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	<title>Terrorismus &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Terrorismus &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Anti-Terror-Sonderausschuss – Eine Gefahr für die Bürgerrechte?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jul 2017 15:15:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
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		<category><![CDATA[Bürgerrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Das EU-Parlament stimmt am Donnerstag über den Einsatz eines Sonderausschusses zum Thema Terrorismus ab. Kritiker sehen darin ein potentielles Instrument, um Überwachungsmaßnahmen und Datenschutz leichter aufzuweichen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Eigentlich ist er im EU–Parlament für das Thema Sicherheit zuständig: Der LIBE-Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres. Das geplante “Special Committee on Terrorism” könnte die Frage der Terrorbekämpfung künftig spezifischer behandeln – und damit, so Skeptiker, die empfindliche Balance zwischen Freiheit und Sicherheit in der Aufgabentrias des LIBE-Ausschusses zerstören. Manfred Weber (CSU/EVP) bestätigte, <a href="http://www.politico.eu/article/meps-fight-over-creation-of-special-committee-on-terrorism/">dass sich der Ausschuss vor allem damit beschäftigen wird, wie die EU-interne Kooperation bei der Terrorabwehr verbessert werden könnte</a>. Ein Thema, welches vor allem zwei durchaus sensible Bereiche betrifft.</p>
<h3>Empfehlungen könnten zu Gesetzesinitiative werden</h3>
<p>Denn: Zum Einen geht es bei der Frage nach Verbesserungspotential bei der Kooperation verschiedener Länder nicht nur um klassische Polizeiarbeit. Hier dreht es sich vor allem um die Zusammenarbeit von Geheimdiensten und den wechselseitigen Austausch strafrechtlich sensibler Daten in einem gemeinsamen Kommunikationsnetzwerk. Zum Anderen diskutieren die Mitglieder des Sonderausschusses auch über konkrete Maßnahmen der Terrorismusbekämpfung und stellen diese schließlich in einem Abschlussbericht vor. Dieser hat zwar nur Empfehlungscharakter, könnte im Brüsseler Politikbetrieb erfahrungsgemäß jedoch in großen Anteilen in Gesetzesinitiativen der Kommission wiederzufinden sein.</p>
<h3>Angst vor Law-and-Order-Politik</h3>
<p>Jene Maßnahmen müssten jedoch unter Berücksichtigung der bürgerrechtlichen Perspektive geführt werden, kritisiert das linke Parteien-Lager. Die Befürchtung: Der Ausschuss soll eingeführt werden, um Law-and-Order-Politik leichter durchsetzen zu können. Der LIBE-Ausschuss, der sich bisher auch mit Terrorismus-Fragen beschäftigte, ist sowohl für Fragen der Bürger- und Menschenrechte, als auch für justizielle Angelegenheiten zuständig. Durch das “Special Committee on Terrorism”, so <a href="https://digitalcourage.de/blog/2017/eu-abstimmen-gegen-special-committee-terrorism" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisieren</a> die Gegner, geriete die notwendige Abwägung von Sicherheit und Freiheit der EU-Bürger in Gefahr. Man sieht sich zudem dadurch bestätigt, dass der Sonderausschuss aufgrund des breiten Widerstandes nur mit den Stimmen des rechten Lagers zustande käme. Zudem sei die Einberufung eines solchen Ausschusses <a href="http://www.politico.eu/article/meps-fight-over-creation-of-special-committee-on-terrorism/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Zeit- und Geldverschwendung”</a>.</p>
<h3>Abwägung von Freiheit und Sicherheit gewährleistet?</h3>
<p>Über die Effektivität des Special Committees lässt sich sicherlich streiten. Klar ist aber auch, dass die interne Kommunikation zwischen europäischen Geheimdiensten und/oder Strafverfolgungsbehörden bisher immer noch starke Mängel aufweist. Das haben nicht zuletzt die Terroranschläge in Paris, aber auch der Fall Amri gezeigt. Die Befürchtung, die Auslagerung der Thematik auf einen Sonderausschuss führe zu einer Aushebelung der Relevanz von bürgerrechtlichen Aspekten, ist jedoch nicht ganz von der Hand zu weisen. Immerhin ist der Aufbau des LIBE-Ausschusses und die Betonung der Wechselseitigkeit von Freiheit und Sicherheit in dessen täglicher Arbeit und Struktur <a href="http://www.europarl.europa.eu/committees/de/libe/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine bewusste Entscheidung gewesen</a>. Denn: Die Abwägung der beiden Güter ist ein komplexer, aber notwendiger Prozess, weil die rechtlichen Konsequenzen nachhaltig den Zustand demokratischer Systeme beeinflussen können.</p>
<h3>Sonderausschüsse besitzen kaum Befugnisse</h3>
<p>Gleichzeitig ist es aber auch ein Merkmal der Demokratie, dass Abstimmungen sowohl über interne Prozesse als auch Gesetzesbeschlüsse Mehrheiten in den Gremien benötigen. Sonderausschüsse sollen vom EU-Parlament eingesetzt werden, <a href="http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/eu-affairs/20160623STO33675/sonderausschusse-und-untersuchungsausschusse-des-eu-parlaments" target="_blank" rel="noopener noreferrer">um politisch relevante aktuelle Themen detaillierter und effektiver behandeln zu können</a> – so geschehen zur Finanzkrise (2009) oder zu Korruption und Geldwäsche (2012). Sie sind – im Gegensatz zu Untersuchungsausschüssen – nicht mit formalen Untersuchungsbefugnissen ausgestattet und somit immer auf die Kooperation der Mitgliedstaaten oder EU-Behörden angewiesen. Die Mitglieder der Special Committees werden durch das EU-Parlament selbst gewählt.</p>
<h3>Parlament noch immer geschwächt</h3>
<p>Aus diesem Grund ist eine inhaltliche Debatte über mögliche Gefahren eines Anti-Terror-Sonderausschusses, der abseits des LIBE-Ausschusses zusammen trifft, zwar keineswegs unnötig. Die Angst, dieser Ausschuss hebele die demokratische Entscheidungsfindung aus und treffe im Geheimen allgemein verbindliche Beschlüsse, kann jedoch kaum begründet werden. Hier kommt dazu: Das Parlament selbst besitzt, wie oftmals kritisiert wird, immer noch kein Recht, eigene Gesetzesinitiativen einzubringen. Wie so häufig in Brüssel, hängt es folglich vor allem von der Kommission ab, welche künftigen Empfehlungen des Sonderausschusses letztlich Einzug in EU-Richtlinien und -Verordnungen finden. Und das ist nicht selten von der Durchsetzungskraft der verschiedenen Akteure im informellen Brüsseler Netzwerk abhängig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Debate and vote on Jean-Claude Juncker for President of the European Commission, by <a href="https://www.flickr.com/photos/european_parliament/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European Parliament</a> on <a href="https://www.flickr.com/photos/european_parliament/14473527669/in/photolist-o3YBwv-nUHnGy-TDQKNi-eZJNW1-SP2jTs-QUMP8e-doFyKC-doFCmL-kUtCVD-9p4s1g-TGt9wN-eRdHsM-9AVPZh-VHNFF7-qQMuBZ-qJ9r9H-RFwxuw-eaCPuG-RFwxou-RV3AF1-pnjZfd-QRPFPG-Vc8erL-UBwkV7-naSexz-hEMreB-TDQL2z-7FJW8A-SkH1dc-SKXvqN-kUuFKA-7JQBFs-UD5QzG-9s8Trk-SYo5vt-cqN6KW-dkHL86-SY1JRa-dScdec-o2s14Y-S63JNC-nFZkVM-TAR9Sc-nsu7gs-a3j5hn-kUtCJ6-skqCYL-9w6d3D-7VstNS-egb8RW" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a>,  <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/legalcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-NC-ND 2.0</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-2" data-row="script-row-unique-2" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-2"));</script></div></div></div>
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		<title>Crypto-Wars und Sicherheitslücken</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/crypto-wars-und-sicherheits-luecken-151828/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thalis Weizmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2017 09:40:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Cyber-War]]></category>
		<category><![CDATA[Crypto-War]]></category>
		<category><![CDATA[Cyber-Spionage]]></category>
		<category><![CDATA[ZITiS]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Bedrohungen durch Cyber-Kriminalität und Terrorismus sollen in Zukunft mit einer Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS) bekämpft werden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/control-1027103_6401.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-151838" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Ueberwachung_Kamera_640x293_by_politik-digital_CC-BY-SA_3.0.jpg" alt="Überwachung_Kamera by politik-digital CC-BY-SA 3.0" width="640" height="293" /></a></strong>Die Bedrohungen durch Cyber-Kriminalität und Terrorismus sollen in Zukunft mit einer Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS) bekämpft werden – die Behörde muss sich jedoch verschiedenen Problemen stellen.</p>
<p>Als Antwort auf die steigende Bedrohung durch Cyberkriminalität und Terrorismus hat die Bundesregierung reagiert. Um auch in Zukunft gegen Cyber-Angriffe gewappnet zu sein, setzt das Bundesinnenministerium von Thomas de Maiziére (CDU) auf Entwicklungen der deutschen IT-Sicherheitsforschung. Dazu soll die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS) mit dem Standortsitz in München noch in diesem Jahr ihre Arbeit aufnehmen. ZITiS soll nach Angaben der <a href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Themen/OED_Verwaltung/Informationsgesellschaft/cybersicherheitsstrategie-2016-barrierefrei.pdf;jsessionid=6A1D84BC7591AAB5B33390CD8D4FA523.2_cid364?__blob=publicationFile" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cyber-Sicherheitsstrategie</a> in enger Zusammenarbeit mit den Sicherheits- und Fachbehörden des Bundes stehen. Gemeinsam mit den Nachrichtendiensten sollen „bedarfsbezogen und zukunftsorientiert Methoden, Produkte und übergreifende Strategien zur operativen Umsetzung in den Sicherheitsbehörden“ entwickelt werden. Die Behörde selbst soll allerdings nicht operativ tätig werden. Die Befugnisse der ZITiS sind laut Innenministerium auf die Forschung und Entwicklung von Methoden limitiert. Dazu gehören neben der digitalen Forensik, wo Minister de Maiziére vor allem Nachholbedarf bei der biometriegestützten Gesichtserkennung sieht , auch Telekommunikationsüberwachung, Big-Data Auswertungen und Kryptoanalysen.</p>
<h3>Ein zahnloser Papierkrieg im Crypto-War?</h3>
<p>Eine Rechtfertigung für die Gründung einer solchen „Hacker-Behörde“ sind jüngste Terroranschläge und Bedrohungspotenziale durch Cyber-Kriminalität. Welche bürgerrechtliche Relevanz dahinter steckt, lässt sich in derzeit in den USA verfolgen. Unter dem Schlagwort „Crypo-Wars“ versteht man dort den Konflikt zwischen Geheimdiensten und Unternehmen bezüglich der Offenlegung von Daten. Deutlich wurde diese Auseinandersetzung während des San Bernardino Attentats im vergangenen Frühjahr. Damals wollte das FBI den Technik-Riesen Apple dazu zwingen, die Verschlüsselung des iPhones des Täters Syed Rizwan Farook offenzulegen. Das Unternehmen weigerte sich mit der Begründung, dass eine Dekryptierung auch den Zugriff auf iPhones anderer Kunden ermöglichen würde.</p>
<p>Dass Telekommunikationsanbieter wie Skype nicht abgehört werden können, bedauert auch Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen. Das zeigt, dass die Crypto-Wars nun auch in Deutschland angekommen sind.</p>
<p>In Besitz der Verschlüsselungsstrategie eines Soft- oder Hardwaretypens wäre ein Geheimdienst jedoch in der Lage, alle Benutzer auszuspionieren, nicht nur die eigentliche Zielperson. Das Knacken einer Verschlüsselung ist somit ein Eingriff in die Privatsphäre mit Streuwirkung. Da es keinen „digitalen Durchsuchungsbefehl“ gibt, ist der Rechtfindungsprozess eine Gradwanderung zwischen legitimer Polizeiarbeit und der potenziellen Gefahr eines flächendeckenden Missbrauchs von Daten.</p>
<h3>Herausforderungen und Probleme</h3>
<p>In einer globalisierten Welt stellt sich nun auch die Frage nach Zusammenarbeit auf internationaler Ebene. Die Antwort darauf wird mit einem Verweis auf die nationale Sicherheit und die Geheimhaltungsinteressen des Bundesnachrichtendienstes verwehrt.</p>
<p>Die Relevanz einer solchen Kooperation ist unbestritten. Die größten Anbieter von digitalen Kommunikationstechnologien und Social Media-Plattformen sitzen im Ausland. Da es einen hohen Aufwand bedeutet, sichere Verschlüsselungssysteme zu dekryptieren, wäre auch für ZITiS ein internationaler Ressourcenaustausch sinnvoll. Die Bundesregierung reagiert – eine der Leitlinien der Cyber-Sicherheitsstrategie 2016 empfiehlt die aktive Beteiligung Deutschlands an der europäischen und internationalen Cyber-Sicherheitspolitik.</p>
<p>Dass ein ungezügelter „Crypto-War“ nicht nur ein datenschutzrechtlicher Albtraum ist, sondern auch für die Sicherheitsbehörden selbst verhängnisvoll sein kann, lässt sich an dem Beispiel der „Shadow Brokers“ erkennen. Diese Hackergruppe hatte im August 2016 auf der Softwaretauschplattform GitHub einige der Programme angeboten, mit denen sich die Hackergruppe Tailored Access Operations der National Security Agency (NSA) Zugang zu Computernetzwerken verschafften. Davon waren unter anderem auch in deutschen Unternehmen weitverbreitete Router der Firma CISCO betroffen. Geht es nach der Bundesregierung, soll ZITiS dabei helfen, solche Sicherheitslücken ausfindig zu machen.</p>
<p>Ob diese dann auch zeitnah an die jeweiligen Unternehmen gemeldet und nicht etwa zu einem späteren Zeitpunkt von deutschen Sicherheitsbehörden ausgenutzt werden, bleibt abzuwarten. Da die operativen Befugnisse ausschließlich bei den jeweiligen Sicherheitsbehörden liegen, muss ZITiS theoretisch gesetzlich nicht geregelt werden. Dass die Behörde ohne Errichtungsgesetz zustande kam, verstärkt jedoch die Bedenken über ihre Rechtsmäßigkeit.</p>
<p>Neben der ungeklärten juristischen Lage hat die neue Behörde vor allem mit der Personalbesetzung zu kämpfen. Für qualifiziertes IT-Personal ist ein Jahresgehalt von rund 50.000€ brutto und die Aussicht auf eine Verbeamtung wenig verlockend. In der freien Wirtschaft locken deutlich bessere Verdienstmöglichkeiten. Zudem bleibt offen, wie sich die Zusammenarbeit mit der Polizei und den Sicherheitsbehörden gestalten wird und mit welchem Know-How bei ZITiS zu rechnen ist. Scheitert ZITiS an diesen Problemen, bleibt nur ein zahnloser Papiertiger.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Überwachungskamera by politik-digital</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ruf nach Überwachung – Netzpolitik nach dem Terror von Paris</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ruf-nach-ueberwachung-netzpolitik-nach-dem-terror-von-paris-144339/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Annika Kremer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jan 2015 09:56:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Charlie Hebdo]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Terroranschläge von Paris werden von vielen Politikern mit Forderungen nach mehr Überwachung und einer veränderten Netzpolitik beantwortet. Auch die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Überwachung1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-144384" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Überwachung1.jpg" alt="Überwachung" width="640" height="280" /></a>Die Terroranschläge von Paris werden von vielen Politikern mit Forderungen nach mehr Überwachung und einer veränderten Netzpolitik beantwortet. Auch die Vorratsdatenspeicherung wird EU-weit wieder in die Diskussion eingebracht.</p>
<p class="big">Bei dem Terror-Anschlag auf das Satiremagazin “Charlie Hebdo” in Paris starben zwölf Menschen (zehn Mitarbeiter des Magazins sowie zwei Polizisten). Danach töteten die Attentäter fünf weitere Menschen (eine Polizistin sowie vier Besucher eines jüdischen Supermarkts), bevor die Polizei sie stellte und erschoss. Die Angriffe lösen Betroffenheit und Solidarität aus. Gleichzeitig ist aber auch die heftige politische Debatte um den Umgang mit der Terror-Problematik wieder voll entbrannt.</p>
<h3>Was ist geplant?</h3>
<p class="big">Am Sonntag, 11. Januar 2015, trafen sich zahlreiche EU-Innenminister, andere EU-Innenexperten sowie der US-Justizminister Eric Holder in Paris, um den Umgang mit den Pariser Anschlägen sowie dem Terrorismus im Allgemeinen <a class="liexternal" href="https://euobserver.com/justice/127165" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zu besprechen</a>. Dabei einigten sie sich auf verschärfte Antiterror-Maßnahmen. Unter anderem planen sie eine verschärfte Absicherung der EU-Außengrenzen, Archivierung und EU-weiten Austausch von Fluggastdaten und eine stärkere Kriminalisierung von Besuchern sogenannter Terrorcamps.</p>
<p class="big">Daneben soll auch die Netzpolitik als Reaktion auf die Anschläge maßgeblich verändert werden. So verabschiedete die französische Regierung nach Angaben der NGO “<a class="liexternal" href="http://www.laquadrature.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">La Quadrature du Net</a>” bereits kurz nach den Anschlägen neue Vorschriften, die es ihr erlauben, Websites, die “<em>Terrorismus befürworten oder provozieren</em>” auch ohne Richterbeschluss vom Netz zu nehmen. Viele Politiker befürchten eine Radikalisierung durch (unter anderem) Internet-Inhalte. Es ist also durchaus denkbar, dass andere EU-Länder bereits ähnliche Schritte wie Frankreich planen. Die Minister und Innenexperten wollen auch wichtige Internet-Provider in die Pflicht nehmen, bei der Bekämpfung terroristischer Inhalte mitzuwirken.</p>
<p class="big">Einen besonders radikalen Vorschlag zur Terrorismusbekämpfung machte Großbritanniens Premierminister David Cameron: Er kündigte an, im Falle eines Sieges bei den anstehenden Wahlen <a class="liexternal" href="https://nakedsecurity.sophos.com/2015/01/14/david-cameron-wants-to-ban-encrypted-apps-like-imessage-and-whatsapp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verschlüsselte Messenger verbieten zu wollen</a>. Entsprechende Programme – darunter das äußerst populäre WhatsApp, das seit November 2014 standardmäßig verschlüsselt – müssten dann entweder in Großbritannien vom Markt genommen oder mit einer Hintertür für die Geheimdienste versehen werden. Über konkrete Pläne zur Umsetzung dieses Vorhabens sagte Cameron noch nichts – womöglich aus gutem Grund, dürfte sich diese doch aus verschiedenen Gründen äußerst schwierig gestalten.</p>
<h3>Streitfall Vorratsdatenspeicherung</h3>
<p class="big">Ebenfalls wieder in den Fokus der politischen Diskussion gerückt ist die <a class="liwikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Vorratsdatenspeicherung</a>. Diese ist in Deutschland nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts seit 2010 ausgesetzt und auch auf EU-Ebene mittlerweile durch ein Urteil des EU-Gerichtshofs massiv in die Kritik geraten. Beide Gerichte entdeckten grundlegende Probleme bei der verdachtsunabhängigen Überwachungsmaßnahme und befanden deren bisherige Umsetzung für nicht grundrechtskonform.</p>
<p class="big">Dennoch drängen vor dem Hintergrund der Pariser Anschläge viele Politiker auf eine Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung.  Entsprechende Forderungen kamen von der CDU/CSU sowie einigen SPD-Politikern (darunter Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger). <a class="liexternal" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Merkel-draengt-auf-Vorratsdatenspeicherung-nach-Pariser-Anschlaegen-2517587.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">In der vergangenen Woche</a> schloss sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dieser politischen Forderung an.</p>
<p class="big">Eine grundrechtskonforme Umsetzung der Maßnahme ist aber schwierig, wie der EU-Abgeordnete <a class="liexternal" href="https://twitter.com/JanAlbrecht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jan Philipp Albrecht</a> (Grüne) unter Berufung auf den juristischen Dienst des Europäischen Parlaments <a class="liexternal" href="http://www.janalbrecht.eu/themen/datenschutz-und-netzpolitik/juristischer-dienst-zur-vorratsdatenspeicherung.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erklärt</a>. Der EU-Gerichtshof habe bei der Vorratsdatenspeicherung vor allem im Bereich der Verhältnismäßigkeit erhebliche Defizite festgestellt, die auch bei einem veränderten Gesetz schwer auszuräumen seien, so Albrecht. In einer <a class="liexternal" href="http://www.janalbrecht.eu/presse/pressemitteilungen/innere-sicherheit-gefaehrliche-symbolpolitik-spielt-terroristen-in-die-haende.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung</a> bezeichnete der Abgeordnete die geforderten verschärften Antiterror-Gesetze als “<em>gefährliche Symbolpolitik</em>“, die den Terroristen eher in die Hände spiele als sie wirksam von ihrem destruktiven Tun abzuhalten.</p>
<hr />
<p>Bundestagsdebatte zur Vorratsdatenspeicherung am 21.02.2014:</p>
<p>[youtube http://www.youtube.com/watch?v=lJOyqFI5WXg]</p>
<hr />
<h3>Freiheit statt Grundrechtseinschränkungen</h3>
<p class="big">Die Forderung nach einer Verschärfung der Antiterror-Gesetze und Ausweitung von Überwachungsmaßnahmen als Reaktion auf terroristische Akte ist in mehrerer Hinsicht problematisch.</p>
<p class="big">Nicht nur ist es denkbar geschmack- und stillos, den Tod mehrerer Menschen und das Leid von Überlebenden und Angehörigen dermaßen für die Durchsetzung seiner eigenen politischen Ziele zu instrumentalisieren. Die aufgeheizte Atmosphäre, von Wut und Angst geprägt, bietet auch ein denkbar schlechtes Klima für sachliche Diskussionen. Genau das ist es jedoch wahrscheinlich, was viele Überwachungs-Befürworter sich erhoffen, spielen sie doch immer wieder gerne gekonnt mit den Ängsten der Bevölkerung.</p>
<p class="big">Dabei sind die geforderten Maßnahmen – von allen ethischen Problemen abgesehen – sachlich betrachtet von zweifelhafter Effektivität. Die Vorratsdatenspeicherung ist in Frankreich, wie in den meisten EU-Ländern, schon seit Jahren in Kraft. Sie wurde dort bereits am 1. Januar 2006 eingeführt. Die Anschläge konnte dies indes nicht verhindern. Das ist auch wenig überraschend. Entschlossene Verbrecher – auch, aber nicht nur Terroristen – können durch ein entsprechendes Kommunikationsverhalten jede der vorgeschlagenen Überwachungsmaßnahmen umgehen. Einer der Attentäter von Paris soll Gerüchten zufolge gar niemals ein Mobiltelefon besessen haben. Überwacht werden so nur unbedarfte Kleinkriminelle sowie die überwältigende Mehrheit der unbescholtenen Bürger.</p>
<p class="big">Auch auf diese jedoch haben Vorratsdatenspeicherung und andere Überwachungsmaßnahmen negative Auswirkungen. Nicht nur Kriminelle profitieren von privater Kommunikation. Es gibt viele legitime Gründe, telefonieren oder chatten zu wollen, ohne dass jemand mithört. Man denke nur einmal an Berufsgeheimnisträger wie Ärzte, Anwälte und Journalisten und diejenigen, die bei diesen Hilfe suchen, oder an Aktivisten in repressiven Regimes.</p>
<p class="big">Zudem verändert das Gefühl, überwacht zu werden, das Kommunikationsverhalten. Menschen verhalten sich, wenn sie glauben, überwacht zu werden, konformistischer und schrecken von abweichendem Verhalten oder offener Meinungsäußerung eher zurück. Dies hindert nicht nur Kreativität und Innovation. Auch die freie Meinungsäußerung, zu der sich derzeit so viele Menschen demonstrativ bekennen, leidet unter einer ausufernden staatlichen Überwachung.</p>
<p class="big">Noch dazu bergen massive Überwachungsmaßnahmen ein erhebliches Missbrauchspotential. Sie konzentrieren eine erhebliche Macht in den Händen Weniger, noch dazu vielfach ohne die Möglichkeit einer Kontrolle von außen. Selbst, wenn die aktuellen Regierungen vertrauenswürdig sind – kann davon ohne weiteres auch für jeden ihrer Nachfolger ausgegangen werden? Wenn nicht, ist es leichtsinnig, um nicht zu sagen fahrlässig, die Bürger staatlicher Willkür dermaßen auszuliefern.</p>
<p class="big">Viele Aktivisten in Deutschland und dem Rest der EU wissen bereits seit Jahren um diese Kritikpunkte und versuchen sie ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen. Auch gegen die nun erhobenen Forderungen wird sich daher politischer Widerstand regen. Ob dieser erfolgreich ist, hängt nicht zuletzt davon ab, ob und in welchem Ausmaß besorgte Bürger bereit sind, für ihre Grundrechte auf die Straße zu gehen.</p>
<p class="big"><em>Dies ist ein Crosspost von Netzpiloten.de. Der Artikel ist zuerst <a href="http://www.netzpiloten.de/ruf-nach-ueberwachung-netzpolitik-nach-dem-terror-von-paris/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</em></p>
<p class="big">Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/steffireichert/6878403310" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Steffi Reichert</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>&#034;Online-Überwachungsprogramm PRISM – auch sinnvoll und notwendig für die deutsche Sicherheitspolitik?&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ludwig Lagershausen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jul 2013 12:15:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzstandpunkte]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden zu den Spionagetätigkeiten des US-Geheimdienstes NSA haben in den vergangenen Wochen weltweit für Aufsehen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden zu den Spionagetätigkeiten des US-Geheimdienstes NSA haben in den vergangenen Wochen weltweit für Aufsehen gesorgt. Auch Deutschland und die EU werden in hohem Maße und gezielt überwacht. Wie weit sollten, wie weit dürfen Geheimdienste gehen, um Terrorismus zu verhindern und die Bürger zu schützen? Der CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl und Datenschützer padeluun kommen zu sehr unterschiedlichen Antworten.<br />
Das Abhörwerkzeug PRISM der US-Geheimdienste und das britische Gegenstück Tempora sind im Zuge der weltweiten Terrorismusprävention nach den Anschlägen des 11. September 2001 eingesetzt und sukzessive ausgebaut und erweitert worden. So wird laut dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden mittlerweile die komplette Internetkommunikation zwischen den USA und dem Rest der Welt systematisch abgehört und mitgelesen. Jede Aktivität bei Internetdiensten wie Facebook, Google oder Skype sei für die Sicherheitsbehörden einsehbar; Suchalgorithmen sollen demnach jede E-Mail, jeden Chat und das allgemeine Surf- und Kommunikationsverhalten eines jeden Internetnutzers online nach verdächtigen Begriffen durchleuchten.<br />
Offiziell wird dieses bisher unter strengster Geheimhaltung stehende Vorgehen mit der erfolgreichen Verhinderung von Terroranschlägen begründet. Mehr als 50 Terroranschläge sollen laut NSA bereits dank der PRISM-Überwachungstechnik verhindert worden sein, darunter auch Attentate in Deutschland.<br />
Doch scheinen die Überwachungsmaßnahmen aus dem Ruder gelaufen zu sein und lassen sich mit reiner Terrorismusprävention nicht mehr rechtfertigen. Durch die Praxis, das Privat- und Geschäftsleben jedes einzelnen Bürgers zu überwachen und auszuwerten, wird die gesamte Bevölkerung unter Generalverdacht gestellt. Auch sickerte jüngst durch, dass  selbst sämtliche EU-Behörden möglicherweise verwanzt und europäische Politiker abgehört wurden; die Überwachung geschäftlicher Kommunikation wirft zudem den Vorwurf der Wirtschaftsspionage auf.<br />
Die Reaktionen waren allen voran in Deutschland entsprechend massiv. SPD-Chef Sigmar Gabriel <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gabriel-fordert-ermittlungen-gegen-nsa-chef-a-909329.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sieht</a> in den Spähaktionen in der Verfassung geschützte Grundrechte gefährdet,<br />
Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/gastbeitrag-leutheusser-schnarrenberger-ueber-prism-skandal-a-904884.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">forderte</a> von den USA volle Transparenz und Offenlegung aller Überwachungsaktivitäten.<br />
Doch die Maßnahmen zur Terrorabwehr ernten auch Lob. Rainer Wendt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/lob-der-polizeigewerkschaft-fuersprecher-in-deutschland-fuer-obamas-netz-spionage/8319284.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wünscht sich</a> derartige Werkzeuge zur Verhinderung terroristischer Gefahr, wie es PRISM und Tempora sind, auch für die deutschen Sicherheitsbehörden. Und Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-06/friedrich-verteidigt-obama" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bedankte sich</a> bei den USA für die Überwachung.<br />
Brauchen die deutschen Sicherheitsbehörden auch einen derart weitreichenden Zugang in die Privatsphäre der Bürger, um terroristische Angriffe zu unterbinden und die öffentliche Sicherheit gewährleisten zu können? politik-digital.de fragte bei zwei Experten nach: Hans-Peter Uhl (CSU) ist Vorsitzender der <a href="http://www.cducsu.de/Titel__innen/TabID__13/SubTabID__15/AGID__2/arbeitsgruppen.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeitsgruppe Innenpolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion</a> und Mitglied des Innenausschusses. Er sieht die Online-Durchsuchung und Quellen-Telekommunikationsüberwachung zu unrecht kritisiert und bezeichnet diese als grundrechtsschonende Maßnahmen.<br />
Der Künstler padeluun setzt sich mit dem <a href="http://digitalcourage.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verein Digitalcourage e.V.</a> für Bürgerrechte und Datenschutz ein. Für ihn stellen Geheimdienste Relikte des Imperialismus dar, die gegen den demokratischen Souverän arbeiten und vor allem Unsicherheit produzieren.<br />
<br/><div class="subcolumns">
             <div class="c75l">
               <div class="subcl">
                 <div class="entry-content-position">
                   </p>
<h2>Pro-Standpunkt von Dr. Hans-Peter Uhl</h2>
<p>Alle Nachrichtendienste, auch der Bundesnachrichtendienst, sind auf Informationen angewiesen. Ohne die Beschaffung von solchen, auch oftmals nicht offenen, Informationen können sie ihre Aufgabe nicht erfüllen. Insofern ist die Informationsbeschaffung durch Nachrichtendienste nicht bereits von vornherein verwerflich.<br />
Der Bundesnachrichtendienst geht aber einen anderen Weg als die jetzt öffentlich diskutierte Speicherung weitgehend aller Kommunikationsdaten wie dies offenbar die Vereinigten Staaten praktizieren.<br />
Bei der sogenannten strategischen Kontrolle des Bundesnachrichtendienstes wird ohnehin nur ein Teil der Kommunikation mit dem Ausland erfasst. Aus einer Menge verschiedener Gesprächsverbindungen werden dann mit Hilfe von Suchbegriffen einzelne aufgegriffen und ausgewertet – ein Bruchteil der Kommunikation überhaupt. Der weitaus überwiegende Teil wird erst gar nicht erfasst und wenn doch, nicht gespeichert.<br />
Dieses Verfahren dient dem Schutz unserer Bürger vor Terroranschlägen und Kriminalität. Es ist im Gesetz genau festgeschrieben. Der Kernbereich der privaten Lebensgestaltung wird beachtet. Das vom Deutschen Bundestag gewählte Parlamentarische Kontrollgremium überwacht das Verfahren. Der Bundesnachrichtendienst gibt hierüber für jeden nachlesbar regelmäßig Bericht.<br />
Nur so können wir legitime sicherheitsbehördliche Maßnahmen gleichzeitig effektiv und verhältnismäßig ausgestalten. Die zu Unrecht von einigen kritisierten Maßnahmen wie die Online-Durchsuchung und Quellen-Telekommunikationsüberwachung, bei der nur auf einzelne Computer zugegriffen wird, oder auch die Vorratsdatenspeicherung, bei der ein Teil der Verbindungsdaten für einen begrenzten Zeitraum gespeichert werden sollen, sind ebenso wie die strategische Überwachung zielgerichtete und grundrechtsschonende Maßnahmen.<br />
Wir suchen die Nadel im Heuhaufen. Die Vereinigten Staaten gehen offenbar weiter, indem sie den ganzen Heuhaufen aufheben.</p>
<h2>Contra-Standpunkt von padeluun</h2>
<p>Dank des Whistleblowers Edward Snowden, haben wir nun die gesicherte Erkenntnis, welchen Übergriffen wir Menschen sowie Politik und Wirtschaft täglich ausgesetzt sind. Und trotzdem glauben wir „irgendwie“, dass Geheimdienste für Sicherheit sorgen.<br />
Geheimdienste sind Relikte des Kolonialismus, der heute durchaus treffend Imperialismus genannt werden kann. Geheimdienste sind dafür da, Menschen zu belügen, sie zu verunsichern, Länder zu destabilisieren, gefügig zu machen und zu berauben. Sie führen nicht erklärte Kriege und provozieren damit Gegenschläge. Sie arbeiten für die Mächtigen statt für den demokratischen Souverän. Sie produzieren Unsicherheit.<br />
Geheimdienste stehen nicht für Sicherheit. Im Gegenteil. Für Sicherheit sorgen Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Geheimdienste sind dafür da, genau diese drei Ideale zu unterlaufen.<br />
Die Dienste werden (egal ob juristisch legal oder illegal) eingesetzt, um uns täglich zu verunsichern. Diese Verunsicherung funktioniert von ganz alleine: Da muss man nur behaupten, dass man alle Daten sehen und alle Telefonate mithören könne. Die Konklusion ist Geschichte, die sich im Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts bereits 1983 manifestierte: Menschen werden in ihren individuellen Entfaltungschancen beeinträchtigt. Auch das Gemeinwohl leidet, weil Selbstbestimmung eine elementare Funktionsbedingung eines auf Handlungsfähigkeit und Mitwirkungsfähigkeit seiner Bürger begründeten freiheitlichen demokratischen Gemeinwesens ist.<br />
Von Helmut Kohl als unbestritten starke Führungspersönlichkeit wird kolportiert, dass er es sich leisten konnte, die täglichen Depechen des BND einfach nicht zu lesen. Chapeau!<br />
„Geheim“ bedeutet eigentlich „zum Hause gehörend“. Der Geheimrat Goethe hat „den Hof“ als kluger und gebildeter Mensch beraten – also das getan, was heute im Bundestag Expertenkommissionen tun. Dazu bedarf es keiner „geheimgehaltener“ Informationen. Sondern das kann nur eine gut ausgestattete Wissenschaft und NGO-Landschaft leisten.<br />
Fazit: Geheimdienste erzeugen Unsicherheit. Nur Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sorgen für Sicherheit. Diese Sicherheit kann (und darf) nicht garantiert werden, denn sonst wären wir auf dem Weg zum Totalitarismus. Deswegen: Freiheit statt Sicherheit. Deswegen: Freiheit statt Angst. Die Großdemonstration gleichen Namens findet zwei Wochen vor der Bundestagswahl am 7. September 2013 in Berlin statt.<br />

                 </div>
               </div>
             </div>
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		<title>&#034;Auch das Löschen ist nur ein temporäres Verbannen&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Melching]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 14:49:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Innenminister]]></category>
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					<description><![CDATA[Bundesinnenminister Thomas de Maizière strebt eine neue Netzpolitik an. Im tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de am 19. April 2010 sprach er über die Rolle des Staates im Internet, den Kampf gegen den Terror und die anstehende Landtags-Wahl in Nordrhein-Westfalen.
<p>
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<center>
<a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll558.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img src="/sites/politik-digital.de/files/deMaizi__re.jpg" title="TdmZ" height="193" width="320" /></a>
</center>
<p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bundesinnenminister Thomas de Maizière strebt eine neue Netzpolitik an. Im tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de am 19. April 2010 sprach er über die Rolle des Staates im Internet, den Kampf gegen den Terror und die anstehende Landtags-Wahl in Nordrhein-Westfalen.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><center><br />
<a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll558.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/deMaizi__re.jpg" title="TdmZ" height="193" width="320" /></a><br />
</center></p>
<p>
<!--break--><i>Wenn sie den Videochat noch einmal sehen wollen, klicken sie einfach auf<br />
das Bild. </i></p>
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		<title>„In Afghanistan wird gekämpft, getötet und gestorben“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2008 15:49:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Thiels]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswehreinsatz]]></category>
		<category><![CDATA[Krisengebiet]]></category>
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					<description><![CDATA[Christian Thiels war am 21. Oktober zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de.  Der Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio Berlin, zuständig für die Themen Verteidigung und Äußeres, stellte sich den zahlreichen Fragen zur Lage der  Bundeswehr in Afghanistan.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Christian Thiels war am 21. Oktober zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de.  Der Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio Berlin, zuständig für die Themen Verteidigung und Äußeres, stellte sich den zahlreichen Fragen zur Lage der  Bundeswehr in Afghanistan.<!--break--></p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Herzlich willkommen, liebe Leser, zum tagesschau-Chat. Heute zu Gast bei uns: Christian Thiels, Korrespondent hier im ARD-Hauptstadtstudio und verantwortlich für Verteidigung. In den kommenden 60 Minuten stellt er sich Ihren Fragen rund um den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Vielen Dank, Christian Thiels, dass Sie sich die Zeit für uns nehmen. Wir beginnen mit der ersten Frage.
</p>
<p><b></b></p>
<p>
<b>Flitzer:</b> Wie oft sind Sie schon in Afghanistan gewesen?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Ich war acht Mal in Afghanistan. Ein sehr spannendes und an vielen Stellen wunderschönes Land.
</p>
<p>
<b>Redondo:</b> Wie lange muss die Bundeswehr Ihrer Einschätzung nach noch mindestens in Afghanistan bleiben? Kann man das in Jahren abschätzen?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Das kann man nicht abschätzen. Ich bin kein Prophet. Aber wenn die Bundesregierung an ihrer Strategie festhält, können wir schon von einem Zeitraum von 10 bis 15 Jahren ausgehen.
</p>
<p>
<b>Klaus:</b> Ist Ihrer Meinung nach die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan richtig?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Meine persönliche Meinung spielt da keine Rolle. Ich fürchte, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine Alternative zur Verlängerung dieses Einsatzes gibt.
</p>
<p>
<b>Gudrun:</b> Was denken Sie: Was passiert mit Afghanistan, wenn alle Truppen abgezogen sind? Wann könnte das sein?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Im Idealfall können die Afghanen selbst für Sicherheit sorgen und im schlimmsten Fall versinkt das Land wieder in Chaos und Bürgerkrieg.
</p>
<p>
<b>logojan:</b> Kann nicht humanitäre Hilfe mehr bewirken als militärische?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Auf jeden Fall geht das Eine nicht ohne das Andere. Humanitäre Hilfe kann nur dann richtig wirken, wenn das Umfeld sicher ist. Dazu braucht man zur Zeit wohl auch Militär.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Das war die Frage, die die meisten User schon Vorfeld als interessanteste bewertet haben. Hier kommt die Nummer zwei unserer &quot;Top Ten&quot;:
</p>
<p>
<b>UH-1D:</b> Hat nicht auch die viel kürzere Ausbildung von Unteroffizieren und das Lösen vom Prinzip &quot;immer eine Stufe höher Ausbilden&quot; einen Einfluss auf die steigenden Gefallenenzahlen?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Die Ausbildung der Soldaten für den Afghanistan-Einsatz ist auch im internationalen Vergleich sehr, sehr gut. Trotzdem kann keine Ausbildung der Welt die Soldaten auf alles vorbereiten.
</p>
<p>
<b>Demos:</b> Wie erleben die Soldaten vor Ort die Situation?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Für die Soldaten ist das ein Krieg, in dem sie stehen. Für sie ist es unwichtig, wie die Politik das nennt.
</p>
<p>
<b>RheinhessenAZ:</b> Ausbildung und Ausrüstung sind Schlüsselbegriffe in der Diskussion um den Einsatz. Wie fühlen sich die Soldaten im Einsatzgebiet ausgerüstet und ausgebildet? Sind sie auch dann noch zufrieden, wenn die Kamera aus und das Mikrofon weg sind?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Die Soldaten sind nicht hundertprozentig zufrieden mit ihrer Ausrüstung, vor allem gibt es zu wenig gepanzerte Fahrzeuge. Das sagen die Soldaten inzwischen auch in die Kamera.
</p>
<p>
<b>afga:</b> Wie sind die deutschen Soldaten in Afghanistan geschützt?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Die Soldaten haben verschiedene gepanzerte Fahrzeuge. Manche sind nur sehr leicht geschützt, andere sehr stark gepanzert. Die Ausrüstung hat sich ansonsten in den vergangenen Jahren sehr verbessert. Was es in Afghanistan für die Soldaten nicht gibt, wird vor allem aus politischen Gründen nicht zur Verfügung gestellt.
</p>
<p>
<b>Bacio:</b> Können unsere Soldaten ihre eigentliche Aufgabe, nämlich für die Sicherheit der Afghanen zu sorgen, überhaupt noch erfüllen, wenn sie nur noch mit dem Eigenschutz beschäftigt sind? Je mehr sie sich einigeln müssen, desto größer wird doch die Distanz zur Bevölkerung?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Genau so ist es. Deshalb versucht die Bundeswehr auch verstärkt, afghanische Polizisten und Soldaten auszubilden. Aber der Kontakt zur Bevölkerung ist ansonsten immer eingeschränkter.
</p>
<p>
<b>lieselotta:</b> Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen deutschen Soldaten und den Hilfsorganisationen vor Ort aus?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Die Hilfsorganisationen wollen nicht direkt mit den Soldaten in Verbindung gebracht werden, weil sie Angst vor Anschlägen haben. Aber sie schätzen die Präsenz der Bundeswehr, weil sie eine Atmosphäre sicher stellt, in der die Hilfsorganisationen arbeiten können.
</p>
<p>
<b>Schekker:</b> Mein Eindruck ist, dass die Empörung in der deutschen Bevölkerung über den Verlust (so nennt man es doch militärisch) von deutschen Soldaten im Ausland gar nicht so groß ist. Haben sich die Deutschen schon daran gewöhnt, dass Soldaten im Einsatz auch fallen können? Teilen Sie diesen Eindruck?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Diesen Eindruck teile ich nicht. Bislang hat die Bundeswehr vergleichsweise wenig Gefallene zu beklagen. Ich bin aber sicher, dass die Empörung sehr groß sein wird, wenn plötzlich eine große Anzahl Soldaten getötet wird, z. B. bei einem Hinterhalt, wie ihn die Franzosen vor wenigen Wochen erlebt haben.
</p>
<p>
<b>Timo Haller:</b> Warum ist die Politik nicht &quot;Manns genug&quot;, endlich diesen Einsatz als Kriegseinsatz zu definieren, der er ja ist und der Truppe auch ein entsprechendes Mandat und Bewaffnung zu geben?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Streng juristisch ist es kein Kriegseinsatz und auf diese Position zieht sich die Politik zurück. Ob das ehrlich ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber wenn die Politik zugeben würde, dass in Afghanistan so etwas wie ein Krieg stattfindet, hätte das auch Folgen für Wahlkämpfe.
</p>
<p>
<b>hh12345:</b> &quot;Deutschland und unsere Freiheit werden am Hindukusch verteidigt&quot;, wird oft gesagt. Ich kann das ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Inwiefern ist die Sicherheitslage hier von der in Afghanistan abhängig?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Afghanistan war jahrelang ein Land, in dem internationale Terroristen ausgebildet wurden und ihre Anschläge vorbereitet haben. Auch Anschläge in Großbritannien zum Beispiel. Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass Afghanistan und auch Pakistan eine Brutstätte für diesen Terrorismus sind.
</p>
<p>
<b>Samson:</b> Hallo, Herr Thiels. Denken Sie, dass die Bundeswehr seinen Bündnispartnern gegenüber in der Pflicht steht, auch Truppen in den stärker umkämpften Süden Afghanistans zu schicken? Bzw. denken Sie, dass die deutschen Soldaten hierzu überhaupt über die nötige Ausrüstung bzw. Ausbildung verfügen?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Der Druck auf die Bundesregierung wird zunehmen, die Bundeswehr auch in den Süden zu schicken. Länder wie Kanada und die Niederlande tragen dort die Hauptlast der Kämpfe. Grundsätzlich könnten auch deutsche Soldaten Kampfeinsätze durchführen. Sie sind dafür ausgebildet und auch ausgerüstet. Die Kanadier haben sich zum Beispiel deutsche Panzer geliehen, um sie in Afghanistan einzusetzen.
</p>
<p>
<b>Ergo:</b> Wie beurteilen Sie die Polizeiausbildung durch deutsche Polizisten? Laut Medienberichten sind wohl sehr wenige Beamte vor Ort.
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Die Ausbildung ist an sich gut, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es sind tatsächlich viel zu wenig Ausbilder vor Ort und diese müssen mit wenig geeigneten Polizeirekruten arbeiten. Die Kurse sind zudem viel zu kurz, um effektiv zu sein. Da muss noch sehr, sehr viel geschehen.
</p>
<p>
<b>Sanchez:</b> Welche Rolle spielt die EU in Afghanistan?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Eine zu kleine. Die EU hat bspw. die Polizeiausbildung übernommen. Aber wirklich viel geschehen ist trotzdem nicht. Den größten Teil der Ausbildung von Polizei und Armee schultern nach wie vor die Amerikaner, die auch das meiste Geld nach Afghanistan pumpen.
</p>
<p>
<b>wolf:</b> Warum ist es nicht möglich, die Kräfte und finanzielle Mittel so zu bündeln, dass in Afghanistan der Bevölkerung sinnvoll geholfen werden kann? Das von den Politikern oft propagierte &quot;Afghan First Programm&quot; &#8211; welches in der Realität nicht existiert &#8211; sollte von allen GO, NGO und der NATO verinnerlicht und umgesetzt werden. Jede Verdienstmöglichkeit für die afghanischen Menschen, entzieht diesen und deren Familien den Einfluss der Taliban und sichert das Leben unserer Soldaten in AFG.
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> In dem Punkt haben Sie sicher Recht. Das Problem ist nur häufig, dass sehr viel Geld durch Korruption überhaupt nicht bei den Afghanen ankommt.
</p>
<p>
<b>Fischer:</b> Bei der Bundeswehr wird immer von Transformation gesprochen. Ist die Bundeswehr soweit mit der Transformation, um Terrorismus erfolgreich bekämpfen zu können oder müsste die Bundeswehr noch sehr viel lernen?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Die Bundeswehr hat wenig Erfahrung mit der Bekämpfung von Terrorismus. Sie muss da noch sehr viel lernen. Das könnte sie vor allen Dingen von den Briten. Denn die haben in Nordirland jahrzehntelang mit Anschlägen und terroristischen Aktivitäten zu tun gehabt.
</p>
<p>
<b>Zweifler:</b> Ist das Ganze nicht ein Teufelskreis? Seit dem 11. September 2001 werden so viele militärische Aktionen mit der Abwehr der Terrorgefahr begründet. Auf der anderen Seite rufen diese Aktionen immer neue Reaktionen der Terroristen hervor. Wo wird diese Spirale von Gewalt und Gegengewalt hinführen? Wie mein Chatname schon sagt, zweifele ich daran&#8230;
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Gute Frage. Mit Militär allein wird man den Terrorismus nicht besiegen können. Wichtiger wäre es, für die Menschen in Afghanistan eine konkrete Lebensperspektive zu schaffen. So kann man dem Terrorismus möglicherweise den Boden entziehen. Die Gleichung &quot;Mehr Militär gleich mehr Sicherheit&quot; geht so sicher nicht auf.
</p>
<p>
<b>versus:</b> Herr Thiels, was erwarten Sie von der deutschen Medienlandschaft? Welchen Stellenwert haben sie bezüglich der Berichterstattung über den deutschen Afghanistan-Einsatz?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Die deutschen Medien müssen versuchen, ein möglichst realistisches Bild vom Afghanistan-Einsatz zu zeichnen. Dazu gehört auch die Ehrlichkeit, Kämpfe und Tote zu benennen und nicht nur das Bauen von Brücken und das Bohren von Brunnen zu zeigen. Die Leser, Zuschauer oder Hörer sollten sich so ihre eigene Meinung bilden können, ob sie diesen Einsatz für sinnvoll halten oder nicht.
</p>
<p>
<b>Interessiert:</b> Wie sähe eine solche Lebensperspektive Ihrer Meinung nach aus? Wo liegen die wirtschaftlichen Möglichkeiten Afghanistans, neben dem Drogenanbau?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Afghanistan war Jahrhunderte lang ein wichtiger landwirtschaftlicher Faktor in der Region. Schon jetzt werden mit landwirtschaftlichen Exporten beachtliche Umsätze erzielt &#8211; auch abseits des Drogenhandels. Diese Rolle könnte Afghanistan in Zukunft verstärken.
</p>
<p>
<b>cgs:</b> Herr Thiels, was hat sich in Afghanistan, sowohl positiv als auch negativ, verändert, seit die Bundeswehr dort im Einsatz ist?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels: </b>Positiv ist sicher, dass es an vielen Stellen konkrete Verbesserungen für das Leben der Menschen gegeben hat. Zum Beispiel, dass die Wasserversorgung, die medizinische Versorgung und der Aufbau der Infrastruktur deutliche Fortschritte gemacht haben. Auch können viele Kinder zur Schule gehen, die früher nicht zur Schule gehen konnten. Aber natürlich gibt es auch viele Rückschläge. Ungelöst ist vor allem die Frage, wie in Afghanistan Arbeitsplätze für eine ganze Generation junger Menschen geschaffen werden können.
</p>
<p>
<b>Sanchez:</b> Könnten die deutschen Soldaten in AFG nicht zukünftig eine Sonderrolle einnehmen? Eine etwaige Fusion von Militär und Entwicklungshelfer? Das würde doch einiges erleichtern. Außerdem genießen die Deutschen in AFG doch recht gutes Ansehen?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Ich bin mir nicht sicher, ob es sinnvoll wäre, Militär und zivile Entwicklungshilfe zu vermischen. Alle Entwicklungshelfer, mit denen ich gesprochen habe, sagen, dass eine solche Vermischung ihre Arbeit nur schwerer machen würde, denn es würde sie zum Ziel von Anschlägen machen.
</p>
<p>
<b>Fischer:</b> Zu den Lebensumständen: Herr Thiels, wenn Sie mir ein Bild von Afghanistan malen sollten. Was wäre auf dem Bild zu sehen? Krieg oder Frieden? Bevölkerung oder Soldaten?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Wahrscheinlich würde dieses Bild etwas von allem enthalten, aber wenn es ein Wunschbild wäre, dann wären dort überhaupt keine Soldaten mehr zu sehen.
</p>
<p>
<b>querbeet:</b> Was auf der einen Seite als Terrorismus bezeichnet wird, nennt die andere Freiheitskampf. Wäre nicht eine differenziertere Berichterstattung angezeigt, damit wir die Lage objektiver beurteilen können?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Ich weiß nicht, was es mit Freiheitskampf zu tun hat, wenn kleine Kinder bei einem Anschlag zerfetzt werden.
</p>
<p>
<b>Mel:</b> Sind eigentlich immer noch Entführungen an der Tagesordnung? Wie bewegen Sie sich als Korrespondent in Afghanistan?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Es gibt nach wie vor Entführungen, sogar eine richtige Entführungsindustrie. Doch die trifft vor allem die Afghanen selbst. Als Korrespondenten sind wir entweder gemeinsam mit Militär unterwegs oder möglichst unauffällig in zivilen Fahrzeugen und ohne irgendwelche militärische Begleitung. Doch das ist nicht überall möglich, obwohl es einen deutlich besseren Eindruck von Land und Leuten vermittelt.
</p>
<p>
<b>Adger:</b> Herr Thiels, schadet die Haltung der deutschen Politik in Afghanistan zur Rolle der Bundeswehr und die Beurteilung des Konflikts der Stellung Deutschlands bei den Verbündeten?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Zumindest werden die Deutschen bei den Verbündeten immer kritischer beäugt. Der Druck auf Deutschland wird vor allem nach den US-Wahlen deutlich zunehmen. Eine Sonderrolle wird Deutschland nicht mehr gestattet sein.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Stichwort US-Wahlen:
</p>
<p>
<b>Fischer:</b> Welche Auswirkung hätte die Wahl von Obama?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Obama hat schon während des Wahlkampfs sehr deutlich gemacht, dass er von den Europäern ein stärkeres Engagement in Afghanistan erwartet. Damit meint er nicht nur, aber auch, Deutschland.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wir kommen noch einmal zurück auf die Rolle als Korrespondent vor Ort:
</p>
<p>
<b>cgs:</b> Herr Thiels, in wie weit können sich Journalisten frei bewegen in Afghanistan? Stichwort &quot;eingebettete Journalisten&quot;.
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Es gibt Regionen, in denen man sich als Korrespondent relativ frei bewegen kann. Voraussetzung dafür ist, dass man sich bei den örtlichen Stammesführern &quot;angemeldet&quot; hat. Allerdings gilt das nicht für alle Regionen. Wenn man als &quot;eingebetteter Journalist&quot; mit dem Militär unterwegs ist, muss man immer wissen, dass man nur die eine Seite kennen lernt. Und da gilt es auch, besonders kritisch zu sein.
</p>
<p>
<b>Howdy Howdy:</b> Sind Sie zum Eigenschutz bewaffnet, wenn Sie unterwegs sind? (Ich meine in Afghanistan, nicht in Berlin ;-))
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Nein, ich bin nicht bewaffnet. Ich bin ja kein Soldat oder Polizist. Übrigens trage ich auch in Berlin keine Waffe.
</p>
<p>
<b><br />
christian:</b> Wie verständigen Sie sich dort &#8211; Urdu, Persisch, Paschtu?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Mit Übersetzer. Denn mein Paschtu oder Dari ist ein bisschen &quot;eingerostet&quot;. 😉
</p>
<p>
<b>Sascha Keth:</b> Wie fühlt man sich, so nahe an der Front der Taliban?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Es ist sehr spannend. Wenn man sieht, welche Probleme die Bevölkerung hat, dann relativiert das viel von dem, über was wir uns in Deutschland aufregen.
</p>
<p>
<b>Howdy Howdy:</b> Haben Sie manchmal Angst?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Eigentlich nicht. Natürlich gibt es Situationen, in denen einem schon mulmig wird. Aber wenn man aus solchen Regionen der Welt berichtet, muss man sich auf die Arbeit konzentrieren und hat wenig Zeit, ständig über die Risiken nachzudenken.
</p>
<p>
<b>Fischer:</b> Haben Sie es schon erlebt, dass einzelne aus der Bevölkerung Hass oder Wut auf Sie als Deutschen hatten?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Hass nicht, aber Feindseligkeit habe ich schon erlebt. Etwa, wenn Kinder Steine auf Bundeswehrfahrzeuge werfen. Ich persönlich habe mit den Afghanen bislang nur sehr positive Erfahrungen gemacht. Ein sehr gastfreundliches Volk.
</p>
<p>
<b>Adger:</b> Nir Rosen hat sich (nicht unumstritten) bei den Taliban &quot;embedden&quot; lassen und für den Rolling Stone von dort berichtet. Was halten Sie von dieser Art der Berichterstattung?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Ich habe einen Kollegen, der etwas ähnliches gemacht hat. Ich glaube, dass es zum ganzen Bild dazu gehört, auch die Motive von denjenigen zu beleuchten, die für Anschläge verantwortlich sind.
</p>
<p>
<b>cgs:</b> Herr Thiels, was war Ihre außergewöhnlichste Erfahrung, die Sie bislang aus Afghanistan mitnehmen werden?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Das die Menschen sehr offen, sehr freundlich und ungewöhnlich kommunikativ sind. Konkret habe ich ein sehr langes, intensives Gespräch mit einem Offizier der afghanischen Armee geführt, der die Lage in seinem Land ausgesprochen realistisch und keineswegs besonders optimistisch beschrieben hat.
</p>
<p>
<b>Herold:</b> Wie wird die Anwesenheit der Bundeswehr von dem größten Teil der afghanischen Bevölkerung Ihrer Ansicht nach beurteilt?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Sehr schwere Frage, denn den größten Teil der Bevölkerung kenne ich ja nicht. Aber es gibt Umfragen, die belegen, dass zumindest eine Mehrheit der Befragten die Präsenz der Deutschen  als sehr positiv wahrnimmt.
</p>
<p>
<b>buraQ:</b> Herr Thiels, finden Sie, dass es eine richtige Entscheidung der Regierung war, überhaupt einen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan zu starten?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Grundsätzlich finde ich es richtig, dass Deutschland den Afghanen helfen will. Aber mir ist der zivile Wiederaufbau zu wenig betont worden. Soll heißen, es wird immer noch viermal soviel für Militär, wie für zivile Projekte ausgegeben.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Eine Frage zum Selbstmordanschlag in Afghanistan, bei dem gestern zwei Bundeswehrsoldaten starben:
</p>
<p>
<b>Ekko:</b> Was denken Sie, wenn Sie die Reaktionen der deutschen Politiker nach so einem Anschlag hören? Sind es nicht immer die gleichen, gebetsmühlenartig wiederholten Luftblasen? Was glauben Sie: Wie kann man erreichen, dass die Politik angemessen auf die sich in Afghanistan verschlimmernde Lage reagiert?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Indem man das Thema öffentlich immer wieder diskutiert und der Politik nicht durchgehen lässt, dass sie die Lage am Hindukusch schön redet. Tatsächlich hat sich in diesem Punkt auch in den vergangenen Monaten etwas getan. Von Kampf wollte vor einem Jahr noch niemand reden.
</p>
<p>
<b>Hase:</b> Warum spricht die Presse nicht von Krieg? Schließlich sind wir dort im Krieg?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Weil es rein formal kein erklärter Krieg ist. Aber ich will mich nicht mit juristischen oder semantischen Haarspaltereien rausreden. Wenn wir über Afghanistan berichten, beschreiben wir sehr deutlich, dass dort gekämpft, getötet und gestorben wird.
</p>
<p>
<b>Delta:</b> Wie betrachten Sie die Akzeptanz des Einsatzes in der (deutschen) Bevölkerung? Wird er überhaupt wahrgenommen? Wird der Sinn verstanden? Wie steht es Ihrer Meinung nach im Allgemeinen um die Akzeptanz der Bundeswehr in der BRD?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Die Bundeswehr hat grundsätzlich ein gutes Image. Vor allem dann, wenn sie in Deutschland, zum Beispiel bei der Oderflut, konkret hilft. Den Einsatz in Afghanistan lehnt ja eine große Mehrheit der Deutschen ab. Das liegt sicher auch daran, dass die Politik ihn zu wenig erklärt und auch nicht ehrlich mit den Risiken umgeht.
</p>
<p>
<b>Ackermann:</b> Wir reden hier immer von der Ausrüstung der Soldaten. Fühlen Sie sich von der ARD gut ausgerüstet für den Einsatz in Afghanistan?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Die ARD geht sehr behutsam mit Reisen in Krisengebiete um. Ich persönlich bin in speziellen Kursen vorbereitet worden &#8211; nicht nur bei der Bundeswehr, sondern auch bei einem britischen Anbieter. Unsere Ausrüstung ist auf unsere Aufgabe als Korrespondent ziemlich gut abgestimmt. Ich kann mich nicht wirklich beklagen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zurück zur Information der Bürger über den Afghanistan-Einsatz:
</p>
<p>
<b>Hase:</b> Warum kümmern sich deutsche Politiker um die Wünsche der Afghanen und nicht um die Wünsche der deutschen Bevölkerung?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Die Politik setzt die Schwerpunkte, die sie für richtig hält. Glücklicherweise haben wir Wahlen, bei denen jeder Bürger mit seinem Kreuzchen klar machen kann, ob er diese Schwerpunkte richtig oder falsch findet.
</p>
<p>
<b>Hase:</b> Sind Sie mit dem Vorgehen der Amerikaner in Afghanistan einverstanden?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Die Amerikaner sind nicht nur für Bombenangriffe und zivile Opfer verantwortlich, sondern sie leisten auch den größten Teil der Ausbildung von Armee und Polizei. Das befürworte ich sehr. Aber die Art und Weise, wie sie offenbar bewusst den Tod vieler Unschuldiger in Kauf nehmen, muss man heftig kritisieren.
</p>
<p>
<b>julian: </b>Wie muss sich die Zusammenarbeit mit Pakistan ändern, um die Terroristen in den Grenzgebieten besser verfolgen zu können?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Ohne Pakistan wird sich die Lage in Afghanistan niemals beruhigen. Europa und auch Deutschland müssen viel mehr an konkreter Entwicklungshilfe in Pakistan leisten, um den Menschen in den Regionen, wo der Terror seine Zufluchtsstätte hat, eine Lebensperspektive abseits von Terrorismus zu bieten.
</p>
<p>
<b>Herold: </b>Wie sieht die Information der afghanischen Bevölkerung über das Geschehen in ihrem Land aus?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> In Afghanistan gibt es eine ganze Reihe von Radiostationen und Fernsehsendern, dazu auch diverse Zeitungen. Das wichtigste Medium ist aber das Radio, weil kaum jemand einen Fernseher hat und viele Menschen schlicht nicht lesen und schreiben können.
</p>
<p>
<b>Hase:</b> Können sich deutsche Soldaten unzensiert über die Meinung der deutschen Bevölkerung informieren? Werden deutsche Programme dorthin übertragen?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Ja. Die deutschen Soldaten können sich völlig frei zum Beispiel im Internet informieren. Außerdem werden sehr viele deutsche Fernsehsender auch in Afghanistan in den Lagern gesehen. Nur das Radioprogramm ist von der Bundeswehr.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> So klar scheint die Ablehnung der Deutschen des Afghanistan-Einsatzes gar nicht zu sein: In einer (nicht repräsentativen) Umfrage unter unseren Lesern haben 51 Prozent geantwortet, die Bundeswehr solle sich aus Afghanistan zurückziehen, 49 Prozent haben dagegen gestimmt. Herr Thiels, überrascht Sie das?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Das überrascht mich nicht, denn unsere Web-User sind in der Regel anders und besser informiert als der Durchschnittsbürger.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Die Zeit ist fast um, wir kommen zur letzten Frage:
</p>
<p>
<b>Andi:</b> Wie sehen Sie die Chancen, dass Afghanistan später mal wieder ein souveräner Staat wird?
</p>
<p>
<b>Christian Thiels:</b> Afghanistan ist ein souveräner Staat. Aber ihre Frage zielt ja darauf, ob Afghanistan einmal ohne ausländische Hilfe auskommen wird. Ob mit oder ohne Militär &#8211; der Weg wird noch ein sehr, sehr langer sein.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Die 60 Minuten sind schon wieder um. Vielen Dank, Christian Thiels, und vielen Dank, liebe Leser, für Ihre Fragen. Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag!
</p>
<p>
<i>Der Chat wurde moderiert von Nicole Diekmann, tagesschau.de.</i></p>
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		<title>USA werden in Azeroth verteidigt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/usa-werden-in-azeroth-verteidigt-4063/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[fkirchner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Sep 2008 09:48:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimdienst]]></category>
		<category><![CDATA[Computerspiel]]></category>
		<category><![CDATA[World of Warcraft]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt einen beständigen Streit, ob Computerspiele zu einer Verrohung der Spieler führen. Neu ist jedoch die Vermutung, dass Onlinespiele zur Planung terroristischer Aktivitäten missbraucht werden. Dr. Dwight Toavs von der National Defense University schließt dies nicht aus und veröffentlichte schon einmal Anschauungsmaterial.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt einen beständigen Streit, ob Computerspiele zu einer Verrohung der Spieler führen. Neu ist jedoch die Vermutung, dass Onlinespiele zur Planung terroristischer Aktivitäten missbraucht werden. Dr. Dwight Toavs von der National Defense University schließt dies nicht aus und veröffentlichte schon einmal Anschauungsmaterial.<!--break--></p>
<p>Wie <a href="http://blog.wired.com/defense/2008/09/world-of-warcra.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wired</a> berichtet, <a href="http://www.heise.de/newsticker/US-Geheimdienste-Terroristen-koennten-Online-Rollenspiele-zur-Planung-von-Anschlaegen-nutzen--/meldung/116055" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlichte Toavs</a> auf einer Konferenz der obersten US-Geheimdienstbehörde einen Dialog, der versteckte Pläne für einen Anschlag enthalten könnte. Dabei legte er beispielhaft eine Landkarten der Welt Azeroth aus dem Spiel World of Warcraft über einen Stadtplan von Washington und interpretierte die Waffenbezeichnung „Dragon Fire Spell“ als unkonventionelle Waffe.</p>
<p><b>Lieber überwachen</b></p>
<p>Freilich war sowohl der zugrunde liegende Dialog als auch die Chiffrierung frei erfunden. Doch sollte er zeigen, wie ein unauffälliger Dialog im Spiel tatsächlich die Planung eines Terroranschlages bedeuten kann. Und das, ohne dass eine einzige staatliche Behörde es mitbekommt. Daher lautete Toavs&#8217; Fazit, dass zum Wohle der amerikanischen Sicherheit auch zehn Millionen WoW-Spieler nicht unbeobachtet bleiben dürften.</p>
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		<title>Bundeskabinett beschließt Online-Durchsuchung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Wittig]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jun 2008 12:19:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Durchsuchungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Bundeskabinett beschloss am 4. Juni 2008 das umstrittene <a href="http://www.bmi.bund.de/cln_028/nn_122688/Internet/Content/Themen/Terrorismus/Einzelseiten/Informationen__Ergaenzung__BKA__Gesetz.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesetz zur Online-Durchsuchung</a>, das Teil des neuen BKA-Gesetzes ist. Innenminister <a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Artikel/2008/06/2008-06-04-bka-gesetz.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wolfgang Schäuble</a>:„Es ist ein wichtiger Baustein in der Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik Deutschland.“]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bundeskabinett beschloss am 4. Juni 2008 das umstrittene <a href="http://www.bmi.bund.de/cln_028/nn_122688/Internet/Content/Themen/Terrorismus/Einzelseiten/Informationen__Ergaenzung__BKA__Gesetz.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesetz zur Online-Durchsuchung</a>, das Teil des neuen BKA-Gesetzes ist. Innenminister <a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Artikel/2008/06/2008-06-04-bka-gesetz.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wolfgang Schäuble</a>:„Es ist ein wichtiger Baustein in der Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik Deutschland.“<!--break--></p>
<p>
Nun muss noch der Bundestag über das Gesetz beraten. In erster Linie sollen die neuen Befugnisse des Bundeskriminalamtes (BKA) der Bekämpfung des internationalen Terrorismus dienen. Neben der Online-Durchsuchung, die laut Bundesregierung nur „unter sehr eng umrissenen Voraussetzungen“ möglich ist, kann das BKA nun auch Video- und Telefonüberwachungen veranlassen.
</p>
<p>
Diese Instrumente standen vorher nur den Polizeibehörden der Länder zur Verfügung. Im Zuge der Föderalismusreform wurde dem BKA jedoch „die Aufgabe übertragen, den internationalen Terrorismus abzuwehren.“ Schäuble: „Der Entwurf gibt dem BKA dazu das notwendige Rüstzeug in die Hand.“
</p>
<p>
Der Gesetzesentwurf wird von der Opposition scharf kritisiert. Die FDP spricht von der „<a href="http://fdp.de/webcom/show_article.php/_c-567/_nr-2496/_p-1/i.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Super-Spitzel-Behörde</a>“. FDP-Fraktionsvorsitzender Guido Westerwelle betonte, dass Schäuble „Maß und Mitte“ verloren habe. Die Grünen geißeln den Entwurf als „<a href="http://www.gruene-bundestag.de/cms/datenschutz/dok/236/236629.schuetzt_unsere_daten_vor_innenminister.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stasi 2.0 in der Multimedia-Version</a>“ und die Die Linke als „<a href="http://die-linke.de/presse/presseerklaerungen/detail/zurueck/aktuell/artikel/grossangriff-auf-die-grundrechte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Großangriff auf die Grundrechte</a>“.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>30 Jahre Deutscher Herbst im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/30-jahre-deutscher-herbst-im-netz-3329/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[efiene]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Sep 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rote Armee Fraktion]]></category>
		<category><![CDATA[RAF]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Jahr 1977 mit den Anschlägen der Roten Armee Fraktion gilt als Höhepunkt in der gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen dem deutschen Staat und der linksextremistischen Terrorgruppe. Eva Fiene hat sich auf die Suche nach den virtuellen Spuren der RAF begeben.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Jahr 1977 mit den Anschlägen der Roten Armee Fraktion gilt als Höhepunkt in der gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen dem deutschen Staat und der linksextremistischen Terrorgruppe. Eva Fiene hat sich auf die Suche nach den virtuellen Spuren der RAF begeben.<br />
<!--break--></p>
<p>
Die Bundesrepublik Deutschland sah sich mit einer Welle terroristischer Anschläge konfrontiert, die in dieser Art bis heute einmalig ist: Die Ermordung von Siegfried Buback und Jürgen Ponto, das Attentat auf die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die Entführung und Ermordung von Hanns-Martin-Schleyer, das Kidnapping der Lufthansa-Maschine „Landshut“ und der kollektive Selbstmord von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe im Hochsicherheitsgefängnis Stuttgart-Stammheim.
</p>
<p>
1977 und der Terror der Roten Armee Fraktion haben tiefe Spuren im Gedächtnis von Politik und Gesellschaft hinterlassen und wirken zum Teil bis heute nach. Welche Inhalte zum Thema RAF und dem Deutschen Herbst finden sich im World Wide Web? Wie ist in Zeiten von IP-TV, Podcasts und Weblogs das Thema bearbeitet worden?
</p>
<p>
Es gibt im Internet natürlich Unmengen an Informationen zum Thema RAF, Deutscher Herbst und Linksterrorismus der 70er Jahre. Aus der überbordenden Menge die lesenswerten und informativen Angebote zu filtern, ist daher nicht einfach. In der folgenden kommentierten Linksammlung wird versucht, eine Übersicht über die Internetseiten zu geben, die einen guten Einblick in diesen Themenkomplex ermöglichen.
</p>
<p>
<b>Aus der Offline-Zeit in die Online-Zeit: Zur RAF im Netz</b>
</p>
<p>
Umfassende und multimedial aufbereitete Web-Dossiers zur Geschichte der Roten Armee Fraktion findet man als erstes bei den großen Medien wie <a href="http://www.tagesschau.de/thema/0,1186,OID6712066_REF1_NAV_BAB,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a> („Das schwierige Erbe der RAF“) oder <a href="http://www.zeit.de/themen/deutschland/raf/index" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.zeit.de</a>. Gerade in diesem Jahr wurden die Specials aktualisiert und um viele Audio- und Videodateien ergänzt.
</p>
<p>
Will man einen schnellen Einstieg in das Thema, ist das Angebot auf den Internetseiten der <a href="http://www.tagesschau.de/thema/0,1186,OID6712066_NAV_REF1,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tagesschau</a> empfehlenswert. Interessant gemacht ist nicht nur die <a href="http://www.tagesschau.de/animationen/0,3225,OID6689930,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">interaktive Zeitleiste</a>, über die man mit der Maus durch die Jahre 1968 bis 1998 zu den einzelnen Ereignissen navigieren, die entsprechenden Bilder anklicken und sich unter anderem Original-Berichte aus der Tagesschau und dem Wochenspiegel ansehen kann.
</p>
<p>
Auch das <i>ZDF</i> hat in einem <a href="http://www.zdf.de/ZDFheute/inhalt/4/0,3672,5259172,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">umfangreichen Spezial</a> das Jahr 1977 bearbeitet. Neben einigen Hintergrundartikeln hat die Online-Redaktion komplette Fernseh-Reportagen, interaktive Interviews und Bilderserien zusammengetragen. Ungewöhnlich mutet der 360-Grad-Rundgang durch eine Ein-Mann-Zelle in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim an. In seine <a href="http://www.zdf.de/ZDFheute/inhalt/4/0,3672,5259172,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mediathek</a> hat das ZDF zudem viele Beiträge, beispielsweise aus dem <i>heute-journal</i>, eingestellt. Will man sich dem Thema auf philosophische Art und<br />
Weise nähern, gibt es im Archiv der Mediathek eine Sendung aus dem <i>Philosopischen Quartett</i> vom 3. Juni 2006. Unter dem Titel „68 und die RAF &#8211; Eine romantische Affäre?“<br />
diskutierten Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski mit dem Filmregisseur Volker Schlöndorff und dem SPIEGEL-Kulturchef Matthias Matussek über die 68er-Studentenbewegung und ihre Auswirkungen auf das Leben heute.
</p>
<p>
Die <i>tageszeitung</i> widmet sich in einem <a href="http://www.taz.de/index.php?id=dossier-raf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktuellen Dossier</a> dem Thema RAF, wenn auch hier „nur“ Texte<br />
zu finden sind. Die Redaktion der <i>taz</i> hat jedoch lesenswerte Kommentare namhafter Autoren zusammengetragen, beispielsweise schreibt der Forscher Herfried Münkler über „Das Chamäleon Terrorismus“, Antje Vollmer und Michael Sontheimer haben über Bad Kleinen und den Tod von Wolfgang Grams Beiträge verfasst.
</p>
<p>
<a href="http://www.spiegel.de/panorama/zeitgeschichte/0,1518,k-7083,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel Online</a> bietet Grafiken, Zeitleisten, Videos und Hintergrundtexte zum Thema RAF. Außerdem finden hier interessierte Leser Kurzbiografien aller RAF-Terroristen der ersten bis dritten Generation und ihrer Opfer sowie weiterer wichtiger Personen, wie zum Beispiel Bundeskanzler Helmut Schmidt oder BKA-Chef Horst Herold. Interessant ist auch eine interaktive Grafik, die den Ablauf des Attentates auf Generalanwalt Siegfried Buback veranschaulicht. Das Dossier ist durch aktuelle Meldungen und Hintergrundberichte stets auf dem neuesten Stand.
</p>
<p>
Neben den Angeboten der etablierten Medien, findet man auf der Internetseite <a href="http://www.rafinfo.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.rafinfo.de</a> eine Fülle an Informationen zur Roten Armee Fraktion von ihrer Entstehung bis hin zur Auflösung 1998. Die Seite ist laut Aussage des Autors, Andreas Gohr, allein aus Interesse am Thema entstanden. Gohr hat auf seinen Seiten nicht nur Fakten zur Geschichte der Roten Armee Fraktion zusammengetragen, sondern man findet hier auch eine umfangreiche Linkliste zu verschiedenen Themenbereichen, Kurzbiographien und Literaturtipps.
</p>
<p>
<b>Die Schriften der RAF und weitere Original-Quellen</b>
</p>
<p>
<b></b>Sämtliche Schriften der RAF, wie zum Beispiel „Das Konzept Stadtguerilla“ oder „Die Rote Armee aufbauen“, und weitere Erklärungen finden sich im Original auf den <a href="http://www.nadir.org/nadir/archiv/PolitischeStroemungen/Stadtguerilla%2BRAF/RAF/brd%2Braf/000.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seiten des linken Informationssystems Nadir.org</a>. Auch andere zeithistorische Dokumente, wie „Zur Isolationshaft“ oder „Zum Tod von Ulrike Meinhof“, finden sich hier im Original – für jeden, der sich für die RAF interessiert, ein unkommentierter Einblick in die Gedankenwelt der Terroristen.
</p>
<p>
Ein Zeitzeugnis hat der <i>SWR</i> auf seinen Seiten online gestellt: Bisher <a href="http://www.swr.de/swr2/wissen/specials/-/id=661214/nid=661214/did=2414272/2q12qs/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unveröffentlichte Tonbandaufnahmen</a> von Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und Jan-Carl Raspe aus dem Prozess in Stuttgart-Stammheim können hier angehört werden. Die O-Töne der angeklagten Terroristen machen die aggressive Atmosphäre, die den Prozess bestimmte, greifbar. Neben den O-Tönen bietet die Online-Redaktion ebenfalls ein umfassendes Spezial, unter anderem mit Archiv-Radiobeiträgen aus den betreffenden Jahren.
</p>
<p>
<b>Die RAF in Kunst und Film</b>
</p>
<p>
<b></b>Auch künstlerisch haben sich Ausstellungs- und Filmemacher dem Thema RAF genähert. Hervorzuheben ist hier das mit vielen Preisen ausgezeichnete und hervorragende Doku-Drama „Todesspiel“ von Heinrich Breloers (1997). Leider kann man auf <a href="http://www.zeit.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.zeit.de</a> nur Ausschnitte des Zweiteilers sehen: <a href="http://www.zeit.de/specials/zeit_dokumentation/filmausschnitte/todesspiel-1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Todesspiel Teil 1</a> und <a href="http://www.zeit.de/specials/zeit_dokumentation/filmausschnitte/todesspiel-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Todesspiel Teil 2</a>.
</p>
<p>
Auch andere Filme wie <a href="http://www.black-box-brd.de/inhalt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Black Box BRD“</a> (2001) oder <a href="http://www.starbuck-holger-meins.de/film.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Starbuck Holger Meins“</a> (2002) sind im Netz leider nicht in digitaler Form zu finden. Auf den entsprechenden Internetseiten findet man jedoch Zusammenfassungen der Filme und Hintergrundinformationen zum Thema.
</p>
<p>
Die RAF-Ausstellung „Zur Vorstellung des Terrors“ aus dem Jahre 2003 entfachte eine Kontroverse um die Herangehensweise an das Thema RAF und den Terror: Von „Sorglosigkeit der Kunst im Ungang mit der Geschichte“ (<a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,339338,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel Online</a>) war hier zu lesen oder dass die Ausstellung von den Opfern lieber schweige (<a href="http://www.zeit.de/2005/05/RAF-Ausst_" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.zeit.de/2005/05/RAF-Ausst_</a>). Die Redaktion von <a href="http://www.zeitgeschichte-online.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.zeitgeschichte-online.de</a> hat auf ihren Seiten die <a href="http://www.zeitgeschichte-online.de/site/40208315/default.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diskussion dokumentiert</a> und viele Texte um die Ausstellungsdebatte zusammengetragen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Absolute Sicherheit gibt es nicht&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Apr 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Max Stadler]]></category>
		<category><![CDATA[Rote Armee Fraktion]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesnachrichtendienst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<b><span class="fett"> Am 24. April 2007 war der Vorsitzende des parlamentarischen
Kontrollgremiums, Max Stadler (FDP), zu Gast im tagesschau-Chat
in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die Macht
des Parlamentes über den Bundesnachrichtendienst, den Umgang
mit RAF-Tätern und das Verhältnis von Sicherheit und Freiheit.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b><span class="fett"> Am 24. April 2007 war der Vorsitzende des parlamentarischen<br />
Kontrollgremiums, Max Stadler (FDP), zu Gast im tagesschau-Chat<br />
in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die Macht<br />
des Parlamentes über den Bundesnachrichtendienst, den Umgang<br />
mit RAF-Tätern und das Verhältnis von Sicherheit und Freiheit.</span></b><!--break-->
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Liebe Politik-Interessierte,<br />
herzlich willkommen zum tagesschau-Chat. Unser Gast im ARD-Hauptstadtstudio<br />
ist heute Max Stadler, Vorsitzender des parlamentarischen Kontrollgremiums<br />
und FDP-Obmann im BND-Untersuchungsausschuss. Vielen Dank fürs<br />
Kommen, Herr Stadler. Neben Geheimdienstkontrolle und Innerer Sicherheit<br />
darf es natürlich auch um andere Themen gehen und Ihre Fragen<br />
können Sie natürlich wie immer jederzeit stellen, sie<br />
werden gesammelt. Können wir beginnen?<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/mstadler85.jpg" alt="Max Stadler" align="right" height="106" width="85" />
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>sonja_braun:</b> Brauchen wir keinen Untersuchungsausschuss,<br />
um den RAF-Mord an Siegfried Buback aufzuklären? Warum reagiert<br />
die Politik hier so verhalten?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Wir brauchen den Ausschuss noch nicht,<br />
denn es gibt ja Aufklärungsmöglichkeiten im Parlamentarischen<br />
Kontrollgremium, das morgen tagt. Auch der Innenausschuss des Bundestages<br />
wird der Regierung kritische Fragen stellen. Erst wenn man dann<br />
keine befriedigenden Antworten erhalten haben sollte, wären<br />
weitere Schritte zu überlegen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Aber Sie schließen es nicht aus,<br />
dass dieses Thema Gegenstand eines Untersuchungsausschusses werde<br />
könnte?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Ein Untersuchungsausschuss befasst<br />
sich normalerweise mit Vorgängen, die noch nicht allzu lange<br />
zurückliegen. Hier steht ja der Vorwurf im Raum, dass in den<br />
80er Jahren Informationen zurückgehalten worden sind. Das liegt<br />
mehr als zwei Jahrzehnte zurück. Deswegen glaube ich im Moment<br />
noch nicht, dass ein Untersuchungsausschuss kommen wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Grundsatzklärungsbedarf:
</p>
<p>
<b>unwissender:</b> Worin liegt eigentlich der Unterschied<br />
zwischen dem Untersuchungsausschuss und dem Parlamentarischen Kontrollgremium?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Das Parlamentarische Kontrollgremium<br />
tagt grundsätzlich geheim und darf nur ausnahmsweise seine<br />
Erkenntnisse veröffentlichen. Ein Untersuchungsausschuss tagt<br />
prinzipiell öffentlich und macht daher die Geschehnisse für<br />
die Bevölkerung transparenter.
</p>
<p>
<b>Paulchen:</b> Macht es Sinn, den RAF-Tätern so<br />
viel Medienaufmerksamkeit zu geben? Ein Mord mehr oder weniger &#8211;<br />
was macht das bei den begangenen Grausamkeiten für einen Unterschied?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Es ist richtig, dass es sich bei<br />
den RAF-Tätern meist um vielfache Mörder handelt. Aber<br />
wir haben aus Äußerungen von Angehörigen der Opfer<br />
gelernt, dass es für sie schon sehr bedeutsam ist, die wahren<br />
Tathergänge zu erfahren. Und auch die Öffentlichkeit hat<br />
daran ein Interesse.
</p>
<p>
<b>S.Habers:</b> Liegt hier nicht der Verdacht nahe,<br />
dass die Regierung dieses Thema mit der Begründung, die Geschehnisse<br />
seien schon so alt, unter den Tisch fallen lassen möchte?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Das wird der Regierung nicht gelingen.<br />
Denn selbst wenn wir uns nicht für einen Untersuchungsausschuss<br />
entscheiden sollten, gibt es für das Parlament ja andere Möglichkeiten<br />
der Kontrolle. Morgen tagt zum Beispiel der Innenausschuss, und<br />
ich bin sicher, dass sich dieses Gremium nicht mit einer mangelhaften<br />
Aufklärung zufrieden geben wird.
</p>
<p>
<b>gruenerlinker:</b> Was ist Ihre Position zum Fall<br />
Christian Klar? Saß er mehr oder weniger „unschuldig&quot;<br />
im Gefängnis?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Das ergibt sich ja auch aus den neuen<br />
Aussagen nicht. Christian Klar wurde als Mittäter verurteilt,<br />
und es wird ja nicht etwa behauptet, dass er bei der Ermordung von<br />
Herrn Buback nicht dabei gewesen sei.
</p>
<p>
<b>BNDler:</b> Sollte Christian Klar angesichts der neuen<br />
Entwicklungen im Fall Buback nicht begnadigt werden?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Das ist eine Entscheidung, die der<br />
Bundespräsident zu treffen hat. Es steht mir nicht zu, dem<br />
Bundespräsidenten Ratschläge zu geben. Ich glaube aber,<br />
dass die Neuentwicklung keinen besonderen Einfluss auf diese Entscheidung<br />
nehmen wird, sondern dass der Bundespräsident andere Faktoren,<br />
wie beispielsweise die schon lange Haftdauer von Christian Klar,<br />
in seine Entscheidung einbeziehen wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie waren Richter: Welche Faktoren<br />
werden noch bei einer solchen Begnadigung berücksichtigt &#8211;<br />
oder müssen berücksichtigt werden?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Wir müssen unterscheiden zwischen<br />
einer Entlassung auf Bewährung, die ein Gericht im Fall von<br />
Christian Klar im Jahre 2009 aussprechen könnte. Da kommt es<br />
vor allem auf die Frage an, ob der Verurteilte heute noch eine Gefahr<br />
für die Gesellschaft darstellt. Also auf die so genannte soziale<br />
Prognose. Bei einer Gnadenentscheidung durch den Bundespräsidenten<br />
ist dieser völlig frei, nach welchen Gesichtspunkten er entscheidet.
</p>
<p>
<b>moeglichewelten:</b> Sind Klars jüngste antikapitalistischen<br />
Meinungsäußerungen als juristische Argumentationsgrundlage<br />
gegen Hafterleichterung et cetera heranziehbar, beziehungsweise<br />
gerichtlich verwertbar?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Es gibt kein Gesinnungsstrafrecht.<br />
Deswegen spielt es keine Rolle, welche politischen Auffassungen<br />
jemand äußert. Entscheidend ist nur, ob daraus ein Schluss,<br />
zum Beispiel auf fortbestehende Gewaltbereitschaft gezogen werden<br />
könnte. Dies haben dann unabhängige Richter zu entscheiden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und Ihre Bewertung der Entscheidung<br />
für Hafterleichterungen?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Wir haben Gewaltenteilung. Richter<br />
entscheiden unabhängig von der Meinung von Parlamentariern.<br />
Soweit ich das mitbekommen habe, hat das Gericht in vorsichtiger<br />
Weise Vollzugslockerungen beschlossen, wie sie durchaus üblich<br />
sind, bevor ein Gefangener später in die Freiheit entlassen<br />
wird. Ich habe dies nicht zu kritisieren.
</p>
<p>
<b>heintje:</b> Warum, wenn es denn so wäre, hat<br />
die Regierung Informationen über den richtigen Tathergang im<br />
Fall Buback zurückgehalten? Welche Gründe und Motive könnte<br />
Sie gehabt haben?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Darüber kann ich im Moment auch<br />
nur spekulieren. Denkbar wäre, dass die Informationen nicht<br />
beweiskräftig genug waren für ein Gerichtsverfahren. Möglich<br />
wäre auch, dass man Informanten nicht nennen wollte, um sie<br />
zu schützen. Dann hätte aber ein Weg gefunden werden müssen,<br />
die Informationen in anonymisierter Form der Justiz zur Verfügung<br />
zu stellen. Daher warte ich selber mit Spannung darauf, welche Erklärung<br />
die Bundesregierung geben wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie werden sich morgen im Kontrollgremium<br />
mit den Vorwürfen an die Geheimdienste in Sachen Buback-Mord<br />
auseinander setzen. Wie wird das konkret ablaufen? Kommen da Akten<br />
auf den Tisch, gibt es eine Power-Point-Präsentation oder wie<br />
muss man sich das vorstellen?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Die Bundesregierung gibt dem Kontrollgremium<br />
einen Bericht, der logischerweise erst einmal ihre Sicht der Dinge<br />
enthält. Wenn uns das nicht ausreichend erscheint, haben wir<br />
die Möglichkeit, Akten einzusehen. Das schärfste Schwert<br />
bleibt natürlich ein Untersuchungsausschuss. Einen solchen<br />
haben wir vor gut einem Jahr zu anderen Themen genau deswegen beschlossen,<br />
weil damals die Berichte der Bundesregierung im Kontrollgremium<br />
offenkundig lückenhaft waren.
</p>
<p>
<b>Thoms L.:</b> Ich habe manchmal das ungute Gefühl,<br />
das das Recht in diesem Land nicht für jeden gleich ausgelegt<br />
wird. Wie denken Sie darüber?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Das wäre das Schlimmste, was<br />
einer Rechtsordnung passieren kann, wenn die Bürger das Gefühl<br />
haben, dass ihr Grundrecht auf Gleichbehandlung nicht ernst genommen<br />
würde. Deswegen gibt das Grundgesetz der Politik und allen<br />
staatlichen Behörden den Auftrag, gleiche Sachverhalte gleich<br />
zu behandeln. Dass dies nicht immer eingehalten wird, zeigen viele<br />
Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts, mit denen Gesetze<br />
wegen eines Verstoßes gegen den Gleichheitsgrundsatz aufgehoben<br />
worden sind.
</p>
<p>
<b>ursel:</b> Müssen die Kontrollbefugnisse des<br />
Parlamentes Ihrer Meinung nach erweitert werden? Wie weit könnten<br />
diese gehen?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Eindeutig ja. Derzeit ist das Kontrollgremium<br />
darauf angewiesen, dass die Bundesregierung von sich aus über<br />
wichtige Vorgänge berichtet. Oder dass die Medien bestimmte<br />
Missstände aufdecken. Ein Reformvorschlag lautet daher, den<br />
Mitarbeitern der Geheimdienste das Recht zu geben, sich unmittelbar<br />
an das Kontrollgremium zu wenden, wenn sie uns Fehlentwicklungen<br />
mitteilen wollen. Dieses Recht gibt es bisher nicht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie setzen also auch ein bisschen auf<br />
die Selbstkontrolle der Geheimdienste &#8211; wo man doch sagt, eine Krähe<br />
hackt der anderen kein Auge aus.
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Aber genau die Insider wissen doch<br />
am Besten, was in ihren Behörden schief läuft. Wenn man<br />
sie zum Stillschweigen verurteilt, ist es natürlich umso schwieriger<br />
für ein Kontrollgremium, wirklich zu erfahren, was gespielt<br />
wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wie sehr braucht das Kontrollgremium<br />
das Interesse der Öffentlichkeit? Ohne Öffentlichkeit<br />
versanden die Untersuchungen, oder?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Untersuchungsausschüsse brauchen<br />
auf alle Fälle das Interesse der Öffentlichkeit. Wir haben<br />
im BND-Untersuchungsausschuss gesehen, dass sich aufgrund der öffentlichen<br />
Berichterstattung Zeugen gemeldet haben, von denen wir bis dahin<br />
gar nichts wussten. Das Kontrollgremium tagt bekanntlich geheim.<br />
Da müssten die Möglichkeiten erweitert werden, die Öffentlichkeit<br />
zumindest nach den Sitzungen besser als bisher über die Ergebnisse<br />
zu informieren.
</p>
<p>
<b>Joachim:</b> Wie kann man Geheimdienste vernünftig<br />
kontrollieren, wenn sie sich ständig weigern, Informationen<br />
herauszurücken (mit dem Argument des Quellenschutzes)? Stellen<br />
sie nicht einen „Staat im Staate&quot; dar? Vielen Dank für<br />
Ihre Antworten.
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Geheimdienste lassen sich nach meiner<br />
Erfahrung in der Tat nicht hundertprozentig kontrollieren durch<br />
ein parlamentarisches Gremium. Dennoch ist die Bereitschaft der<br />
Dienste, sich der Aufsicht des Parlaments zu stellen, in den letzten<br />
Jahren deutlich gewachsen. Die Hauptverantwortung für die Kontrolle<br />
trägt übrigens das Bundeskanzleramt.
</p>
<p>
<b>stenzel2:</b> Sie haben die Bundesregierung für<br />
ihr Vorgehen im Fall Kurnaz scharf kritisiert. Muss aber nicht Terrorabwehr<br />
Vorrang vor Einzelschicksalen haben?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Das ist die zentrale Frage im Fall<br />
Kurnaz. Meiner Meinung nach muss auch bei der Terrorabwehr beachtet<br />
werden, welche Auswirkungen staatliche Maßnahmen auf das Schicksal<br />
eines einzelnen Menschen haben. Wenn man wie gegenüber Herrn<br />
Kurnaz eine Einreisesperre verhängt, dann braucht man dafür<br />
schon Beweise, die es eben gegen Herrn Kurnaz nicht in ausreichender<br />
Form gegeben hat.
</p>
<p>
<b>norton:</b> Wie hätte sich die Bundesregierung<br />
Ihrer Meinung nach im Fall Kurnaz verhalten sollen?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Die Bundesregierung hätte sich<br />
vergewissern müssen, ob &#8211; wie sie nur vermutet hat &#8211; die Türkei<br />
bereit war, ihren Staatsbürger Murat Kurnaz aus Guantanamo<br />
herauszuholen. Da dies nicht geschehen ist und Herr Kurnaz in Deutschland<br />
geboren ist und ausschließlich hier gelebt hat, hätte<br />
sich die Bundesregierung bei den USA für die Freilassung und<br />
Wiedereinreise von Herrn Kurnaz einsetzen müssen. Genau dies<br />
hat übrigens später die neue Bundeskanzlerin Angela Merkel<br />
getan.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Machen Sie da einen Unterschied bei<br />
Ihrer Forderung hinsichtlich der Lage 2002 und der Situation 2005?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Diesen Unterschied nimmt ja Herr<br />
Steinmeier für sich in Anspruch. Ich kann aber nicht verstehen,<br />
warum Herr Steinmeier als Außenminister im Jahre 2006 bei<br />
den USA gemeinsam mit Frau Merkel die Freilassung von Herrn Kurnaz<br />
aus Guantanamo betrieben hat, im Jahre 2002 dagegen mitentschieden<br />
hat, dass es eine Einreisesperre gegen Kurnaz gab. Ich kann nicht<br />
erkennen, warum man im Jahre 2002 nicht schon genauso gehandelt<br />
hat, wie dann später im Jahr 2006.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zweimal zum gleichen Thema:
</p>
<p>
<b>recht:</b> Wieso sollte denn die Bundesregierung für<br />
Kurnaz verantwortlich gewesen sein, wenn dieser doch meines Wissens<br />
türkischer Staatsbürger ist?
</p>
<p>
<b>claus:</b> Weshalb lag die Verantwortung für<br />
Murat Kurnaz Ihrer Meinung nach bei der Bundesregierung und nicht<br />
bei der türkischen Regierung?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Ich bin auch der Meinung, dass es<br />
eine Verantwortung der türkischen Regierung gab. Aber da Herr<br />
Kurnaz seit seiner Geburt in Deutschland lebte, gab es eben auch<br />
eine menschliche Verantwortung der Bundesregierung, wenn auch keine<br />
juristische. Vielleicht ist ein Vergleich erlaubt: Wenn in meinem<br />
Haus ein Mieter lebt, bin ich als Hausherr für ihn nicht so<br />
verantwortlich, wie für meine eigenen Familienangehörigen.<br />
Aber doch stärker verantwortlich als für einen wildfremden<br />
Dritten.
</p>
<p>
<b>Thoms L.:</b> Ich denke, dass seit einiger Zeit im<br />
Namen der Terrorabwehr immer mehr Kontrollen für den Bürger<br />
eingeführt wurden. Kann es sein, das man so die freiheitlichen<br />
Grundrechte einer Demokratie untergräbt?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Ja, leider sehe ich genau diese Tendenz.<br />
Auch durch eine gute Absicht, nämlich unbestreitbare Gefahren<br />
durch den Terrorismus abzuwehren, ist der Staat nicht davor gefeit,<br />
bei seinen Maßnahmen über das Ziel hinaus zu schießen.<br />
So hat das Bundesverfassungsgericht beispielsweise den Gesetzgeber<br />
korrigieren müssen, als eine Mehrheit im Bundestag gegen die<br />
Stimmen der FDP beschlossen hatte, den Abschuss von Passagierflugzeugen<br />
zuzulassen und damit das Leben unschuldiger Passagiere und der Flugzeugbesatzung<br />
zu vernichten.
</p>
<p>
<b>TheoLodz:</b> Herr Stadler, was sagen Sie zu der Niederlage<br />
Schäubles bei der Fingerabdruckdiskussion? Lehnt er sich mit<br />
seinen Forderungen zu weit aus dem Fenster?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Leider hat in der Vergangenheit die<br />
SPD, und vor allem auch Bundesjustizministerin Zypries, schon viel<br />
zu vielen Gesetzen zugestimmt, die die Freiheit unnötig einschränken.<br />
Zuletzt hat die Regierung ja beschlossen, dass alle unsere Telefonverbindungsdaten<br />
für sechs Monate gespeichert werden, also Millionen Daten unverdächtiger<br />
Bürgerinnen und Bürger. Daher war es höchste Zeit,<br />
dass endlich einmal Herr Schäuble sich in der Frage der Fingerabdrücke<br />
nicht durchgesetzt hat.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ist das Thema „Fingerabdruck-Abruf<br />
online“ für die Polizei, ob zentral oder dezentral, für<br />
Sie endgültig vom Tisch?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Leider nein. Die Sachverständigenanhörung<br />
im Innenausschuss hat gestern ergeben, dass es am Besten wäre,<br />
auf Fingerabdrücke in Reisepässen völlig zu verzichten.<br />
Die Gefahr eines Missbrauchs von kopierten biometrischen Daten ist<br />
nicht auszuschließen. Außerdem befürchte ich, dass<br />
die Regierung doch über kurz oder lang wieder mit der Forderung<br />
nach einer zentralen Fingerabdruckdatei kommen wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Schäubles Salamitaktik?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Man hat den Eindruck, dass Herr Schäuble<br />
eine so große Zahl offenkundig undurchsetzbarer Vorschläge<br />
macht, um im Wege des „Kompromisses&quot; dann doch einiges<br />
durchzubringen. Dagegen hilft nur eine aufmerksame, kritische Öffentlichkeit<br />
und eine konsequente Opposition im Bundestag.
</p>
<p>
<b>harry:</b> Der nordrhein-westfälische Innenminister<br />
Wolf (FDP) ist weiterhin für Online-Durchsuchungen, zum Beispiel<br />
bei Terrorverdacht. Die Bundes-FDP spricht sich klar dagegen aus.<br />
Warum?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Bisher gab es bereits Online-Durchsuchungen<br />
von Privat-PCs ohne rechtliche Grundlage. Minister Wolf ist der<br />
Meinung, dass man diesen Wildwuchs beschneiden muss, indem man für<br />
Online-Durchsuchungen strenge Kriterien formuliert. Seine Absicht<br />
besteht also darin, Online-Durchsuchungen einzuschränken. Die<br />
FDP-Bundestagsfraktion geht aber noch einen Schritt weiter und möchte<br />
auf dieses Mittel ganz verzichten, weil heimliches Mitlesen des<br />
Staates in privaten PCs unserer Meinung nach zu stark in die Intimsphäre<br />
eingreift.
</p>
<p>
<b>recht:</b> Was geht denn Ihrer Meinung nach vor? Recht<br />
auf Privatsphäre oder Recht auf Sicherheit? Ist beides noch<br />
miteinander vereinbar?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Ich versuche, eine Lösung darin<br />
zu finden, dass der Staat bei allen Maßnahmen für die<br />
Sicherheit so wenig wie möglich in die Privatsphäre eingreifen<br />
darf. Unter Juristen nennt man dies den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit<br />
der Mittel. Da es absolute Sicherheit nicht gibt, wäre zu viel<br />
von unserer persönlichen Freiheit verloren, wenn, beispielsweise<br />
beim Abhören von Telefonen und beim Mitlesen von Briefen oder<br />
E-Mails, sich der Staat nicht mehr auf das unbedingt Notwendige<br />
beschränken würde.
</p>
<p>
<b>utelemper:</b> Wieso kann Schäuble für so<br />
einen irren Plan („Bundestrojaner“) eine Mehrheit bekommen?<br />
Wird die Angst vor Terror nicht zu übertrieben dargestellt?<br />
Nutzt Schäuble die Angstmache nicht einfach, um seine „Stasi<br />
2.0 &quot;-Pläne durchzusetzen?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Wir haben tatsächlich erlebt,<br />
dass nach jedem schlimmen Vorfall, wie beispielsweise den Bombenanschlägen<br />
in Madrid oder London oder den versuchten Anschlägen mit Kofferbomben<br />
auf Bahnhöfen in Deutschland, manche Politiker sofort reflexartig<br />
nach schärferen Gesetzen rufen. Die FDP plädiert für<br />
eine besonnene Innenpolitik. Ich hoffe, dass sich im Bundestag immer<br />
mehr Abgeordnete unserer Position anschließen.
</p>
<p>
<b>Xabbu:</b> Wie sehen Sie die Gefahr des Missbrauchs<br />
bei der Online-Durchsuchung? Der Ermittler wäre in der Lage,<br />
die angeblichen Beweise selber hochzuladen.
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Da diese Gefahr des Missbrauchs nicht<br />
völlig auszuschließen ist &#8211; obwohl ich unseren Behörden<br />
die von Ihnen genannte Schweinerei nicht zutraue &#8211; ist es besser,<br />
wenn der Gesetzgeber den Plänen für eine heimliche Online-Durchsuchung<br />
von PCs die rote Karte zeigt. Wenn dies der Bundestag nicht tut,<br />
wird das Bundesverfassungsgericht solche Gesetze stoppen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Für den Fall, dass man brisantes<br />
Wissen hat:
</p>
<p>
<b>Joachim:</b> Wie kann der Bürger an das parlamentarische<br />
Kontrollgremium herantreten?
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Das Kontrollgremium hat ein Sekretariat,<br />
das unter der Adresse des Bundestages erreichbar ist und mit dem<br />
man sich in Verbindung setzen kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat<br />
bei tagesschau.de und politik-digital.de. Vielen Dank Herr Stadler,<br />
dass Sie sich Zeit genommen haben. Das Protokoll des Chats ist wie<br />
immer in Kürze zum Nachlesen auf den Seiten von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de zu finden. Das tagesschau-Chat-Team dankt<br />
allen Teilnehmern für Ihr Interesse und die zahlreichen Fragen<br />
und wünscht noch einen angenehmen Tag.
</p>
<p>
<b>Max Stadler:</b> Dankeschön. Ich wünsche<br />
auch allen Teilnehmern und allen, die mitgelesen haben, einen schönen<br />
Dienstag.</p>
]]></content:encoded>
					
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