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	<title>Tod &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Der letzte Wille &#8211; Zwischen Datenschutz und Aufarbeitung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 May 2017 11:53:48 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Der Tod ist Teil des Lebens und doch besonders für Angehörige eine zugleich emotionale und oftmals organisatorische Herausforderung. Dies gilt besonders im Zeitalter der zunehmenden Digitalisierung, in der plötzlich nicht mehr nur das materielle Erbe verwaltet werden muss. Vielmehr stellt sich immer häufiger die Frage: Was passiert mit dem digitalen Nachlass, jenen individuellen Profilen, virtuellen Gesprächen, Chats, Bildern und Erinnerungen? Und was, wenn Fragen offen bleiben?</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Kaum etwas ist grausamer, als die Vorstellung, die eigene minderjährige Tochter werde von einem Zug erfasst und getötet. Schlimmer ist wohl nur die Unsicherheit der Eltern, wenn ungeklärt bleibt, wie es überhaupt zu einem solchen Unglück kommen konnte. So geschehen 2012 in Berlin, als eine 15-Jährige unter die U-Bahn geriet und an den Folgen ihrer Verletzungen im Krankenhaus verstarb. Unfall oder doch Suizid? Diese Frage blieb bis heute ungeklärt, weshalb die Eltern der Teenagerin sich vor allem aus den Chatverläufen des Facebook-Profils ihrer Tochter Antworten erhofften. Doch als sie sich einloggen wollten, war es bereits zu spät: Vermutlich ein Freund hatte das Profil bereits in den sogenannten “Gedenkstatus” versetzt: Hier kann auf der Seite Beileid bekundet, das Profil erhalten, der Account selbst aber nicht mehr verwaltet werden.</p>
<p>Es folgt ein langer Kampf der Eltern, persönlich und vor den Berliner Gerichten. Facebook blockiert, verweist auf den Datenschutz der ehemaligen Chatpartner und die rechtliche Lage im Land des europäischen Firmensitzes Irland. 2015 erklärt das Berliner Landgericht die Eltern für rechtmäßige Erben des Facebook-Accounts, wagt damit einen ersten Vorstoß in eine bisherige Grauzone: Die des Erbes von digitalen Gütern. Facebook geht in Revision, ein neues Gerichtsurteil schlägt eine Einigung vor. Die Chatpartner sollen zensiert werden, anonymisiert. Dann könne es eine Möglichkeit geben, Einblicke in den Verlauf zu erhalten.</p>
<p><b>Dringender Handlungsbedarf</b></p>
<p>Das ist zumindest etwas, könnte man jetzt meinen. Besser als nichts. Doch zu einer Einigung kommt es nicht. Am 31. Mai urteilt das Berliner Kammergericht: Die Eltern erhalten keinen Zugang zum Account ihrer Tochter. Dabei beruft sich das Gericht auf das Fernmeldegeheimnis. Ob Online-Konten jedoch grundsätzlich vererbbar sind oder nicht, dazu äußern sich die Richter in ihrer Entscheidung nicht.</p>
<p>Das ist zum Teil verständlich, weil sich die Rechtsprechung eben nur auf bisher bestehende Gesetze beziehen kann, auch wenn diese neuen Konstellationen kaum gerecht werden. Aber sollte der digitale Nachlass nicht längst einen rechtlichen Rahmen erhalten haben, im selben Maße, wie die Nutzung Digitaler Medien und vor allem Sozialer Netzwerke mittlerweile in allen Altersgruppen zur alltäglichen Angelegenheit geworden ist? Dieses “Ankommen” von social networks in der Mitte der Gesellschaft macht eine Initiative des Gesetzgebers zum “digitalen Erbe” dringend erforderlich. Aus Gründen der Rechtssicherheit, aber auch aus der ethischen Perspektive des Umgangs mit immateriellen, virtuellen Gütern.</p>
<p>Viele “Produkte” wurden mittlerweile digitalisiert: Filme landen als gekaufter Stream oder Videodatei auf dem Rechner, Bücher werden auf E-Readern gelesen. Online ersetzen Chats Liebesbriefe, Blogs und Tagebücher. Ganze Kunstwerke entstehen durch die Nutzung von Graphikdesign-Tools, die häufig auf externen Servern gespeichert werden. Einer solchen Entwicklung kann nur gerecht werden, wer diesen menschlich und zwischenmenschlich erzeugten Gütern auch rechtlich den nötigen Stellenwert zuschreibt. Nur mit festen Regeln kann vermieden werden, dass sich Datenschutz und der Wunsch nach angemessener Aufarbeitung und Bewahrung des digitalen Andenkens gegenüberstehen.</p>
<p><b>Aufklärung und feste Regeln</b></p>
<p>Hilfreich wäre es in diesem Fall auch, entsprechende Aufklärungsarbeit gegenüber den Usern zu leisten. Z.B. indem man Nutzern nahelegt, im Testament konkret zu bestimmen, wie im Todesfall mit Accounts und Daten verfahren werden soll. Das ist natürlich nicht immer möglich, weshalb gesetzliche Grundlagen vorhanden sein sollten, die Unklarheiten zum Wohle aller Beteiligten vermeiden. Sie könnten etwa klar festlegen, dass digitaler Nachlass vererbbar ist und somit auch den großen Playern im Social-Media-Segment beim hochsensiblen Thema Datenweitergabe rechtliche Absicherung bieten. Denn dort, wo ein Wirrwarr im Paragraphendschungel herrscht oder neue Entwicklungen und Tools in Gesetzestexten überhaupt nicht zu finden sind, kommt es häufig zu paradoxen Situationen: So geht ein Teil der Juristen davon aus, dass Zugänge zu Online-Accounts und Chats nach dem Tod wie vertrauliche Telefongespräche behandelt werden müssen. Private Briefe des Toten hingegen können von erbberechtigten Angehörigen jederzeit geöffnet und gelesen werden.</p>
<p><b>Digitales Profil als Erinnerung reicht nicht</b></p>
<p>Digitale Daten jedoch sind Teil des Schaffens eines Menschens, seiner Identität und auch wichtige Zeugnisse seines Lebens. Ihr Verlust führt im schlimmsten Fall dazu, dass Familienmitglieder die Aufarbeitung und Trauerphase kaum in einem für sie wichtigen Maße abschließen können, besonders wenn ein begangener Suizid im Raum steht. Das Profil als Erinnerung in einen “Gedenkzustand” zu versetzen, reicht dementsprechend nicht nur nicht aus, sondern kann sogar extrem kontraproduktiv sein wie das Schicksal der Familie des Berliner Mädchens zeigt. Es ist höchste Zeit dafür zu sorgen, dass digitaler Nachlass ein Herzensthema wird. Unsere Erben werden es uns danken.</p>
<p>Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/Pexels-2286921/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=2182008">Pexels</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=2182008">Pixabay</a>  <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 public domain</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Nov 2016 12:41:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Memento mori. Bedenke, dass du sterblich bist. In Zeiten von Grenzen- und Zeitlosigkeit der digitalen Welt scheint dieser Gedanke häufig [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_Sterben-2.0.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-150296 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_Sterben-2.0.jpg" alt="Afterlight von Jonathan Grado via flickr, licenced CC BY-SA 2.0" width="638" height="335" /></a></em>Memento mori. Bedenke, dass du sterblich bist. In Zeiten von Grenzen- und Zeitlosigkeit der digitalen Welt scheint dieser Gedanke häufig in Vergessenheit zu geraten. Die Spuren unseres digitalen Selbst bleiben wohl für immer bestehen. Trauern wir also noch zu Recht oder sind wir nicht schon unsterblich?</p>
<p>„Danke, dass du mal wieder vorbeigeschaut hast! Wir hoffen, dass du dich bald wieder anmeldest“, verabschiedet Facebook seine Mitglieder. Manchmal kommt es aber vor, dass der letzte Logout wohl auch für immer der letzte bleiben wird. Menschen scheiden aus dem Leben, doch durch Posts und Kommentare scheint ihr digitales Ich auch nach dem biologischen Ableben weiter zu bestehen. Was kommt danach, wie liken, respektieren die Verstorbenen und gedenken wir ihrer in der Netzgemeinde?</p>
<h3>Digitale Friedhofskultur: Mobil und immer erreichbar</h3>
<p>Früher läuteten die Totenglocken, heute bekommen wir eine Push-up Nachricht, wenn UserInnen aus dem Leben scheiden, eine neue Statusmeldung genügt und alle wissen Bescheid. So erlaubt Facebook seinen NutzerInnen ihr digitales Erbe zu regeln. In den Sicherheitseinstellungen können NutzerInnen einen Nachlasskontakt bestimmen, der über ihr digitales Hab und Gut verfügen soll, wenn dieses in den Gedenkzustand versetzt wird. Nur Facebook-FreundInnen können hier trauern und ihr Beileid bekunden. In diesem Zustand sind Änderungen im Profil nicht mehr möglich. Alternativ kann aber auch bestimmt werden, dass Profile nach dem Tod gelöscht werden.</p>
<p>Dies ist nur eine von vielen Möglichkeiten, wie Hinterbliebene Abschied nehmen können. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hinweise_zum_Umgang_mit_Trauerf%C3%A4llen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a> erinnert beispielsweise mit einem eigenen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Gedenkseite_f%C3%BCr_verstorbene_Wikipedianer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kondolenzbuch</a> an seine verstorbenen AutorInnen. Wem das nicht individuell genug ist und wer die Gedenkstätte der Angehörigen jedem zugänglich machen will, für den stellt das Netz verschiedene Angebote zur Verfügung: <a href="http://www.thedigitalbeyond.com/online-services-list/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">thedigitalbeyond</a> bietet eine Übersicht verschiedener Angebote zum digitalen Tod und der virtuellen Anteilnahme. Jeder Mensch kann auf seine Weise Beileid bekunden, sei es durch kleine Texte, Bilder oder Videos, die an die Verblichenen erinnern sollen.</p>
<p>Nicht nur am Tag der Toten in Mexiko, wenn jedes Jahr die Zentralfriedhöfe zu leben beginnen und Tausende darauf feiern, nicht nur dann nimmt der Totenkult obskure Züge an. <a href="http://mydeathspace.com/vb/forum.php?s=d915bdc8ee86d1bb40e3e1d8b23c2191" target="_blank" rel="noopener noreferrer">MyDeathSpace</a> treibt dies auf die Spitze. Das an MySpace angelehnte Forum ist die Nekropole des Netzes. Tod, Trauer und Sensationslust treffen hier aufeinander. Per News-Alert werden NutzerInnen über die neusten Todesfälle informiert und mit den digitalen Profilen der Verstorbenen verbunden. Ein Premium-Account bietet besonders vom Morbiden Begeisterten einen Platz in der ersten Reihe der Leichenschau. Schon 24 Stunden vor der Veröffentlichung sind die Todesanzeigen verfügbar. Der Totentanz beginnt.</p>
<h3>Das digitale Spiel mit dem Tod – Secondlife, Afterlife, Eternal Life</h3>
<p>„Ich tanze mit dem Tod“, der Totentanz ist ein beliebtes Motiv des Mittelalters, der die Verbindung von Leben und Tod zeigt. So lebt auch der „King of Pop“ ewig weiter und lässt den Tod Moonwalk tanzen. Zumindest als Hologramm war Michael bei den Billboard Music Awards 2014 anwesend.</p>
<p>Eine Beerdigung ist nicht nur seelisch eine Herausforderung für die Hinterbliebenen, häufig ist allein die Organisation belastend genug. Bereits zu Lebzeiten kann deshalb jeder mit digitalen Helfern seine eigene Beisetzung planen. Häufig hätte man aber noch so viel zu sagen: <a href="https://www.deadmansswitch.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">deadmansswitch</a> erlaubt es deshalb, noch wichtige letzte Worte an die Hinterbliebenen zu richten. Sie werden nicht vergessen sein.</p>
<p>Leben und Tod zwischen Geistern und Wirklichkeit: <a href="http://www.ghostmemo.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ghostmemo</a> erinnert uns daran, stets online zu bleiben. Das Angebot der Betreiber setzt im Fall des Ablebens eine Notfallkette in Gang. Ausgelöst wird sie, wenn das monatliche Lebenszeichen in Form einer Mail nicht gegeben wird. Wer digital nicht lebt, ist vermutlich auch biologisch tot.</p>
<p>Online-Welten werden immer mehr zu unserer zweiten Realität, unsterbliche Avatare zu unserem zweiten Ich. Vor einigen Jahren erregte der Tod eines 23-jährigen Taiwanesen großes Aufsehen. Während sein digitaler Avatar in der Welt von Warcraft seinen biologischen Gegenpart überlebte, verstarb dieser völlig entkräftet vom Onlinespiel, in der realen Welt, im Internetcafé, an multiplen Organversagen. Erst Stunden später bemerkte man den Tod des Spielers.</p>
<p>Von der Wiege bis zur Bahre, Kommentare, Kommentare, ob Jung, ob Alt, arm oder reich, die ganze Gesellschaft ist heute im Netz vertreten. Soziale Medien als Spiegel unserer Gesellschaft, unser virtuelles Profil als digitales Selbst. <a href="https://www.eter9.com/auth/login" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eter9</a> lässt das unsterblich werden, speichert unsere Nachrichten, Posts und Kommentare und erschafft uns ein virtuelles Selbst, das die Ewigkeit überdauert. Der Avatar lernt aus unseren Gedanken zu Lebzeiten, entwickelt diese selber weiter, lebt an unserer Stelle weiter, postet und tweetet in unserem Namen. Als ob wir nie gegangen wären.</p>
<p>Die Zeit des Fleisches ist vorbei: <a href="https://www.lifenaut.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LifeNaut</a> geht sogar noch einen Schritt weiter und friert unsere DNA ein, speichert unsere Persönlichkeit, lagert uns ein. Hier können wir uns die Frage stellen: Sind wir das überhaupt noch selbst? Ziel dieses Projektes ist es, aus eingefrorener DNA den Körper zu klonen und die Persönlichkeit wie eine Software aufzuspielen. Die Würde des Menschen ist unantastbar, Menschen sind Menschen, da sie verschieden sind. Wo bleibt aber der Menschen, wenn Körper und Geist austauschbar würden, wenn unser biologisches Selbst nur noch bloße Hülle ist?</p>
<h3>Haben wir den Tod schon ausgetrickst – wer hat hier wen ausgetrickst?</h3>
<p>Dem Tod ein Schnippchen schlagen, darum geht es in der Geschichte vom Brandner Kaspar. Dem alten, aber noch rüstigen Brandner Kaspar gelingt es, den Boandlkramer – den bayrischen Tod – mit Kirschwasser erst betrunken zu machen. Anschließend betrügt er diesen beim Kartenspiel und „gewinnt“ so noch 18 Jahre Lebenszeit. Bald sterben soziales Umfeld und Familie. Er verliert die Lust am Leben. Als seine Nachbarin bei einem Unfall verunglückt und in den Himmel kommt, fliegt der Schwindel auf. Der Boandlkramer bietet dem Kaspar an, einen Blick ins Paradies zu werfen. Dort findet er Freunde und Familie wieder, beschließt dort zu bleiben. Der Tod hat doch noch gewonnen, lässt sich nicht austricksen.</p>
<p>Diese Geschichte lehrt uns, der Tod gehört zum Leben, wie das Leben zum Tod. „Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben“, wusste bereits der römische Philosoph und Kaiser Marcus Aurelius.</p>
<p>Seit Beginn der Menschheit ist es ein Traum unsterblich zu sein. Vieles wurde dafür getan, immer weiter gehen die Anstrengungen das Unmögliche  zu erreichen. In der digitalen Welt werden wir jetzt schon unsterblich. Doch was passiert, wenn Maschinen unsere „Persönlichkeit“ übernehmen, wir durch sie existieren und sie uns weiterentwickeln? Wer sind wir dann noch? Sind wir dann überhaupt noch wir selbst? Der Mensch wird letztlich überflüssig, trickst nicht nur den Tod aus, sondern auch sich selbst. Er macht sich überflüssig, stirbt an sich selbst auf seiner Suche nach der Unsterblichkeit.</p>
<p>Tod und Leben, Leben und Tod, Leben und leben lassen, der ewige Kreislauf. Menschen werden geboren, Menschen sterben, doch tot ist man erst dann, wenn niemand mehr an einen denkt. So leben wir auch ohne digitale Unsterblichkeit ewig weiter.</p>
<p>Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit von <a href="http://politik-digital.de/user/sraab/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stephan Raab</a> und <a href="http://politik-digital.de/user/owolff/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oliver Wolff</a> und ein Crosspost von <a href="https://www.wahl.de/aktuell/2016/10/31/sterben-2-0-digitale-unsterblichkeit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wahl.de</a>.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/jonathan-grado/10753090904/in/album-72157637466339354/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Afterlight </a>von <a href="https://www.flickr.com/photos/jonathan-grado/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jonathan Grado</a> via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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