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	<title>Tinder &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Tinder &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Junge Wähler und Wählerinnen erreichen &#8211; Wahlkampf mit Tinder (4/4)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 09:27:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Tinder]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Wahlkampf]]></category>
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		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tinder_titelbild.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151586" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tinder_titelbild-630x276.png" alt="tinder_titelbild" width="630" height="276" /></a> Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der Renner sind und Bilder von Schuhen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner die meisten Views erhalten? Weil sich da die junge Zielgruppe aufhält. Diese Artikelreihe will zeigen, wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Tinder in der politischen Kommunikation genutzt werden können und welche Politikerinnen und Politiker diese besonders gelungen einsetzen. Im vierten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker Tinder verwenden.</p>
<p>Tinder ist beliebt: rund zwei Millionen Menschen nutzen die App in Deutschland, weltweit sind es ca. 50 Millionen. Und die Zielgruppe ist jung: 85% der Tinder-User sind zwischen 18 und 34 Jahre alt.</p>
<p>Tinder ist eine Kontakt- bzw. Dating-App. Sie überzeugt durch Einfachheit und ihren spielerischen Charakter: dem User werden Bilder von anderen Tinder-Usern aus der Umgebung angezeigt. Mit einem Wisch (Swipe) nach rechts bzw. ein Drücken des Herz-Buttons bekundet man sein Interesse an der Person, ein Swipe nach links oder das X bedeutet: Kein Interesse. Ein „Match“ kommt zustande, wenn beide User ihr Interesse am jeweils anderen signalisieren. Erst dann können sie Kontakt zueinander aufnehmen und sich Mitteilungen schicken. Eine Anmeldung ist nur mit einem vorhandenen Facebookaccount möglich. Tinder zieht Daten wie Likes oder Freunde aus dem Facebookprofil und mit der Einbettung von Instagram und Spotify ist es jetzt noch einfacher, Gemeinsamkeiten zu entdecken.</p>
<p>Während das Phänomen Tinder in vielen Medien kritisch betrachtet und mit ihm die Erosion und Zerfall romantischer Beziehung herauf beschworen wird, gehen viele jüngere Menschen gelassener mit der App und deren Möglichkeiten um. Sie stören sich weder an dem Vorwurf, dass die App Oberflächlichkeit und Unverbindlichkeit fördere noch an der interpretatorischen Aufladung als reine Sexanbahnungs-App durch Nicht-User. Sie nutzen sie als bloßen Zeitvertreib und Amüsement, zum Austausch mit anderen &#8211; und mit der Einführung des Features Social Tinder auch, um sich als Clique mit anderen Gruppen zu treffen.</p>
<p>Wie andere Social Media Plattformen und Apps steht Tinder unter permanentem Innovationsdruck. Sean Rad, SEO von Tinder, stellte kürzlich die noch nicht veröffentlichte Funktion ,,<a href="https://www.forbes.com/sites/stevenbertoni/2017/02/14/tinders-sean-rad-on-how-technology-and-artificial-intelligence-will-change-dating/#5631ac585b99">Tinder Assistant</a>&#8221; vor: Mittels künstlicher Intelligenz und Zugriff auf die Anwendungsdaten des Smartphones möchte Tinder potentielle Matches samt passendem Datum und Aktivität vorschlagen. So soll die Kontaktanbahnung noch einfacher und schneller vonstatten gehen.</p>
<p>Trotz der Kritik an dem Phänomen Tinder hat es die App geschafft, Online-Dating salonfähig zu machen. Das zeigen die Zahlen: seit 2012 wurde die App 100 Millionen Mal heruntergeladen. Nutzerinnen und Nutzer verbringen durchschnittliche <a href="https://www.nytimes.com/2014/10/30/fashion/tinder-the-fast-growing-dating-app-taps-an-age-old-truth.html?_r=1">90 Minuten</a> täglich auf der Plattform und tätigen 1 Millionen Swipes pro Minute. Diese Zahlen haben auch die Werbeindustrie angelockt. Mit Guerilla-Marketingmaßnahmen haben große Marken wie Sixt, Domino&#8217;s Pizza, Gillette und McDonalds auf der Plattform kommerzielle Werbekampagnen gelauncht. Guerilla-Werbung ist ein Marketingansatz, der mit unkonventionellen Methoden bzw. Aktionen Aufmerksamkeit erzeugt und der meist mit wenig Aufwand effizienter als teure klassische Werbekampagne ist.<br />
Da es bis jetzt noch keine offizielle Werbeformate auf Tinder gibt und die kommerziellen Anzeigen im Tinderstream als einfaches Personenprofil auftauchen, können sie Überraschungsmoment hervorgerufen werden.</p>
<p>Und dieser Effekt wurde bereits auch im politischen Kontext aufgegriffen. Nichtregierungsorganisationen und staatliche Institutionen platzierten kommerzielle Profile auf Tinder, um auf Missstände hinzuweisen: zum Weltfrauentag machte <a href="https://www.circul8.com.au/amnesty-international-tinder-case-study/">Amnesty International Australien</a> mit ihrer Kampagne auf das Thema Zwangsheirat aufmerksam, und die <a href="http://eightytwenty.ie/tinder-sex-trafficking-campaign-immigration-council/">Einwanderungsbehörde von Irland</a> nutzten die Dating-App, um Menschenhandel und Prostitution anzuprangern.</p>
<p>Und auch die die <a href="http://blog.gotinder.com/swipe-the-vote-around-the-world-2/">Flirt-App</a> selbst wird politisch: <i> ,,Diese [US-Präsidentschaft-]Wahl ist die erste in der Geschichte, bei der alle Millennials alt genug sind zu wählen. Millennials werden sogar eine größere Rolle bei dieser Wahl spielen als in jeder anderen &#8211; von der großen Entscheidung bis zum weltweiten Dialog &#8211; deshalb haben wir für unsere Nutzer in aller Welt das Feature Swipe the Vote entwickelt.” </i></p>
<p>Nach dem Wahl-O-Mat-Prinzip konnten Nutzerinnen und Nutzer in den USA herauszufinden, mit welchen US-Präsidentschaftskandidaten sie die meisten Meinungen teilten. So beantworteten sie Fragen zu ihren Ansichten über u.a. Einwanderung, Homo-Ehe und Klimawandel und am Ende wurde die passendste Kandidatin oder der passendste Kandidat als Match angezeigt. Außerdem gab es Informationen, wo und wie sich die User zur Wahl anmelden konnten.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SwipeTheVote_Flow-1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151595" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SwipeTheVote_Flow-1-630x288.jpg" alt="SwipeTheVote_Flow-1" width="630" height="288" /></a>Das Swipe the Vote-Feature wurde auch in Großbritannien vor dem Brexit-Referendum eingeführt. Tinder gab nach dem Referendum bekannt, dass <a href="https://www.engadget.com/2016/06/22/tinder-brexit-eu-referendum-vote/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mehr als 20 Prozent</a> der User das Wahr-oder-Richtig-Quiz in Großbritannien absolviert hätten. Ob Tinder die Funktion Swipe the Vote-Funktion auch im deutschen Wahlkampf anbieten wird, ist noch unklar.</p>
<p>Aber auch politische Kandidatinnen und Kandidaten auf lokaler, nationaler oder supranationaler Ebene nutzten die Möglichkeit eines einfachen Profils auf Tinder, um auf sich aufmerksam zu machen: nicht nur in den <a href="http://www.civilbeat.org/2016/01/hawaii-councilman-uses-tinder-in-senate-campaign/">USA</a>, in <a href="http://www.centralwesterndaily.com.au/story/4215655/labor-candidate-uses-tinder-to-connect-with-young-voters/?cs=2452">Australien</a> oder in <a href="http://ottawacitizen.com/news/local-news/somerset-candidate-uses-dating-app-tinder-to-promote-campaign">Kanada</a> kam die App zum Einsatzt, sondern auch schon zur <a href="http://nltimes.nl/2014/05/14/candidate-trading-tinder-dates-votes">Europawahl</a>, im <a href="https://noisey.vice.com/de/article/oesterreich-partei-tinder-wanda-zitate-594">österreichischen</a> und im Schweizer Wahlkampf sowie bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus.</p>
<h3>Auf ein Bier mit der Kandidatin</h3>
<p>Aline Trede, Kandidatin für den Schweizer Nationalrats für die Grünen, nutzte die Form der Online-Wahlkampf-Werbung auf Tinder als erste im deutschsprachigen Raum. Sie hatte eine ausgereifte <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2015/10/tinder-im-wahlkampf-wie-die-politik-die.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marketing-Kampagne</a>, so erschien auf ihrem Profil ihr Bild mit der Aufforderung, das grüne Herz zu drücken: ,,Grünes Herz. Gegen Rechts“. Sie lud ihre Matches daraufhin zu einem Bier und zu ihrer Bürgersprechstunde in eine Berner Kneipe ein. Die Tinder-Kampagne rief ein hohes <a href="http://www.persoenlich.com/digital/profil-von-aline-trede-gesperrt-327155">Medienecho</a> hervor.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG-20160807-WA0005.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-151592 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG-20160807-WA0005-630x1121.jpg" alt="screenshot_tinder_freier" width="200" height="356" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG-20160807-WA0004.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-151594 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG-20160807-WA0004-630x1121.jpg" alt="screenshot_tinder_freier" width="200" height="356" /></a>Auch Alexander Freier-Winterwerb, ehemaliger SPD-Anwärter für das Berliner Abgeordnetenhaus, nutze die Flirt-App und <a href="http://www.vorwaerts.de/artikel/spd-politiker-wahlkampf-per-flirt-app-tinder-macht">berichtete</a>, dass er einige Matches erhalten habe und diese ihn dann nach Ansichten zu Familien- und Bildungsthemen befragt hätten. Tinder wurde im Berliner Wahlkampf auch von einem weiteren Politiker eingesetzt: Florian Nöll, CDU-Kandidat aus dem Wahlkreis Moabit, machte mit dem <a href="https://www.facebook.com/HamburgerWahlbeobachter/photos/pb.159148470811423.-2207520000.1471477121./1148617808531146/?type=3&amp;theater">Slogan</a> ,,Moabit macht Liebe“ und ,,Mobit hat die Wahl“ auf sich aufmerksam.</p>
<p><em><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/16992477_702910223224035_3915918264047523499_o.png"><img decoding="async" class="  alignleft wp-image-151593" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/16992477_702910223224035_3915918264047523499_o-630x1118.png" alt="screenshot_tinder_merker" width="200" height="355" /></a></em>In Deutschland wurde Tinder auch auf kommunaler Ebene im Wahlkampf eingesetzt. Matti Merker, hessischer Lokalpolitiker der SPD aus dem Landkreis Darmstadt Dieburg, nutzte <a href="https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Politik-10/Matti-Merker-wischt-for-Wahlkampf-Lokalpolitiker-macht-Wahlkampfwerbung-auf-Tinder-26533.html">Tinder im Wahlkampf</a>: <em>“Viele haben es nicht verstanden, dass ich nicht auf Partnerinnensuche bin und sondern Tinder nur für die politische Arbeit nutze. Spannend an Tinder war für mich erstens die Umkreissuche, bei welcher man wirklich sehr gut Menschen in einem bestimmten Umkreis findet, und zweitens die Zielgruppe &#8211; in der Regel junge Menschen von 18 &#8211; 35 Jahre. Man muss natürlich auch ehrlich sagen, dass Facebook immer noch das A und O ist. Matches hatte ich schon einige. Ich schätze, dass etwa 20 Prozent Kontakt aufgenommen haben und teilweise einfach Fragen gestellt haben wie: ,Was hat dich dazu gebracht dich zu bewerben?&#8217;,Was macht man als </em><em>Kreistagsmitglied?&#8217; ,Wie viel Zeit musst du investieren?&#8217;”.</em></p>
<h3>Tinder für Parteien und Politiker</h3>
<p>Grundsätzlich sollte die politische Person zu Tinder passen, so ist zu überlegen, ob ältere Politikerinnen und Politiker ihre Zielgruppe in der Dating-App erreichen. Es gibt zwei Varianten, Tinder im Wahlkampf zu nutzen: die kommerzielle Nutzung in Form von Ads, wie sie große Firmen bereits eingesetzt haben, oder in Form eines nichtkommerziellen Profils. Ersteres ist aufwändig und würde sich für Werbung auf Partei-Ebene oder große Kampagnen eignen.</p>
<p>Nutzt man Tinder mit einem normalen Profil, ist zu beachten, dass Werbung in einem nichtkommerziellen Profil nicht mit den AGBs (<a href="https://www.gotinder.com/terms" target="_blank" rel="noopener noreferrer">term of use §6</a>) von Tinder in Einklang steht. Das Profil sollte klar als „Wahlkampf-Profil“ gekennzeichnet sein, Beschwerden von Usern können sonst zu einer <a href="http://www.persoenlich.com/digital/profil-von-aline-trede-gesperrt-327155" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sperrung des Profils</a> führen.</p>
<p>Ein Profil bei Tinder ist erstmal „unaufdringlich“, weil man die Politikerin oder den Politiker bei Desinteresse einfach wegwischen kann. Konkret kann der Tinder-Wahlkampf so aussehen: Die Kandidatin oder der Kandidat geben in ihren Such-Einstellungen Parameter wie Geschlecht, Alter und Reichweite (des Wahlkreises) ein (z.B. Mann und Frau, 18 bis 99, Umkreis: 20 Kilometer) und gibt allen Treffern ein Herz, dies kann <a href="http://www.ydesouza.com/tinder" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mittels eines Tools </a>über die API-Schnittstelle von Tinder auch automatisiert werden. APIs sind Programmierschnittstellen, welche von Plattformen angeboten werden, damit Dritte Anwendungen und Applikationen für diese entwickeln können. Zeigt ein User Interesse an dem politischen Profil, entsteht ein Match und die Möglichkeit, die potentielle Wählerin oder den potentiellen Wähler anzusprechen. Über die API-Schnittstelle ist es bei Tinder auch möglich, einen <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2015-02/tinder-online-dating-hacks-erfolg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Messenger- bzw. Chatbot</a> zu integrieren, der z.B. die Begrüßungen automatisiert.</p>
<p>Ob man nun das Profil auf die Person personalisiert oder bestimmte parteipolitische Themen in den Vordergrund rückt, wichtig ist immer, die Zielgruppe der App im Fokus zu behalten. Wenn man mit einer kreativen Ansprache einsteigt und Überraschungseffekte nutzt, kann man auch ernstere Themen wie Prostitution oder Geschlechtskrankheiten ansprechen.</p>
<p>Zwar kann man mit einem Profil auf Tinder nur eine begrenzte Reichweite erlangen, die dann stattfindenden Matches eignen sich aber, um die Leute auf persönlicher Ebene anzusprechen, auf eine Veranstaltung aufmerksam zu machen oder ins Wahlkampfteam einzuladen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Tinder eignet sich, um auf unkonventionelle Art und Weise Personen zu erreichen, die vielleicht mit anderen Instrumenten der politischen Kommunikation nicht erreicht werden können. Was ein Profil bei Tinder bis jetzt noch ausmacht, ist der Überraschungseffekt: Die Nutzerinnen und Nutzer werden da angesprochen, wo sie es nicht erwarten. Oft ist es die Neugier, welche die Tinder-User dazu bewegt, einem Politikerprofil ein ,,Herz” zu geben. So können gerade diejenigen, die wenig Interesse an Politik haben, niedrigschwellig mit der Politik Kontakt aufnehmen. Politikerinnen oder Politiker wiederum können mit potentielle Wählerinnen und Wählern ins persönliche Gespräch kommen und so eine intensivere Bindung aufbauen.</p>
<p>Im ersten Teil der Serie haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/">WhatsApp</a> einsetzen, im zweiten Teil, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-instagram-14-151382/">Instagram</a> und im dritten, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-snapchat-24-151447/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a> verwenden.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/bar-human-bottles-beverages-463476/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Public Bar,</a> <a href="https://pixabay.com/en/smartphone-telephone-typing-keying-431230/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smartphone</a> via pixabay, CC0 public domain, bearbeitet von Daniel Schumacher</p>
<p>Bilder im Text: Screenshots von Matti Merker, Alexander Freier-Winterwerb, <a href="http://blog.gotinder.com/swipe-the-vote-around-the-world-2/">Tinder</a>.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Make a Date 2.0:  Vom Suchen und Finden der Liebe</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/make-a-date-2-0-vom-suchen-und-finden-der-liebe-146609/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2015 14:24:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zusammen im Netz - Beziehungen in Zeiten neuer Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Tinder, Grindr, Finya – Was ein bisschen nach Kindernamen für Fantasy Fans klingt, sind digitale Orte der modernen Partnersuche. Im Internet Menschen zu finden, um sie zu daten und zu lieben, fällt nicht mehr aus dem Rahmen. Sondern ist eine unter vielen Möglichkeiten, mit potentiellen Liebes- und Sexpartnern in Kontakt zu kommen. Als neue Kulturtechnik und neues Geschäftsmodell beschäftigt Online-Dating Wissenschaftler und Journalisten gleichermaßen wie Business Manager und Entrepreneurs. Ich habe mich gefragt, wer, wie und warum eigentlich auf Online-Partnersuche geht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>The place to be: Von GothicMatch bis Poppen.de.</h3>
<p>Da gibt es Dominik. Er ist 33 und kommt aus Münster. Bevor er seine Fast-Verlobte („<em>Der Ring ist schon gekauft</em>“) über die Community- und Dating-Seite <a href="http://www.metalflirt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">metalflirt.de</a> kennengelernt hat, hatte er viele Treffen von sehr unterschiedlicher Qualität. Einige waren mehr oder minder One-Night Stands, andere einfach witzig oder langweilig. Oder sogar tragisch, weil nur er sich in sein Gegenüber verguckt hatte. Mit seiner jetzigen Freundin ging dann aber alles ganz schnell. Gechattet, getroffen, geknutscht und dann irgendwie gleich zusammengekommen.</p>
<p>Von circa 20 Millionen Singles in Deutschland suchen laut Stiftung Warentest 7 Millionen ihr Liebesglück im Netz. Und das offensichtlich nicht ohne Erfolg, denn insgesamt beginnt über ein Viertel aller Partnerschaften im Internet. Im Grunde wenig überraschend, wenn man bedenkt wie viele unserer Lebensbereiche bereits vollkommen oder teilweise digitalisiert sind. Warum sollte also in einer digital vernetzten Welt das Flirten und Kennenlernen weiterhin nur analog ablaufen?</p>
<p>Das erste Online-Dating Projekt hieß TACT (Technical Automated Compatibility Testing) und wurde 1964 von Buchhalter Lewis Altfest und IBM-Programmierer Robert Ross in New York erfunden. Für fünf Dollar konnten Kunden einen Multiple-Choice-Bogen mit über 100 Fragen ausfüllen, deren Antworten auf Lochkarten übertragen wurden. Anhand entsprechender Übereinstimmungen spuckte TACT anschließend fünf Partnervorschläge aus &#8211; für Frauen auf blauen, für Männer auf rosa Karten. Gute 50 Jahre später ist Online-Dating zur Dienstleistung geworden, die einen weit ausdifferenzierten Markt bedienen muss. Hier treffen Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung und Vorlieben, unterschiedlichem Alter und völlig unterschiedlichen Erwartungen aufeinander. Wie im Analogen führt Online-Dating je nach Lebenssituation zu ganz verschiedenen Erfahrungen mit ganz verschiedenen Plattformen. So gibt es Online-Dating unter anderem hip verpackt in App-Form für ein jüngeres heterosexuelles Publikum (<a href="https://www.gotinder.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tinder</a>), für ein junges schwules Publikum (<a href="http://grindr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grindr</a>), auf klassischen Websites für ältere Semester und “ernsthaft” Interessierte (<a href="http://www.friendscout24.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Friendsout24</a>, <a href="https://www.parship.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Parship</a>), für Akademiker und “Singles mit Niveau” (<a href="https://www.elitepartner.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Elitepartner</a>), bestimmte Berufsgruppen (<a href="http://www.polizeisingles.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">polizeisingles.de</a>, <a href="http://flirt.landwirt.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flirt.landwirt</a>), spezielle Interessensgruppen (<a href="http://www.gothicmatch.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GothicMatch)</a>, gelangweilte Monogamisten (<a href="https://www.ashleymadison.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AshleyMadison</a>) oder die ganz Zwanglosen (<a href="http://www.poppen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">poppen.de</a>).</p>
<p>Dabei hat insbesondere die Dating App Tinder Online-Dating einer breiten Masse bekannt gemacht. Da die App, so hört “man”, eher für ein unverbindliches Stelldichein taugt, assoziieren viele Menschen Online-Dating neuerdings generell mit der Suche nach schnellem Sex. Und das obwohl (oder gerade weil?) Tinder verspricht: “it´s like real life, but better”. Daneben gibt es nach wie vor erfolgreiche Dating-Seiten wie Parship oder Elitepartner, die ihren Kunden mit ermutigenden Slogans (“alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über Paarship”) mehr Gefühl und Verbindlichkeit versprechen.</p>
<h3>Online-Dating ist was für&#8230;die anderen</h3>
<p>Mit Online-Dating Nutzern ist es offensichtlich ein bisschen wie mit Dschungelcamp-Zuschauern oder Bildzeitungslesern: Wir wissen, dass es sie gibt, aber kaum jemand möchte ernsthaft zur Zielgruppe gehören. So wollten auch die meisten Menschen, mit denen ich im Zuge der Recherche über Online-Dating gesprochen habe, kaum oder gar nicht mit dem Thema in Berührung gekommen sein. Es fielen “verständnisvolle” Sätze wie “<em>Das finde ich überhaupt nicht schlimm, wenn das (andere) Leute machen</em>”, gnadenlose Äußerungen wie “<em>Klingt jetzt blöd, aber Online-Dating ist doch eher was für Verzweifelte</em>” oder auch der “Klassiker”  “<em>Online-Dating ist was für alte Leute</em>”. Letzteres stammt charmanterweise von meiner 22 jährigen Nachbarin. Meine Mutter hingegen, Jahrgang 1954, fühlt sich wiederum zu alt fürs Online-Dating. Nach circa 48 Stunden auf Friendscout24 gab Sie entnervt auf. Da wären nur Freaks unterwegs und das sei ihr in ihrem Alter zu anstrengend, lautete ihre Begründung.<br />
Dann gibt es da noch Sim. Auch die 63 jährige Australierin hat nicht nur positive Erfahrungen mit Männern, die sie über Online-Dating Seiten getroffen hat. Über die Jahre war sie auf mindestens vier verschiedenen Plattformen angemeldet und hatte mehrere “so genannte” Beziehungen, die online entstanden sind, aber alle wieder in die Brüche gingen.“<em>Viele Männer auf den Plattformen haben Minderwertigkeitskomplexe, mentale Probleme oder wollen einfach nur Sex haben</em>”.</p>
<p>Schenkt man dem Gründer der Seite <a href="www.okcupid.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OkCupid</a> Vertrauen, so ist heterosexuelles Online-Dating für Frauen und Männer tatsächlich eine völlig unterschiedliche Erfahrung. In einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/dating-webseite-okcupid-maenner-sollten-nutzer-anschreiben-die-in-ihrer-liga-spielen-1.2538114-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit der Süddeutschen</a> rät er Frauen, gezielt auf Männer zu zugehen, die ihnen gefallen und die zahlreichen, restlichen Anfragen zu ignorieren. Männer hingegen sollten sich zugänglich präsentieren und darauf achten, in ihrer “Liga” zu bleiben. Soll heißen: Keine Supermodels anschreiben, es sei denn man ist selbst eines.</p>
<h3>Der Digitale Raum als Prokrastinationsmaschine und Freak-Filter</h3>
<p>Dominik bezeichnet sich selbst als okay aussehend, aber nicht wirklich gut. Als Pluspunkte beim Flirten sieht er vor allem seine positive Ausstrahlung und seine kommunikativen Fähigkeiten. Beides sind Attribute, die sich bei einer schnellen Abfuhr in der Bar oder dem Club nicht entfalten können, denen man erst etwas Zeit geben muss. Online-Dating war für ihn also stets eine Möglichkeit, die eigenen vermeintlichen Unzulänglichkeiten in den Hintergrund zu rücken, um der Oberflächlichkeit und Flüchtigkeit der analogen Welt zu entkommen.</p>
<p>Für Sim hingegen nimmt das Netz eher eine Filterfunktion ein. Sie findet es gut, dass vor dem ersten Treffen bereits ein Austausch stattfindet, und sie aussortieren kann, wer ihr gefällt und wer nicht. Tatsächlich gibt es für fast alles Kategorien und Felder zum ausfüllen. Wie alt ist die Person? Welchen Bildungsgrad hat er/sie? Ist er Raucher? Vegetarier? Bevorzugt sie Monogamie oder führt sie eine offene Beziehung? So ist die Chance höher, dem <em>Unpassenden</em>, <em>Gegensätzlichen</em>, <em>Falschen</em> aus dem Weg zu gehen und jemanden zu finden, der oder die das gleiche mag wie man selbst. Daneben gibt es natürlich noch jene allgemein gültigen Attribute des Internets wie ständige Verfügbarkeit und Unverbindlichkeit der Kommunikation, die den digitalen Raum zu einem populären Ort des romantischen Zusammentreffens machen.</p>
<p>Zusätzlich spricht der Filmkritiker und Autor von “<a href="http://www.bertz-fischer.de/product_info.php?products_id=455" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitales Dating. Liebe und Sex in Zeiten des Internets</a>“ Georg Seeßlen von der Möglichkeit, die digitalen Ereignisse vollständig von der analogen Welt zu entkoppeln. Online-Dating könne auch als einfache Rückzugsmöglichkeit oder Ersatz des “realen” Ereignisses fungieren. So nutzt auch die Berlinerin Nicole (30) ihren Online-Dating-Account überwiegend als „Prokrastinationsmaschine“, wie sie mir erzählt. Als sie vor ein paar Monaten auf der Suche nach Ablenkung war (sie schrieb gerade an ihrer Masterarbeit), hat sie sich auf einer Online-Dating Plattform angemeldet. Insgesamt hatte sie vier Dates, die alle weder toll waren noch ihren Erwartungen entsprachen. Inzwischen hat sie ihre Masterarbeit abgegeben und kein Interesse mehr daran, jemanden „aus dem Internet“ zu treffen. Trotzdem chattet Nicole weiter mit verschiedenen Männern, zumindest so lange bis sie einen Job oder ihren Traummann beim Feiern findet: „<em>Manche Unterhaltungen verlaufen lediglich über einen Abend, wie ein spaßiges Ping-Pong Spiel, mit anderen wechselt man täglich ein, zwei Sätze. Manche Unterhaltungen reißen einfach ab. Die Frage nach dem &#8220;warum&#8221; stellt man sich nach ein paar Mal nicht mehr</em>&#8220;.</p>
<h3>Geschäftsmodell, Datenkrake und andere Hintergedanken</h3>
<p>Der zusätzliche Raum, den das Internet in puncto Dating anbietet, hat umgekehrt auch seine speziellen Tücken und problematischen Aspekte. Wie jede soziale Beziehung setzen Kontakte, die über das Netz geschlossen werden, ein gewisses Maß an Vertrauen ins Gegenüber voraus. Nur dass beim Online-Dating das verlangte Maß ungleich höher ist. Da erstmal niemand genau wissen kann (und soll), wer da am anderen Ende des Chatfensters sitzt, muss darauf vertraut werden, dass der  Flirtpartner erstens „echt“ ist und er oder sie (zweitens) keine zweifelhaften Absichten verfolgt. Fake-Profile, Stalker, Erpresser, Datensammler, Heiratsschwindler- Die Liste der möglichen Täuschungen und Enttäuschungen ist lang.</p>
<p>Dazu kommt die Möglichkeit, die Wahrnehmung der eigenen Person im Internet besser steuern zu können als in der analogen Welt. Nicht nur Papier, auch Bildschirme sind geduldig. Ähnlich wie Facebook auffallend viele schöne, beliebte, kreative Userprofile verzeichnet, werden viele Menschen das eigene Online-Dating-Profil wahrscheinlich vorteilhaft gestalten. Die Australierin Sim hat selbst keine Erfahrungen mit „gepimpten“ Profilen gemacht, aber Geschichten von Freunden gehört, deren Dates auf ihren Fotos deutlich jünger oder schlanker aussahen als beim ersten physischen Zusammentreffen. Das wurde auch mir mehrfach berichtet. Ein Freund hatte neulich sogar ein Date mit einer Frau, die ihre Transsexualität bis zum ersten Treffen verschwiegen hatte. Er fühlte sich reingelegt und hatte danach erst einmal keine Lust auf weiter Dates. Auch wenn dieses Beispiel extrem sein mag, die Frage ist doch, kann man solche kleinen und größeren Schummeleien in einer sich selbst gnadenlos optimierenden Gesellschaft eigentlich jemandem übel nehmen?</p>
<p>Darüber hinaus verlangt digitales Dating ebenfalls einen Glauben an die Sicherheit und Integrität der Vermittlungsmaschinen. So produziert das Anbandeln im Netz Unmengen an sensiblen Daten: Fotos, sexuelle Vorlieben, persönliche Nachrichten. Ende Juli wurde bei einem <a href="http://www.vice.com/read/everything-we-know-so-far-about-the-ashley-madison-hack-265" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hack der Seitensprung Plattform „Ashley Madison“</a> die Daten aller 37 Millionen Kunden aus 46 Ländern gestohlen und teilweise veröffentlicht. Da es häufig nicht schwer ist, die Identität einer Person über ihr Profil festzustellen, mussten viele User der Plattform um Enttarnung ihrer Affären bangen.</p>
<p>Im Zuge des Hacks kam außerdem heraus, dass das kostenpflichtige Löschangebot der Profildaten offensichtlich ein Fake war. Trotz der erhobenen Gebühr von 19 Dollar blieben die wichtigsten Daten weiterhin gespeichert und konnten so auch von den Hackern abgerufen werden. Dieser Skandal erinnert daran, dass Online-Dating auch ein Geschäftsmodell ist, das ähnlich wie andere Kommunikationsdienste und Social Media Plattformen nicht aus Nächstenliebe betrieben wird, sondern aus ökonomischen Interessen. Kostenpflichtige Dienste bezahlen wir mindestens mit Geld, kostenlose Angebote in jedem Fall immer mit unseren Daten. Der Aufbau von intimen und persönlichen Bindungen im digitalen Raum wird wohl immer mit einem gewissen Datenschutzrisiko verbunden sein.</p>
<h3>Die digitale Übersättigung: Was ist anders mit Online-Dating?</h3>
<p>Als neue Kulturtechnik und gesellschaftliches Phänomen wird Online-Dating häufig kritisch in die übergeordnete Debatte um die Auswirkungen von Internet auf Gesellschaft eingeordnet. Oft geht es dabei um das „Verschwinden des öffentlichen Raums“, die „Unnatürlichkeit“ der virtuellen Kommunikation oder einer prognostizierten tiefgreifenden Transformation sozialer Interaktion.</p>
<p>Der Feuilletonist und Filmkritiker Georg Seeßlen sieht die Bedingungen der Paar-Bildung durch Digitalisierung fundamental verändert. Dabei funktionierten im Netz alle Komponenten einer Liebesgeschichte, das Sehen und Erzählen, der Körper und die Biografie, die Sprache und das Bild auf eine andere, unkontrollierbare Weise. Auch Nicole findet es problematisch, dass online so viele Dinge, die Attraktivität ausmachen unsichtbar bleiben. Eine angenehme Stimme, eine herzliche Geste oder eine lustige gemeinsam erlebte Situation sind nicht virtuell übertragbar. Durch das Überangebot in einer Stadt wie Berlin wird so ein Profil, das einem nicht vollständig zusagt, im Zweifelsfall einfach weggeklickt. Dort, wo Dates wie ein schneller Snack konsumiert werden können, kann man schnell das Gefühl bekommen satt zu sein bzw. das wahre Hungergefühl nicht mehr zu kennen, befürchtet sie.</p>
<p>Ob nun zur ernsthaften Partnersuche, zum Herausfiltern der potentiellen Nieten auf dem Dating-Markt oder einfach zum Zeitvertreib – letztlich wird der eigene, romantische und sexuelle Handlungsspielraum durch das Internet in erster Linie erweitert und sicherlich auch transformiert. Oder um noch einmal Georg Seeßlen zu zitieren:„ <em>Jetzt haben wir eine postbürgerliche, digitale und finanzkapitalistisch hegemonialisierte Gesellschaft. Und jetzt müssen wir sehen, wo wir bleiben, mit der Liebe (&#8230;)</em>&#8220;.</p>
<p>Weitere Beiträge unserer Sommerreihe “Zusammen im Netz – Beziehungen in Zeiten neuer Medien”<a title="Dossier Sommerreihe &quot;Zusammen im Netz&quot;" href="http://politik-digital.de/category/themen/zusammen-im-netz-beziehungen-in-zeiten-neuer-medien/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> lesen Sie hier</a>.</p>
<p>Bild: <a class="owner-name truncate" title="Geh zum Fotostream von Gisela Giardino" href="https://www.flickr.com/photos/gi/">Gisela Giardino</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Zusammen im Netz &#8211; Sommerreihe 2015</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2015 14:17:07 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Zahlreiche Websites, soziale Netzwerke und Apps ermöglichen den ständigen Austausch mit den Menschen, die uns wichtig sind. Und erlauben uns zu wissen, was aktuell ansteht, wie die neue Frisur aussieht oder wie groß die Enkel geworden sind &#8211; Kommunikation auf den unterschiedlichsten Ebenen. Aber was geschieht dabei mit der Beziehung an sich? Das Gefühl jemanden zu kennen, alle Facetten eines Menschen zu erfassen, verliebt zu sein, gute Freundschaft und familiäre Nähe zu spüren – ist das digital machbar? Gefühle aus Einsen und Nullen herstellen? Und was ist eigentlich mit Bekanntschaften die aus dem Netz heraus entstehen? Sollten diese besser digital bleiben oder kann der Sprung in die analoge Welt gelingen?</p>
<p>Mit diesen Fragen beschäftigt sich die diesjährige Sommerreihe von politik-digital.de und geht verschiedenen Formen der Beziehung in Zeiten von digitaler Medien auf den Grund. Fernbeziehungen&#8230;Onlinedating&#8230;.alte Bekanntschaften erhalten&#8230;. oder neue Freundschaften schließen – es gibt zahlreiche Wege und Geschichten, wie sich zwischenmenschliche Intimität im Netz bildet und erhält.</p>
<h3>Die Onlinewelt von Liebe und Freundschaft in Zahlen</h3>
<p>Einen Weg, um mit Freunden, Partnern und Familie in Kontakt zu bleiben, haben die <span lang="zxx"><a href="http://de.statista.com/statistik/daten/studie/285230/umfrage/aktive-nutzer-von-whatsapp-weltweit/">800 Millionen</a></span> Whatsapp-Nutzer schon gefunden. Der Instant-Messenger verbindet Personen rund um den Globus und ermöglicht es, Nachrichten, Bilder und Videos in Echtzeit zu verschicken. Um das Funktionieren der App kümmern sich gerade mal <span lang="zxx"><a href="http://blog.whatsapp.com/472/400-Millionen-Geschichten?">50 Angestellte</a></span>.<br />
Der Facebook-Messenger wird von <span lang="zxx"><a href="http://allfacebook.de/news/q2-2015">700 Millionen</a></span> Menschen genutzt. Durchschnittlich verbringen Nutzer <span lang="zxx"><a href="http://allfacebook.de/news/q2-2015">45 Minuten </a></span>pro Tag in der Facebook-, Messenger- oder Instagram-App. Zum Vergleich: laut optimistischer Erhebungen spricht ein Ehepaar im Durchschnitt nur <span lang="zxx"><a href="http://www.berliner-zeitung.de/archiv/ehepartner-haben-sich-mehr-zu-sagen--als-gemeinhin-angenommen-wird--das-behauptet-eine-studie-hoerst-du-mir-ueberhaupt-zu-,10810590,10734468.html">93 Minuten</a></span> am Tag miteinander &#8211; also etwa eine Spielfilmlänge. Von den rund <span lang="zxx"><a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/05/PD14_185_122.html">14 Millionen</a></span> Alleinstehenden in Deutschland suchen laut der Website Single-Börsen-Vergleich etwa <span lang="zxx"><a href="http://www.singleboersen-vergleich.de/presse/online-dating-markt-2013-2014.pdf">8 Millionen </a></span>ihr Liebesglück im Netz. Der Vermittlungsmarkt boomt, was daran deutlich wird, dass es allein in Deutschland <span lang="zxx"><a href="http://www.servicevalue.de/studien-tests/themenschwerpunkte/sonstige-themen/studie/deutschland-test-partnervermittlungen-und-singleboersen-2014/">2.000</a></span> verschiedene Singlebörsen, Partnervermittlungen, Seitensprung-Portale oder Sextreffs gibt. Die Websites bieten jedem Nutzer das, was er sucht: ob feste Beziehung oder eine kurze Affäre, an Auswahl fehlt es jedenfalls nicht.</p>
<p>Das Internet bietet viel Raum für individuelle Herangehensweisen. Intensive Gespräche sind nicht nur nachts auf einer Parkbank schön, auch online gibt es viele Möglichkeiten, sich über Tiefgründiges auszutauschen. Das World Wide Web bietet günstige Rahmenbedingungen für solche Gespräche, und dies ist ein wichtiger Schlüssel zur Intimitätsentwicklung. Während auf Single-Börsen Websites knapp jeder zweite Nutzer <span lang="zxx"><a href="http://de.statista.com/statistik/daten/studie/252673/umfrage/alter-der-nutzer-von-online-dating-in-deutschland/">über 50 Jahre</a></span> alt ist, ist die deutliche Mehrheit der <span lang="zxx"><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/tinder-dating-app-hat-zwei-millionen-nutzer-in-deutschland-a-1015930.html">2 Millionen </a></span>Nutzer der Flirt- und Kuppel-App <a href="https://www.gotinder.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tinder </a>unter 34 Jahre alt. Daraus werden Zielgruppen und Absichten recht gut erkennbar. Angeblich trifft sich aber nur <a href="http://paragonpoll.com/mobile-dating-tinder/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einer<span lang="zxx"> von fünf</span> </a>Tinder-Nutzern auch wirklich mit einem Tinder-Match, also einer virtuell eingeleiteten Sympathie. Insgesamt beginnt dennoch über ein Viertel aller Partnerschaften im Internet. Leider wird das Internet aber auch immer häufiger zum Trennungsgrund: Ein Drittel der 5.000 Scheidungen, die im letzten Jahr bei der britischen Agentur Divorce-Online eingereicht wurden, erhielten einen Hinweis auf das soziale Netzwerk Facebook. Jede <a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/fremdgehen-in-sozialen-netzwerken-scheidungsgrund-facebook-1.1031854">fünfte</a> Scheidung in Amerika geht bereits auf Facebook und das Kommunikationsverhalten deren Nutzer zurück. Und die Tatsache, dass <a href="https://www.globalwebindex.net/blog/what-to-know-about-tinder-in-5-charts">42%</a> der Tinder-Nutzer bereits vergeben sind, macht den Kreis rund.</p>
<h3>Sommerreihe beleuchtet verschiedene Facetten von Beziehungen im Netz</h3>
<p>Der durchschnittliche Facebooknutzer hat <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/der-facebook-boersengang/zehn-jahre-facebook-7-dinge-die-sie-ueber-facebook-nicht-wissen-12782981.html">342</a> Freunde. Ein Deutscher hat laut Wissenschaftszentrum für Sozialforschung im Schnitt 3,3 wirklich gute Freunde.<br />
Das Internet bietet uns einen Weg, Bekanntschaften zu erhalten, die möglicherweise sonst längst keine mehr wären. Distanzen zu überbrücken, um eine Liebe am Leben zu erhalten. Den Kontakt zu Geschwistern und Eltern -auch nach einem Umzug in eine ferne Stadt- intensiv zu pflegen. Menschen zu treffen, denen man sonst nie begegnet wäre, und Fantasien auszuleben, für die im Alltag kein Platz ist. Welchen Einfluss das auf Gefühle, Intensität, Echtheit und Vertrauen zwischen Menschen hat, soll in mehreren Artikeln dieser Sommerreihe untersucht werden. Dafür werden wir verschiedene Facetten digital gelebter Beziehungen, technische Neuheiten und interessante Lebensgeschichten vorstellen.</p>
<p><strong>Lesen Sie weiter:</strong> Tinder, Grindr, Finya – Was ein bisschen nach Kindernamen für Fantasy Fans klingt, sind digitale Orte der modernen Partnersuche. Im Internet Menschen zu finden, um sie zu daten und zu lieben, fällt nicht mehr aus dem Rahmen. Sondern ist eine unter vielen Möglichkeiten, mit potentiellen Liebes- und Sexpartnern in Kontakt zu kommen. Als neue Kulturtechnik und neues Geschäftsmodell beschäftigt Online-Dating Wissenschaftler und Journalisten gleichermaßen wie Business Manager und Entrepreneurs. Unsere Redakteurin Alexa Schaegner hat sich gefragt, wer, wie und warum eigentlich auf Online-Partnersuche geht. Was sie herausgefunden hat,<a href="http://politik-digital.de/news/make-a-date-2-0-vom-suchen-und-finden-der-liebe-146609/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> lesen Sie hier</a>.</p>
<p><img decoding="async" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div>
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