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	<title>Toll Collect &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Toll Collect &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>LKW-Maut: Die Bundesregierung darf nicht von Konzernen vorgeführt werden</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/lkw-maut-die-bundesregierung-darf-nicht-von-konzernen-vorgefuehrt-werden-242/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehrspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Toll Collect]]></category>
		<category><![CDATA[Lkw-Maut]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Albert Schmidt <!-- #EndEditable --> 
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->25.02.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Albert Schmidt <!-- #EndEditable --><br />
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->25.02.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --><b>Moderator:</b> Liebe Freunde und Gegner<br />
der LKW-Maut, herzlich willkommen <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">im<br />
tacheles.02 Live-Chat</span></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">.</span><br />
Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de.<br />
Heute ist der verkehrspolitische Sprecher der Grünen und ausgewiesene<br />
Maut-Experte, Albert Schmidt, zum Chat ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen<br />
sind. Technisch alles klar? Ich meine natürlich zum chatten. </p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/aschmidt84x119.jpg" alt="Albert Schmidt, Verkehrsexperte der Grünen" align="left" height="119" width="84" />Albert<br />
Schmidt:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Uffesheimer:</b> Pläne im Bundesfinanzministerium, die fehlenden<br />
Milliarden über eine zusätzliche Kreditaufnahme der Bahn AG<br />
&#8211; bei gleichzeitigem Verzicht der Bahn auf gesetzliche Bundeszuschüsse<br />
für 2004 &#8211; zu finanzieren, lehnt die Union definitiv ab. Wie ist<br />
ihre Meinung dazu?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Ein schlichter Ausfall der Maut-Finanzierung<br />
Verkehrsinvestitionen wäre nicht nur verkehrspolitisch, sondern<br />
auch konjunkturpolitisch unerträglich. Deshalb bleibt uns keine<br />
andere Wahl, als in der Mischung verschiedener Instrumente für<br />
eine Überbrückung der Einnahmelücke zu sorgen, notfalls<br />
auch über eine befristete und begrenzte Kreditaufnahme.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das heißt höhere Staatsverschuldung, 3-Prozent-Maastrich-Kritierium<br />
Defizitgrenze endgültig adé?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Ich darf daran erinnern, dass Bundesfinanzminister<br />
Eichel im letzten Jahr seinen Kreditermächtigungsrahmen um etwa<br />
4 Mrd. Euro nicht ausgenutzt hat. Da gibt es also noch Spielraum, der<br />
nicht eine zusätzliche Gefährdung der Maastricht-Kriterien<br />
bedeuten muss.
</p>
<p>
<b>Franke:</b> Ihre Kollegin Frau Hermenau fordert, die durch die Mautausfälle<br />
entstandenen Haushaltslöcher von 2,1 Mrd. Euro durch Kürzungen<br />
und Umschichtungen im Haushalt zu finanzieren. Die Union stimmt dem<br />
ja ausnahmsweise zu. Auch Herr Eichel?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Alle sind für Umschichtungen, solange kein<br />
Ministerium selbst etwas hergeben muss. Solange es kein Manna vom Himmel<br />
regnet, muss man mit einem Bündel kreativer Maßnahmen durchkommen:<br />
Vignetteneinnahmen noch 2004, Straf- und Schadensersatzzahlungen von<br />
Toll Collect, Privatisierungserlöse und eben auch Zwischenfinanzierung<br />
bis zu einer Streckenmaut über befristete Kredite.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Frage, die Prognosefähigkeiten bis zum<br />
Anschlag erfordert:
</p>
<p>
<b>Tolle:</b> Die Bundesländer fordern von der Bundesregierung<br />
den vollständigen Ausgleich ihrer Verluste. Wie viel Ausgleich<br />
zahlt denn Toll Collect und wie hoch ist die Differenz, die der Bund<br />
selber zahlen muss?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Der Bund hat gegenüber Toll Collect 100<br />
Prozent der Einnahmeverluste plus Vertragsstrafen verlangt .Wie viel<br />
davon im bevorstehenden Schiedsgerichtsverfahren bzw. notfalls auch<br />
in einem Gerichtsverfahren zu bekommen ist, wird sich zeigen. Nach meiner<br />
Einschätzung sind die Chancen durchaus gut für den Bund, da<br />
Toll Collect mit saftigen Täuschungsmanövern m.E. eine volle<br />
Haftungspflicht selbst ausgelöst hat.
</p>
<p>
<b>mercedes:</b> Toll Collect will in den kommenden Tagen eine Wiederaufnahme<br />
der Verhandlungen über das satellitengestützte Mautsystem<br />
für Lkw vorschlagen. Wozu bekommen die denn wieder Zeit? Was erwarten<br />
sie sich?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Nach der Kündigungsanzeige vom 17. Februar<br />
hat Toll Collect laut Vertrag die Möglichkeit, binnen acht Wochen<br />
die Kündigungsgründe bzw. technischen Probleme zu beheben.<br />
Es würde mich wundern, wenn plötzlich innerhalb weniger Wochen<br />
all das geschafft würde, was monatelang nicht geklappt hat. Wenn<br />
aber doch, dann umso besser. In jedem Fall reichen uns nicht neue Versprechungen,<br />
sondern nur finanzielle Garantien.
</p>
<p>
<b>guckstu:</b> Hat es Ihrer Meinung nach Sinn, mit Toll Collect weiter<br />
zu machen? Wäre es gut, wenn der Siemens-Konzern sich formell beteiligte?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Eine weitere Zusammenarbeit mit Toll Collect<br />
(TC) halte ich für sehr schwierig. Zuviel Vertrauen ist zerstört<br />
worden. Es könnte nur noch über saftige Vertragsstrafen und<br />
Garantiesummen gehen. Die Siemensfrage kann nur TC selbst beantworten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wie hoch müssten die Vertragstrafen denn sein.<br />
So hoch wie von Stolpe gefordert oder ist da Verhandlungsspielraum?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Im Grunde ungedeckelte Haftung (bis zu 2,8 Mrd.<br />
Euro pro Jahr) als garantierte Einnahmen des Bundes.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Darunter tun es die Grünen nicht?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Weniger leisten und mehr Geld bekommen &#8211; nach<br />
dieser Verhandlungslinie von TC werden wir nicht tanzen.
</p>
<p>
<b>Heiner:</b> TollCollect ist doch eine GmbH und wie sieht es denn<br />
nun mit der Haftungsbegrenzung bei TollC. aus?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Nach dem geltenden Vertrag und nach dem BGB<br />
gibt es für TC keine Haftungsobergrenze. Deshalb will das Konsortium<br />
ja gerade nachträglich einen Deckel einziehen, für den wir<br />
keine Veranlassung sehen. Wenn die Jungs nun alles plötzlich technisch<br />
doch für machbar halten, können sie auch unbegrenzt haften.
</p>
<p>
<b>gibgas:</b> Ich vermisse eine klare Haltung der Regierung. Auch<br />
der Kanzler fordert bei Daimler-Chef, aber nichts passiert. Tanzt die<br />
Wirtschaft der Politik auf der Nase rum?
</p>
<p>
<b>PAnnendienst:</b> Bundeskanzler Gerhard Schröder hat bei den<br />
beiden deutschen Konsortialführern Bewegung angemahnt. Wirkt das?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Es darf jedenfalls nicht weiterhin hingenommen<br />
werden, dass einige wenige Konzerne die halbe Bundesregierung am Nasenring<br />
durch die Arena vorführen. Deshalb die harte Haltung jetzt.
</p>
<p>
<b>Ursberger:</b> Warum holt man nicht ein Unternehmen rein, das etwas<br />
von Maut versteht, zum Beispiel wie in Österreich? Die Deutschen<br />
wollen immer alles ganz erfinden. Was dann nicht klappt.
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Die Kritik ist berechtigt. Man hätte von<br />
Anfang an auf erprobte Technologien setzen sollen und nicht auf eine<br />
Reißbretttechnologie.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> zum Thema Umgang mit Toll Collect:
</p>
<p>
<b>meier234:</b> Nur leider ist die harte Haltung schon früher<br />
notwendig gewesen, meinen Sie nicht auch?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Der Minister musste jeden Quadratmillimeter<br />
eines Kompromisses ausleuchten, ehe er die Kündigungsanzeige rauslassen<br />
konnte. Andernfalls hätte es geheißen: zu früh gekündigt<br />
und damit Zeit und Einnahmen verschenkt. Meine Kollegen von CDU und<br />
FDP haben noch in der Verhandlungsnacht am 16. Februar getönt:<br />
Alles, nur keine Kündigung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das hat sich in den Medien aber hin und wieder auch<br />
ein bisschen anders angehört &#8211; von allen Parteien.
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Bei den Haushältern ja, bei den Verkehrspolitikern<br />
nein. Dort setzt die Opposition nach wie vor auf TC.
</p>
<p>
<b>BAhner:</b> Hat Stolpe das Parlament richtig informiert oder fühlen<br />
sie sich schlecht behandelt?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Stolpe hat uns bis zur Erschöpfung informiert.<br />
Da kann man ihm nun wirklich nichts vorwerfen.
</p>
<p>
<b>Flugbenzin:</b> Die Grünen halten sich mit einer klaren Position<br />
sehr zurück und sind mitverantwortlich für das Mautdebakel.<br />
Stehen sie dazu?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Mitverantwortlich ist das ganze Parlament. Dazu<br />
stehe ich. Deshalb nenne ich es ja Betrug, dass TC noch im Mai 2003<br />
den versammelten Verkehrsausschuss des Bundestages mit angeblich funktionierenden<br />
Mautgeräten hinters Licht geführt hat. Originalton TC damals:<br />
Wir sind voll im Zeitplan. Das war gelogen und ein Stück weit sind<br />
wir alle Opfer dieser Täuschungen geworden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kommentar von:
</p>
<p>
<b>wolfgang_steiger:</b> Hr. Schmidt, würden Sie bitte für<br />
die Zukunft den guten Rat mitnehmen, das Fell erst dann zu verteilen,<br />
wenn der Bär wirklich erlegt ist?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Ein guter Rat, nur werden wir jetzt trotzdem<br />
dieses Fell organisieren müssen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch einmal zum Zeitablauf:
</p>
<p>
<b>schramm:</b> Dann wäre eine Kündigung aber doch schon<br />
eher geboten gewesen.
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Frühest möglicher Termin für<br />
eine Kündigungsanzeige war laut Vertrag der 15. Dezember 2003.<br />
Dass es zwei Monate länger gedauert hat, lag an dem versprochenen<br />
Ergänzungsangebot von TC, das erst am 27. Januar eingetroffen ist,<br />
dafür aber so unverschämt war, dass die Kündigungsanzeige<br />
dann nur noch eine Frage von Tagen war.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zweimal Lenba, Kommentar und Frage:
</p>
<p>
<b>Lenba:</b> Ich finde gut dass sie zugeben, getäuscht zu worden<br />
sein. Ist ihr Vertrauen in die Wirtschaft gesunken? Bei zukünftigen<br />
Verkehrsprojekten: Wie wollen sie eine Pleite wie mit Toll Collect vermeiden?<br />
Bessere externe Berater? Ein anderer Verkehrsminister?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> In der Tat bin ich gegenüber Projekten<br />
der &quot;public private partnership&quot; zwischen Staat und Wirtschaft<br />
heute noch viel skeptischer: Wenn das für die Wirtschaft bedeutet,<br />
die Gewinne für sich reklamieren, die Risiken und Lasten aber beim<br />
Staat abzuladen, dann können wir künftig auf eine so verstandene<br />
Zusammenarbeit verzichten. Jeder Verkehrsminister wird übrigens<br />
künftig wohl doppelt so misstrauisch zur Sache gehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Jetzt kommt aus der Wirtschaft aber die Behauptung<br />
oder der Vorwurf, solche völlig neuen Projekte seien niemals mit<br />
voller Haftung der Betreiber zu machen. Richtig oder falsch?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Zwischen voller Haftung (hier 2,8 Mrd. Euro<br />
pro Jahr) und Minimalhaftung (TC will nur 500 Mio. Euro) liegen Welten.<br />
Wer aber an seine eigene Technik glaubt, muss keine Angst vor der Haftung<br />
haben.
</p>
<p>
<b>zug:</b> Nun zeichnen sich Verzögerungen bei der für August<br />
geplanten Einführung digitaler Lkw-Fahrtenschreiber ab, lese ich.<br />
Stolpe habe die zuständige EU-Kommissarin um Aufschub gebeten,<br />
da bis jetzt noch kein einziges Gerät zugelassen sei. Wieder schlechtes<br />
Management von Stolpe?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Wieder ein Produkt von Daimler Chrysler.
</p>
<p>
<b>Emmentaler:</b> Der Geschäftsführer des schweizerischen<br />
Mautbetreibers Fela, Ernst Uhlmann, hat sich gegen eine Auflösung<br />
des Mautvertrages der Bundesregierung mit Toll Collect ausgesprochen.<br />
Sein Unternehmen garantiere eine schlüsselfertige Technik und einen<br />
problemlosen Start innerhalb von 18 Monaten. Glauben sie das?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Autostrade will sogar ab Juli bereits die Mauteinnahmen<br />
zahlen, wenn es bei Toll Collect unterschlüpfen darf.
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Es liegen informelle Angebote von beiden und<br />
von einer ganzen Reihe anderer auf dem Tisch. Bis zur Kündigung<br />
heißt unser Vertragspartner aber TC, den wir nicht aus der Verantwortung<br />
lassen. Ob TC seinerseits den Sachverstand und die Erfahrung von Autostrade,<br />
von Fela oder anderen in die Vertragserfüllung einbeziehen will,<br />
ist deren Entscheidung. Es wäre meines Erachtens ratsam, da es<br />
einer der Grundfehler war, nicht rechtzeitig jemanden einzubeziehen,<br />
der Erfahrung mit Tolling (mit Mauterhebung) hat.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Thema &quot;ein weiteres Produkt von DaimlerChrysler&quot;<br />
Kommentar von:
</p>
<p>
<b>schramm:</b> Achtung: viele Fahrzeuge des Bundes-Fuhrparks sind<br />
Daimler-Chrysler Fahrzeuge!!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> &#8230;wie man hier täglich auf den Straßen<br />
sieht.
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Die fahren auch gut, nur mit der Weiterentwicklung<br />
der Software-Produkte scheint es zu hapern.
</p>
<p>
<b>albert:</b> Ist es nicht klüger, eine einfachere Technik zum<br />
Maut Eintreiben zu nutzen und dafür prozentual weniger Povision<br />
an die Betreiber zu zahlen?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Bei einer Neuausschreibung nach vollzogener<br />
Kündigung würde ich dringend dazu raten, auf bewährte<br />
Technologien zu setzen, die im Betreiberentgelt tatsächlich günstiger<br />
sind.
</p>
<p>
<b>bodewig:</b> Fraglich erscheint aber, ob die Verbindung des satellitengestützten<br />
Systems von TC mit einem mikrowellenbasierten System eines anderen Betreibers<br />
nicht zu neuen und möglicherweise nicht beherrschbaren Technikproblemen<br />
führt.
</p>
<p>
<b>hwilker:</b> Die Konkurrenzangebote aus Österreich, Italien<br />
und der Schweiz erfüllen, soweit ich weiß, alle nicht die<br />
künftigen Anforderungen an Mautsysteme, wie sie von der EU beschlossen<br />
worden sind. Warum sollte eine technische Lösung in Frage kommen,<br />
die definitiv in fünf oder sechs Jahren veraltet ist?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Die Verbindung von Satellit und Mikrowelle scheint<br />
in der Schweiz im Wesentlichen zu funktionieren. Die EU hat erkennbar<br />
Abstand genommen von der Vorschrift satellitengeschtützter Systeme.<br />
Grund: die deutschen Erfahrungen.
</p>
<p>
<b>Tunnelblick:</b> Ist die Maut eine Finanzquelle oder ein Steuerungsinstrument<br />
für die vielen Brummiverkehr? Darüber spricht keiner mehr,<br />
was ich sehr schade finde? Es gibt doch genügend Sachfragen, die<br />
jetzt liegen bleiben!
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Was mich als grünen Verkehrspolitiker am<br />
meisten ärgert, ist, dass mit der Maut ein Steuerungselement einer<br />
ökologischen Verkehrspolitik als Modellprojekt für gerechte<br />
Wegekosten an die Wand gefahren wird. Der Güterzug bezahlt schon<br />
längst seine Streckenmaut &#8211; die heißt Trassenpreis -, der<br />
LKW fährt im Moment gratis unsere Straßen kaputt. Die Streckenmaut<br />
auf der Straße wird kommen, aber das TC-Disaster wirft uns um<br />
drei Jahre zurück.
</p>
<p>
<b>Ã-kofreak:</b> Nun ist die LKW-Maut ja nicht gerade etwas,<br />
was ungeteilte Zustimmung in der Wirtschaft genießt. Was ist dran<br />
an Gerüchten, dass ein Scheitern der Maut von der Wirtschaft eigentlich<br />
gewollt war?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Von solchen Verschwörungstheorien halte<br />
ich gar nichts. Die Einführung einer Streckenmaut ist eigentlich<br />
Konsens, auch bei den deutschen Speditionen, denn erstmals werden dann<br />
auch diejenigen für die Benutzung deutscher Autobahnen bezahlen,<br />
die heute gratis von Grenze zu Grenze durchdonnern.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kommentar und Frage von:
</p>
<p>
<b>Biker:</b> Von Ökologie spricht ihr Koalitionspartner doch<br />
schon lange nicht mehr. Der Kanzler, Clement etc. haben doch nur Wirtschaftszahlen<br />
im Kopf! Aber die Bahn verhindert Wettbewerb auf der Schiene. Stolpe<br />
mal wieder ohnmächtig?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Für Ökologie sind in der Koalition<br />
in der Hauptsache immer noch wir Grünen zuständig. Wir haben<br />
hierzu mit unserem Partner schon einiges auf den Weg gebracht, z.B.<br />
halbierte Ökosteuer für Bus und Bahn, Rekordinvestitionen<br />
für die Schienen (4,5 Mrd. Euro in 2003). Mehr Wettbewerb auf der<br />
Schiene wird leichter möglich, wenn wir das Eisenbahngesetz demnächst<br />
novelliert haben: eine unabhängige Trassenagentur wird. fairen<br />
Netzzugang für alle Bahnen garantieren.
</p>
<p>
<b>esreicht:</b> Dann sind sie gegenüber der SPD zu zahm und setzen<br />
sich nicht durch. Ökologie fordern und durchsetzen ist zweierlei!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> In der Tat, die Grünen bestimmen im Moment nicht<br />
mehr so ganz das Reformtempo wie zu Beginn der Liebschaft mit der SPD.
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Die SPD hat im Moment schwerpunktmäßig<br />
andere Probleme zu bewältigen. Unsere Reformagenda betrifft schließlich<br />
auch die Sozialsysteme. Fest steht: beides zusammen &#8211; ökologische<br />
Fortschritte und soziale Erneuerung &#8211; sind für mich derzeit nur<br />
in der Konstellation Rot-Grün auf Bundesebene möglich. Das<br />
Tempo bestimmen nicht nur die Parteien, sondern auch die Menschen, die<br />
schließlich von den Reformen betroffen sind.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Punkt, die Maut sei Konsens bei allen Beteiligten:
</p>
<p>
<b>bodewig:</b> Dieser Konsens war aber nur zu erzielen, weil den Unternehmen<br />
eine nennenswerte Kompensation für die Mautzahlungen versprochen<br />
worden ist. Von einer Harmonisierung der Wettbewerbsbedingungen kann<br />
aber bisher keine Rede sein.
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Für eine Harmonisierung im Sinne einer<br />
teilweisen Erstattung der Maut fürs deutsche LKW-Gewerbe, z.B.<br />
durch eine reduzierte KfZ-Steuer, besteht keine Eile, solange die Speditionen<br />
überhaupt keine Maut bezahlen.
</p>
<p>
<b>Stefan Tichy:</b> England bemüht sich in Brüssel um die<br />
Einführung einer Flächenmaut. Warum ist dies nicht auch in<br />
Deutschland möglich? Autobahnmaut oder Straßen/Flächenmaut?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> In der Schweiz gibt es für LKW eine Flächenmaut.<br />
Von der Sache her ist das richtig, denn der Schwerverkehr nimmt nachgeordnete<br />
Straßen ebenso in Anspruch wie Autobahnen. Nach EU-Recht geht<br />
z.Z. nur eine Autobahnmaut. Ich bin durchaus dafür in diesem Punkt<br />
das EU-Recht auszuweiten.
</p>
<p>
<b>anonymous:</b> Eine persönliche Frage Herr Schmidt. Was qualifiziert<br />
Sie eigentlich zum Verkehrsexperten? Aus Ihrer Vita geht nichts dergleichen<br />
hervor.
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Meine politische Sozialisation Anfang der 80er<br />
Jahre begann mit zwei Themen: der Nachrüstungsdebatte und dem Widerstand<br />
gegen die Zerstörung meiner Heimat Altmühltal durch Kanal-<br />
und ICE-Trasse. Beides hat mich zur Politik gebracht, besonders zur<br />
Verkehrspolitik. Expertenwissen kann man sich aneignen, wichtiger ist<br />
Leidenschaft in der Sache.
</p>
<p>
<b>Michael Fritsch:</b> Wann kommt die Maut für PKW?
</p>
<p>
<b>esreicht:</b> Aber PKW machen auch Straßen und die Umwelt<br />
kaputt. Eine Maut für alle nach Abgaswerten?
</p>
<p>
<b>Albert Schmidt:</b> Eine PKW-Maut auf Deutschlands Straßen<br />
gibt es im Grunde bereits, verursachergerecht und kilometergenau erhoben<br />
an den Tankstellen: die Mineralölsteuer zusammen mit der Ökosteuer.<br />
Das deckt die Wegekosten der PKW. Für ein zusätzliches, kompliziertes<br />
und teures Techniksystem sehe ich keinen Bedarf.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unsere Chat-Stunde ist vorbei, vielen Dank für<br />
das große Interesse. Das dürfte nicht der letzte Chat in<br />
Sachen Maut gewesen sein. Die Transkripte aller Chats finden Sie auf<br />
den Seiten der Veranstalter. Der nächste Chat ist am kommenden<br />
Dienstag, 2. März, um dreizehn Uhr. Den Fragen stellt sich dann<br />
Volker Beck, Grünen-Abgeordneter und Verhandlungsführer der<br />
Grünen bei den Verhandlungen über das Zuwanderungsgesetz.<br />
Einen schönen Tag noch wünscht das tacheles.02-Team!</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Der Maut-Einstieg soll mit einer Abschaffung der KfZ-Steuer verbunden sein.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotder_mauteinstieg_soll_mit_einer_abschaffung_der_kfzsteuer_verbunden_seinquot-259/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jan 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Toll Collect]]></category>
		<category><![CDATA[Lkw-Maut]]></category>
		<category><![CDATA[Horst Friedrich]]></category>
		<category><![CDATA[Kraftfahrzeugsteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Horst 
Friedrich ist am 08. Januar 2004 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von 
tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Horst<br />
Friedrich ist am 08. Januar 2004 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b></span><br />
Liebe Fans der Maut und anderer spannender politischen Themen &#8211; herzlich<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von<br />
tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de. Heute ist der verkehrspolitische<br />
Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Horst Friedrich, für eine Stunde<br />
Politik-Chat ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Sind Sie bereit Herr Friedrich?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><a href="http://login.tacheles02.de/"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/hfriedrich.jpg" alt="Horst Friedrich" align="left" border="0" height="115" width="84" /><br />
</a>Horst Friedrich :</b> Ja. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
</span></span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Fangen wir ganz allgemein an.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gonzo</b>: Guten Tag, Herr Friedrich! Ist das Maut-Erhebungsverfahren<br />
von Toll Collect noch zu retten?<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich</b>: Ja. Unter der Bedingung, dass es Zusammenarbeiten<br />
zwischen Hardware und Software gibt und vor allen Dingen die Software<br />
einem Härtetest unterzogen wird.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>brummiA4:</b> Die Lösung von Toll Collect sei unter<br />
den Angeboten am anspruchsvollsten gewesen, sagte Vize-Regierungssprecher<br />
Thomas Steg. Zu anspruchsvoll für die Regierung?<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b> Sicherlich nicht zu anspruchsvoll für<br />
die Regierung, sondern zunächst für das Konsortium Toll Collect.<br />
Offensichtlich hat man dort die komplexe Technik am Anfang einfach unterschätzt.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <b>onboardkaputt:</b> Wer sind die Verantwortlichen für<br />
Hardware und Software?<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich</b>: In erster Linie die hinter Toll Collect<br />
stehenden Unternehmen Daimler Chrysler und die Deutsche Telekom mit ihren<br />
Industriepartnern Grundig bzw. Siemens. Dazu kommt offensichtlich eine<br />
ganze Legion so genannter Berater, die sich jetzt schlanken Fußes<br />
versuchen aus der Verantwortung zu stehlen. Letztendlich ist allerdings<br />
der Verkehrsminister mit seinem ganzen Ministerium in der Pflicht gewesen,<br />
das Vorgelegte zu kontrollieren und da scheint der eigentliche Pferdefuß<br />
zu liegen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zum Thema Berater würde ich später gerne noch einmal kommen.<br />
Wer hat denn bei der Technik am meisten gepfuscht: Grundig, Daimler, Telekom?<br />
</span><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich</b>: Im Prinzip eigentlich jeder in seinem<br />
Bereich. Es gibt den grundsätzlichen Technikfehler nicht. Offensichtlich<br />
sind zum Beispiel bei den so genannten Onboard Units, also den Empfangsgeräten<br />
im LKW, sowohl bei Hersteller Grundig als auch beim Hersteller Siemens,<br />
zwar bestimmte Fehler zu lokalisieren, eigentlich treten aber alle Fehler<br />
in allen Bereichen auf. Das heißt, es werden Signale für Mautpflichtige<br />
Straßen empfangen, obwohl sich das Fahrzeug auf nicht Maut-pflichtigen<br />
Straßen bewegt. Die Onbord Unit schaltet sich von selbst aus ohne<br />
erkennbaren Grund, oder für die gleiche Strecke beim gleichen LKW<br />
wird an unterschiedlichen Tagen die unterschiedliche Maut-Höhe berechnet.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tollsammler:</b> Haben sich das Verkehrsministerium und<br />
Sie von Toll Collect täuschen lassen? Hätten sie andere Experten<br />
befragen sollen, ob das System überhaupt funktionieren kann?<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b> Alle Experten, die befragt wurden,<br />
haben vorher erklärt, das System würde funktionieren. Daimler<br />
Chrysler hat bereits im Vorfeld der Ausschreibung darauf hingewiesen,<br />
dass man sich mit der Technik seit langer Zeit beschäftige und angeblich<br />
schon im Jahre 2002 einsatzfähig sei. Nicht zuletzt weist die Zahl<br />
der von Daimler Chrysler angemeldeten Patente auf intensive Vorbereitung<br />
hin. Die Bundesregierung &#8211; und die hat den Vertrag geschlossen und zu<br />
kontrollieren &#8211; hat nachweislich Defizite im Controlling beim Gesamtablauf.<br />
Erst auf die Hinweise und Fragen der Opposition seit Juni 2003 war man<br />
ja überhaupt bereit zuzugestehen, dass es Probleme geben könnte.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>danzer11:</b><br />
War die Ausschreibung fehlerhaft?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Die Ausschreibung als solche sicherlich nicht. Die Frage, die sich zumindest<br />
für mich noch stellt, ist, warum hat die Bundesregierung in der Ausschreibung<br />
einen Schadenersatz von 7,5 Mio. Euro täglich bei Nicht-Funktion<br />
des Systems gefordert und bei Vertragsabschluss auf eine Summe von 250.000<br />
Euro täglich herunterhandeln lassen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Das Kind liegt im Brunnen, daher viele Fragen, wie es nun weitergeht:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>michaelf:</b><br />
Beim Firmenkonsortium Toll-Collect ist meiner Meinung nach kein Entgegenkommen<br />
auf die Position des Verkehrsministeriums hin erkennbar. Warum hält<br />
Herr Stolpe dann immer noch an dem Vertrag fest?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Erstens muss man feststellen, dass das Konsortium Toll Collect an dem<br />
beschlossenen Vertrag festhält und die dort vereinbarten Strafen<br />
zahlt. Darüber hinausgehende Forderungen, die nicht durch den Vertrag<br />
abgedeckt sind, lehnt Toll Collect ab. Zweitens: Eine Kündigung oder<br />
eine Kündigungsandrohung würde bedeuten, dass die Bundesregierung<br />
Toll Collect die bisher getätigten Investitionen ersetzen muss. Das<br />
bewegt sich derzeit im Volumen von 1,1 bis 1,3 Mrd. Euro. Drittens: Eine<br />
Kündigung würde einen noch längeren Zeitverzug bedeuten,<br />
das heißt umgekehrt sicherlich gäbe es im Jahre 2004 keine<br />
Einnahmen aus der LKW-Maut. Viertens: Vor diesem Hintergrund habe ich<br />
persönlich für den Versuch von Minister Stolpe Verständnis<br />
im Januar eine Lösung der offenen Fragen mit Toll Collect zu erreichen.<br />
Je länger er allerdings verhandelt, desto belastbarer müssen<br />
die Vereinbarungen sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Verstehe ich Sie richtig? Die FDP steht also nicht mehr hinter der im<br />
Haushaltsausschuss des Bundestags erhobenen Forderung, den Vertrag mit<br />
Toll Collect zu kündigen, wenn es keine konkrete Startzusage gibt<br />
(gefordert war diese bis Ende 2003!)?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Ich habe deutlich gemacht, dass ich persönlich Verständnis für<br />
die Lösung habe, dass Stolpe auch noch im Januar mit Toll Collect<br />
verhandelt. Der Beschluss des Haushaltsausschusses &#8211; einstimmig gefasst<br />
&#8211; hat die Diskussion sicherlich nochmals angeheizt, fokussiert aber offensichtlich<br />
auf der rein finanziellen Überlegung weitere Belastung für den<br />
Haushalt zu vermeiden. Minister Stolpe hat schriftlich erklärt, dass<br />
er spätestens am 30. Januar 2004 entscheiden wird. Diese Zeit sollte<br />
man ihm noch lassen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Bisher war die Rede davon, dass Stolpe möglicherweise im Haushaltsausschuss<br />
&quot;gerügt&quot; werden soll? Das ist also zu den Akten gelegt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Nein, das ist noch nicht zu den Akten gelegt. Wenn ich die Forderungen<br />
meiner Kollegen in den letzten Tagen richtig gelesen habe, soll Minister<br />
Stolpe am 14. Januar dazu im Haushaltsausschuss Stellung nehmen. Günther<br />
Rexrodt hat auch öffentlich gefordert, dass sich auch Toll Collect<br />
dieser Befragung stellen soll. Im Ergebnis wird es auf die Belastbarkeit<br />
der Aussagen von Manfred Stolpe ankommen, welche Qualität die Rüge<br />
des Haushaltsausschusses annehmen wird, vor allen Dingen, ob die Kollegen<br />
von Rot-Grün bereit sind ihn hier stärker in die Pflicht zu<br />
nehmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>a66:</b><br />
Warum fordern sie dann seinen Rücktritt, wenn sie es genau so gemacht<br />
hätten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Ich habe glaube ich deutlich gemacht, dass ich Verständnis für<br />
den letzten Verhandlungsstand habe. Das heißt nicht, dass ich mit<br />
dem jetzigen Verfahren der Vertragsabwicklung mit Manfred Stolpe einig<br />
bin.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Moderator: Nachfrage<br />
zum möglichen Grund, warum sich die Bundesregierung bei der Vertragsstrafe<br />
so hat herunterhandeln lassen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>a66:</b><br />
Was vermuten sie denn?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Eine der spekulativ gehandelten Überlegungen war, dass Toll Collect<br />
zunächst nicht bereit war, den Starttermin 31.8.03 zu akzeptieren.<br />
Gewissermaßen als Belohnung für die Akzeptanz dieses Termins<br />
hat man dann die Vertragsstrafen drastisch reduziert. Ich habe dazu im<br />
Verkehrsausschuss den Minister befragt und als Antwort erhalten: &quot;Mehr<br />
war nicht verhandelbar.&quot; Die Beurteilung dieser Aussage überlasse<br />
ich Ihnen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Welchen Termin hatte Toll Collect ursprünglich angepeilt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Ich kenne nur Aussagen von Toll Collect, dass der 31.8. zu kurz sei. Es<br />
stellt sich allerdings die Frage, warum ein Konsortium aus hochkarätigen<br />
deutschen Unternehmen akzeptiert, dass im vorliegenden Maut-Vertrag ein<br />
Termin-Dreiklang festgehalten war: 21. Mai: Fertigstellung der Installation<br />
aller Systemkomponenten, 16. Juni: Beginn des Probebetriebes, 31 August:<br />
Start der Maut.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>TimoH</b>:<br />
Mein Eindruck ist, dass man das schweizer Angebot zwar mittlerweile für<br />
besser hält, aber sich die Blamage nicht eingestehen will, dass deutsche<br />
Firmen es nicht können!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Der grundlegende Unterschied zum Schweizer und jetzt auch Österreichischen<br />
Model besteht eigentlich in der unterschiedlichen Technik. Die Schweiz<br />
und auch Österreich setzen auf Mikrowellentechnik. Unser System basiert<br />
im Wesentlichen auf dem Einsatz von Satellitensignalen, ab 2008 sogar<br />
aus dem europäischen System Galileo. Ich halte unser System im technischen<br />
Ansatz für besser, aber es muss natürlich funktionieren. Das<br />
ändert nichts an der Tatsache, dass wir uns weltweit auf relativ<br />
hohem Niveau als Hightech-Nation blamiert haben. Umgekehrt: die Verwendung<br />
des Mirkowellensystems würde ebenfalls mindestens ein weiteres Jahr<br />
Zeitverzug bedeuten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Michi:</b><br />
Vor einigen Tagen kam heraus, dass sich das Bundesverkehrsministerium<br />
bei Einführung der Maut teure Berater geleistet hat. Sie haben es<br />
kritisiert. Glauben Sie nicht, dass solche Reform professionelle Betreuung<br />
und viele Kosten verlangt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Ich war nicht gegen die professionelle Betreuung, und professionelle Betreuung<br />
kostet auch Geld. Es wird für mich dann nicht mehr verständlich,<br />
wenn Beraterverträge über rund 15 Mio. Euro dazu führen,<br />
dass das System nicht funktioniert und sich ein Teil der Berater mit dem<br />
Hinweis aus der Verantwortung verabschiedet, man sei ja nur begleitend<br />
tätig gewesen. Leistung und Gegenleistung müssen hier wieder<br />
in Übereinstimmung gebracht werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Stefanie Mautzke:</b><br />
Gibt es schon Schätzungen, was die Verzögerung der Einführung<br />
den Steuerzahlern kosten wird. Und wenn ja, wie hoch sind diese?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Ich bin bei meinen Aussagen davon ausgegangen, dass dem Haushalt monatlich<br />
ca. 160 Mio. netto entgehen, wenn das Maut-System nicht funktioniert.<br />
Bei einer von mir geschätzten Ausfallzeit von insgesamt 16 Monaten<br />
reden wir also über knapp 2-3 Mrd. Euro.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Manz:</b><br />
Wo sehen Sie den Sinn der Maut: Allokation finanzieller Mittel ausschließlich<br />
für den Straßenbau oder auch ein Verlagerungsinstrument, um<br />
mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
&#8230; das heißt: Gelder einsammeln durch die Maut?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:<br />
</b>Für die FDP war die Zustimmung zur Maut immer verbunden<br />
mit der Forderung, die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur generell<br />
umzustellen. Für uns sollte der Maut-Einstieg verbunden sein mit<br />
einer Abschaffung der KfZ-Steuer und einer Reduzierung der Mineralölsteuer.<br />
Weiterhin muss das Aufkommen aus der Maut zweckgebunden ausserhalb des<br />
Haushaltes für Verkehrswegefinanzierung eingesetzt werden. Von anderer<br />
politischer Seite wird die Maut als Mittel angesehen, Verkehr von der<br />
Straße insbesondere auf die Schiene zu verlagern. Selbst der von<br />
der rot-grünen Bundesregierung (Minister Klimt) eingesetzte Sachverständigenrat<br />
unter Führung von Herrn Pellmann zur Verkehrswegefinanzierung kommt<br />
zum Schluss, dass Maut alleine kein Kilogramm Fracht verlagert. Entscheidend<br />
dazu war, ist und bleibt die Logistikfähigkeit der Schiene. Diesem<br />
Urteil habe ich nicht zu widersprechen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Deca:</b><br />
Müsste die Abschaffung der Kfz-Steuer nicht mit einer allgemeinen<br />
Straßenmaut für alle KFZ verbunden werden? Eine solche Maut<br />
könnte auch Lenkungsfunktion haben, z.b. gegen Staus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Die FDP hat mit ihrem Vorschlag natürlich nicht nur den LKW gemeint.<br />
Das von mir skizzierte Model ist mittelfristig natürlich auch für<br />
den PKW anzuwenden. Bedingung bleibt: Ohne Abschaffung von KfZ-Steuer<br />
und Reduzierung der Mineralölsteuer keine Maut für PKW.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wir haben noch eine ganze Reihe Fragen zum Thema Datensicherheit und Maut,<br />
denn da kontrolliert ja wer, wo wir so fahren</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>autoroute2:</b><br />
Datenschutz: Verbietet das Autobahngesetz denn nicht die Überwachung<br />
des gesamten Verkehrs?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>logi:</b><br />
Ist Toll Collect ein Teledienstanbieter und damit verpflichtet, Daten<br />
auf Vorrat zu speichern, damit die Strafbehörden darauf zu greifen<br />
können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Toll Collect muss Daten speichern, um letztendlich den Nutzern &#8211; sprich:<br />
den Transportunternehmen &#8211; bei Fragen zur Belastungsrechnung Auskunft<br />
geben zu können.<br />
Ich gehe bis jetzt davon aus, dass die Vorschriften des Datenschutzgesetzes<br />
dabei berücksichtigt werden. Vor diesem Hintergrund habe ich überhaupt<br />
kein Verständnis für Forderungen, die Kontrollbrücken zur<br />
LKW-Maut auch für das Herausfiltern von &quot;auffälligen&quot;<br />
PKW zu verwenden. Die Kontrollbrücken auf der Autobahn müssen<br />
systembedingt die vorbei fahrenden Fahrzeuge selektieren, um abzuprüfen,<br />
ob das sich bewegende Fahrzeug ein mautpflichtiger LKW ab 12 Tonnen Gesamtgewicht<br />
ist. Datenspeicherung darf nur für interne Rechnungszwecke zwischen<br />
den Vertragspartnern Toll Collect und den Transportunternehmen erfolgen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Trotz Ihrer Versicherung ist nach der Affäre in Thüringen<br />
(ungenehmigte Überprüfung von Kfz auf falsche Nummernschilder<br />
durch Tunnelkameras) Skepsis angebracht. Bleibt die FDP da im Zweifel<br />
wirklich hart? Hier geht es ja auch um die Länder, in denen Sie an<br />
der Regierung beteiligt ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Nur um von vornherein Missverständnissen vorzubeugen: Die Kameraüberwachung<br />
in Thüringen war keine Kamera von Toll Collect. Offensichtlich hat<br />
hier der auch ansonsten in Kritik stehende Innenminister von Thüringen<br />
nicht intensiv genug nachgedacht, bevor er angeblich Sicherungskameras<br />
zweckentfremdet hat. Die FDP wird sich im Hinblick auf den Datenschutz<br />
konsequent an die Vorgaben des langjährigen Datenschutzbeauftragten<br />
Jakob halten, der ja Mitglied der FDP ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Michi:</b><br />
Die Regierungsvorgänger CDU und FDP bei dem Thema der LKW-Maut schon<br />
seit fast drei Jahrzehnten absolut versagt haben. Was sagen Sie dazu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Diese Behauptung entspricht nicht den Tatsachen. Es war die Regierung<br />
CDU-CSU/FDP und der Verkehrsminister Wissmann, die sowohl die bis zum<br />
31. August geltende Euro-Vignette für LKW eingeführt haben,<br />
als auch so genannte &quot;Bundesfernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetz&quot;<br />
auf den Weg gebracht haben. Das war 1994 gegen den ausdrücklichen<br />
politischen Willen der jetzigen Regierungsmehrheit. Das heißt, wir<br />
haben bereits seit 1992 versucht und umgesetzt, die Kosten für den<br />
LKW verursachergerechter anzulasten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Angesichts des gestern nach dem &quot;Wer-wird-Bundespräsident-Kaffetrinken&quot;<br />
bei Angela Merkel sehr zugeknöpften FDP-Chefs Westerwelle habe ich<br />
zwar wenig Hoffung auf die klare Nennung eines Namens, aber die Frage<br />
kam öfter:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>raumer:</b><br />
Wen wird die FDP ins Rennen um die Wahl des Bundespräsidenten schicken?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>autoroute2:</b><br />
Wird die FDP einen eigenen Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten<br />
nennen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:<br />
</b>Beides ist definitiv noch nicht entschieden. Weder gibt es den/die<br />
Kandidaten/Kandidatin noch ist entschieden, ob die FDP eigene Bewerber<br />
ins Rennen schickt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Aber ob Sie Schäuble oder Töpfer lieber hätten, wissen<br />
Sie schon?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Am liebsten wäre mir ein Bundespräsident/in, der/die der FDP<br />
angehört. Theodor Heuss und Walter Scheel haben ja keinen schlechten<br />
Eindruck hinterlassen, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Die Stunde ist vorbei. Vielen Dank an alle für ihr Interesse und<br />
die zahlreichen Fragen. Es ist noch einiges ungefragt und -beantwortet<br />
geblieben. Das wird aber sicher nicht der letzte Chat zur Lkw-Maut gewesen<br />
sein. Herzlichen Dank, Herr Friedrich, dass Sie sich für uns Zeit<br />
genommen haben. Der nächste Chat ist kommenden Donnerstag mit Bundesjustizministerin<br />
Zypries um 11.00 Uhr. Das Transkript dieses Chats und aller anderen finden<br />
Sie wie immer auf den Seiten der Veranstalter der Chat-Reihe tacheles.02.<br />
Wir wünschen allen noch einen angenehmen Tag.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Horst Friedrich:</b><br />
Ich bedanke mich bei allen interessierten Fragern, wünsche ein erfolgreiches<br />
Jahr 2004 &#8211; mit oder ohne Maut.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotder_mauteinstieg_soll_mit_einer_abschaffung_der_kfzsteuer_verbunden_seinquot-259/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Überwachung auf der Überholspur</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-datenschutz-tollcoll-shtml-3199/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-datenschutz-tollcoll-shtml-3199/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[nhaenel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Nov 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Verbindungsdaten]]></category>
		<category><![CDATA[Strafverfolgung]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehrsüberwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wieder Ärger um die Lkw-Maut. Bürgerrechtler befürchten, dass das Maut-System die totale Verkehrsüberwachung ermöglicht. Löst das neue Telekommunikationsgesetz einen Konflikt zwischen Datenschutz und Strafverfolgung aus?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wieder Ärger um die Lkw-Maut. Bürgerrechtler befürchten, dass das Maut-System die totale Verkehrsüberwachung ermöglicht. Löst das neue Telekommunikationsgesetz einen Konflikt zwischen Datenschutz und Strafverfolgung aus?<!--break-->
                    </p>
<p>Ein Zusammenschluss verschiedener Bürgerrechtler, unter anderem der Chaos Computer Club, die Internationalen Liga für Menschenrechte, die Deutschen Vereinigung für Datenschutz und FoeBuD e.V. (Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs) weisen in einer<br />
                    <a href="http://www.ccc.de/press/releases/2003/CCC20031104">Presseerklärung</a> auf einen massiven Verstoß der Firma Toll Collect gegen Datenschutzrichtlinien hin und werfen ihr vor, mit ihrem Maut-System ein Überwachungsinstrument geschaffen zu haben.</p>
<p>
                    <strong>Was ist Toll Collect?</strong><br />
                    <br />Der Hintergrund: Das Konsortium Toll Collect hat im Auftrag der Bundesverkehrsministeriums ein Mautsystem entwickelt, das Daten der teilnehmenden Lkw zur Überprüfung der Einhaltung der Mautpflicht aufzeichnet. An Toll Collect sind DaimlerChrysler, die Telekom sowie das französische Unternehmen Cofiroute beteiligt. Durch die satellitengestützte Technik ist es möglich, die genaue Position eines Lkw jederzeit zu überprüfen. Außerdem sollen Kameras Schwarzfahrer per Videoaufnahme bzw. Beweisphotos überführen. Allerdings ist es technisch nicht ausgeschlossen, dass durch diese Rundumüberwachung auch der private Verkehrsteilnehmer erfasst wird. Hier sieht der Zusammenschluss der Bürgerrechtler einen Verstoß gegen die Rechte des Einzelnen. Die Maßnahmen würden zu einem „individualisierten Straßenverkehr“ führen und es Behörden, Polizei, Geheimdiensten, usw. ermöglichen, genaue Bewegungsprofile zu erstellen.</p>
<p>
                    <strong>And the Award goes to ….</strong><br />
                    <br />Die Firma Toll Collect hat bereits 2002 den „Big Brother Award“ erhalten, welcher „an Firmen, Organisationen und Personen verliehen wird, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen“. Die Verfasser der Presseerklärung beklagen außerdem, dass sich die Bundesregierung trotz günstigerer und effizienterer Systeme anderer Anbieter für das der Firma Toll Collect entschieden habe. Sie vermuten, dass diese Entscheidung damit zusammenhänge, dass das System explizit für das Sammeln und Auswerten von Daten konzipiert wurde und somit die Weitergabe der Daten an die entsprechenden Behörden vereinfacht werden könnte. Toll Collect hat zu diesem Vorwurf Stellung bezogen und versichert, dass die gesammelten Daten nur zur Überprüfung der Einhaltung der Mautgebühren benutzt würden und der gesetzlich erlaubte Rahmen eingehalten werde. Das Autobahnmautgesetz sieht für die Mautdaten eine Zweckbindung vor, die jede andere Verwendung als für das Mautsystem ausdrücklich ausschließt.</p>
<p>
                    <strong>Überwachung gesetzlich verankert</strong><br />
                    <br />Der umstrittene Entwurf eines neuen Telekommunikationsgesetzes (TKG) lässt Zweifel an dieser Aussage zu. Den Entwurf hatte die Bundesregierung am<br />
                    <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzrecht/bigbrother03.shtml">15. Oktober beschlossen</a>. Wenn Toll Collect ein Telekommunikationsdiensteanbieter ist, kann das TKG angewendet werden. Toll Collect bietet ein Kommunikationssystem an , welches Daten sammelt und auswertet und wäre daher verpflichtet, bei bereits geringem Verdachtsmoment die Daten an die zuständige Strafverfolgungsbehörde weiterzuleiten. Hier würde der Datenschutz auf legale Weise aufgehoben und die Strafverfolgung höher bewertet als die Zweckbindung.</p>
<p>Diese Sichtweise wurde vom Amtsgericht Gummersbach bestätigt, welche Toll Collect verpflichtete, der Polizei gesammelte Daten eines gestohlenen Lastwagens zu übermitteln. Toll Collect musste allerdings eingestehen, dass sie dazu technisch momentan noch nicht in der Lage sei, da die Daten noch zu unzuverlässig seien, wie ein Sprecher von Toll Collect gegenüber heise online sagte.</p>
<p>
                    <strong>Kampf gegen die Verkehrsüberwachung</strong><br />
                    <br />Die Bürgerrechtler fordern daher die Bundesregierung auf, „sowohl alle Unterlagen zu dem System, insbesondere die mit Toll Collect abgeschlossenen Verträge und die Überwachungsplanungen für die Öffentlichkeit offen zulegen als auch die Möglichkeit der Vertragskündigung zu nutzen, um die undemokratisch, ja totalitär anmutende Vision eines Verkehrs-Big-Brothers abzuwenden.“</p>
<p>Es ist abzuwarten, ob das TKG in seiner jetzigen Form durch Bundesrat und Bundestag geht. Beobachter mutmaßen, dass diverse Punkte, vor allem in den Bereichen Datenschutz, Überwachung und Datenspeicherung noch überarbeitet werden, bevor das Gesetz verabschiedet wird. Die Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder kritisiert scharf die vom Rechtsausschuss des Bundesrates vorgeschlagene Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung für sechs Monate. „Gegen eine solche Regelung bestehen erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken“, erklären die Datenschützer, denen auch der neue Bundesbeauftragte für den Datenschutz Peter Schaar angehört. Den TKG-Entwurf der Bundesregierung bewerten die obersten Datenschützer als „gravierende Verschlechterungen des Datenschutzes“. Weitere umstrittene Datenschutzthemen sind Flugpassagierdaten und die Aufnahme biometrischer Merkmale wie Fingerabdrücke oder gar DNS-Daten in Personalausweisen. Es wartet also auf den neuen Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar noch einiges an Arbeit in nächster Zeit.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 26.11.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
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		<title>Big-Brother-Award 2002 Update</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Oct 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am Freitag, den 25. Oktober 2002 wurden zum dritten Mal die Deutschen Big-Brother-Awards verliehen. Netzaktivisten vergaben den Preis in acht Kategorien, unter anderem 'Politik', 'Verbraucherschutz', 'Arbeitswelt' und 'Kommunikation'.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitag, den 25. Oktober 2002 wurden zum dritten Mal die Deutschen Big-Brother-Awards verliehen. Netzaktivisten vergaben den Preis in acht Kategorien, unter anderem &#8216;Politik&#8217;, &#8216;Verbraucherschutz&#8217;, &#8216;Arbeitswelt&#8217; und &#8216;Kommunikation&#8217;.<!--break-->
                    </p>
<p>Großkonzerne, zwei Minister und Klaus Wowereit als Bundesratspräsident &#8211; so nobel die Liste der Preisträger klang, scheuten die Ausgezeichneten bis auf einen doch die Verleihung der Big Brother Awards. Denn die Awards gehen an Preisträger, für die Datenschutz und Privatsphäre von Verbrauchern Fremdwörter sind.<br />
                    <br />So strafte die Experten-Jury aus Datenschützern und Computer-Aktivisten Wowereit für die Bundesratsinitiative ab, die Internet-Provider und andere Teledienstleister verpflichten will, auf unbeschränkte Zeit zu speichern, wer wann und wie ihre Dienste genutzt hat. Damit sei die vollständige telekommunikative Überwachung möglich, begründeten die Preisverleiher ihre Entscheidung.<br />
                    <br />Hessens Innenminister Volker Bouffier hatte nach Meinung der Jury “stellvertretend für seine Kollegen in anderen Bundesländern” einen Big Brother Award für die Novellierung des Landespolizeigesetzes verdient. Das Gesetz habe Rasterfahndungen erheblich vereinfacht, auch gegen Bedenken von Teilen der Justiz.</p>
<p>Big Brother-würdig waren auch die Karteien, in denen das BKA potenzielle politische Gewalttäter und kriminelle Ausländer “präventiv” speichert, auch ohne dass vorher strafbar geworden seien.<br />
                    <br />In der Kategorie Arbeitswelt ging der Preis an die Bayer AG in Leverkusen, weil der Konzern von neuen Auszubildenden einen Drogentest verlangt. Den Big Brother Award im Bereich Verbraucherschutz bekam die Deutsche Post. Sie war bereits im vergangenen Jahr nominiert worden, weil sie Daten aus Adressänderungen und Nachsendeanträgen weiterverkauft.<br />
                    <br />Wer die Weitergabe seiner Daten ablehne, werde von der Post mit einem Anschreiben doch noch zur Einwilligung gedrängt, rügte die Jury des Big Brother Awards.</p>
<p>Software-Riese Microsoft war bereits mehrfach nominiert worden, aber bisher stets leer ausgegangen. Die Jury wollte sich Vorwürfe vermeiden, sie prügele einfach auf das Hassobjekt vieler Computerfreaks ein. Diesmal ging aber doch ein Big Brother an den “Windows”-Produzenten – für seine Lebensleistung. Neben zahlreichen Sicherheitslücken baue Microsoft in neue Programme wie “Media Player” Registrier- und Überwachungsmechanismen ein.<br />
                    <br />In einer Sache ging die vielgeschmähte Softwarefirma aber mit gutem Beispiel voran: Der Datenschutzbeauftragte von Microsoft Deutschland erschient auf der Verleihungszeremonie um Preis und Kritik entgegennehmen. In der Vergangenheit hatten die Preisträger wie Innenminister Otto Schily die Veranstaltung geschwänzt.<br />
                    <br />Ihre Negativ-Preise verliehen die Organisatoren um den Bielefelder Computer-Verein FoeBud e. V. zum dritten Mal. Big Brother Awards gibt es auch in England, den USA, Österreich und der Schweiz.<br />
                    </p>
<p>
                      <strong>And the Big-Brother-Award 2002 goes to&#8230;</strong>
                    </p>
<p>
                    <strong>Microsoft AG</strong><br />
                    <strong>(Kategorie: Lifetime-Award)</strong><br />
                    <br />Die Microsoft AG erhält den Big-Brother-Award für das Lebenswerk wegen der Summierung von Privacy-Problemen über viele Jahre hinweg (heimliche Registrierung, Passport, XP-Service-Pack 1, Palladium, .net). Dieser Preis ist gleichzeitig der Hauptpreis der Big-Brother-Awards des Jahres 2002 wegen der Realisierung von DRM (Digital Rights Management) durch die Hintertür (Windows Media Player).</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Bayer Aktiengesellschaft (Kategorie: Arbeitswelt)</strong><br />
                    <br />Die Bayer AG, Leverkusen, erhält den BigBrotherAward in der Kategorie Arbeitswelt für ihre demütigende Praxis Auszubildende vor der Einstellung einem sogenannten Drogenscreening zu unterziehen.</p>
<p>
                    <strong><br />
                    <br />Innenminiter NRW Dr. Fritz Behrens (Kategorie: Regionalpreis)</strong><br />
                    <br />Der hessische Innenminister Volker Bouffier erhält den Big-Brother-Award der Kategorie Politik, weil er im Land Hessen die vom Gericht verbotene Rasterfahndung per Gesetzesnovellierung quasi durch die Hintertür wieder eingeführt hat.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Deutsche Post AG (Kategorie: Verbraucherschutz)</strong><br />
                    <br />Die Deutsche Post AG erhält den Preis in der Kategorie Verbraucherschutz wegen des datenschutzwidrigen Umgangs mit Daten aus den Post-Nachsendeanträgen (erzwungenes Doppeltes Opt-Out). Nur wer zweimal ausdrücklich widerspricht, kann verhindern, dass seine ihre Adresse weiter gegeben wird.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Hessischer Innenminister Volker Bouffier (Kategorie: Politik)</strong><br />
                    <br />Der hessische Innenminister Volker Bouffier erhält den Big-Brother-Award der Kategorie Politik, weil er im Land Hessen die vom Gericht verbotene Rasterfahndung per Gesetzesnovellierung quasi durch die Hintertür wieder eingeführt hat.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Deutscher Bundesrat (Kategorie: Kommunikation)</strong><br />
                    <br />Der Deutsche Bundesrat erhält den Big-Brother-Award der Kategorie Kommunikation für seinen Beschluss, Telekommunikations(dienste)anbieter zu verpflichten, die Verbindungsdaten von allen Nutzerinnen und Nutzern für eine nicht festgelegte Dauer für Zwecke von Polizei und Geheimdienste auf Vorrat zu speichern (Vorratsdatenspeicherung).</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Toll Collect GmbH (Kategorie: Technik)</strong><br />
                    <br />Die Toll Collect GmbH erhält den Big-Brother-Award in der Kategorie Technik, da mit der satellitengestützen Erhebung und zentralen Verarbeitung der Bewegungsdaten von Kraftfahrzeugen eine neue Dimension der Beobachtung von Verkehrsteilnehmern möglich wird. Die Zusicherung der Betreiber, dem Datenschutz zu genügen, erscheint uns bei der Größenordnung der Erfassung und den Möglichkeiten der Auswertung nicht angemessen.</p>
<p>
                    <strong><br />
                    <br />Bundeskriminalamt, BKA (Kategorie: Behörden + Verwaltung)</strong><br />
                    <br />Das Bundeskriminalamt erhält den Big-Brother-Award in der Kategorie Behörden und Verwaltung wegen der Einführung der drei Präventivdateien LIMO (Gewalttäter Links) REMO (Gewalttäter Rechts) und AUMO (politisch motivierte Ausländerkriminalität).</p></p>
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