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	<title>Transhumanismus &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Transhumanismus &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Nov 2016 10:56:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[„Gott wohnt in Brüssel.“ Er lebt dort mit seiner Frau und seiner Tochter. Von einem großen Computer aus verfasst er [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Galaxy-Wikilmages-CC0-Public-Domain-via-pixabay.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-150281 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Galaxy-Wikilmages-CC0-Public-Domain-via-pixabay.jpg" alt="galaxy-wikilmages-cc0-public-domain-via-pixabay" width="640" height="365" /></a>„Gott wohnt in Brüssel.“ Er lebt dort mit seiner Frau und seiner Tochter. Von einem großen Computer aus verfasst er die Gebote und verwaltet das Leben der Menschen. Dies zumindest lässt der Film „Das brandneue Testament“ glauben. Mit dem technischen Fortschritt erweitern sich auch die Möglichkeiten der Suche nach dem Göttlichen, dem spirituellen Kern der Dinge. Darum haben wir uns auf eine digitale Reise zum Sinn des Lebens gemacht.</p>
<h3>Alles ist relativ „göttlich“</h3>
<p>Hoch oben auf dem Olymp, da sollen sie regieren, die Götter. In Walhalla feiern sie große Feste oder schicken Plagen aus den Tiefen der Erde. Menschen sind auf den Olymp gestiegen, drangen immer tiefer zum Erdkern vor, die Welt war nicht genug. „Ich bin durch den Weltraum geflogen, aber Gott habe ich dort nicht gesehen“, konstatierte der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch im All. Vielleicht suchen wir aber an den falschen Stellen. Denn was ist das „Göttliche“, was ist der Kern, der die Welt im innersten zusammenhält?</p>
<p>Der Erforschung dieses Kerns hat sich das Genfer Forschungsinstitut CERN verschrieben. Seit seiner Gründung 1957 beschäftigt sich das größte Forschungsinstitut Europas mit Fragen der Kernphysik und dringt, auf der Suche nach dem „Gottesteilchen“, in den Mikrokosmos vor.</p>
<p>Am Anfang war die Erde wüst und leer. Nicht ganz: Am Anfang war das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9uUAKspG6vU" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Higgsfeld,</a> wie Quantenphysiker des CERN vermuten. Warum die Menschen verschieden sind, haben sich nicht nur die Philosophen gefragt. Auf gleiche Weise sind Atome verschieden, haben unterschiedliche Massen. Was gibt ihnen ihre Massen? Warum sind die Dinge so wie sie sind?</p>
<p>Das Higgsfeld kann als eine Party in London Downing Street verstanden werden. Ein Raum ist gleichmäßig verteilt mit Partygästen. Plötzlich betritt der Premierminister den Raum. Alle Anhänger und Günstlinge scharen sich um ihn. Es wird immer schwerer für ihn, durchzukommen, der Premierminister wird träge. Betritt plötzlich hingegen der Oppositionsführer den Raum, so wenden sich alle von ihm ab. Mühelos kann er den Raum durchqueren. Trägheit ist gleich Masse. Ob das Extra-Pfund auf der Waage oder die Tonnen-Fracht eines LKWs &#8211; das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=RIg1Vh7uPyw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Higgsteilchen</a> soll erklären, warum die Grundbausteine des Lebens so sind wie sie sind. Gelingt es dieses Teilchen zu finden, wäre die Wissenschaft nahe dem Urknall angelangt.</p>
<h3>Wo liegt der Kern des Internet?</h3>
<p>Ein Produkt dieser Forschungen ist das Internet. Der britische Forscher Tim Berners-Lee erfand Ende der 1980er Jahre im CERN ein Textverarbeitungsprogramm namens Enquire. Damit ließen sich Notizen, Adressen, kurze Informationen speichern und verlinken. Vor und zurück surfen, dies war die Geburtstunde des Internet. Einheitliche Standards für die Kommunikation, das http-Protokoll, Adressen URL und eine Auszeichnungssprache HTML, legten die Basis des World Wide Web. Die <a href="http://info.cern.ch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erste Website</a> ging am 13. November 1990 online. Nicht nur Wissenschaftler, sondern die gesamte Menschheit, mit inzwischen Milliarden von Usern, bekam ein neues Mittel, um miteinander zu kommunizieren, Wissen und Ideen auszutauschen und über unsere Existenz auf diesem blauen Planeten zu diskutieren. Vor wenigen Jahren vermutete man wahrscheinlich sogar, das Higgsteilchen gefunden zu haben. Aber immer noch herrschen Kriege, Hungersnöte und Gewalt. Ist das „Göttliche“ also nur ein Produkt der blühenden Phantasie des Menschen?</p>
<h3>Ist das „Göttliche“ nur ein Hirngespinst?</h3>
<p>Vielleicht sieht die Neurotheologie Licht am Ende des Tunnels. Der kanadische Neurowissenschaftler Michael Persinger entwickelte einen „Gotteshelm“, der bestimmte Hirnregionen von Probanden elektrisch stimuliert. Daraufhin berichteten die Versuchspersonen von übersinnlichen Erfahrungen &#8211; wie die Anwesenheit einer höheren Existenz zu spüren, eine fremde Stimme zu hören oder sogar von Zuständen der Angst und Ohnmacht. Diese Zustände hielten nach Ende des Versuchs teilweise noch an. Untersuchungen mit buddhistischen Mönchen und katholischen Nonnen im Kernspintomographen lieferten ähnliche Ergebnisse. Die Versuchsteilnehmer berichteten davon, im Nichts (Nirwana) aufzugehen, oder von der Anwesenheit Gottes. Während der Scheitellappen besonders aktiv war, wurde das Zentrum für die Wahrnehmung von Raum und Zeit vermutlich deaktiviert. Hierin sieht der Biologie Andrew Newberg den Grund für die transzendentale Erfahrung der Geistlichen. Wer sich selbst auf diese Reise begeben möchte, der Helm ist käuflich im Onlineshop von <a href="https://www.shaktitechnology.com/god-helmet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shakti Technology</a> zu erwerben.</p>
<p>Neurowissenschaftler haben bereits viele Regionen des menschlichen Gehirns untersucht und kartiert. Nur in ein Röhrchen gespuckt, dann können User durch ihr eigene <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/dns-analyse-online-surfen-im-erbgut-1.284406" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erbmasse am Rechner surfen</a>. In der Fähigkeit des Menschen, sich immer wieder neu anzupassen, sehen die Evolutionsbiologen den Erfolg der menschlichen Spezies. Insbesondere die Fähigkeit, Sinneseindrücke wahrzunehmen, aufzunehmen und zu bestimmten Mustern zusammenzufügen, begründenden Erfolg der menschlichen Evolution. Heute sind „Muster“ unter anderem als Memes im Netz vorzufinden. Der Theorie des Evolutionsbiologen Richard Dawkins zufolge würden sich solche Verhaltensweisen erfolgreich durchsetzen, die das Genom der Menschen übergehen.</p>
<p>Ähnlich wie bestimmte religiöse Symbole und Verhaltensweisen für die Interpretation der Welt herangezogen werden, werden heute Katzenvideos und andere virale Klassikergeteilt und im kollektiven Gedächtnis der ganzen Internetgemeinde gespeichert. Religion sei damit nichts weiter als ein Produkt erfolgreicher Verhaltensweisen, kurz: Memes.</p>
<h3>Reicht ein nüchterner Blick?</h3>
<p>Dem stimmt die virtuelle Gemeinde der „<a href="http://www.churchofvirus.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Church of Virus</a>“ zu. Zeitgleich mit der Ausbreitung des Internet hat sie sich auf ihre digitale Mission begeben. Als einzigen Heiligen verehren sie Charles Darwin, den Begründer der Evolutionstheorie. Die Neurotheologie ist zentrale Glaubensbasis dieser Gemeinschaft. Demnach sei der Glaube an eine höhere Existenz mit der Bezeichnung „Gott“ lediglich das Produkt eines Überlebensvorteils der Spezies Mensch. Die „traditionellen“ Religionen seien überholt, Sünde sei der Glaube an eine höhere transzendentale Kraft. Die Tugend der frommen Gläubigen der Church of Virus bestehe nur in einem klaren nüchternen Rationalismus.</p>
<p>Doch ist alles wirklich mit einem nüchternen Rationalismus erklärbar?</p>
<h3>Noetik und die verborgene Kraft des Bewusstseins</h3>
<p>Was ist das Internet? Täglich nutzen Milliarden Menschen diese Technologie, doch bewusst eine Definition ist angesichts der zunehmenden Komplexität kaum mehr zu fassen. Frei nach Hegel kann das Internet als eine Weltseele im platonischen Sinne, also ein Geist, verstanden werden, der sich noch sich selbst bewusst werden muss, was er sein will. Im Gegensatz zu Platons Weltseele ist das Internet jedoch, ähnlich dem Contract Social, ein Bewusstsein, welches durch Menschenhand geschaffen wurde. Erst durch die Gemeinschaft der Netzgemeinde existiert das Internet als globales digitales Netzwerk.</p>
<p>Insofern ist das Internet eine Ansammlung von Informationen, ein komplexes System aus Prozessen. Es existiert fernab des Zutuns eines einzelnen Surfers, ist aber permanent präsent. Es ist etwas materiell kaum mehr begreifbares, wie nicht nur <a href="http://politik-digital.de/news/mein-internet-mein-fenster-zur-welt-149159/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meine Oma (91) als Internetabstinente</a> in einem Gespräch meinte. Ab hier beginnt ein wissenschaftlich umstrittenes Feld der Noetik. Abgeleitet vom griechischen Wort Nous für Verstand bzw. Noesis für Denktätigkeit beschäftigt sich diese Wissenschaft mit den Grenzen des menschlichen Bewusstseins und geht sogar über sie hinaus.</p>
<h3>Grüße aus der Noosphäre</h3>
<p>Das Bewusstsein und sein Potenzial sind es, was die Noetik umtreibt. Trotz modernster Messmethoden geschehen noch „Wunder“. Warum bekommt man plötzlich einen Anruf von einer Person, an die man gerade denkt? Warum scheint das gemeinsame Liken und Posten uns glücklich zu machen, Trauer und Schmerz zu lindern? Auch das Potenzial der „Intentionalität“, also der Erforschung des Einflusses von bewussten Gedanken auf ein physisches System, ist Forschungsgebiet der Noetik. In anderen Worten: Wenn ich einen Lichtschalter betätige, so geht das Licht an. Kann ich aber auch nur durch meine Gedanken den Stromkreis zum Laufen bringen; ein Licht aufgehen lassen?</p>
<p>Begonnen haben die neurowissenschaftlichen Forschungen nach dem Erlebnis des Apollo14 Astronauten Edgar Mitchell und späteren Gründer des Insitute of Noetic Science. Er beschrieb während des Rückflugs auf die Erde das Gefühl, plötzlich Teil eines großen Ganzen zu sein. Dieses große Ganze erforschte erstmals das Princeton University´s Engineering Anamolies Research Laboratory, kurz PEAR.</p>
<p>Probanden bekamen eine lose Folge von 200 zufälligen Bit-Sequenzen, also eine Reihenfolge von Nullen und Einsen, die sie mit einem Schalter betätigen konnten. Aufgabe der Probanden war es, nur durch ihren Willen (Intentionalität) die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=cnvJfkI5NVc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zufällige Abfolge zu beeinflussen</a>. Seit 1998 gibt es im <a href="http://noosphere.princeton.edu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Global Consciousness Project</a> über 50 dieser Apparaturen in den gesamten Vereinigten Staaten verteilt, welche bis zu drei Milliarden dieser Bit-Sequenzen pro Tag produzieren und direkt durch das Internet nach Princeton weiterleiten. Insbesondere bei großen globalen Ereignissen &#8211; wie Naturkatastrophen, Terroranschlägen, aber auch Sportveranstaltungen oder religiösen Großereignissen &#8211; meinen die Noetiker, markante Abweichungen vom Zufall der Bit-Sequenzen wahrzunehmen. Hierin sehen sie einen Beweis für ein globales menschliches Bewusstsein, welches die Menschheit beeinflusst und lenkt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, durch unser Bewusstsein könnten wir unser Schicksal selbst beeinflussen wie Dean Radin, Mitglied des Institute of Noetic Science, meint. Daraus schließt er, ein einzelner Gedanke sei nur ein Tropfen im Ozean. Dächten aber viele Menschen denselben Gedanken, so hätte dies Einfluss auf jeden Menschen. In dem, was religiöse Menschen als „göttlich“ bezeichnen, sehen die Noetiker das Bewusstsein als die schöpferische einende Kraft der Menschen. Dem Glauben zu schenken, fällt angesichts der Unvorstellbarkeit und durchaus wissenschaftlich umstrittenen Methodik der Noetik nicht leicht. Ob die weltweite Vernetzung der Menschheit durch das Internet, die schnellere Übertragung von Informationen und Nachrichten, Antworten auf die Frage nach dem „globalen Bewusstsein“ der Menschen finden kann, bleibt weiterhin offen.</p>
<h3>Wozu braucht es noch „Gott“?</h3>
<p>„Ich suche Gott. Ich suche Gott“ schreibt der Nihilist Friedrich Nietzsche. Vielleicht können wir das „Göttliche“ gar nicht finden? Zumindest die evolutionären Humanisten oder Transhumanisten gehen davon aus, dass der Mensch nur ein Zufallsprodukt auf dem Staubkorn Erde mitten in den unendlichen Weiten des Weltalls ist. Traditionen und Religionen seien nur ein Produkt der Evolution, der Mensch selbst nicht mehr als ein „zivilisiertes“ Tier. Viel eher stünden diese traditionellen „Wurzeln“ der modernen Gesellschaft dem Menschen im Wege. Der Begründer des Transhumanismus und erste Generalsekretär der UNESCO, Julian Huxley, formulierte dies so: “It has defined man’s responsibility and destiny—to be an agent for the rest of the world in the job of realizing its inherent potentialities as fully as possible”.</p>
<p>Dieses Streben nach einer stetigen Verbesserung ist Kern des <a href="http://politik-digital.de/news/human-enhancement-und-die-kuenstliche-verbesserung-des-menschenschoener-schneller-klueger-148808/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transhumanismus</a>. Technik soll dem Menschen helfen, stets ein größeres Potenzial auszuschöpfen. Als Beispiel für die Verschmelzung von Mensch und Technik lässt sich das Smartphone anführen. Ist unser digitaler Begleiter einmal nicht verfügbar, so haben deren Besitzer häufig das Gefühl, etwas fehlt. Moderne Technologien können Taube wieder hören und Blinde wieder sehen lassen Doch nicht nur Krankheiten sollen geheilt werden, auch Gesunde sollen die Grenzen ihres Leistungsvermögens hinausschieben können. An diesem Fortschritt müsse die gesamte Menschheit teilhaben. Die <a href="https://www.facebook.com/cyborgfoundation/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cyborg Foundation</a> setzt sich für das „Menschenrecht“ ein, dass jeder die Möglichkeit habe, zu einem Maschinenmenschen bzw. Cyborg zu werden. „Ich glaube an den Menschen, den Schöpfer der Kunst und Entdecker unbekannter Welten“, lautet das Glaubensbekenntnis dieser Technikoptimisten. In einer solchen Welt solle Wissenschaft die Fakten liefern, Philosophie sie ordnen und Kunst die Erkenntnis ausdrücken, wie auf den Seiten der transhumanistischen <a href="http://www.giordano-bruno-stiftung.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Giordano Bruno Stiftung Deutschland</a> zu lesen ist. Der Mensch solle sich als eigenständiges Lebewesen begreifen, das sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen habe.</p>
<p>Autoritäre Strukturen, biologische Grenzen bis hin zum Tod sollen überwunden werden. Jedoch besteht die Gefahr dieser ambitionierten Absichten darin, den Menschen zu vergessen.</p>
<p>Jeder Einzelne wird gezwungen, den technischen Fortschritt mitzumachen. Gelten Menschen ohne Smartphone momentan noch als „nur“ rückschrittlich, könnten sie in wenigen Jahren die Teilhabe am sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben aufs Spiel setzen. Bereits heute werden Menschen auf Eis gelegt, lassen sich kryogenisch einfrieren &#8211; in der Hoffnung auf Heilung in einer fernen Zukunft. Der Mensch überwindet seine natürlichen, durch die Biologie gesetzten, Grenzen und kann durch neue Bauteile sein Leben immer mehr verlängern. In Zukunft, vermuten Wissenschaftler, könnte es möglich sein, die gesamte Persönlichkeit eines Menschen digital zu speichern. Solche digitalen Identitäten könnten dann in verschiedene digitale Welten geladen werden. Der Wechsel des Geschlechts, des Alters und der biologischen Beschaffenheit wären damit kein Problem mehr. An dieser Stelle hätte der Mensch alle seine natürlichen Grenzen überschritten und letztlich sich selbst als Mensch überwunden. Die Frage bei allem technischen Fortschritt und des Technikoptimismus an die Transhumanisten ist also schlicht: „Wo bleibt der Mensch?“ „Denn der Mensch heißt Mensch, weil er hofft und liebt, weil er mitfühlt und vergibt, weil er lacht und weil er lebt“, wie der Musiker Herbert Grönemeyer in seinem Song „Mensch“ festhält.</p>
<h3>Wenn Geistliche forschen, beginnen Wissenschaftler zu glauben</h3>
<p>„Ich finde, dass Religion ebenso wenig in der Schule unterrichtet werden sollte, wie <em>Wissenschaftler in der Kirche dozieren</em> sollten“, meint die Musterschülerin Lisa Simpson. Noch immer liefern sich Wissenschaft und Glaube, sogar verschiedene Glaubensrichtungen untereinander, einen erbitterten Kampf um die „Wahrheit“. Es bleibt dem Leser überlassen, sich ein eigenes Urteil über die vorgebrachten Ansätze und Theorien zu bilden. Jedoch können alle Seiten voneinander lernen und profitieren, sich unterstützen. Dazu muss nur die Chemie stimmen. Dem würde Papst Franziskus I. als Chemiker sicher zustimmen. Es gibt nicht eine letzte „Wahrheit“, es gibt nur verschiedene Wege, sich dieser zu nähern. Menschen sind verschieden, sie glauben, sie glauben nicht und treten mal mehr und mal weniger für ihre Überzeugungen ein. So verschieden die Ansichten auch sind, eint sie doch alle der Wunsch nach einer besseren Welt. Ob wir es Gottesdienst, Ritual oder Flashmob nennen, Gemeinschaft tut nachweichlich Jedem gut, ist Grundlage unserer eigenen Existenz als soziale Wesen.</p>
<p>Moderne Kommunikationen haben eine neue Verbindung der Menschheit geschaffen, die uns einander näher bringen, Verständnis und Menschlichkeit unter den Bewohnern dieses blauen Planeten beflügeln könnte. Wie Charlie Chaplin in seiner Rede an die Menschheit fordert:</p>
<p>„Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert“.</p>
<p>Dies ist ein Crosspost von wahl.de, der Artikel ist zuerst <a href="https://www.wahl.de/aktuell/2016/09/22/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/messier-101-ngc-5457-galaxy-10995/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Galaxy</a> von <a href="https://pixabay.com/en/users/WikiImages-1897/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikilmages</a> via <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, licenced <a href="https://pixabay.com/en/messier-101-ngc-5457-galaxy-10995/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Human Enhancement: Risiken und Nebenwirkungen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/human-enhancement-risiken-und-nebenwirkungen-148881/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Kastner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Apr 2016 08:53:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Transhumanismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Leistungssteigerung]]></category>
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		<category><![CDATA[Human Enhancement]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit dem Fortschreiten der Technik werden neue Human Enhancement-Technologien entstehen und sie werden in verstärktem Maße eingesetzt werden. Dadurch ergeben [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cyborg-Andres_Nieto_Poras-CC_by_SA_2.0-via_flickr.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148882 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cyborg-Andres_Nieto_Poras-CC_by_SA_2.0-via_flickr.jpg" alt="311/365: Cargando las pilas von Andres Nieto Poras unter CC by SA 2.0 via flickr" width="640" height="280" /></a>Mit dem Fortschreiten der Technik werden neue Human Enhancement-Technologien entstehen und sie werden in verstärktem Maße eingesetzt werden. Dadurch ergeben sich neue Chancen, sowohl für den einzelnen Anwender, wie auch für die Gesellschaft. Auf der anderen Seite ergeben sich aus neuen Technologien auch neue Herausforderungen für das Zusammenleben in der Gesellschaft. Diese Chancen und Herausforderungen lohnt es genauer zu beleuchten.</p>
<p>Der Begriff Human Enhancement <a href="http://politik-digital.de/news/human-enhancement-und-die-kuenstliche-verbesserung-des-menschenschoener-schneller-klueger-148808/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bezeichnet</a> verschiedene Technologien, die zur (Selbst-) Erweiterung und Optimierung von Menschen eingesetzt werden. Die Technologien, die in diesem Zusammenhang am häufigsten genannt werden, sind mechanische Erweiterungen, Medikamente, die zur Leistungssteigerung genutzt werden, und gentechnische Verfahren. Die beteiligten Akteure reichen dabei von Forschungseinrichtungen und dem Militär bis zu DIY-Cyborgs und Transhumanisten, die von einer Evolution hin zu einer neuen Spezies mit Hilfe von Technik träumen.</p>
<h3>Träume von einer besseren Zukunft</h3>
<p>Human Enhancement weckt verschiedenste Träume und Hoffnungen. Mit Hilfe neuer technischer Entwicklungen sollen sich alle Probleme der Menschheit lösen lassen, so die Vision. Körperliche Gebrechen und Alterungsprozesse werden durch Medizin und Mechanik aufgehoben. Geringe geistige und emotionale Fähigkeiten werden durch Neuroenhancement verbessert und eröffnen neue Möglichkeiten. Spätestens wenn wir nur noch Bewusstsein in einer Maschine sind, werden alle Geschlechter-, Rassen-, oder ökonomischen Ungleichheiten aufgehoben.</p>
<p>Dieser glorreichen Zukunftsvision stehen einige Befürchtungen entgegen. Manche beziehen sich auf spezielle Themen, wie Doping im Sport. Andere sind viel breiter und umfassen die gesamte Enhancement-Debatte.</p>
<h3>Menschen und Übermenschen</h3>
<p>Befürwortern von Human Enhancement hoffen, dass durch die Technik soziale Gräben überbrückt werden. Wenn alle Menschen durch Technologie auf ein gleiches Level an Leistungsfähigkeit gehoben werden, so die Theorie, haben alle die gleichen Chancen auf Teilhabe. Kritiker befürchten jedoch genau das Gegenteil, weil viele Enhancement-Technologien darauf ausgelegt sind, die Leistung des Einzelnen im Konkurrenzkampf zu verbessern.</p>
<p>Neue Technologien werden tatsächlich oft zuerst in sozial privilegierten Schichten genutzt, wie früher Computer oder Mobiltelefone. Wenn diese Schichten auch leistungssteigerndes Enhancement als erste nutzen, können sie sich noch größere Vorteile verschaffen. Die Technologien würden dann nicht zu einer größeren Annäherung, sondern im Gegenteil zu einer größeren Kluft zwischen verschiedenen sozialen Schichten führen. Je nachdem wie radikal diese Entwicklung ist, könnte die Kluft unüberbrückbar werden und (hier treffen sich die Kritiker mit enthusiastischen Transhumanisten) gleichsam statt einer Klassen- eine Rassen-Gesellschaft entstehen, bei der die Verbesserten die volle Kontrolle und Hoheitsgewalt besitzen und ihre Macht nicht teilen wollen. Aber auch das ist nur eine mögliche Zukunftsvision. Ihr wird entgegengehalten, dass neue Technologien in der Regel schnell billiger werden und sich dann schnell verbreiten. Gerade kompaktere Technologien können so neue Möglichkeiten schaffen, wie das Beispiel der Handynutzung in <a href="http://politik-digital.de/news/internet-der-dinge-in-entwicklungslaendern-148704/">Entwicklungsländern</a> zeigt.</p>
<h3>Human Enhancement zur Leistungssteigerung</h3>
<p>Wie sehr trifft diese Diskussion eigentlich das Problem? Schaut man sich bisherige Entwicklungen an, hat es bis jetzt noch keine Technologie gegeben, die für sich alleine für den Aufstieg oder Fall einer Bevölkerungsgruppe gesorgt hätte. Genauso wenig lässt sich das eine Persönlichkeitsmerkmal bestimmen, das entscheidend für den persönlichen Erfolg ist. Technologien haben natürlich einen Einfluss auf Entwicklungen. Aber auch z.B. Erziehung, Rohstoffvorkommen, Umweltbedingungen, Bildung oder materielle Grundausstattung.</p>
<p>Enhancement-Begeisterten wird oft vorgeworfen, sich nicht für die Entwicklung der gesamten Gesellschaft zu interessieren.  Das vorrangige Ziel sei die Selbstoptimierung und gemacht werde, was möglich ist. Probleme würden dabei aus einer rein technischen Perspektive angegangen und der gesellschaftliche Kontext außen vor gelassen.</p>
<p>Die Bewegung wird als neoliberal und egozentrisch bezeichnet. Ein Vorwurf, der sich auch auf die gesamte Diskussion beziehen lässt. Denn die Leistungsfähigkeit wird sowohl von Gegnern als auch Befürwortern als allein ausschlaggebend für Erfolg oder Misserfolg angesehen, andere Faktoren, wie etwa soziale Fähigkeiten, werden außer Acht gelassen. Die Frage wäre dann nur noch, ob alle die Möglichkeit haben sollen, ihre eigene Leistungsfähigkeit so zu steigern. Vielleicht sollte die Debatte aber auf einer viel grundlegenderen Ebene geführt werden: Wollen wir eine Gesellschaft, in der es vor allem darum geht, möglichst leistungsfähig zu sein, egal um welchen Preis?</p>
<h3>Selbstoptimierung um jeden Preis?</h3>
<p>Manchmal geht es aber nur um das Wohlbefinden einzelner Nutzer und nicht um den gesellschaftlichen Kontext. Als erstes stellt sich dann die Frage: Warum will man sich überhaupt optimieren? Für manche ist das Motiv für die technische Veränderung nicht so sehr die Optimierung im Sinne einer Anpassung an die Leistungsgesellschaft. Stattdessen geht es um Selbstverwirklichung und die Erweiterung der Sinne und Möglichkeiten.</p>
<p>Für die Meisten dürfte jedoch die Verbesserung im Vordergrund stehen. Bei  einigen wenigen, radikalen Vertretern  geht es letztlich sogar um als minderwertig betrachteten menschlichen Körper, hin zu einem besseren Maschinenkörper. Sie machen aber nur einen kleinen Teil derer aus, die sich verbessern wollen.</p>
<p>Ein viel häufigerer Grund dürfte allerdings die Anpassung an einen äußeren Konkurrenzdruck sein. Wenn man das Gefühl hat, in einer auf Leistung ausgelegten Gesellschaft nicht mithalten zu können, scheint Leistungssteigerung eine sinnvolle Option. Wenn manche Menschen anfangen sich zu optimieren, steigen damit nach und nach die Standards. Das kann dann dazu führen, dass Enhancement zum Beispiel von Arbeitgebern erwartet wird und Menschen sich genötigt sehen, sich gegen ihren Willen zu enhancen. Eine ähnliche Entwicklung hat sich schon bei Mobiltelefonen gezeigt. Mittlerweile kommt man ohne Handy kaum noch zurecht. Freunde und Arbeitgeber erwarten, dass man ständig erreichbar ist. Um dem vorzubeugen hilft wahrscheinlich eher ein generelles Umdenken und Entschleunigung statt dem Verbot einzelner Techniken.</p>
<p>Auch in der Technologie selbst können Gefahren stecken. Komplexe technische Erweiterungen müssen meist von außen steuer- und wartbar sein. Wenn es Zugriffsmöglichkeiten von außen gibt, wird die Technik immer auch angreifbar. Wer sich zum Beispiel einen über Funk auslesbaren Chip (RFID) einpflanzt oder seine Vitaldaten aufzeichnet, muss damit rechnen, dass auch andere (gegen den eigenen Willen) das Gerät auslesen können. Teilweise ist die Gefahr aber nicht so offensichtlich. Auch Geräte wie zum Beispiel Herzschrittmacher haben oft Zugangsmöglichkeiten von außen. Diese Zugangsmöglichkeiten sind notwendig, um die Funktionsfähigkeit zu kontrollieren und im Notfall Fehler ohne schwere invasive Eingriffe zu beheben. Solche Geräte vollkommen unhackbar zu machen ist extrem schwer, vielleicht unmöglich. Ist das ein <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2015-12/32c3-herzschrittmacher-hacker" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Risiko</a>, das man in Kauf nehmen muss?</p>
<h3>Gute und böse Technik</h3>
<p>Der amerikanische Technikhistoriker Melvin Kranzberg hat den Satz geprägt „Technik ist weder gut noch böse; noch ist sie neutral“. Er meint damit, dass das Ergebnis bestimmter Techniken immer von dem Kontext abhängt, in dem sie genutzt werden. Wenn Techniken verwendet werden, haben sie einen Einfluss auf ihre Umgebung und dieser Einfluss muss nicht immer der sein, der beabsichtigt wurde.</p>
<p>Das trifft auch auf die verschiedenen Human Enhancement-Technologien zu. Weder werden sie den Untergang der Menschheit herbeiführen, noch werden sie unsere Welt zu einem strahlenden Utopia machen. Je nach dem Kontext, in dem sie angewendet werden, können sie zu einer besseren, wie zu einer schlechteren Welt beitragen.</p>
<p>Eines wird jedoch geschehen: Mit dem Fortschreiten der Technik werden neue Human Enhancement-Technologien entstehen und in verstärktem Maße eingesetzt werden. Von daher ist es wichtig, sich möglichst früh mit der Entwicklung auseinanderzusetzen und nicht erst dann regulierend einzuschreiten, wenn die Entwicklung längst an den Regelungen und Lebenskonzepten vorbeigezogen ist.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/anieto2k/6323054995/in/photolist-aCKiXz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">311/365: Cargando las pilas</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/anieto2k/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andres Nieto Poras</a> unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC by SA 2.0</a> via flickr</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Human Enhancement und die künstliche Verbesserung des Menschen: schöner, schneller, klüger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Kastner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Apr 2016 08:04:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstoptimierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Cyborg]]></category>
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					<description><![CDATA[Soldaten, die niemals müde werden, Sportler, die immer schneller laufen, und Schüler, die pausenlos lernen können: die Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Menschen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Congreso_Wearbales_Big_Data_Salud_2-COM_Salud-CC_by_SA_2.0-via_Flickr.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148809 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Congreso_Wearbales_Big_Data_Salud_2-COM_Salud-CC_by_SA_2.0-via_Flickr.jpg" alt="Congreso_Wearbales Big Data_Salud 2 COM Salud CC by SA 2.0 via Flickr" width="640" height="280" /></a> Soldaten, die niemals müde werden, Sportler, die immer schneller laufen, und Schüler, die pausenlos lernen können: die Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Menschen mit technischen Geräten und wissenschaftlichen Verfahren zu verändern, hat längst Einzug in unsere Gesellschaft gehalten und die Themen werden im Bundestag diskutiert. Eine Einführung in das Thema Human Enhancement.</p>
<p>Menschen auf mechanische, chirurgische oder gar genetische Weise zu verbessern klingt nach Science-Fiction. Aber während vollautomatische externe Skelette zu Unterstützung der Körperkraft und der Röntgenblick noch in ferner Zukunft liegen, versuchen Menschen schon jetzt in vielen Bereichen, die biologischen Grenzen ihrer Spezies zu überschreiten. Im englischen Sprachraum und wissenschaftlichen Debatten spricht man in dem Fall von „Human Enhancement“, also menschliche Verbesserung oder Erweiterung.</p>
<p>Meist geht es um drei Varianten: Erstens um mechanische Erweiterungen wie Prothesen, Herzschrittmacher und Hörgeräte. Zweitens um Medikamente, die zur Leistungssteigerung genutzt werden. Und drittens um gentechnische Verfahren, die von Präimplantationsdiagnostik bis zur Gentherapie reichen.</p>
<h3>Wie Menschen sich durch Technik verbessern</h3>
<p>Auch wenn das Thema nicht unter dem Begriff Human Enhancement diskutiert wird, hat die Debatte über konkrete Beispiele längst die Mitte der Gesellschaft erreicht. Medien und Politik beschäftigen sich damit, z.B. beim Sport. Weil dort der direkte Vergleich von Leistungen im Vordergrund steht, haben auch leichte Veränderungen der Leistungsfähigkeit große Auswirkungen. Seit Jahren taucht das Thema Doping bei fast jeder sportlichen Großveranstaltung in den Medien auf. Relativ neu ist hingegen die Frage, wie Sportler mit künstlichen Körperteilen einzuordnen sind. Der unterschenkelamputierte Oscar Pistorius bekam 2008 vom Internationalen Sportgerichtshof das Recht zugesprochen, mit Prothesen als Läufer bei den regulären Olympischen Spielen anzutreten. Dies entfachte eine Debatte darüber, ob Prothesen leistungsfähiger als normale Gliedmaßen sind und wie man sportlich fair damit umgeht. Im Jahr der Entscheidung verfehlte Pistorius die Qualifikationsnorm für die Olympischen Spiele, 2012 in London startete er dann jedoch bei der 400-Meter-Staffel.</p>
<p>Der medizinisch nicht notwendige Einsatz von verschreibungspflichtigen Medikamenten zur Leistungssteigerung ist ein weiteres Thema, das immer wieder in den Medien auftaucht und auch auf politik-digital.de schon <a href="http://politik-digital.de/news/hirndoping-und-supermenschen-was-war-was-kommt-148730/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diskutiert</a> wurde. Menschen versuchen, sich durch das Einnehmen von Medikamenten wie Ritalin oder Modafinil Vorteile im stressigen Lern- oder Arbeitsalltag zu verschaffen.</p>
<p>Auch der Umgang mit menschlichem Erbgut steht immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit, zuletzt durch die Bundestagsdebatten zur Präimplantationsdiagnostik. In diesem Fall ist die aktuelle Anwendung fast ausschließlich therapeutisch. Kritiker sehen jedoch die Gefahr, mit Hilfe der selben Technologien „Wunschbabys“, bei denen spezielle genetische Anlagen bevorzugt werden, zu erzeugen.</p>
<p>Für die Technikinteressierte besonders spannend sind elektronische Implantate, zurzeit noch vor allem Herz- oder Hirnschrittmacher. Zentral ist dabei die Frage nach der Sicherheit dieser Geräte. Wie in vielen anderen Bereichen muss eine Nutzen-Risiko-Abwägung stattfinden: Die Implantate senden ihre Daten an den behandelnden Arzt. Dabei ist es einerseits hilfreich, wenn die Implantate die Daten drahtlos an den Arzt schicken. Dadurch können kritische Veränderungen festgestellt werden und in einem Notfall, etwa bei einem Herzinfarkt, erfolgt ein automatischer Notruf. Andererseits öffnet die drahtlose Verbindung einen Zugang von außen. Unbefugte könnten darüber vertrauliche Daten abrufen oder die Geräte im schlimmsten Fall hacken.</p>
<figure id="attachment_148814" aria-describedby="caption-attachment-148814" style="width: 630px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Oscar_Pistorius_at_the_2012-Jim_Thurston-CC_by_SA_2.0-via_Wikimedia_Commons1.jpeg"><img decoding="async" class="wp-image-148814 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Oscar_Pistorius_at_the_2012-Jim_Thurston-CC_by_SA_2.0-via_Wikimedia_Commons1-630x324.jpeg" alt="" width="630" height="324" /></a><figcaption id="caption-attachment-148814" class="wp-caption-text">Oscar Pistorius bei den Olympischen Spielen 2012</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Cyborgs in der Mitte der Gesellschaft</h3>
<p>Viele Human Enhancement-Techniken werden auch in therapeutischen Verfahren eingesetzt. Dadurch ist die Grenze zwischen Therapie und Verbesserung fließend. Die Grenze ist auf jeden Fall überschritten, wenn die Technik Möglichkeiten eröffnet, die über die Fähigkeiten der menschlichen Spezies hinausgehen. Andere Fälle sind nicht so klar einzuordnen: Ein Hörgerät ist normalerweise eine therapeutische Maßnahme, die eingesetzt wird, wenn das Gehör durch Unfall oder Krankheit geschädigt ist. Wenn man mit dem Hörgerät dann Frequenzen wahrnehmen kann, die außerhalb des menschlichen Hörbereichs liegen, gilt es als Enhancement.</p>
<p>In letzter Zeit wird zudem eine Theorie mit einem sehr breiten Human Enhacement-Begriff immer mehr populärer. Dieser Theorie zufolge sind wir durch unsere alltägliche enge Verknüpfung mit technischen Geräten sowieso schon alle mehr oder weniger Cyborgs. Die Geräte erweitern dabei unsere Sinne und geben uns Zugang zu Wissen, das kein Mensch im Kopf behalten könnte. Viele Menschen haben so eine engen Verbindung zu ihrem Smartphone, dass sie ohne es einen tatsächlichen Verlust und eine Einschränkung ihrer Sinne und Kommunikationsmöglichkeit erleben. Fast als wäre das Smartphone ein fester Teil von ihnen.</p>
<p>Auf einer weniger abstrakten Ebene können Wearables wie Fitness-Armbänder oder Google Glasses wie Implantate funktionieren. Die in die Kleidung integrierten oder unmittelbar am Körper getragenen Geräte können oft die verbessernden Funktionen übernehmen, die in klassischen Science-Fiction-Stories Implantate haben. Manchen Kritikern geht diese Definition von Human Enhancement zu weit:  Nach ihrer Ansicht sollten nur unumkehrbare Eingriffe als „Human Enhancement“ im strengen Sinne gelten. Brillen, die man weglegen, und Kleidung, die man ausziehen kann, zählen dann nicht.</p>
<p>In dieser <a href="https://www.flickr.com/photos/ursonate/22750359393/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grafik</a> finden Sie einen Überblick über die derzeitigen Enhancement-Möglichkeiten.</p>
<h3>Human Enhancement für alle</h3>
<p>Nicht nur Wissenschaftler und hochgerüstete militärische Labore entwickeln neue Human Enhancement-Techniken. Auch viele mehr oder weniger normale Menschen haben sich der Idee der Selbstoptimierung und –erweiterung verschrieben. Das beginnt ganz einfach bei Schönheitsoperationen und Body-Modifications und geht bis zu selbsternannten „Bio-Hackern“. Diese Hacker versuchen, sich nach dem Motto „do it yourself“ zu optimieren. Manche tun dies auf herkömmliche Art, indem sie versuchen, durch gezielte Diäten oder Training das Beste aus sich herauszuholen. Andere implantieren sich selbst Magnete oder <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/cebit-2016-wie-ich-in-hannover-zum-cyborg-wurde-a-1080672.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">über Funk auslesbare Chips (RFID)</a>. Mit diesen Chips können dann Türen geöffnet und persönliche Informationen „sicher“ gespeichert werden.</p>
<p>Die Gründe, den Schritt zur dauerhaften Veränderung zu wagen, unterscheiden sich so wie die Anwender. Bei manchen ist der Grund Leistungsdruck oder das Gefühl, ohne Verbesserungen nicht mit der Gesellschaft mithalten zu können. Bei anderen lautet der Grund schlicht: „Es ist möglich.“</p>
<figure id="attachment_148815" aria-describedby="caption-attachment-148815" style="width: 630px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/transhumanist-evolution-Laura-Kastner-CC0.png"><img decoding="async" class="wp-image-148815 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/transhumanist-evolution-Laura-Kastner-CC0-630x320.png" alt="transhumanist evolution-Laura Kastner-CC0" width="630" height="320" /></a><figcaption id="caption-attachment-148815" class="wp-caption-text">Die transhumanistische Vorstellung der Evolution</figcaption></figure>
<p>Andere Menschen haben sich der Weiterentwicklung als Ideologie verschrieben. Die Transhumanistische Bewegung verfolgt die Idee, dass sich Menschen mit Hilfe von Technik jenseits der biologischen Evolution weiterentwickeln können. Dadurch, so der Gedanke, wird es irgendwann eine neue Spezies jenseits des biologischen Menschen geben, die die Begrenzung des menschlichen Körpers und der menschlichen Psyche hinter sich lässt.</p>
<p>Ob es nun um Träume von einem besseren Menschen geht, gedopte Sportler oder Menschen, die versuchen, in einer Leistungsgesellschaft mithalten zu können: Human Enhancement ist es ein Thema, das mit seinen verschiedenen Facetten in der Mitte der Gesellschaft präsent ist und nach einer differenzierten und konsequenten Auseinandersetzung verlangt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bilder:<br />
Titelbild <a href="https://www.flickr.com/photos/com_salud/15337748109/">Congreso Wearables Big Data Salud 2</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/com_salud/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">COM Salud</a> via flickr unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 2.0</a>/Original zugeschnitten<br />
Bild 1 <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Oscar_Pistorius,_the_first_round_of_the_400m_at_the_London_2012_Olympic_Games.jpeg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oscar Pistorius, the first round of the 400 m at the London 2012 Olympic Games</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/jimthurston/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jim Thurston</a> via Wikimedia Commons unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 2.0</a>/Original zusgeschnitten<br />
Bild 2 <a href="https://pixabay.com/en/evolution-human-walking-24560/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">evolution-human-walking</a> von <a href="https://pixabay.com/en/users/ClkerFreeVectorImages-3736/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ClkerFreeVectorImages</a> via pixabay unter <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>; <a href="https://pixabay.com/en/man-side-robot-cyborg-android-320268/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">man-side-robot-cyborg-android</a> von <a href="https://pixabay.com/en/users/DrSJS-149538/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DrSJS</a> via pixabay unter <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>/Originale zusammengeschnitten</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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