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	<title>Tobias Morstedt &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Wie die digitalen Medien die Politik verändern</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 15:43:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Titel veranlasst den Leser in Kombination mit dem hochmodernen Thema &#34;digitale Medien in der Politik&#34; zuerst zu einigem Stirnrunzeln. Dieses gibt sich sehr schnell, wird doch deutlich, dass Jefferson - immerhin geistiger Vater der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung - seine Freude an der aktiven und persönlichen Beteiligung der Bürger an der Politik über das Internet gehabt hätte. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Titel veranlasst den Leser in Kombination mit dem hochmodernen Thema &quot;digitale Medien in der Politik&quot; zuerst zu einigem Stirnrunzeln. Dieses gibt sich sehr schnell, wird doch deutlich, dass Jefferson &#8211; immerhin geistiger Vater der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung &#8211; seine Freude an der aktiven und persönlichen Beteiligung der Bürger an der Politik über das Internet gehabt hätte. <!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
So jedenfalls folgert Tobias Moorstedt, Autor des Werkes &quot;Jeffersons<br />
Erben&quot;. Das Büchlein mit seinen knapp 160 Seiten verleitet zum<br />
Schwelgen in den gut recherchierten Anekdoten und Szenen aus dem<br />
US-Präsidentschafts-Wahlkampf 2008.
</p>
<p>
Einige der dargestellten Tools und<br />
Online-Anwendungen, wie etwa Youtube, sind bereits bekannt, andere sind<br />
gut recherchiert und stimmungsvoll aufbereitet. Die persönlichen<br />
Erlebnisse des Autors während seiner USA-Reise haben Spuren<br />
hinterlassen die man herauslesen kann &#8211; gerade dies gibt dem Werk<br />
seinen unvergleichlichen Charme und Witz.
</p>
<p>
Moorstedt beleuchtet die Spezifika des US-Wahlkampfes und nimmt sie<br />
messerscharf auseinander. Das Gefühl des Erstaunens stellt sich schnell<br />
ein, liest man etwas über den &quot;Long Tail der Politik&quot; oder die &quot;New<br />
Kids on the Blog&quot;. Bekannte Phänomene werden neu interpretiert und aus<br />
einem ganz anderen Licht beleuchtet, wie es nur das Erlebens des<br />
Wahlkampfes vor Ort hervorbringen kann. Tiefes Hintergrundwissen äußert<br />
sich eher nebensächlich und wird als selbstverständlich wahrgenommen.
</p>
<p>
Die Internet-Kampagne<br />
Spannend ist vor allen Dingen auch, wie Moorstedt die Hintergründe der<br />
Wahlkampagnen der Kandidaten und der Vielzahl politischer Websites<br />
beleuchtet. Sei es die Firma Blue State Digital, Heimat der Macher der<br />
Obama-Kampagne im Web, oder moveon.org, der demokratischen<br />
Organisations-Plattform im Internet: Moorstedt hat mit allen gesprochen<br />
und gibt seine subjektiven Eindrücke wieder. Eine digitale Avantgarde<br />
hat sich da heraus gebildet, welche die politischen Geschicke<br />
beeinflussen möchte.
</p>
<p>
Nicht Gier oder politischer Machtwille stehen dabei im Vordergrund,<br />
sondern der Wille zur demokratischen Veränderung, zum neuen Aufbruch,<br />
zum &quot;Change&quot;. Dieser Aufbruch zum Wandel wird als Triebfeder der<br />
Protagonisten der neuen elektronischen Demokratie spürbar dargestellt.<br />
Eine bemerkenswerte Leistung, die den Leser andeutungsweise verstehen<br />
lässt, auf welcher Stimmungswelle Barack Obama in das Weiße Haus<br />
eingezogen ist.  </p>
<p><b>Die &quot;grassroots&quot; als Allheilmittel?</b></p>
<p>Eindringlich geht Moorstedt auch auf die grassroots-Strategie der<br />
Obama-Kampagne ein. Eine offene Kampagne sollte sie sein, in der die<br />
Unterstützer alles dürfen. Doch allzu oft sind die Instrumente und Wege<br />
der Online-Kampagnen gesteuert und die Richtung damit beeinflußt<br />
worden. Die Möglichkeiten des web 2.0 machen jedoch auch eine<br />
Überwindung dieser Steuerung möglich, wie Moorstedt an einigen<br />
Beispielen zeigt.
</p>
<p>
Dabei differenziert er allerdings nicht nach dem wahlentscheidenden<br />
Charakter etwa einer kleinen facebook-Gruppe, die versucht ein<br />
millionenfach angesehenes youtube-Video zu diskreditieren. Nichts desto<br />
trotz lässt sich das Ausmaß der Auswirkungen erahnen.
</p>
<p>
<b>Neue &quot;Player&quot; im politischen Prozess</b></p>
<p>Deutlich wird vor allem eines: es gibt im politischen Prozess und<br />
besonders in den Wahlkämpfen in den USA neue Player im Internet. Sie<br />
verändern damit nicht nur die Art und Weise wie kommuniziert wird, sie<br />
verändern auch das Bewußtsein dafür, wer überhaupt kommuniziert. Die<br />
&quot;dritte Partei&quot; moveon.org und die Blogosphäre als elementarer<br />
Bestandteil des politischen Prozesses in den USA beschreibt Moorstedt<br />
mit einer Schärfe, die beim deutschen Leser nur schlichten Unglauben<br />
hervorrufen kann, sogar muss.
</p>
<p>
Und dennoch verliert der Autor nie die kritische Einstellung eines<br />
guten Journalisten und ist bei aller Euphorie für das neue Medium in<br />
der Lage, die richtigen Fragen zu stellen. Ein visionärer Ausblick auf<br />
die &quot;Open-Source&quot;-Democracy rundet das Werk ab, welches einen<br />
gelungenen Gesamteindruck hinterläßt und intensiv zum Nachdenken anregt.</p>
<p>Alle Phänomene die im US-Wahlkampf im Internet von Bedeutung waren,<br />
greift Moorstedt auf und erzählt, was er auf seiner Reise durch das<br />
politische Web sowie in persönlichen Gesprächen erfahren hat und was<br />
für ihn von Bedeutung war. Hinterlegt mit einer gehörigen Portion<br />
analytischer Schärfe wird dieser Titel zum &quot;must have!&quot; für jeden<br />
Anhänger des neuen Mediums.</p>
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