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	<title>Thomas Metker &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Thomas Metker &#8211; politik-digital</title>
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		<title>&#8220;Nach wie vor haben Mütter oft Nachteile im Beruf&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/nach-wie-vor-haben-muetter-oft-nachteile-im-beruf-4141/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Nov 2008 09:30:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesfamilienministerium]]></category>
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		<category><![CDATA[Tag des Dialogs]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Metker]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum &#34;Tag des Dialogs&#34; am 11. November 2008, lud die Initiative ProDialog Dr. Thomas Metker zum Chat ein. Der Referatsleiter - „Grundsatzangelegenheiten, Familienbezogene Leistungen“ - im Bundesfamilienministerium beantwortete die Fragen der Chatgäste zum Thema: „Wem hilft was? Unterstützung und Mittelverteilung in der deutschen Familienpolitik“.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum &quot;Tag des Dialogs&quot; am 11. November 2008, lud die Initiative ProDialog Dr. Thomas Metker zum Chat ein. Der Referatsleiter &#8211; „Grundsatzangelegenheiten, Familienbezogene Leistungen“ &#8211; im Bundesfamilienministerium beantwortete die Fragen der Chatgäste zum Thema: „Wem hilft was? Unterstützung und Mittelverteilung in der deutschen Familienpolitik“.<!--break--> </p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Maggie:</b><br />
Was macht das Bundesfamilienministerium gegen Kinderarmut in<br />
Deutschland? Warum ist die Zahl von Kindern in Armut in einem so<br />
reichen Land wie Deutschland so hoch und steigt dazu noch die ganze<br />
Zeit?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Das Thema Armut muss man sehr differenziert betrachten. Es ist in der<br />
Tat richtig, dass es in einem so reichen Land wie Deutschland schwer<br />
verständlich ist, dass es arme Menschen geben kann. Wenn wir uns die<br />
Ursachen der Armut ansehen, dürfen wir nicht nur auf Geldleistungen<br />
schauen, sondern wir müssen uns die verschiedenen Facetten von Armut<br />
ansehen. Wichtig ist, dass es in der Familie Erwerbseinkommen gibt,<br />
weil ein Staat nicht auf Dauer wegfallendes Einkommen ersetzen kann.<br />
Insofern ist der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit wichtig um den<br />
Familien wirtschaftliche Sicherheit zu geben.  Darüber hinaus ist<br />
das Thema Infrastruktur wichtig, wie z.B. der Ausbau der<br />
Kinderbetreuung, was nicht nur für die Bildung der Kinder wichtig<br />
ist und somit präventiv wirkt, sondern auch für die Vereinbarkeit<br />
von Beruf und Familie von Bedeutung ist.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Grit:</b><br />
Mein Sohn ist acht Monate alt und mein Mann sieht ihn in der Woche<br />
quasi nicht, weil er so lange arbeitet. Sich wirklich um Kinder zu<br />
kümmern bedeutet für ihn und für viele Väter einen Karriereknick.<br />
Herr Metker, sind die Vätermonate da nicht nur ein Feigenblatt und<br />
was tut die Politik sonst noch?</p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Nun, wir müssen sehen, was sich in den letzten Jahren in puncto<br />
Vereinbarkeit von Familie und Beruf verändert hat. Trotzdem müssen<br />
wir dort immer noch viel machen. Wir haben in den vergangenen Jahren<br />
für unsere Aktivitäten viele starke Partner gewinnen können, die<br />
uns unterstützen. Dazu gehören auch die Wirtschaftsverbände, die<br />
sich in den letzten Jahren zunehmend für das Thema geöffnet haben.<br />
Das Elterngeld ist familienpolitisch eine gute Maßnahme und bringt<br />
den Familien wirtschaftliche Sicherheit im ersten Jahr nach der<br />
Geburt eines Kindes. Die Partnermonate sind Motivation des jeweils<br />
Anderen &#8211; meistens des Vaters &#8211; für eine Zeit aus dem Beruf<br />
auszusteigen und sich um das Kind zu kümmern. Wir beobachten<br />
erfreut, wie die Zahl der Väter, die Elterngeld beantragen, deutlich<br />
gestiegen ist. Während das Erziehungsgeld von nur 3,5 Prozent der<br />
Väter in Anspruch genommen wurde, sind es mittlerweile knapp 15<br />
Prozent der Väter, die Elterngeld in Anspruch nehmen. Den<br />
Mentalitätswandel können wir aber nicht per Gesetz verordnen. Hier<br />
sind zum Einen auch die Väter gefragt, ihre Interessen<br />
durchzusetzen, so, wie die Frauen das schon seit Jahrzehnten mussten.<br />
Zum Anderen wird der demographische Wandel und der Fachkräftemangel<br />
auch die Unternehmen zunehmend zum Umdenken bewegen.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Unsere Chatterinnen und Chatter konnten vorab bereits Fragen stellen<br />
und über diese abstimmen. Folgende war darunter:</p>
<p><b>Gunna:</b><br />
Was macht aus Ihrer Sicht mehr Sinn? Eine Kindergelderhöhung oder<br />
die Einbehaltung eines Mehrbetrages zur Schaffung von Krippenplätzen?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Wir können das Eine nicht gegen das Andere ausspielen. Eltern und<br />
Kinder benötigen beides. Die Einführung des Elterngeldes und der<br />
Ausbau der Kinderbetreuung waren erste wichtige Schritte für die<br />
wirtschaftliche Stabilisierung der Familie und eine bessere<br />
Vereinbarkeit. Wir wissen, dass mit wachsender Kinderzahl bestimmte<br />
Kosten sprunghaft steigen, z.B. größere Wohnung, größeres Auto,<br />
länger laufende Waschmaschine. Ein Kindergeld in der gestaffelten<br />
Form, wie es vom Bundeskabinett verabschiedet worden ist, unterstützt<br />
Familien ganz gezielt. Deshalb brauchen Familien die<br />
Kindergelderhöhung UND die Schaffung von Krippenplätzen.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Eine Nachfrage:</p>
<p><b>alcatraz:</b><br />
Und wieso dauert die Auszahlung des Elterngeldes so lange? Zum Teil<br />
müssen die Menschen ja monatelang darauf warten.</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Das Elterngeld wird von Stellen, die von den Landesregierungen<br />
bestimmt worden sind, ausgezahlt. Die Neueinführung des Elterngeldes<br />
war sicher für die Verwaltung eine große Herausforderung. Die<br />
Bearbeitungszeiten in den Bundesländern sind nach unseren Abfragen<br />
sehr unterschiedlich. Insofern können wir nicht davon sprechen, dass<br />
es ständig zu langen Wartezeiten kommt. Diese kommen sicherlich aber<br />
vereinzelt vor.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Franky:</b><br />
Was spricht eigentlich dagegen den Zeitraum für das Elterngeld zu<br />
verlängern? Thanx.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Das Elterngeld soll wegfallendes Einkommen zu 67 Prozent ersetzen.<br />
Bei der Geburt des ersten Kindes sind Frauen heute im Schnitt knapp<br />
unter 30 Jahre alt. Fast immer sind sie zuvor erwerbstätig und haben<br />
eigenes Einkommen. Die Geburt eines Kindes führt dazu, dass ein<br />
Einkommen wegfällt. Diesen Einkommenseinbruch soll das Elterngeld<br />
abfedern. Wenn man sich Befragungen anschaut, wollen die meisten<br />
Mütter und Väter auch schnell wieder in den Beruf, um den Anschluss<br />
nicht zu verlieren. Deshalb bietet das Elterngeld eine einjährige<br />
Schonfrist und der Ausbau der Kinderbetreuung ermöglicht es den<br />
Eltern, wieder erwerbstätig zu sein und ihre Kinder gut aufgehoben<br />
zu wissen.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>alcatraz:</b><br />
Aber es war doch keine Überraschung, dass das Elterngeld eingeführt<br />
wird! Wie können die Bearbeitungszeiten so lang sein?</p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Wenn man sich das Gesetzgebungsvorhaben ansieht und die Abstimmung<br />
mit den Ländern, waren die notwendigen vorbereitenden Arbeiten in<br />
den zuständigen Behörden schon sehr herausfordernd. Da z.B. auch<br />
Software neu geschrieben werden musste und die Sachbearbeitungen sich<br />
intensiv einarbeiten mussten. Nach unseren Erkenntnissen sind dies<br />
Anfangsschwierigkeiten. Das wird zunehmend besser werden.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Vincent:</b><br />
Wie kann das Familienministerium die Zahl der Betreuungsplätze für<br />
unter Dreijährige erhöhen? Die Kindergartenplätze liegen doch im<br />
Aufgabenbereich der Kommunen?</p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Der Ausbau der Kinderbetreuung ist originär eine Aufgabe von Ländern<br />
und Kommunen.
</p>
<p>
Wir<br />
haben nach dem Tagesbetreuungsausbaugesetz jedoch festgestellt, dass<br />
der Ausbau nicht in dem Maße voranschreitet, wie wir uns das<br />
gewünscht hätten. Deshalb hat Frau von der Leyen sich so stark für<br />
den Ausbau eingesetzt und in einem Kraftakt nicht nur Geld des Bundes<br />
zur Verfügung stellen können, sondern sich auch noch mit den<br />
Ländern und Kommunen auf gemeinsame Ziele verständigen können.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Pamela:</b><br />
Ich bin junge Mutter und Studentin. Ganz ehrlich: Ich lebe am<br />
Existenzminimum, weil ich nicht genug finanzielle Unterstützung<br />
erhalte. Aber was mir das alles erschwert ist die Krippensituation,<br />
denn ich kriege einfach keinen Platz für mein Kind an der Nähe der<br />
Uni. Müsste ich nicht als junge, alleinerziehende Mutter da<br />
vorgezogen werden? </p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Die Situation von alleinerziehenden Studierenden ist in der Tat oft<br />
schwierig. Die Hochschulen bieten sehr unterschiedliche<br />
Unterstützungsmöglichkeiten an, z.B. gibt es Teilzeitstudiengänge<br />
oder bei der Vergabe von Betreuungsplätzen Prioritätensetzungen.<br />
Insofern wäre es sicherlich gut, wenn die Studierendenvertretungen<br />
auch auf die besonderen Bedürfnisse von Studierenden mit Kindern und<br />
alleinerziehenden Studierenden stärker eingehen würden. Unabhängig<br />
davon stehen Ihnen natürlich die üblichen Familienleistungen, wie<br />
z.B. Kindergeld etc., zur Verfügung.</p>
<p><b>Andrea<br />
Kaise:</b><br />
Die üblichen Betreuungszeiten von Kindergärten sind viel zu<br />
unflexibel. Kann das Familienministerium nicht Anreize schaffen, dass<br />
die Einrichtungen die Öffnungszeiten flexibler gestalten?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Da die Kinderbetreuung in die Zuständigkeit der Länder und Kommunen<br />
fällt, haben wir nur sehr begrenzte Möglichkeiten, einzuwirken. Wir<br />
haben allerdings vor einigen Jahren z.B. die Initiative Lokale<br />
Bündnisse für Familie auf den Weg gebracht. Davon gibt es<br />
mittlerweile bundesweit über 500, die sich zur Aufgabe gemacht<br />
haben, für bestimmte Fragen, die vor Ort auftreten, geeignete<br />
Lösungen zu finden. In den lokalen Bündnissen gibt es gute<br />
Beispiele, wie die Verantwortlichen in den Kommunen sich<br />
zusammensetzen und eine bessere Abstimmung von Öffnungszeiten der<br />
Kinderbetreuungseinrichtungen und Arbeitszeiten der Eltern erreicht<br />
haben.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Damit ist vielleicht auch schon diese Rückmeldung zum Thema Studium<br />
und alleinerziehende Eltern in Teilen beantwortet:</p>
<p><b>Pamela:</b><br />
Alles schön und gut. Aber ich will ja gerade mein Studium<br />
rechtzeitig abschließen, um dem Staat nicht länger auf der Tasche<br />
zu liegen. Aber das wird mir allein schon dadurch erschwert, dass die<br />
Kindergärten nicht so lange aufhaben, wie die Seminare in der Uni<br />
gehen.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Wenn die Öffnungszeiten flexibel genug gestaltet sind, ist es<br />
sicherlich auch möglich, im Rahmen des &quot;normalen&quot;<br />
Universitätsbetriebs das Studium zu beenden. Auf der anderen Seite<br />
sollten Sie aber auch sehen, dass Sie zwei wichtige Aufgaben zu<br />
erfüllen haben, nämlich die Erziehung Ihres Kindes und den<br />
Abschluss des Studiums. Da dürfen Sie sich nicht überfordern.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Ben:</b><br />
&quot;Herdprämie&quot;, &quot;Wickelvolontariat&quot;, &quot;Gedöns&quot;?<br />
Familienpolitik wird in Deutschland schnell lächerlich gemacht. Was<br />
tut die Politik, damit mehr Leute und Unternehmen das vermeintliche<br />
&quot;weiche&quot; Thema endlich ernst nehmen und mit anpacken?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Ich denke, wenn wir die familienpolitische Diskussion in den<br />
vergangenen Jahren verfolgen, wird deutlich, dass Familienpolitik<br />
durchaus als hartes Politikfeld gesehen wird. Wir arbeiten mit den<br />
Wirtschaftsverbänden zusammen, haben zahlreiche Studien in Auftrag<br />
gegeben, die belegen, dass familienfreundliche Maßnahmen auch für<br />
die Unternehmen Rendite bringen.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>hans:</b><br />
Gute Kinderbetreuung braucht qualifizierte Erzieher/innen. Was tut<br />
das Familienministerium, um vor allem die Tagesmütter besser<br />
auszubilden?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Beim geplanten Ausbau der Kinderbetreuung spielt die<br />
Kindertagespflege eine herausragende Rolle. Als Ziel sollen 30<br />
Prozent des Ausbauangebotes in Form von Kindertagespflege<br />
bereitgestellt werden. Das Bundesfamilienministerium hat ein<br />
Aktionsprogramm ausgearbeitet, durch das gezielt die<br />
Kindertagespflege gefördert werden und das flexibel auf die<br />
spezifischen Anforderungen eingehen soll. Als Bund haben wir<br />
Leuchtturmprojekte initiiert und zusammen mit dem deutschen<br />
Jugendinstitut ein Curriculum zur Kindertagespflege erarbeitet. Die<br />
Länder sind bei dieser Aufgabe aber stärker gefragt.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Larissa:</b><br />
Wie sehen Sie die Familienfreundlichkeit Deutschlands in europäischen<br />
Vergleich, z.B. mit Schweden oder Finnland?</p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Die Frage muss man differenziert beantworten. Hinsichtlich des<br />
finanziellen Transfers steht Deutschland im internationalen Vergleich<br />
im oberen Drittel. Bezüglich der Infrastruktur (z.B.<br />
Kinderbetreuung, familienunterstützende Dienstleistungen) ist uns<br />
eine Reihe von Nachbarstaaten voraus. Wir haben uns bei unseren<br />
familienpolitischen Maßnahmen immer auch im Ausland umgeschaut,<br />
welche beispielhaften Lösungen es gibt. Beispielsweise haben wir<br />
beim Elterngeld nach Skandinavien geschaut. Bezüglich verschiedener<br />
Gutscheinsysteme für familienunterstützende Dienstleistungen können<br />
wir nach Frankreich sehen, wo es auch im Bereich der Kinderbetreuung<br />
gute Bespiele gibt.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Wollen wir einige Minuten verlängern, Herr Metker?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Ja, gerne, ich habe noch 10 Minuten Zeit.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Clara:</b><br />
Wie soll die Gleichstellung berufstätiger Frauen / Mütter umgesetzt<br />
werden, die in ihrer Berufstätigkeit nach wie vor mit<br />
Einschränkungen leben oder zu rechnen haben? Wie wird der berufliche<br />
Wiedereinstieg gefördert und vereinfacht? Wie soll konkret umgesetzt<br />
werden, dass Frauen nicht länger weniger verdienen und bereits beim<br />
Berufseinstieg geringere Chancen bekommen, wenn sie Kinder haben?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Es ist richtig, nach wie vor haben Mütter oft Nachteile im Beruf.<br />
Wenn wir uns den internationalen Vergleich ansehen, wird vor allen<br />
Dingen deutlich, dass in Deutschland Mütter mit mehreren Kindern<br />
sehr große Schwierigkeiten haben, in den Beruf zurückzukehren und<br />
Mütter, die lange aussetzen. Wer<br />
lange aussetzt, hat auch immer noch Nachteile bei der Höhe des<br />
Erwerbseinkommens. Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen<br />
in Deutschland liegen bei über 20 Prozent. Um Müttern den<br />
Wiedereinstieg zu erleichtern, hat Frau von der Leyen, zusammen mit<br />
der Bundesagentur für Arbeit, ein gemeinsames Programm aufgelegt.<br />
Details dazu kann<br />
man unter www.bmfsfj.de nachlesen.</p>
<p>
<b>Herbert:</b><br />
Warum wird nur die Ehe steuerlich gefördert, obwohl es längst<br />
andere auf Dauer angelegte Lebensformen gibt?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Im Einkommensteuerrecht wird grundsätzlich jede und jeder<br />
Steuerpflichtige mit ihrem bzw. seinem zu versteuernden Einkommen<br />
nach dem Einkommensteuergrundtarif besteuert. Lediglich für nicht<br />
dauernd getrennt lebende Ehegatten besteht die Möglichkeit der<br />
Zusammenveranlagung unter Anwendung des Splitting-Verfahrens.<br />
Hinsichtlich der steuerlichen Berücksichtigung von Kindern werden<br />
alle Eltern gleich behandelt. Bei der Besteuerung der Eltern wird ein<br />
Betrag in Höhe des Existensminimums ihrer Kinder steuerfrei<br />
belassen. Dies wird durch Kindergeld bzw. die Freibeträge für<br />
Kinder bewirkt.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>dimi_s:</b><br />
Was sind Kindergartenplätze so teuer? Wer sich das nicht leisten<br />
kann, muss zu Hause bleiben, und kann nicht arbeiten gehen!
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Die Gebühren für Kindergartenplätze werden in den Kommunen<br />
gestaltet und sind sehr unterschiedlich. Einige Kommunen haben eine<br />
sehr differenzierte Staffelung nach dem Elterneinkommen, andere sind<br />
da weniger differenziert.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
So, wir sind auch kurz vor Ende unseres Chats zum Tag des Dialogs.<br />
Leider die letzte Frage für heute:
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>albert<br />
Z.:</b><br />
Als Vater ist es immer noch schwierig für eine bestimmte Zeit aus<br />
dem Beruf aus- und dann wieder einzusteigen. Kann das Ministerium<br />
nicht mal Aktionen machen, die das Ansehen von Vätern stärkt, die<br />
den Schritt wagen?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Ich denke, dass wir durch die Diskussionen zum Elterngeld und durch<br />
unsere Evaluationsschritte für dieses Gesetz eine Menge öffentlicher<br />
Reaktionen erreicht haben. Das führt dazu, dass sich alle<br />
gesellschaftlichen Gruppen auch mit dem Rollenverständnis von<br />
Müttern und Vätern auseinandersetzen. Ich glaube, wir sind auf<br />
einem guten Weg, dass Väter nicht mehr nur als Ernährer ihrer<br />
Familie gesehen werden, sondern auch in ihrer wichtigen Aufgabe für<br />
die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder zunehmend akzeptiert werden.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Das war unser Chat zum Tag des Dialogs. Einen ganz besonderen Dank an<br />
unseren Gast Thomas Metker für die kompetenten Antworten und vielen<br />
Dank an die Chatterinnen und Chatter für die vielen Fragen. Wir<br />
entschuldigen uns bei denjenigen, deren Fragen wir aus Zeitgründen<br />
nicht stellen konnten. Das Chatteam wünscht allen Beteiligten noch<br />
einen schönen Tag.</p>
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