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	<title>Top-Level-Domain &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Top-Level-Domain &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Stauende?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2012 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marina del Rey und die Folgen]]></category>
		<category><![CDATA[ICANN]]></category>
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					<description><![CDATA[ICANN beschließt sieben neue Top Level Domains]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>ICANN beschließt sieben neue Top Level Domains<!--break--></p>
<p>
                      <strong>Im Internet wälzt sich mittlerweile der Schwerverkehr über Landstraßen und durch die globalen Dörfer. Dreizehn Jahre lang wurden im Netz keine neuen Strassen angelegt, die bisherigen Top Level Domains (.com, .org etc.) stammen aus den Jahren 1985 und 1988. Nun hat das<br />
                      <a href="http://www.icannchannel.de/direktorium.htm" target='_"new"' rel="noopener noreferrer">ICANN Direktorium</a> beschlossen, mit sieben neuen Top Level Domains der Überlastung abzuhelfen und die Infrastruktur des Netzes stärker zu gliedern.</strong>
                    </p>
<p>Der einschneidende Beschluss für die Architektur des Netzes wurde auf der ICANN-<br />
                    <a href="http://www.icann.org/mdr2000/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Direktorumssitzung</a> in Marina del Rey am 16. November getroffen. Mit von der Partie waren auch die neugewählten<br />
                    <a href="http://www.icann.org/at-large/at-large.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer">@large-Direktoren</a>, darunter der Deutsche Andy Müller Maguhn. Der Beschluss sieht folgende neue Domains vor:<br />
                    <strong>.aero</strong> für die Luftfahrt,<br />
                    <strong>biz.</strong> und<br />
                    <strong>.info</strong> als Konkurrenz zum bisherigen .com,<br />
                    <strong>.coop</strong> für genossenschaftlich organisierte Organisationen,<br />
                    <strong>.museum</strong> für Museen,<br />
                    <strong>.name</strong> als Kennung für Privatpersonen und<br />
                    <strong>.pro</strong> für berufliche Bezeichnungen.</p>
<p>Insgesamt hatten dem Direktorium des Internet- &#8220;Strassenverkehrsamtes&#8221;<br />
                    <a href="http://www.icannchannel.de/tlds/proposed.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer">44 Anträge</a> auf neue Domains vorgelegen. Firmen, Institutionen und Registrierungsstellen hatten die Anträge im Vorfeld gestellt und im Netz veröffentlicht. Dem Antrag musste eine<br />
                    <a href="http://www.icann.org/tlds/report/report-iiib2-09nov00.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer">ausführliche Begründung</a> angefügt werden. Die Anträge standen dann zur offenen Diskussion im Netz und im Falle der Ablehnung stellte die Empfehlungskommission von ICANN ebenfalls eine Begründung ins Netz. Top Level Domain-Vorschläge wie .tel, .kids oder auch .sex fielen bei ICANN durch, entgegen der Prognosen und Empfehlungen aber auch die Domain .geo.</p>
<p>Zu Beginn des neuen Jahres soll die Vergabe der neuen Domains durch autorisierte Stellen anlaufen. Natürlich wird es eine Weile dauern, bis die User sich an die neuen Möglichkeiten, Informationen im Netz zu finden, gewöhnt haben. Auf lange Sicht dient diese Unterscheidung allerdings der besseren Orientierung im Netz und macht verschiedene Geschäftsbereiche in ihren Inhalten transparenter.</p>
<p>Die Top-Level Domains sind aber mehr als nur neu angelegte Wege im Netz und in diesem Sinne ist auch ICANN mehr als ein reines Straßenverkehrsamt. Die Natur der Domains trägt wesentlich zur Struktur des Netzes bei: wären beispielsweise die Anträge der Telekommunikationsbranche auf .tel, .mobile und .mobi akzeptiert worden, hätte man dieser Branche einen breiten und relativ exklusiven Raum eingeräumt. Dass das Internet zwar mittlerweile ein wichtiger kommerzieller Repräsentations- und Handelsraum ist, streitet niemand ab, entscheidend ist aber, dass dennoch die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt und das Internet weiterhin als öffentlicher Raum nutzbar bleibt. Platz für non-profit Oranisationen, Initiativen und private Vorhaben muss also ebenso vorgesehen werden, wie für die ausgreifenden dotcoms.</p>
<p>Die Ausgestaltung des Netzes ist also eine politische oder genauer gesellschaftspolitische Aufgabe, die von ICANN wahrgenommen wird. Auf Grund der Bedeutung, die den neuen TLDs zukommt, wurde im Vorfeld viel gebangt und gehofft. Speziell in Europa und dort vor allem in Deutschland wurde im Zuge der @Large Wahlen deutlich, dass die Betonung eines nicht-kommerziellen Freiraumes im Netz im Sinne der User ist. Die Entscheidung des Direktoriums lässt jedoch aufatmen, denn sie ist relativ ausgewogen: mit biz und info soll der dichtgedrängte .com Bereich aufgelockert werden, andere Aspekte des Netzes werden unter .coop .museum oder .name ihren Platz finden. Der befürchtete Ausverkauf des oft als Wirtschaftslobby kritisierten Direktoriums ist also ausgeblieben.</p>
<p>So wichtig die Einführung der neuen Domains ist, einige grundlegende Probleme bleiben unangetastet. Das Markenrecht lässt sich nicht auf diese Weise umschiffen. IBM.museum wird auch weiterhin eine Adresse für IBM sein, in diesem Fall dann für museale Computerfriedhöfe. Auch das Problem des &#8220;Domaingrabbings&#8221; wird auf diese Weise nicht gelöst, der run wird jetzt erst richtig los gehen. Alle, die .sex nicht bekommen haben, werden sich nun um sex.info bemühen. Allerdings will ICANN dem Domainklau mit einer sogenannten &#8220;Sunrise Period&#8221; vorbeugen. Bei den meisten neuen TLD wird vor der eigentlichen Freigabe ein Zeitraum von 60 Tagen eingeräumt, in dem sich die Bewerber um die neuen Domainnamen registrieren lassen. In der anschließenden Evaluationsphase können dann Inhaber von Warenzeichen prüfen, ob die beantragten Namen ihre Rechte verletzen.</p>
<p>Diese &#8220;Sunrise Period&#8221; entfällt logischerweise bei .name, denn hier sollen private User sich unter ihrem eigenen Namen registrieren lassen können. Wer also tatsächlich Arthur Anderson heißt, wird diese Domain auch als .name kaufen können, ohne das die gleichnamige Beraterfirma Einspruch erheben kann.</p>
<p>Wenn das alte ökologische Argument gilt, wonach mehr Strassen nicht Entlastung sondern lediglich mehr Verkehr produzieren, dann werden auch die zusätzlichen TLDs keine dauerhafte Entspannung bringen, sondern die Zahl Baustellen im Netz nur erhöhen. Das eigentliche Grundproblem, dass sich dem wachsenden Netzverkehr stellt, wird nämlich durch die Einführung der sieben neuen Domains nicht gelöst. Platzmangel herrscht vor allem auf der mittleren Domainebene, also in dem Bereich der zwischen dem @ und dem .com oder .de steht (redaktion@<br />
                    <strong>politik-digital</strong>.de). Und hier werden sich die Möglichkeiten durch neue Top Levels nicht vergrößern sondern eher verwirren.<br />
                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8230; hat der Board demonstriert, dass er handlungsfähig ist.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2012 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marina del Rey und die Folgen]]></category>
		<category><![CDATA[ICANN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Governance]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Level-Domain]]></category>
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					<description><![CDATA[Eindrücke vom ICANN-Meeting in Marina del Rey]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eindrücke vom ICANN-Meeting in Marina del Rey<!--break--><br />
                      
                    </p>
<p>Wolfgang Kleinwächter ist Professor am Department for Media and Information Sciences der Universität Aarhus in Dänemark und Direktor des NETCOM Instituts der Medienstadt Leipzig e.V. Zuvor lehrte er Kommunikations- und Medienwissenschaften in Europa und den USA. Von 1994 bis 1997 war er Koordinator der Sächsischen Informationsinitiative und leitete das Management Committee der Inter-Regional Information Society Initiative der Europäischen Kommission. Seit Mitte der 90er Jahre verfolgt er die Entwicklung des Domain Name Systems und<br />
                    <a href="http://www.icann.org/">ICANN</a>, zudem beteiligt er sich selbst aktiv an diesem Prozess. Beim letzten ICANN-Treffen in Marina del Rey, 13. bis 16. November, war Prof. Kleinwächter als Beobachter anwesend. Direkt nach seiner Rückkehr schilderte er politik-digital seine Eindrücke.</p>
<p>
                      <img decoding="async" height="155" alt="Prof. Kleinwächter" src="/edemocracy/images/kleinwaechter.jpg" width="130" align="left" border="1" />
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Hatten Sie den Eindruck, dass die Direktoren sich bei den Entscheidungen für die neuen Top-Level-Domains (TLD) schnell einig waren oder waren größere Meinungsunterschiede zu beobachten?</p>
<p>
                    <strong>Wolfgang Kleinwächter:</strong> Es war ein komplizierter, mühevoller und manchmal auch quälender Prozess, der allerdings in seiner Endphase ziemlich offen und transparent war. Der am Schluss erreichte Konsens basiert auf zum Teil sehr weitgehenden Meinnungsunterschieden zwischen einzelnen Board Direktoren. So setzte sich z.B. Esther Dyson erfolglos for Name.Space und .union ein, das Engagement einiger Direktoren für .geo scheiterte an Jun Murai. Die salomonische Lösung der Nicht-Vergabe von .web ist vor allem Vint Cerf zu verdanken. Insgesamt aber hat der Board demonstriert, das er Konsens herstellen kann und handlungsfähig ist.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Was sagen sie zu dem Vorwurf, die neuen Domains seien Lobby-lastig?</p>
<p>
                    <strong>Wolfgang Kleinwächter:</strong> Welche Entscheidung auch immer der Board getroffen hätte, er wäre für eine einseitige Parteinahme kritisiert worden. Der Board hat zumindestens nach Aussen versucht deutlich zu machen, dass er neutral und unabhängig ist. Vier Direktoren, die in mehr indirekter Art mit einigen Vorschlägen in Verbindung gebracht worden waren, nahmen an der Diskussion und der Abstimmung nicht teil. Die Tatsache, dass NSI eine starke Rolle bei Affilias spielt, ist in der Diskussion der Direktoren zumindest öffentlich kritisch vermerkt worden. Wäre der Vorschlag technisch oder wirtschaftlich schlecht gewesen, wäre er sicher durchgefallen, auch mit NSI.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Was für Argumente wurden gegen die Einführung der Domains .kids und .xxx eingebracht?</p>
<p>
                    <strong>Wolfgang Kleinwächter:</strong> Ein wesentliches Argument war, dass eine solche Domain mehr verspricht als dass sie halten kann. Wer will die Inhalte kontrollieren? Was fällt unter Kids? Welchen Porn-Site Betreiber kriegt man von .com (oder .nu) auf .xxx und wie? Die Domains hätten eine Problemlösung vergegaukelt, dabei aber mehr Probleme geschaffen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Warum fielen Domains, denen im Vorfeld gute Chancen eingräumt wurden &#8211; wie .geo und .health &#8211; bei ICANN durch?</p>
<p>
                    <strong>Wolfgang Kleinwächter:</strong> .geo war bis zuletzt noch &#8220;im Korb&#8221;, die Neuartigkeit des Konzepts und die etwas unklare Verwendung liess dann aber einige Board Mitglieder zögern. Mein Eindruck ist, dass hier noch weitere Prüfung notwendig ist, dass aber .geo ein guter Kandidat für Runde 2 ist. .health scheiterte nicht zuletzt auch an den Bedenken, die das Governmental Advisory Committee geässert hatte. Das GAC hatte am Vortag festgestellt, das bei einer Zuordnung einer TLD zu einer zwischenstaatlichen Organisation die Mitgliedstaaten gehört werden müssten. Wie hätte das ICANN machen sollen? Der WHO steht das GAC offen, sie hat aber bislang nicht daran teilgenommen. Das trifft auch auf .post zu, die von der Universal Postal Union beantragt war. Als zu verfrüht wurden auch die Vorschlage für eine Verquickung des Domain Name Systems mit den Telephon-Nummern Systemen (.tel, .mobile etc.) angesehen. Auch hier hatte eine zwischenstaatliche UN-Spezialorganisation, die ITU, blockiert.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Glauben Sie, dass sich das www. mit den neuen TLD strukturell verbessert und übersichtlicher wird?</p>
<p>
                    <strong>Wolfgang Kleinwächter:</strong> Mittelfristig ja. Ob Verbesserungen eintreten wird (a) von der konkreten Ausgestaltung der Verträge abhängen (wie werden &#8220;Charters&#8221; ausgestaltet z.B.) und (b) von der Nutzerakzeptanz.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Verändert sich die Qualität und inhaltliche Ausrichtung des Netzes oder haben die TLD rein quantitative Auswirkungen?</p>
<p>
                    <strong>Wolfgang Kleinwächter:</strong> Langfristig können sich um generische TLDs virtuelle Gemeinschaften im globalen Maßstab entwickeln, die eine eigene Idendität haben. Der Prozess ist zwar nicht mit der Herausbildung von Nationen im Mittelalter zu vergleichen, der zur Bildung von nationalstaatlichen Gemeinschaften führte, sehr konkret ausgestaltete Sach-generische TLDs können aber durchaus eine gewisse Bindewirkung mit selbst einer kulturellen Dimension erzeugen zwischen den beteiligten Individün oder Institutionen führen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Vielen Dank für das Gespräch.</p>
<p>Das Interview mit Wolfgang Kleinwächter führte Carolin Welzel</p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Von .cn zu .中国</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/von-cn-zu-%e4%b8%ad%e5%9b%bd-4935/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[hgierow]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 16:04:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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		<category><![CDATA[Top-Level-Domain]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Internetadresse]]></category>
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		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[Die für die Verwaltung der Top-Level Domains zuständige Organisation <a href="http://www.icann.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ICANN</a> hat in ihrer vergangenen Tagung in Brüssel beschlossen neue, nicht lateinische Länderkürzel für Internetseiten einzuführen. Damit setzt sich ein Trend fort, der die Dominanz der lateinischen Schrift im Internet brechen könnte. Für regionale Endungen wie .berlin wird aber noch das „Verfahren für das Verfahren“ diskutiert.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die für die Verwaltung der Top-Level Domains zuständige Organisation <a href="http://www.icann.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ICANN</a> hat in ihrer vergangenen Tagung in Brüssel beschlossen neue, nicht lateinische Länderkürzel für Internetseiten einzuführen. Damit setzt sich ein Trend fort, der die Dominanz der lateinischen Schrift im Internet brechen könnte. Für regionale Endungen wie .berlin wird aber noch das „Verfahren für das Verfahren“ diskutiert.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Zwar kommt nach wie vor ein großer Teil der Internetnutzer aus den westlichen Industriestaaten. Doch große Länder wie China und Indien, aber auch der arabischsprachige Raum holen auf. Die Volksrepublik China hat mittlerweile nach absoluten Zahlen mehr Internetnutzer als die USA.
</p>
<p>
Ab jetzt wird es bald durchgängig chinesische Domains geben, die dann mit der Endung 中国 bzw. der traditionellen Langfassung 中國 (zhongguo) abschließen. Auch Taiwan wird seine Endung in den beiden Variationen 台湾 und  台灣 (taiwan) bekommen. Lediglich die ehemalige englische Kolonie Hongkong muss sich mit einer Endung begnügen: 香港 (xianggang, der chinesische Name Hongkongs, steht für &#8216;duftender Hafen&#8217;).
</p>
<p>
<b>Kleiner Fortschritt für .berlin oder .nrw</b>
</p>
<p>
Fortschritte gab es auch bei dem Verfahren zur Einführung sog. generischer Top Level Domains. In Deutschland bemüht sich vor allem die Initiative <a href="http://dotberlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dotBerlin</a> um die Einführung von .berlin. Derzeit wird noch das „Verfahren für das Verfahren“ zur Einführung neuer Top-Level Domains diskutiert. Mit einer Entscheidung über das grundsätzliche Zulassungsverfahren ist nicht vor Dezember 2010 zu rechnen. Auch andere große Städte und Regionen wie New York (.nyc) oder Nordrhein-Westfalen (.nrw) haben Interesse an neuen Endungen.
</p>
<p>
Befürworter hoffen auf &#8216;mehr Platz im Netz&#8217;, wenn der Domainraum erweitert wird. Tatsächlich ist es mittlerweile oft schwierig, sich noch Domains zu sichern, insbesondere bei beliebten Änderungen wie .org, .com oder .de.
</p>
<p>
Kritiker hingegen sind gegen eine Zersplitterung des Domainraums: sie wollen Klarheit. Insbesondere bei international agierenden Firmen, die eine Webpräsenz mit der Endung .de betreiben, kann laut Juristen deutsches Vertrags- und Datenschutzrecht angewandt werden. Diese eindeutige Zuordnung wäre ansonsten schwieriger, da es z.B. die Stadt Berlin nicht nur in Deutschland gibt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>entscheidung.bundestag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Jan 2008 15:46:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[ICANN]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Level-Domain]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Donnerstag hat die Mehrheit des deutschen Bundestages für eine „Erweiterung des Adressraums im Internet“ gestimmt.  Somit unterstützt die Bundesregierung nun offiziell die Einführung von regionalen Top-Level-Domains wie .berlin und .niedersachsen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Donnerstag hat die Mehrheit des deutschen Bundestages für eine „Erweiterung des Adressraums im Internet“ gestimmt.  Somit unterstützt die Bundesregierung nun offiziell die Einführung von regionalen Top-Level-Domains wie .berlin und .niedersachsen.<!--break--></p>
<p>
Der Beschluss zu dem von der Regierungskoalition eingebrachten Antrag wird jedoch keine unmittelbaren Auswirkungen haben. Die Regierung wird sich von nun an lediglich international für die Einführung regionaler Internetadressen einsetzen. Die Entscheidungsgewalt in dieser Frage liegt bei der <a href="http://www.icann.org/" target="_blank" title="ICANN" rel="noopener noreferrer">Internet Corporation for Assigned Names and Numbers</a> (ICANN), die für die globale Koordination der Domain-Namen verantwortlich ist.<br />
</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bundestag berät über neue Internetadressen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/bundestag-beraet-ueber-neue-internetadressen-3684/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Jan 2008 13:40:16 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Level-Domain]]></category>
		<category><![CDATA[Domain-Registrierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Bundestag will am Donnerstag, 17. Januar 2008, über neue Top-Level-Domains beraten. Im Antrag der großen Koalition geht es um um die Einführung von Internetadress-Endungen wie .berlin oder .köln. Wirklich mitreden bei der Adressverwaltung im Internet darf das Parlament allerdings nicht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bundestag will am Donnerstag, 17. Januar 2008, über neue Top-Level-Domains beraten. Im Antrag der großen Koalition geht es um um die Einführung von Internetadress-Endungen wie .berlin oder .köln. Wirklich mitreden bei der Adressverwaltung im Internet darf das Parlament allerdings nicht.<!--break--></p>
<p>
Die antragstellenden Abgeordneten von CDU/CSU und SPD-Fraktion wollen, dass sich die Bundesregierung bei der &quot;Internetregierung&quot; ICANN dafür einsetzt, dass auch regionale Internetadressendungen eingeführt werden.
</p>
<p>
Bislang gibt es ortsbezogene Top-Level-Domains nur für Nationalstaaten. Deutsche Internetseiten haben beispielsweise das Kürzel .de am Ende. Die Parlamentarier argumentieren, dass ICANN in Vergangenheit Kürzel für Europa (.eu) oder Katalonien (.cat) erlaubt hat, das Nationalstaatsprinzip also ohnenhin aufgeweicht sei.
</p>
<p>
<b>Prägnante Adressen werden knapp </b>
</p>
<p>
Das Gremium ICANN, das die Vergabe von Internetadressen regelt, ist ein privatrechtliches Unternehmen mit Sitz in den USA. Die Bundesregierung sitzt im Beirat, hat aber keine direkten Einflussmöglichkeiten. Kurze und prägnante deutsche Internetadressen werden aber langsam knapp, weil die Anzahl von Internetseiten stark gestiegen ist.
</p>
<p>
<b>Unterstützung von öffentlichen Stellen </b>
</p>
<p>
Völlig frei soll die Vergabe von Top-Level-Domains den Bundestagsabgeordneten zufolge jedoch nicht sein. Neue Endungen für regionale oder urbane Gemeinschaften (also .berlin oder .bayern)  soll es nur geben, wenn die Initiative von öffentlichen Stellen unterstützt oder mitgetragen wird: Der Staat will also mitreden, die Internetverwaltung aber weiter privatwirtschaftlich selbstreguliert lassen.
</p>
<p>
Bleibt nur die Frage, ob Internetadressen wie www. kurtbeck.rheinland-pfalz oder www.bürgermeister.castrop-rauxel wirklich praktisch sind&#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bundestag: Neue Internetkürzel braucht das Land</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/icann-jdillmann_neue_internetkuerzel_070308-shtml-2439/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jdillmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Mar 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Level-Domain]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Einprägsame Internetadressen, zum Beispiel politik-digital mit der Endung .de, werden knapp. Die Bundesregierung soll sich nun nach einem Vorschlag des Unterausschusses Neue Medien im Bundestag für die Einführung neuer regionalspezifischer „Top-Level-Domains“ wie .bayern, .nrw oder .berlin einsetzen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Artikel) Einprägsame Internetadressen, zum Beispiel politik-digital mit der Endung .de, werden knapp. Die Bundesregierung soll sich nun nach einem Vorschlag des Unterausschusses Neue Medien im Bundestag für die Einführung neuer regionalspezifischer „Top-Level-Domains“ wie .bayern, .nrw oder .berlin einsetzen.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">CDU/CSU und SPD wollen die Initiative des SPD-Abgeordneten<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/politikdigital/team/jtauss.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jörg Tauss</a> den<br />
                            <a href="http://www.tauss.de/presse/presse_2007/20070306_domain/">Vorschlag</a> in erster Lesung in das Parlament einbringen. Die Einführung neuer Internet-Endungen „kann für Deutschland sowie für die Bundesländer, Städte, Gemeinden und Regionen durch ihre Sichtbarkeit und Erkennbarkeit im Internet große Chancen mit sich bringen“, heißt es. Einen entsprechenden Tagesordnungspunkt gibt es im<br />
                            <a href="http://www.bundestag.de/parlament/plenargeschehen/to/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sitzungskalender</a> bislang jedoch noch nicht.</p>
<p>Die Bundesregierung soll sich im Regierungsbeirat der „Internet Corporation for Assigned Names and Numbers“ (<br />
                            <a href="http://www.icann.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ICANN</a>) für die neuen Endungen aussprechen, fordern die Parlamentarier. Die ICANN ist international für die Vergabe von Internetadressen verantwortlich, war in der Vergangenheit bei der Einführung neuer Adresszonen aber sehr zurückhaltend.</p>
<p>Fraglich ist, ob die neuen Top-Level-Domains die Situation entspannen. Als die .eu-Endung für die Europäische Union eingeführt wurde, registrierten spezialisierte Firmen (so genannte Domaingrabber), die begehrten Begriffe innerhalb kürzester Zeit. Schließlich lassen sich durch den Wiederverkauf einprägsamer Internetadressen sehr hohe Gewinne erzielen.</p>
<p>Zudem sind Internetseiten in der Regel unter möglichst vielen verschiedenen Adressendungen registriert. So gibt es zum Beispiel gmx.de, gmx.com, gmx.net, gmx.at usw. Marken- oder Firmennamen können nach deutschem Recht auch als Internetadresse geschützt und beansprucht werden. Der Mehrwert einer zusätzlichen regionalen Adresse, die zu einem vorhandenen Angebot weiterleitet, ist also nicht unbedingt gegeben.</p></p>
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		<title>Das Netz zwischen Politik und Technik im Irak-Konflikt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pfilzmaier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Apr 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriegsgewinner Internet?]]></category>
		<category><![CDATA[Irak-Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Cyber Attacks]]></category>
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					<description><![CDATA[Ursprünglich als militärisches Kommunikatiosmedium in Katastrohenfällen eingerichtet, gilt das Internet heute als unabhängige Informationsquelle. Wurde das Netz dieser Rolle auch während des Irak-Kriegs gerecht?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ursprünglich als militärisches Kommunikatiosmedium in Katastrohenfällen eingerichtet, gilt das Internet heute als unabhängige Informationsquelle. Wurde das Netz dieser Rolle auch während des Irak-Kriegs gerecht?<!--break-->
                    </p>
<p>Wir leben in einer Medienwelt. Was wir über Politik wissen, zu wissen glauben oder nicht wissen, ist fast ausschließlich Produkt der massenmedialen Berichterstattung, insbesondere des Fernsehens. Kriege werden militärisch geführt, aber politisch und medial gewonnen bzw. verloren, weil die Mehrheitsmeinung der Öffentlichkeit über Sieg oder Niederlage entscheidet. Medienberichte sind Teil der psychologischen Kriegsführung, um den Gegner zu demoralisieren, und die Kampfmoral in den eigenen Reihen zu heben. Kriege sind zugleich hochprofessionelle Medienkampagnen, um die öffentliche Meinung zu kontrollieren.</p>
<p>Im Irakkrieg soll das<br />
                    <a href="/edemocracy/netzkampagnen/irak2.shtml">Internet</a> &#8211; als für die Öffentlichkeit über Landesgrenzen zugängliches Medium &#8211; informationspolitische Aufgaben leisten, welche das Fernsehen durch einseitige Propagandaberichte (in den USA und der arabischen Welt; in abgeschwächter Form auch in Großbritannien) und/oder aufgrund eines aus Ressourcen- und Informationsmangel entstandenen Defizits eigenständiger Berichte (im „Rest der westlichen Welt“) nicht ausreichend erfüllte.</p>
<p>Es ergibt sich die Ironie, dass zum Zeitpunkt der Errichtung des Internets dieses ein System darstellen sollte, das die Kommunikation von Computern in nationalen Katastrophenfällen sichern sollte. Den damaligen Hintergrund bildete die Angst vor Raketenangriffen durch die UdSSR, an ein ziviles und US-kritisches bzw. militärkritisches Internet in Zeiten der Kriegsberichterstattung dachte niemand.</p>
<p>
                    <strong>Politisch-technische Funktionalität</strong><br />
                    <br />Politik und Technik sind eng verknüpft. Für &#8220;Schurkenstaaten&#8221; bzw. die „Achse des Bösen“ gibt es keine Internet-Domains von den USA. Sowohl der Irak als auch Nordkorea haben keine eigene Top-Level-Domain erhalten. IQ- und KP-Adressen werden nicht vergeben. Die offiziellen irakischen Medien sind daher nur unter verschiedenen .net-Domains zu finden, wobei die Server nicht im eigenen Land stehen. Physisch befindet sich die Website des irakischen Fernsehens iraqtv.ws mit einer Adresse aus Samoa in Beirut, wo geschlossen die offizielle Medienlandschaft des Irak im Internet Gaststatus hat.</p>
<p>Iraq2000.com und uruklink.net teilen sich das „Hosting“ der Webauftritte aller Zeitungen, wobei die Tageszeitung &#8220;Babil&#8221; als einzige eine englischsprachige Ausgabe hat. Nach wenigen Kriegstagen waren nur noch die Nameserver für alle offiziellen Internetseiten des Irak, nic1.baghdadlink.net bzw. nic2.baghdadlink.net, mit akzeptablen Antwortzeiten erreichbar. Die Netzanbindung war ansonsten so schlecht, dass sämtliche auf uruklink.net geparkten Internetseiten von Regierung und offiziellen Medien durch Ablauf der Zeitlimits für den Seitenaufbau nicht mehr angezeigt wurden.</p>
<p>Die einseitige Informationsvermittlung im Irakkrieg war daher auch zwangsläufige Konsequenz ungleicher technischer Voraussetzungen mit politischen Hintergründen. Hinzu kam, dass der arabische Fernsehsender Al Jazeera allgemein unter aljazeera.net kaum, und auf seiner Ende März neuen englischsprachigen Web Site english.aljazeera.net nahezu gar nicht erreichbar war. Letzteres lag auch daran, dass der ursprüngliche Provider &#8211; eine US-Firma – aus offensichtlich auch politischen Gründen den Vertrag kündigte.</p>
<p>Analog zum 11. September gelang demgegenüber in den USA zweifellos der Nachweis der technischen Funktionalität des Internets. Obwohl das Netz zwischenzeitlich vom Ausfall einiger Internetseiten und einer Verlangsamung des Datentransfers betroffen war &#8211; die durchschnittliche Antwortzeit von BBC online ist beispielsweise von 0,47 auf 1,88 Sekunden gestiegen &#8211; , hat es in der „westlichen Welt“ den zweiten großen Test seiner fast 35-jährigen Geschichte bestanden. Nachrichtenportale wie<br />
                    <a href="http://www.cnn.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">cnn.com</a> verkrafteten Zugriffe in zweistelliger Millionenhöhe. Die 15 größten Internetseiten verzeichneten um über 40 Prozent mehr an Zugriffen, die Besucherzahlen lagen im Wochenvergleich über denen während des Anschlags vom 11. September. Am 11./12. September 2001 waren es neun Millionen stündlich im Vergleich zu ansonsten elf Millionen täglich gewesen.</p>
<p>
                    <strong>Kriegsschauplatz Internet</strong><br />
                    <br />Der Irakkrieg ist zugleich durch E-Mail-Kampagnen der USA gekennzeichnet. Irakische Regierungs- und Militärvertreter wurden von den USA in Verbindung mit Schutzangeboten aufgefordert, den Krieg aufzugeben und überzulaufen, Saddam Hussein die Gefolgschaft zu verweigern, Befehle zum Einsatz chemischer, biologischer oder nuklearer Waffen nicht zu befolgen usw.. In den USA sperrten zeitgleich manche Provider aufgrund einer &#8220;unpatriotischen&#8221; oder &#8220;anstößigen&#8221; Kriegsberichterstattung, beispielsweise durch Bilder von toten Soldaten, Internetseiten. Betroffen war u.a.<br />
                    <a href="http://www.yellowtimes.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">yellowtimes.org</a>, welche auch die speziell zum Irakkrieg gestaltete Seite<br />
                    <a href="http://www.yellowtimes.org/categories.php?op=newindex&amp;catid=4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">newsfromthefront.org</a> betrieb.</p>
<p>Unabhängig davon ergab sich eine Neudefinition und Politisierung der Sicherheitsdebatte. Noch am Tag des Beginns der Angriffe auf den Irak wurde die Internetseite von<br />
                    <a href="http://www.iraqtv.ws/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Iraqi TV</a> von pro-amerikanischen Angreifern<br />
                    <a href="/netzpolitik/cyberwar/liste.shtml">„entführt“</a>. Eine pro-islamische Hackergruppe schlug zurück, und überschrieb im Zuge eines<br />
                    <a href="/netzpolitik/cyberwar/liste.shtml">„Massenhacks“</a> hunderte US-amerikanische Seiten. Der Nachweis eines kriegsmotivierten „Hackens“ ist einfach, denn im März 2003 konzentrieren sich die Attacken auf Ziele in den USA und Kanada. Fast zwei Drittel der weltweit gezählten digitalen Angriffe ereigneten sich auf Ziele in Nordamerika, lediglich 21 Prozent der Attacken galten dagegen Zielen in Europa. 2002 war das Verhältnis mit einem Anteil von jeweils etwa 30 Prozent ausgeglichen. Interessanterweise wurden weniger militärische als wirtschaftliche Einrichtungen angegriffen, doch Geheimdienste bewerten weitreichendere cyber attacks (d.h. Angriffe auf militärische Computernetzwerke, um deren Funktion zu manipulieren bzw. auszuschalten) als sehr ernstzunehmendes Bedrohungsszenario.</p>
<p>Die Diskussion über Regulierungsmaßnahmen und Überwachungsprogramme hat dadurch bzw. auch schon durch den 11. September einen Meinungswechsel erfahren, Kontrollrechte werden zunehmend wichtiger gesehen als absolute Meinungsfreiheit. Ein ursprüngliches Ideal des Internet war, dass es kaum von einer Regierung in traditioneller Form als &#8220;Staatsmedium&#8221; missbraucht werden kann. Sein anarchischer Charakter schützt politische Inhalte vor staatlichen Informations- und Nachrichtenmonopolen sowie Zensur o.ä.. Es ist nach den Terroranschlägen 2001 und der Kriegspropaganda 2003 schwieriger zu argumentieren, den virtuellen Raum möglichst radikal frei von staatlicher Einflussnahme und Regulierungen zu halten.</p>
<p>
                    <strong>Recherchemöglichkeiten für die (Fach-)Öffentlichkeit?</strong><br />
                    <br />„Die Öffentlichkeit weiß, wo sie danach [nach Bildern von Kriegsgefangenen und toten Soldaten bzw. Schreckensszenen des Kriegs] suchen muss: im Internet. Das mediale Monopol der Fernsehbilder ist durch die vernetzte Kommunikation via Web gebrochen: die US-Medientaktik wird ausgerechnet von einer einst vom Militär entwickelten Technologie durchbrochen“, war auf der Internetseite des österreichischen Fernsehens orf.at am 1. April 2003 zu lesen. Tatsächlich haben sowohl Zugriffe aus den USA auf europäische Internetseiten als auch „(We)blogs“, d.h. tagebuchartige Kommentare mit Verknüpfungen zu anderen Seiten an Bedeutung gewonnen.</p>
<p>Für die Mehrheit der US-Bevölkerung ergibt sich ein anderes und weniger idealistisches Bild. Zwar haben 77 Prozent der Internetnutzer das Netz auch für Kriegsinformationen genutzt, doch stellte auch für sie das Fernsehen die primäre Informationsquelle dar. Drei Viertel der Internetnutzer, d.h. ein größerer Anteil als unter den Nicht-Nutzern (!), sind klare Kriegsbefürworter. Nur vier Prozent suchen nach Informationen und Meinungen auf „blogs“. Naheliegend ist die Vermutung, dass das Internet lediglich für eine vorinformierte Fachöffentlichkeit zusätzliche Recherchemöglichkeiten für ein objektiveres Politik- bzw. Kriegsbild bietet. Die Bevölkerungsmehrheit wird durch das Internet auf<br />
                    <a href="http://www.cnn.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">cnn.com</a> genauso manipuliert wie durch das CNN-Fernsehen.</p>
<p>Peter Filzmaier ist Ao. Professor für Politikwissenschaft und Abteilungsleiter für Politische Bildung am Institut für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung<br />
                    <a href="http://polbil.uibk.ac.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(IFF)</a> der Universität Innsbruck<br />
                    <strong><br />
                      <br />
                    </strong></p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 24.4.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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