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	<title>technische Entwicklung &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>technische Entwicklung &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Rüstung trieb die Informatik am stärksten voran”</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rbraun]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Sep 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
(Interview, 21. September 2006) Der Medien- und Computerkritiker Joseph Weizenbaum sagt im politik-digital.de Interview, dass Wissenschafter sich technischen Entwicklungen auch verweigern und Schüler google misstrauen sollten.
</p>
<b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
(Interview, 21. September 2006) Der Medien- und Computerkritiker Joseph Weizenbaum sagt im politik-digital.de Interview, dass Wissenschafter sich technischen Entwicklungen auch verweigern und Schüler google misstrauen sollten.
</p>
<p><b><!--break--><br />
</b></p>
<p>
<b> <br />
<b>Der erste Computer wurde für das Militär entwickelt. Können Sie den geschichtlichen Zusammenhang zwischen Informatik und Militär näher beschreiben?</b><br />
</b>
</p>
<p>
Der 1946 in Betriebe genommene “ENIAC” in den USA gehörte zu diesen ersten Computern. Er war speziell entwickelt worden, um die Flugbahn von Artilleriegeschossen zu berechnen: Das war der Beginn einer Tradition. Interessant ist, dass Konrad Zuse in Deutschland während der Zeit des Zweiten Weltkrieges seinen Computer entwickelte, doch vergeblich versuchte, das deutsche Militär dafür zu interessieren.</p>
<p>Auch im Kalten Krieg spielte die Entwicklung von Computern eine wichtige Rolle. Zum Beispiel wurden im Rahmen einer US-Verteidigungsstrategie Frühwarnsysteme im Norden Kanadas und auf Grönland errichtet. Die Signale, die diese Geräte aufnahmen, mussten wiederum verarbeitet werden. Dafür waren gewaltige Computer nötig, und die US-Industrie und Wissenschaft gerieten mächtig unter Druck. Das größte Problem war die Zuverlässigkeit der Computer. Ohne die Lösung dieses Problems, wäre die gesamte Strategie gescheitert.</p>
<p>Danach blieb Rüstungsfortschritt der Hauptmotor, der die gesamte Computerindustrie in den USA antrieb, da sich mit jeder technischen Entwicklung die potenzielle Angriffszeit des Gegners verkürzte und Computer schneller reagieren sollten. Das reichte von der Einführung der Bomberflotte in den USA, über den Einsatz von Propellerflugzeugen in der Sowjetunion bis zur Entwicklung der Interkontinentalrakete und der Mehrfachsprengköpfe.</p>
<p>Außerdem mussten Maschinen, vor allem Flugzeuge und Raketen, selbst Computer an Bord haben. Die mussten leichter bedienbar und noch zuverlässiger werden.<b><br />
</b>
</p>
<p>
<b><b>War Informatik die Wissenschaft, die die Rüstungsdynamik am meisten vorangetrieben hat?</b><br />
</b>
</p>
<p>
Ja, aber es gilt auch umgekehrt: Rüstungswirtschaft war der Faktor, der Informatik am stärksten vorantrieb. Man kann fragen: Wäre der Computer entwickelt worden, wenn es nach dem Zweiten Weltkrieg weniger Kriege gegeben hätte? Ich kann mir vorstellen, dass wir dann heute z.B. immer noch große Computerzentren in Fabriken hätten und zu Hause kleinere Computer nutzten, aber vielleicht keine Laptops. Wegen der viel geringeren Finanzierung wäre die Entwicklung erheblich langsamer verlaufen.</p>
<p>Computerforschung ist heute ein Komplex mit vielen Branchen und Zweigen, anders als zu Beginn. Aber ein riesiger Teil auch der heutigen Forschung ist immer noch vom Militär abhängig. Dies gilt vor allem für die USA.<b><br />
</b>
</p>
<p>
<b><b>Was denken Sie über die zukünftige Dynamik zwischen Informatik und Krieg?</b><br />
</b>
</p>
<p>
Manchmal kommt ein Student zu mir und macht sich Sorgen über das, woran er arbeitet, ob er weitermachen soll, über seine zukünftige Arbeit nach der Universität etc. Ich sage in solchen Fällen: “Bevor du anfängst an einem Projekt zu arbeiten, versuche dir vorzustellen, was mit deiner Arbeit gemacht wird. Sagen wir, du arbeitest an einer Computervision, kannst du sicher sein, daß jeder Fortschrtitt, den du machst, nicht eines Tages in einer Rakete, einer Cruise Missile eingesetzt wird? Wenn die Antwort nein ist, solltest du nicht an diesem Projekt arbeiten. Mehr kann ich dir nicht sagen. Im übrigen, sollst du nicht etwas tun, weil Weizenbaum es sagt, sondern du musst es selbst wissen.”</p>
<p>Die Lehre aus dieser kleinen Geschichte lautet, dass es uns gelungen ist, eine derart astronomische Distanz zwischen das, was wir tun, und den Konsequenzen unseres Tuns zu legen, dass die Verbindung einfach verloren ging. Bomberpiloten beispielsweise bombardieren mit einer B 52 aus einer Höhe von 40 000 Fuß wie in Vietnam, drücken den Knopf und diese riesigen Bomben regnen da runter. Und der Pilot ist da oben. Er hört die Explosion nicht, er sieht die Explosion nicht, er sieht kein Blut, keine abgerissenen Arme, er ist so weit entfernt, dass es mehr mit Computern zu tun hat als mit Menschen oder irgendeiner Realität.<b><br />
</b>
</p>
<p>
<b><b>Geben Sie den Rat, sich der eigenen Wissenschaft zu verweigern?</b><br />
</b>
</p>
<p>
Ja, ich glaube wirklich, dass Verweigerung eine Antwort sein kann. Selbstverständlich ist das unrealistisch. Die Informatikgemeinschaft wird sich nicht kollektiv verweigern.<b><br />
</b>
</p>
<p>
<b><b>Sollte man in der Ausbildung der Studenten etwas ändern?</b><br />
</b>
</p>
<p>
Die wichtigste Aufgabe der Schule ist, den Schülern kritisches Denken, Skepsis, beizubringen. Das aber ist das absolute Gegenteil von Surfen im Internet, von der Einbildung, Google sei die Quelle der Wahrheit usw. Aber was wird gelehrt? Keine Skepsis, keine Logik. Ohne kritisches Denken und Fragen ist aber jeder leichte Beute von Propaganda und Irreführung.
</p>
<p>
Professor Joseph Weizenbaum (geb. 1923 in Berlin) begann 1963 seine Tätigkeit am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, wo er Computerwissenschaften lehrte und ab 1970 zum Professor für Computer Science ernannt wurde. Er ist Mitbegründer der US-Interessenorganisation<br />
<a href="http://www.cpsr.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Computer Professionals for Social Responsibility</a> und Mitglied im Beirat des Forums InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIFF) in Deutschland. Weizenbaum tritt seit den 60er Jahren als Medien- und Computerkritiker hervor und wurde mit zahlreichen wissenschaftlichen Preisen ausgezeichnet.
</p>
<p>
<b>Das Gespräch führte Reiner Braun.<br />
</b>
</p>
<p>
<b> <br />
</b></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das &#8216;e&#8217; in e-Learning steht für experience</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/elearning-brueckner-shtml-2456/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Dec 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[technische Entwicklung]]></category>
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		<category><![CDATA[Leapfrogging]]></category>
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					<description><![CDATA[politik-digital sprach während der diesjährigen 
                      Online-Educa mit Gunnar Brückner, Chief Learning Officer (CLO) des 
                      United Nations Development Programme (UNDP) / Learning Resources Center, New York. Herr Brückner ist verantwortlich für die interne Weiterbildung von ca. 5000 Mitarbeitern, die in 140 Länder-Vertretungen des UNDP arbeiten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>politik-digital sprach während der diesjährigen<br />
                      <a href="http://www.online-educa.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Educa</a> mit Gunnar Brückner, Chief Learning Officer (CLO) des<br />
                      <a href="http://www.undp.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">United Nations Development Programme</a> (UNDP) / Learning Resources Center, New York. Herr Brückner ist verantwortlich für die interne Weiterbildung von ca. 5000 Mitarbeitern, die in 140 Länder-Vertretungen des UNDP arbeiten.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Was hat UNDP bewogen, e-Learning einzusetzen?</p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Wenn man bedenkt, dass unsere Mitarbeiter auf der ganzen Welt in 140 Ländern verteilt sind, und unsere Zentrale in New York sitzt, war es zunehmend teuer und unbefriedigend, sich ausschließlich darauf zu konzentrieren, wenige Mitarbeiter für Seminare nach New York einfliegen zu lassen. Außerdem arbeiten Mitarbeiter teilweise in aktuellen Krisengebieten und können nicht einfach zur Weiterbildung das Land verlassen. Das alte Weiterbildungssystem konnte nur wenige, ausgesuchte Mitarbeiter erreichen, das war zu hierarchisch und zu zentral organisiert. Durch die Einführung einer ganz neuen Lernkultur haben wir dank der Nutzung des Internets unsere Weiterbildungsmaßnahmen dezentralisieren können. So können wir auch besser auf spezifische kulturelle Gegebenheiten eingehen, da die Menschen vor Ort ihr Lernen jetzt mit- bzw. selbstbestimmen können.</p>
<p>Es entstehen ganz neue Kommunikationsformen, die vorher so nicht existierten. Es beschränkt sich nicht mehr auf Weiterbilden (&#8220;Training&#8221;), sondern verändert die gesamte Lernkultur der Organisation. Die Betonung verschiebt sich von &#8220;formal training&#8221; hin zu &#8220;informal learning&#8221;, wobei betont werden muss, dass &#8220;formal training&#8221; weiterhin seinen Platz im Lernangebot unserer Abteilung behalten wird. Informelles Lernen, bezogen auf das Lernen am Arbeitsplatz, ist all jenes Lernen, welches nicht im Detail von der Organisation vorgegeben ist, wie zum Beispiel ein Seminarplan oder auch nur eine Präsentation. Informelles Lernen orientiert sich an den unmittelbaren Bedürfnissen des Lerners und erfolgt eher unstrukturiert, genau zu dem Zeitpunkt, an dem es gebraucht wird. Die Herausforderung für eine &#8220;Lernende Organisation&#8221; besteht darin, möglichst viele Räume (real und virtuell) zu schaffen, damit informelles Lernen in viel größerem Umfang stattfinden kann als das normalerweise der Fall wäre.<br />
                    <br />Übrigens haben wir mit unserer &#8220;learning policy&#8221; andere UN-Organisationen wie etwa<br />
                    <a href="http://www.unhcr.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNHCR</a> oder<br />
                    <a href="http://www.unfpa.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNFPA</a> beeinflusst, die durch die positive Resonanz auf unser Experiment Elemente unsere &#8220;learning policy&#8221; in ihre Eigene übernehmen. Das ist ein großer Erfolg für uns, auf den ich sehr stolz bin.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Unterstützt e-Learning die Entwicklung einer neuen Lernkultur oder ist es nur eine neue Lerntechnik in neuem Marketingjargon &#8211; gleich dem Motto: &#8220;Alter Wein in neuen Schläuchen&#8221;?</p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Wir können uns in der Tat auf eine neue Lernkultur gefasst machen. Die jüngeren Generationen denken, fühlen und handeln schon jetzt signifikant anders als die heute Vierzigjährigen. E-Learning wird zum integralen Bestandteil des Lernens, und zwar immer und nicht nur während der Schulzeit. Man wird sich daran gewöhnen müssen, dass es nicht darum geht, eine wie auch immer geartete Lernerfahrung der traditionellen Art im Internet zu replizieren, sondern gänzlich neue Wege und Methoden des Lernens zu nutzen. SMS zum Lernen, Verknüpfung von GPS und Lernen und so weiter. Darin besteht heute eine ganz besondere Herausforderung an die e-Learning Industrie.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Kann durch den Einsatz von e-Learning der Wissensunterschied zwischen der sogenannten &#8220;ersten Welt&#8221; und der &#8220;dritten Welt&#8221; gemindert werden?</p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Ja. Die Diskussion wird kontrovers geführt aber ich gehöre zu denen, die sich ein &#8221;<br />
                    <a href="/archiv/globalisierung/wambui.shtml">leapfrogging</a>&#8220;, d.h. ein Überspringen von Entwicklungsschritten mit Hilfe des Internets vorstellen können. Ein Knackpunkt in dieser Diskussion ist die Schaffung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, die den Zugriff auf diese modernen Technologien ohne staatliche Eingriffe ermöglichen. Projekte, deren Zielsetzung die Schaffung einer Informations- bzw. Wissensgesellschaft ist, sind in der Regel nützlicher als einseitig technische Projekte.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie lauten die gegenwärtigen Schlagwörter der e-Learning Debatten?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Schlagwörter in der internationalen Diskussion (daher meist in Englisch) sind die Konvergenz von Wissensmanagement und e-Learning; und immer noch &#8220;blended learning&#8221;, d.h. die Kombination von e-Learning mit klassischem Präsenzunterricht. Für mich persönlich ist &#8220;informal learning&#8221; ganz hoch auf der Tagesordnung. Ferner wird &#8220;just in time learning&#8221; im Unterschied zu &#8220;just in case learning&#8221; immer wichtiger und dabei spielen &#8220;learning objects&#8221; eine immer wichtigere Rolle. Aber das ist zugegebenermaßen nicht gerade neu. Lerning Objects sind so etwas wie klar definierbare Lernbausteine, aus denen sich Lernaktivitäten zusammensetzen. Nehmen wir zum Beispiel ein hypothetisches Online Modul zum Thema Feedback. Das setzt sich zusammen aus vielen Bausteinen: einem Einführungstext, einer Übersichtsgraphik, einem oder mehreren Texten zum Thema, einem Quiz am Ende und so weiter. Alle diese Bausteine könnten theoretisch für ein anderes Modul weiterverwandt werden oder könnten auch einzeln, also außerhalb des Feedback Moduls zum Lernerfolg eines Mitarbeiters beitragen, vorausgesetzt er/sie kann den richtigen Baustein zum genau richtigen Zeitpunkt finden. Das ist genau die Idee, die hinter UNDPs<br />
                    <a href="http://208.36.136.215/undp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">e-Learning-Tree</a> steckt, bei dem sich der Lerner an einem visuellen Baum orientiert, dann eine Entscheidung trifft, was er/sie lernen will, um dann durch einen Doppelklick ein Menu von Lernobjekten (Lernbausteinen) zu aktivieren, aus dem dann ausgewählt werden kann.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Gibt es Unterschiede zwischen der Debatte an Universitäten und in der freien Wirtschaft?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Ich sehe keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Debatten, aber möglicherweise ist meine Wahrnehmung geprägt von der Situation in den USA, wo sich die Universitäten traditionell eher dem unternehmerischen (&#8220;corporate&#8221;) Model unterordnen. Viele Universitäten sind &#8220;corporate ventures&#8221;, d.h. sie sind privatrechtlich und nach betriebswirtschaftlichen Regeln organisiert und beginnen, im Bereich e-Learning erste Erfahrungen zu sammeln, Allianzen zu schmieden &#8211; und diese auch wieder verwerfen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Geschäftsmodelle sind gerade en vogue und welche erfolgreich?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Ingesamt kann man davon ausgehen, dass sich der Markt zunehmend konsolidieren wird. Einige wenige Anbieter werden komplette Lösungen von A bis Z anbieten, aus denen sich der Kunde dann die passende Lösung für sich heraussucht. Nischenanbieter werden aber auch immer eine Chance behalten. Zunehmend werden im Modell der Komplettanbieter die Technologiedienste von den Inhalt- und Servicedienstleistungen verdrängt werden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche technischen Entwicklungen werden e-Learning beeinflussen?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Mit der zunehmenden Verringerung von Breitbandproblemen (&#8220;broadband technology&#8221;) kann sich im Feld der sprachgesteuerten Anwendungen etwas tun. Sprachgesteuerte Anwendungen (&#8220;voice-enabled technology&#8221;) kombiniert mit Touchscreen-Technologie könnten auch im Bereich der Entwicklungsländer von Nutzen sein, aber ich sehe die Entwicklung noch nicht klar und würde diese Möglichkeit keinesfalls als den kommenden Trend bezeichnen.</p>
<p>                    <strong>politik-digital:</strong> Was hat es mit den Breitband-Technologien auf sich?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Solange die Netzanbindung an und für sich noch so große Problem darstellt, kann man kurzfristig einfach noch nicht so viel erwarten. Der Benutzung von Simulationen im e-Learning wird in Abhängigkeit von der Breitband -Entwicklung sicher eine gute Zukunft blühen, obwohl auch hier das Geheimnis nicht in der Technologie an für sich liegt, sondern darin, den Lernenden ein Erlebnis zu verschaffen. Die Lernerfahrungen der Lernenden bzw. der Kunden wird in diesem Zusammenhang zum treibenden Faktor werden denn: Das &#8216;e&#8217; in e-Learning steht für<br />
                    <em>experience</em> &#8211; und nicht für<br />
                    <em>electronic</em> oder was auch immer!</p>
<p>                    <strong>politik-digital:</strong> Kann man feststellen, dass seit den<br />
                    <a href="/archiv/edemocracy/ny-links.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Terroranschlägen</a> auf New York und Washington und den Milzbrandattacken die Menschen Angst vor dem Reisen haben und daher e-Learning bevorzugen?</p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Man wird niemals gänzlich jede Form von sozialer Interaktion ersetzten können jedoch neue Formen finden, z.B. Chat und Instant-Messaging, die zum integralen Bestandteil unserer Kommunikation werden. Soziale Interaktionen wird es immer geben müssen, und meiner Erfahrung nach steigert das Vorhandensein von e-Learning diesen Bedarf sogar. Kollegen, die sich online treffen und mögen, werden Mittel und Wege finden, sich auch im realen Leben zu treffen. Gleichsam ist face-to-face Kommunikation von hoher Bedeutung bei der Formierung von erfolgreichen Lerngemeinschaften (&#8220;communities of practice&#8221;).</p>
<p>
                    <strong>politik-digital: </strong>Vielen Dank für das Gespräch!<br />
                    </p>
<p>Das Interview mit Gunnar Brückner führte Clemens Lerche.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>E-Learning gleicht einem déjà-vu-Phänomen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/elearning-sinko-shtml-2607/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Dec 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftsmodell]]></category>
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		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[politik-digital sprach während der diesjährigen 
                    Online-Educa mit Matti Sinko, Projektdirektor der 
                    Finnish Virtual University, der sich seit 1989 in leitenden Positionen mit dem Einsatz von computergestützten Lernens in der universitären Ausbildung beschäftigt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>politik-digital sprach während der diesjährigen<br />
                    <a href="http://www.online-educa.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Educa</a> mit Matti Sinko, Projektdirektor der<br />
                    <a href="http://www.virtualuniversity.fi" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Finnish Virtual University</a>, der sich seit 1989 in leitenden Positionen mit dem Einsatz von computergestützten Lernens in der universitären Ausbildung beschäftigt.<!--break-->
                  </p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Wie lauten die gegenwärtigen Schlagwörter der e-Learning Debatten? Gibt es Unterschiede zwischen den Debatte an Universitäten und in der freien Wirtschaft?</p>
<p>                  <strong>Matti Sinko:</strong> Ich denke, die Debatten an den Universitäten sind sehr unterschiedlich zu denen in der freien Wirtschaft. Ich beteilige mich nicht an den trendigen, oftmals hype-artigen Formulierungen der Wirtschaft. Denn das ist meiner Meinung nach der wesentliche Unterschied zwischen beiden. Im Gegensatz zur Industrie und den dort beliebten Marketingslogans, ist die Aufgabe des akademischen Diskurses eine umfassendere. Wir versuchen aufzuzeigen, was das Neue am Neuen ist, woher es kommt und wie es sich von den bisherigen Konzepten und Anwendungen in der Praxis unterscheidet &#8211; oder eben nicht.  </p>
<p>E-Learning ist eindeutig eines dieser Hype-Wörter im Stile von e-Anything. In den 70 Jahren wurde an alle Begriffe ADP (automatische Datenverarbeitung) angehängt. In den 80 er Jahren war alles computergestützt oder rechnergestützt und in der letzte Dekade war alles online- und virtuell. Jetzt heißt alles e-Learning, e-Government, e-Business. Dabei ist e-Learning lediglich Computer- und netzgestützte, automatische Datenverarbeitung und Datentransfer zur Unterstützung und Förderung von Lehren und Studieren. Die Sprache der Wirtschaft ist sehr innovativ. Das &#8220;e-Jahr&#8221; ist so kurz und hektisch, dass zur gründlichen Produkteinführung keine Zeit bleibt und daher die alten Produkte einfach nur in neue sprachliche Verpackungen gekleidet werden, um mit der Schnelllebigkeit des &#8220;e-Lebens&#8221; Schritt zu halten.</p>
<p>Dabei zählt eigentlich nur das wirkliche Leben &#8211; besonders trifft das für Studenten zu, die gerade von zu Hause ausgezogen sind und neue aufregende Lebenserfahrungen machen wollen, wie neue Kontakte knüpfen, neue Liebesbeziehungen eingehen oder neue Abenteuer in der Freizeit, im Beruf und in der akademischen Welt erleben wollen. Das sind so tiefgreifende Herausforderungen für sie, dass die virtuelle Version davon dem realen Leben eine neue Qualität hinzufügen muss, um wirklich konkurrenzfähig zu sein. Wenn also ein Student Kunde deines e-Services bleibt, hat dein Angebot diese Qualität.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Welche Geschäftsmodelle sind gerade en vogue und welche erfolgreich?</p>
<p>
                  <strong>Matti Sinko:</strong> Ich denke, wie wir e-Learning erleben, gleicht dem déjà-vu-Phänomen &#8211; vergleichbar den ersten Autos auf unseren Straßen zu Zeiten von Pferdekutschen und dem ungläubigen Staunen und Entsetzen darüber. Unser sich nach und nach virtualisierendes Bildungssystem wird immer noch in Metaphern, Bildern und Strukturen der alten klassischen Zeit beschrieben, wie beispielsweise Klassenzimmer, Vorlesung oder Seminar. Die neuen Lernumgebungen und Bildungsinstitutionen haben noch keine eigene sprachliche Form gefunden. Das trifft auch auf eigene und neue Geschäftsmodelle zu. Es gibt viele verschiedene Geschäftsmodelle in den USA im Unterschied zu Europa und zu Deutschland, obwohl die Digitalisierung den Prozess der Bildung eines einheitlichen, europäischen Bildungsmarktes beschleunigt. Es wird viele erfolgreiche Gründungen von virtuellen Universitäten geben. Ich glaube, dass Universitäten und Hochschulen sowohl staatlich als auch privatwirtschaftlich verfasst sein werden.</p>
<p>Aus der nordisch-skandinavischen Tradition kommend, bin ich von der Wettbewerbsfähigkeit der öffentlichen Bildungseinrichtungen überzeugt, die in enger Zusammenarbeit und Kommunikation mit der Wirtschaft stehen müssen.</p>
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                  <strong>politik-digital:</strong> Welche technischen Entwicklungen werden e-Learning beeinflussen?</p>
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                  <strong>Matti Sinko:</strong> Videokonferenzen, und Internettelefonieren werden in naher Zukunft e-Learning bereichern. Zusammen mit Spracherkennung und sprachgesteuerten Anwendungen, persönlichen virtuellen Assistenten in Roboterform und drahtloser mobiler Breitbandtechnik &#8211; auch m-Learning genannt &#8211; werden sich die bisher geltenden Standards des e-Lernens verändern. Aber alle diese Entwicklungen brauchen ihre Zeit, bis sie nicht nur von den Pionieren, sondern auch von der breiten Masse akzeptiert und angewendet werden, wenn es ihnen nicht so wie vielen anderen technischen Entwicklungen gehen soll, die sich nie durchgesetzt haben. Aber eigentlich überlasse ich solche Voraussagen den Futuristen und konzentriere mich auf die Förderung der bestehenden Techniken und deren Anwendung.</p>
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                  <strong>politik-digital:</strong> Unterstützt e-Learning die Entwicklung einer neuen Lernkultur oder ist es nur &#8220;alter Wein in neuen Schläuchen&#8221;?</p>
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                  <strong>Matti Sinko:</strong> Ja und Nein. Die Verbesserung der Lernkultur ist eine große Herausforderung, die nicht durch die Entwicklung neuer Technik gelöst werden kann. Aber andererseits gibt es weltweit so viele Herausforderungen im Bereich Bildung, dass wir mit größter Anstrengung erforschen sollten, wie uns die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) bei der Bewältigung dieser vielfältigen und andauernden Herausforderungen helfen können.</p>
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                  <strong>politik-digital:</strong> Fühlen sich Studenten in virtuellen Klassenräumen einer erhöhten Kontrolle ausgesetzt?</p>
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                  <strong>Matti Sinko:</strong> Einige Studenten befürchten das. Andere befürchten richtigerweise den Verlust der Möglichkeit, als stiller Hinterbänkler oder &#8220;blinder Passagier&#8221; das Geschehen nur zu beobachten. Wenn gewünscht, ist man größeren Kontrollmöglichkeiten ausgesetzt. Aber das bringt uns zu Fragen der Pädagogik zurück: Die neuen IuK-Technologien können zu mehr Kontrolle genützt werden, können aber gleichzeitig dem Lernenden zu mehr Freiheit verhelfen. Denn wir, die Lehrer, die Entwickler, die Bürger entscheiden über die Einführung und Nutzung der IuK-Technologien.</p>
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                  <strong>politik-digital:</strong> Ist ihrer Meinung nach das Internet noch ein Ort des freien Austausches von Wissen? Oder ist das eine zu romantische Ansicht?</p>
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                  <strong>Matti Sinko:</strong> Ich bin gleichzeitig Realist und Romantiker! Die gegenwärtigen Tendenzen zu vermehrter Kontrolle des Internets, der Monopolisierung, der Ausbeutung von Menschen zur Profitmaximierung kollidieren immer mit den entgegengesetzten Tendenzen der Erhaltung bzw. Einführung des Rechts auf freie Meinungsäußerung und der Wahrung von geistigen Eigentumsrechten. Begriffe wie Individualität und Isolation im Gegensatz zu Solidarität und Konformismus werden ständig neudefiniert. Es wird Kämpfe geben, positive wie negative Entwicklungen und Tendenzen &#8211; aber so ist nun mal die Natur des sozialen Lebens.</p>
<p>Gegenwärtig fördern wir an unserer Universität die Veröffentlichung von Kursen im Internet. Das hat die Debatte und das Verständnis über die Einhaltung der Urheberrechte der Verfasser angeheizt und auf eine neue Stufe gebracht. Dabei kam es zu unterschiedlichen Lösungen. Kurzfristig betrachtet, führt die Einhaltung der Eigentumsrechte der Verfasser zur Verringerung der Veröffentlichungen im Netz, aber langfristig stärkt es die &#8220;open source&#8221; (offener Quellcode) Bewegung. Diese beiden Entwicklungen sind aber gar nicht so gegensätzlich wie sie auf den ersten Blick erscheinen mögen, da die Beachtung der Urheberrechte jedem Einzelnen die Möglichkeit bietet, frei über deren Ausgestaltung zu entscheiden.</p>
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                  <strong>politik-digital:</strong> Kann durch den Einsatz von e-Learning der Wissensunterschied zwischen der sogenannten &#8220;ersten Welt&#8221; und der &#8220;dritten Welt&#8221; gemindert werden?</p>
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                  <strong>Matti Sinko:</strong> Kurzfristig sehe ich die Sache eher gegenteilig, dass e-Learning die digitale Spaltung der Gesellschaften vergrößert bzw. sichtbarer macht. Aber langfristig, denke ich, können Iuk-Technologien eine nachhaltige Entwicklung befördern und die Wissenskluft zwischen armen und reichen Ländern verringern. Besonders mobile Technologien und günstige Palm-Tops können hilfreiche Werkzeuge beim Kampf um eine nachhaltige Globalisierung sein. Aber einer solchen Entwicklung unterliegt kein innewohnender Automatismus. Es benötigt vielmehr einen klaren politischen Willen zur Schließung der Wissenskluft.</p>
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                  <strong>politik-digital: </strong>Vielen Dank für das Gespräch!<br />
                  </p>
<p>Das Interview mit Matti Sinko führte Clemens Lerche.</p>
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