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	<title>The European &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Startups in Berlin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Oct 2012 12:57:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Wowereit]]></category>
		<category><![CDATA[The European]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundesverband Deutsche Startups e.V.]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer wieder heißt es, Berlin sei ein attraktiver Standort für internationale Startups. Doch bevor junge Unternehmen sich in der Hauptstadt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/startups-in-berlin/untitled-1-2/" rel="attachment wp-att-121500"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-121500" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Untitled-11-630x424.jpg" alt="" width="630" height="424" /></a>Immer wieder heißt es, Berlin sei ein attraktiver Standort für internationale Startups. Doch bevor junge Unternehmen sich in der Hauptstadt niederlassen, müssen sie so einige Hürden nehmen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit ist gefordert, die Bedingungen für junge Firmengründer zu verbessern.</p>
<p>&#8220;<em>Im Notfall hilft nur noch ziviler Ungehorsam!</em>&#8221; Was wie ein Akt der Verzweiflung klingt, ist das Fazit eines Mitarbeiters in einem Berliner Startup auf die Frage, wie denn die Politik dazu bewegt werden könne, sich endlich der digitalen Kreativwirtschaft in der Bundeshauptstadt anzunehmen. Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zu einer internationalen Hochburg für junge Unternehmen entwickelt, die dank des Internet global agieren. Diese Entwicklung geschah vor allem trotz der Politik und nicht wegen ihr.</p>
<p>Denn so global das Geschäftsfeld ist, so lokal sind die Probleme. Das fängt in Berlin schon in den Bezirken an. Im Land der Dichter und Denker fehlt es vor allem an jungen Entwicklern, weshalb sich das Rekrutieren neuer Mitarbeiter zur zunächst wichtigsten Aufgabe in einem Startup-Unternehmen entwickelt hat, unabhängig vom jeweiligen Kerngeschäft. Nicht selten müssen junge Talente aus Ländern wie Brasilien, Bangladesch oder Indonesien angeworben werden. Diese sehen sich dann in der deutschen Hauptstadt einer Verwaltung gegenüber, die kaum Fremdsprachen beherrscht und sich aufgrund bürokratischer Hürden zu einem wahren Verhinderer von Entwicklung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer erweist. So scheitern viele ausländische Interessenten – ganz banal –an Formularen in Fremdsprachen.</p>
<p>Hinzu kommt, dass zum Beispiel die Wohnungssuche oder das Eröffnen eines Bankkontos sich auch in einer weltoffenen Stadt wie Berlin im Jahr 2012 zu einer Herkulesaufgabe für Menschen aus fremden Kulturkreisen und ohne Sprachkenntnisse werden kann. Ein Ansprechpartner, der sich schnell und unproblematisch den Problemen der von den Startups benötigten Neu-Berliner annimmt, fehlt in Berlin. Die Berliner Verwaltung sei noch nicht ausländerfreundlich genug, fasste Pawel Chudzinski von dem Investor Point Nine Capital, der sich vor allem auf die Unterstützung von jungen Unternehmen aus dem Technologiebereich konzentriert ,die Kritik gegenüber dem Debatten-Magazin &#8220;<a href="http://www.theeuropean.de/alexander-goerlach/12249-wowereit-trifft-start-up-industrie" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">The European</span></a>&#8221; zusammen.</p>
<p>Neben den Einstellungsproblemen von sogenannten High-Level Experts fehlt es aber vor allem auch an einem <em>digitalen Proletariat</em>. Startups müssen vom ersten Tag an reibungslos arbeiten können, damit ihr Angebot funktioniert und den hohen Ansprüchen der Kunden gerecht wird. Jungfirmen mit drei Freunden in der Garage gehören der Vergangenheit an, doch um den gesteigerten Arbeitsaufwand optimal zu bewältigen, bedarf es größerer Kapazitäten an gut ausgebildeten Arbeitnehmern. Diese müssen und sollen vor allem nicht immer studiert sein, sondern grundlegende Aufgaben in einem Unternehmen selbstständig bewältigen können.</p>
<p>Arbeitgeber in Startups können es sich nicht leisten, in Schulungen die Bedienung von Mailprogrammen oder Grundlagen der elektronischen Datenverarbeitung erst noch erklären zu müssen. Die Entwicklung neuer Ausbildungskonzepte und eines Lehrplans für das 21. Jahrhundert sind offene Aufgaben der Berliner Senatsverwaltung. Dazu kommt, dass sogenannte 400-Euro-Jobs sehr bürokratisch gestaltet sind, aber Festanstellungen bei einem anfangs meist niedrigen Ausbildungsstand ein zu hohes Risiko für die Unternehmen darstellen können. Die Folge ist, selbst bei engagierten Startups, dass vor allem Praktikanten und Freelancer tätig sind. Diese Lösung sollte nicht im Sinne der Stadt sein.</p>
<p>Die beiden genannten Probleme &#8211; eine nicht-internationale Verwaltung und der niedrige Ausbildungsstand potenzieller Mitarbeiter &#8211; sind zwei hausgemachte Probleme der Stadt, um die das Rote Rathaus sich kümmern sollte, wenn es denn das selbst gesteckte Ziel, Berlin zu einem Silicon Valley an der Spree zu entwickeln, erreichen will. Bisher hat sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in dieser Angelegenheit jedoch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Im Februar 2012 schrieb Christian Reber, Gründer und CEO des Berliner Startups 6Wunderkinder, eine E-Mail an den Chef der Berliner Senatskanzlei Björn Böhning und an Klaus Wowereits persönlichen Referenten Falk Branzke. Darin bat er um einen <a href="http://netzwertig.com/2012/02/21/internetstandort-berlin-buergermeister-klaus-wowereit-will-nicht-mit-startups-sprechen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Termin mit Wowereit</span></a>, um ihm Einblick in die digitale Kreativwirtschaft Berlins zu geben. Das Rote Rathaus lehnte ab, angeblich weil es dem Regierenden Bürgermeister laut Koalitionsvertrag <a href="http://fiahless.tumblr.com/post/18127393964/the-berlin-mayor-local-politics-and-why-they-dont#quotefmReady" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">nicht erlaubt ist</span></a>, sich mit Unternehmen zu treffen, wenn diese nicht zuvor Kontakt mit dem Wirtschaftssenat aufgenommen haben. Woran auch immer es lag, Reber war brüskiert, und der Ärger war erst einmal da. Seither versuchen Politiker, die in der Webbranche angesehen sind wie der Staatssekretär <a href="http://www.berlin.de/sen/wirtschaft/struktur/leitung/sts_zimmer.de.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Nicolas Zimmer</span></a> aus der Senatsverwaltung für Wirtschaft, den Berliner Senat für die Bedürfnisse der Startups und ihre Bedeutung für die Stadt zu sensibilisieren.</p>
<p>Startups sind aber nicht nur eine einmalige Chance für die Hauptstadt Berlin, neben dem Prestigegewinn auch an Wirtschaftskraft zuzulegen, sondern auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland von enormer Bedeutung. Was Berlin hier entwickeln kann, könnte ein Konzept für die gesamte Republik sein. Die digitale Kreativwirtschaft in all ihren verschiedenen Facetten könnte sich von einer Wirtschaftsnische zum Arbeitgeber der Zukunft entwickeln. Umso wichtiger ist es, dass in Berlin erste entscheidende Grundlagen geschaffen werden. Alexander Görlach, der Gründer, Herausgeber und Chefredakteur des Magazins &#8220;The European&#8221;, <a href="http://www.theeuropean.de/alexander-goerlach/12392-zusammenarbeit-zwischen-neuer-und-alter-wirtschaft" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">beschreibt</span></a> die Entwicklung der Wirtschaft wie folgt: &#8220;<em>Der digitale Wandel erfasst alle Industrien, seien sie Teil der klassischen Wirtschaft oder der Online-Industrie. Ob Medienbetrieb, Schuhhandel oder Lieferservice: Der digitale Wandel ändert alte Industrien und zwingt auch die neuen zur steten Optimierung ihrer Geschäftsmodelle. Wenn klassische Wirtschaft und neue Ökonomie lernen, dem Wandel gemeinsam zu begegnen, ist das ein großer Gewinn für die deutsche Wirtschaft und für die Zukunftsfähigkeit unserer Unternehmen.</em>&#8221;</p>
<p>Das Bewusstsein für die Möglichkeiten muss sich jetzt ändern, denn der Weg ist noch weit. Rund 80 Prozente der Gesetze, die Startups betreffen, sind Bundesgesetze, also außerhalb der  Landeskompetenz und damit auch nicht unmittelbar in Wowereits Einflussbereich. Doch wenn Berlin weiterhin ein Anziehungspunkt für Startups bleiben möchte, dann muss zuallererst mehr von der lokalen Politik kommen. Diese sollte die Gründerszene also nicht mehr wie bisher übersehen, sondern sollte sich aktiv mit ihr beschäftigen. Die bisherigen Treffen der Politik mit Startups wirkten meist unkoordiniert, die Auswahl der Gesprächspartner merkwürdig und nicht immer nachvollziehbar für die Branche.</p>
<p>Mit dem <a href="http://www.facebook.com/pages/Bundesverband-Deutsche-Startups-eV/419225811467294?sk=info" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Bundesverband Deutsche Startups e.V.</span></a> hat sich im September 2012 die erste politische Interessenvertretung gegründet, die Ansprechpartner für Politik wie Startups in Deutschland sein will. Am Dienstag übergab er dem Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler ein selbst formuliertes &#8220;<a href="http://www.gruenderszene.de/allgemein/startup-manifesto" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Startup Manifesto</span></a>&#8220;, mit dem der Bundesverband sich gegen die Empfehlung des Bundesrates zum Jahressteuergesetz 2013 ausspricht. Wenn, wie vorgeschlagen, Streubesitzanteile, also Beteiligungen unter zehn Prozent, fortan umfangreich besteuert werden, würde dies vor allem Startups schwer in ihrer Entwicklung treffen.</p>
<p>Wowereit will sich mit lokalen Startups noch in diesem Herbst treffen. Ob dabei etwas herauskommt, ist ungewiss. Die Berliner Startups wissen aber schon ganz genau, was sie wollen. Neben einem verbesserten Stadtmarketing, das dringend benötigte Investoren für die Wachstumsfinanzierung in die Stadt holen soll, müssen vor allem bürokratische Hürden bei der Einstellung von internationalen Mitarbeitern abgebaut und zukunftsfähige Konzepte entwickelt werden, um das Ausbildungsdefizit zu verringern und die Berliner Startups auch global wettbewerbsfähig zu machen. Der Ball liegt in Wowereits Feld, der nach dem Flughafendebakel auch ein persönliches Erfolgserlebnis braucht. Mit einer sinnvollen und effektiven Unterstützung der digitalen Kreativwirtschaft könnte ihm das gelingen.</p>
<p><em><a href="http://politik-digital.de/unter-linken-kipping-und-schloemer-suchen-vergeblich-nach-gemeinsamkeiten/cc/" rel="attachment wp-att-119994"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-119994" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cc.png" alt="" width="88" height="31" /></a></em><em>Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz. </em></p>
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		<title>„Die totale Unausweichlichkeit der digitalen Zukunft“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Wilde]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 14:58:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[The European]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Schirrmacher]]></category>
		<category><![CDATA[SPD-Vorsitzender]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Görlach]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/Boehning_Goerlach.jpg" align="left" height="185" width="130" />Gestern Abend stellten der SPD-Netzpolitiker Björn Böhning  und Alexander Görlach, Herausgeber und Chefredakteur des Online-Meinungsmagazins „The European“ ihr gemeinsames Buch „Freiheit oder Anarchie? Wie das Internet unser Leben verändert“ vor. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Frank Schirrmacher. 
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Boehning_Goerlach.jpg" align="left" height="185" width="130" />Gestern Abend stellten der SPD-Netzpolitiker Björn Böhning  und Alexander Görlach, Herausgeber und Chefredakteur des Online-Meinungsmagazins „The European“ ihr gemeinsames Buch „Freiheit oder Anarchie? Wie das Internet unser Leben verändert“ vor. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Frank Schirrmacher. </p>
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Im Berliner „BaseCamp“ Unter den Linden fanden sich gestern Abend etwa 80 Personen ein, um womöglich eine Antwort auf die Frage zu erhalten, inwiefern das Internet tatsächlich soziale Beziehungen, das Leben jedes Einzelnen, den Journalismus, die Kommunikation und Interaktion der Menschen verändert. Aber nicht nur diese Fragen wurden in der Runde diskutiert. Die Autoren und Moderator Schirrmacher waren ebenso daran interessiert, herauszufinden, wie politische Themen und Werte der „alten Welt“ &#8211; Demokratie, Arbeit, Konservativismus, Religion und Urheberrecht &#8211; sich in der digitalen Gesellschaft verändert haben.
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Die Autoren des Buches sind alte Bekannte, könnten jedoch in gewisser Hinsicht unterschiedlicher nicht sein. Görlach ist, wie Böhning es im Buch beschreibt, ein „notorischer Konservativer, ehemaliger Mitarbeiter der CDU-Bundestagsfraktion und des ‚Cicero‘ und provokanter Debattenschreiber bei The European“. Böhning wird von Görlach als „ein Sozialdemokrat des linken Spektrums, der ehemalige Juso-Chef, Ströbele-Herausforderer im Berliner Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg“ beschrieben. Doch auch wenn die Koautoren „häufig aneinander geraten, wenn es um politische Fragen geht“, bewegen sie sich beide wie selbstverständlich in der Netzwelt. Sie „glauben an die riesigen Chancen des Webs für die Wirtschaft, die Gesellschaft, die Kultur sowie die Politik der Zukunft“. Beide Autoren sind sich einig, dass das Internet ein fester Bestandteil der modernen Gesellschaft ist und weit größere Auswirkungen als andere Medien auf uns hat.  Das Internet sei, so Böhning, „Lebenswirklichkeit“ geworden. Die damit verbundene immer schneller werdende Nachrichtengewinnung habe dazu geführt, dass „die Tageszeitung als Spezialform des bedruckten Papiers am Ende ist“, wie Görlach es ausdrückt. Die Online-Nachrichten hätten den Tageszeitungen den Rang abgelaufen.<br />
Doch nicht nur auf die Nachrichten hat das Internet erheblichen Einfluss.
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Schirrmacher stieß gestern Abend eine Diskussion über die Veränderungen in der Arbeitswelt an. Er sagte, dass man heute durch das Internet rund um die Uhr für den Arbeitgeber oder Arbeitnehmer erreichbar sein könne und müsse. Darüber, ob dies ein Vorteil oder ein Nachteil ist, waren sich Görlach und der FAZ-Herausgeber uneinig. Schirrmacher sprach von „Freiheitsraub“ und „moderner Ausbeutung“ der Mitarbeiter. Mit einem Augenzwinkern spielte er auf die Mitarbeiter von The European an, die keinen Feierabend zu haben scheinen. Görlach sieht diese Entwicklung als „Modernisierungsschub“. Dieser könne enorme Vorteile für Unternehmen bringen, die durch die neu gewonnene Mobilität effizienter arbeiten könnten. Das Thema wurde besonders hitzig diskutiert. Schirrmacher fragte, wo der „Mehrwert“ dieser Effizienz bleibe, wenn es durch die vernetzte Arbeitswelt immer weniger Arbeit für immer weniger Gehalt gebe. Die Nachteile, die vor allem Journalisten zu spüren bekommen, bestritt keiner der Anwesenden.
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Ein weiteres Thema waren die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Politik. Frank Schirrmacher fragte Björn Böhning, ob die SPD den „Pulsschlag des Netzes“ höre. Laut Böhning ist das Netz für den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel eine „große Verheißung“. Allerdings ist er der Ansicht, dass das Netz noch „gestaltet werden muss“, es müsse mehr in die Partizipation im Netz investiert werden, „die Tools müssen genutzt werden“. Böhning sieht im Netz die Möglichkeit, dass Parteien wieder mehr Menschen erreichen können, die den traditionellen Vorstellungen von Parteien bereits abgeschworen hätten. Die klassischen Wege der Mitgliederbeteiligung funktionieren laut Böhning nicht mehr, dies sei die Chance für das Netz, das künftig effektiver für den demokratischen Dialog genutzt werden könne.
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Doch nicht nur die Arbeitswelt und die Politik waren gestern Thema. Die drei Diskutanten waren sich uneinig darüber, ob die Gefahr besteht, dass der Zugang zu Informationen und Wissen in Zukunft durch Großkonzerne wie Google monopolisiert würde. Genau das befürchtet Böhning , der Angst davor hat, dass die Freiheiten des Netzes von Großkonzernen bestimmt werden könnten. Schon jetzt sieht er das Internet als einen „kapitalistischen Wirtschaftsraum an, der dennoch Freiheitspotenziale besitzt“. Görlach hingegen ist der Meinung, dass das Netz „keine wirtschaftlichen Implikationen“ hat. Weiter sagte er: „Wissen ist da und gehört allen“, er  glaubt nicht an Informationsmonopole. Schirrmacher geht dennoch einen ganzen Schritt weiter und gab zu: „Ich kann ohne Google in der jetzigen Zeit nicht mehr existieren“. Seiner Ansicht nach würden Start-Ups wie „The European“ ohne Google auch nicht existieren. Über eines sind sich dennoch alle einig: Das Internet ist das wichtigste Zukunftsmedium der Welt. Böhning will deshalb dafür kämpfen, dass jeder in Deutschland Zugang zum Internet erhält und dass Sicherheit in Form von Transparenz gewährleistet werden soll, auch wenn es bis zur vollkommenen Transparenz noch ein langer Weg sei. Konsens gab es auch hinsichtlich von Böhnings Aussage „wer nicht lernt, mit dem Internet umzugehen, wird strukturelle Nachteile haben“, denn die „totale Unausweichlichkeit der digitalen Zukunft“ sei bereits erreicht.
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Das 96 Seiten schlanke Buch gibt darüber hinaus auch Einblicke in Bereiche wie die Säkularisierung in der Gesellschaft sowie weitere Bereiche, die heute durch das Internet beeinflusst und verändert werden. Nicht all diese Veränderungen sind gewinnbringend und verheißungsvoll. Wer herauszufinden möchte, welche Veränderungen nach Einschätzung der Autoren auch in Zukunft noch vom Internet ausgehen werden, sollte „Freiheit oder Anarchie? Wie das Internet unser Leben verändert“ lesen.</p>
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