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	<title>Thomas Berbner &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Thomas Berbner &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Es wird sich etwas ändern&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Nov 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[George Bush]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
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		<category><![CDATA[Irak-Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<b><span style="font-size: x-small">Mittwoch, 
<span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">8. November 2006: Wenige Stunden nach 
dem Ergebnis der &#34;Midterm elections&#34; in den USA meldet sich 
ARD-Korrespondent Thomas Berbner per Chat aus Washington. Rumsfelds 
Rücktritt ist eine klare Botschaft an die Wähler, erklärt 
er. Vor allem auf die Irak-Politik wird das Wahlergebnis Auswirkungen 
haben.</span></span></span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b><span style="font-size: x-small">Mittwoch,<br />
<span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">8. November 2006: Wenige Stunden nach<br />
dem Ergebnis der &quot;Midterm elections&quot; in den USA meldet sich<br />
ARD-Korrespondent Thomas Berbner per Chat aus Washington. Rumsfelds<br />
Rücktritt ist eine klare Botschaft an die Wähler, erklärt<br />
er. Vor allem auf die Irak-Politik wird das Wahlergebnis Auswirkungen<br />
haben.</span></span></span></b><!--break--> </p>
<p class="normal">
<b><b>Moderator:</b></b> Hallo<br />
aus Hamburg! Guten Abend allerseits! Herzlich Willkommen zum tagesschau-Chat<br />
mit ARD-Korrespondent Thomas Berbner. Unser Thema: Wie geht&#8217;s weiter<br />
nach den Kongresswahlen in den USA? Herr Berbner ist uns jetzt live<br />
aus Washington zugeschaltet. Hallo Herr Berbner, können wir<br />
loslegen?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Berbner:</b></b> Von mir aus kann<br />
es losgehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Irak-Krieg. Dazu liegen gleich mehrere<br />
Fragen vor:
</p>
<p>
<b>neuia2:</b> Wie geht es im Irak weiter?
</p>
<p>
<b>Inas:</b> Inwieweit wird sich dieser Machtwechsel<br />
auf die Irakpolitik auswirken? Mit Sicherheit werden die Demokraten<br />
eine andere Politik fordern.
</p>
<p>
<b>tina17:</b> Mich würde auch interessieren, was<br />
sich Ihrer Ansicht nach im Bezug auf die Strategie im Irak ändern<br />
könnte und ändern wird.
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Der Präsident ist immer noch<br />
Chef der Außenpolitik, aber auf mittlere Sicht führt<br />
an einem Abzug der Truppen aus dem Irak sicher kein Weg vorbei.
</p>
<p>
<b>Tschakka:</b> Herr Berbner, wie ist die Stimmung in<br />
der Bevölkerung denn nun wirklich? Wollen die Amerikaner einen<br />
Abzug der Truppen und eine politische Wüste hinterlassen?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Die Mehrheit auch unter den Republikanern<br />
ist für Abzug. Es könnte dazu kommen, dass man am Ende<br />
sagt, wir haben uns lange genug gekümmert. Jetzt ist das Sache<br />
der Irakis.
</p>
<p>
<b>juppheidi:</b> Auf mittlere Sicht ein Abzug aus dem<br />
Irak. Können Sie das in Jahren sagen?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Schwierig. Aber ich denke, einen<br />
erheblichen Teil könnten die USA schon innerhalb eines Jahres<br />
abziehen. Es könnten dann auf Dauer einige Zehntausend Soldaten<br />
dableiben wie zum Beispiel in Südkorea.
</p>
<p>
<b>Tschakka:</b> Aber dann würde die Weltgemeinschaft<br />
doch aufschreien, oder?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Die USA fühlen sich beim<br />
Thema Irak schon auch sehr im Stich gelassen. Wenn auch zu Unrecht.
</p>
<p>
<b>yacktahn:</b> Aber würde ein Abzug nicht auch<br />
bedeuten, dass sich die US-Regierung ein neues Anti-Terror-Schlachtfeld<br />
sucht?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Beim nächsten Mal wird die<br />
Regierung mit Sicherheit vorsichtiger sein. Alles andere wäre<br />
politischer Selbstmord.
</p>
<p>
<b>claudiha:</b> Vor der Wahl hat man oft gehört,<br />
dass das Todesurteil von Saddam Hussein Einfluss auf die Wahl nehmen<br />
wird. Sehen Sie das im Wahlergebnis bestätigt?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Vielleicht wäre es ohne das<br />
Urteil noch schlimmer für die Republikaner gekommen, aber an<br />
der grundsätzlichen Haltung der Wähler hat das sicher<br />
nichts mehr geändert.
</p>
<p>
<b>Cateskontrolle:</b> Wie würde sich ein Abzug<br />
auf das Ansehen der Republikaner auswirken?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Man wird versuchen müssen,<br />
auch die Besatzungszeit als Erfolg zu verkaufen und die eigenen<br />
Opfer als notwendigen Beitrag zur Sicherheit Amerikas. So wird das<br />
ja auch schon eine ganze Weile gemacht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eng mit dem Irak-Krieg verbunden ist<br />
die Personalie des Tages: Verteidigungsminister Rumsfeld wird ausgetauscht.
</p>
<p>
<b>mdtiger:</b> Mit Robert Gates wurde wieder ein Bushist<br />
nominiert. Wie soll sich da die Irak-Politik auch nur im geringsten<br />
ändern?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Ja, das schlug hier heute ein<br />
wie die sprichwörtliche Bombe. Es wird sicher andere Akzente<br />
geben, aber eines ist klar: Schnell wird man das Problem nicht lösen<br />
können. Jetzt bewahrheitet sich die Warnung des damaligen Außenministers<br />
Powell: Wie kommen wir da wieder raus?
</p>
<p>
<b>Donaldo:</b> Guten Tag nach Amerika: Herr Berbner,<br />
kennen sie den neuen Verteidigungsminister Gates? für welche<br />
Richtung steht er, ist er auch so ein Hardliner wie Rumsfeld?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Er ist auch ein Konservativer,<br />
vielleicht nicht ganz so unflexibel wie Donald Rumsfeld, aber auf<br />
jeden Fall seit langem ein enger Freund der Familie Bush.
</p>
<p>
<b>Mdtiger:</b> Andere Akzente von einem Geheimdienstmann?<br />
Etwa so wie bei Putin in Russland?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Man kann viele Dinge gut oder<br />
schlecht machen, auch die Führung der CIA oder des Pentagon.<br />
Aber er bestimmt ja auch nicht die Richtlinien der Politik.
</p>
<p>
<b>Deval:</b> Wie beurteilen Sie den wohl kalkulierten<br />
Rücktritt Rumsfelds hinsichtlich seiner Wirkung auf die Bevölkerung?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Der Rücktritt war überfällig<br />
und die Botschaft an die Wähler ist ganz klar: Wir haben verstanden.<br />
Es wird sich etwas ändern.
</p>
<p>
<b>DDosenfutter:</b> Welche Konsequenzen kann das Wahlergebnis<br />
für die politische Karriere von Condi Rice haben?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Sie war eine der eher moderaten<br />
Gegenspielerinnen im Kabinett. Rumsfelds Rücktritt stärkt<br />
ihren eher pragmatischen Ansatz.
</p>
<p>
<b>billgates:</b> Was mir auffällt, ist eigentlich<br />
eher, das die Anti-Kriegs-Aktivisten auch sehr in der Defensive<br />
sind: &#8216;Being against the war is patriotic&#8217; müssen sie sich<br />
rechtfertigen. Dennoch scheint die Anti-Kriegs-Stimmung ja wichtig<br />
für die Wahl gewesen zu sein. Wie geht das zusammen?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Zwischen Kriegsmüdigkeit<br />
der Massen und Aktivismus auf der Straße klafft in diesem<br />
Land ein tiefer Graben. Nur wenige gehen den Weg in aktive politische<br />
Opposition in der Bürgerrechtsbewegung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch einmal zum Präsidenten Bush:
</p>
<p>
<b>KrautBot:</b> Wie dünn sind die Reihen der Sympathisanten<br />
um G.W. wirklich geworden? Man hört immer davon, dass Parteigenossen<br />
Auftritte mit dem Präsidenten ablehnten. Sind das Einzelfälle<br />
oder zeichnet sich da mehr ab?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Das sind Einzelfälle, aber<br />
durchaus bemerkenswerte. Was unter der Oberfläche gärt,<br />
ist die generelle Unzufriedenheit mit den Ergebnissen im Irak. Auch<br />
in der eigenen Partei. Es ist der Herbst der Neocons.
</p>
<p>
<b>webcam12:</b> Mich würde mal interessieren: Haben<br />
eigentlich die Neokonservativen um Cheney, Rumsfeld, etc. irgendwie<br />
einmal eingestanden, dass ihre gesamte Irakkalkulation nicht aufgegangen<br />
ist?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Noch vor wenigen Tagen hat der<br />
ehemalige Berater der Regierung Richard Perle gesagt, er hätte<br />
damals gegen den Irakfeldzug gestimmt, hätte er gewusst, wie<br />
schlecht alles geplant war. Perles Spitzname ist übrigens Prince<br />
of Darkness.
</p>
<p>
<b>matthias1978:</b> Können Sie nachvollziehen warum<br />
Bush erst nach sechs Jahren ernsthaften Gegenwind von den Bürgern<br />
bekommt?
</p>
<p>
<b>Tiffy:</b> Gibt Bush vor Ende seiner Amtszeit auf?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Das wird außerhalb Amerikas<br />
oft nicht verstanden, aber der Schock über die Terroranschläge<br />
am 11. September 2001 hat dieses Land in allen Schichten der Bevölkerung<br />
traumatisiert. Dem eigenen Schutz und Bedürfnis nach Rache<br />
wurde zu lange zu vieles untergeordnet.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Damit sind wir bei der Innenpolitik:
</p>
<p>
<b>check:</b> Wie stehen die Demokraten zum &#8216;Patriot<br />
Act&#8217; oder anderen Maßnahmen, die ja bei uns stark kritisiert<br />
werden? Ist da in irgendeiner Form eine Änderung zu erwarten?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Es wird sicher schwieriger für<br />
den Präsidenten, den Patriot Act aufrecht zu erhalten, da hatten<br />
sich die Demokraten zum Beispiel bei Verlängerungen der Gesetze<br />
auch jetzt schon geweigert. Und jetzt haben sie im Repräsentantenhaus<br />
die Mehrheit.
</p>
<p>
<b>christina:</b> Werden die Demokraten jetzt &quot;abrechnen&quot;?
</p>
<p>
<b>Xilef:</b> Inwieweit können sich denn nun die<br />
Demokraten im House durchsetzen, wenn Bush weiterhin über sein<br />
Vetorecht verfügt?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Sie sagen nein, es gehe nicht<br />
um Vergeltung, sondern um konstruktive Zusammenarbeit. Aber einige<br />
alte Rechnungen werden sicher noch beglichen. So ist Politik.
</p>
<p>
<b>Jan Hu.:</b> Welche Untersuchungen wird die neue demokratische<br />
Sprecherin wohl einleiten? Vorwarnungen bezüglich des 11. September?<br />
Mangelnde Untersuchung des Insidertradings u.ä.? Gründe<br />
für den Irakkrieg? Abschaffung von &#8216;habeas corpus&#8217;?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Das Desaster im Irak wird sicher<br />
untersucht. Und der Kampf gegen den Terror hat ja viele Problemfelder<br />
aufgetan, nicht zuletzt die Behandlung der Gefangenen in Guantanamo.
</p>
<p>
<b>Jan Hu.:</b> Macht der Ausgang der Wahl die baldige<br />
Schließung von Guantanamo wahrscheinlicher? Wie sind die Aussichten<br />
auf faire Verfahren?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Mit Sicherheit. Faire Verfahren<br />
sind aber noch in weiter Sicht. Wahrscheinlich wird man versuchen,<br />
einen Großteil der Gefangenen einfach in ihre Heimatländer<br />
abzuschieben, denn die große Frage ist: wie viel Belastungsmaterial<br />
liegt eigentlich tatsächlich vor?
</p>
<p>
<b>Allegro:</b> Hat es eigentlich in den USA irgendeine<br />
Aufmerksamkeit in Bezug auf den Fall Murnaz gegeben?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier ist wohl Murat Kurnaz gemeint,<br />
der &quot;Bremer Taliban&quot;.
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Klar. Nicht mehr oder weniger<br />
als bei anderen Fällen. Aber der Anwalt von Kurnaz war ja auch<br />
hier in den USA, das wurde schon bemerkt und in Zeitungsartikeln<br />
behandelt.
</p>
<p>
<b>Tiffy:</b> Was für einen Einfluss haben die Probleme<br />
mit den Wahlcomputern auf das Wahlergebnis? Das lässt an die<br />
Wahlen von Präsident Bush gegen Gore und gegen Kerry denken&#8230;<br />
diesmal bloß umgekehrt.
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Es hat immer Berichte über<br />
Probleme mit den Maschinen gegeben, aber die große Manipulation<br />
hat bisher niemand beweisen können. Es bleibt das Unbehagen,<br />
dass es möglich wäre.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Damit zum nächsten großen<br />
Thema: der Präsidentschaftswahl 2008.
</p>
<p>
<b>Juppidu:</b> Wird der nächste Präsident<br />
Demokrat? Ist das Wahlergebnis ein Indikator dafür?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Zumindest hätte ein Demokrat<br />
gute Chancen, wenn die Partei den richtigen auswählt. Das Wahlergebnis<br />
zeigt, der Wille nach Veränderung ist grundsätzlich da.
</p>
<p>
<b>Deft:</b> Wie stehen die Chancen für Barack Obama<br />
auf die Präsidentschaftskandidatur nach dem Wahlergebnis- Hillary<br />
Clinton hat ja überzeugend gewonnen
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Obama ist sehr beliebt und tritt<br />
sicher und sympathisch auf. Aber in den USA überlegen sich<br />
die Anhänger einer Partei sehr genau, wen sie auswählen.<br />
Und die haben in den Vorwahlen ja das letzte Wort.
</p>
<p>
<b>mdtiger:</b> Wer wird Bushs Nachfolger bei den Republikanern?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Da ist es sehr viel weniger klar<br />
als zum Beispiel die sehr wahrscheinliche Kandidatur von Hillary<br />
Clinton bei den Demokraten, aber John McCain, der Senator aus Arizona,<br />
wird gehandelt. Ein alter Gegenspieler Bushs aus den eigenen Reihen.
</p>
<p>
<b>goldstaub1987:</b> Haben Sie Herrn Bush schon einmal<br />
getroffen? Ist sein Intellekt wirklich so klein, wie man immer sagt<br />
;)?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Ich habe ihn schon sehr oft getroffen<br />
und ich denke, man macht einen Fehler, wenn man ihn unterschätzt.<br />
Er ist sicher nicht sehr belesen und weltgewandt, aber er hat viele<br />
Fähigkeiten eines machtbewussten Instinktpolitikers.
</p>
<p>
<b>lovelydevil:</b> Wünschen sich die Amerikaner<br />
Bill Clinton zurück?
</p>
<p>
<b>Herman P.:</b> Bedeutet eine Wahl Hillary Clintons<br />
eine Rückkehr Bill Clintons an die Macht?
</p>
<p>
<b>christina:</b> Hillary!!!!!!!
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Die Demokraten auf jeden Fall,<br />
aber Bill Clinton ist bei Erzkonservativen geradezu verhasst. Sollte<br />
Hillary Clinton antreten, könnte er ihr nur helfen. Sie ist<br />
längst eine eigenständige Kraft.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch eine Nachfrage zu Bush:
</p>
<p>
<b>Ich bins:</b> Wie sehr entscheidet er denn selber<br />
als Person? Wie abhängig ist er von seinen Spindoktors?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Er hing am Anfang seiner Amtszeit<br />
sehr von seinen Beratern ab, das ist aber besser geworden. Es war<br />
aber nie so, dass er die willenlose Marionette ist, als die er oft<br />
dargestellt wurde. Er ist eben ein sehr konservativer Mensch, der<br />
vieles von dem, was er sagt, tatsächlich meint.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu den transatlantischen Beziehungen:
</p>
<p>
<b>mdtiger:</b> Welche Vorteile bietet das Ergebnis für<br />
die Europäische Union?
</p>
<p>
<b>webcam12:</b> Wie sieht das mit dem Verhältnis<br />
zwischen USA und Deutschland aus? Wird sich da jetzt noch mehr verändern?
</p>
<p>
<b>norbert1:</b> Was bedeutet der Wechsel für Deutschland?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Das Verhältnis zu Deutschland<br />
war ja schon in jüngerer Vergangenheit sehr viel besser geworden.<br />
Ich sehe aber in naher Zukunft auch keine neuen Forderungen an Europa.<br />
Wenn Europa den USA noch mehr hilft, wäre das z.B. im Irak<br />
sicher willkommen.
</p>
<p>
<b>Allegro:</b> Sind die USA für Sie persönlich<br />
ein fortschrittliches oder eine rückständiges Land? Manchmal<br />
denke ich, dass da mittelalterliche Zustände vorherrschen (KV,<br />
etc.)
</p>
<p>
<b>Sabine_Rademacher:</b> Sind Sie eigentlich krankenversichert?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Wir scherzen manchmal unter uns,<br />
die USA seien das fortschrittlichste Schwellenland, das wir kennen.<br />
Gerade als Deutscher ist man in punkto Effizienz und Infrastruktur<br />
ja auch sehr verwöhnt. Ich habe jedenfalls in der Ferne deutsche<br />
Beamte zu schätzen gelernt und im Gegensatz zu 40 Millionen<br />
Amerikanern bin ich krankenversichert.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Apropos Schwellenland&#8230;
</p>
<p>
<b>billgates:</b> Kennen Sie „Video the Vote“,<br />
eine Website, die Unregelmäßigkeiten bei der Wahl dokumentiert?<br />
Das ist erschütternd, was da für Berichte zu sehen sind.
</p>
<p>
<b>kalle44:</b> Werden die Wahlmaschinen in den USA kontrovers<br />
diskutiert, oder ist das keine Debatte in der Öffentlichkeit?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Doch, es wird heiß debattiert.<br />
Aber Amerikaner lieben Technik und das berechtigte Misstrauen konnte<br />
sich bisher nie durchsetzen.
</p>
<p>
<b>Finn:</b> Wann kann man in Virginia mit einem endgültigen<br />
Ergebnis rechnen?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Vielleicht schneller als es im<br />
Moment aussieht. Der Demokrat Jim Webb glaubt, dass er klar gewinnt,<br />
wenn die Briefwahlstimmen ausgezählt sind. Am 27. November<br />
soll es spätestens ein offizielles Ergebnis geben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war&#8217;s für heute, vielen Dank<br />
an unseren Chatpartner Thomas Berbner in Washington, an unsere User.<br />
Leider konnten wie immer nicht alle Fragen beantwortet werden. Zum<br />
Schluss noch der Hinweis auf den nächsten Chat: Morgen, am<br />
Donnerstag also, um dreizehn Uhr sind wir mit Johannes Kahrs verbunden,<br />
das ist der Verteidigungs­experte der SPD. Die zentrale Frage<br />
lautet dann: Wird der Libanon-Einsatz zum Spreng­satz für<br />
die Große Koalition?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Vielen Dank an alle, hat ganz<br />
viel Spaß gemacht. Liebe Grüße aus Washington.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Übrigens: Thomas Berbners Zusammenfassung<br />
dieser Wahl können Sie gleich im Nachtmagazin sehen: Gleich<br />
im Ersten!</p>
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