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	<title>Sven Udo &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Sven Udo &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Scambaiting: Online-Betrüger betrügen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Seifert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Aug 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Spam - Aufrüsten gegen Massenmails]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria-Connection]]></category>
		<category><![CDATA[Scambaiting]]></category>
		<category><![CDATA[Sven Udo]]></category>
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					<description><![CDATA[Sven Udo ist nicht sein wahrer Name – er will anonym bleiben, denn er ist ein &#34;Scambaiter&#34;, zu deutsch &#34;Betrugsköderer&#34;. Anonymität hat bei Scambaitern oberste Priorität, denn sie verwickeln Online-Betrüger in E-Mail-Verkehr. Sie antworten auf deren Betrugsversuche und täuschen vor, auf ein Geschäft einzugehen.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sven Udo ist nicht sein wahrer Name – er will anonym bleiben, denn er ist ein &#8220;Scambaiter&#8221;, zu deutsch &#8220;Betrugsköderer&#8221;. Anonymität hat bei Scambaitern oberste Priorität, denn sie verwickeln Online-Betrüger in E-Mail-Verkehr. Sie antworten auf deren Betrugsversuche und täuschen vor, auf ein Geschäft einzugehen.<br />
<!--break--></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bis die Betrüger merken, dass sie selbst betrogen<br />
wurden, haben sie meist wertvolle Zeit und Energie verloren, um<br />
andere Betrügereien zu begehen. In Deutschland sind es Sven<br />
Udo und seine Mitstreiter von Scambaiter-Deutschland, die gegen<br />
diese Form der Internet-Kriminalität kämpfen. Worum es<br />
beim Scambaiting geht, ob jeder Scambaiter werden kann und wie gefährlich<br />
das Anti-Scammen ist, erzählt Sven Udo im Interview mit politik-digital.de.<br />
<b></b></p>
<p><b>politik-digital:</b> <b>Die so genannte<br />
&#8220;Nigeria-Connection“ gilt als weltweit größte<br />
und bekannteste Online-Betrüger-Gruppe. Ihre Mitglieder geben<br />
sich als Regierungsangestellte, hohe Beamte oder Millionenerben<br />
aus und versprechen den Empfängern ihrer Spam-Mails große<br />
Reichtümer. Vorher werden die potenziellen Opfer jedoch zur<br />
Kasse gebeten – daher auch der Name &#8220;Vorschussbetrug&#8221;.<br />
Welches Ziel verfolgen Sie und ihre Mitstreiter von Scambaiter-Deutschland<br />
im Kampf gegen solche Scammer?</b></p>
<p><b>Sven Udo:</b> Mit unserer Internetseite <a href="http://scambaiter.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">scambaiter.info</a><br />
haben wir vor eineinhalb Jahren erstmals in Deutschland eine Informations-<br />
und Diksussionsplattform zum Thema Scambaiting, mit starkem Fokus<br />
auf der &#8220;Nigeria-Connection“, geschaffen. Zuvor gab es<br />
dazu ausschließlich englischsprachige Web-Angebote. Unsere<br />
Motivation ist es, Menschen im Umgang mit solchen Online-Betrügern<br />
aufzuklären und Scammer-Opfern zu helfen. In Deutschland gibt<br />
es mittlerweile zwischen 30 und 50 aktive Scambaiter. In unserem<br />
Forum sind bis heute circa 10.000 Beiträge zu 1.200 verschiedenen<br />
Sachverhalten rund um das Thema Scambaiting erschienen. Dass unsere<br />
Arbeit auf fruchtbaren Boden stößt, zeigen die zunehmenden<br />
User-Anfragen. Hauptziel von Scambaiter-Deutschland ist und bleibt,<br />
Scammer vom Betrügen via Internet abzuhalten und ihnen finanzielle<br />
Mittel, zum Beispiel durch längere Telefongespräche auf<br />
Kosten der Betrüger, zu entziehen. Das macht sie auf lange<br />
Sicht handlungsunfähig.</p>
<p><b>Worum geht es Ihnen allgemein beim Scambaiting &#8211; um Selbstjustiz<br />
und Rache?<br />
</b></p>
<p>Der Versuch des Vorschussbetrugs ist in Deutschland nicht strafbar.<br />
Mir persönlich geht es beim Scambaiting weder um Rache, noch<br />
um Selbstjustiz. Selbst wenn ich Lynch- oder Rachegelüste hätte:<br />
dem sind technische Grenzen gesetzt. Da ich mein &#8220;Gegenüber“<br />
im Internet nicht kenne und nie physischen Kontakt mit ihm habe,<br />
kann ich schlichtweg keine Rache oder Selbstjustiz üben. Es<br />
geht Scambaitern darum, die Scammer ohne Zwang zu &#8220;Taten“<br />
zu bewegen, die sie freiwillig in Erwartung ihrer &#8220;Beute“<br />
tun. Das bedeutet zum Beispiel, dass ich versuche, sie dazu zu bringen,<br />
verschiedene Dokumente oder Fotos an mich zu schicken. Ziel ist<br />
letztendlich, dass der Betrüger irgendwann merkt, dass er sich<br />
mit dem Falschen angelegt hat. Die Kunst des Scambaitings ist es,<br />
diesen Moment solange wie möglich hinauszuzögern, dem<br />
Scammer also Zeit zu stehlen und ihn so vom Betrügen abzuhalten.</p>
<p><b>Wie entsteht der Kontakt zu den Scammern?</b></p>
<p>Grundsätzlich bekomme ich sehr viele Betrüger-Angebote<br />
per E-Mail. Damit das auch so bleibt, muss ich stets selbst aktiv<br />
werden. Über einen besonderen E-Mail-Account habe ich mir mehrere<br />
E-Mail-Adressen eingerichtet. Da Scammer vor allem die Gästebücher<br />
von Webseiten nach E-Mail-Adressen ihrer potentiellen Opfer abgrasen,<br />
suche ich mir zwei bis drei Gästebücher von stärker<br />
besuchten Internetseiten heraus. Dann schreibe ich einen netten<br />
Eintrag hinein und hinterlege meine Adresse. Meist erhalte ich bereits<br />
24 Stunden danach die ersten Scammer-Angebote per E-Mail. Zum Schluss<br />
suche ich mir die Betrüger-Offerten heraus, die mich persönlich<br />
besonders interessieren.</p>
<p><b>Scambaiter verwenden im Kontakt mit Scammern multiple virtuelle<br />
Persönlichkeiten &#8211; nach welchem Muster kreieren Sie Ihre Charaktere<br />
im Web?</b></p>
<p>Virtuelle Personen mit denen ich bisher erfolgreich war, heißen<br />
zum Beispiel<a href="http://66381.homepagemodules.de/t509f8-Sir-Caspers-Model-Agentur-Berlin.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
„Sir Casper Le Theater&#8221; (Sir und Boheme)</a> oder<a href="http://www.scambaiter.info/?link=hongkong" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
„Ng Chang&#8221; (Chinarestaurantbesitzer und Entenbrater)</a><br />
. Das hört sich im ersten Moment vielleicht komisch und unprofessionell<br />
an, die Kreation solcher Charaktere bedeutet aber einiges an Aufwand.<br />
Keiner meiner virtuellen Persönlichkeiten steht von vornherein<br />
fest. Sie entstehen immer im Kontext der jeweiligen Scammer-Mails.<br />
Das heißt, ich entwerfe einen virtuellen Charakter, der zu<br />
dem Scammer und der Art seiner Betrügerei passt. Mailt mir<br />
beispielsweise ein angeblicher Banker aus der Schweiz, der mit mir<br />
ein Bankgeschäft abwickeln will, werde ich zu <a href="http://www.scambaiter.info/?link=hotel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sven<br />
Udo</a>, dem Eigentümer des real nicht existierenden Berliner<br />
Hotels „L&#8217;hôtel et gîte&#8221;.</p>
<p><b>Welche persönlichen und technischen Voraussetzungen<br />
muss ein Scambaiter unbedingt haben?</b></p>
<p>Im Prinzip kann jeder Scambaiting betreiben. Es gibt keine spezifischen<br />
persönlichen Charaktereigenschaften, die man unbedingt mitbringen<br />
muss. Allerdings sollte man ein gutes technisches Verständnis<br />
besitzen, IP-Adressen erkennen können und wissen wie man seine<br />
Anonymität schützt. Außerdem ist es unerlässlich,<br />
die Zusammenhänge des Scambaitings zu verstehen, die nicht<br />
auf dem Computerbildschirm zu sehen sind. Es empfiehlt sich generell,<br />
mit anderen Scambaitern zusammenzuarbeiten, um sich gegenseitig<br />
auszutauschen.</p>
<p><b>Unterliegt Scambaiting nicht einem Verfallsdatum, da sich<br />
die Scammer anpassen und sich mittlerweile auf die Aktionen der<br />
Scambaiter eingestellt haben?</b></p>
<p>Kurioserweise ist das nicht der Fall – Scambaiting hat kein<br />
Verfallsdatum. Ohne Frage steht fest, dass die Nigeria-Connection<br />
als Gruppe weiß, dass es uns Scambaiter gibt. Mit Hilfe unserer<br />
Software bei scambaiter.info haben wir sogar herausgefunden, dass<br />
Mitglieder der Nigeria-Connection gelegentlich versuchen, bei uns<br />
mitzulesen. Aus diesem Grund haben wir einen geschlossenen Foren-Bereich<br />
eingerichtet und kontrollieren jedes Neumitglied im Vorfeld. Obwohl<br />
die Scammer wissen, dass jemand gegen sie arbeitet, ziehen sie jedoch<br />
keinerlei Konsequenzen daraus – im Gegenteil: ich habe den<br />
Eindruck, die Zahl der Scammer steigt kontinuierlich an.</p>
<p><b>Haben Scammer bestimmte Zielgruppen oder Auswahlkriterien<br />
bezüglich ihrer Opfer?</b></p>
<p>Nein. Die Online-Betrüger sammeln wahl- und ziellos E-Mail-Adressen<br />
im Internet, zum Beispiel in Gästebüchern großer<br />
Internetseiten. Sie erstellen, entweder manuell oder mit Hilfe entsprechender<br />
Software, komplexe Adressdatenbanken. Innerhalb der Nigeria-Connection<br />
gibt es sogar einige, die mit dem Weiterverkauf dieser Adressen<br />
Geld verdienen. Die Scammer setzen sich vorher in keiner Weise individuell<br />
mit ihren potentiellen Opfern auseinander. Dass die Scammer nicht<br />
wissen, wem sie schreiben, beweisen auch unpersönliche Standardformulierungen,<br />
die sie immer wieder in ihren Köder-E-Mails verwenden.</p>
<p><b>Wie vernetzt sind die Mitglieder der Scambaiting-Szene<br />
untereinander, insofern das das Erfordernis der Anonymität<br />
in der Szene überhaupt zulässt?</b></p>
<p>Viele aktive Scambaiter in Deutschland sind auf Vereinsebene als<br />
Mitglieder bei <a href="http://www.antispam.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">antispam.de</a><br />
organisiert. Das heißt wiederum nicht, dass sich alle untereinander<br />
kennen. Die Anonymität bleibt größtenteils erhalten.<br />
Es haben sich aber kleinere Freundschaftsgruppen von Scambaitern<br />
herausgebildet. Wem gegenüber man die Anonymität dann<br />
aufhebt, ist eine rein individuelle Entscheidung. Ich persönlich<br />
habe zum Beispiel sehr engen Kontakt zu <a href="http://66381.homepagemodules.de/u203795_Orion.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Orion</a>,<br />
dem Mitbetreiber und -autor unserer Internetseite scambaiter.info.<br />
Ohne, dass Dritte davon wissen, pflegen wir privat ein freundschaftliches<br />
Verhältnis und arbeiten besonders in technischen Fragen eng<br />
zusammen.</p>
<p><b>Wie gefährlich ist das Ködern von Online-Kriminellen,<br />
etwa von Mitgliedern der Nigeria-Connection?</b></p>
<p>Wenn man sich an die allgemeinen Sicherheitskriterien hält,<br />
sehe ich kein größeres Gefahrenpotential. Dazu gehört,<br />
dass Scambaiter stets nicht-private E-Mail-Adressen verwenden ,<br />
die sie in den jeweiligen Gästebüchern hinterlassen. Bei<br />
Bedarf können diese jederzeit abgeschaltet werden. Ohne Einhaltung<br />
solch wichtiger &#8220;Spielregeln“, setzt man sich zweifellos<br />
der Gefahr aus, irgendwann ungewollt Offline-Kontakt mit kriminellen<br />
Scammern (auf Grund der geographischen Nähe zum Beispiel aus<br />
Osteuropa) zu haben. Man sollte nie vergessen, dass man es mit real<br />
existierenden Verbrechern zu tun hat, deren Gewaltpotential entsprechend<br />
hoch sein kann.</p>
<p>Photo by <a href="https://unsplash.com/@pankajpatel?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Pankaj Patel</a> on <a href="https://unsplash.com/s/photos/hack?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
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