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	<title>Teilhabe &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digitale Teilhabe bei Menschen ohne festen Wohnsitz – Zwischen neuen Möglichkeiten und Verstärkung der Segregation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Nov 2019 11:38:29 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Ein Leben ohne digitale Tools ist heute für die meisten Menschen schwer vorstellbar und umständlich. Dies gilt besonders für Menschen in schwierigen Lebenslagen, wie z. B. Obdachlose. Doch gerade Menschen ohne festen Wohnsitz fehlt es an digitaler Teilhabe.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Von der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit über die Wetternachrichten bis zum Erwerb einer eigenen Wohnung, gerade Menschen ohne festen Wohnsitz können mit digitalen Tools die fehlenden sozialen Auffangnetze kompensieren – theoretisch. Faktisch haben ausgerechnet sie hohe Hürden beim Zugang zu überwinden. Wir haben uns mit dem <a href="http://www.armutsnetzwerk.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Armutsnetzwerk e.V.</a> (Deutschland) und den <a href="https://offroadkids.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Offroadkids</a> über die besonderen Umstände bei der Digitalisierung von Menschen ohne festen Wohnsitz unterhalten.</p>
<p>Das Armutsnetzwerk e.V. (Deutschland) ist ein 2012 gegründeter Verein, der die Bedürfnisse aus der Sicht der Betroffenen formulieren und auf der höchstmöglichen politischen Ebene vortragen will. Primäres Ziel ist dabei die Selbstbefähigung und -organisation der von Armut und Ausgrenzung betroffenen Menschen.</p>
<p>Beim 4. Wohnungslosentreffen im Juli 2019 hat der Verein das Thema digitale Teilhabe auf die Agenda genommen. Das Treffen wird vom Armutsnetzwerk e.V. (Deutschland) und HOPE, „European Network for Homeless People“ als Kooperationspartner unterstützt.</p>
<p>Wir haben mit Michael Stiefel und Jürgen Schneider vom Armutsnetzwerk e.V. (Deutschland) über die Forderungen des Treffens und die generellen Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung für Wohnungslose gesprochen. Außerdem hat uns Jesko Wrede vom Streetworker-Verein-Off-Road-Kids, der sich um Straßenkinder und junge Obdachlose kümmert, einige Fragen zum digitalen Streetworking und ihrer Plattform sofahopper.de beantwortet.</p>
<h3>Voraussetzungen für einen Zugang zum digitalen Raum</h3>
<p>Sucht man nach den Gründen für fehlende digitale Teilhabe, zeigen sich immer wieder die gleichen Hürden, wie Stiefel und Schneider aus Erfahrungen und Gesprächen mit Betroffenen berichten. Nach unserem Gespräch mit ihnen lassen sich mehrere Ebenen für Probleme des Zugangs skizzieren.</p>
<h3>Problem 1: Persönliche Voraussetzungen wie Sprache und technisches Verständnis</h3>
<p>Zum einen gibt es die persönliche Ebene. Hier geht es um persönliche Voraussetzungen bei der digitalen Teilhabe. Ein Problem ist beispielsweise Analphabetismus. Über <a href="https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-05/analphabetismus-deutschland-lesen-schreiben-studie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">7% der Erwachsenen</a> Deutschen können nicht richtig lesen und schreiben, das macht die Bedienung aber auch die Anschaffung und Einrichtung von digitalen Geräten, Laptops oder Handys zu einer großen Herausforderung. Sprachliche Probleme treten auch durch mangelnde Englischkenntnisse auf. So ist es z. B. für ältere Menschen, die in Ostdeutschland aufgewachsen sind und russisch als Fremdsprache hatten oder deren Englischerwerb aus der Schulzeit nicht mehr präsent ist, schwierig, sich im digitalen Bereich zurechtzufinden, konstatiert Michael Stiefel. Ältere Menschen sehen sich in der digitalen Sphäre generell größeren <a href="https://politik-digital.de/news/lernen-und-vernetzen-digitales-leben-im-alter-156551/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herausforderungen</a> ausgesetzt, da die neuen Möglichkeiten bei mangelnder digitaler Affinität verunsichernd und überfordernd wirken können. Die Selbstvertretung Wohnungsloser Menschen <a href="http://www.wohnungslosentreffen.de/26-wohnungslosentreffen-2019/176-abschlusserklaerung-2019.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fordert</a> daher Förderangebote zu Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben, Englisch und Medienkompetenz.</p>
<h3>Problem 2: Die Infrastruktur – vom WLAN bis zur Meldeadresse</h3>
<p>Ein weiteres Problem stellt sich auf der infrastrukturellen Ebene, die wiederum mehrere Aspekte umfasst. Einerseits geht es um den Zugang zur reinen Technik, also den Geräten, beispielsweise Smartphone oder Laptop, und dem Internet über ein öffentliches WLAN oder einen Handyvertrag und mobiles Netz. Schwierig sind hierbei die Finanzierung und die Wartung von Geräten, die mangelnde öffentliche Infrastruktur, sowie die fehlende Kreditwürdigkeit vieler Wohnungsloser, die dadurch keinen Handyvertrag auf ihren Namen abschließen können und auf Unterstützung angewiesen sind. Das Fehlen einer Meldeadresse, der deutschen Staatsbürgerschaft oder eines Kontos stellen bei Vertragsabschlüssen ebenfalls massive Hürden dar. Auch wenn durch die Abschaffung der Störerhaftung viele WLAN-Netzwerke gerade in Großstädten heute öffentlich zugänglich sind, ist WLAN in vielen Obdachlosenunterkünften immer noch nicht zu finden.</p>
<figure id="attachment_157009" aria-describedby="caption-attachment-157009" style="width: 2560px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-161868 size-full" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1750" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-scaled.jpg 2560w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-300x205.jpg 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-1024x700.jpg 1024w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-768x525.jpg 768w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-1536x1050.jpg 1536w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-2048x1400.jpg 2048w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption id="caption-attachment-157009" class="wp-caption-text"><br />Michael Stiefel und Jürgen Schneider beim Zukunftsdialog des BMAS</figcaption></figure>
<p>Grundsätzlich fehlt es auch an digitaler Bildung. Gerade Wohnungslose sind hier auf staatliche Angebote angewiesen, da sie häufig aus ihrem sozialen Netz herausgefallen sind und sich kostenpflichtige Angebote nicht leisten können. Die Notwendigkeit eines Internetzugangs und Zugangs zu digitalen Angeboten ist heute jedoch immens wichtig, um befähigt zu sein, sich selbständig aus einer schlechten Lebenssituation zu befreien. „Stellen Sie sich vor, dass Sie eine Bewerbung schreiben möchten oder einem potenziellen Vermieter Unterlagen zusenden möchten. Wie soll das gehen ohne einen Zugang zur digitalen Welt?“, so Jesko Wrede. Die Off Road Kids stellen deshalb in ihren Streetwork-Stationen PC-Arbeitsplätze zur Verfügung, denn auch bei der Jobsuche und der Vernetzung untereinander, beispielsweise zur Selbstorganisation wie im Armutsnetzwerk, bieten digitale Tools die besten Möglichkeiten.</p>
<p>Die beschriebenen Zugangsprobleme betreffen natürlich nicht nur Wohnungslose, jedoch in erster Linie sozial und finanziell benachteiligte Menschen und daher eben insbesondere auch Wohnungslose.</p>
<h3>Neue Möglichkeiten der Teilhabe</h3>
<p>Während also ein fehlender Zugang zum Digitalen in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft negative Auswirkungen haben kann, entstehen durch technische Neuerungen auch für Wohnungslose mit digitalen Kompetenzen neue Möglichkeiten, die ihnen das Leben erleichtern. Für Einwanderinnen und Einwanderer gibt es Übersetzungsprogramme, Analphabetinnen und Analphabeten können sich Texte per App und QR-Code vorlesen lassen, wie Michael Stiefel berichtet. Landkreise haben für ihre Region eigene sogenannte Sozialwegweiser entwickelt, die bei der Ankunft in einer neuen Umgebung Orientierung bieten können. Außerdem gibt es neue Wege der Kontaktaufnahme zu Verantwortlichen, wie beispielsweise Politikerinnen und Politikern, über soziale Medien. Der Internetzugang ermöglicht eine neue Art digitaler gesellschaftlicher Teilhabe, die Wohnungslosen eventuell ansonsten verwehrt bliebe. Der Grad der Teilhabe im Netz erfordert allerdings auch einen Zeitaufwand, der für Wohnungslose im Zweifel weniger leicht erbracht werden kann, wenn der Alltag in erster Linie durch die Befriedigung der elementaren Bedürfnisse geprägt ist. Studien belegen, dass eine Armutsgefährdung generell mit eingeschränkten Möglichkeiten der politischen Teilhabe <a href="https://www.statistik-bw.de/FaFo/Familien_in_BW/R20192.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einhergeht</a>.</p>
<p>Für Sozialeinrichtungen oder private Hilfeleistende entstehen neue Möglichkeiten der Vernetzung, die beispielsweise die Effizienz von Streetwork steigern können. Die Off Road Kids leiten beispielsweise Hilferufe und Anfragen aus Gegenden, in denen sie keine Station haben, direkt an kooperierende Organisationen vor Ort weiter, was am Ende Hilfsbedürftigen zu Gute kommt. Das Erreichen einer breiten Öffentlichkeit über soziale Medien kann zudem dazu beitragen für Probleme von Randgruppen, wie beispielsweise von Wohnungslosen, mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, was im besten Falle auch zur Umsetzung konkreter politischer Entscheidungen führt.</p>
<h3>Welche Apps nutzen Wohnungslose?</h3>
<p>Spezielle Apps, die von Wohnungslosen besonders häufig genutzt werden, seien in erster Linie die klassischen massentauglichen Anwendungen wie WhatsApp, Google Maps oder Facebook, so Jürgen Schneiders Beobachtungen bisher. Aber auch spezielle für Wohnungslose entwickelte Tools sind auf dem Markt und werden nachgefragt. Beispielsweise die Plattform <a href="https://sofahopper.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sofahopper.de</a> der Off Road Kids, auf der seit 2017 über 1.200 Betroffene um Rat und Hilfe gebeten haben. Wichtig bei der Erstellung solcher Apps bzw. Websites ist ein niedrigschwelliger Zugang und geringe Hürden zur Kontaktaufnahme. Die Selbstvertretung Wohnungsloser Menschen forderte in ihrer Abschlusserklärung zudem eine Beteiligung betroffener Menschen an der Entwicklung und eine Gewährleistung der Datensicherheit. Auf ihrer eigenen <a href="http://www.wohnungslosentreffen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a> betreibt die Selbstvertretung ein Forum zum Austausch unter den Beteiligten.</p>
<h3>Forderungen der Betroffenen</h3>
<p>Die Digitalisierung bietet für Wohnungslose mit Zugang zu digitalen Endgeräten, Internet und ausreichend Lade- und Reparaturmöglichkeiten viele Chancen, ihren Alltag einfacher und kosteneffizienter zu gestalten. Möglicherweise kann durch digitale Tools auch der Weg zur eigenen Wohnung geebnet werden. Für Menschen, denen der Zugang zur digitalen Sphäre allerdings verwehrt bleibt, entstehen durch die Digitalisierung verschiedener Lebensbereiche und Angebote wie bspw. der Wohnungssuche noch höhere Hürden. Sozialeinrichtungen, aber auch andere öffentliche Einrichtungen können hier nachbessern und Wohnungslosen die Geräte, Lernmöglichkeiten und Internetzugang zur Verfügung stellen.</p>
<p>Die Selbstvertretung Wohnungsloser Menschen fordert in diesem Sinne in erster Linie einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zur digitalen Sphäre durch Abbau bestimmter Vertragsbedingungen bei Handyverträgen, Bereitstellung von Geräten und unbegrenztem öffentlichen WLAN. Wichtig ist den Vertretern des Armutsnetzwerks dabei ein Einbezug der Betroffenen Menschen und eine darauf basierende Kooperation: „Wir möchten mit denen zusammenarbeiten, die die Zugänglichkeit der digitalen Entwicklung für alle Menschen sicherstellen wollen und insbesondere auch die Schwierigkeiten berücksichtigen, von Leuten die keine so guten Möglichkeiten haben, also bspw. Wohnungslose aber eben auch andere.“</p>
<p>Kontakt zum Armutsnetzwerk e.V. unter armutsnetzwerk.de</p>
<div class="_3bJ2H CHExY">
<p class="_1l8RX _1ByhS"><strong>Photo by:</strong> <a href="https://unsplash.com/@jamessutton_photography?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">James Sutton</a> on <a href="https://unsplash.com/@jamessutton_photography?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
<p class="_1l8RX _1ByhS"><strong>Artikelbild:</strong> Armutsnetzwerk e.V. Deutschland beim Zukunftsdialog des BMAS am 20.09.2019</p>
</div>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Deutscher Digitaltag 2020</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Sep 2019 13:02:13 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Viele Menschen in Deutschland stehen der Digitalisierung kritisch gegenüber, fühlen sich durch die schnellen Veränderungen überfordert oder haben Angst vor den neu entstehenden Herausforderungen für die Gesellschaft. Um dieser Unsicherheit aufseiten der Bevölkerung entgegenzuwirken hat sich die <a href="https://digitaltag.eu/digital-fuer-alle" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Digital für alle Initiative“</a> gegründet.</p>
<p>Die Initiative setzt sich aus gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Partnern zusammen, wie beispielsweise dem BDI (Bund Deutscher Industrie e. V.), dem Deutschen Caritasverband, dem Olympischen Sportbund oder auch dem Deutschen Kulturrat e. V. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, die aktive Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an der Digitalisierung zu fördern.</p>
<p>Am Mittwoch dem 25. September stellte sich der Zusammenschluss von 21 Organisationen auf der Bundespressekonferenz vor und kündigte für den 19. Juni 2020 den ersten deutschen <a href="https://digitaltag.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitaltag</a> an. An diesem Aktionstag sollen bundesweit Veranstaltungen organisiert werden zur Information und Diskussion von und mit Bürgerinnen und Bürgern.</p>
<p>„Die Digitalisierung ist eine Gestaltungsaufgabe und alle sollen daran mitwirken können“, heißt es im <a href="https://www.youtube.com/watch?v=jOGC-aU7ihI" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> auf der Website der Initiative. Das erklärte Ziel: „Jede und jeder muss in die Lage versetzt werden, sich souverän und sicher, selbstbewusst und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen.“</p>
<p>Es wird dazu eingeladen, sich als Privatperson, als Unternehmen oder als Verein aktiv einzubringen und den Digitaltag durch eigene Beiträge zu unterstützen.</p>
<p>Foto und Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-5"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-5" data-row="script-row-unique-5" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-5"));</script></div></div></div>
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		<title>Sicherheit, Selbstbestimmung, Fairness und Teilhabe – Verbraucherpolitik im digitalen Wandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2019 13:17:59 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Neue Anforderungen an die Verbraucherpolitik</h3>
<p>Als die wesentlichen Trends der aktuellen Zeit, welche sich in veränderten Anforderungen an die Verbraucherpolitik widerspiegeln, nennt FES-Referent Dr. Robert Philipps eine Veränderung der Konsumwelt durch neue digitale und vernetzte Produkte und die Sammlung, Auswertung und Nutzung von Verbraucherdaten. Auch die dadurch entstehenden personalisierten Angebote und eine Automatisierung von Verfahren durch KI-basierte Algorithmen, die beispielsweise Entscheidungen bei Auswahlverfahren vorbereiten oder selbstständig treffen können, stellen neue Herausforderungen dar. Die positiven Aspekte dieser Entwicklungen sieht er in einer Erweiterung von Konsummöglichkeiten, in Prosuming-Konzepten, also der Möglichkeit für Verbraucher selbst als Mitarbeiter bzw. Anbieter tätig zu werden, sowie in einer erhöhten Markttransparenz beispielsweise durch Vergleichsportale.</p>
<p>Probleme ergeben sich laut dem <a href="http://library.fes.de/pdf-files/wiso/15633.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Positionspapier</a> in allen drei betrachteten Bereichen, vor allem durch die Erhebung personenbezogener Daten und deren Missbrauch. Im Bereich der Sicherheit fordert die Projektgruppe daher ein IT-Sicherheitsrecht, das definierte Mindeststandards, eine Updatepflicht für Hersteller und Zulassungsverfahren bei bestimmten Produkten vorsieht. Zur Durchsetzung des Rechts auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung, die im digitalen Bereich heute nicht gegeben sind, empfiehlt die FES in erster Linie eine Stärkung der Rechtsdurchsetzung.</p>
<p>Möglich sei jedoch auch eine Förderung von datensparsamen Produkten oder die Entwicklung neuer digitaler Lösungsoptionen, die Datenströme kontrollieren und steuern könnten. Zum Thema Fairness und Teilhabe hat sich die Projektgruppe insbesondere mit Algorithmen auseinandergesetzt, also den automatisierten Verfahren zum Treffen von Entscheidungen. Probleme bestehen hier bei intransparenten Verfahren und Fällen von Diskriminierung. Gefordert wird daher eine gesetzliche Verpflichtung zur Nachvollziehbarkeit, eine gesetzliche Verschärfung der Haftung von Anbietern und eine gleichzeitige Stärkung der Aufsichtsbehörden.</p>
<p>Im Anschluss an die Vorstellung des Papiers kamen die Podiumsgäste unter der Moderation von Prof. Dr. Christian Thorun, Geschäftsführer des ConPolicy Instituts für Verbraucherpolitik, zusammen, um die vorgestellten Punkte zu diskutieren. Als Diskussionsgäste waren Sabine Frank, Leiterin für Regulierung, Verbraucher- und Jugendschutz bei der Google Germany GmbH, Sarah Ryglewski, Mitglied des Deutschen Bundestags und neue Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale und Mitglied der Datenethikkommission der Bundesregierung, Peter Bihr, Managing Director der The Waving Cat GmbH und Dr. Claus Dieter Ulmer, Konzernbeauftragter für den Datenschutz der Deutschen Telekom Gruppe geladen.</p>
<h3>Frage der Haftbarkeit</h3>
<p>Eine der wichtigsten Herausforderungen der digitalen Veränderungen für die Verbraucherpolitik sehen Peter Bihr und Klaus Müller in der Schwierigkeit, bei komplexen und oft vernetzten Systemen die Fehlerursache ausfindig zu machen. Daher sei eine Anpassung des Produkthaftungsgesetz an die Entwicklungen im digitalen Bereich nötig. Müller ist überzeugt, der Hersteller müsse für Updates und Wartung der Produkte verantwortlich sein, da nur dieser das nötige Know-How zur Verfügung hätte. Sabine Frank lehnt eine solche Regelung ab, da Software immer fehlerhaft sei. Wie auch Dr. Claus Dieter Ulmer sieht sie eine Verantwortung beim Verbraucher, der ein Bewusstsein für Datensicherheit entwickeln müsse. Sarah Ryglewski erachtet Vorschriften und gesetzliche Regelungen an den Stellen für sinnvoll, wo es extreme Sicherheitsprobleme gibt, wie beispielsweise bei der Verschlüsselung von Emails. Von Prof. Dr.-Ing. Adam Wolisz kam aus dem Publikum der Einwand, dass jegliche Form der Rechtsschaffung im digitalen Bereich heute nur „Archäologieforschung“ sei. Aufgrund der immer schneller voranschreitenden Entwicklung dauere die Gesetzgebung zu lang, um zeitgemäße Gesetze zu verabschieden. Sarah Ryglewski sieht die Lösung für dieses Problem in einer besseren generelleren Formulierung von Gesetzen mit Antizipation zukünftiger Entwicklungen. Klaus Müller erkennt eine Möglichkeit in einer Pflichtversicherung für den digitalen Bereich, um Schäden zu einem gewissen Grad auszugleichen, wenn die Frage der Haftbarkeit nicht geklärt werden kann.</p>
<p>Beim zweiten Themenfeld, der Selbstbestimmung, nennt Sarah Ryglewski eine wichtige Herausforderung mit der „Verständlichmachung“, beispielsweise bei der Datenerhebung. Auch Dr. Claus Dieter Ulmer und Sabine Frank wünschen sich in Bezug auf die Datenschutzgrundverordnung eine Konkretisierung und Abstimmung der Behörden. Klaus Müller kann sich hier auch technologische Entwicklungen von privaten oder öffentlichen Akteuren vorstellen, sogenannte „digitale Notare“, die aufgrund von vom Nutzer getroffenen Voreinstellungen die Datenweitergabe bei bestimmten Anbietern blockieren oder gewährleisten, ohne dass sich der Nutzer jedes Mal aufs Neue entscheiden muss.</p>
<p>Beim Themenfeld der Fairness und Teilhabe lag der Schwerpunkt auf dem Umgang mit Algorithmen. Während Klaus Müller für Algorithmen eine Input- und Output-Kontrolle durch eine staatliche Behörde fordert, mit umgekehrter Beweispflicht bei den Unternehmen in kritischen Fällen, sieht Sabine Frank keinen Bedarf für eine behördliche Kontrolle. Bestehende Angebote wie Algorithmenwatch können diese Aufgabe schon übernehmen. Dr. Claus Dieter Ulmer schließt sich diesem Standpunkt an und betont das beidseitige Interesse von Unternehmen und Verbrauchern, Algorithmen fair zu gestalten und sie dafür den notwendigen Tests zu unterwerfen. Peter Bihr stellt zum Abschluss noch eine wichtige gesellschaftliche Frage: „In welchen Bereichen wollen wir überhaupt und wie weit wollen wir Algorithmen Kontrolle über unser Leben geben?“</p>
<p><strong>Titelbild by:</strong> politik-digital</p>
<p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Inklusion und das Digitale: Auf der Suche nach zeitgemäßer Teilhabe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Aug 2017 13:28:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Inklusion ist ein Konzept, bei dem es grob gesagt um gleichberechtigte Teilhabe aller an allen gesellschaftlichen Bereichen geht. Als &#8220;Schlagwort&#8221; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7011885443_57667f9640_k.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153002" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7011885443_57667f9640_k.jpeg" alt="7011885443_57667f9640_k" width="640" height="313" /></a><br />
Inklusion ist ein Konzept, bei dem es grob gesagt um gleichberechtigte Teilhabe aller an allen gesellschaftlichen Bereichen geht. Als &#8220;Schlagwort&#8221; ist es in den letzten Jahren auch im Zusammenhang mit Chancen der Digitalisierung populär geworden. Was aber ist Inklusion eigentlich genau? Welche Konzepte verbergen sich dahinter und welche Veränderungen ergeben sich seit Aufkommen des &#8220;Digitalen&#8221;? Diese Fragen sind der Anlass für eine Artikelreihe, in der wir uns verschiedenen Dimensionen von digitaler und nicht digitaler “Inklusion” anschauen, um einem zeitgemäßen Inklusionsbegriff näher zu kommen.</p>
<p dir="ltr">Wenn man von einer intuitiven Beschreibung hin zu einer treffenden Definition will, merkt man schnell, dass &#8220;Inklusion&#8221; sehr Verschiedenes und teils Widersprüchliches meint. Allgemein betrachtet zielt Inklusion darauf ab, alle möglichen Dimensionen menschlicher Vielfalt wie Gender, Alter, Kultur, sozialer Status oder körperlich-geistige Verfassung anzunehmen und dabei aufkommende Hürden zu bewältigen. Inklusions-Konzepte möchten anerkennen, dass für verschiedene Gruppen verschiedene Herausforderungen bestehen. Dabei wird “Inklusion” oft normativ als ein Ziel verstanden, an das es anzukommen gilt. Diese Konzeption limitiert den Begriff aber auf einen erreichbaren Idealzustand und lässt außer Acht, dass es sich bei Inklusion letztlich vielmehr um einen dynamischen Prozess handelt. Versteht man Inklusion als gesellschaftlichen Prozess, geht es dabei um eine kontinuierliche Aushandlung von Einstellungen und Handlungen einer Gesellschaft, einschließlich ihrer politischen Institutionen, gegenüber bestimmten Gruppen.</p>
<h3>Inklusion und das Digitale</h3>
<p dir="ltr">Durch die digitale Revolution sind neue Formen der Teilhabe entstanden, doch haben haben nicht alle gesellschaftliche Gruppen gleich davon profitiert. Die digitale Inklusion ist ein relativ neuer Begriff, der in diesem Kontext entstanden ist. Der Kommunikationswissenschaftler und Bildungsforscher Bastian Pelka differenziert in <a href="https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/217272/digitale-inklusion-digitale-exklusion-teilhabe-in-einer-digitalen-gesellschaft" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seinem Vortrag</a> zwischen Inklusion mit digitalen Medien und Inklusion in die digitale Gesellschaft. Dabei unterscheidet er zwei Ebenen. Zum einen die Möglichkeiten zur Gestaltung von Inklusion, die sich durch die digitale Medien geöffnet haben, zum anderen aber die gesamtgesellschaftliche Veränderung, die die digitale Revolution hervorgebracht hat. Die Fragen, die aufkommen, sind: welchen Missständen hat sie entgegengewirkt, welche verschärft und wie können neue technologische Errungenschaften inklusiv genutzt werden?</p>
<h3>Inklusion, Integration, Partizipation &#8211; was nun?</h3>
<p dir="ltr">Oft wird “Barrierefreiheit“ als zentraler Bestandteil von Inklusion angebracht. Barrierefreiheit bedeutet die Gestaltung der Umwelt, sodass sie von allen Menschen ohne zusätzliche Hilfen genutzt werden kann. Der Begriff der digitalen Barrierefreiheit überträgt das Prinzip auf den digitalen Raum. Barrierefreiheit meint nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern kann auch der Auftritt einer Webseite in leichter Sprache sein. Oft wird der Begriff Inklusion als Gegenentwurf verwendet, wenn von Exklusion im Sinne von mangelnder Teilhabe am gesellschaftlichen Leben oder fehlender politischer Partizipation die Rede ist. Bei der Antwort auf exkludierende Ausgangssituationen muss zwischen Inklusion und Integration unterschieden werden. Während es bei Integration darum geht, dass Menschen in eine vermeintlich homogene Gruppe integriert werden, versteht sich Inklusion als Schritt hin zu einer Gesellschaft, die Vielfalt anerkennt und lebt. Die Betonung liegt immer auf der Abkehr von der normativen Vorstellung eines einheitlichen Ideals, hin zu einer Vorstellung, die menschliche Vielfalt akzeptiert. Dieses Prinzip gilt erstmal für alle Gruppen, die von der Norm abweichen, doch erfahren manche Gruppen mehr gesellschaftliche Barrieren als andere. Deshalb wird der Begriff vermehrt in Bezug auf Menschen mit Behinderungen verwendet.</p>
<h3>Rechtliche Lage für Menschen mit Behinderungen</h3>
<p dir="ltr">In den letzten Jahren gab es einige rechtliche Meilensteine, die das Leben von Menschen mit Behinderungen stark beeinflusst haben. Auch medial ist das Thema präsenter geworden. Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) wurde 2002 erlassen und soll die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) ergänzt das BGG: seit 2006 müssen alle Internetauftritte des Bundes barrierefrei sein. Doch gelten beide Gesetze nur für staatliche Institutionen wie Behörden und Ämter, der verbleibende öffentliche und private Raum ist nicht reguliert.</p>
<p dir="ltr">Auf internationaler Ebene gibt es die UN-Behindertenrechtskonvention, die Ende 2006 von den Vereinten Nationen (UN) verabschiedet wurde. 2009 trat sie in Deutschland in Kraft. Inklusion ist seitdem ein Menschenrecht. Das bedeutet, dass jede/r das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe in allen Bereichen hat. Die Konvention sieht vor, dass Kinder mit und ohne Behinderungen nach Möglichkeit nicht mehr in separaten Institutionen unterrichtet werden. Seitdem wird das Thema häufiger öffentlich thematisiert und ist zu einem entscheidenden Wahlkampfthema geworden. Im Fokus steht dabei meist die <a href="http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/hamburg-schulfrust-wegen-inklusion-eltern-rechnen-mit-der-politik-ab-a-1151378.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Überforderung der Schulen und eine nicht ausreichende Finanzierung</a>. Sind solche strukturelle Veränderungen, das was es braucht um inklusive Prozesse zu fördern? Oder geht es am Ende nicht auch um eine <a href="http://www.zeit.de/kultur/2017-05/inklusion-bildungssysteme-haltungsproblem-sozialpaedagogie-10nach8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frage der Haltung</a>?</p>
<p dir="ltr">Die digitale Revolution hat die Gesellschaft verändert. Wenn zeitgemäße Inklusion nicht etwas ist, an dem eine Gesellschaft ‚ankommen‘ kann, sondern ein kontinuierlicher Prozess,  steht nun zwingend die Frage im Raum, wie dieser digitale Wandel für verschiedene Gruppen gestaltet werden kann. Diese Artikelreihe versucht verschiedene Dimensionen und deren Gestaltungsmöglichkeiten von zeitgemäßer Inklusion zu greifen. Wie können inklusive Räume heutzutage aussehen? Kann man überhaupt von ‚digitaler Inklusion’ reden? Welches inklusive Potential haben digitale Medien in und außerhalb der Schule? Und welche Rolle spielen Staat und Gesellschaft bei der Inklusion?</p>
<p>Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-ein-gespraech-ueber-barrierefreie-kommunikation-152972/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten</a> Teil haben wir uns über barrierefreie Kommunikation unterhalten. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-das-piksl-projekt-als-beispiel-digitaler-inklusion-2-153078/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dritten</a> Teil haben wir das PIKSL-Projekt vorgestellt.</p>
<p>Titelbild, by <a href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geralt</a> on <a href="https://pixabay.com/de/social-media-personen-2457842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay.com</a> // <a class="external" href="https://pixabay.com/de/service/terms/#usage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a>, Eigene Bearbeitung</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>„Online-Partizipation muss reale Prozesse abbilden“ – Kerstin Franzl im Interview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jun 2016 10:51:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-9"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/opin-banner-01-e1466061213737.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149552 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/opin-banner-01-e1466061213737.png" alt="" width="640" height="366" /></a>OPIN ist eine Toolbox, mit der internetbasierte Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendorganisationen geschaffen werden sollen. Im Interview erläutert EUth-Projektkoordinatorin Kerstin Franzl die Ankerpunkte des Konzepts und beschreibt zentrale Elemente für erfolgreiche Partizipation.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Europäische Union hat erkannt, dass Jugendliche den europäischen Institutionen immer weniger vertrauen. Im Rahmen des <a href="https://ec.europa.eu/programmes/horizon2020/en/what-horizon-2020">Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramms</a> fördert die Europäische Union deshalb neue Zugangskanäle für Jugendliche. Das Innovationsprojekt <a href="http://www.euthproject.eu/">EUth – Tools and Tipps for Mobile and Digital Youth Participation in and across Europe</a> hat hierfür den Partizipationsbaukasten <a href="https://opin.me/de/">OPIN</a> entwickelt.</p>
<p>Kerstin Franzl, Mitarbeiterin des <a href="http://www.nexusinstitut.de/">nexus Instituts für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung</a>, organisiert das EUth-Projekt und koordiniert die Arbeit mit den Pilotprojekten. Wir haben uns mit ihr getroffen und sie zur Grundidee und deren Umsetzung befragt. Unser Weg führt dabei vorbei an den Anfängen des Projekts zu den innovativen Kernpunkten der Online-Partizipationstoolsbox. Eine Erkenntnis unseres Gesprächs war, dass erfolgreicher Partizipation weiterhin zentrale Probleme entgegenstehen. Die Gradwanderung zwischen Idealismus und technischen Herausforderungen wird dabei schnell zum Balanceakt:</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Als Projektkoordinatorin beim nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung betreuen Sie das EUth-Innovationsprojekt. Wie hat sich die Idee des EUth-Projekts und der OPIN Toolbox entwickelt, wie sehen Ihre Erfahrungen aus?</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><img decoding="async" class=" wp-image-140839" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Franzl_Profilbild_v1.jpg" alt="N" width="205" height="230" /> <strong>Kerstin Franzl</strong> ist Mitarbeiterin im <a href="http://www.nexusinstitut.de/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nexus Institut für Koopartionsmanagement und interdisziplinäre Forschung</a>, betreut das EUth-<br />
Partizipationsprojekt und koordiniert die Entwicklung des OPIN-Partizipationstools.</div></div>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Der erste Bezug zum Projekt rührt von den zwei Standbeinen des nexus Instituts. Im Bereich der geförderten Forschung nehmen wir an verschiedenen nationalen und internationalen Förderprogrammen teil. Hier sind die Nachfrage und der Forschungsbedarf an Partizipationsprojekten in den letzten Jahren enorm gestiegen. Seit ich 2010 im nexus Institut angefangen habe, beantrage ich deshalb kontinuierlich Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich der Partizipation. Unser zweites Standbein baut auf die Beratung und Durchführung von Partizipationsprojekten sowie dem Erstellen von Gutachten für Städte und Länder. Wir bringen also Partizipation in ganz unterschiedliche Kontexte ein.</p>
<p>2012 sind wir dann erstmals in Kontakt mit <a href="https://liqd.net/de/">Liquid Democracy e.V.</a> gekommen. Mit ihrer Adhocracy-Software waren sie die ersten auf dem Markt, die Online-Partizipation ermöglichten. Durch die Kooperation mit Liquid Democracy e.V. haben wir damals die technischen Umsetzungsmöglichkeiten von Onlinepartizipationsprojekten von vorne bis hinten kennengelernt und konnten im Rahmen des damaligen <a href="https://ypart.eu/static/youthpart">Ypart-Projekts</a> evaluieren, wo aktuelle Barrieren zu finden sind. Die Begleitung des Projekts von der Konzeptions- bis zur Durchführungsphase war sehr, sehr hilfreich im Verständnis aktueller Hindernisse und Grenzen.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Und mit der Online-Partizipationstoolbox OPIN setzen sie jetzt genau an dieser Stelle an?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Zum Teil, die Erfahrungen früherer Projekte fließen natürlich ganz klar mit in das EUth-Projekt ein, der Ansatz ist aber unabhängig von früheren Projekten zu sehen. Als wir die Idee für das EUth-Projekt entwickelt haben, war ein Ansatzpunkt, sich die Technikentwicklung fördern zu lassen, da es daran momentan am meisten mangelt. Leider ist es hier ja noch nicht so, dass sich die Technik für die Bedürfnisse entwickelt. Im Gegenteil, die Partizipationsprojekte müssen sich davon abhängig machen, was technisch umsetzbar ist. Neben der technischen Komponente ist uns aber auch klar geworden, dass erfolgreiche Partizipation ganz stark Beratung braucht. Die ist aber wiederum sehr teuer. Das ist natürlich im Bereich der Jugendarbeit extrem schwierig, weil hier einfach wenig Geld für Projekte zur Verfügung gestellt wird. Unsere Lösung ist daher, möglichst automatisiert Hilfe bereitzustellen. Das ist eigentlich auch der Hauptankerpunkt des Projekts: automatisiert Prozesse für Jugendarbeit bereitstellen, die es auch Laien ermöglichen, Partizipationsprojekte zu konzipieren und aufzusetzen.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Um dieses Ziel zu erreichen, entwickeln Sie das Projekt innerhalb verschiedener Test- und Entwicklungsphasen und arbeiten mit mehreren Pilotprojekten aus dem Bereich der Jugendarbeit und der Verwaltung zusammen. Praxisnähe und konkrete Fall- und Anwendungsbezüge scheinen also besonders im Fokus ihres Projekts zu stehen. Wie wichtig ist dieser Ansatz bei der Umsetzung des Projekts?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl: </strong>Die Zusammenarbeit und Rückmeldung der Pilotprojekte, im Rahmen von Workshops und Usability-Checks, ist ganz wichtig für uns, um Feedback zu bekommen. Wir wollen ja schließlich wissen, ob das funktioniert, was wir machen. Darüber hinaus wird an uns natürlich die Anforderung gestellt, das umzusetzen, was die Pilotprojekte für die Durchführung von Partizipationsprojekten brauchen. Hier sind die Wünsche ganz unterschiedlich. Wir müssen dann schauen, wie wir verschiedene Methoden entwickeln und gleichzeitig Benutzerfreundlichkeit gewährleisten können. Schlussendlich wollen wir die Partizipationsprozesse aber so entwickeln, dass sie auch für ganz andere Projekte in anderen Kontexten genauso anwendbar sind. Hier liegt die Herausforderung bei uns, eine Übertragbarkeit herzustellen.</p>
<p>Trotzdem ist im Rahmen eines begrenzten Budgets auch nur ein begrenzter Testraum da, der an die lokalen Begebenheiten gebunden ist. Hier ist es auch ein wenig schade, dass die Europäische Union das Thema Online-Partizipation im Moment so stark auf Entwicklung ausrichtet und nicht so stark auf die Forschung. Eine tiefgreifende Analyse ist da äußerst schwierig. Weitere Forschung wäre aber natürlich wichtig, um zu sehen, wie es genau in den einzelnen europäischen Ländern mit Partizipationsprojekten aussieht.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Also vermuten Sie auch unterschiedliche nationale Hemmnisse und Herausforderungen für Partizipation allgemein?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl: </strong>Nein, das eigentlich nicht. In unseren Workshops haben wir uns mit verschiedenen nationalen VertreterInnen zusammengesetzt und aktuelle Barrieren diskutiert. Umsetzungsschwierigkeiten bestehen da vor allem aufgrund des unterschiedlichen Entwicklungsstands und der Akzeptanz von Online-Partizipation, auch innerhalb Deutschlands fällt das auf. Einige Kommunen haben schon vor 10 Jahren mit Partizipationsprojekten angefangen, da ist die Anerkennung von Online-Partizipation natürlich deutlich höher. Trotzdem treten dann aber doch häufig bereits Probleme beim Finden des passenden Partizipationskonzepts auf. Die Motivation der TeilnehmerInnen und die Realisierung einer Kooperation mit der Entscheidungsträgerebene erschwert die Umsetzung von Projekten ebenfalls. An dieser Stelle müsste man zum Beispiel weitere Forschung betreiben.</p>
<p>Insgesamt bewegt sich Online-Partizipation aber auch einfach in einem schwierigen Feld. Jeder erwartet, dass die Beteiligungszahlen hoch sein müssen, da jeder einen Internetzugang zuhause hat. Das Resultat ist aber häufig nicht viel besser als bei Offline-Partizipation. Trotzdem muss man unterstreichen, dass sich Online-Partizipation aber vor allem deswegen Legitimität verschafft, weil sie jedem zugängig gemacht werden kann. Die Beschränkungen sind hier deutlich niedriger als bei Offline-Partizipation, die immer nur beschränkt existieren kann.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Und mit OPIN wollen Sie nun diesen Problemen begegnen? Wie sieht da Ihre genaue Umsetzung aus?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Alle diese Probleme im Rahmen eines einzelnen Projektes lösen zu wollen ist natürlich nicht möglich. Aktuell sind wir ja auch noch in der ersten Testphase der OPIN-Toolbox, da befinden wir uns wirklich noch im Abstimmungsprozess. Im Moment schauen wir konkret, was wir realisieren wollen und was sich im Rahmen des Projekts wirklich umsetzen lässt. Die großen technischen Herausforderungen wie das automatische Abbilden von Partizipationsprozessen in verschiedenen Sprachen und eine automatische Strukturierung von Diskussionsinhalten sind weiterhin ungelöste Probleme. Besonders letzteres kann schnell zum Schocker werden, wenn man sich beteiligen möchte und dann auf seitenweise Diskussionsinhalte trifft, ohne sich übersichtlich über Sachverhalte informieren zu können. Welche dieser Themen wir aber speziell herausgreifen ist weiterhin offen.</p>
<p>Momentan fokussieren wird uns auf die Modularisierung und die Verschränkung von Online- und Offlineprozessen. Bisher gibt es kein Tool, das Partizipationsprozesse wirklich als Prozesse abbildet. Wir verstehen Partizipation aber als das, was sie ist: als Mehrebenenprozess, in dem online und offline nicht gesondert betrachten werden sollten. Deshalb wollen wir mit OPIN den Partizipationsprozess von Anfang bis Ende in einer Timeline darstellen, online und offline. Mit unserem halbmodularen Baukasten wollen wir denjenigen die Möglichkeit geben Partizipationsprojekte durchzuführen, die Laien auf dem Gebiet sind und auch keine finanziellen Mittel haben, um sich teure Unterstützung einzukaufen. Unser Ansatz zielt deshalb darauf ab, die Partizipationswege vorzuschlagen, deren Methoden auch eine Lösung herbeiführen. Wir zeigen also Proven-Solutions für Partizipationsprojekte auf. In Zusammenarbeit mit den einzelnen Pilotprojekten schauen wir jetzt individuell, welche Hauptwege sich zeichnen lassen und welche dann in die finale Version integriert werden können.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Im Vergleich zu bestehenden Online-Partizipationsmöglichkeiten ist das ein spannender und innovativer Ansatz. Trotzdem scheint Online-Partizipation aber immer noch vor hohen Hürden zu stehen. Wie soll es da langfristig mit dem Projekt weitergehen und bleibt der eigene Idealismus vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen nicht auch manchmal auf der Strecke?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Alle, die sich in diesem Feld engagieren und arbeiten, sind irgendwo Idealisten und Visionäre. Da ist man immer damit konfrontiert, dass der Status quo ein anderer ist als der, den man sich gerade wünscht. Es wird aber mehr und mehr deutlich, dass der Kulturwandel auf jeden Fall initiiert wurde. Es gibt eine große Bereitschaft. Das sieht man allein an den Geldern, die in die Entwicklung von Online-Partizipationsprojekten, Prozessen und Tools gesteckt werden. Auch auf lokaler und europäischer Ebene nimmt man Partizipationsprojekte zunehmend wahr. Immer mehr Länder und Städte institutionalisieren Bürgerbeteiligung. Diese Ansätze sind aber immer noch punktuell. Der Kulturwandel ist also noch nicht abgeschlossen.</p>
<p>Bei unserem Projekt wünsche ich mir natürlich besonders, dass OPIN letztlich auch genutzt wird – wir stellen das Tool schließlich im Auftrag der EU zusammen. Leider ist noch offen, inwieweit Online-Partizipationsprojekte auf europäischer Ebene institutionell installiert werden. Mit OPIN versuchen wir diesem Ziel näher zu rücken. Ob das dann auch zu 100 Prozent erreicht wird, kann ich natürlich nicht sagen. Trotzdem ist es aber auch schön, an der Entwicklung eines neuen Trends beteiligt zu sein. Das Interesse ist auf jeden Fall da, und auch die EU-Kommission befindet sich mitten drin im Prozess des Kulturwandels. Aus diesem Grund setzen wir hier mit unserem Projekt an, geben der Partizipation ein digitales Zuhause und schaffen ein Bewusstsein. Dabei denjenigen zu helfen, die eine offene Partizipation ermöglichen wollen, hat etwas sehr Befriedigendes.</p>
<p>Titelbild: <a href="http://www.euthproject.eu/app/download/12920997132/opin+banner-01.png?t=1458136850" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OPIN-Banner</a> via <a href="http://www.euthproject.eu/project/downloads/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">euthproject</a>, bearbeitet<br />
Porträt: Bereitgestellt von <a href="http://www.nexusinstitut.de/de/institut/mitarbeiterinnen-mitarbeiter/7-mitarbeiterinnen-a-mitarbeiter/450-kerstin-franzl" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kerstin Franzl</a>, bearbeitet</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-9" data-row="script-row-unique-9" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-9"));</script></div></div></div>
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		<title>Medienkompetenz: Schlüsselqualifikation des 21. Jahrhunderts</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/medienkompetenz-schluesselqualifikation-des-21-jahrhunderts-142552/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2014 14:44:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Teilhabe]]></category>
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		<category><![CDATA[Dieter Baacke]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-10"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die digitale Revolution wartet auf niemanden – sie schreitet einfach voran. Und wir als Mediennutzer müssen uns anpassen. Gesagt, getan? Eine aktuelle Studie zeigt, dass nur 38 Prozent der Deutschen ihre Internetkenntnisse als „gut“ oder „mittelmäßig“ einschätzen. So einfach ist es also wohl nicht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Schon wieder einer dieser schwammigen Begriffe, die einen viel zu großen Themenkomplex umfassen. Doch wie auch immer man den Begriff definiert: Medienkompetenz beschreibt eine Fähigkeit, die mit zunehmender Digitalisierung der Gesellschaft immer wichtiger wird. MediennutzerInnen – egal ob alt oder jung – wird zunehmend abverlangt, nicht nur mehr Informationen zu konsumieren, sondern das Konsumierte auch weiter zu verarbeiten und kritisch zu hinterfragen. Aber auch das Wissen um die Entstehung von Technologie wird immer wichtiger. „Jeder muss ein Auto fahren können, aber nicht wissen, wie es zusammengesetzt ist“  &#8211; so wurde 2013 in Hamburg der Einführung von Informatik als Pflichtfach eine <a href="http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article116363150/Protest-gegen-Kuerzungen-bei-Informatik.html">Absage erteilt.</a> Indessen stellen sich einige Bundesländer die Frage, ob Informatik obligatorischer Bestandteil des Lehrplans oder der kompetente Umgang mit Medien in alle Schulfächer integriert werden sollte. Für ältere Menschen hingegen geht es schlichtweg darum, ob sie in der Lage sein werden, weiterhin aktiv an gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben.</p>
<h3>Worum geht es also?</h3>
<p>Die Enquete-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestags hat Medienkompetenz in ihrem <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707286.pdf">Zwischenbericht</a> 2011 wie folgt <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/125/1712550.pdf">definiert</a>:</p>
<blockquote>
<p><i>„[Medienkompetenz ist] die Fähigkeit zum richtigen, angemessenen Umgang mit Medien und [gilt] somit als Schlüsselqualifikation in der modernen Gesellschaft.“</i></p>
</blockquote>
<p>Eine Wortbedeutung meint also das nötige Know-how für die Nutzung digitaler Medien. Wenn man der viel zitierten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Medienkompetenz">Definition der Medienkompetenz von Dieter Baacke</a> folgt, kann dieser Aspekt unter dem Begriff <b>Mediennutzung</b> subsumiert werden. Neu ist, dass User insbesondere im Hinblick auf digitale Medien zu  „Prosumenten“ werden, also zu Verbrauchern, die zugleich Produzenten sind. So ist Twitter beispielsweise mit seinem Retweet-Button voll auf die Reproduktion von Konsumiertem ausgelegt. Die meisten Online-Ausgaben deutscher Tageszeitungen oder Videoportale geben ihren Nutzern die Möglichkeit, das Gelesene oder Gesehene zu kommentieren – Interaktivität ist hier das Motto.<br />
Hand in Hand mit Mediennutzung geht, folgt man Baacke, die <b>Medienkunde</b>. Der Mediennutzer sollte ein Wissen darüber besitzen, welche Informationsquelle für welchen Informationszweck die richtige Wahl ist. Dass ein Wörterbuch und nicht ein Lexikon über ein fremdsprachliches Wort informiert, ist zwar ein einfaches Beispiel, muss aber in der Tat irgendwann erlernt werden. Das geschieht spätestens in der Schule, wenn SchülerInnen mit verschiedenen Informationsquellen und -methoden konfrontiert werden.<br />
Dieter Baacke konnte sich in den 1970er Jahren, als er seine Definition verfasste, sicher nicht vorstellen, welchen Wandel der Medienkompetenzerwerb durch die Entstehung neuer Technologien und Geräte durchmachen würde. Umso wichtiger ist im vergangenen Jahrzehnt die „instrumentell-qualifikatorische“ Dimension der Medienkunde geworden. So führt die Enquete-Kommission richtig an, dass derjenige <i>„[m]edienkompetent ist, [d]er mit vertretbarem Zeitaufwand selbstständig in einem beliebigen Textverarbeitungsprogramm Serienbriefe erstellen kann, ohne es zuvor gelernt zu haben“. </i>Es geht also nicht darum, zu verstehen, wie ein Gerät einer bestimmten Marke funktioniert – sondern darum, zu verstehen, wie Laptops, Tablets oder Smartphones generell strukturiert sind. Medienkunde ermöglicht die Teilnahme an der Informationsgesellschaft durch technisches Verständnis der Empfangsgeräte. Noch weiter gehen diejenigen, die Informatikkenntnisse für alle fordern – damit auch die „Technologie hinter der Technik“ verstanden wird und entsprechend selbstständig verändert werden kann.<br />
Diese Kompetenz würde die Menschen auch zur <b>Mediengestaltung</b> befähigen, namentlich die Fähigkeit, neue, kreative und ästhetische Varianten von bereits bestehenden Werken zu schaffen. Auch hier ist die Definition <a href="https://www.bpb.de/veranstaltungen/format/kongress-tagung/medienkompetenz-2014/181193/dieter-baackes-definition-von-medienkompetenz">nicht ganz klar umrissen</a> und kann erst durch das Aufkommen neuer Technologien umgesetzt werden. Bildbearbeitungsprogramme gelten als Paradebeispiel; der Umgang mit ihnen erfordert zugleich auch Medienkunde.<br />
Ein weiteres Element ist die <b>Medienkritik</b>, sie ist zentral für Informationsgesellschaften. In der schnelllebigen digitalisierten Welt kann jeder Akteur Informationen erzeugen und veröffentlichen. Der mündige Mediennutzer sollte in der Lage sein, diese zu bewerten und das analytische Wissen reflexiv auf sich selbst und sein Handeln anzuwenden. Auch muss er in der Lage sein, soziale Konsequenzen der Medienentwicklung zu begreifen.</p>
<h3>Warum das so wichtig ist</h3>
<p>Die Enquete-Kommission stellte fest: <em>„Kompetenz wird grundsätzlich überall dort zum Thema, wo sie nicht hinreichend vorhanden ist.“</em> Was die generellen Internetkenntnisse angeht, landen <a href="http://www.bitkom.org/de/presse/8477_80451.aspx?utm_content=bufferc249e&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=twitter.com&amp;utm_campaign=buffer">die Deutschen im europäischen Vergleich auf Platz 27</a>, wie eine aktuelle Bitkom-Studie festgestellt hat. Lediglich 38 Prozent der Deutschen geben an, mittelmäßige bis gute Internetkenntnisse zu haben, bei den Jüngeren sind es immerhin 72 Prozent. Gegen die Spitzenreiter Island (95 Prozent), Dänemark und Litauen (94 Prozent) sehen aber selbst die Jungen blass aus.<br />
Im internationalen Vergleich wird erneut deutlich, dass Kinder nicht als <a href="http://politik-digital.de/digital-natives-von-ureinwohnern-und-einwanderern/">„Digital Natives“</a> geboren werden. Auch wenn die frühe Gewöhnung an Technik es leichter macht, Neues zu erlernen, müssen sich auch die vermeintlichen Ureinwohner digital-mediale Kompetenzen erarbeiten. Das scheint in den Ländern an der Spitze des Rankings besser zu klappen. Der Vergleich zeigt auch, dass Kompetenzen zwar zum Teil vorhanden, aber durchaus ausbaufähig sind. Gerade Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb bestehen wollen, sollten großes Interesse an der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter haben. In der Technologie- und Informatikbranche gibt Deutschland schon längst nicht mehr den Ton an. Länder wie Estland, Israel oder Südkorea hingegen sind in diesen Bereichen höchst innovativ, was der schulischen Förderung ebenso wie kontinuierlichen Fortbildungen zu verdanken ist.<br />
Ein anderer Aspekt betrifft die Teilhabe an der zunehmend digitalisierten Gesellschaft. Es kann nicht ausschließlich die Aufgabe jedes Einzelnen sein, sich selbstständig in Medienkompetenz weiterzubilden. Hier ist auch der Staat gefragt, der Medienkompetenz mit zahlreichen Initiativen auf Bundes- und Länderebene fördert. So hat jedes Bundesland eine Landesmedienanstalt, die neben der Beaufsichtigung der Rundfunkanstalten auch für die Förderung von Medienkompetenz zuständig ist. Die durch Rundfunkgebühren finanzierten Landesmedienanstalten initiieren und betreuen Medienkompetenz-Projekte für verschiedene Zielgruppen.<br />
Die Landesanstalt für Medien in NRW gibt in Zusammenarbeit mit anderen Landesmedienanstalten das <a href="http://internet-abc.de/kinder/">Internet-ABC</a> heraus, das Eltern und Pädagogen Empfehlungen zur Medienerziehung ihrer Schützlinge gibt. Das Bundesfamilienministerium fördert die Kinder-Suchmaschine <a href="http://blindekuh.de/">„Blinde Kuh“</a>. <a href="http://www.klicksafe.de">Klicksafe</a>, eine Initiative der EU in Kooperation mit den Mitgliedsstaaten, klärt über Sicherheit im Internet auf. Der Dachverband der Senioren-Organisationen gibt die Broschüre <a href="http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/Wegweiser/rz_bagso_digitaler_wegweiser_84_seiter_einzelseiten_web.pdf">„Wegweiser durch die digitale Welt“</a> heraus, die vom ehemaligen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Eine Liste aller von Bund und Ländern geförderten Maßnahmen zum Erwerb von Medienkompetenz ist ab Seite 40 des Zwischenberichts der Internet Enquete <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707286.pdf">hier</a> abzurufen.</p>
<h3>Digitale Kompetenz ermöglicht Teilhabe</h3>
<p>Im Englischen heißt Medienkompetenz „digital literacy“, wörtlich übersetzt „digitale Alphabetisierung“. Es muss dafür gesorgt werden, dass nicht ein Teil der Bevölkerung zu digitalen Analphabeten wird. Denn diese Menschen könnten – wie jene, die nicht des Schreibens und Lesens mächtig sind – nicht voll an gesellschaftlichen Prozessen teilhaben. E-Government-Maßnahmen oder Online-Wahlen stellen wichtige Chancen dar. Doch was, wenn ein älterer Mensch nicht die Medienkunde besitzt, um daran teilzuhaben? Das wäre eine vertane Chance, zumal virtuelle Behördengänge körperlich Eingeschränkten mehr Autonomie verschaffen könnten, weil sie nicht mehr auf die Hilfe von Angehörigen angewiesen sind.<br />
Das Netz generiert Informationen in Echtzeit, aktueller als jede Tageszeitung oder Fernsehsendung. Wer nicht in der Lage ist, solche Angebote zu nutzen, hat einen Nachteil. Denn: Informationskultur bedeutet politische Teilhabe.<br />
Ebenso sind viele Menschen – spätestens seit dem NSA-Skandal – verunsichert, ob sie und ihre Daten online ausreichend geschützt sind. Verstärkte Aufklärung könnte zur Entdämonisierung des Netzes beitragen und dazu ermutigen, vertrauter mit der digitalisierten Welt zu werden und seine Vorteile stärker zur Erleichterung des täglichen Lebens zu nutzen.<br />
Oft wird die Digitalisierung der Gesellschaft mit der industriellen Revolution verglichen. Damals veränderten sich Fertigungsprozesse und -techniken – und mit ihnen die Lebenswelt der Menschen. Was damals ein Jahrhundert dauerte, geschieht heute um ein Vielfaches schneller. Die Menschen werden sich den rasanten technischen Veränderungen immer wieder anpassen müssen – ein Leben lang. Digitaler Medienkompetenzerwerb ist nichts für Ungeduldige und muss langfristig ein wichtiger Bestandteil bildungspolitischer Programme bleiben.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/lukew/10430507184/in/photolist-gTH5oL-7vu4Uq-4Cf4Az-dYPPLV-qx9Kn-anHyXn-anLcHu-8272cg-anLArh-anLpJ5-4G6iyq-cSweR7-NRZZj-anHsXT-7t4jkq-cSf5LW-4KcxFC-dVKKrF-ob7eJr-bmbZgo-9s8vPL-dRfa29-ccjB1w-gS7w4S-eh7vF6-dRfa5C-9im8iV-3BMCAx-dakU8U-cJUp9j-dpu5tk-7A6MZA-gTHaLb-gVGFnK-dZzhhr-cJUpbJ-98iaso-nwWEow-anLiRL-ekYLQy-nSzmUw-fzT481-dT2ZE7-nSzG6L-9ipduJ-gS8eNF-gTH8Co-gTH2YL-cSf5UG-hQHV5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Luke Wroblewski</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-10" data-row="script-row-unique-10" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-10"));</script></div></div></div>
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		<title>Partizipation im Netz: &#034;Je jünger, desto aktiver&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob Werlitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jul 2014 12:20:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Mitreden, mitmachen, mitfinanzieren – „Dabei sein“ wird im Internet immer populärer. Plattformen wie Startnext.de oder Change.org bieten  zahlreiche Möglichkeiten, sich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/partizipation3.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140840" alt="partizipation3" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/partizipation3.png" width="619" height="371" /></a>Mitreden, mitmachen, mitfinanzieren – „Dabei sein“ wird im Internet immer populärer. Plattformen wie Startnext.de oder Change.org bieten  zahlreiche Möglichkeiten, sich wirtschaftlich oder politisch einzubringen. Eine jüngst erschienene Studie untersuchte die vielfältigen Möglichkeiten der Partizipation im Internet nun aufs Neue und fördert interessante Analogie zutage. Über die Ergebnisse des Forschungsprojektes berichtet Projektleiter Hendrik Send im Interview.<br />
Schon seit den frühesten Anfängen des Web 2.0 sind die Potenziale der Beteiligung an Politik, aber auch an wirtschaftlichen oder zivilgesellschaftlichen Projekten immer wieder in der Diskussion. Oft stehen dabei ähnliche Fragen im Raum: Kann das Internet die Demokratie beflügeln? Wer nutzt die Möglichkeiten und warum? Wo und wie können Formen der Mitgestaltung gewinnbringend und nutzerfreundlich eingesetzt werden?<br />
Eine <a href="http://www.hiig.de/wp-content/uploads/2014/06/20140609_Studie_DIGITAL.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">neue Studie</a> des Berliner Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft mit dem Titel „<b>Online Mitmachen und Entscheiden – die Partizipationsstudie 2014“ </b>nahm sich nun erneut des Themas an. Das Forscherteam untersuchte das Phänomen in Kooperation mit TNS Infratest anhand einer repräsentativen Befragung von etwa 500 Teilnehmern. Dabei interessierten sich die Wissenschaftler für die Bekanntheit entsprechender Angebote, das Nutzungsverhalten, aber auch für die zugrunde liegende Motivation der Nutzer. Bemerkenswert ist, dass in der Studie politische und wirtschaftliche Partizipationsformen gleichermaßen betrachtet wurden.</p>
<h3>Jung, gebildet, männlich</h3>
<p>Die <a href="http://www.hiig.de/online-mitmachen-und-entscheiden-die-partizipationsstudie-2014/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisse der Studie</a> deuten zunächst daraufhin, dass die Angebote von einem Großteil der Bevölkerung genutzt werden. Ebenso bestätitgt sie die hinreichend bekannte Erkenntnis (<a href="http://www.sinus-institut.de/uploads/tx_mppress/DIVSI-Studie-Beteiligung-im-Internet.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">siehe hierzu DIVSI-Studie S. 24ff</a>), dass vor allem junge Männer mit höherem Bildungsniveau eine hohe Affinität zur Online-Partizipation haben. Als „erstaunlich“ bezeichneten die Verfasser die Intensität der Nutzung, die mit durchschnittlich 1,5 Stunden relativ hoch ausfällt. Weniger überraschend mag sein, dass sich vor allem Online-Petitionen großer Beliebtheit unter den Befragten erfreuen, während aufwendigere Möglichkeiten oft nur von wenigen Menschen genutzt werden. Wirtschaftliche Angebote seien zwar vergleichsweise weniger Menschen bekannt, Crowdfunding und Online-Produktkonfigurationen würden dennoch zunehmendes Interesse hervorrufen.<br />
Die Federführung hatte unter anderem Projektleiter Prof. Dr. Hendrik Send vom Alexander von Humboldt Institut. Der Kommunikationswissenschaftler beantwortete  uns einige weiterführende Fragen zu den Ergebnissen:<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Zum Ziel der Studie: Sie haben in Ihrer Studie politische und wirtschaftliche Partizipation im Internet verglichen und einander gegenübergestellt. Was haben Sie sich von einer solchen Gegenüberstellung erhofft? Worin besteht die Vergleichbarkeit und was ist der Ihrer Überzeugung nach der größte Unterschied?<br />
<figure id="attachment_140839" aria-describedby="caption-attachment-140839" style="width: 205px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class=" wp-image-140839         " alt="Send" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Send.png" width="205" height="230" /><figcaption id="caption-attachment-140839" class="wp-caption-text">Prof. Dr. Hendrik Send forscht am <a href="http://www.hiig.de/staff/dr-hendrik-send/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft</a> im Bereich internetbasierte Innovation und ist Projektleiter der Partizipationsstudie. Darüber hinaus ist er an der Hochschule Anhalt als Professor für den Masterstudiengang &#8220;Digitale Kommunikation&#8221; zuständig.</figcaption></figure><br />
<strong>Hendrik Send:</strong> Politische Organisationen und Wirtschaftsunternehmen setzen Partizipationsplattformen im Internet ein, die auf teilweise sehr ähnlichen Mechanismen basieren. Nutzer können auf solchen Plattformen Ideen (oder im Falle von Petitionen „Gegen-Ideen“) eintragen, andere Ideen bewerten und diskutieren. Gemeinsam ist politischen und wirtschaftlichen Organisationen das Interesse, möglichst viele gute Ideen und Bewertungen zu bekommen. Die Literatur zu beiden Feldern ist bislang zu gering verbunden und baut wenig auf Ergebnissen des jeweils anderen Bereichs auf. Es war für uns spannend, zusammen mit Politik- und Wirtschaftswissenschaftlern jeweils die Perspektive des anderen Bereichs einzunehmen und zu verstehen. Der größte Unterschied im Einsatz liegt darin, dass eine politische Organisation aber solche Plattformen meistens einsetzen wird, um Entscheidungen demokratisch zu legitimieren, und daher eine möglichst breite Teilnahme anstrebt. Wenn ein Unternehmen Kunden oder potentielle Kunden einlädt, Produkte oder Dienstleistungen gemeinsam zu entwickeln, so ist eine Idee, die alle schnell verstehen, nicht unbedingt die beste. Unternehmen rekrutieren zum Beispiel teilweise gezielt Personen, die viel höhere Ansprüche an Produkte haben als die breite Masse, so genannte Lead User.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Sie schreiben in der Studie: „Gerade die häufig hohe Bedeutung von Preisen regt dazu an, über Belohnungsanreize in der politischen Beteiligung nachzudenken“ (S. 42). Stößt hier die Übertragbarkeit von wirtschaftlichen und politischen Zielen nicht an ihre Grenzen? Birgt ein „Belohnungssystem“ im politischen Bereich nicht auch Gefahren?<br />
<strong>Hendrik Send:</strong> Genau so ist es. Daher regen wir auch nur vorsichtig an, sich einmal darüber Gedanken zu machen. Belohnungssysteme bergen auch im wirtschaftlichen Kontext immer Gefahren und laden Menschen ein, ihr Verhalten auf die Erreichung von Belohnungen zu optimieren, anstatt das eigentlich gewünschte Verhalten wie z.B. das Eintragen und Diskutieren guter Ideen zu erwirken.<br />
Dennoch konnten wir zeigen, dass für einen nennenswerten Teil der Online-Nutzer Preise ein wichtiger – teilweise der wichtigste – Anreiz sind. Natürlich wünschen wir uns zunächst, dass Bürger von sich aus ein Interesse daran haben, sich politisch zu beteiligen. Aber was ist mit denen, bei denen dieses Interesse, wenn überhaupt, nur gering ausgeprägt ist? Breite demokratische Legitimierung bedeutet auch, Bürger mit einer solchen Motivationslage zu berücksichtigen. Eine breitere Partizipation wäre durch den Einsatz von Preisen erreichbar. Dass man sich durch den Einsatz von Preisen neue Herausforderungen einhandelt, muss einem dabei bewusst sein. Angesichts der verbreiteten Ratlosigkeit im Umgang mit politisch inaktiven Gruppen könnten sich Versuche dennoch lohnen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Die politische Partizipation im Netz via Online-Petitionen wird häufig als Couch-Aktivismus abgetan – wenig Aufwand, wenig Anteilnahme. Außerdem steht sie unter dem Verdacht, mit anderen – aufwendigeren – Formen politischen Engagements in Konkurrenz zu stehen. Können Sie über den geringen Aufwand hinaus etwas zum Erfolg dieser Partizipationsformen sagen? Welche Rollen spielen Thema, Erfolgsaussicht/ -versprechen und Vermarktung der Anliegen?</p>
<h3>Junge Menschen nutzen andere Formen politischen Engagements</h3>
<p><strong>Hendrik Send:</strong> Unsere Daten können hierzu keine Aussagen rechtfertigen. Aus Gesprächen mit Betreibern von Partizipationsplattformen wissen wir, dass es natürlich Themen und Situationen gibt, die Nutzer eher zur Beteiligung animieren als andere, so z.B. wenn ein klarer, „böser“ Gegner des Volkswillen ausgemacht werden kann. Je jünger Wähler sind, desto schlechter sind bei klassischen Wahlen Jahr für Jahr ihre Beteiligungszahlen. Bei den von uns untersuchten Beteiligungsformen verhält es sich genau umgekehrt: Je jünger die Befragten sind, desto aktiver zeigten sie sich in den neuen Formen. Politisches Engagement findet also auch bei jungen Zielgruppen statt, nur in anderen Formen. Diese Verschiebung von Partizipationskanälen kann man als Konkurrenz oder als komplementäre Formen interpretieren.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Sie schreiben, es sei zu erwarten, dass breite Beteiligung in Zukunft eher abnehmen werde, anstatt zuzunehmen. Haben Sie auch untersucht, ob nicht auch zielgruppenspezifischer partizipiert werden wird? Zum Beispiel regional oder bei Nischenthemen?<br />
<strong>Hendrik Send:</strong> Es ist zu erwarten, dass die Aktivität der Angebote der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Long_Tail" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Long-Tail-Verteilung</a> folgen wird. Gerade im Internet können regionale und Nischenthemen sehr effektiv von den Betroffenen diskutiert und bewertet werden. Gleichzeitig führen einige Mechanismen der Internetökonomie dazu, dass nur Platz für wenige sogenannte Superstars ist. Es dominieren sehr erfolgreiche Angebote den Markt. Für eine Untersuchung von Nischenthemen bräuchten wir einen wesentlich größeren Datensatz, da Nischenthemen eben nur sehr wenige Personen betreffen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Die Politik wird durch die zunehmenden Möglichkeiten der Partizipation auch herausgefordert.  Die Studie zeigt, dass gerade sehr konkrete Wege, politisch mitzugestalten, eher weniger Menschen bekannt sind. Müssen für Möglichkeiten der politischen Mitgestaltung und Partizipation bei Online-Aktivismus nicht sehr unterschiedliche Voraussetzungen definiert werden?<br />
<strong>Hendrik Send:</strong> Wir waren eher darüber erstaunt, wie vielen Personen die Angebote bekannt sind und wie viele Personen diese überhaupt schon nutzen, angesichts der eher jungen Geschichte dieser Ausdrucksform. Gerade politische Mitgestaltung und Partizipation sind Felder, die eine Gesellschaft ausprobieren und verstehen muss. In den 1970er Jahren waren Demonstrationen und bunte Formen von politischer Partizipation für große Bevölkerungsteile in Deutschland völlig unakzeptabel. Es hat lange gedauert, bis eine friedliche Demonstration als begrüßenswerter Ausdruck von öffentlicher Meinung akzeptiert wurde, an dem heute auch sehr konservative Personen teilnehmen.<br />
Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/afagen/5133070639" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr/Adam Fagen</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-SA 2.0</a>) / Porträt: <a href="http://www.hiig.de/staff/dr-hendrik-send/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Humboldt Institut</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 3.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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