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	<title>Till Westermayer &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Till Westermayer &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#034;Online-Parteitage sind mehr als Marketing&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/virtueller-parteitag/online_parteitage_sind_mehr_als_marketing-701/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Bieber]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Virtueller Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[Till Westermayer]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">
Nicht nur die Parteien, auch die Sozialwissenschaftler
variieren ihre Kommunikationsformen. Der politik-digital-Autor
Christoph Bieber, Politologe, diskutierte via eMail
mit dem Soziologen Till Westermayer über den Internet-Parteitag
der Bündnisgrünen im Ländle.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Nicht nur die Parteien, auch die Sozialwissenschaftler<br />
variieren ihre Kommunikationsformen. Der politik-digital-Autor<br />
Christoph Bieber, Politologe, diskutierte via eMail<br />
mit dem Soziologen Till Westermayer über den Internet-Parteitag<br />
der Bündnisgrünen im Ländle.</span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit der Durchführung eines &quot;Virtuellen Parteitags&quot; setzt der grüne<br />
Landesverband Baden-Württemberg ein deutliches Signal in Richtung Internet. Für gut zwei<br />
Wochen diskutieren die Delegierten mit den Mitgliedern auf der eigens eingerichteten<br />
Website <a href="http://www.virtueller-parteitag.de/">www.virtueller-parteitag.de</a>, bevor<br />
es dann zur digitalen Abstimmung &#8211; auch dies eine Neuerung &#8211; kommen wird. Der Versuch,<br />
politisches Internet-Neuland zu erkunden, ruft nicht nur Politik und Medien auf den Plan,<br />
auch die Wissenschaft wirft ein interessiertes Auge auf die Vorgänge im Netz.<br />
politik-digital-Autor Christoph Bieber führte kurz vor dem Start des Online-Parteitags<br />
eine eMail-Korrespondenz mit <a href="http://www.westermayer.de/till">Till Westermayer</a>,<br />
der das politische Netzereignis ins Zentrum seiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit<br />
gestellt hat.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie kommt man dazu, einen<br />
Virtuellen Parteitag zum Thema einer Magisterarbeit zu machen? Ruft das nicht Stirnrunzeln<br />
bei den Prüfern hervor?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Politik im Internet hat mich schon immer interessiert,<br />
und als ich dann die Möglichkeit gesehen habe, zu einem ganz konkreten, spannenden<br />
Politikprojekt im Netz meine Magisterarbeit zu schreiben, wusste ich: das ist es. Und<br />
meine Prüferin war nach einem ersten Gespräch auch gleich bereit, das Thema zu betreuen.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wer nimmt denn die Prüfung ab und<br />
in welcher Disziplin ist es?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Ich schreibe meine Magisterarbeit im Studiengang<br />
Soziologie an der Uni Freiburg; betreut werde ich dabei von Prof. Nina Degele, die neben<br />
der allgemeinen Soziologie und der qualitativen Methodik in Freiburg auch für die Gender<br />
Studies zuständig ist.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie kann man eine solche<br />
Veranstaltung überhaupt wissenschaftlich begleiten?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Da gibt es ganz unterschiedliche Zugänge. Ich werde mir<br />
vor allem anschauen, wie die Nutzerinnen und Nutzer den virtuellen Parteitag im Vergleich<br />
zu einem echten Parteitag wahrnehmen, und wie sich das Medium Internet auf das Verhältnis<br />
zwischen &quot;Funktionären&quot; und &quot;Basis&quot; und auf das<br />
Geschlechterverhältnis auswirkt. Andere Projekte befassen sich stärker mit<br />
politikwissenschaftlichen Aspekten oder mit Besonderheiten der Kommunikationsformen.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Art von &quot;Daten&quot;<br />
fällt denn dabei an? Nimmt man &#8211; quasi als Ethnologe &#8211; am Online-Geschehen teil und<br />
berichtet dann über die Eigenheiten des Netzereignisses?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Was ich<br />
mir vorstelle, ist eine Kombination aus der Erhebung von Fragebogendaten mit der genauen<br />
Beobachtung und Beschreibung des Parteitags. Dazu führe ich dann qualitative Interviews<br />
mit verschiedenen TeilnehmerInnen am Parteitag.</span></span>
</p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/westermayer.jpg" alt="Till Westermayer" border="1" height="135" hspace="0" vspace="0" width="106" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"> Till<br />
			Westermayer </span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sind Sie denn selbst auch<br />
teilnahmeberechtigt?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Da ich selbst Mitglied der grünen Partei bin, wäre ich<br />
prinzipiell teilnahmeberechtigt. Ich habe mir auch ein Passwort für den Schreibzugriff<br />
kommen lassen, weiss aber noch nicht, ob ich es nutzen werde, da ich den Parteitag ja<br />
diesmal weniger als Parteimitglied als vielmehr mit einem soziologischen Blick betrachten<br />
will. Deswegen werde ich auch nicht als Delegierter für meinen Kreisverband kandidieren.<br />
Am Parteitag können übrigens alle baden-württembergischen Parteimitglieder<br />
&quot;redend&quot; teilnehmen.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Das klingt nach dem bekannten<br />
Dilemma des Forschers, der seinen Gegenstand nicht beeinflussen darf, obwohl er vielleicht<br />
so manches besser weiß&#8230; Gibt es denn schon einschlägige methodische Vorarbeiten für<br />
derartige Untersuchungen oder betritt man damit komplettes Neuland?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Ganz ohne Riesen, auf deren Schultern man sich stellen<br />
kann, ist man ja nie &#8211; Neuland ist dieses Projekt insofern, als es bisher zwar schon<br />
einige (auch qualitative) Arbeiten dazu gibt, wie sich das Medium Internet auf<br />
beispielsweise das Gruppengefühl auswirkt, aber ich bisher kaum Arbeiten dazu gefunden<br />
habe, wie Parteimitglieder sich in ihrer Partei &#8216;fühlen&#8217;.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Bieten denn die herkömmlichen<br />
Ansätze der Parteienforschung da keine Anknüpfungspunkte? Ich denke da zum Beispiel an<br />
die Diskussion um die &quot;Krise der Mitgliederparteien&quot; oder die Debatte zum<br />
&quot;Verfall der innerparteilichen Demokratie&quot;. Dabei geht man von einer<br />
allmählichen Erlahmung der Aktivität der Parteimitglieder aus &#8211; die großen Parteien<br />
verzeichnen zwar noch respektable Mitgliederzahlen, aber die eigentliche Parteiarbeit<br />
verteilt sich auf immer weniger Schultern&#8230; sagt diese Entwicklung nicht auch etwas über<br />
die &quot;Befindlichkeit&quot; von Parteimitgliedern aus? Und: können Virtuelle<br />
Parteitage vor diesem Hintergrund tatsächlich zu mehr &quot;Mitmachen&quot; animieren?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Natürlich lassen solche Befunde einen zu bestimmten<br />
Vermutungen über die Befindlichkeit der Parteimitglieder kommen. Mir geht es aber nicht<br />
darum, vom Zustand der Institution Partei auf das Interesse der Mitglieder zu schließen,<br />
sondern anders herum mal genau hinzuschauen, wie Mitglieder sich in einer Partei<br />
aufgehoben fühlen, und wie &#8211; und warum &#8211; diese sich dort beteiligen und einbringen<br />
wollen. Ob der virtuelle Parteitag es schafft, hier zu mehr &quot;Mitmachen&quot; zu<br />
führen, bleibt abzuwarten &#8211; schön wäre es, und das ist wohl auch eines der Ziele. Aber<br />
ob es funktioniert, lässt sich erst nach dem Parteitag sagen.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Gibt es andere<br />
Online-Veranstaltungen, die für einen &quot;Virtuellen Parteitag&quot; als Vorbilder<br />
fungieren können?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Der Virtuelle Parteitag der Grünen in Baden-Württemberg<br />
ist wohl das erste Projekt, bei dem ein Parteitag mit all seinen Eigenschaften &#8211; also mit<br />
gewählten Delegierten, mit einem Präsidium, mit (bindenden!) Abstimmungen &#8211; ins Netz<br />
transferiert wurde. Insofern gibt es bisher keine Erfahrungen mit Online-Parteitagen.<br />
Anders sieht es mit der Nutzung von Online-Konferenzen zur politischen Diskussion in einem<br />
eingeschränkten TeilnehmerInnenkreis aus. Strukturell recht ähnlich wie der Virtuelle<br />
Parteitag scheint mir hier Claudia Bremers <a href="http://www.bildung2001.de/">www.bildung2001.de</a><br />
zu sein, eine online stattfindende Konferenz zu Fragen der Zukunft der Bildung. Dazu und<br />
zu ähnlichen Konferenzen gibt es einiges an Material.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Bei solchen Online-Veranstaltungen<br />
entstehen zumeist auch völlig neue Anforderungen sowohl für die Teilnehmer wie auch für<br />
die Veranstalter. Das beginnt mit dem Aufstellen von Schreibregeln oder Hinweisen zum<br />
Diskussionsverhalten, bis zur &quot;richtigen&quot; Zusammenfassung und Moderation der<br />
Beiträge innerhalb einzelner Diskussionsstränge. Was sind aus Ihrer Sicht die<br />
wichtigsten Neuerungen, mit denen die Teilnehmer konfrontiert werden?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Das wichtigste ist vielleicht der größte Vor- und<br />
Nachteil des Internet im Vergleich zu einer realen Tagung: die Asynchronität. Auf einem<br />
realen Treffen kann ich entweder zum Arbeitskreis A oder zum Arbeitskreis B gehen, und<br />
wenn zehn Leute geredet haben, ist eine Stunde vorbei und keine Zeit mehr für weitere<br />
Redebeiträge. Im Netz kann ich &#8211; theoretisch &#8211; mir sowohl die Diskussion in mehreren<br />
Arbeitsgruppen parallel anschauen und mich daran beteiligen, als auch zeitunabhängig zu<br />
einer Diskussion beitragen. Dieses Potenzial führt leicht zu der Erwartung, anders als<br />
bei einem realen Treffen alles mitkriegen zu wollen. Das geht aber natürlich nicht &#8211; und<br />
führt dann zu Stress. Es kommt also drauf an, bewusster als bei einem bisherigen Treffen<br />
Informationen zu managen, zu entscheiden, was gelesen wird und was nicht, woran ich mich<br />
beteilige und woran nicht. Außerdem scheint Internetkommunikation &#8211; wohl durch die<br />
fehlende Rückkopplung zum Gegenüber &#8211; schnell zum Aufkochen von Emotionen zu führen,<br />
oder auch zum Breittreten von Mißverständnissen. Hier ist dann eine gute Moderation<br />
gefragt &#8211; die zugleich auch die Aufgabe hat, unbekannte, unsichtbare Menschen zum<br />
Mitdiskutieren anzuregen. Wer nicht mitdiskutiert, ist im Netz noch viel weniger als im<br />
realen Raum präsent. Allein dadurch schon ergibt sich eine neue Situation.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Inwiefern hält der <a href="http://www.sueddeutsche.de/aktuell/?section=politik&amp;myTM=full&amp;id=9%20%3E74406240.1%200817&amp;myTime=974468763">&quot;Virtuelle<br />
Parteitag&quot; der CDU</a> einem Vergleich mit dem grünen Projekt stand?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Ich hatte ja schon angedeutet, dass es sich beim<br />
Virtuellen Parteitag um ein Projekt handelt, bei dem ein Parteitag mit all seinen<br />
Eigenheiten ins Netz verschoben werden soll. Ob das im Detail immer richtig ist, wird sich<br />
zeigen &#8211; hier werde ich auch besonders drauf achten. Beim sogenannten Internet-Parteitag<br />
der CDU &#8211; der leider nur CDU-Mitgliedern zugänglich war &#8211; ging es nach den mir<br />
vorliegenden Informationen darum, in Diskussionen und Umfragen etwas über die Meinung der<br />
Mitglieder herauszufinden, um den real in Stuttgart tagenden Bildungsparteitag der CDU<br />
vorzubereiten. Das scheint mir dann doch etwas ganz anderes zu sein als der Versuch, einen<br />
kompletten Parteitag virtuell abzuhalten. Ob der reale Einfluss dieses Internet-Parteitags<br />
größer ist als der Einfluss anderer Meinungsumfragen, bleibt für mich eher fraglich.<br />
Umfragen und politische Diskussionen im Netz gibt es inzwischen ja doch recht häufig,<br />
etwa bei der Politik-Community <a href="http://www.dol2day.de/">dol2day</a>.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Der Virtuelle Parteitag knüpft<br />
zum einen an die &quot;Kultur&quot; der parteiinternen Diskussionsforen und im Falle der<br />
Grünen auch an das Vorläuferprojekt <a href="http://www.grundsatzdebatte.de/">www.grundsatzdebatte.de</a><br />
an. Sind Erfahrungen aus diesen Projekten in den Virtuellen Parteitag eingeflossen?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Bündnis 90/Die Grünen profilieren sich ja seit einiger<br />
Zeit dadurch, dass sie ausloten, wie das Internet für eine moderne Kommunikation zwischen<br />
Partei und BürgerIn und unter Parteimitgliedern genutzt werden kann.<br />
www.grundsatzdebatte.de würde ich momentan als einen netten Versuch beurteilen, der aber<br />
an technischen und organisatorischen Problemen krankt und nie richtig in Gang gekommen<br />
ist. Ich gehe davon aus, dass die OrganisatorInnen des Virtuellen Parteitags sich<br />
www.grundsatzdebatte.de genau angeschaut haben und auch daraus gelernt haben.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie würdest du denn die übliche<br />
Online-Berichterstattung von den &quot;realen Parteitagen&quot; beurteilen? Ist das eine<br />
reine &quot;Marketing-Masche&quot; oder haben Parteitage auch in den letzten Jahren nicht<br />
schon immer dazu beitragen wollen, die Partei &quot;in die Nähe&quot; des Internet zu<br />
rücken? Gibt es da vielleicht so eine Art &quot;Tradition&quot;?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Ich sehe hier schon eine gewisse Tradition. Auf der Seite<br />
der Information &#8211; zum Beispiel darüber, welche Anträge für einen Parteitag anstehen,<br />
was gerade beschlossen wurde, etc. &#8211; wird heute sehr viel besser als vor ein paar Jahren<br />
informiert. Damals musste ein &quot;einfaches&quot; Parteimitglied ins Parteibüro rennen,<br />
um herauszukriegen, welche Anträge vorliegen, und bekam wenn es um spannende Themen ging<br />
nur aus den Medien, und sonst überhaupt nicht mit, wie darüber diskutiert und<br />
entschieden wurde. Insofern sehe ich hier tatsächlich mehr als Marketing. Natürlich ist<br />
auch ein bisschen Marktschreierei dabei &#8211; die doch erhebliche Presseresonanz auf die erste<br />
Ankündigung des Virtuellen Parteitags weist z.B. darauf hin. Aber vielleicht verbindet<br />
sich hier der Wunsch, innovativ zu wirken, mit tatsächlichen Innovationen.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Könnte sich diese Steigerung von<br />
Transparenz aber nicht auch negativ auswirken? Wird der Online-Zugriff auf solche<br />
Informationen zu innerparteilichen Diskussionen führen, die gar nicht mehr im Zaum zu<br />
halten sind?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Möglicherweise wird das von einigen als Gefahr gesehen.<br />
Wenn sich tatsächlich eine derartige Dynamik entwickelt, mag das zu einigem Wirbel in<br />
unserem politischen System führen. Ich persönlich denke aber, dass eine solche<br />
Entwicklung, die ja auch erst einmal noch eintreten muss, lediglich dazu führen würde,<br />
die Demokratie demokratischer zu machen. Und insofern wäre dies zu begrüßen.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Ein schönes Schlusswort. Vielen<br />
Dank für die eMails.</span></span></p>
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