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	<title>Thomas Krüger &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Thomas Krüger &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>test.de-Expertenchat: Inflation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Bergemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 17:25:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Chattranskript]]></category>
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		<category><![CDATA[Expertenchat]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Karin Baur]]></category>
		<category><![CDATA[Inflation]]></category>
		<category><![CDATA[Marion Weitemeier]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Krüger]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung Warentest]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/testde-expertenchat-inflation-4926/</guid>

					<description><![CDATA[Karin Baur, Marion Weitemeier und Thomas Krüger beantworteten im Expertenchat von Stiftung Warentest am 23. Juni 2010 Fragen zum Thema Inflation. Die User fragten u.a. nach den Risiken von Wertanlagen, der Stabilität des Euro und den Auswirkungen der Inflation. Den ganzen Chat gibt es <a href="http://www.test.de/themen/geldanlage-banken/meldung/Chat-Inflation-Wo-Ihr-Geld-sicher-ist-4108021-4108024/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zum Nachlesen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Karin Baur, Marion Weitemeier und Thomas Krüger beantworteten im Expertenchat von Stiftung Warentest am 23. Juni 2010 Fragen zum Thema Inflation. Die User fragten u.a. nach den Risiken von Wertanlagen, der Stabilität des Euro und den Auswirkungen der Inflation. Den ganzen Chat gibt es <a href="http://www.test.de/themen/geldanlage-banken/meldung/Chat-Inflation-Wo-Ihr-Geld-sicher-ist-4108021-4108024/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zum Nachlesen.</p>
<p>
<!--break--></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Politische Bildung schmort zu sehr im eigenen Saft, wenn immer nur diejenigen zum neunten und zehnten Mal getauf</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotpolitische_bildung_schmort_zu_sehr_im_eigenen_saft_wenn_immer_nur_diejenigen_zum_neunten_und_zeh-330/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jul 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeszentrale für politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Krüger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/tkrueger.jpg" alt="Thomas Krüger" align="left" height="90" width="80" /></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>&#34;Mail to Moderner 
Staat&#34;: Chat mit dem Präsidenten der Bundeszentrale für 
politische Bildung, Thomas Krüger am 29. Juli 2002</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/tkrueger.jpg" alt="Thomas Krüger" align="left" height="90" width="80" /></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>&quot;Mail to Moderner<br />
Staat&quot;: Chat mit dem Präsidenten der Bundeszentrale für<br />
politische Bildung, Thomas Krüger am 29. Juli 2002</b></span><!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
<br />
Moderator: </b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Liebe<br />
Chatter und Chatterinnen, herzlich willkommen im Live-Chat mit Thomas Krüger,<br />
Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Reihe &quot;Mail<br />
to Moderner Staat&quot; wird gemeinsam vom Bundesinnenministerium und politik-digital.de<br />
organisiert. Zum Thema &quot;Partizipation und bürgerschaftliches Engagement&quot;<br />
diskutiert mit Ihnen Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale<br />
für politische Bildung. Ab 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr können Sie Fragen<br />
an Thomas Krüger stellen.<br />
Aber unser Moderator, Herr Clemens Lerche, freut sich schon jetzt auf Ihre Fragen.<br />
Viel Spaß!<br />
Die Bundeszentrale für politische Bildung feiert in diesen Tagen ihr fünfzigjähriges<br />
Jubiläum. Wir gratulieren ganz herzlich. 1999 gab es eine Evaluation der<br />
Bundeszentrale. Ergebnis: Neben der bekannten Informationsvermittlung (&quot;schwarze<br />
Hefte&quot;) wird verstärkt die Aktivierung und Partizipation der Gesellschaft<br />
gefördert. Auch die Homepage der Bundeszentrale erscheint in neuem Glanz:<br />
<a href="http://www.bpb.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.bpb.de</a> wurde letzte Woche relaunched!<br />
Herr Krüger ist da &#8211; sind Sie bereit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Selbstverständlich, es kann losgehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wunderbar &#8211; hier die erste Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>danma: </b>Herr<br />
Krüger &#8211; politische Bildung bzw. politisches Bewusstsein &#8211; wird davon genug<br />
in den Schulen vermittelt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Ich sehe hier erheblichen Bedarf. Politikvermittlung spielt zwar in den unterschiedlichen<br />
Fächern eine Rolle, aber viel hängt von dem jeweiligen Lehrer ab.<br />
Außerdem fehlt es an aktuellem Lernmaterial. Hier versuchen wir uns im<br />
übrigen einzuklinken, z. B. mit „Themenblättern im Unterricht“.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>röber:</b><br />
Wie sollte zukünftig intelligente Bildungspolitik aussehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Eine intelligente Frage, nach Pisa gibt es ja eine breite Debatte. Der Kern,<br />
finde ich, läuft darauf hinaus, dass die Schulen in Deutschland zu sehr<br />
Wissensvermittlungsanstalten sind und zuwenig Gewicht auf offene und kreative<br />
Lernstrategien setzen. Notwendig ist eine stärkere Akzentsetzung bei Fächern<br />
sozialen Lernens. Bei jeder Bildungsreform in Deutschland ist kognitives Lernen<br />
gestärkt hervorgegangen. Die kreativen Fächer schrumpfen auf der Stundentafel.<br />
Die musischen Fächer und der Sport z.B. müssen gestärkt werden.<br />
Wer sich nicht bewegt, lernt auch nicht beweglich zu denken und zu arbeiten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Gibt<br />
es da Meinungsverschiedenheiten oder Konsens mit dem Bildungsministerium?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Das interessiert mich nicht. Die Bundeszentrale für politische Bildung<br />
arbeitet staatsfern und parteiübergreifend. Das hört sich zwar an<br />
wie die Quadratur des Kreises: eine staatliche Institution und staatsfernes<br />
Arbeiten. Aber das hat ein Erlass so geregelt und mit dem sind wir bisher gut<br />
gefahren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zu PISA:<br />
warum?: Gibt es eine konkrete Reaktion der BpB auf PISA?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Ja. Wir versuchen, unsere Produkte nicht mehr auf reine Informationsvermittlung<br />
möglichst großer enzyklopädisch geordneter Textmengen auszurichten,<br />
sondern stärker unterschiedliche Zielgruppen mit unterschiedlichen Rezeptionsgewohnheiten<br />
anzusprechen. Politische Bildung hat sich bisher vorwiegend an Multiplikatorengruppen<br />
gewendet und zuwenig direkt an interessierte Personen. Junge Erwachsene z.B.<br />
haben wenig Interesse am Politikbetrieb, jedoch durchaus politische Interessen.<br />
Und da ist nicht immer ein dickes Buch nötig, sondern oft ist es ein themenbezogener<br />
Event, der an jugendkulturellen oder lebensweltlichen Erfahrungen anknüpft,<br />
geeigneter.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wer sind denn die unterschiedlichen Zielgruppen? Hat sich da in 50 Jahren viel<br />
geändert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Bisher haben wir uns vorwiegend an bereits gebildete Menschen aus bürgerlichen<br />
und Oberschichten gewendet. Vielleicht ein bisschen kurz gesprungen, wenn es<br />
gilt, eine lebendige Demokratie mitzubauen.<br />
Jetzt geht es um diejenigen stärker, die erst für Demokratie gewonnen<br />
werden müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>godzilla:</b><br />
Gerade bei jungen Leuten ist die Politikverdrossenheit besonders groß,<br />
wie kann man diese Gruppe für aktive Politik interessieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Stärker an den Lebenswelten anknüpfen. Nehmen wir die HipHop-Szene.<br />
Sie ist Transporteur von Werten wie Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit usw. An<br />
die heranzukommen geht weniger mit Büchern, sondern eher mit Events. Wir<br />
beteiligen uns z.B. am BOTY, einem bundesweiten HipHop-Contest, sind zur Zeit<br />
z.B. bei Campus 2002 in Essen dabei, einer jugendkulturell orientierten Sommerakademie.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sonja:</b><br />
Wie werden nun die anderen Zielgruppen konkret angesprochen &#8211; bergen Events<br />
nicht auch die Gefahr der Vermarktung von politischen Werten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Events stellen natürlich eine Gefahr dar. Sie sind vergebliche Mühe,<br />
wenn sie nur einmalig stattfinden und nicht in nachhaltig aufgestellte Lernstrategien<br />
eingebunden werden.<br />
Es muss auf das Event immer aufgebaut werden. Mit Folgeveranstaltungen, Onlineangeboten<br />
oder geeigneten Printmaterialien.<br />
Für junge Leute gibt es seit kurzem Print und Online auch ein Jugendmagazin.<br />
Fluter bzw. <a href="http://www.fluter.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.fluter.de</a> erscheint regelmäßig<br />
zu aktuellen Themen und vernetzt die politisch interessierte community.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hitzefrei:</b><br />
Läuft man nicht auch Gefahr immer kurzfristigeren Trends hinterherzulaufen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Diese Gefahr kann man bändigen. Das Problem politischer Bildung war, dass<br />
sie zu lange eher die mittelfristigen Themen bearbeitet hat, ungefährliche<br />
Themen. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, stärker auf Aktualität<br />
zu setzen. Nach dem 11. September 2001 haben wir mit <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/extremismus/ny-links.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a><br />
einen Newsletter aufgelegt, den man über www.bpb.de kostenlos abonnieren<br />
kann. Innerhalb kurzer Zeit haben wir 6.500 Abonnenten erreicht. Ist doch eigentlich<br />
ganz gut, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jean: </b>Besteht<br />
nicht auch die Gefahr, dass durch Events u.ä. die Wissensvermittlung &#8211;<br />
egal wie sie realisiert wird &#8211; so weit in den Hintergrund gerät, dass PISA<br />
beim übernächsten Mal noch katastrophalere Ergebnisse bringt? Ist<br />
vielleicht spießig, aber ein Basiswissen muss doch sein und das stülpt<br />
sich einem doch nicht im Schlaf über.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:<br />
</b>Einverstanden. Es wäre ein Missverständnis, wenn ich so verstanden<br />
würde, als gelte Basiswissen nichts mehr. Das Gegenteil ist der Fall. Wir<br />
setzen auf Basiswissen in unseren Publikationen vor allem. Aber unser Motto<br />
ist: Das eine tun und das andere nicht lassen. Politische Bildung schmort zu<br />
sehr im eigenen Saft, wenn immer nur diejenigen zum neunten und zehnten Mal<br />
getauft werden, die schon katholisch sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sonja: </b>Was<br />
muss politische Bildung ihrer Meinung nach beinhalten? Was Sie beschreiben klingt<br />
nach mehr als dem Wissen über die Funktionsweise eines politischen Systems</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Für uns muss neben die Informationsvermittlung ein wesentliches neues Moment<br />
treten: die Aktivierung der Gesellschaft. Ich bin zwar kein Pädagoge (sondern<br />
gelernter Plast- und Elastfacharbeiter) aber soviel ist mir eigentlich von der<br />
pädagogischen Disziplin bekannt, dass sie einen starken Praxisanspruch<br />
hat, nämlich Wissen zu generieren, das das Leben und die Gesellschaft verändert,<br />
voranbringt. Das machen wir uns zu eigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gast328:</b><br />
Glauben Sie, dass Partizipation und Bürgerbeteiligung durch das Internet<br />
gefördert werden können. Was kann die BpB hier tun? Lohnt es sich<br />
überhaupt, für relativ überschaubare Nutzergruppen sehr spezielle<br />
Angebote bereitzustellen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Davon bin ich überzeugt. Das Internet ist kein Massenmedium, eher so etwas<br />
wie ein Zwischenmedium, dass seine Stärken und auch seine Grenzen hat.<br />
Wir haben gute Erfahrungen gemacht mit Angeboten, die auf communities und bestimmte<br />
Interessengruppen setzen. Das Internet kann sehr schnell auf Themen reagieren<br />
und Wissen organisieren. Das Medium ergänzt andere Lern- und Aneignungsformen,<br />
ersetzt sie aber nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Können sie konkrete Erfolge benennen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Ja. Wir haben im letzten Jahr ein zeitgeschichtliches Thema aufgegriffen: Den<br />
Mauerbau: <a href="http://www.chronik-der-mauer.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.chronik-der-mauer.de</a>,<br />
auch als CD-Rom bei uns erhältlich, aktiviert Archivgut, konfiguriert es<br />
nutzerfreundlich und schafft neue Formen der übersichtlichen Aneignung<br />
von Wissen (auch in Form von Audio-files). Es gibt viel mehr Beispiele: Einfach<br />
auf unsere Website www.bpb.de schauen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Claudia:</b><br />
Mit Ihren Projekten zur Bundestagswahl engagiert sich die Bundeszentrale stark<br />
im Bereich Internet. Warum verlässt die Bundeszentrale ihre klassischen<br />
Bildungswege?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Für die Bundestagswahl haben wir uns immer engagiert. Nicht um bestimmte<br />
Positionen zu unterstützen, sondern um für die Wahl zu mobilisieren.<br />
Neu an unseren Angeboten sind die Onlineformate. Da ist <a href="http://www.wahlthemen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.wahlthemen.de</a><br />
für den eher thematisch orientierten Nutzer. Da gibt es ein Modellprojekt<br />
in Berlin zur Erstwählermobilisierung <a href="http://www.wahl-gang.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.wahl-gang.de</a><br />
und sogar eine Site für Kinder (und ihre Eltern) <a href="http://www.hanisauland.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.hanisauland.de</a><br />
&#8211; ein animierter Comic, der auf sehr lustige Art und Weise Kindern Politik vermittelt.<br />
Wir haben uns an Modellen aus den USA wie dem kids-voting orientiert. Dort hat<br />
sich gezeigt, dass Kindereinbeziehung durchschnittlich zu etwa 8 % höherer<br />
Wahlbeteiligung von Eltern führt. Schließlich noch die Grafstat-Software.<br />
Das ist mittlerweile sehr beliebte Software in den Schulen, um Umfragen zu organisieren.<br />
Die Software hat ziemliche Genauigkeit. Sie hat sogar eine überraschende<br />
Abwahl eines Bürgermeisters einer mittleren Stadt prognostiziert. Die Schüler,<br />
die das herausbekommen hatten, hatten ein Erfolgserlebnis der besonderen Art,<br />
wie man sich denken kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Suse:</b> Ich<br />
sehe das Ganze kritisch und glaube kaum an die partizipative Kraft des Internet.<br />
Ist es nicht viel mehr so, dass Technik Distanz schafft? Politische Homepages<br />
sind meist nur ein weiterer Hochglanzprospekt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Ihr gutes Recht. Ich glaube aber, dass es sich mit dem Internet als Medium wie<br />
mit den anderen Medien verhält. Es gibt immer Nutzer, bei denen die Bemühungen<br />
fruchten oder eben nicht. Wenn man auf dem Teppich bleibt und nicht zum Bänkelsänger<br />
des Internets wird, dann finde ich das okay. Das Netz heute nicht einzubeziehen<br />
in Strategien der Wissensvermittlung hielte ich aber für eine Sünde!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gast328:</b><br />
Ist angesichts einer Kommerzialisierung von Bildungsangeboten die Sicherstellung<br />
von freien und kostenlosen Zugängen sowie die Förderung von Medienkompetenz<br />
ein Thema für die BpB und wie weit kann denn die Bundeszentrale gehen,<br />
wenn sie beispielsweise Online-Initiativen oder gar Bürgerprotest unterstützt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Gute Frage! Die BpB versteht sich in ihrem öffentlichen Auftrag nicht als<br />
Kommerzunternehmen. Vielmehr geht es uns um entgeltfreie Nutzung von Wissen.<br />
Zwar kann auch Wissen im öffentlichen Auftrag einen symbolischen Beitrag<br />
kosten (Seitdem wir unsere Bücher für 1,50 € abgeben, hat sich<br />
die Bestellung deutlich gesteigert &#8211; komisch, was?). Aber wir wollen nutzerfreundlich<br />
bleiben. Zum zweiten Teil ihrer Frage. Wir wollen mehr als nur Informationen<br />
vermitteln. Eine demokratische Gesellschaft muss eine lebendige Gesellschaft<br />
sein. Deshalb kooperieren wir mit NGOs und Initiativen, die thematisch orientiert<br />
sind. Das ist für uns nicht Parteinahme für eine spezielle Position.<br />
Wir wollen diese Positionen kontextualisieren und damit Kontroversen und plurales<br />
Wissen fördern. Ein Beispiel dafür ist unser Webangebot mit dem ZDF<br />
und arte: www.wastun.org. Hier geht es um das Globalisierungsthema, was zunehmend<br />
bewegt und interessiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gast330: </b>Die<br />
Bundeszentrale könnte auch als eine art &quot;Qualitätsgarant&quot;<br />
oder &quot;-kontrolleur&quot; für das Internet fungieren.- Wie beurteilen<br />
sie ähnliche Initiativen wie z.B. das Content-Rating-System ICRA, das die<br />
Bertelsmann-Stiftung protegiert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:<br />
</b>Wir wollen nicht kontrollieren. Aber die Qualitätsdebatte interessiert<br />
uns schon. Sie sollte jedoch &#8211; das ist meine persönliche Meinung &#8211; nicht<br />
in rein wirtschaftlich orientierten Händen liegen. Sondern entweder von<br />
der öffentlichen Hand &#8211; oder von Netzwerken besorgt werden, die plural<br />
strukturiert sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Zum<br />
Thema Bürgerschaftliches Engagement sind hier einige Fragen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Suse:</b> Bürgerliches<br />
Engagement wird zur Zeit als neues Zauberwort gehandelt, doch geht es dabei<br />
nicht um das in-die-Verantwortung-nehmen des Bürgers, sprich das aus-der-Verantwortung-lassen<br />
des Staates?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Das ist der übliche &#8211; aber ernstzunehmende Einwand, ich finde, dass die<br />
Verantwortung des Staates komplementär ergänzt werden muss durch bürgerschaftliches<br />
Engagement. Die öffentlichen Hände dürfen sich nicht zurückziehen,<br />
aber ein Staat, der alle Probleme entsorgt, wird auch nicht eine lebendige Demokratie<br />
provozieren. Vielleicht bin ich da als gebranntes Kind der DDR etwas vorlaut.<br />
Aber ohne Initiative jenseits des Staates hätten wir mit einer mindestens<br />
langweiligen Gesellschaft zu tun. Zwischen individuellen Interessen und öffentlichen<br />
Interessen gibt es eben &#8211; und das ist gut so &#8211; einen Dritten Sektor.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Suse:</b> Was<br />
macht die Bundeszentrale zur Zeit, um bürgerliches Engagement zu fördern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Wir versuchen Basiswissen bereitzustellen. Die Publikation &quot;Gesicht zeigen.<br />
Handbuch für Zivilcourage&quot; stellt Grundwissen für Initiativen<br />
gegen Extremisten bereit. Wir haben die Ergebnisse der Enquetekommission des<br />
Bundestags durch Veranstaltungen u.a. weitergegeben. Und wir sind jetzt dabei<br />
vor allem im Kontext der Nachhaltigkeitsdebatte bürgerschaftliches Engagement<br />
zu publizieren. Es geht, wenn man so will zum einen um die Veröffentlichung<br />
von best practice, zum anderen um intelligente Kooperationen mit einigen ausgewählten<br />
Initiativen, um Anstöße zu geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tristan:</b><br />
Ist Engagement nicht überhaupt etwas, das von außen wenig steuerbar<br />
ist und von selbst wachsen muss?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Na klar. Wir wollen ja auch nicht steuern, sondern unterstützen und da<br />
wo es sinnvoll und gewollt wird, qualifizieren. Jede Initiative, selbst wenn<br />
sie dem ein oder anderen politischen oder wirtschaftlichen Repräsentanten<br />
nicht schmeckt, ist eine Investition in eine lebendige Demokratie&#8230;.<br />
Wir sind nicht mit jeder Initiative einverstanden, aber die Vielfalt und die<br />
Kontroversität von umstrittenen Themen haben wir uns qua Auftrag schon<br />
auf die Fahnen geschrieben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Suse:</b> Politisches<br />
Bewusstsein drückt sich auch in Partizipation aus &#8211; glauben Sie, dass es<br />
zuwenig attraktive Partizipationsmöglichkeiten gibt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Das ist in der Tat ein Manko. Die Institutionen in Deutschland haben in aller<br />
Regel die Energien von bürgerschaftlichem Engagement noch nicht voll genutzt.<br />
Aber Partizipation bringt neue Perspektiven und neue Akzente in die Politik.<br />
Die Politik schläft aber nicht. Es gibt einige gute Ansätze, die in<br />
der Folge der aktuellen Diskussionen entstanden sind. Ein Beispiel: www.wegweiser-bürgergesellschaft.de</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>los:</b> Müsste<br />
nicht auch die Wirtschaft stärker in solche Partizipationsinitiativen eingebunden<br />
werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Wenn es irgend geht ja. Wir beobachten da auch eine breite Bereitschaft innerhalb<br />
der Wirtschaft. Die Wirtschaft hat längst begriffen, dass die sogenannten<br />
soft factors das Unternehmensbild beeinflussen und investieren Engagement in<br />
unterschiedliche Vorhaben. Auch die BpB kooperiert mit der Wirtschaft und fährt<br />
dabei nicht schlecht. Neue Nutzer interessieren sich für uns und hin und<br />
wieder gibt es intelligente Kostenteilungen, die es uns ermöglichen, zwei<br />
statt nur einem Produkt anzubieten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Leider<br />
ist die Zeit weit voran geschritten, d.h. wir müssen leider zur letzten<br />
Frage kommen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gast330:</b><br />
Gibt es vergleichbare Einrichtungen wie die Bundeszentrale auch in anderen Ländern<br />
und wenn ja, wie sieht eine Zusammenarbeit aus? Gibt es z. B. eine &quot;europäische<br />
Bildungszentrale&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:<br />
</b>Die BpB ist als staatliche Einrichtung ziemlich einmalig. In vielen<br />
anderen Ländern gibt es eher subsidiär verfasste Angebote. Mit denen<br />
haben wir uns allerdings schon in einem europäischen Netzwerk zusammengeschlossen.<br />
&quot;Politeia&quot; organisiert ein stärkeres Interesse für unsere<br />
Disziplin in Europa. Wir bieten gemeinsame Konferenzen an und wollen vor allem<br />
in der Initiative e-europe mitmischen. Schicken Sie uns ruhig eine Mail, wenn<br />
Sie an unserer Arbeit interessiert sind (<a href="mailto:info@bpb.de">info@bpb.de</a>)<br />
oder gehen sie auf unsere Website. Dort werden unsere Vorhaben aktuell kommuniziert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Liebe<br />
Chatter und Chatterinnen, vielen Dank für Ihre Teilnahme am Live-Chat mit<br />
Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung.<br />
Vielen Dank auch an Thomas Krüger und viel Glück für ihre weiteren<br />
Aufgaben. Im Namen der Stabsstelle &quot;Moderner Staat &#8211; Moderne Verwaltung&quot;<br />
und politik-digital.de wünschen wir allen Beteiligten noch einen angenehmen<br />
Nachmittag. Der Live-Chat wurde ihnen von der Stabstelle „Moderner Staat<br />
&#8211; Moderne Verwaltung&quot; des Bundesinnenministeriums und politik-digital.de<br />
präsentiert. Leider konnten nicht alle Fragen beantwortet werden &#8211; es waren<br />
wieder zu viele. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie auch beim nächsten<br />
Chat wieder mitmachen würden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Krüger:</b><br />
Vielen Dank denen, die mitgemacht oder nur beobachtet haben. Denen, die nicht<br />
zu Wort gekommen sind biete ich gerne an, uns eine Mail zu schicken. Nutzen<br />
Sie ruhig auch unsere Angebote. Ich glaube, dass wir spannende und aktuelle<br />
Sachen für Sie bereitstellen können. Keine Angst vor einer staatlichen<br />
Einrichtung (Wir bleiben unabhängig!)</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Sie<br />
können das Transkript des Chats mit Thomas Krüger auf folgenden Seiten<br />
nachlesen: <a href="http://www.staat-modern.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.staat-modern.de</a><br />
<a href="http://www.politik-digital.de/index.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.politik-digital.de</a>.<br />
Weitere Informationen zur Arbeit und den Projekten der Bundeszentrale für<br />
politische Bildung finden sie hier: <a href="http://www.bpb.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.bpb.de</a>.<br />
Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag!<br />
Für weitere Nachfragen können sie an folgende Mailadresse schreiben:<br />
<a href="mailto:presse@bpb.de">presse@bpb.de</a>.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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