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	<title>Südkorea &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Südkorea &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Aug 2016 17:58:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[„Wir Koreaner werden immer wachen über unser Land mit seinen Flüssen und Bergen.“ Harmonisch, und doch voller Widersprüche schmiegt sich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/korea.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-149875 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/korea.jpg" alt="Seollal Nejahresfest" width="635" height="329" /></a>„Wir Koreaner werden immer wachen über unser Land mit seinen Flüssen und Bergen.“ Harmonisch, und doch voller Widersprüche schmiegt sich Korea zwischen die Großen Asiens, China, Russland und Japan. Digitalisierung und ein stetig schnellerer Lebensstil gehören zur koreanischen Kultur ebenso wie der Konfuzianismus und das Gefühl der Gemeinschaft. Ein Blick auf geteilte Welten einer geteilten Nation.</p>
<h3>Die Geister, die man rief</h3>
<p>Einst bat Hwanung seinen Vater Hwanin, den Kaiser des Himmels, er möge ihn auf die Erde schicken. Sein Vater kam dieser Bitte nach. Am Berg Paektu betrat Hwanung darauf die Erde, wo er die „göttliche Stadt“ gründete. Sich selbst gab er den Namen „Himmelskönig“. Eines Tages kamen eine Bärin und eine Tigerin mit dem Wunsch zu ihm, er möge sie zu Menschen machen. Hwanung versprach ihnen diesen Wunsch zu erfüllen, wenn sie 100 Tage in einer Höhle bei Knoblauch und Beifuss, dem ersten Kimchi, verbringen würden. Bald gab die Tigerin auf, doch die Bärin bestand die Prüfung. Beeindruckt nahm Hwanung sie zur Frau. Am 3.Oktober 2333 vor Christus bestieg ihr gemeinsamer Sohn Dangun den Königsthron, womit er die koreanische Nation begründete. So besagt es der Gründungsmythos Koreas.</p>
<p>Bis heute wird Dangun als Gründungsvater verehrt, ist doch der 3. Oktober als „Tag des offenen Himmels“ bis heute Nationalfeiertag. Traditionell gehen die Koreaner davon aus, das Zusammenwirken von Mensch und Geistern, insbesondere denen der Ahnen, bestimme das Schicksal der Welt und jedes Einzelnen darin. Bis heute spielen Mudang, wie man die koreanischen Schamanen nennt, eine besondere Rolle in der koreanischen Kultur. Sie gelten als Mittler zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Geister. Um die Geister anzurufen, hat sich im Laufe der Geschichte ein reichhaltiges kulturelles Erbe entwickelt. Es besteht aus Ritualen, Tänzen und Liedern wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=HE6vyfFMn0w" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arirang</a>, dem wohl bekanntesten koreanischen Volkslied und Erbe der Menschheit.</p>
<p>Ab dem vierten Jahrhundert erreichte der Konfuzianismus die Halbinsel. Die Lehren des Konfuzius von Gehorsam, Gemeinschaft und Harmonie prägen die koreanische Gesellschaft bis heute. Koreaner sehen ihre Familien als den Kern der Gesellschaft. Von Kindern wird erwartet, dass sie ihren Eltern gehorchen und sie respektieren. Ebenso werden Schule, Arbeit und Freizeit als höhere soziale Familien gesehen, in denen die Übergeordneten zu respektieren und zu ehren sind. Jeder Koreaner ist angehalten, seinen Platz in der Gesellschaft anzuerkennen, die Harmonie zu wahren und zur Gemeinschaft beizutragen.</p>
<p>Viele Jahre nach der Einführung des Konfuzianismus betrat eine neue Religion die Halbinsel. Christliche Missionare begannen Schulen aufzubauen und den christlichen Glauben zu verbreiten. Die Kirche erfüllte in den Anfängen des modernen Korea die Mittlerrolle zwischen Korea und dem Westen. Später bot sie in den Krisen des Nachkriegskoreas für viele Südkoreaner einen Halt. Mittlerweile bekennen sich im Süden etwa 25% zum Christentum mit steigender Tendenz.</p>
<p>Nach dem Ende des Koreakriegs kam mit der Modernisierung des Landes ein neues Wertesystem hinzu. Neben Gemeinschaftssinn und Konfuzianismus trat nun Wettbewerbs- und Konsumdenken, bei einem immer weiter gesteigerten Leistungsdruck.</p>
<h3>Die digitale Wende</h3>
<p>Blickt man heute auf die hektische Metropole Seoul, so ist es kaum mehr vorstellbar, dass Südkorea einst zu den ärmsten Ländern der Welt gehörte. Harte Arbeit und Entbehrungen waren nötig, um das „Wunder am Hanfluss“ zu verwirklichen, aus dem Korea schließlich als eine der zwanzig wichtigsten Volkswirtschaften der Welt hervorging. Insbesondere im Bereich der Digitalisierung zeichnet sich das Land aus, sind doch die Großen der Branche wie Samsung und LG hier zu Hause. Bereits seit 1982 ist Südkorea an das Internet angeschlossen, seit 1998 sogar via Breitband. Über 80% der Haushalte nutzen diese Technik, insbesondere aber Smartphones. Praktisch jeder Koreaner jeden Alters nutzt das Handphone, wie man die Geräte in Südkorea nennt. Ob ein Gespräch unter Rentnern, mit Freunden zur Verabredung im Noraebang, den beliebten Karaoke Bars, oder aber das mobile Büro, die Geräte sind ein fester Bestandteil des täglichen Lebens, wenn nicht gar das Leben. Ständig ist die koreanische Gesellschaft online, Offliner sind eine absolute Seltenheit. Stetig werden Familie, Freunde und Arbeit mit den neusten Informationen aus dem eigenen Leben versorgt. Viel Raum für lange Gespräche bleibt da nicht, dennoch kommt die permanente digitale Verbundenheit dem Gemeinschaftssinn der Koreaner entgegen.</p>
<h3>Glaube als App – Die Digitalisierung der Religion</h3>
<p>Praktisch alles, was früher offline getan wurde, ist nun bequem auch online möglich. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Digitalisierung auch vor dem Glauben nicht haltgemacht hat.</p>
<p>In Korea spielt die Verehrung der Ahnen bis heute eine große Rolle. Früher gebot es der Respekt gegenüber den Eltern und den Verwandten, dass Sterbende im Kreise der Familie aus dem Leben schieden. Anschließend wurden die Verstorbenen an den schönsten Plätzen des Landes bestattet, an die die Familien regelmäßig zurückkehren, um die Gräber zu säubern und der Ahnen zu gedenken.</p>
<p>Mittlerweile verlagert sich der Glaube immer weiter ins Digitale. Aufgrund des Platzmangels fördert die koreanische Regierung die Feuerbestattung. Galt früher das Sterben im Krankenhaus als absoluter Ausnahmefall, ist es heute die Regel. Krankenhäuser betreiben eigene Bestattungsinstitute. An die Stelle des Grabes tritt der digitale Friedhof. Hier können Angehörige Bilder der Verstorbenen hinterlegen und sogar Chatfunktionen für Beileidsbekundungen einrichten. Anstelle eines Friedhofsbesuches sind die Ahnen virtuell nur einen kurzen Knopfdruck entfernt und ständig erreichbar, um ihrer zu gedenken. Nach der Tragödie von Saewol 2014 wurde beispielsweise ein digitaler Schrein, das <a href="http://teachsewol.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Saewol Klassenzimmer</a>, eingerichtet, auf dem sich Eltern, Lehrer, Freunde und Betroffene austauschen, ihrer Lieben gedenken und ihre Trauer verarbeiten können.</p>
<p>Der Kut, die religiöse Zeremonie, ist fester Bestandteil des koreanischen Glaubenssystems. Häufig haben die hart arbeitenden Koreaner aber kaum Zeit für die weiten Wege, um die Tempel zu besuchen oder Verwandten bei den wichtigen Zeremonien beizuwohnen. „Heutzutage können die Familienmitglieder durch Video oder Chatting dennoch teilhaben an den Zeremonien. Das finde ich sehr gut“, erklärt die koreanische Studentin Soheui Yoon. Mit Apps wie Gificon denken die Koreaner aneinander und schicken sich an den Festtagen kleine Präsente in Gutscheinform auf die Smartphones. „Viele alte Leute finden es nicht gut, wenn die Jugendlichen ihre Zeit nur mit dem Handy verbringen“, erklärt Soheui weiter. „Ich darf zum Beispiel beim gemeinsamen Essen auch nicht auf mein Smartphone schauen. Sonst bekomme ich Ärger von meinen Eltern.“ Die kleinen digitalen Begleiter wegzulegen kommt aber selten vor. Das haben auch religiöse Gemeinschaften erkannt. In vielen Apps werden die User langsam und in leicht verdaulichen Einheiten an das Glaubenssystem und die Traditionen Koreas herangeführt.</p>
<p>Nur einmal im Jahr, da macht sich das ganze Land auf: an Seollal, dem Neujahrsfest. Zu dieser Zeit am Ende des koreanischen Jahres steht das sonst so strebsame Land für drei Tage still. Dann fahren alle Koreaner zu ihren Familien, verbringen Zeit miteinander im Gedenken der Ahnen. Die traditionelle Zeremonie der Ahnenverehrung, Jesa, erfordert eine große Vorbereitung. Spezielle Speisen müssen in einer richtigen Reihenfolge auf einem Altar den Ahnen dargebracht werden. Verschiedene Apps helfen der Familie dabei, die einzelnen Speisen richtig anzuordnen und natürlich, wie es im Land des Onlineshopping üblich ist, lässt sich das Essen auch bequem vorab online bestellen. „Viele ältere Familienmitglieder mögen es nicht, wenn man das Essen online bestellt, aber wir müssen alle viel arbeiten, was soll man da machen“, findet die Studentin Soheui Yoon. An diesen drei Tagen des Seollal kommt es zu den seltenen Momenten, an denen die ganze Familie zusammenkommt. Doch was bleibt bei so viel Information am Tag noch zu sagen? Eine App ermöglicht es beispielsweise, dass die Familie zwar auf einem gemeinsamen Bildschirm, aber jeder in seiner separaten Kachel sein Programm verfolgen kann. Korea ist eine Gesellschaft, in der Höflichkeit zu den obersten Prinzipien gehört. „Ich finde das sehr unhöflich mit den Smartphones. Wir sollten uns viel lieber miteinander unterhalten als am Tisch mit dem Handy beschäftigen“, bedauert Soheui Yoon. „Schließlich ist die Familie das wichtigste in meinem Leben.“</p>
<p>Während sich viele junge Koreaner dem Konsum und westlichen Werten zuwenden, gewinnt der christliche Glaube an Einfluss. Sogenannte Online Churches, in denen Gläubige auch über die digitalen Medien stetig am Gemeindeleben teilhaben können, nehmen zu. Ob Predigten, Gebete, Fürbitten oder Beichten, Gläubige und Priester können auch über Kilometer entfernt sein. Die moderne Technik macht es möglich. In harten Zeiten bot das Christentum vielen Koreanern Halt und konnte sich so etablieren. Brachten einst die Missionare diesen Glauben auf die Halbinsel, sind die Koreaner mittlerweile selbst zu den eifrigsten Missionaren geworden, sowohl im Inland als auch im Ausland. Regelmäßig schicken christliche Aktivisten Bibeln an Ballons über die demilitarisierte Zone nach Nordkorea. Inzwischen können die Missionare sogar orten, wo die Bibeln landen, in der Hoffnung, dass sie gelesen werden.</p>
<h3>Juche in Nordkorea &#8211; Online im eigenen Netz</h3>
<p>Der 27. Juli 1953 wird wohl für immer im kollektiven Gedächtnis des koreanischen Volkes nördlich und südlich des 38. Breitengrades bleiben. An diesem Tag wurde die Teilung des Landes an dieser Demarkationslinie besiegelt. Bis dahin teilten sich beide Staaten eine gemeinsame Kultur, entwickelten sich aber von da an in zwei verschiedene Richtungen.</p>
<p>Die Juche, was übersetzt so viel wie Unabhängigkeit bedeutet, ist das Fundament der Demokratischen Volksrepublik Korea. Nach den Erfahrungen aus Unterdrückung und Besatzung beschwört diese Ideologie die wirtschaftliche, politische und besonders militärische Unabhängigkeit des Landes. Im Zentrum steht das nationale Interesse des Staates, der sich aus der „Volksmasse“ zusammensetzt. Jeder Bürger hat die Pflicht, sich dem gesamten Kollektiv unterzuordnen. An oberster Stelle – so die Theorie – steht ein Führer, der das Volk weise leitet. Hier wird die Bedeutung des Ahnenkultes deutlich. Die Propaganda Nordkoreas verehrt Kim Il Sung als „ewigen Präsidenten“, der de jure auch nach seinem Tod noch das Amt des Staatsoberhauptes innehat. In dieser Funktion wacht er quasi als eine Art Vater über die (nord-)koreanische Nation. Seit 1997 wird die Zeitrechnung sogar nach dem Staatsgründer gemessen, begonnen im Jahre eins, nach unserer Zeitrechnung 1912, dem Geburtsjahr Kim Il Sungs.</p>
<h3>Studieren für Volk und Vaterland</h3>
<p>Ausdruck dieser großen Verehrung sind beispielsweise die jährlichen stattfindenden <a href="https://www.youtube.com/watch?v=LVADX5CYvZk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arirangfestspiele</a> mit tausenden von Darstellern oder jedes Jahr im April die Blumenschau. Auf dieser werden die besten Züchtungen der Orchideen Kimilsungia und Kimjongilia präsentiert, benannt nach dem „Ewigen Präsidenten“ und seinem Sohn dem „Großen Führer“, wie sie die Staatspropaganda stilisiert. Die Juche ist allgegenwärtig, soll stetig durch die Bürger verinnerlicht werden.</p>
<p>Dazu stehen jedem nordkoreanischen Haushalt Radiogeräte zur Verfügung, die nur über einen Kanal verfügen und sich nicht abschalten lassen. Lediglich die Lautstärke kann erhöht oder reduziert werden. Mittlerweile ist es aber in der „Großen Studienhalle des Volkes“ in der Hauptstadt Pjöngjang möglich, im nordkoreanischen Internet „Kwangyong“, was so viel wie „Licht“ oder „Großer Stern“ bedeutet, zu studieren. Neben ausgewählten Informationen zu Wissenschaft und Forschung stehen dem Nutzer sämtliche Werke der Staatsdoktrin zum Studium zur Verfügung. Mittlerweile gehört die Ausbildung am Computer auch zum Lehrplan an nordkoreanischen Schulen. Dennoch bleibt ein Computer ein Luxusobjekt, weshalb Berufe, die solche Geräte nutzen, ein hohes Ansehen genießen.</p>
<p>Jeder Bürger ist angehalten, täglich etwa 90 Minuten die Biographie der Kim-Familie und die Juche zu studieren. Dabei werden die Widersprüche des Landes deutlich. Während das Internet nur einer Elite vorbehalten ist, hat das Land bereits das Tablet „<a href="http://www.makeuseof.com/tag/tech-north-korea-look-like/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Samjiyon</a>“ entwickelt, auf dem sich die gesammelten Werke der Juche Ideologie auch mobil studieren lassen. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, sich die Texte abends beispielsweise vorlesen zu lassen. In einem Land, in dem Mangel und Stromausfälle an der Tagesordnung sind, ist dies vielleicht keine schlechte Alternative. Trotz der Rückständigkeit und des Totalitarismus des Regimes in Pjöngjang zeigen sich auch erste Veränderungen nördlich der Demarkationslinie. Vor kurzem berichtete die BBC beispielsweise, nordkoreanische Informatiker hätten eine eigene Version von Facebook entwickelt. Der digitale Wandel hat auch hier begonnen, wenn auch auf Art und Weise der Juche, dem eigenen Weg, den das Land oder zumindest seine Führung beschreiten möchte. Veränderungen und Wandel sind auch im wohl isoliertesten Land der Welt zu spüren, jedoch dürfen sie nicht über die nach wie vor prekäre und desaströse Menschenrechtsituation des totalitären Regimes hinwegtäuschen.</p>
<h3>Korea: Ordnung und Widerspruch in sich</h3>
<p>Die Farben Blau und Rot finden sich in den Nationalflaggen beider koreanischer Staaten wieder. Sie symbolisieren den Widerspruch zwischen Eum, dem koreanischen Yin, und Yang, den Widersprüchen des Kosmos. Nach den Lehren des Yin und Yang befindet sich der Kosmos in einem stetigen Wandel, in dem alte Widersprüche aufgelöst werden, doch in sich bereits neue enthalten. Beide Koreas haben sich nach dem Krieg und der Trennung gewandelt und stecken doch noch voller Gegensätze. Über Jahrtausende konnten sich trotz Invasionen, Unterdrückungen und Umbrüchen die koreanischen Bräuche erhalten. Sowohl südlich als auch nördlich begreift man die Bedeutung des Internet für die Zukunft, aber auch für die Wahrung der eigenen Kultur und Tradition. Denn wie beschwört es die südkoreanische Nationalhymne <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YlnfImH7NTU" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aegukga</a>: „Bis das Meer des Ostens ausdörrt und der Paektusan Berg abgetragen ist, möge Gott unser Land ewig schützen.“</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: &#8220;<a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/16390668300/in/photolist-qYosDj-rfNMHt-9mzHrQ-9mzLkG-qiWyH7-qibaAc-qYuqKM-qhXY4Q-ixypCt-reYNGT-qXvYWK-rd5cd3-dUgfsS-9mFPa9-9mAe5G-qj9FNz-dUgfUf-qYuCKi-rfREGu-rfXyW2-dUgfpj-dUaCZk-dUaDan-7GjzgA-qj9HVa-7Gde82-qXqjk7-dUgfAL-rcFUnY-reTcio-qibwD4-reQnkc-qibqMV-9mxNSB-dUgfFh-9mySN7-aCXZ9Q-9mAJH9-9mwLf2-9mxp5X-dUaCJi-9mvTRv-7GiZeL-7GeNs4-7Gf9zv-9mAAeY-9mxL4e-9mA9vd-7Gfrwd-9mAD8o" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2015_Seollal_03</a>&#8221; von <a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Republic of Korea </a>via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Gamescom 2012: Südkoreas Begeisterung für Spiele</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Schumacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Aug 2012 14:53:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Republik Korea ist bei der diesjährigen Computerspielmesse Gamescom vom 15. bis 19. August in Köln offizielles Partnerland. Ein Grund [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/gamescom-2012-suedkorea-und-seine-begeisterung-fuer-spiele/newshour-koreanisches-maedchen/" rel="attachment wp-att-120138"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-120138" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Newshour-koreanisches-maedchen-630x420.jpg" alt="" width="630" height="420" /></a><br />
Die Republik Korea ist bei der diesjährigen Computerspielmesse Gamescom vom 15. bis 19. August in Köln offizielles Partnerland. Ein Grund für politik-digital.de, das Technik- und &#8220;Gamingland&#8221; Südkorea einmal genau zu betrachten: Zwischen Technikwahnsinn und dem Kulturgut Videospiele könnte Deutschland vielleicht noch etwas von Südkorea lernen.</p>
<p>Samsung und LG, zwei südkoreanische Unternehmen, deren Erfolg viel mehr Aussagekraft hat, als man zunächst denkt. Sie stehen für die Technikfixiertheit eines Landes, das nur ein Drittel so groß ist wie Deutschland, aber mehr Einwohner hat als Spanien. Dass zwei der international größten Technologie-Unternehmen aus Südkorea stammen, ist kein Zufall. Wenn man durch die schillernde Metropole Seoul streift, dann mag das auf der Hand zu liegen, einige Kilometer weiter östlich in der tiefsten Provinz jedoch würde man die digitale Begeisterung der gesamten Bevölkerung nicht auf Anhieb erkennen.</p>
<p><strong>&#8220;Early Adopters&#8221; im Land der Morgenstille</strong></p>
<p>Ob Megacity oder Einöde, Südkorea gilt als technikversessen. <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/digitale-revolution-schulen-in-korea-schaffen-buecher-aus-papier-ab-a-840959.html">Wie Spiegel Online kürzlich berichtete</a>, fängt diese Begeisterung schon in der Schule an, wo zukünftig gebundene Bücher, Stifte und Kreidetafeln durch E-Books, virtuelle Tastaturen und digitale Whiteboards ersetzt werden sollen. Die Kinder in Südkorea werden also schon früh auf Technologie getrimmt. Aktuelle technische Spielereien wie Smartphones und Tablets sind nicht nur Status-Symbole, sondern &#8220;Must-haves&#8221; in einer Generation, die als &#8220;Early Adopters&#8221;, also Menschen, die die neuesten technischen Errungenschaften nutzen, bezeichnet wird.</p>
<p>Der Staat fördert die Begeisterung für Technik, wo immer er kann. So ist Südkorea beispielsweise beim Thema Breitband-Internetanschluss führend auf der Welt: Fast 100 Prozent der Koreaner verfügen über einen solchen Anschluss. Selbst in den entlegensten Provinzen gibt es Highspeed-Internet. Die koreanischen Kinder leben buchstäblich in der Online-Welt, ob zu Hause, in der Schule oder in der U-Bahn. Smartphones, Tablets &amp; Co sind nicht mehr wegzudenken aus dem Leben der Südkoreaner. Ähnliches gilt auch für Computer- bzw. Videospiele.</p>
<p><strong>Computerspiele als Kulturgut und Wettkampfdisziplin?</strong></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/gamescom-2012-suedkorea-und-seine-begeisterung-fuer-spiele/starcraft-championship-in-seoul-cyrus-sarivar/" rel="attachment wp-att-120139"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-120139" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Starcraft-Championship-in-Seoul-cyrus-sarivar-305x228.jpg" alt="" width="305" height="228" /></a><br />
Das ist in Deutschland anders: Zwar sind Computer- bzw. Videospiele seit 2008 <a title="Artikel:" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/jetzt-offiziell-computerspiele-sind-kultur-a-572152.html">offiziell als Kulturgut anerkannt</a>, doch haben sie hierzulande längst noch nicht den Stellenwert von Filmen, geschweige denn von Musik, Theater oder Büchern. In der Politik wird nach wie vor viel über die Kulturrelevanz von Computerspielen diskutiert. Das größte Problem dürfte die pauschale Gleichsetzung von Computerspielen mit &#8220;Killerspielen&#8221; sein. Die Argumentation von Kritikern, die Spiele seien oft gewaltverherrlichend, betrifft jedoch nur wenige Ausnahmen.</p>
<p>Immer dann, wenn in den Medien von Amokläufen berichtet wird, wie bei dem von Winnenden 2009, wird darauf verwiesen, dass der Täter &#8220;Ego-Shooter&#8221; gespielt hat. Auf diese Weise werden medial Vorurteile aufgebaut, gegen die Computerspiel-Liebhaber immer noch ankämpfen müssen. <a title="Zur Studie von Christopher Ferguson" href="http://www.tamiu.edu/~cferguson/LYOJPed.pdf">Laut einer Studie des Verhaltenspsychologen Christopher Ferguson</a> von der Universität Texas beispielsweise besteht kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen realen Gewaltausbrüchen und sogenannten &#8220;Killerspielen&#8221;. Beim Thema Brutalität einiger Computerspiele muss man nur auf die von Filmen verweisen. Wohingegen das Argument der künstlerischen Freiheit bei Computerspielentwicklern aber sehr viel weniger zu greifen scheint als bei Filmregisseuren.</p>
<p>Südkorea könnte für Deutschland bei diesem Thema als Vorbild fungieren. Die Koreaner haben das &#8220;Gaming&#8221;, das Spielen von Strategie- und Sportspielen oder Ego-Shootern, längst als Subkultur und Kulturgut angenommen. Die junge koreanische Bevölkerung geht sogar noch einen Schritt weiter und verehrt &#8220;Gamer&#8221; wie Hollywoodstars: Zocken wird als berufliche Perspektive in Erwägung gezogen, Computerspiele werden als Sport aufgefasst. Selbst staatliche Fernsehsender können sich dem &#8220;Gaming&#8221;-Fieber nicht entziehen, so berichten sie regelmäßig live von nationalen und internationalen Wettkämpfen. In Südkorea haben Computerspiele folglich den Status einer Wettkampfdisziplin und einer Massensportart. Gamer werden von staatlicher Seite gar durch Steuererleichterungen bei Gewinnausschüttungen unterstützt, eine &#8220;Sportförderung&#8221; für Computerspieler gibt es hingegen auch in Südkorea nicht.</p>
<p><strong>Südkoreas Suchtproblem</strong></p>
<p>Obwohl als Kulturgut akzeptiert, sieht die südkoreanische Regierung das &#8220;Gaming&#8221; auch mit gemischten Gefühlen. Denn insbesondere die ärmere Bevölkerung verfällt zunehmend der Online-Spielsucht. Aus diesem Grund hat das koreanische Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus im Juni <a title="Artikel der Korea Times" href="http://www.koreatimes.co.kr/www/news/nation/2012/08/117_113963.html">ein System vorgestellt</a>, mithilfe dessen Eltern entscheiden können, wie lange ihre Kinder Onlinespiele spielen dürfen. Das &#8220;Game Hour Selection System&#8221; blockiert Spieleseiten im Internet, um so die Suchtgefahr einzuschränken. Damit ergänzt das neue System eine bereits bestehende Kontrollfunktion zum Abschalten von leicht süchtig machenden Onlinespiel-Webseiten zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens für Jugendliche unter 16 Jahren.</p>
<p>Videospielsucht ist also auch in Korea ein großes Thema in der Politik wie in der Gesellschaft. Doch auch wenn die Gefahr zweifellos besteht, sollte diese Erkenntnis nicht gegen das &#8220;Kulturgut Computerspiele&#8221; sprechen. Denn Sport und Filme können ein ähnliches Suchtpotential entfalten. Trotzdem schwebt ein Schatten über den Computerspielen. Der Grund dafür ist eine andere Perspektive der Gesellschaft bei der Betrachtung von Videospielen. Oft als &#8220;unnütze Zeitvertreibung&#8221; bezeichnet, werden Computerspiele nur selten als das angesehen, was sie oftmals sind: künstlerische Werke wie Musik, Film oder Theater.</p>
<p>Der Radiojournalist Christian Schiffer forderte unlängst auf dem Debattenportal des Deutschlandfunk, dass &#8220;weniger über Grafik als über Ästhetik gesprochen werden muss, weniger über die künstliche Intelligenz der Computergegner als darüber, welche politischen und gesellschaftlichen Botschaften das Spiel vermittelt&#8221;. Vielleicht kann das Beispiel Südkorea als weltweit fortschrittlichstes Gamerland dabei helfen, Spieler, Spielentwickler und -liebhaber anders einzuschätzen.</p>
<p><em>Anlässlich der Gamescom 2012 wird politik-digital.de in der kommenden Woche weitere Beiträge veröffentlichen, die sich mit dem Thema „Gaming&#8221; und Politik auseinandersetzen.</em></p>
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		<title>Digitale Presseschau 27/2012</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Schumacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jul 2012 15:22:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Minitel]]></category>
		<category><![CDATA[Turing-Test]]></category>
		<category><![CDATA[Südkorea]]></category>
		<category><![CDATA[ACTA]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Domscheit-Berg]]></category>
		<category><![CDATA[Evgeny Morozov]]></category>
		<category><![CDATA[Adrienne Fichter]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Wolf]]></category>
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					<description><![CDATA[ACTA ist Geschichte. Genauso wie das Internet als Retter der Welt und das älteste Online-Terminal Frankreichs, der Minitel. Dafür werden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>ACTA ist Geschichte. Genauso wie das Internet als Retter der Welt und das älteste Online-Terminal Frankreichs, der Minitel. Dafür werden koreanische Schüler bald noch fortschrittlicher sein, als sie ohnehin schon sind. Ach ja, und Computer versuchen es jetzt auf die emotionale Tour. All das in der heutigen Ausgabe der Presseschau.</p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=e7FFOgcKgf4" title="Adieu Minitel: Internet-Vorläufer geht vom Netz" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/e7FFOgcKgf4?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Frankreich sagt Au-Revoir zu einem seiner längsten digitalen Wegbegleiter &#8211; dem Minitel. Eingeführt 1982 von der France Télécom, hat das Online-Terminal den Franzosen 30 Jahre lang gute Dienste erwiesen. Jetzt müssen die Franzosen nicht nur vom Pendant zum deutschen Bildschirmtext Abschied nehmen, sondern auch von einer Zeit, in der Frankreich ganz vorne dabei war, bei der Online-Revolution.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2012-07/acta-ende-kommentar/seite-2">Das Aus für ACTA ist ein Sieg der Demokratie</a></h3>
<p>In Zukunft könnte am 4. Juli nicht nur die Unabhängigkeit der USA gefeiert werden, sondern auch der Sieg der europaweiten Anti-ACTA-Bewegung. Das Anti-Produktpiraterie-Handelsabkommen, kurz ACTA, wurde vom Europaparlament abgelehnt. Ohne die europaweiten Demonstrationen wäre ACTA wohl nicht gestoppt worden. Dieser Sieg für Demonstranten und Bürgerrechtsbewegungen ist laut Patrick Beuth ein Beleg dafür, dass lebendige Demokratie nicht ausgestorben ist und Bürger Politik mitbestimmen können. Allerdings könnte ACTA auch nur ein Etappensieg sein, räumt der Autor ein.</p>
<h3><a href="http://www.berliner-zeitung.de/magazin/was-haben-sie-gegen-facebook--herr-morozov---die-dunklen-seiten-des-internets,10809156,16503206.html">Die dunklen Seiten des Internet</a></h3>
<p>Evgeny Morozov ist Netzaktivist und schreibt unter anderem für die Zeitschrift „Foreign Policy“ eine Kolumne mit dem Namen &#8220;Net.Effect &#8211; How Technology Shapes the World.&#8221; Im Interview mit der Berliner Zeitung beschreibt er, dass die Menschheit auf eine dunkle Seite der Online-Welt zusteuert. Dass das Internet die Welt retten könne, hält Morozov für „Blödsinn“. Heute würde das Internet von autokratischen Staaten für Cyberattacken, Online-Überwachung, Zensur oder Propaganda genutzt, so Morozov. </p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/digitale-revolution-schulen-in-korea-schaffen-buecher-aus-papier-ab-a-840959.html">Maximal digital</a></h3>
<p>Dass Südkorea ein technisch fortschrittliches Land ist, wissen wir nicht erst, seitdem Samsung den Smartphone-Markt erobert hat. Was jedoch Malte Kollenberg in dieser Woche im Spiegel berichtet, ist für Deutschland noch nicht denkbar. Südkorea möchte bis 2015 alle Schulen digitalisieren, das heißt, Papier, herkömmliche Stifte und Schultafeln sollen durch elektronische Bücher, virtuelle Tastaturen und digitale Whiteboards ersetzt werden.</p>
<h3><a href="http://adfichter.wordpress.com/2012/06/30/opendata-bewegung-warum-ihre-wiege-das-gratis-web-ihr-im-weg-stehen-wird/">Die OpenData-Bewegung: Warum ihre eigene Wiege, das Gratis-Web, ihr im Weg stehen wird</a></h3>
<p>Zu Open Data wurde schon viel geschrieben &#8211; meistens über die Chancen der Transparenz, die dadurch entstehen. Die Schweizer Bloggerin Adrienne Fichter sagt aber, dass alleine die Offenlegung aller Verwaltungsdaten keine Revolution auslösen wird. Nach ihrer Meinung brauche man &#8220;Daten-Architekten&#8221;, die die Informationen strukturieren.</p>
<h3><a href="http://www.cicero.de/salon/streitgespraech-gema-piratin-domscheit-berg-friss-oder-stirb/49905">„Friss oder stirb“</a></h3>
<p>Was passiert, wenn man ein Mitglied der Piratenpartei und einen GEMA-Anwalt an einen Tisch setzt? Cicero Online hat den Dialog zwischen Netzgemeinde und GEMA gesucht und auch gefunden. Am Tisch saßen neben &#8220;Neu-Piratin&#8221; Anke Domscheit-Berg auch  der GEMA-Rechtsanwalt Alexander Wolf. Aber wenn man ganz ehrlich ist: Eine Einigung sieht dann doch anders aus.</p>
<h3><a href="http://taz.de/Turing-Test-zum-Turing-Jahr/!96626/">Zu einem knappen Drittel menschlich</a></h3>
<p>Mit dem jährlich stattfindenden Turing-Test soll ermittelt werden, wie sehr sich ein System der künstlichen Intelligenz, sogenannte Chatbots, menschliches Denkvermögen aneignen kann. Erfolg bei diesem Frage-Antwort-Spiel hat das System, das Menschen ein Drittel der Zeit weis machen kann, dass am anderen Ende ein Mensch sitzt. Beim diesjährigen Test hat ein Chatbot gewonnen, das dem Chatpartner auf einer emotionalen Schiene vorgaukelt ein 13-jähriger Junge aus Odessa zu sein, wie Ben Schwan auf taz.de schreibt. </p>
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		<title>Südkorea: Auf- und Abstieg des Bürgerjournalismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Philipp Albrecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 16:57:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Südkorea]]></category>
		<category><![CDATA[Oh Yeon-ho]]></category>
		<category><![CDATA[OhmyNews]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Die von Bürgerreportern geschriebene südkoreanische Online-Zeitung OhmyNews hat sich nach ihrer Gründung 2000 schnell zu einem ernsthaften Konkurrenten der etablierten regierungsnahen Blätter entwickelt. Sie galt lange Zeit als Zukunftsmodell der Medien. Doch die Finanzkrise traf auch dieses Zeitungsportal. Zehn Jahre nach dem Launch kämpft OhmyNews nun ums Überleben.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die von Bürgerreportern geschriebene südkoreanische Online-Zeitung OhmyNews hat sich nach ihrer Gründung 2000 schnell zu einem ernsthaften Konkurrenten der etablierten regierungsnahen Blätter entwickelt. Sie galt lange Zeit als Zukunftsmodell der Medien. Doch die Finanzkrise traf auch dieses Zeitungsportal. Zehn Jahre nach dem Launch kämpft OhmyNews nun ums Überleben.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Das Prinzip von <a href="http://www.ohmynews.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OhmyNews</a> basiert auf modernem Bürgerjournalismus: Hobby-Journalisten schreiben über ihre Beobachtungen, Erfahrungen und Erlebnisse, eine professionelle Redaktion überarbeitet die Berichte und stellt sie online. Gründer Oh Yeon-ho begann das Projekt mit vier Festangestellten und 727 Bürgerjournalisten, heute redigieren nach <a href="http://english.ohmynews.com/articleview/article_view.asp?menu=c10400&amp;no=386067&amp;rel_no=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ohs Angaben</a> 70 Festangestellte die Beiträge von 70.000 Schreibern. Zwischenzeitlich schaffte es OhmyNews unter die <a href="http://www.waccglobal.org/en/20041-media-reform/611-Internet-newspapers-as-Alternative-Media-The-Case-of-OhmyNews-in-South-Korea.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Top Ten</a> der koreanischen Medien.
</p>
<p>
Begünstigt wurde der Aufstieg der Online-Zeitung durch die hohe Affinität der Südkoreaner zum Internet – lange Jahre war Südkorea das Land mit den prozentual meisten <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Island-ueberholt-Suedkorea-in-der-Breitband-Rangliste-der-OECD-117183.html." target="_blank" rel="noopener noreferrer">Breitband-Anschlüssen</a>.<br />
OhmyNews prägte auch den Präsidenten-Wahlkampf 2002, aus dem der von ihr unterstützte Kandidat Roh Moo-hyun als Sieger hervorging. 2004 entstand ein internationaler Ableger, 2006 folgte eine japanische Ausgabe.
</p>
<p>
<b>Klassische Medien unter staatlichem Einfluss<br />
</b>
</p>
<p>
Dass der Journalist Oh Yeon-ho mit diesem Modell anfangs einen derart durchschlagenden Erfolg erzielen konnte, lag aber nicht nur an den vielen Autoren und der netzaffinen Leserschaft, sondern vor allem an der Medienlandschaft Südkoreas. Zwar herrscht in Südkorea offiziell Pressefreiheit, viele Massenmedien unterliegen dennoch dem Einfluss der Regierung.
</p>
<p>
So wird kritischen Journalisten oft die Akkreditierung zu staatlichen Pressekonferenzen verweigert, während linientreue Kollegen sich berechtigte Hoffnung auf Präsente, bevorzugte Behandlung und gut dotierte Posten in der Regierung machen können. Dementsprechend unkritisch ist oftmals die innenpolitische Berichterstattung im Lande.
</p>
<p>
<b>Stagnation und Verluste<br />
</b>
</p>
<p>
Zehn Jahre nach der Gründung allerdings steht OhmyNews kurz vor dem Aus. 2009 wurde das japanische Schwesterblatt eingestellt, 2010 die englischsprachige Seite in ein Forum über Graswurzel-Journalismus umgewandelt. Durch die Wirtschaftskrise, aber auch wegen der Konkurrenz durch andere Social-Media-Plattformen, schreibt OhmyNews mittlerweile <a href="http://www.mediencity.de/Buergerjournalismus-Ohmynews-stellt.6229.0.2.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verluste</a>.
</p>
<p>
Versuche, diese durch eine Kombination aus Werbung, freiwilliger Artikel-Honorierung und den Geldern aus einem Unterstützer-Kreis zu kompensieren, hatten bisher keinen nachhaltigen Erfolg. Und auch die täglichen Klicks erreichen nicht mehr die Spitzenwerte früherer Jahre. Dennoch: Im Schnitt greifen immer noch <a href="http://www.forbes.com/forbes/2009/0330/050-oh-my-revenues.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2,5 Millionen User</a> täglich auf die Seite zu.</p>
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		<title>Südkorea: Kommentare nur mit vollem Namen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jul 2007 09:16:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Südkorea]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn Internetnutzer in Südkorea online Nachrichten kommentieren oder selbst verfassen wollen, müssen sich dafür spätestens ab dem 27. Juli mit ihrem realen, vollständigen Namen anmelden. Ende Juni trat ein entsprechendes <a href="http://english.chosun.com/w21data/html/news/200706/200706280011.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesetz in Kraft</a>.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Internetnutzer in Südkorea online Nachrichten kommentieren oder selbst verfassen wollen, müssen sich dafür spätestens ab dem 27. Juli mit ihrem realen, vollständigen Namen anmelden. Ende Juni trat ein entsprechendes <a href="http://english.chosun.com/w21data/html/news/200706/200706280011.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesetz in Kraft</a>.<br />
<!--break--><br />
Neben ihrem Namen müssen Nutzer auch eine &quot;Resident Registration Number&quot; angeben, einen dreizehnstelligen Code, der unter anderem ihr Geburtsdatum enthält. Die beiden größten sükoreanischen Internet-News-Portale, <a href="http://www.naver.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Naver</a> und <a href="http://www.daum.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Daum</a>, mussten das neue Identifikationssystem bereits am 28. Juni starten. Weitere 35 Internet-Nachrichtendienste sollen folgen, darunter auch Websites wie <a href="http://english.ohmynews.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ohmynews.com</a>. Das beliebte Portal für Bürgerjournalismus ist bereits seit sieben Jahren online und hat nach eigenen Angaben etwa 1.900 registrierte Autoren.<br />
<a href="http://netzpolitik.org/2007/korea-identifizierung-mit-realnamen-fuer-internetnutzer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Via</a></p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>E-Procurement und Korruptionsbekämpfung &#8211; Wunschvorstellung oder wertvoller Ansatz?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-weitere-korruption-shtml-2610/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[opassek]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 May 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Verwaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Korruptionsbekämpfung]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
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		<category><![CDATA[E-Commerce]]></category>
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		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Transparency International]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[E-Procurement]]></category>
		<category><![CDATA[Logistik]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie Deutschland von Mexiko und Südkorea lernen kann]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie Deutschland von Mexiko und Südkorea lernen kann<!--break-->
                    </p>
<p>&#8220;Die Gefahr von Korruption wird weder gesenkt noch gesteigert dadurch, ob öffentliche Beschaffung online oder auf traditionellem Wege erfolgt&#8221;, so<br />
                    <br />Frank Bonaldo von der Pressestelle des Bundeswirtschaftsministeriums.Gegensätzlicher Meinung ist jedoch Dr. Michael Wiehen, Rechtsanwalt in München und Vorstandsmitglied von Transparency International Deutschland, ein auch in Deutschland bekanntes NGO, das sich weltweit gegen Korruption und für eine transparente Verwaltung engagiert. Das Internet spielt dabei für Transparency International eine sehr bedeutende Rolle. Laut Micheal Wiehen sei das Internet die vielleicht stärkste &#8220;Waffe&#8221; im Kampf für mehr Transparenz überhaupt.</p>
<p>In Mexiko, Chile, Kolumbien oder Südkorea werde E-Procurement bereits erfolgreich als Mittel zur Korruptionsbekämpfung eingesetzt.<br />
                    <br />So wickelt die Stadt Seoul ihr gesamtes Beschaffungswesen über das Internet ab. Jedermann hat freien Zugang zu den entsprechenden elektronischen Marktplätzen und alle Interaktionen zwischen der öffentlichen Verwaltung und Privatfirmen werden über das Netz erledigt und dokumentiert. Für Michael Wiehen liegt der Zusammenhag zwischen einem transparenten Beschaffungswesen und Korruptionsbekämpfung auf der Hand: &#8220;Wenn jedermann auf Echtzeitbasis im Internet nachschauen kann, welche Angebote zu welchem Zeitpunkt von welcher Behörde ins Internet gestellt werden und man ebenfalls sehen kann, wer die Mitbewerber sind, ist die Möglichkeit das Verfahren zu manipulieren, sehr gering. Korruption kann somit sehr effektiv unterbunden werden.&#8221;</p>
<p>Neben dem verstärkten Einsatz von E-Procurement durch die öffentliche Verwaltung wünscht sich Transparency International auch die rasche Verabschiedung des Informationsfreiheitsgesetzes durch die Bundesregierung. &#8220;Informationsfreiheit und elektronische Beschaffung stehen in unmittelbaren Zusammenhang und sind Teil einer modernen Verwaltung&#8221;, betont Michael Wiehen.</p>
<p>Doch während das Akteneinsichtsrecht noch auf sich warten lässt, laufen zumindest die ersten Pilotprojekte des Bundes zur elektronischen Beschaffung. Vorreiter ist in diesem Fall das Projekt<br />
                    <a href="evergabe.shtml">e-Vergabe</a>.</p>
<p>Die Privatwirtschaft ist in Sachen E-Procurement schon viel weiter. Laut einer im<br />
                    <a href="http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoArt!200014,200812,521537/SH/0/depot/0/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Handelsblatt genannten Studie</a> ist die Effizienz der Beschaffung der entscheidende Schlüssel für jede Strategie zur Kostensenkung und eine notwendige Vorbereitung auf den kommenden Aufschwung, so die Meinung von mehr als 70 Prozent der dort Befragten. 56 Prozent der in Deutschland befragten &#8220;chief financial officer&#8221; (CFOs) gehen davon aus, dass Unternehmen mit einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie eine bessere Ausgangsposition für den kommenden wirtschaftlichen Aufschwung haben.</p>
<p>So schmückten sich zunehmend Unternehmen mit einem eigenen Informationsportal zum Thema elektronische Beschaffung. Erklärtes Ziel bei Siemens etwa ist es, binnen drei Jahren die Hälfte des weltweiten Einkaufsvolumens von ca. 35 Milliarden Euro pro Jahr elektronisch über den gemeinsamen Marktplatz &#8221;<br />
                    <a href="http://www.click4suppliers.de/de/htdocs/11/click2procure.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Click for suppliers</a>&#8221; abzuwickeln.</p>
<p>Auch für Siemens steht der Transparenzgedanke neben der Kosten- und Zeitersparnis im Vordergrund: &#8220;Prozessketten werden kompatibel, kürzere Informationszyklen steigern die Markttransparenz, Plattformen bündeln Bedarfe über Grenzen und Zeitzonen hinweg, einheitliche Standards schaffen die Voraussetzung für globales Handeln, gemeinsam genutzte Systeme verwischen die Grenzen zwischen den Handelspartnern&#8221;, steht in den Leitlinien der Firma Siemens zur elektronischen Beschaffung. Und weiter heißt es dort: &#8220;Wer auf hochdynamischen Zukunftsmärkten bestehen will, muss heute dafür die Voraussetzungen schaffen: Eine vernetzte, elektronisch unterstützte Organisation, in deren Mittelpunkt die Beziehung zu ihren Kunden und Lieferanten steht.&#8221;</p>
<p>Dieses Motto sollte sich laut Transparency International auch der Bund zu eigen machen. Transparente Kundenbeziehungen seien schließlich ein äußerst wirksames Mittel gegen Korruption und Steuergelderverschwendung. Dieser Meinung ist auch der Bund der Steuerzahler: &#8220;Die schädlichen Folgen der Korruption werden in letzter Konsequenz von der Allgemeinheit getragen, bluten müssen also die Steuerzahler&#8221;, lautet das treffende Zitat von Karl Heinz Däke, dem Präsidenten des Steuerzahlerbundes.</p>
<p>Auch für Professor Birger Pridatt, von der Universität Witten-Herdecke, ist &#8220;E-Procurement ein Instrument antikorruptionaler Art, weil es Transparenz erzeugt und legitimieren lassen muß, warum welche Geschäfte gemacht werden&#8221;, wie er im Interview gegenüber politik-digital erläuterte. Link Für Professor Priddat hat die demokratische Öffentlichkeit natürlich ein Recht zu beobachten, wie die Verwaltung, die ja in ihrem Auftrag arbeite, mit den Steuergeldern umgehe: &#8220;Wer sich hier gegenstellt, muß sich fragen lassen, warum er in einer Demokratie nicht mit offenen Karten spielen will&#8221;.</p>
<p>Damit es nicht soweit kommt, dürfen auch wir uns mal ein Beispiel an Südkorea oder Mexiko nehmen und sollten von den dort gemachten positiven Erfahrungen mit elektronischer Beschaffung profitieren.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 10.05.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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