust, wie kann ich Zugang dazu erhalten?“. Man möchte Gespräche über die Arbeit selbst! Recht ist dann irrelevant, wenn der Markt und der Zugang zu Medien funktionieren. Ideal ist eine Ausgangslage, in der wir uns über juristische Rahmenbedingungen keine Gedanken machen müssen, in der Menschen Dinge erschaffen und wissen, wie sie Zugang erhalten können und wie Autoren bezahlt werden. Derzeit ist die Debatte um die Durchsetzung von Urheberrechtsansprüchen nicht konstruktiv für alle Beteiligten. Wenn man nur über Gesetze spricht, spricht man über Probleme und Störungen und damit auch über Versagen. Die Debatte über die Durchsetzung von Gesetzen ist also auch eine Debatte über Probleme. Wäre es aber nicht der beste Weg, über Erfolge zu sprechen?<br />
<em><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> Sprechen wir über Google Books. Wie kam es, dass Google anfing, Bücher zu digitalisieren? Welches Ziel verfolgt Google mit diesem Projekt?</em><br />
<strong>William Patry: </strong>Um Google zu verstehen, muss man zuerst wissen, dass Google nach wie vor eine von Ingenieuren geprägte Firma ist. Ingenieure denken und arbeiten anders – sie fragen nicht nach Beschränkungen, sondern nach Möglichkeiten. Larry Page und Sergey Brin erkannten, dass es problematisch war, Zugang zu bestimmten Inhalten im Web zu erhalten. Die Lösung war eine effiziente Suchmaschine, die Dinge auf einen Index setzen und sie so auffindbar machen würde. Die darauffolgende Frage war dann, auf welche Inhalte man potentiell zugreifen könnte. Da wären natürlich die Inhalte, die schon in digitaler Form vorhanden sind. Der Großteil an Information ist jedoch offline – schätzungsweise 125 Millionen Bücher haben die Menschen vor uns geschrieben. Das Ziel ist doch, möglichst vielen Menschen möglichst viel Zugang zu ermöglichen. Als Ingenieure fragten sich die beiden Google-Gründer daraufhin, wie die Digitalisierung dieser Menge Bücher technisch möglich gemacht werden könnte, und initiierten das Projekt.<br />
<em><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> Sie sprachen von 125 Millionen zu digitalisierenden Büchern. Wieviele Bücher hat Google bis jetzt digitalisiert?</em><br />
<strong>William Patry: </strong>Ich denke, es sind etwas über 20 Millionen Bücher.<br />
<em><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> Also ist das definitiv nicht die finale Phase des Projekts?</em><br />
<strong>William Patry: </strong>Nun ja, wir wurden mit Hindernissen konfrontiert, die wir vorher nicht ahnen konnten. Unter anderem haben wir neun Jahre lang einen <a href="http://www.heise.de/thema/Google-Books">Gerichtsprozess</a> geführt und Beschwerden bearbeitet, auch vonseiten der deutschen Regierung. Wir mussten Ressourcen aufwenden, die mit dem Projekt nicht in direkter Beziehung standen und es zudem verlangsamten.<br />
<em><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> Sind Sie optimistisch, dass die Digitalisierung in den nächsten Jahren fertiggestellt wird?</em><br />
<strong>William Patry: </strong>Dass ein so großes Projekt Zeit in Anspruch nimmt, ist klar. In Europa kooperieren wir mit verschiedenen Universitätsbibliotheken, unter anderem mit der <a href="http://www.europeana.eu/">Europeana</a>. Ich bin mir sicher, dass wir die Digitalisierung so schnell wie möglich abschließen werden.<br />
<em><em><strong>politik-digital.de: </strong></em>Vielen Dank für das Interview.<br />
</em><br />
<strong>William Patry: </strong> Ich bedanke mich auch.<br />
Bilder: <a href="http://www.flickr.com/photos/magdav/5399905776">David Flores;</a> Google (Porträt William Patry)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>USA: Was bieten Bing und Google zu den Midterms-Wahlen?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/usa-was-bieten-bing-und-google-zu-den-midterms-wahlen-142462/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2014 10:15:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Vereinigten Staaten gelten als Musterland der politischen Online-Kommunikation. Im Mittelpunkt stehen die Kampagnen, mit denen um Stimmen geworben wird. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bing-Wahlen-640_280.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-142465" alt="Bing Wahlen 640_280" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bing-Wahlen-640_280.jpg" width="640" height="280" /></a>Die Vereinigten Staaten gelten als Musterland der politischen Online-Kommunikation. Im Mittelpunkt stehen die Kampagnen, mit denen um Stimmen geworben wird. Anfang November wird dort bei den Midterm Elections gewählt. Dabei konkurrieren nicht nur die Kandidaten, sondern auch die Suchmaschinen um die Gunst der Wähler.<br />
Auch wenn es in Deutschland kaum wahrgenommen wird: In den USA wird in wenigen Wochen gewählt. Dabei stehen auf nationaler Ebene ein Drittel der Senatoren und das gesamte Repräsentantenhaus zur Wahl. Die Relevanz der sogenannten Halbzeitwahlen resultiert aus der Konstellation der Gewaltenteilung: Einem Präsidenten der Demokraten wird von republikanischen Mehrheiten im Kongress natürlich das Leben schwer gemacht (und umgekehrt). Die Bedeutung des Wahlausgangs für die jeweilige Präsidentschaft dürfte neben den Politprofis inzwischen auch den Zuschauern der Serie “House of Cards” geläufig sein. Hier bilden die Midterms den Hintergrund der zweiten Staffel und sorgen für Stress bei den Protagonisten im Weißen Haus. Im Mittelpunkt steht dort die Figur des von Kevin Spacey verkörperten Vizepräsidenten Frank Underwood. Die Position des Stellvertreters ist dramaturgisch klug gewählt. Nicht nur steht damit die Möglichkeit einer kurzfristigen Übernahme des Amtes im Raum, sondern bei einem Patt im Senat hat der Vizepräsident dort eine ausschlaggebende Stimme. Eine Konstruktion, die die Gewaltenteilung an einem Punkt des politischen Systems aufhebt und auch das Ergebnis der anstehenden Wahl sowohl in der nächsten Staffel der Serie als auch im wirklichen Leben sein könnte.<br />
Trotz dieser Umstände ist die Wahlbeteiligung bei den Midterms noch geringer als bei den Präsidentschaftswahlen. Dies kann generell mit den Widrigkeiten des Wahlsystems in Verbindung gebracht werden: Es ist notwendig sich registrieren zu lassen um das Wahlrecht auszuüben. Und es muss kommuniziert werden, wer überhaupt mit welchen Postulaten für welche Ämter kandidiert. Eine Antwort auf diese Ausgangslage ist verstärkte Information, und in diesem Bereich haben sich auch die Suchmaschinenbetreiber mit Angeboten aufgestellt.</p>
<h3>OK Google, how do I vote?</h3>
<p>Bereits diese Überschrift aus dem <a href="http://googlepolitics.blogspot.de/2014/10/ok-google-how-do-i-vote.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politics &amp; Elections Blog </a>der Marktbeherrscher aus Mountain View zeigt die Marschrichtung an: Es geht um die Suche auf mobilen Geräten. Mit der Ansage “OK Google” wird dort ein Sprachbefehl initialisiert, mit den in diesem Fall standortabhängige Informationen zu den im jeweiligen Bundesstaat geltenden Regelungen erfragt werden. Die Ausgabe erfolgt dann direkt in der Google-Suche-App. Auf einen eigenen Hub, der wahlspezifische Informationen aggregiert, wird verzichtet: Die Adresse “<a href="https://plus.google.com/+GooglePolitics/posts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">google.com/elections</a>” führt zu einem Profil des Anbieters in seinem eigenen sozialen Netzwerk Google+. Dort werden vor allem Infografiken, die interessante Konstellationen aus der Nutzung der Google-Suche visualisieren, geposted. Einen weiteren Anlaufpunkt gibt es auf der Google-Plattform <a href="https://www.youtube.com/Elections" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube</a>, wo die von Nutzern publizierten Clips in formal (z.B. Wahlspots) und thematisch (z.B. Einwanderungsreform) definierten Playlisten eingeordnet sowie die Video-Kanäle von Medienpartnern wie der New York Times präsentiert werden.</p>
<h3>Cutting the Clutter</h3>
<p>Unter diesem Claim stellt sich der Konkurrent <a href="http://blogs.bing.com/search/2014/10/13/bing-elections-your-one-stop-shop-for-comprehensive-election-information/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bing </a>als “One-Stop-Shop for Comprehensive Election Information” auf. Die Suche nach Inhalten, die mit den Wahlen assoziiert werden, soll dort in einer eigenen Spalte rechts von den eigentlichen Suchergebnissen einen standortspezifischen “Voter Guide” hervorbringen.<br />
<iframe hcb-fetch-image-from="http://vimeo.com/108263678" title="Introducing Bing&amp;rsquo;s Voter Guide" src="https://player.vimeo.com/video/108263678?width=840&#038;height=1000&#038;discover=1?dnt=1&amp;app_id=122963" width="840" height="473" frameborder="0" allow="autoplay; fullscreen" allowfullscreen></iframe><br />
<a href="http://vimeo.com/108263678" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Introducing Bing’s Voter Guide</a> from <a href="http://vimeo.com/teambing" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bing</a> on <a href="https://vimeo.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vimeo</a>.<br />
Neben statischen Inhalten akzentuieren die Ingenieure das Erbe des Vorgängers von Bing, der Microsoft-Suchmaschine Live Search. Interaktive Karten sollen den Zugriff auf aktuelle Umfrage-Ergebnisse ermöglichen und am Wahltag “exit polls” in Echtzeit liefern. Durch die Integration dieser Inhalte in den Voter Guide wird die Personalisierung der Wählerinformation noch weiter getrieben. Nutzern wird nicht nur der Weg zum nächsten Wahllokal gewiesen, sondern gleichzeitig auch vermittelt, ob es auf ihre Stimme überhaupt ankommt. Was, wenn ich bei der Suche nach dem Weg zur Urne direkt angezeigt bekomme, dass mein Favorit haushoch unterlegen ist? In diesem Fall könnte das Angebot sogar negative Auswirkungen auf die Wahlbeteiligung haben und den Wahlakt nicht befördern, sondern die Unterstützer vermutlich unterlegener Kandidaten demotivieren. Ein derart weitgehendes Angebot, das Wähler noch in der Wahlkabine konsultieren können, wirft deshalb auch jenseits simpler Szenarien von algorithmischer Einflussnahme und digitaler Manipulation kritische Fragen auf.<br />
<em>Dies ist ein Crosspost von netzpiloten.de. Der Artikel ist zuerst <a href="http://www.netzpiloten.de/waehlerinformation-echtzeit-bieten-bing-und-google-zu-den-midterms/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort </a>erschienen.</em><br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/dskley/9537114392" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dennis Skley</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Ein gutes Urteil? – Google-Expertenbeirat diskutiert Recht auf Vergessenwerden</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ein-gutes-urteil-google-expertenbeirat-diskutiert-recht-auf-vergessenwerden-142454/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2014 08:57:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Löschantrag]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie soll Europa mit dem „Google-Urteil“ umgehen, mit dem der Europäische Gerichtshof ein Recht auf Vergessenwerden geschaffen hat? – vermeintlich, denn [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Eric-Schmidt_crop.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-142455" alt="Eric Schmidt_crop" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Eric-Schmidt_crop.jpg" width="640" height="280" /></a>Wie soll Europa mit dem „Google-Urteil“ umgehen, mit dem der Europäische Gerichtshof ein Recht auf Vergessenwerden geschaffen hat? – vermeintlich, denn diese Lesart wird kontrovers diskutiert. Google hat zur Beantwortung offener Fragen eine Reihe von europaweiten Expertengesprächen organisiert. Am Dienstag kam das Gremium in Berlin zusammen und traf auf deutsche Experten.<br />
Eric Schmidt, der eigens nach Berlin angereiste CEO von Google, eröffnete das Panel mit den Worten: „Google begrüßt dieses Urteil nicht, respektiert aber die Autorität des Gerichtes“. Er meint damit die gemeinhin als <a href="http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&amp;docid=152065&amp;pageIndex=0&amp;doclang=DE&amp;mode=req&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1">„Google-Urteil“</a> bekannt gewordene Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Mai dieses Jahres. Man sei nun verpflichtet, europäischen Bürgern das „Recht auf Vergessen“ einzuräumen. Die Experten, darunter Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales und Frank La Rue, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen (UNHCR), hatten vorher bereits Madrid, Rom, Paris und Warschau besucht und sich dort mit nationalen Experten ausgetauscht. In den kommenden zwei Wochen folgen noch Veranstaltungen in London und abschließend in Brüssel.<br />
Laut Schmidt seien bereits 146.000 Anträge auf Löschung eines Eintrags in der Suchmaschine eingegangen. Kurz zählte der Google-Chef auf, welche Anträge unproblematisch entfernt würden, beispielsweise Berichte über Personen, die Opfer eines Verbrechens geworden sind. Nicht entfernt hingegen werden Löschanträge, die sich auf pädophile Straftaten beziehen, oder Links, die auf Beteiligte eines politischen Skandals hinweisen. Strittig hingegen ist die Entfernung sensibler persönlicher Daten, illegaler Inhalte aus politischen Reden mit Personenbezug oder solcher Inhalte, die sich auf länger zurückliegende Verbrechen beziehen.</p>
<h3>Was ist privat, was öffentlich?</h3>
<p>An vielen Stellen kamen die Diskutanten immer wieder auf die dem Urteil zugrundeliegende hochinteressante Frage zurück, wo die Grenze zwischen Privatheit und Öffentlichkeit gezogen werden sollte. Denn: Informationen, die von öffentlichem Interesse sind, sind von der Löschung ausgenommen. Aufschlussreich waren hier die Ausführungen von Susanne Dehmel, Juristin und Bereichsleiterin für Datenschutz beim BITKOM e.V.: „Öffentliches Interesse liegt vor, wenn der Sachverhalt für das politische Leben relevant ist und zur Meinungsbildung beiträgt“, so Dehmel. Sie stellte klar, dass das Urteil des EuGH nicht viele Anhaltspunkte in dieser Frage gebe. Trotz allem habe das Gericht Hinweise darauf gegeben, wie die Unterscheidung getroffen werden könne. Laut Gericht sollten das Presse- und Persönlichkeitsrecht herangezogen werden, um eine Entscheidung treffen zu können. Da der Schutzbereich der Informationsfreiheit betroffen sei, sollte zusätzlich das Interesse der Öffentlichkeit an der Information hinzugezogen werden; wirtschaftliche Interessen der Suchmaschine müssten in diesem Falle eine untergeordnete Rolle spielen. In einem anderen Urteil habe der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eine Unterscheidung zwischen absoluten und relativen Personen der Zeitgeschichte vorgenommen. Die Abwägung müsse jeweils ereignisbezogen stattfinden.<br />
Ein Regierungsmitglied ist beispielsweise von öffentlichem Interesse – aber nur in dieser Funktion und nicht als Privatperson. Ob Informationen irrelevant geworden sind und somit für die Löschung in Frage kommen, müsse jeweils im Moment des Sperrbegehrens entschieden werden. Dehmel sieht in der Einzelfallentscheidung das am besten geeignete Mittel. Auf die Frage von Luciano Floridi, Professor für Informationsphilosophie und Informationsethik an der Universität Oxford, welche Entscheidung im Falle, dass eine Person aufhöre, eine Person des öffentlichen Lebens zu sein, zu treffen sei, entgegnete Dehmel, dass eine gewisse Öffentlichkeit auch dann bestehen bleibe. Hinsichtlich veröffentlichter Informationen, die auf Minderjährige verweisen, hält Dehmel es für überlegenswert, diese generell als privat einzustufen. Ähnlich sah das auch Moritz Karg, Referent beim Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit in Hamburg. Er sprach sich ebenfalls für Sonderrechte für Minderjährige aus; allerdings solle man im jeweiligen Einzelfall nach Informationsquelle und Alter der Betroffenen die Entscheidung abwägen.<br />
Matthias Spielkamp von Reporter ohne Grenzen wies darauf hin, dass die Unterscheidung von privat und öffentlich in der deutschen Rechtspraxis bislang so gut wie keine Relevanz hat. In anderen Rechtsräumen sei sie hingegen durchaus üblich. Doch hält er es für unangebracht, dass ein privates Unternehmen wie Google nun gerade diese schwierige Abwägung leisten soll.</p>
<h3>Der Faktor Zeit</h3>
<p>Neben der Debatte um die Definition von Öffentlichkeit und Privatheit wurde auch die Entscheidung des Gerichtes, Zeit zu einem maßgeblichen Kriterium für die Löschung zu machen, diskutiert. Es ist durchaus eine Frage der Auslegung, wann eine Information irrelevant wird. Im Falle des Urteils des EuGH waren dies nach Ansicht der Richter 16 Jahre – doch hätten vielleicht auch 15 gereicht? Michaela Zinke vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), findet, dass es mehr als nur den Zeitfaktor brauche. Weitere zu berücksichtigende Kriterien seien zum Beispiel die Rolle, in der sich der Betroffene befinde, oder die Frage, wie sensibel die Information sei. Ein Kriterienkatalog, der weitere zu definierende Faktoren festlege, sei daher vonnöten. Ulf Buermeyer, Richter am Landgericht Berlin und Professor an der Viadrina-Universität, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es auch Informationen gebe, die nach einiger Zeit erst wieder relevant werden könnten.</p>
<h3>Lokal, kontinental oder global löschen?</h3>
<p>In der Frage, in welchem geografischen Ausmaß gelöscht werden sollte, bestand die größte Uneinigkeit zwischen den Panel-Beteiligten. Michaela Zinke (vzbv) sprach sich gegen eine länderspezifische Beschränkung der Löschung aus, da diese kaum umzusetzen sei. Die Löschung müsse europäisch gedacht werden. Matthias Spielkamp hingegen plädierte für eine lokale Löschung, um die europäische Vielfalt zu wahren. Anders würde seiner Meinung nach ein Dilemma entstehen: Sollte man Löschanträge aus demokratischen und solche aus autoritären Staaten gleich behandeln? Christoph Fiedler vom Verband deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) äußerte sich ähnlich. Globale Harmonisierung würde nicht zu mehr Freiheit führen. Kulturelle Normen seien „kein Fluch, sondern ein Segen“. Rechtsanwalt Niko Härting sprach sich für ein „territoriales Denken“ aus: Der Löschanspruch eines Spaniers gelte bis zu den Grenzen Spaniens und nicht darüber hinaus. Der spanische Jurist José-Luis Piñar entgegnete mit der Frage: „Aber ist das Internet nicht immer extraterritorial?“ Zweifellos, aber in juristischer Hinsicht wird diese Tatsache durchaus in Frage gestellt.</p>
<h3>Ist das Urteil gut?</h3>
<p>Auch diese Frage wurde von dem Expertenkreis diskutiert. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wertete das Urteil als ein „wichtiges“. Das Recht auf Privatheit hat ihrer Ansicht nach mit dem Urteil ein stärkeres Gewicht bekommen. Allerdings müsste auch das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit mit berücksichtigt werden. Peggy Valcke, Jura-Professorin an der Universiteit Leuven, stellte klar, dass das Urteil nur so gut wie die Klage selbst sein könne, da es die spezifischen Fragen der Klage kläre. Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung Frank La Rue positionierte sich klar gegen das Urteil. Er findet es nicht angemessen, dass ein privates Unternehmen nun den Auftrag hat, über Privatsphäre und Datenschutz zu entscheiden. Sylvie Kauffmann, Chefredakteurin von Le Monde, lobte das Urteil als Impulsgeber für die nun stattfindende Debatte. Dass Google eine Expertenanhörung organisiert, die eigentlich in den Aufgabenbereich der Politik fällt, findet sie nicht bedenklich: „Es ist okay, wer auch immer das organisiert“. Denn es gehe ausschließlich um die Sache. Dass Google sich nun darum kümmert, zeige, dass das Unternehmen das Urteil ernst nehme und bestrebt sei, verbindliche Regelungen zu finden.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/techcrunch/5033339673">TechCrunch</a><br />
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		<title>Das &#034;Recht auf Vergessen&#034; gefährdet die Pressefreiheit</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jul 2014 11:07:27 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Mario Costeja González]]></category>
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					<description><![CDATA[Das vermeintliche “Recht auf Vergessen” entwickelt sich immer mehr zur Grundlage von willkürlicher Zensur – die Pressefreiheit ist in Gefahr. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Censr-image-Bild-Motaz-Abuthiab-CC-BY-2.0-via-Flickr_Format1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-141048" alt="Censr-image-Bild-Motaz-Abuthiab-CC-BY-2.0-via-Flickr_Format1" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Censr-image-Bild-Motaz-Abuthiab-CC-BY-2.0-via-Flickr_Format1-630x274.jpg" width="630" height="274" /></a> <strong>Das vermeintliche “Recht auf Vergessen” entwickelt sich immer mehr zur Grundlage von willkürlicher Zensur – die Pressefreiheit ist in Gefahr.</strong> Im Mai 2014 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass es ein “Recht auf Vergessen” geben würde und “<em>unter bestimmten Umständen</em>” Google Verweise auf Artikel aus den Suchergebnissen der eigenen Suchmaschine entfernen müsse. Wann genau, blieb aber unklar, und das Fehlen von Richtlinien führt zur Zeit zu zensurähnlichen Versuchen der Imagepflege, auf Kosten der Pressefreiheit. Denn ohne Suchmaschinen verschwinden Informationen im digitalen Nirgendwo. Und Google ist nicht allein von dem Urteil betroffen.</p>
<h3>Schutz der Privatsphäre</h3>
<p>Mario Costeja González. Dieser Mann wollte seinen Namen auf Google nicht mehr im Zusammenhang mit der Versteigerung eines Grundstücks sehen. Googelte er seinen Namen, zeigte Googles Suchmaschine einen Beitrag der Tageszeitung La Vanguardia aus dem Jahr 1998. In dem Artikel stand, dass Mario Costeja González aufgrund zu hoher Schulden bei der Sozialversicherung sein Grundstück versteigern musste. Der Fall war mehr als 15 Jahre her und die abgeschlossene Pfändung für Mario Costeja González erledigt. Seiner Meinung nach müsse der Artikel nicht mehr auffindbar sein. Er wendete sich an die spanische Datenschutzagentur und hoffte, dass die Zeitung seinen Namen aus dem korrekten Bericht tilgen und dass Google seine personenbezogenen Daten löschen oder in den Suchergebnissen verbergen müsse. Der Europäische Gerichtshof gab Mario Costeja González Recht und leitete aus der EU-Datenschutzrichtlinie ein vermeintliches “Recht auf Vergessen” ab. Nötig war das nicht, wie der <a href="http://www.focus.de/digital/internet/mosley-besiegt-gigant-google-suchmaschine-darf-bilder-von-orgie-mit-prostituierten-nicht-mehr-ausspielen-6_id_3566308.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fall Max Mosley</a> zeigte und Alvar Freude an der “<em><a href="http://blog.alvar-freude.de/2014/05/suchmaschinenzensur-beispiele.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">privaten Suchmaschinenzensur</a></em>” von Bettina Wulff erklärt. Wie genau jetzt die Überprüfung und Löschung der Anträge erfolgen sollte, sagten die Richter in ihrem Urteil aber nicht. Das hier zu vermeintlich mehr Datenschutz gezwungene Unternehmen soll sich selber überlegen, wie die Privatsphäre der Bürger besser geschützt werden kann und muss selber festlegen, wie mit Löschanfragen umzugehen ist. Google wurde hier der schwarze Peter des Verantwortlichen für Zensur zugeschoben, eine Rolle, die das Unternehmen niemals haben wollte.</p>
<h3>&#8230; auf Kosten der Pressefreiheit</h3>
<p>Mitte Juli waren bereits europaweit über <a href="http://www.taz.de/Digitale-Imagepflege-mit-Google/%21142391/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">70.000 Anträge auf Löschung</a> eingegangen, davon waren 12.000 aus Deutschland, der Hochburg der Streetview-Verweigerer. Und Zensoren, denn was in den Medien zuerst voller Schadenfreude falsch dargestellt wurde und die Löschanträge wohl nur noch weiter beförderte, war der Fakt, dass nicht die Quelle der unliebsamen Informationen nach einer angemessenen Prüfung gelöscht wird, sondern der Weg via Google und das eben auf unklare Art und Weise. Für den Rechtsanwalt <a href="https://twitter.com/RAStadler" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Stadler</a> ist das Urteil gerade deshalb problematisch, “<em>weil es das Spannungsverhältnis zwischen Persönlichkeitsrecht/Datenschutz einerseits und Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit andererseits höchst <a href="https://netzpolitik.org/2014/kommentar-zum-eugh-urteil-vorrang-des-datenschutzes-vor-meinungs-und-informationsfreiheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einseitig zugunsten des Datenschutzes</a> auflöst</em>“. Suchmaschinen nehmen aber in unserer vernetzten Gesellschaft eine elementare Rolle ein, denn sie ermöglichen Nutzern aus Unmengen an Informationen, die für sie relevanten Daten zu finden. Diesem wichtigen Grundstein in unserer digitalen Kommunikation und dem Umgang mit Informationen, könnte das Urteil ein jähes Ende bereiten, denn der Europäische Gerichtshof gibt in seinem Urteil dem Datenschutz einen regelmäßigen Vorrang vor der Meinungs- und Informationsfreiheit und fördert somit ein <a href="https://netzpolitik.org/2014/kommentar-zum-eugh-urteil-zuviel-des-guten-privatisierte-rechtsdurchsetzung-auf-dem-vormarsch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Regime privater Rechtsdurchsetzung</a>. Schnell traf es auch vor allem die Medien, die von Google Hinweise auf die Löschung von ihren Links aus den Ergebnislisten erhielten. In Deutschland waren das u.a. die taz, Spiegel Online und Zeit Online. In Großbritannien waren es die BBC, die Daily Mail und der Guardian, dessen Autor <a href="https://twitter.com/jamesrbuk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">James Ball</a> an insgesamt sechs nicht mehr via Google auffindbaren Artikeln <a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/jul/02/eu-right-to-be-forgotten-guardian-google" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aufzeigte</a>, dass man nur die Informationen über eine Person auffindet, die diese zulässt. Das primär gegen Google gerichtete Urteil trifft aber auch andere Plattformen im Internet und das Fehlen eines klaren Prozesses, wie mit Löschanfragen umgegangen wird, schafft Unsicherheit – auf Seiten der Plattformbetreiber und der Nutzer – und Gelegenheit für Leute, die ihre digitales Image polieren wollen. “<em>Da jetzt alle Menschen formal in der Lage sind, ihre digitale Biographie so zu gestalten, wie sie es wünschen, schürt dies nur die Intransparenz</em>“, sagt <a href="https://twitter.com/ChristianScherg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christian Scherg</a>, Gründer des auf Online-Reputationsmanagement spezialisierten Unternehmens “Revolvermänner” <a href="http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/recht-und-gehalt/google-eugh-urteil-persoenlichkeitsrechte-12974670.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf Faz.net</a>.</p>
<h3>Der Willkür Tür und Tor geöffnet?</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/548539218_9f1b637273_z.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-141049 alignleft" alt="548539218_9f1b637273_z" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/548539218_9f1b637273_z-630x419.jpg" width="312" height="207" /></a>Ich selber bin vor wenigen Wochen Opfer eines Löschantrags geworden, der die zur Zeit vorherrschende Willkür aufzeigt. Am 14. Mai erhielt ich eine Mitteilung von Yahoos Foto-Plattform <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flickr" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Flickr</a>, dass “<em>in einigen Regionen Porträtrechte unter das Copyright fallen, d. h. dass Personen verlangen können, dass Bilder, auf denen Sie abgebildet sind, aus dem Flickr Fotostream entfernt werden, wenn sie eine gültige Identifikation vorlegen. Wir haben eine solche Anfrage von Angelo D’Angelico erhalten</em>“. Flickr löschte das Foto ohne weitere Recherche. Das sich D’Angelico als die abgebildete Person identifizieren konnte, reichte Flickr vollkommen aus. Was das Flickr-Team nicht wissen konnte, da sie es nicht geprüft haben, war der Fakt, dass ich das Foto als Journalist auf einer öffentlichen <a href="https://www.flickr.com/photos/tobiasschwarz/sets/72157632692234126/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veranstaltung</a> gemacht habe. An dem Abend stellten sich die Kandidaten für die Berliner Liste von Bündnis 90/Die Grünen zur Bundestagswahl 2013 vor. Neben den Bundestagsabgeordneten Renate Künast und Lisa Paus, bewarben sich auch die Landesabgeordneten Andreas Otto und Özcan Mutlu um einen aussichtsreichen Listenplatz, herausgefordert von Angelo D’Angelico. Das öffentliche Interesse daran war groß, denn selbst auf Welt.de wurde Angelo D’Angelico, “<em>der seit 2010 Parteimitglied ist</em>“, namentlich als Herausforderer erwähnt. Das öffentliche Interesse oder mein journalistisches Fotowerk, dass wohl für immer im Digitalen festgehalten hat, dass Angelo D’Angelico sich einmal für einen Listenplatz zur Bundestagswahl beworben hat und jeder von da aus weiter recherchieren kann, <a href="http://gruene-berlin.de/lmv13" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dass es nicht geklappt hat</a>, waren aber nicht die Gründe, warum Angelo D’Angelico Flickr aufforderte, das Bild zu löschen. Am 5. Mai forderte er mich in einer Mail persönlich auf, das Bild zu löschen, da er eine “<em>Bereitstellung von Content auf einer kommerziellen Seite mit Nutzungsabtretung</em>” ablehne. Diesem Wunsch kam ich nicht nach, da ich als Urheber des Fotos den Ort der Veröffentlichung (Flickr) und die Wahl der Lizenz (Creative Commons) zur Verbreitung selber bestimmen darf, wie ich ihm auch ausführlich erklärte. Da ich Angelo D’Angelico als einen in der Stärkung von Urhebern an sich Gleichgesinnten bei den Berliner Grünen kannte, nahm ich an, dass er meine Rechte als Urheber akzeptieren würde.</p>
<h3>Es fehlen einheitliche Regeln</h3>
<p>Wenige Tage später erhielt ich die bereits erwähnte Mitteilung von Flickr, dass das Bild gelöscht wurde (Flickr Case 3230246). Ich wandte mich daraufhin an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yahoo" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Yahoo</a> Deutschland und erklärte den Sachverhalt, dass es sich bei dem Foto um ein journalistisches Werk von einer öffentlichen Veranstaltung mit öffentlichem Interesse handle. Eine Sprecherin des Unternehmens schrieb mir zurück, dass das “<em>Bild auf der Grundlage von internen Richtlinien, die dem Schutz von Portraitrechten dienen, entfernt wurde</em>“. Mir wurde aber die Möglichkeit gegeben, dass Bild Yahoo zuzusenden, damit sie “<em>mit Blick auf die zusätzlichen Informationen, u.a. dass es im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung mit Presseanwesenheit aufgenommen wurde</em>“, prüfen, ob es “<em>wieder hochgeladen werden kann</em>“. <a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/14529136059_2106d0769c_z.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-141050 alignleft" alt="14529136059_2106d0769c_z" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/14529136059_2106d0769c_z-630x420.jpg" width="326" height="217" /></a>Es konnte wieder hochgeladen werden. 40 Tage nach meiner Mail teilte mir die gleiche Unternehmenssprecherin mit, dass sie “<em>zu dem Schluss gekommen [ist], dass (…) dieses Foto wieder auf Flickr hochladen können. Angesichts [der] Angaben gehen wir in diesem speziellen Fall davon aus, dass es sich um eine öffentliche Veranstaltung gehandelt hat, bei der Pressevertreter zumindest geduldet wurden. Dieser Umstand war uns bei der ursprünglichen Prüfung dieses Falles nicht bewusst, weshalb – wie wir Ihnen bereits mitgeteilt hatten – das Foto zum Schutz von Portraitrechten entfernt wurde</em>“. Auf meine Nachfrage zu den Folgen des “Recht auf Vergessen”-Urteil für Yahoo, wurde ohne weiteren Kommentar auf das offizielle Statement von Yahoo verwiesen: “<em>In light of the European Court of Justice decision, our team is currently in the process of developing a solution for Yahoo users in Europe that we believe balances the important privacy and freedom of expression interests</em>“. Die ungerechtfertigte Löschung des Bildes aufgrund einer unbegründeten Anfrage von Angelo D’Angelico, aber auch die 40 Tage andauernde Prüfung des Sachverhalts eines einzigen Bildes, wobei meines Wissens nach Yahoo nicht bei der Grünen Jugend Berlin nachgefragt hat, ob es sich wirklich um eine öffentliche Veranstaltung handelte, zeigen die Notwendigkeit von transparenten Regeln, wie mit Löschanfragen umgegangen werden muss und wie die Pressefreiheit weiterhin geschützt werden kann. Noch zeigt die Politik in ihrem gegen Google gerichteten Regulierungswahn kein Bewusstsein für die Problematik. Auf einem an diesem Donnerstag in Brüssel angesetzten Treffen der europäischen Datenschützer, sind <a href="http://www.bloomberg.com/news/2014-07-17/eu-privacy-watchdogs-and-search-engines-meet-next-week.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nur Google und Microsoft</a> geladen. Europäische Suchmaschinen oder andere Vertreter von Organisationen wie Reporter ohne Grenzen oder European Digital Rights (EDRi) fehlen bei der Sitzung. Dabei wäre ein breiter Multistakeholder-Dialog jetzt genau das, was die weitere Entwicklung des unzureichend begründeten und gefährlichen “Recht auf Vergessen” braucht.   <em>Dieser Artikel erschien zuerst auf netzpiloten.de</em> Teaser und Image: Motaz Abuthiab Bild Angelo D&#8217;Angelico: Tobias Schwarz</p>
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		<title>Das &#034;Recht auf Vergessen&#034; gefährdet die Pressefreiheit</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jul 2014 11:07:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das vermeintliche “Recht auf Vergessen” entwickelt sich immer mehr zur Grundlage von willkürlicher Zensur – die Pressefreiheit ist in Gefahr. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Censr-image-Bild-Motaz-Abuthiab-CC-BY-2.0-via-Flickr_Format1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-141048" alt="Censr-image-Bild-Motaz-Abuthiab-CC-BY-2.0-via-Flickr_Format1" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Censr-image-Bild-Motaz-Abuthiab-CC-BY-2.0-via-Flickr_Format1-630x274.jpg" width="630" height="274" /></a> <strong>Das vermeintliche “Recht auf Vergessen” entwickelt sich immer mehr zur Grundlage von willkürlicher Zensur – die Pressefreiheit ist in Gefahr.</strong> Im Mai 2014 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass es ein “Recht auf Vergessen” geben würde und “<em>unter bestimmten Umständen</em>” Google Verweise auf Artikel aus den Suchergebnissen der eigenen Suchmaschine entfernen müsse. Wann genau, blieb aber unklar, und das Fehlen von Richtlinien führt zur Zeit zu zensurähnlichen Versuchen der Imagepflege, auf Kosten der Pressefreiheit. Denn ohne Suchmaschinen verschwinden Informationen im digitalen Nirgendwo. Und Google ist nicht allein von dem Urteil betroffen.</p>
<h3>Schutz der Privatsphäre</h3>
<p>Mario Costeja González. Dieser Mann wollte seinen Namen auf Google nicht mehr im Zusammenhang mit der Versteigerung eines Grundstücks sehen. Googelte er seinen Namen, zeigte Googles Suchmaschine einen Beitrag der Tageszeitung La Vanguardia aus dem Jahr 1998. In dem Artikel stand, dass Mario Costeja González aufgrund zu hoher Schulden bei der Sozialversicherung sein Grundstück versteigern musste. Der Fall war mehr als 15 Jahre her und die abgeschlossene Pfändung für Mario Costeja González erledigt. Seiner Meinung nach müsse der Artikel nicht mehr auffindbar sein. Er wendete sich an die spanische Datenschutzagentur und hoffte, dass die Zeitung seinen Namen aus dem korrekten Bericht tilgen und dass Google seine personenbezogenen Daten löschen oder in den Suchergebnissen verbergen müsse. Der Europäische Gerichtshof gab Mario Costeja González Recht und leitete aus der EU-Datenschutzrichtlinie ein vermeintliches “Recht auf Vergessen” ab. Nötig war das nicht, wie der <a href="http://www.focus.de/digital/internet/mosley-besiegt-gigant-google-suchmaschine-darf-bilder-von-orgie-mit-prostituierten-nicht-mehr-ausspielen-6_id_3566308.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fall Max Mosley</a> zeigte und Alvar Freude an der “<em><a href="http://blog.alvar-freude.de/2014/05/suchmaschinenzensur-beispiele.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">privaten Suchmaschinenzensur</a></em>” von Bettina Wulff erklärt. Wie genau jetzt die Überprüfung und Löschung der Anträge erfolgen sollte, sagten die Richter in ihrem Urteil aber nicht. Das hier zu vermeintlich mehr Datenschutz gezwungene Unternehmen soll sich selber überlegen, wie die Privatsphäre der Bürger besser geschützt werden kann und muss selber festlegen, wie mit Löschanfragen umzugehen ist. Google wurde hier der schwarze Peter des Verantwortlichen für Zensur zugeschoben, eine Rolle, die das Unternehmen niemals haben wollte.</p>
<h3>&#8230; auf Kosten der Pressefreiheit</h3>
<p>Mitte Juli waren bereits europaweit über <a href="http://www.taz.de/Digitale-Imagepflege-mit-Google/%21142391/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">70.000 Anträge auf Löschung</a> eingegangen, davon waren 12.000 aus Deutschland, der Hochburg der Streetview-Verweigerer. Und Zensoren, denn was in den Medien zuerst voller Schadenfreude falsch dargestellt wurde und die Löschanträge wohl nur noch weiter beförderte, war der Fakt, dass nicht die Quelle der unliebsamen Informationen nach einer angemessenen Prüfung gelöscht wird, sondern der Weg via Google und das eben auf unklare Art und Weise. Für den Rechtsanwalt <a href="https://twitter.com/RAStadler" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Stadler</a> ist das Urteil gerade deshalb problematisch, “<em>weil es das Spannungsverhältnis zwischen Persönlichkeitsrecht/Datenschutz einerseits und Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit andererseits höchst <a href="https://netzpolitik.org/2014/kommentar-zum-eugh-urteil-vorrang-des-datenschutzes-vor-meinungs-und-informationsfreiheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einseitig zugunsten des Datenschutzes</a> auflöst</em>“. Suchmaschinen nehmen aber in unserer vernetzten Gesellschaft eine elementare Rolle ein, denn sie ermöglichen Nutzern aus Unmengen an Informationen, die für sie relevanten Daten zu finden. Diesem wichtigen Grundstein in unserer digitalen Kommunikation und dem Umgang mit Informationen, könnte das Urteil ein jähes Ende bereiten, denn der Europäische Gerichtshof gibt in seinem Urteil dem Datenschutz einen regelmäßigen Vorrang vor der Meinungs- und Informationsfreiheit und fördert somit ein <a href="https://netzpolitik.org/2014/kommentar-zum-eugh-urteil-zuviel-des-guten-privatisierte-rechtsdurchsetzung-auf-dem-vormarsch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Regime privater Rechtsdurchsetzung</a>. Schnell traf es auch vor allem die Medien, die von Google Hinweise auf die Löschung von ihren Links aus den Ergebnislisten erhielten. In Deutschland waren das u.a. die taz, Spiegel Online und Zeit Online. In Großbritannien waren es die BBC, die Daily Mail und der Guardian, dessen Autor <a href="https://twitter.com/jamesrbuk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">James Ball</a> an insgesamt sechs nicht mehr via Google auffindbaren Artikeln <a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/jul/02/eu-right-to-be-forgotten-guardian-google" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aufzeigte</a>, dass man nur die Informationen über eine Person auffindet, die diese zulässt. Das primär gegen Google gerichtete Urteil trifft aber auch andere Plattformen im Internet und das Fehlen eines klaren Prozesses, wie mit Löschanfragen umgegangen wird, schafft Unsicherheit – auf Seiten der Plattformbetreiber und der Nutzer – und Gelegenheit für Leute, die ihre digitales Image polieren wollen. “<em>Da jetzt alle Menschen formal in der Lage sind, ihre digitale Biographie so zu gestalten, wie sie es wünschen, schürt dies nur die Intransparenz</em>“, sagt <a href="https://twitter.com/ChristianScherg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christian Scherg</a>, Gründer des auf Online-Reputationsmanagement spezialisierten Unternehmens “Revolvermänner” <a href="http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/recht-und-gehalt/google-eugh-urteil-persoenlichkeitsrechte-12974670.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf Faz.net</a>.</p>
<h3>Der Willkür Tür und Tor geöffnet?</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/548539218_9f1b637273_z.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-141049 alignleft" alt="548539218_9f1b637273_z" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/548539218_9f1b637273_z-630x419.jpg" width="312" height="207" /></a>Ich selber bin vor wenigen Wochen Opfer eines Löschantrags geworden, der die zur Zeit vorherrschende Willkür aufzeigt. Am 14. Mai erhielt ich eine Mitteilung von Yahoos Foto-Plattform <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flickr" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Flickr</a>, dass “<em>in einigen Regionen Porträtrechte unter das Copyright fallen, d. h. dass Personen verlangen können, dass Bilder, auf denen Sie abgebildet sind, aus dem Flickr Fotostream entfernt werden, wenn sie eine gültige Identifikation vorlegen. Wir haben eine solche Anfrage von Angelo D’Angelico erhalten</em>“. Flickr löschte das Foto ohne weitere Recherche. Das sich D’Angelico als die abgebildete Person identifizieren konnte, reichte Flickr vollkommen aus. Was das Flickr-Team nicht wissen konnte, da sie es nicht geprüft haben, war der Fakt, dass ich das Foto als Journalist auf einer öffentlichen <a href="https://www.flickr.com/photos/tobiasschwarz/sets/72157632692234126/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veranstaltung</a> gemacht habe. An dem Abend stellten sich die Kandidaten für die Berliner Liste von Bündnis 90/Die Grünen zur Bundestagswahl 2013 vor. Neben den Bundestagsabgeordneten Renate Künast und Lisa Paus, bewarben sich auch die Landesabgeordneten Andreas Otto und Özcan Mutlu um einen aussichtsreichen Listenplatz, herausgefordert von Angelo D’Angelico. Das öffentliche Interesse daran war groß, denn selbst auf Welt.de wurde Angelo D’Angelico, “<em>der seit 2010 Parteimitglied ist</em>“, namentlich als Herausforderer erwähnt. Das öffentliche Interesse oder mein journalistisches Fotowerk, dass wohl für immer im Digitalen festgehalten hat, dass Angelo D’Angelico sich einmal für einen Listenplatz zur Bundestagswahl beworben hat und jeder von da aus weiter recherchieren kann, <a href="http://gruene-berlin.de/lmv13" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dass es nicht geklappt hat</a>, waren aber nicht die Gründe, warum Angelo D’Angelico Flickr aufforderte, das Bild zu löschen. Am 5. Mai forderte er mich in einer Mail persönlich auf, das Bild zu löschen, da er eine “<em>Bereitstellung von Content auf einer kommerziellen Seite mit Nutzungsabtretung</em>” ablehne. Diesem Wunsch kam ich nicht nach, da ich als Urheber des Fotos den Ort der Veröffentlichung (Flickr) und die Wahl der Lizenz (Creative Commons) zur Verbreitung selber bestimmen darf, wie ich ihm auch ausführlich erklärte. Da ich Angelo D’Angelico als einen in der Stärkung von Urhebern an sich Gleichgesinnten bei den Berliner Grünen kannte, nahm ich an, dass er meine Rechte als Urheber akzeptieren würde.</p>
<h3>Es fehlen einheitliche Regeln</h3>
<p>Wenige Tage später erhielt ich die bereits erwähnte Mitteilung von Flickr, dass das Bild gelöscht wurde (Flickr Case 3230246). Ich wandte mich daraufhin an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yahoo" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Yahoo</a> Deutschland und erklärte den Sachverhalt, dass es sich bei dem Foto um ein journalistisches Werk von einer öffentlichen Veranstaltung mit öffentlichem Interesse handle. Eine Sprecherin des Unternehmens schrieb mir zurück, dass das “<em>Bild auf der Grundlage von internen Richtlinien, die dem Schutz von Portraitrechten dienen, entfernt wurde</em>“. Mir wurde aber die Möglichkeit gegeben, dass Bild Yahoo zuzusenden, damit sie “<em>mit Blick auf die zusätzlichen Informationen, u.a. dass es im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung mit Presseanwesenheit aufgenommen wurde</em>“, prüfen, ob es “<em>wieder hochgeladen werden kann</em>“. <a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/14529136059_2106d0769c_z.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-141050 alignleft" alt="14529136059_2106d0769c_z" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/14529136059_2106d0769c_z-630x420.jpg" width="326" height="217" /></a>Es konnte wieder hochgeladen werden. 40 Tage nach meiner Mail teilte mir die gleiche Unternehmenssprecherin mit, dass sie “<em>zu dem Schluss gekommen [ist], dass (…) dieses Foto wieder auf Flickr hochladen können. Angesichts [der] Angaben gehen wir in diesem speziellen Fall davon aus, dass es sich um eine öffentliche Veranstaltung gehandelt hat, bei der Pressevertreter zumindest geduldet wurden. Dieser Umstand war uns bei der ursprünglichen Prüfung dieses Falles nicht bewusst, weshalb – wie wir Ihnen bereits mitgeteilt hatten – das Foto zum Schutz von Portraitrechten entfernt wurde</em>“. Auf meine Nachfrage zu den Folgen des “Recht auf Vergessen”-Urteil für Yahoo, wurde ohne weiteren Kommentar auf das offizielle Statement von Yahoo verwiesen: “<em>In light of the European Court of Justice decision, our team is currently in the process of developing a solution for Yahoo users in Europe that we believe balances the important privacy and freedom of expression interests</em>“. Die ungerechtfertigte Löschung des Bildes aufgrund einer unbegründeten Anfrage von Angelo D’Angelico, aber auch die 40 Tage andauernde Prüfung des Sachverhalts eines einzigen Bildes, wobei meines Wissens nach Yahoo nicht bei der Grünen Jugend Berlin nachgefragt hat, ob es sich wirklich um eine öffentliche Veranstaltung handelte, zeigen die Notwendigkeit von transparenten Regeln, wie mit Löschanfragen umgegangen werden muss und wie die Pressefreiheit weiterhin geschützt werden kann. Noch zeigt die Politik in ihrem gegen Google gerichteten Regulierungswahn kein Bewusstsein für die Problematik. Auf einem an diesem Donnerstag in Brüssel angesetzten Treffen der europäischen Datenschützer, sind <a href="http://www.bloomberg.com/news/2014-07-17/eu-privacy-watchdogs-and-search-engines-meet-next-week.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nur Google und Microsoft</a> geladen. Europäische Suchmaschinen oder andere Vertreter von Organisationen wie Reporter ohne Grenzen oder European Digital Rights (EDRi) fehlen bei der Sitzung. Dabei wäre ein breiter Multistakeholder-Dialog jetzt genau das, was die weitere Entwicklung des unzureichend begründeten und gefährlichen “Recht auf Vergessen” braucht.   <em>Dieser Artikel erschien zuerst auf netzpiloten.de</em> Teaser und Image: Motaz Abuthiab Bild Angelo D&#8217;Angelico: Tobias Schwarz</p>
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		<title>Augen zu und durch? &#8211; Digitale Presseschau KW 21</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ludwig Lagershausen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 May 2013 15:48:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Habt ihr was an den Augen? Facebook hat sich ganz böse verguckt, Frankreich schaut nur auf Konto statt ins Netz, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Habt ihr was an den Augen? Facebook hat sich ganz böse verguckt, Frankreich schaut nur auf Konto statt ins Netz, Google sieht nur sich selbst, die Politik verschließt komplett die Augen, die EU ist blauäugig und die Netzaktivisten haben sowieso noch nichts von der Realität gesehen. Unsere Digitale Presseschau sorgt für freie Sicht.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=n_YHyXVxHhc&amp;feature=youtu.be" title="Rette deine Privatsphäre! - Stoppt den &quot;Lobby-Krieg&quot; gegen EU-Datenschutz! (Kurz)" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/n_YHyXVxHhc?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Die EU hatte den Plan, ihre Bürger und deren Daten durch ein Datenschutzabkommen besser zu schützen. Dies sorgte bei der Industrie für  Aufruhr, sah man doch Absatz und Profit gefährdet, wenn man private Daten künftig stärker unter Verschluss halten müsse. Die Lobbyisten stürzten sich also auf den Datenschutzentwurf und wirbelten die Gesetzesinitiative kräftig durcheinander, übrig geblieben ist ein für viele nicht mehr akzeptabler Entwurf, der vor allem die Profitinteressen der Unternehmen und weniger die Privatsphäre der Bürger zu schützen scheint. Dieser kurze Film benennt das Problem und ruft zum Handeln auf: Macht Druck auf die Politiker, noch ist Zeit!</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/facebook-und-gewalt-gegen-frauen-nackt-geht-gar-nicht-geknebelt-schon-1.1678049">Zweierlei Maß?</a></h3>
<p>Tauchen bei Facebook rassistische, diskriminierende oder gewaltverherrlichende Inhalte oder Bilder auf, werden diese (sofern sie entdeckt werden) umgehend gelöscht. Nicht ganz so genau nimmt Facebook es aber scheinbar bei frauenverachtenden Inhalten. Bilder, die geschlagene Frauen und gewaltverherrlichende Sprüchen zeigen, gibt es leider immer wieder zu sehen. Auch waren Seiten mit eindeutigen Namen wie „Raping your Girlfriend“ oder „Fly kicking Sluts in the Uterus“ bis vor kurzem noch für jedermann erreichbar. Oft genügt nur ein kleiner Hinweis, dass die dargestellten Inhalte nur scherzhaft gemeint seien, um dieser &#8216;rape culture&#8217; eine Plattform zu geben. Die Aktivistengruppe „Woman, Action and Media“ hat sich nun an Facebook gewandt, um zu erwirken, dass frauenverachtende Inhalte ebenso restriktiv bekämpft werden wie jede andere Form von Diskriminierung auch. Dass Facebook unpassende Inhalte nicht duldet, zeigt sich bei der häufigen Löschung von Darstellungen körperlicher Nacktheit.  Daher ist es absolut nicht zu verstehen, warum angeblich lustig gemeinte Aufrufe zur Gewalt gegen Frauen geduldet werden!</p>
<h3><a href="https://www.taz.de/Studie-zum-digitalen-Fingerabdruck/!116410;beta/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heiße Spur</a></h3>
<p>Wer im Netz unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Das Surfverhalten eines jeden Nutzers kann mithilfe von Cookies ziemlich exakt ausgewertet werden, personalisierte Werbung auf dem Bildschirm ist oft die Folge. Der Browser Mozilla Firefox plant, künftig alle Cookies von Drittanbietern zu blockieren, doch die Werbeindustrie rüstet ebenfalls auf: Browser Fingerprinting heißt die Methode, die anhand von verschiedenen Browsereinstellungen Datenspuren ausliest und eine eindeutige Identifizierung des virtuellen Nutzers zulässt – also einen digitalen Fingerabdruck erstellt. Die Folgen können vielfältig sein: man würde dadurch weiterhin personalisierte Werbung aufblinken sehen – das Internet weiß ja, wofür man sich so interessiert. Andererseits könnte der Datentransfer etwa beim Online-Banking sicherer gemacht werden: es könnte sichergestellt werden, ob Kontoinhaber und User dieselbe Person sind.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/mehr-transparenz-was-wir-von-suchmaschinen-wissen-wollen-a-900326.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf den Input kommt es an</a></h3>
<p>Wer bei Google sucht, der findet. Doch was findet man da eigentlich? Die Suchmaschine spuckt scheinbar willkürlich Ergebnisse zum gesuchten Begriff aus, man braucht nur draufzuklicken und schon ist man (meist) beim gewünschten Ergebnis. Die Suchergebnisse und deren Reihenfolge kommen aber mitnichten zufällig zustande: Google (wie auch andere Suchdienste) bevorzugt (selbstverständlich) eigene Angebote; Dienste konkurrierender Anbieter werden schon mal gekonnt unter den Teppich gekehrt. Was tun? Der Suchende solle laut SPON anspruchsvoller werden, um sich Googles Auswahl nicht einfach unterjubeln zu lassen. Unter anderem solle der User mehr Wert auf Transparenz, Quellen und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse legen, der Suchmaschine so beibringen, welche Ergebnisse bevorzugt werden. Die Prophezeiung: zukünftig werden Suchmaschinen noch mehr personalisiert sein und mit jeder Sucheingabe mehr über den User lernen.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-05/rebecca-mackinnon-netzaktivismus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Koalitionen lohnen</a></h3>
<p>Netzpolitische Aktivisten und Bündnisse kommen oftmals daher wie ein zahnloser Tiger: trotz großem (digitalen) Unterstützerkreis und plakativen Aktionen gelingt es relativ selten, Zivilgesellschaft, Unternehmen und Politik von den eigenen Vorhaben zu überzeugen. Was bei Acta so überraschend gut funktionierte, stockt bei aktuellen Kampagnen wie der EU-Datenschutzrichtlinie und weiteren Projekten. Doch was fehlt der Netzpolitik denn eigentlich? Wieso steht man mit seinen Forderungen am Ende dann doch so oft allein auf weiter Flur, ohne von der Politik ernst genommen zu werden? Netzaktivistin Rebecca McKinnon erzählt im Interview mit ZEIT-Online, wo die Netzszene noch Nachholbedarf hat. „Wenn es um ganz altmodische Methoden wie dem Schmieden von Koalitionen geht, dann können wir Aktivisten von den Veteranen der Politik noch einiges lernen.“</span></span></p>
<h3><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2013/05/frankreich-plant-steuer-auf-internetgeraete/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Je ne regrette rien&#8230;</a></h3>
<p>Frankreichs Staatspräsident Hollande steht nicht zuletzt wegen seiner enormen Steuererhöhungen arg in der Kritik. Weiterer Unmut könnte sich aufgrund einer neuen Internetsteuer bilden: es ist geplant, jedes Gerät mit Internetanschluss mit einer Steuer von 1% des Kaufpreises zu belegen, um mögliche illegale Downloads finanziell zu kompensieren. Erfreuen dürfte das vor allem die Künstlerszene, die unter den rechtswidrigen Downloads besonders zu knabbern hat. Erbost dagegen zeigen sich vor allem Elektronikkonzerne aufgrund der Gefahr, die Branche könne dem Hexagon den Rücken kehren und sich anderswo ansiedeln, um die Steuer zu umgehen. Langfristiges Ziel im Élysée-Palast ist es, diese Regelung EU-weit durchzusetzen, Abwanderungen ins Ausland dürften dann unwahrscheinlicher werden.</p>
<h3><a href="http://carta.info/58371/im-tiefen-tal-der-exponentialitat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ungeahnte Höhen</a></h3>
<p>Welche Auswirkungen hat das Internet auf den zukünftige Arbeitswelt, die Wirtschaft, die Gesellschaft? Und kann man diesen Herausforderungen mit Instrumenten wie Leistungsschutzrecht, Netzneutralität und Datenbeschränkung beikommen? Michael Konitzer sagt ganz klar „Nein!“. Denn die Folgen des digitalen Wachstums seien bei weitem höher als die Politik heute denkt. Ein entscheidender Punkt: kostenlose Wirtschaftsleistungen von kostenlosen Diensten wie Facebook, Google, Wikipedia und vielen weiteren werden aus den Wirtschaftsberechnungen herausgehalten, die Wirtschaftsdynamik sei längst von der heutigen Lebenswirklichkeit abgekoppelt. Digitale Produkte, beliebig oft und grenzenlos rezipierbar, werden exponentiell an Reichweite und Geschwindigkeit zunehmen. Ins Unendliche emporschießende Wachstumsraten, voll digitalisierte Arbeitszweige und durch Maschinenkraft überflüssig gewordene Arbeitsplätze werden laut Konitzer die drastischen Folgen dieser Entwicklung sein. Reagiert die Politik auf diese Aussichten? Konitzer: „Eigentlich wäre das ein echtes Wahlkampfthema. Aber es ist zu unangenehm“.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-04/harper-reed-datenschutz" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> </a></h3>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Das Netz im Googlehagel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[fkirchner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Aug 2008 17:39:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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		<title>FDP-Hamburg bei Google als Spammer gebrandmarkt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/fdp-hamburg-bei-google-als-spammer-gebrandmarkt-3774/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Feb 2008 09:52:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerschaftswahl]]></category>
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					<description><![CDATA[Kurz vor der Bürgerschaftswahl (Sonntag, 24. Februar 2008) ist die Außendarstellung der FDP Hamburg bei Google im Eimer: Gibt man die Begriffe &#34;FDP Hamburg&#34; in die Suchmaschine ein, führen nur die zwei ersten Treffer zu Homepages der Partei. Dann folgen Blog-Beiträge, die das verdeckte Verbreiten eines FDP-Wahlwerbevideos durch eine Werbeagentur anprangern.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kurz vor der Bürgerschaftswahl (Sonntag, 24. Februar 2008) ist die Außendarstellung der FDP Hamburg bei Google im Eimer: Gibt man die Begriffe &quot;FDP Hamburg&quot; in die Suchmaschine ein, führen nur die zwei ersten Treffer zu Homepages der Partei. Dann folgen Blog-Beiträge, die das verdeckte Verbreiten eines FDP-Wahlwerbevideos durch eine Werbeagentur anprangern.<!--break--></p>
<p>
Sucht ein Wähler also im Internet beim absoluten Marktführer <a href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;q=fdp+hamburg&amp;btnG=Suche&amp;meta=" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google nach der Hamburger FDP</a>, sieht er auf den ersten Blick Begriffe wie &quot;Spam&quot; oder &quot;FDP kassiert Abmahnung&quot;. Hintergrund der vermasselten Außendarstellung ist ein Werbevideo der FDP für das die Werbeagentur Oysterbay <a href="/spam-im-auftrag-der-fdp">mit fragwürdigen Methoden Marketing</a> machte. Die Werber verschickten E-Mails an Blogger, die aussahen wie ein freundlicher Tipp eines Lesers und kommentierten unter falschem Namen in Blogs.
</p>
<p>
<b>Täuschungsversuch mit erfundenem Absender</b>
</p>
<p>
Dazu nutzten sie den erfundenen Namen &quot;Niklas Sörensen&quot;. Dem Pseudonym beschaffte die Agentur auch eine kostenlose GMX-E-Mail-Adresse, um den Absender zu verschleieren. Der <a href="http://www.hanno.de/blog/2008/die-fdp-und-der-sprechende-kuhlschrank/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger Hanno Zulla</a> entdeckte den Täuschungsversuch und machte ihn öffentlich. Eine Fülle von empörten Blog-Beiträgen und Kommentaren folgte. Zulla <a href="/abmahnung-wegen-fdp-wahl-spam">mahnte die FDP ab</a>, die Partei akzeptierte eine strafbewehrte Unterlassungserklärung.<br />
<a href="http://technorati.com/claim/97sfmvfad7" rel="me">Technorati Profile</a></p>
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		<title>Wikia Search: Suche im sozialen Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jan 2008 16:17:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Suchmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Jimmy Wales]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit heute Nacht ist <a href="http://alpha.search.wikia.com/" target="_blank" title="&#34;Wikia Search&#34;" rel="noopener noreferrer">„Wikia Search“</a>  online. Die seit langem angekündigte Suchmaschine des Wikipedia-Gründers Jimmy Wales soll „vorrangig auf menschlicher Intelligenz beruhen“ und könnte so dem Suchmaschinen-Giganten Google überlegen sein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit heute Nacht ist <a href="http://alpha.search.wikia.com/" target="_blank" title="&quot;Wikia Search&quot;" rel="noopener noreferrer">„Wikia Search“</a>  online. Die seit langem angekündigte Suchmaschine des Wikipedia-Gründers Jimmy Wales soll „vorrangig auf menschlicher Intelligenz beruhen“ und könnte so dem Suchmaschinen-Giganten Google überlegen sein.<!--break--></p>
<p>
Wikia Search basiert ausschließlich auf freier Software, also Programmen, die von einer Programmiergemeinde gepflegt werden.  Um die Qualität der Suchmaschine zu sichern setzt das Projekt vor allem auf nachvollziehbare Ergebnisse und die aktive Mithilfe der User.
</p>
<p>
Die Rangfolge der Seiten wird nicht wie bei Google und anderen etablierten Suchmaschinen üblich allein durch kaum nachvollziehbare, mathematische Algorithmen bestimmt. Bei Wikia Search  nehmen auch die Nutzer auf verschiedene Weise Einfluss auf die angezeigten Suchergebnisse.
</p>
<p>
Um zu erreichen, dass die qualitativ besten Suchergebnisse ganz oben auf der Ergebnisliste stehen, wurden verschiedene Bewertungsmöglichkeiten integriert. Noch nicht freigeschaltet ist das „Social Ranking“, bei dem Nutzer manuell die Qualität einzelner URLs nach einem 5-Sterne-Prinzip sowohl positiv als auch negativ bewerten können. Diese Bewertungen werden jedoch in Zukunft Einfluss auf die Rangfolge der Suchergebnisse haben.
</p>
<p>
Außerdem gibt es eine von den Usern geführte <a href="http://search.wikia.com/wiki/Whitelist" target="_blank" title="Whitelist" rel="noopener noreferrer">Whitelist</a>  mit den wichtigsten und besten Websites zum jeweiligen Thema.
</p>
<p>
Besteht Diskussionsbedarf  über die Ergebnisse einzelner Suchbegriffe, so kann zu jedem Suchwort eine eigene Diskussionsseite im Wiki von Wikia Search angelegt werden.
</p>
<p>
Im Laufe der kommenden Wochen werden kurze Informationstexte zu<br />
wichtigen Suchbegriffen verfasst, die den Nutzern als erste<br />
Orientierungshilfe dienen sollen.
</p>
<p>
Da die Version noch nicht unter realen Bedingungen getestet werden konnte und die sozialen Elemente erst durch die Nutzung ihre regulierende Wirkung entfalten können, sind die Suchergebnisse derzeit noch wenig repräsentativ.
</p>
<p>
Gibt man zum Beispiel die Suchbegriffe „Partei + Deutschland“ ein, so liefert die Suchmaschine ein leicht verzerrtes Bild der Parteienlandschaft in Deutschland. Abgesehen von der CDU-Spandau tauchen unter den ersten zehn Ergebnissen ausschließlich kleine Parteien wie die „Anarchistische Pogo-Partei Deutschland (APPD)“, die „Humanistische Partei“, die „Partei Bibeleltreuer Christen (PBC)“ und sogar zwei mal die Titanic-Partei DIE PARTEI auf.
</p>
<p>
Im Gegensatz zu herkömmlichen Angeboten ist ein grundlegendes Element der Suchmaschine &#8211; wie bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia &#8211; das kollektive Wissen vieler Nutzer, deren gemeinsame Intelligenz und gegenseitige Kontrolle. Im Gegensatz zur gemeinnützigen Stiftung Wikipedia ist Wikia Search allerdings Teil eines gewinnorientierten Unternehmens und finanziert sich durch Werbekunden.
</p>
<p>
In der jetzigen Phase setzt Wikia Search auf Programmierer, Wiki-Autoren und Nutzer um die Qualität der Suchmaschine möglichst schnell zu verbessern. Sowohl bei der Weiterentwicklung der Software als auch bei der Produktion von Hintergrund- und Informationstexten ist die Mitarbeit der aktiven Netzgemeinde ausdrücklich erwünscht.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Google bestraft übertriebene Gimmicks</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/google-bestraft-uebertriebene-gimmicks-3603/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Oct 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Optimierung]]></category>
		<category><![CDATA[SEO]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Suchmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Gerald Steffens]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, 16. Oktober, war Gerald Steffens vom S-O-S SEO Blog zu Gast in der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er verriet, wie man im Web besser gefunden wird und worauf es bei der Optimierung von Suchmaschinen ankommt.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, 16. Oktober, war Gerald Steffens vom S-O-S SEO Blog zu Gast in der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er verriet, wie man im Web besser gefunden wird und worauf es bei der Optimierung von Suchmaschinen ankommt.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
<b>Moderator: </b>Hallo und herzlich willkommen zur Blogsprechstunde.<br />
Unser Gast heute ist Gerald Steffens von S-O-S SEO Blog. Ihre Fragen<br />
zu Suchmaschinenoptmierung, Google, technorati und PageRank können<br />
Sie gerne jetzt schon stellen, wir sammeln sie hier und leiten sie<br />
dann weiter. Um 16 Uhr geht es dann los.<br />
Hier in Berlin ist es jetzt 16 Uhr. Herr Steffens, können wir<br />
starten?</p>
<p><b>Gerald Steffens:</b> Ja, von mir aus kann es los gehen.</p>
<p><b>Moderator: </b>Unsere Nutzer konnten bereits einige<br />
Tage vorher Fragen stellen und darüber abstimmen, mit welcher<br />
wir heute anfangen. Hier ist die Frage, die die meisten Stimmen<br />
bekommen hat:</p>
<p><b>ralphie:</b> Vor kurzem gab es unter einigen Bloggern<br />
lustige Link-Ketten, die andere Blogger eher verärgerten. Was<br />
ist so schlimm daran, über Link-Ketten sein Ranking bei technorati<br />
und co zu verbessern?
</p>
<p>
<b>Gerald Steffens:</b> Diese Linkketten haben etwas<br />
von einen Pyramidensystem. Der Initiator schneidet dabei am besten<br />
ab, da fast jeder auf ihn zurück verlinkt, der Rest bekommt<br />
je nach Machart einen oder ein paar mehr Links ab. Im Extremfall,<br />
wenn jeder Teilnehmer die anderen verlinkt, haben wir eine regelrechte<br />
Link-Lawine, die sich über Technorati oder den Googles Index<br />
ergießt. Wenn 1000 Blogger an so einem extremen Linkspiel<br />
teilnehmen und sich gegenseitig verlinken würden, dann würden<br />
damit 1.000.000 Links erzeugt. Damit könnte man die Maßstäbe<br />
von Technorati und Google schon etwas verbiegen. Und ein solches<br />
verbiegen der Maßstäbe ist i.a. gleichbedeutend mit einem<br />
Verlust an Glaubwürdigkeit und damit Qualität des Maßstabes.<br />
Zum Glück erreichen die Link-Ketten nie solche gewaltigen Ausmaße.<br />
Wohl auch, weil den Teilnehmer von anderer Seite immer gerne unterstellt<br />
wird, dass die Teilnahme nicht wirklich uneigennützig sei 🙂<br />
Wobei es hier weniger um Technorati gehen wird, sondern um die Einflußnahme<br />
auf das Google-Ranking. Und wer kann da schon widerstehen, wenn<br />
man auf so leichte Art und Weise seine zukünftigen Leser- und<br />
Besucherzahlen erhöhen kann. Schlimm sind diese Dinge aufgrund<br />
der verhältnismäßig kurzen Ketten also nicht wirklich,<br />
nur würden alle Blogger die Skrupel fallen lassen, dann würde<br />
es sicher erhebliche Verbiegungen bei Technorati, Google und Co.<br />
geben. Ein Stückchen Neid ist sicher auch immer mit im Spiel.</p>
<p><b>Moderator:</b> Drohen Google oder technorati da mit<br />
Sanktionen, etwa Ausschluss aus dem Ranking?
</p>
<p>
<b>Gerald Steffens:</b> Ich kenne bis jetzt noch keinen<br />
Fall, bei dem so rigoros eingegriffen wurde. Sicherlich missachtet<br />
man dabei die Regeln, aber da die meisten Teilnehmer nicht böswillig<br />
an diesen Aktionen teilnehmen, wäre der Lärm groß<br />
und die Maschinen schlecht beraten, wenn sie drastische Maßnahmen<br />
ergriffen. Ich würde eher damit rechnen, dass still und heimlich<br />
ein paar Links entwertet werden.</p>
<p><b>Moderator:</b> Nächste Frage:</p>
<p><b>weissu:</b> SEO war ursprünglich vor allem für<br />
Firmen interessant. Was bringt das Ganze für Blogger?</p>
<p><b>Gerald Steffens:</b> Dasselbe, was es auch den Firmen<br />
bringt. Mehr Besucher. Die Firmen versuchen Geschäft daraus<br />
zu machen, die Blogger versuchen Leser zu gewinnen &#8211; und einige<br />
denke natürlich auch hier ans Geschäft.</p>
<p><b>Joogle:</b> Wie weit muss man sich Suchmaschinen unterordnen?<br />
Zum Beispiel immer das gleiche Keyword und keine Synonyme verwenden,<br />
damit man leichter gefunden wird? Was bringt das oder ist die Einschränkung<br />
größer?
</p>
<p>
<b>Gerald Steffens:</b> Der Trend wird eher in die andere<br />
Richtung gehen. Immer das gleiche Keyword kann einen ganz schnell<br />
in die Nähe eines Überoptimierungsfilters bringen. Google<br />
und Co. versuchen immer mehr auch Wortstämme und Synonyme zu<br />
erkennen und einzuberechnen. Insofern sollte man zwar das Hauptkeywort<br />
2-3 mal irgendwo verwenden, aber ansonsten guten Inhalt schreiben<br />
und nicht zu sehr über Keywörter nachdenken. </p>
<p><b>Moderator: </b>Zwei Fragen nach den größten<br />
Fehlern:</p>
<p><b>PLz:</b> Was sind die größten Fehler, die<br />
man bei seinem Blog in Sachen SEO machen kann?</p>
<p><b>raffa:</b> Was sind die häufigsten Fehler von<br />
Websitebetreibern, die ien gutes Ranking in Suchmaschinen verhindern?
</p>
<p>
<b>Gerald Steffens:</b> Bei Webseiten würde ich<br />
mal sagen, das ausschließliche Verlinken mit Javascript, URLs<br />
mit zu viel Dynamik, das heißt mit mehreren Parametern, Seiten<br />
die nur mit Flash aufgebaut werden, auch Frameseiten sind suboptimal.<br />
Bei Blogs ist Duplicate Content der größte Killer. Das<br />
Übertreiben mit Kategorien und Tags, Aufruf der Seite unter<br />
mehreren URLs, zum Beispiel mit und ohne www et cetera führt<br />
zu Seitenschwund. Generell ist Duplicate Content gerade für<br />
große Websites derzeit ein echtes Problem.</p>
<p><b>Moderator:</b> Was bedeutet Duplicate Content konkret<br />
und wie vermeidet man ihn am besten?
</p>
<p>
<b>Gerald Steffens:</b> Duplicate Content meint Inhalte<br />
die entweder identisch an mehreren Stellen vorkommen oder die in<br />
großen Teilen übereinstimmen. Suchmaschinen wie Google<br />
möchten ihre Ressourcen schonen, darum wird alles was mehrfach<br />
auftaucht ausgefiltert. Zur Vermeidung sollten man vor allem auf<br />
Probleme wie die schon angesprochenen Mehrfach-URLs achten, ansonsten<br />
kann man bei Bedarf Inhalte, die zum Beispiel in Tags oder Kategorien<br />
oder Archiven recycelt werden, mit „noindex, follow&quot;<br />
den Suchmaschinen vorenthalten.</p>
<p><b>Malicious: </b>Man hört immer, dass Suchmaschinen<br />
schlaue interne Verlinkungen belohnen &#8211; was beutetet das konkret?
</p>
<p>
<b>Gerald Steffens:</b> Auf der einen Seite kann man<br />
mit der passenden Wahl der Keywörter für das Menü<br />
einer Seite einen guten Einfluss auf das Ranking nehmen. Auch kann<br />
man mal einen Blick auf Wikipedia werfen, da sieht man was schlaue<br />
Verlinkung bedeuten kann.</p>
<p><b>ich:</b> Welche Chance hat man mit einem Blog gut zu<br />
ranken, wenn man sich nicht an den Themen, welche eh schon in zig<br />
Blogs gleichzeitig abgearbeitet werden, beteiligt? Praktisch nicht<br />
der Horde nachrennt?
</p>
<p>
<b>Gerald Steffens:</b> Man hat sicherlich schlechtere<br />
Chancen, als wenn man mit dem Mainstream mitzieht. Denn dort gibt<br />
es mehr Möglichkeiten um Kommentare zu hinterlassen, Aufmerksamkeit<br />
zu erzeugen, Trackbacks zu versenden und zu sammeln. Bleibt nur<br />
noch die Teilnahme an Linkketten 😉 Auf der anderen Seite steht<br />
einem ja die restliche Welt des Internet noch offen. Man muss halt<br />
in seiner Nische aktiv werden und ansonsten klassisch SEO betreiben.<br />
Letztendlich geht alles. Nur selbst wenn man hochrankt, das Interesse<br />
sollte schon so hoch sein, dass überhaupt jemand nach dem Thema<br />
sucht 🙂</p>
<p><b>Moderator: </b>Kommen wir zu einem weiteren Lieblingsthema<br />
unserer Nutzer: dem Google PageRank.</p>
<p><b>nn:</b> Welchen PageRank braucht man, um gefunden zu<br />
werden?</p>
<p><b>Gerald Steffens:</b> Ich sage mal so: Für mich<br />
ist das, was mal der PageRank (PR) war, heute eher ein Trustrank.<br />
In den Index kommt man auch mit PageRank 0. Gefunden wird man vor<br />
allem dann gut, wenn der Balken nicht nur lang und grün ist,<br />
sondern wenn dahinter auch Trust steckt. Es gibt eine Menge PR 7<br />
Seiten da draußen, die sehen nicht mal die Top 50.</p>
<p><b>törö: </b>Wie errechnet sich der PageRank<br />
und welcher Zusammenhang besteht zwischen dem PageRank und der Platzierung<br />
bei Google?
</p>
<p>
<b>Gerald Steffens:</b> Wie genau das heute geht, weiß<br />
keiner. Im Prinzip geht es um die Aufenthaltswahrscheinlichkeit<br />
auf einer Webseite, wenn man blindlings durch das Web stolpert und<br />
allen Links folgt. Auf Seiten mit vielen Ziellinks landet man häufiger.<br />
Wo viele User sind, muss auch was Interessantes zu finden sein.<br />
Soviel zur Theorie. Der Zusammenhang zwischen PageRank und Ranking<br />
ist kaum noch zu erkennen, weil der PageRank, den wir sehen, schon<br />
seit Ewigkeiten verseucht ist. Eine Seite mit hohem Trust kann auf<br />
jeden Fall sehr viel bewegen. Wer also hohen PageRank kaufen oder<br />
tauschen möchte, der sollte unbedingt versuchen zu erkennen,<br />
wieviel Trust da noch drin steckt.</p>
<p><b>Moderator:</b> Ein paar Fragen zum <a href="http://www.suchmaschinen-optimierung-seo.info/sosblog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">S-O-S<br />
SEO Blog</a>:</p>
<p><b>Leser:</b> Glückwunsch erstmal zum neuen Layout.<br />
Was versprichst du dir denn von der Umgestaltung deines Blogs?
</p>
<p>
<b>Gerald Steffens:</b> Das log soll sich besser einprägen<br />
können. Das Kubrick-Theme (Standard-Layout beim Blogdienst<br />
Wordpress, Anm. d. Red.) ist einfach zu langweilig 🙂</p>
<p><b>paperbag:</b> Vergibst du eigentlich noch den AntiSEO-Award?<br />
Wer wären denn geeignete Kandidaten?
</p>
<p>
<b>Gerald Steffens</b>: Ich wollte den Award weiterführen.<br />
BMW war zwischendurch ein heißer Kandidat. Und ist es immer<br />
noch 😉
</p>
<p>
<b>Uli:</b> Was hältst Du von der Aktion googlefreies<br />
Blog (also Aussperren von Robtos)?</p>
<p><b>Gerald Steffens:</b> Als SEO nichts 🙂 </p>
<p><b>jens:</b> Wenn Yahoo wirklich die Backlinkabfrage abschaltet:<br />
Wie sollte man dann Off Page Optimieren? Worauf schaust du beim<br />
Optimieren?
</p>
<p>
<b>Gerald Steffens:</b> Ohne Backlinks wird es schwer.<br />
Ich würde auf jeden Fall das Ranking für einige Keywords<br />
zum Einschätzen der Stärke einer Seite nutzen. Ich halte<br />
diese Liste hier für sehr hilfreich: <a href="http://www.seomoz.org/article/search-ranking-factors" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.seomoz.org/article/search-ranking-factors</a><br />
<b><br />
Moderator: </b>Letzte Frage für heute:</p>
<p><b>cinders:</b> Wo bekommt man als Anfänger Tipps<br />
für SEO &#8211; möglichst allgemeinverständlich?
</p>
<p>
<b>Gerald Steffens: </b>Ich halte diese Seiten für<br />
optimal für einen Einstieg: <a href="http://www.internetmarketing-news.de/suchmaschinenoptimierung/seo-buch-version-1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.internetmarketing-news.de/,<br />
</a> <a href="http://www.sistrix.com/suchmaschinenoptimierung-fuer-einsteiger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.sistrix.com/</a><br />
Und wenn man Geld ausgeben möchte:<a href="http://www.website-boosting.de/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
http://www.website-boosting.de/ </a><br />
Da steht alles was man braucht. Was fehlt, ist die Erfahrung: <a href="http://www.sistrix.com/news/680-seo-handwerk-oder-magie.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.sistrix.com/news/680-seo-handwerk-oder-magie.html</a>
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>60 Minuten Blogsprechstunde sind schon<br />
wieder um. Vielen Dank für die vielen Fragen und natürlich<br />
dankschön an Gerald Steffens für die Antworten. Das Protokoll<br />
zu diesem Chat finden Sie in Kürze auf politik-digital.de und<br />
auf Blogpiloten.de. Das letzte Wort gebührt natürlich<br />
dem Gast:
</p>
<p>
<b>Gerald Steffens:</b> Danke. SEO ist Handwerk, Kunst<br />
wird es mit Übung und Erfahrung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Danke auch von uns und noch einen schönen<br />
Abend.</p>
<p><b>Gerald Steffens:</b> Vielen Dank für die rege<br />
Beteiligung.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/google-bestraft-uebertriebene-gimmicks-3603/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
	</channel>
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