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	<title>Transparenz &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Transparenz &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Symposium: “Mensch-Computer-Interaktion: KI für den Menschen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Merz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Nov 2019 16:16:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch-Computer-Interaktion]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Am 12. November veranstaltete die Gesellschaft für Informatik das Symposium „Mensch-Computer-Interaktion: KI für den Menschen“, auf welchem Expert*innen kurze Impulsvorträge zu Themen der Künstlicher Intelligenz (KI) und ihr Zusammenspiel mit dem Menschen und seiner Gesellschaft hielten. Anschließend diskutierte das Podium über digitale Ethik und die Möglichkeiten, welche die Künstliche Intelligenz birgt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Künstliche Intelligenz im Hier und Jetzt</h3>
<p>Bereits im Vorfeld der Vorträge vermittelte eine Ausstellung aktueller Forschungsprojekte einen Einblick, was Künstliche Intelligenz schon heute für den Menschen tun kann. Darunter war der charmante, kleine, weiße Pepper-Roboter mit dem passenden Namen „Robbie“, den das Institut für Angewandte Informatik der Uni Kiel mitgebracht hatte. Dieser Roboter arbeitet normalerweise im Altenheim, wo er die Bewohner*innen mit Musik und kleinen Spielen unterhält. Auch andere Projekte waren vertreten, so z.B. Mittelstand 4.0, ein Kompetenzzentrum, das kleine bis mittlere Betriebe bei der Digitalisierung durch KIs und andere Methoden unterstützt.</p>
<figure id="attachment_161950" aria-describedby="caption-attachment-161950" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-161950 size-full" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Robbie_MIC_by_Valentin-Heller.jpg" alt="Frau betrachtet lächelnd den kleinen Roboter " width="1200" height="800" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Robbie_MIC_by_Valentin-Heller.jpg 1200w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Robbie_MIC_by_Valentin-Heller-300x200.jpg 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Robbie_MIC_by_Valentin-Heller-1024x683.jpg 1024w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Robbie_MIC_by_Valentin-Heller-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-161950" class="wp-caption-text">Roboter Robbie kann Tanzen, Memory spielen und Zaubertricks vorführen.</figcaption></figure>
<h3>Transparenz und Nachvollziehbarkeit</h3>
<p>Den Auftakt machte ein Vortag der Berliner Professorin Dr. Dagmar Monett über verschiedene Formen und Definitionen von Intelligenz und die Notwendigkeit eines klaren Vokabulars für KIs. Anschließend stellte Leonie Beining, Projektleiterin bei der <a href="https://www.stiftung-nv.de/de/projekt/algorithmen-fuers-gemeinwohl" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stiftung „Neue Verantwortung“</a>, wie Algorithmen dem Gemeinwohl dienen könnten. Dabei betonte sie vor allem, wie wichtig es ist, dass KIs für Menschen transparent und nachvollziehbar sind. Nur wenn Menschen wissen, warum und wann eine KI eingesetzt wird oder warum sich die KI für etwas entscheidet, kann das Vertrauen und die Akzeptanz von KIs in der Gesellschaft wachsen.</p>
<p>Professor Dr. Michael Koch setzte in seinem Vortag diesen Gedanken fort und schilderte, wie die Uneinsichtigkeit der Ergebnisse von KIs im Lauf der letzten 30 Jahren mit wachsender Komplexität und Automatisierung immer weiter zugenommen hat. Da KIs in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen würden, sei die Schnittstelle zwischen Mensch und KI von besonderer Wichtigkeit, um deren einfache Einsetzbarkeit weiterhin zu gewähren, aber auch um eine Evaluierung der genutzten Daten und Ergebnisse zu ermöglichen.</p>
<h3>KI-Strategie der Bundesregierung</h3>
<p>Auch die deutsche Bundesregierung hat das Potenzial der Künstlichen Intelligenz <a href="https://politik-digital.de/news/ki-und-gesellschaft-eine-bestandsaufnahme-156825/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erkannt </a>und seit November letzten Jahres eine neue KI-Strategie entwickelt, berichtete Ute Bernhardt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Der Staat verfolgt mit dieser Strategie das Ziel, dass Deutschland einer der führenden Standorte für KI-Anwendungen werden solle. Dafür sind viele einzelne Komponenten auf unterschiedlichen Ebenen notwendig: das Thema KI solle verstärkt in die Forschung und Bildung einziehen, und über nationale Weiterbildungsprogramme in die Wirtschaft transferiert werden. Es wird außerdem notwendig sein, den rechtlichen Ordnungsrahmen anzupassen sowie neue Normen zu schaffen.</p>
<h3>Podiumsdiskussion: KI und Verantwortung</h3>
<p>Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch eine Podiumsdiskussion mit vorherigen Redner*innen und unter der Beteiligung des Publikums. Ein erster Punkt war, dass die KI sich technisch noch im Zustand des Aufrückens auf den aktuellen Stand der Digitalen Revolution befände. Beim Thema digitale Ethik kamen die Expert*innen zu dem Ergebnis, dass durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz eine neue Verantwortung beim Erlangen und Verwenden der Daten ensteht und damit auch die Forderung nach Internationalen Regulierungen. Einigkeit herrschte darüber, dass beim Einsatz von KI der Nutzen für die Menschen Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben müsse. Transparenz und Nachvollziehbarkeit seien die unverzichtbare Basis, um die nötige Akzeptanz bei der Bevölkerung zu schaffen. Entscheidend für die weitere Implementierung der KI werde außerdem  sein, dass eine souveräne Nutzung Künstlicher-Intelligenz-Systeme ein vertieftes Software-Knowhow der User*innen und ein umfassend digitalisiertes Umfeld voraussetzt.</p>
<p><strong>Titelbild und Artikelbild:</strong> Valentin Heller | Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie</p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Zensur und Reaktionismus</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzwerkdurchsetzungsgesetz-beschlossen-152706/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thalis Weizmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jul 2017 07:51:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerkdurchsuchungsgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Im Schatten der „Ehe für Alle“ hat die Bundesregierung das Netzwerkdurchsetzungsgesetz beschlossen. Social Media Plattformen sollen in die Pflicht genommen werden, diskriminierende Inhalte und Falschinformationen zu löschen. Kritiker befürchten eine unkontrollierte Zensur der Meinungsfreiheit.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Welche Auswirkungen haben soziale Netzwerke auf die Gesellschaft? Diese Frage treibt die deutsche Politik besonders im Vorfeld der Bundestagswahl an. Während des „arabischen Frühlings“ wurde noch die hohe demokratische Mobilisationskraft dieser Instrumente gelobt, seit geraumer Zeit stehen allerdings eher negative Aspekte im Vordergrund: Gezielte Manipulation des Wahlkampfes durch Socialbots und Hacker, sowie Desinformationskampagnen via Fake News sind nicht erst seit den US-Präsidentschaftswahlen ständige Schreckgespenster der Bundesregierung.</p>
<h3>Kritiken an voreiliger Zensur</h3>
<p>Mit dem nun verabschiedeten Netzwerkdurchsetzungsgesetz soll gegen hate speech, Falschmeldungen und strafbare Inhalte auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Youtube und Co. vorgegangen werden. Die Mehrheit der Union und der SPD stimmten für das Gesetz, dass die Plattformbetreiber dazu zwingen, offensichtlich strafbare Inhalte wie z.B. die Verbreitung von verfassungswidriger Propaganda, Kinderpornographie, Diskriminierung, Hassreden und Hetze innerhalb von 24 Stunden zu löschen. Leisten die Unternehmen dem nicht Folge, können sie mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro sanktioniert werden. Bürgerrechtler und Kritiker des Gesetzes sehen hier das Problem, dass die Plattformbetreiber im Zweifelsfall vorab Inhalte zensieren werden, um einer Bestrafung zu entgehen. Daher könnten auch rechtmäßige Äußerungen, die durch Artikel 5 des Grundgesetzes zur Meinungsfreiheit gedeckt sind, vorauseilend gelöscht werden. Vergangene Fälle, wie <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/facebook-zensiert-ikonisches-vietnam-kriegsfoto-14427324.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">durch Facebook zensierte historische Kriegsfotografien</a> beweisen, dass dies kein bloßes Hirngespinst ist. Im Gegensatz zum Entwurf enthält das fertige Gesetz die Klausel, dass soziale Netzwerke erst ab einer Anzahl von zwei Millionen registrierten Nutzern von den Regelungen betroffen sind. Damit soll verhindert werden, dass deutsche Startups in ihrer Entwicklung behindert werden. Bei besonders kniffligen Fällen soll innerhalb von sieben Tagen gelöscht werden. Bei Uneinigkeit kann die endgültige Entscheidung über die Löschung auch an eine anerkannte Einrichtung der Selbstregulierung übertragen werden. Der zentrale Kritikpunkt des Gesetzentwurfes, die geringe Zeitfrist für die Löschung gemeldeter Inhalte, wurde nicht geändert. Vertreter der Zivilgesellschaft und der Medien, wie der Deutsche-Journalisten-Verband <a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kritiker-Bundespraesident-muss-Netzwerkdurchsetzungsgesetz-stoppen-3760650.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">appellieren nun an den Bundespräsidenten, das Gesetz nicht zu unterzeichnen</a>.</p>
<h3>Intransparente Richtlinien</h3>
<p>Dass die Verantwortung für Kontrolle und Zensur alleine bei den sozialen Netzwerken liegt, ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es zu begrüßen, wenn die Strafverfolgung Ressourcen einsparen kann und sich Plattformen strengere Richtlinien geben, um sich ihrem gesellschaftlichen Auftrag als Massenkommunikationsmedien bewusst werden. Andererseits zeigt sich in diesen internen Richtlinien oftmals ein anderes Verständnis von dem, was als strafbar gilt, sei es nun auf eine andere Kultur im Mutterkonzern oder auf bloße Profitorientierung zurück zuführen. <a href="https://www.theguardian.com/news/2017/may/21/revealed-facebook-internal-rulebook-sex-terrorism-violence" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Guardian hat durch einen Leak Zugriff auf die geheimen internen Richtlinien von Facebook erhalten</a>. Was die Dokumente enthüllen zeigt, wie wenig Kontrolle und wie viel Interpretation bei der Löschung eine Rolle spielen. So sollen Kommentare, wie „Someone shoot Trump” gelöscht werden, da es hier um ein Staatsoberhaupt geht. Nach Facebook ist es dagegen nicht verwerflich, wenn Jemand beschreibt, wie einer Frau am besten das Genick gebrochen werden sollte. Video- oder Bildmaterial mit Gewalt gegen Kinder oder gegen Tiere dürfe ebenfalls geteilt werden und müsse nur in Extremfällen mit einer Warnung versehen werden. Hinzu kommt, <a href="https://www.theguardian.com/news/2017/may/25/facebook-moderator-underpaid-overburdened-extreme-content" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dass die rund 4.500 menschlichen Facebook Moderatoren unterbezahlt und schlecht ausgebildet sind</a>. Außerdem fehle es an einer psychologischen Betreuung für das Personal, welches mit grausamen Inhalten, wie Videos von Enthauptungen oder Vergewaltigungen konfrontiert werden.</p>
<h3>Reaktionismus und Notwendigkeit</h3>
<p>Es ist also eine Atmosphäre zwischen Notwendigkeit und Reaktionismus, in dem das Netzwerkdurchsetzungsgesetz beschlossen wurde. Notwendig ist ein gesetzlich verankertes Vorgehen, weil soziale Netzwerke unser tägliches Zusammenleben prägen und damit auch ein Abbild unserer Gesellschaft sind. Auch in digitalen Räumen bedarf es Regeln, die Grausamkeiten und Diskriminierungen ausschließen und Minderheiten schützen. Der politische Reaktionismus zeigt sich aber in dem Hauruckverfahren der unausgegorenen Gesetzgebung. Statt für mehr externe Kontrolle und Transparenz bei den Plattformbetreibern zu sorgen und sich um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Artikel 5 des Grundgesetzes und einer legitimen Strafverfolgung zu bemühen, wird hier Verantwortung abgewälzt. Wie auch in anderen Bereichen, wo Sicherheitsbedenken und Digitalpolitik kollidieren, zeigt sich bei den Entscheidungsträgern ein Unwillen zur breiten gesellschaftlichen Debatte und einer besonnenen Vorgehensweise. Eine weitere Folge zeichnet sich schon jetzt in der Instrumentalisierung des Gesetzes für die bevorstehenden Bundestagswahlen ab. Die etablierten Volksparteien werden argumentieren, im Vorfeld der Wahl „erfolgreich“ etwas gegen Internethetze und Fake News getan zu haben. Parteien wie die rechtspopulistische AfD, können nun von einem „schwarzen Tag für das freiheitliche Deutschland&#8221; lamentieren und geben damit weiteren Hasskommentatoren eine Rechtfertigung, ihr Handeln unter dem Schleier einer gefährdeten Meinungsfreiheit zu verstecken. Das Problem menschenverachtender Inhalte bleibt nämlich bestehen. Mit der jetzigen Lösung doktert die Bundesregierung nur an ihrer oberflächlichen Sichtbarkeit herum.</p>
<p>Titelbild: Grundgesetz, by <a href="https://www.flickr.com/photos/gyst/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Guido A.J. Stevens</a> on <a href="https://www.flickr.com/photos/gyst/130324005/in/photolist-3VPC6S-dDaSbr-bpBwzw-78v3Jc-78yWch-cvWMB-31TDhD-3VJ5X-6qijtL-2oEkMi-2oEkFX-eGadCP-emV4jg-emV53v-enuhwL-6qdZjT-cXJCh-enugFh-emV4Dt-65KpCE-epjdAM-epjbZV-eqfonu-uxiJt-eqfss9-USDPd9-9Q1HBb-ao17RN-fKt4RL-4VnS8L-5iVUWf-6qcB6M-epj9Bi-65Kqod-epjdVx-eqfr1h-65MXMY-65Kvr5-696KWZ-4A7XzX-epjdog-eqfqPG-65MYq1-65FaVK-eqfohf-65F2bc-eXhtRZ-65Fd4c-65KtWG-5QaVoD/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a>,  <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/legalcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-NC-ND 2.0</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-5"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Blockchain Expo 2017 in Berlin – Die digitale Revolution?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jun 2017 15:46:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-6"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Am 01. und 02. Juni findet im Berliner Estrel-Hotel die Blockchain-Expo Europe statt. Gründergeist und visionäre Ideen treffen hier auf alteingesessene Akteure der IT- und Wirtschaftsbranche. Nach der überwältigenden positiven Resonanz auf die Consensus in New York vor einer Woche sind die Erwartungen in die technologischen Möglichkeiten der Krypto-Datenbank bei allen Beteiligten hoch. Ein Stimmungsbericht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Fast unbemerkt, weil abseits von Fachmagazinen in der täglichen medialen Berichterstattung kaum erwähnt, hat sich die Thematik der Blockchain-Technologie mittlerweile zu einem Dauerbrenner in vielen Branchen entwickelt. Diese breite Aufstellung macht sich bereits im Programm der Berliner Blockchain Expo bemerkbar: Egal ob erneuerbare Energien, IT-Security, Banking oder Healthcare; beinahe jedes gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Feld ist vertreten. Junge Start-Ups mit sozialpolitischer Agenda treffen hier auf große Konzerne, Unternehmensberater referieren gemeinsam mit Wissenschaftlern und Forschern.</p>
<h3>Alles scheint möglich</h3>
<p>Auf der Blockchain-Expo scheint alles möglich, auch bzw. besonders, weil die Technologie unglaublich viel Potential zu bieten scheint. Von fehlender interdisziplinärer Kommunikation kann jedenfalls kaum die Rede sein. Das mag auch daran liegen, dass alle Beteiligten in der Nutzung von Blockchains zumindest eine Art kleine Revolution sehen. Auf diese Weise sind bis jetzt kaum jene Barrieren und Vorurteile entstanden, die sich sonst häufig zwischen verschiedenen Branchen beobachten lassen. Ganz im Gegenteil: Jeder hofft auf einen Anteil an dem, was in der Zukunft hohe Gewinne bringen könnte. So hat Adam Vaziri vor vier Jahren seinen Job als Anwalt aufgegeben, um in die Bitcoin-Branche einzusteigen. Heute ist er Mitbegründer von Quanta &#8211; einer  Blockchain-basierten Online-Lotterie &#8211; die vor allem auf Fairness und Transparenz bei Gewinnerbestimmung und Gewinnausschüttung setzen möchte.</p>
<h3>Sicherheit und Sichtbarkeit</h3>
<p>Sicherheit und Sichtbarkeit, diese zwei Aspekte dominieren die Blockchain-Szene. Was früher als Mittel zur Umgehung von Regularien eingesetzt wurde, so Vaziri, sei mittlerweile zum Instrument für die Durchsetzung von festen Regeln und gegen Manipulationen geworden. Darauf setzt auch der Niederländer Pieter Haasnoot. Seine Online-Plattform „Publicism“ möchte Journalisten mithilfe der Blockchain-Technologie vor Verfolgung und Zensur schützen und so einen Schritt zu erhöhter Pressefreiheit beitragen. Die schwedische Applikation „Zeptagram“ hingegen soll die Abhängigkeit von Künstlern gegenüber Plattenfirmen reduzieren, indem User Anteile an Musikstücken kaufen, die entsprechend deren Beliebtheit in einer blockchainbasierten Börse gehandelt werden.</p>
<h3>Unternehmen im Zugzwang</h3>
<p>Die Lust auf Innovation ist überall zu spüren. Dennoch wird auch klar, dass das hohe Interesse am Thema Blockchain nicht nur aus reinem Optimismus entstanden ist. Vielmehr sehen sich nicht wenige, vor allem etablierte Unternehmen in einem starken Spannungsfeld. Es ist unklar, ob Blockchain wirklich das große nächste Ding ist, denn die flächendeckende Nutzung in allen Lebensbereichen wäre technisch machbar, steht jedoch vor vielerlei Herausforderungen. Hierzu zählt unter anderem die komplexe rechtliche Lage bezüglich sogenannter „smart contracts“, aber auch Fragen der Sicherheit und des Datenschutzes verursachen noch starkes Bauchgrummeln. Würde sich die Technologie hingegen in eine vielversprechende Richtung entwickeln, könnte sie sich in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren zum neuen Kommunikationsstandard entwickeln und somit das Internet revolutionieren.</p>
<h3>Blockchain könnte Jobs kosten</h3>
<p>Auch Unternehmensberater sind daher unter Zugzwang, wie Jens-Herrmann-Paulsen, Senior Consultant bei Deloitte, betont. Seiner Ansicht nach könnte die Branche der klassischen Wirtschaftsprüfer durch die Nutzung von Blockchains quasi überflüssig werden. Gerade deshalb stellen sich viele Firmen schon jetzt auf veränderte Arbeits- und Marktbedingungen ein und suchen nach neuen Nischen, in denen die Blockchain-Technologie prinzipiell nutzbar wäre. Gesellschaftspolitisch könnte Blockchain bei richtiger Anwendung ebenfalls Partizipation, gleiche Bedingungen und mehr Freiheit bewirken. Hierzu, das wird auch bei dieser Expo deutlich, ist jedoch mehr nötig als reine Technik: Sie kann lediglich Mittel zum Zweck sein, ein Instrument, um mehr Effizienz durch automatisierte Abläufe zu generieren.</p>
<h3>Der Mensch im Mittelpunkt</h3>
<p>Die dezentrale Struktur von Blockchain ist durchaus hilfreich, um die Digitalisierung auch demokratischer zu gestalten. Nichtdestotrotz steht hinter dem System immer noch der Mensch, der bestimmt, auf welche Art und Weise dieses schlussendlich funktioniert. Den großen Visionen stehen deshalb viele Teilnehmer der Expo noch skeptisch gegenüber. Das wiederum regt zu Diskussionen an. Darüber, wo Gefahren liegen und wie solche vermieden werden könnten. Und das ist nicht nur erfrischend, sondern sogar extrem wichtig, denn sollte Blockchain sich etablieren, könnte eine kritische Reflektion von vornherein negative Entwicklungen mit gesamtgesellschaftlich schädlichen Konsequenzen verhindern.</p>
<p>politik-digital ist Medienpartner der Blockchain Expo 2017 in Berlin.</p>
<p>Titelbild: Blockchain Expo 2017 Berlin, by Daniel Krüger, CC-BY-SA 3.0</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-8"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Data for the People: Alle Macht dem Nutzer!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Apr 2017 10:40:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datennutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutzdebatte]]></category>
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					<description><![CDATA[Gebt den Nutzern die Macht über ihre Daten zurück! Diese Position vertritt Andreas Weigend. In seinem neuen Buch „Data for [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151938" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/robertmayertitelbild.jpg" alt="Titelbild: big-data_conew1 by luckey_sun via flickr.com, CC BY-SA 2.0" width="629" height="289" />Gebt den Nutzern die Macht über ihre Daten zurück! Diese Position vertritt Andreas Weigend. In seinem neuen Buch „Data for the People“ wendet sich der Dozent der kalifornischen Berkeley-Universität von der klassischen Datenschutz-Debatte ab und sucht nach einer alternativen Lösung für unseren Umgang mit Daten.<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/robertmayertitelbild.jpg"><br />
</a></p>
<p>„Give me data“ weist Sherlock Holmes in der <a href="http://www.imdb.com/title/tt1475582/?ref_=nv_sr_1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BBC-Serie Sherlock</a> seinen Assistenten Dr. Watson an. Ohne Daten zum Opfer – Familiengeschichte und Hintergrund – kann Sherlock die Tat nicht analysieren und keine Schlüsse zum Mordfall ziehen. Unternehmen wie Facebook oder Amazon unterscheiden sich diesbezüglich nur wenig vom britischen Meisterermittler, schließlich sind sie auf die Daten der Menschen angewiesen, um ihre Dienste und Werbeangebote zu personalisieren. Dass es dabei derzeit ein massives Ungleichgewicht zugunsten der Internetfirmen gibt, ist ein zentraler Punkt der Debatte rund um den Datenschutz.</p>
<p>Nun schaltet sich Andreas Weigend in diese Diskussion ein, setzt sich jedoch von diesem schwarzen Loch einer Debatte ab, in das alle Argumente hineingezogen werden, aber kein Konsens herauskommt. Schutz der Privatsphäre oder vielseitiger Nutzen der Daten – das ist die große Frage unserer Zeit, der sich nun auch der Dozent an der kalifornischen Berkeley-Universität annimmt. Doch auf der klassischen Datenschutz-Nutzen-Achse lässt sich Andreas Weigend schlecht einordnen, auch wenn er Privatsphäre für eine Illusion hält. Vielmehr gewinnt man bei der Lektüre des Buches „Date fort he People &#8211; Wie wir die Macht über unsere Daten zurückgewinnen“ den Eindruck, dass diese Debatte überhaupt nicht mehr den Kern der Realität trifft, sondern die Technik dem Diskurs mal wieder fünf Schritte voraus ist.</p>
<h3>Datenanalyse unter neuen Vorzeichen</h3>
<p>Würde man aber in diesen Kategorien denken, ist der Autor tendenziell nicht auf der Seite des Datenschutzes einzuordnen. Das gibt Weigend bereits im Vorwort offen und ehrlich zu: „Tatsächlich sind die Stasi-Unterlagen nichts im Vergleich zu dem, was ich tagein, tagaus freiwillig über mich mitteile.“ Seit mittlerweile elf Jahren veröffentlicht der Dozent an der kalifornischen Berkeley-Universität Vorlesungen, Reden und sogar <a href="http://www.weigend.com/itinerary/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">detaillierte Reisepläne</a> mit Flugnummern und Sitzplatzreservierungen.</p>
<p>Mit dem Wissen über Sitzplatz 16A des Lufthansa-Fluges LH455 geht nun erstmal kein konkreter Sinn oder Nutzen einher, doch der Autor legt damit letztlich nur die eigenen Maßstäbe an sich selbst an und möchte ein Zeichen für seinen Standpunkt setzen. Andreas Weigend ist davon überzeugt, dass die Vorteile eines offenen Umgangs mit Daten die Nachteile überwiegen. Dabei ist der studierte Physiker jedoch kein Verfechter der radikalen Offenlegung, sondern will die eingefahrene Situationen zwischen den Googles dieser Welt und den Verfechtern des Datenschutzes auflösen. Denn Unternehmen, die Daten analysieren und für die Verbesserung ihrer Produkte sowie der Profitgenerierung nutzen, sollten dies in Zukunft auch weiterhin tun dürfen, jedoch unter andere Vorzeichen.</p>
<figure id="attachment_151966" aria-describedby="caption-attachment-151966" style="width: 203px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/weigend-data21.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-151966" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/weigend-data21-305x516.jpg" alt="weigend-data2" width="203" height="344" /></a><figcaption id="caption-attachment-151966" class="wp-caption-text">Andreas Weigend: Data for the People. Wie wir die Macht über unsere Daten zurückerobern<br />Murmann Publishers GmbH<br />ISBN: 9783867745680<br />26,90 €, April 2017, 352 Seiten</figcaption></figure>
<h3>Transparenz und Handlungsfähigkeit</h3>
<p>Wie der Titel des Buchs schon suggeriert, geht es um eine Ermächtigung der Bürgerinnen und Bürger. Sie sollen Rechte und Werkzeuge an die Hand bekommen, um selbstbestimmter mit ihren Daten umgehen zu können: „Worauf es ankommt, ist, dass wir Wege finden, um zu gewährleisten, dass die Interessen derjenigen, die unsere Daten nutzen, mit unseren eigenen Interessen im Einklang stehen.“ Dabei sind vor allem zwei Begriffe zentral: Transparenz (zu wissen, was die Unternehmen genau machen und die Pflicht der Unternehmen, Erkenntnisse zu teilen) und Handlungsfähigkeit (Werkzeuge, mit denen der Nutzer beispielsweise das Teilen bestimmter Daten ein- und ausschalten kann). Dafür fordert Weigend eine Reihe von Rechten wie beispielsweise die Möglichkeit eines Zugangs zu den eigenen Daten oder die Option, Daten zu ergänzen. Wichtig ist dabei letztlich, dass jeder Nutzer weiß, wie Datenunternehmen arbeiten und ein Bewusstsein entwickelt, welche Konsequenzen das Teilen sozialer Daten hat. Diese Fähigkeit sei ähnlich wichtig wie das Lesen und Schreiben.</p>
<p>Da wir immer mehr Daten produzieren werden und die Uhr nicht mehr zurückdrehen können, müssen wir uns mit den Vor- und Nachteilen von Sensoren und Co. abfinden und einen Weg finden, der den Nutzern mehr Macht in diesem Spiel zugesteht. Wir wissen beispielsweise, dass die Digitalisierung massive rechtliche Probleme mit sich bringt. Aber in diesem Buch wird klar, dass es mit ein paar einfachen Rechtsänderungen nicht getan ist. Es braucht eine grundlegende gesellschaftliche Debatte – und diese muss angesichts der raschen technologischen Fortentwicklung rasch erfolgen. Der Autor gibt in seinem Buch einen Einblick in die beinahe endlosen Möglichkeiten der Datenanalyse und führt dabei drastisch vor Augen, zu was die Datentechnik bereits heute imstande ist. Letztlich müssen wir als Nutzer und Gesellschaft entscheiden, wie weit die Analyse-Instrumente künftig gehen dürfen.</p>
<h3>Auch Unternehmen in der Pflicht</h3>
<p>Weigend erklärt an vielen Stellen, wie Unternehmen wie Amazon, Facebook oder kleinere Start-ups Daten gewinnen, analysieren und nutzen. Durch seine Erfahrungen bei zahlreichen Unternehmen wie Amazon (Chief Scientist) gibt er einen wirklich interessanten Einblick hinter die Kulissen dieser aus Kundensicht „Black Boxes“. Dabei wirkt das Buch zumeist wie eine ausführliche Vorlesungsreihe, in der die Theorie mit vielen anschaulichen Praxisbeispielen aus der Welt der Datentechnologie unterfüttert wird. Andreas Weigend gibt sich viel Mühe, die trockenen Ausdrücke der Theorie mit hilfreichen Metaphern und Vergleichen greifbar zu machen – auch wenn manchmal Begriffe wie „Privatsphäreneffizienz-Bewertung“ fallen, die nur Scrabble-Spielern große Freude bereiten dürften.</p>
<p>Doch nicht nur die Nutzer stehen in der Pflicht. Auch Firmen sollten sich bewusst werden, dass mit sozialen Daten respektvoll und vorsichtig umgegangen werden muss. Dazu gehört beispielsweise ein verständliches und effektives Sicherheitskonzept, dessen Stärke die Nutzer anhand einfacher Bewertungssysteme wie in der Gastronomiehygiene ablesen können.</p>
<h3>Zwischen Differenziertheit und Euphorie</h3>
<p>Dabei argumentiert Weigend insgesamt sehr differenziert. Trotz seiner klaren Tendenz zum offenen Umgang mit Daten sowie dem postulierten Ende der Privatsphäre beleuchtet er zumeist alle Aspekte der Debatte. Dennoch wiederholt er sich an vielen Stellen, kommt am Ende der Kapitel oft zu denselben Schlüssen und wirkt beim Aufzeigen der Vorteile der Datenanalyse gerne mal zu euphorisch. Leider bleibt ab und an der Realismus auf der Strecke, wenn er beispielsweise von den Wahlmöglichkeiten spricht, die Nutzer potenziell haben könnten, wenn sie erst die Macht über ihre Daten ergreifen würden. In der Realität ist man in monopolisierten Zweigen der Internetbranche dann doch oft zur Herausgabe bestimmter Daten gezwungen, um einen Dienst in Anspruch nehmen zu können.</p>
<p>Dennoch präsentiert Andreas Weigend für solche Probleme durchaus Lösungen wie „virtuelle Boykotte“, die jedoch vor allem im Rahmen seines geschlossenen Konzepts Sinn machen, aber derzeit nur schwierig umzusetzen wären. Die Vorstellungen des Autors mögen ja durchaus ihren Reiz haben, doch die konkreten Schritte zur Verwirklichung in der Realität bleibt der Autor schuldig. Dementsprechend ist das Buch eine sehr interessante Sammlung praktischer Beispiele aus der Welt von Big Data und präsentiert einen möglichen Ausweg aus der festgefahrenen Debatte, jedoch bleiben am Ende zu viele Fragen offen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/75279887@N05/6914441342/in/photolist-9uDrJR-da8jMn-egsmCb-bx1jvU-in4r8R-QGAKC3-in4r4H-5nPtCe-pN7nmE-q3wTcg-bm7dJK-in4qSv-f8LRNN-9HmR8k-bm7drR-zh7ZMB-bm7dZ2-ruGnWz-dht2wF-bm7eAX-rP23sX-bm7ef2-bm7dBa-bm7ddc-dMeUvi-rLJ7PE-bm7eXX-deKzer-ruGo1c-SfD3Qc-r1qKs4-6TMD5S-r7tb42-eahc6N-cJVgkY-r5aTAu-qaETfM-pkVM7q-omdx8f-nrfjeR-oNtc9q-qPT6K9-c3yyfJ-r7oek9-r7jbQr-nVQUrZ-qPUvvq-qasxUh-exfJSY-qaESvk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">big-data_conew1 by luckey_sun</a> via flickr.com, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Beipackzettel: Electronic Health (eHealth)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Donat]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Sep 2016 13:56:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Fragen Sie noch Ihren Arzt oder Apotheker? Lesen Sie sich diese Packungsbeilage zu eHealth sorgfältig durch. Sie enthält einen Überblick [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_eHealth.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150178" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_eHealth.jpg" alt="titelbild_ehealth" width="640" height="310" /></a>Fragen Sie noch Ihren Arzt oder Apotheker? Lesen Sie sich diese Packungsbeilage zu eHealth sorgfältig durch. Sie enthält einen Überblick rund um Chancen und Risiken des digitalen Gesundheitswesens für Sie. Aktuelle digitale Produkte aus der Reihe eHealth sind ohne ärztliche Verschreibung erhältlich. Um einen bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen, muss eHealth jedoch vorschriftsmäßig angewendet werden.</p>
<h3>1. Was ist eHealth und wofür wird es angewendet?</h3>
<p>Zur mehr oder minder akuten medizinischen Versorgung und allgemeinen Hilfe im Gesundheitswesen kann die Anwendung elektronischer Geräte dienen– kurz: eHealth. Mobile eHealth Lösungen, wie Gesundheitsapps, werden auch unter dem digitalen Tochterpräparat mHealth (Mobile Health) vermarktet. Die Angebotspalette eHealth ist unglaublich groß: die pure Informationssuche online zu Gesundheitsthemen, die Nutzung von Gesundheitsportalen sowie der Erfahrungsaustausch mit anderen und der gesundheitsbezogene E-Commerce spielen darin zentrale Rollen. Über elektronische Patientenakten, medizinische Vermessungen per App und Sensoren, Wearables (bspw. Fitnessarmbänder oder Smart Watches) sowie gesundheitlich- therapeutische Coaching-Apps bis zur schnellen online Bestellung bei der Apotheke und der Videosprechstunde mit dem Hausarzt reicht die Vorteilswelt des eHealth.</p>
<p>Eine verstärkte Wirkung von eHealth ist zu erwarten, wenn Sie zu den Leuten gehören, die immer eine gefühlte Ewigkeit in Wartezimmern von Ärzten verbringen. Ressourceneinsparung bei Zeit und Geld: die Digitalisierung des Gesundheitssektors kann helfen, analoge Probleme zu lösen. Den Mangel an Beratungs- und Gesprächszeit bei Ihrem Arzt können Sie nun durch Eigenrecherche und verbesserter Mitwirkung in Form von Selbstvermessung oder des Führens eines digitalen Schmerztagebuchs kompensieren. Digital Health erreicht aber auch eine zwischenmenschliche Ebene: vielleicht reicht eine kurze Online-Kommunikation mit Ihrem Arzt oder digital übermittelte Daten ihrerseits, um eine Ferndiagnose zu stellen oder im Notfall einen Termin mit Ihnen zu vereinbaren. Kosteneinsparungen und Effizienz auf Seiten der Medizin sind vor allem im Bereich der Forschung, aber auch durch die Vermeidung von Doppeluntersuchungen denkbar. Big Data bieten das große Potenzial, Betrugsfälle systematisch zu identifizieren, neue medizinische Erkenntnisse zu erlangen und diagnostisch präziser zu arbeiten. Denn: gesellschaftliche Krankheitsentwicklungen können durch eHealth in einer höheren Quantität verfolgt und verglichen werden.</p>
<h3>2. Was müssen Sie vor der Einnahme von eHealth beachten?</h3>
<p>Besondere Vorsicht bei der Einnahme von eHealth ist bei technischen Sicherheitslücken und der Weitergabe von Daten an Dritte erforderlich. Das mögliche Missbrauchspotenzial, dem Sie sich durch die Anwendung von eHealth-Produkten aussetzen, ist jedoch nicht klar erkennbar. Prozesse laufen hinter verschlossenen Türen ab und lassen die Stärke der Nebenwirkungen in der Welt der Big Data nicht genau bestimmen. Verschiedene eHealth-Präparate zeigen unterschiedlich starke Risiken: per App Blutzucker messen in Eigenregie, elektronisch die täglichen Kalorien und Schritte zählen sowie Erinnerungen für Medikamente und regelmäßige Workouts. Warum wollen manche Apps dafür Zugriff auf Ihren Standort, Medien, Kamera, Geräte-ID und und und?</p>
<p>Die Datensammlung geht meistens an die Urheber der Anwendungen zurück und wird dort gespeichert. Nicht selten landen Big Data aber auch bei Dritten, da Daten weiterverkauft werden. Zu diesem Zeitpunkt verlieren Sie als VerbraucherIn nun endgültig den Überblick über die Nutzung Ihrer eigenen Informationen in der großen weiten Datenökonomie. Fest steht: Um überhaupt theoretisch von eHealth profitieren zu können, müssen Ihre Messwerte zuverlässig erhoben werden. Auch die Aussagekraft dahinter muss im entsprechenden Kontext verstanden werden. Denn nur zu oft führt präventives Verhalten oder die Recherche der eigenen Symptome zu unnötiger Angst und Fehldiagnosen.</p>
<h3>3. Wie ist eHealth einzunehmen?</h3>
<p>Eine vorschriftsmäßige Nutzung von – was das genau bedeutet, hat auch der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (<a href="http://www.svr-verbraucherfragen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SVRV</a>) in einer <a href="https://www.bmjv.de/DE/Ministerium/Veranstaltungen/SaferInternetDay/01192016_Digitale_Welt_und_Gesundheit.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diesjährigen Veröffentlichung</a> diskutiert und gibt dafür zwei Handlungsratschläge:  Die volle Wirkkraft von eHealth komme demnach nur zur Geltung, sobald einerseits transparente und verlässliche (evidenzbasierte) Verbraucherinformationen und andererseits, eine Stärkung der Alltagskompetenzen der VerbraucherInnen vorliegen. Die Einnahme von eHealth ist also je nach angemessenem Level an Transparenz auf Angebots- sowie Kompetenz auf Nachfrageseite zu dosieren. Falls Sie zu viel kommerzielles eHealth eingenommen haben, ist ein rückwirkender Entzug Ihrer Daten leider nicht möglich.</p>
<p>Bei der Einnahme von eHealth mit analog eingeholten Gesundheitstipps können Wechselwirkungen entstehen: Viel öfter müssen heutzutage Ärzte ihre eigenen Entscheidungen und Handlungen vor Patienten rechtfertigen. Digitale Patienten werden gerne mal selbst zum Arzt und haben sich vorab schon eine eigene Meinung über Diagnose und Zusammenstellung der Medikamente gemacht. So konstatiert der SVRV-Bericht, dass im EPatient Survey 2015 bereits 10% der Befragten angaben, die Dosis oder Zusammenstellung ihrer Medikamente selbst verändert zu haben. Die gesundheitlichen Risiken bei einer Selbstdiagnose sind bedenklich hoch.</p>
<h3>4. Zukunftsdiagnose eHealth?</h3>
<p>Zukünftige Aufbewahrungsbedingungen von eHealth korrelieren mit vielen gesellschaftlichen Entwicklungen: die Land-Stadt-Migration, der demographische Wandel, damit einhergehende steigende Kosten im Gesundheitssektor und Ärztemangel sowie geplante Gütesiegel auf Seiten der Wissenschaft und Politik. All diese Facetten beeinflussen die Chancen und Risiken des digitalen Gesundheitssystems. Für Menschen aus ländlichen Gegenden mit aufwändiger Anreise zum Arzt könnte eHealth zukünftig großes Potenzial bieten. Auch führen steigende Lebenserwartungen und die gesellschaftliche Alterung kurz- oder langfristig zu medizinischen Engpässen: Während aktuell schon jede fünfte Person mindestens 65 Jahre alt ist, prognostiziert das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (<a href="http://www.bib-demografie.de/DE/Home/home_node.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BiB</a>) im <a href="http://www.bib-demografie.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Broschueren/bevoelkerung_2016.pdf;jsessionid=8B448FDC54BF17CE9759B20F9563943F.2_cid321?__blob=publicationFile&amp;v=5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diesjährigen Bevölkerungsentwicklungsbericht</a> einen Anstieg auf jede dritte Person in Deutschland bis 2060.</p>
<p>Dennoch gilt es vor allem aus ethischer Perspektive den wissenschaftlichen Nutzen des eHealth-Angebots zu bezweifeln. Denn wir befinden uns in einer rechtlichen Grauzone des eHealth – einem ungeschützten Markt, in dem Sie zwischen spielerischen digitalen Gesundheitsangeboten und der kommerziellen Datenverwertung abwägen müssen. Mit dem Ziel, sich selbst besser unter Kontrolle zu haben, wird man eventuell umso mehr von außen kontrolliert. Der Bereich des Gesundheitssektors hat sich ausgedehnt: auch Themen aus Ernährung und Fitness finden großen Anklang in digitalen Gesundheitsangeboten. Die große Empfehlung zum Präparat eHealth heißt daher: keine unüberlegten Einnahmen und im Zweifel fragen Sie lieber Ihren analogen Arzt oder Apotheker – zumindest per E-Mail, Chat oder Videoanruf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: eHealth von <a href="http://politik-digital.de/user/jdonat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jana Donat</a> / <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, licenced <a href="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Internet Governance Forum Deutschland 2016: zur Ethik der Digitalisierung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/internet-governance-forum-deutschland-2016-zur-ethik-der-digitalisierung-150211/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Donat]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Sep 2016 15:01:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Personalisiertes E-Shopping, selbstfahrende Autos und Fitness-Tracker: einen bequemeren Alltag können Algorithmen sicherlich ermöglichen. Der Preis dafür ist aber hoch. So [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_150213" aria-describedby="caption-attachment-150213" style="width: 640px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/DSC07712.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-150213" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/DSC07712.jpg" alt="Panel des Internet Governance Forum Deutschland 2016 &quot;Encoding Values&quot;" width="640" height="280" /></a><figcaption id="caption-attachment-150213" class="wp-caption-text">Im Panel (v.l.n.r.): Matthias Spielkamp (iRights/Algorithm Watch), Dr. Mirja Kühlewind (Transport AD/ETH Zürich, IETF), Constanze Bürger (Bundesministerium der Innern), Prof. Dr. Iris Eisenberger (BOKU Uni Wien), Dr. Benedikt Köhler (DataLion), Moderatorin Lena-Sophie Müller (Initiative D21)</figcaption></figure>
<p><strong>Personalisiertes E-Shopping, selbstfahrende Autos und Fitness-Tracker: einen bequemeren Alltag können Algorithmen sicherlich ermöglichen. Der Preis dafür ist aber hoch. So diskutierten letzten Freitag auch die TeilnehmerInnen des Panels „Encoding Values – zur Ethik von Protokollen“ des diesjährigen Internet Governance Forum Deutschland (IGF-D) über die Ethik digitaler Gesellschaften und die technische (Un)Kontrollierbarkeit von Algorithmen.</strong></p>
<p>Kontrovers diskutierten die Panellisten auf dem IGF-D 2016 über die Objektivität von Algorithmen und die Frage, ob die Einführung eines allgemein gültigen Wertekodexes eine Lösung darstelle. Einigkeit herrschte jedoch in einem anderen Punkt: „Wie es wirklich funktioniert, wissen wir, glaub ich, alle nicht“, konstatierte Dr. Benedikt Köhler (<a href="http://datalion.com/de/home_de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DataLion</a>). Dr. Mirja Kühlewind von der Internet Engineering Taskforce (<a href="https://www.ietf.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IETF</a>) stellte fest, dass „seit Snowden“ die Frage „Wie können wir Werte schützen?“ in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt ist. Auch wenn die Ethik der Digitalisierung immer mehr zum Thema wird, so bleiben dennoch essentielle Fragen rund um die (Un)Kontrollierbarkeit von Algorithmen unbeantwortet.</p>
<h3>Kann ein Algorithmus überhaupt neutral sein?</h3>
<p>In der Debatte um die theoretische Möglichkeit digitaler Neutralität und Objektivität betonte Matthias Spielkamp (<a href="https://irights.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iRights</a>/<a href="http://algorithmwatch.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Algorithm Watch</a>), dass (halb-)automatisierte Prozesse auch nicht unbedingt wertneutral seien. Als Beispiel führte Spielkamp die Nutzung einer Software in den USA an, die helfen sollte, zukünftige Kriminelle zu prognostizieren. <a href="https://www.propublica.org/article/machine-bias-risk-assessments-in-criminal-sentencing" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Ergebnis</a>: technisch generierte Parteilichkeit durch Algorithmen. Menschen mit schwarzer Hautfarbe wurden automatisch als höheres Risiko eingestuft. Zugleich warf Spielkamp die Frage auf, inwiefern eine alternative Handhabung durch Menschen überhaupt weniger diskriminierend verlaufen könne.</p>
<p>Mehr Informationen preiszugeben als beabsichtigt – die Erfahrung hat auch Benedikt Köhler bereits gemacht, durch Algorithmen. Im Sinne einer <a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2007/09/blogrolls.PNG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kartographie</a> der deutschsprachigen Blogosphäre stellte er Blogvernetzungen – d.h. ein Blog verlinkt einen weiteren Blog – graphisch dar. Letztendlich kontaktierten ihn kartographierte Blogger, warum sie denn als nah vernetzt zu privat-bekannten BloggerInnen dargestellt wurden, ohne jemals einen Link zu ihrem Blog gesetzt zu haben. Köhler betonte, einen „neutralen Algorithmus“ genutzt zu haben. Dennoch: lediglich ähnliche NutzerInnen zweier Blogs können bereits private Vernetzungen andeuten. So verbinde ein neutraler Algorithmus auch Dinge auf eine Weise, die niemand steuern kann, geschweige denn offenbaren will. Köhler zufolge „macht das der Algorithmus selbst“. Auch den transparenten Umgang mit Algorithmen erachtet Köhler daher als „notwendig“, aber „nicht hinreichend“. Das sah Professorin Dr. Iris Eisenberger (<a href="https://www.boku.ac.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BOKU Uni Wien</a>) anders, da sie bereits zuvor den entscheidenden Schritt in Richtung Neutralität ausmache. Für sie sei ein Algorithmus bereits wertend, sobald sich ein Unternehmen für einen speziellen Algorithmus entscheide.</p>
<h3>Die Lösung für „interdisziplinären Analphabetismus“: Transdisziplinarität</h3>
<p>Moderatorin Lena-Sophie Müller (<a href="http://www.initiatived21.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative D21</a>) fragte in die Runde, wie die Ethik nun zu den richtigen AkteurInnen kommt sowie von ihnen gestaltet und verinnerlicht werden könne. Constanze Bürger (<a href="http://www.bmi.bund.de/DE/Home/startseite_node.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesministerium des Innern</a>) stellte dazu fest, dass es einen allgemein gültigen Wertekodex bislang noch nicht gebe und sprach sich für einen internationalen Wertekatalog der digitalen Welt aus. Während die Regierungen derzeit keinen ethischen Gestaltungsrahmen setzen, sind nicht-staatliche Akteure schon einen Schritt weiter: Matthias Spielkamp berichtete, dass bei Algorithm Watch bereits ein <a href="http://algorithmwatch.org/das-adm-manifest-the-adm-manifesto/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kriterienkatalog</a> erstellt wurde. Nichtsdestotrotz bleibe in der ethischen Diskussion die Frage eine ganz andere, so Spielkamp: „Man sollte sich als Gesellschaft fragen, welche Innovationen überhaupt eingeführt werden sollten, wenn sie nicht kontrollierbar scheinen. Manche Dinge sollte man nicht zulassen.“</p>
<p>Mit diesem Statement saß Spielkamp nicht alleine im Panel. Auch Prof. Dr. Iris Eisenberger plädierte für „Regeln von Menschen für Maschinen“ und diagnostiziert in der heutigen Zeit einen „interdisziplinären Analphabetismus“. Viele Menschen wüssten gar nicht, dass sie Werte implementieren. Zu Beginn gelte es, eine riesige Kommunikationslücke zwischen verschiedenen Disziplinen zu schließen, so Eisenberger. Dem schloss sich Spielkamp an, indem er sich abschließend für eine transdisziplinäre Betrachtung aussprach, die es bald geben werde und müsse – „aber nicht nächste Woche.“</p>
<p>Titelbild: Panel des IGF-D 2016 &#8220;Encoding Values&#8221; von <a href="http://politik-digital.de/user/jdonat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jana Donat</a> / <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, licenced <a href="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Verspielt WikiLeaks seine Glaubwürdigkeit?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/verspielt-wikileaks-seine-glaubwuerdigkeit-150103/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2016 09:26:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hillary Clinton, Saudi-Arabien, AKP. In mehreren Fällen geriet WikiLeaks zuletzt aufgrund der Veröffentlichung sensibler Dokumente über unbeteiligte Personen oder wegen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/209909588_b031b443b6_o.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-150104 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/209909588_b031b443b6_o.png" alt="No Dumping!" width="640" height="392" /></a>Hillary Clinton, Saudi-Arabien, AKP. In mehreren Fällen geriet WikiLeaks zuletzt aufgrund der Veröffentlichung sensibler Dokumente über unbeteiligte Personen oder wegen der Belanglosigkeit von Informationen ins Fadenkreuz der Kritik. Die Plattform muss Dokumente verantwortungsbewusst sichten und redigieren – ansonsten verliert sie ihre Glaubwürdigkeit.</p>
<p>In den vergangenen Monaten stand die Enthüllungsplattform WikiLeaks zunehmend in der Kritik. Vor kurzem <a href="http://bigstory.ap.org/article/b70da83fd111496dbdf015acbb7987fb/private-lives-are-exposed-wikileaks-spills-its-secrets" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fand die Nachrichtenagentur Associated Press heraus</a>, dass die vor einiger Zeit veröffentlichten Dokumente aus Saudi-Arabien persönliche Informationen unbeteiligter Dritter beinhalteten. Eigentlich sollten die geleakten Dokumente Aufschluss über die Funktionsweise des saudischen Regierungsapparats geben, doch zugleich befanden sich private Informationen über einzelne Personen in den Dokumenten. So kann man in zwei Fällen Namen von jugendlichen Vergewaltigungsopfern, mindestens 124 medizinische Akten oder in mehr als 500 Fällen Informationen aus Pässen sowie akademische und beruflichen Unterlagen einsehen.</p>
<p>Unter anderm beinhalten die saudischen Staatsdokumente auch sensible Informationen über Hochzeiten, Scheidungen, vermisste Kinder, teilweise den Status der Jungfräulichkeit von Bräuten oder Geschlechtskrankheiten wie Hepatitis C oder HIV. Associated Press hat mit insgesamt 23 Betroffenen telefoniert, die vom Auftauchen ihrer Namen in den Dokumenten zumeist nichts wussten. „Sie haben alles veröffentlicht: meine Telefonnummer, Adresse, Name, Details. Wenn meine Familie das sehen würde… Das Veröffentlichen solcher Informationen kann Menschen zerstören“, zitiert AP einen saudischen Mann, zu dessen Sorgerechtstreit WikiLeaks Dokumente mitveröffentlicht hat.</p>
<h3>Kein Leak ohne Redaktion</h3>
<p>Die Enthüllungsplattform von Julian Assange wird nun zurecht dafür kritisiert, dass sie Dokumente ohne vorherige Sichtung und Redaktion veröffentlicht – ohne Rücksicht auf den Datenschutz und die Privatsphäre unbeteiligter Dritter. Und gerade in diesem sensiblen Bereich, in dem WikiLeaks agiert, müsste eine Kuration eine Grundvoraussetzung vor dem Leak sein. Wie im Falle von Edward Snowden, der die NSA-Dokumente an verantwortungsbewusste Journalisten weitergegeben hat.</p>
<p>Doch eigentlich ist genau diese Maxime ein Grundpfeiler von WikiLeaks. <a href="http://www.ted.com/talks/julian_assange_why_the_world_needs_wikileaks?language=en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">In einem TED-Talk </a>merkte Assange 2010 noch an, dass es legitime Geheimnisse gibt – beispielsweise die Aufzeichnungen eines Arztes. Doch der WikiLeaks-Aktivist zeigte schnell Inkonsistenzen bezüglich dieser Leitlinie: „Wir können auf solche Material nicht drei Jahre lang sitzen, damit sich eine Person Zeile für Zeile durch den Haufen wühlt“, so zitiert ihn AP einen Monat später auf einer Veranstaltung des Londoner Frontline Club.</p>
<p>Das Leaken von Dokumenten über unbeteiligte Personen ist eigentlich auch nicht der Anspruch von WikiLeaks – vielmehr verschreibt sich die Plattform hehren Zielen: „WikiLeaks spezialisiert sich auf die Analyse und Publikation großer Datensätze zensierter oder anderweitig eingeschränkt zugänglicher Materialien von offiziellen Stellen. Das beinhaltet Krieg, Spionage und Korruption.“ In einem <a href="http://www.spiegel.de/international/world/spiegel-interview-with-wikileaks-head-julian-assange-a-1044399.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel-Interview</a> erklärte Julian Assange noch vor einem Jahr, dass WikiLeaks solchen Dokumenten „Asyl“ gäbe und sie „analysiere“. Doch das geschah im Falle der saudischen Papiere offenbar nicht in ausreichendem Maße – sonst wären persönliche Informationen Einzelner nicht öffentlich zugänglich.</p>
<h3>300.000 belanglose AKP-Mails</h3>
<p>Ein ähnlich problematisches Vorgehen zeigte sich Ende Juli auch bei der Veröffentlichung der sogenannten „AKP-Mails“. WikiLeaks hat auch in diesem Fall gezeigt, dass die Redaktion von Dokumenten und Inhalten nicht im Mittelpunkt steht. Am 19. Juli publizierte die Plattform mit großem Tamtam knapp 300.000 E-Mails der türkischen Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, die sich allerdings als Spam, Malware oder einfache Bürgeranfragen an die AKP herausstellten. In der <a href="http://www.huffingtonpost.com/zeynep-tufekci/wikileaks-erdogan-emails_b_11158792.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">US-Ausgabe der Huffington Post</a> musste Redakteurin Zeynep Tufekci letztlich feststellen, dass „die E-Mails nichts von öffentlichem Interesse beinhalten.“ Die Mails enthüllen nichts, dass in irgendeiner Weise einen Nachrichtenwert hätte, so Tufekci.</p>
<h3>Es braucht Plattformen wie WikiLeaks</h3>
<p>Dabei sind die titulierten Ziele von WikiLeaks mehr als begrüßenswert – und im Laufe der Zeit hat die Plattform schon viele mächtige Personen und Institutionen wie die NSA oder die US-Regierung in die Bredouille gebracht. Denn die Aufdeckung von Korruptionsfällen, Machtmissbrauch oder Rechtsverletzungen ist für eine funktionierende Demokratie von hohem Wert. Man kann großen Respekt vor Whistleblowern haben, die sich für Ideale einsetzen und dabei sich und ihre Angehörigen in Gefahr bringen. Doch wenn man mit unbedachter Veröffentlichung unbeteiligten Menschen schadet, haben wir ein Problem. So wendeten sich zuletzt immer mehr Unterstützer von der Plattform ab – und selbst Edward Snowden kritisierte das Vorgehen von WikiLeaks <a href="https://twitter.com/Snowden/status/758759203037151232" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in einem Tweet</a>: „Die Demokratisierung von Informationen war niemals wichtiger, und WikiLeaks hat dabei geholfen. Doch ihre Feindseligkeit selbst gegenüber maßvoller Kuration ist ein Fehler.“</p>
<p>Mit großer Macht geht eben auch große Verantwortung einher. Das hat man zuletzt beim DNC-Leak der Plattform gesehen. WikiLeaks veröffentlichte am 22. Juli fast 20.000 interne Mails des Democratic National Committee, der nationalen Organisation der US-Demokraten. Der Schriftverkehr belegte, dass die Parteiführung sich im Vorwahlkampf zur Präsidentschaftskandidatur nicht neutral verhalten hat, sondern Hillary Clinton bevorzugte. Keine Überraschung, dennoch musste Parteichefin Debbie Wasserman Schultz am Vorabend des Nominierungsparteitags in Folge der Leaks zurücktreten – drei weitere Führungsfiguren nahmen ebenfalls ihren Hut. Doch die Dokumente beinhalteten nicht nur Mails der Parteiführung, sondern auch mehr als zwei Dutzend Sozialversicherungs- und Kreditkartennummern. Zwei Betroffene wurden daraufhin laut eigener Aussage von Identitätsdieben ins Visier genommen.</p>
<p>Enthüllungsplattformen, die den Mächtigen in unserer Welt auf die Finger schauen und brisante Dokumente veröffentlichen, sind dringend erforderlich. Sei es, um Korruption oder Machtmissbrauch aufzudecken oder, wie im Falle Snowdens, um eine öffentliche Debatte anzustoßen. Doch mit solch sensiblen Dokumenten muss verantwortungsbewusst umgegangen werden, sonst landen neben potenziell brisanten Fakten schnell persönliche Informationen unbeteiligter Personen jedem zugänglich im Netz. Es braucht Journalisten, die solche Informationsberge sichten und gegebenenfalls redigieren, um einerseits Missbrauch persönlicher Informationen zu verhindern und um, wie im Falle der AKP-Mails, belanglose Dokumente auszusortieren. Doch WikiLeaks verspielt derzeit durch Unachtsamkeit und dem zu hohen Stellenwert öffentlichkeitswirksamer Veröffentlichungen seine Glaubwürdigkeit.</p>
<p>Titelbild:<a href="https://www.flickr.com/photos/hsivonen/209909588/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> No Dumping!</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/hsivonen/209909588/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Henri Sivonen </a>via <a href="https://www.flickr.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0 </a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Kinderpatenschaften im Zeitalter der Digitalisierung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/kinderpatenschaften-im-zeitalter-der-digitalisierung-150066/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Donat]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Aug 2016 13:43:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[In der Entwicklungszusammenarbeit ist nichts unumstritten – so blieb auch das Konzept der Kinderpatenschaften nicht von Kritik verschont. Traditionelle Strukturen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Online-Patenkindsuche.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150067" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Online-Patenkindsuche.jpg" alt="Online Patenkindsuche" width="640" height="308" /></a>In der Entwicklungszusammenarbeit ist nichts unumstritten – so blieb auch das Konzept der Kinderpatenschaften nicht von Kritik verschont. Traditionelle Strukturen von Patenschaften haben sich, unter anderem durch die Digitalisierung, gewandelt. Neue und alte Fragen drängen sich dadurch auf: eine aktuelle Betrachtung von Kinderpatenschaften.</p>
<p>„Helfen Sie einem Kind in Not!“ fordert mich mein Desktop auf. Ich soll mich für Geschlecht, Kontinent und Land des Kindes entscheiden. Die Wahl fällt mir nicht leicht. Impulsiv wähle ich Mädchen, Asien, Kambodscha – „Patenkind finden“, Enter. Schon erscheint die 5-Jährige Lika auf meinem Bildschirm. In einem Video sehe ich das Mädchen, wie sie sich in ihrer Landessprache vorstellt. 16 Sekunden beobachte ich die junge Lika, wie sie in der Natur steht und redet. Hinter ihr läuft ein Huhn durch das Bild. Likas Sprache verstehe ich nicht. Unter dem Video werde ich gefragt: „Sie möchten ein anderes Patenkind finden?“ Ich entscheide mich dagegen und scrolle weiter runter. Nun geht es um meine Vorteile:</p>
<p><em>Keine vertragliche Bindung –  Steuerrechtlich absetzbar – Transparenz und Kontrolle</em></p>
<p>Nur ein Klick und ich kann Likas Patin werden, Enter. Nun geht alles ganz schnell: Monatlichen Hilfsgeldbetrag auswählen, persönliche Daten angeben, Bankverbindung eintragen, jährliche Zusatzspende festlegen – „Patenschaft übernehmen“, Enter?</p>
<h3>Online-Patenschaften bei World Vision – digitale Vorteile für Paten</h3>
<p>Das Online-Patenportal von World Vision Deutschland e.V. stellt seit knapp zwei Jahren eine Ausnahme zwischen den vielen Kinderhilfswerken dar. Informationen zum eigenen Patenkind, Bilder, Videos und Austausch mit anderen Paten sind hier online abrufbar. Seitdem wird von jedem neu registrierten Patenkind ein Video für den Online-Auftritt durch MitarbeiterInnen vor Ort gedreht. Die Leiterin des Online-Marketings bei World Vision Deutschland, Constanze Oelighoff, sieht das technische Alleinstellungsmerkmal des christlichen Hilfswerks als einen großen Schritt in der Weiterentwicklung der Digitalisierung: „Der Pate bekommt viel. Durch das Patenportal kann man sich täglich nochmal Fotos anschauen, manchmal auch Videos aus dem Projektgebiet.“ So schreiben auch Paten auf der Facebook-Seite von World Vision Deutschland e.V.:</p>
<p><em>„</em><em>Hallo, ich habe mir gerade die App heruntergeladen und dort ein Video von meinem Patenkind gefunden, das ich im Portal noch nicht gesehen hatte. Toll!“</em></p>
<p><em>„Wow, das ist richtig klasse, dass ich meinem Patenkind jetzt Mails schreiben kann! Zum Briefe schreiben war ich nämlich immer zu faul.“</em></p>
<p>Während der Patenschaft kann der Kontakt also schneller und intensiver sein als zuvor – das bestätigt auch Constanze Oelighoff, die seit der Einführung von Online-Patenportalen drei Mal so viele Nachrichten an Patenkinder auf Seiten der Paten verzeichnet. Wenn der Pate eine E-Mail versendet, wird diese vom Landesprojektbüro übersetzt und an das Patenkind übergeben. Der Leiter des Bereichs Info- und Spendenservice bei der Kindernothilfe e.V., Gerd Heidchen, sieht diesen Vorteil nicht. Für ihn geht dabei das Persönliche eines Briefes verloren. Aber vor allem im informativen Bereich sieht auch Gerd Heidchen technische Chancen und Möglichkeiten – wie etwa bei der digitalen Übermittlung von Daten. Für die Umsetzung sieht sich das Kinderhilfswerk aber technisch noch nicht ganz gewappnet. Trotzdem beäugt Gerd Heidchen Patenschaften im Zeitalter der Digitalisierung allgemein etwas kritisch: „Eine Online-Kommunikation zwischen Kind und Pate streben wir derzeit nicht an. Diese Art der Kommunikation kann sich übel verselbständigen.“</p>
<h3>Auf der Suche nach einem Patenkind, online</h3>
<p>Ein Kind pro Land und vier Kinder insgesamt – das sind die Limits bei der digitalen Patenkindsuche. Nachdem man sich auf der Website von World Vision vier Kinder per Video angeguckt hat, hört die Auswahl auf. Damit will World Vision verhindern, dass der Charakter eines Online-Katalogs entsteht, erklärt Constanze Oelighoff. Nichtsdestotrotz steht und fällt die Entscheidung für ein Patenkind u. a. mit dem Foto, Video und Vorstellungstext online. Von den ersten Eindrücken kann man sich schlecht lösen. Visuelles als Selektionsgrundlage zu nutzen empfindet Gerd Heidchen als problematisch: „Ein katalogmäßiges Aussuchen per Foto können wir uns nicht vorstellen. Die Kinder erscheinen auf diese Weise sehr schnell als Objekte unserer Hilfe.“ Anstelle von Objektivierung tritt bei World Vision das Argument des „näher dran sein und miterleben“. Auch sieht Constanze Oelighoff einen weiteren Vorteil für Patenkinder, die häufig zuvor noch nie eine Kamera gesehen haben: „Die Kinder werden nach und nach an die digitale Welt herangeführt. Uns ist es wichtig, den Kindern eine Stimme zu geben.“</p>
<p>Die Zugangsvoraussetzungen für Kinder haben sich, laut World Vision, dadurch nicht verändert. Allerdings werden bei den meisten Kinderhilfswerken auch nicht alle Kinder eines Projektgebiets in die Datenbank aufgenommen. Um strukturelle Ungleichheiten möglichst zu verhindern, arbeiten bereits viele Organisationen mit einem neuen Ansatz: Ein großer oder sogar der gesamte Teil des Patenschaftsgeldes fließt in das Projekt und die Gemeinde, in der das Kind lebt. Auch Gerd Heidchen sieht Projektarbeiten vor Ort als den ausschlaggebenden Faktor: „Die Patenschaft ist gar nicht das Mittel zur Armutsbekämpfung. Die Patenschaft schafft eine Verbindung, um den Prozess erlebbar zu machen.“</p>
<h3>Grenzen von (Online)-Kinderpatenschaften</h3>
<p>Auch die Hilfswerke selbst sehen allgemeine Risiken an dem Konzept der Patenschaft. „Beispielsweise gibt es so viele Kinder, die keine Post von ihren Paten bekommen – das kann Neid produzieren“, erklärt Gerd Heidchen. Auch in Bezug auf die digitale Weiterentwicklung hegt er Zweifel, da die technischen Erwartungen von Videoaufnahmen bis E-Mails sie überfordern könnten. Die digitale Zumutung für Patenkinder sieht Constanze Oelighoff bei World Vision jedoch nicht, da die Kinder einen Ausdruck der E-Mail erhalten und in Form eines Briefes antworten, welcher dann über das Landesbüro per Post an die Paten verschickt wird.</p>
<p>Auf technischer und datenschutzrechtlicher Seite berichtet Constanze Oelighoff jedoch über eine ganz andere Problematik: „Was teilweise eine Herausforderung ist – das System ist sehr komplex und wir müssen viele Daten bearbeiten. Technisch kann es auch mal zu Verwechslungen kommen.“ Irrtümer bei der Zuordnung von Daten gab es schon zuvor bei Kinderhilfswerken, aber die Digitalisierung von Kinderpatenschaften schafft eine neue Ebene an Komplexität und Transparenz. So berichten auch Paten auf der Facebook- Seite von World Vision über Verwechslungen:</p>
<p><em>„</em><em>Hallo World Vision Team, heute haben wir Post aus der Mongolei bekommen. Allerdings nicht von unserem Patenkind, sondern von einem anderen.“</em></p>
<h3>Online-Patenportale als Zukunft der Entwicklungshilfe?</h3>
<p>„Patenschaft übernehmen“, Enter? Um diese Entscheidung zu treffen, fehlt mir vor allem eins: authentische Einschätzungen und Meinungen der (Hilfs-)Geldempfänger. Eine Beziehung zu einem Kind, dessen kulturellen Hintergrund ich nicht kenne, klingt spannend. Aber helfe ich damit Lika aus Kambodscha wirklich? Bewege ich dadurch Gutes oder bediene ich lediglich meinen augenscheinlichen Altruismus in einer Höhe von 30€ im Monat? Es scheint ein schmaler Grat zwischen der Illusion des virtuellen, näheren Miterlebens und der Realität personalisierter Abhängigkeitsverhältnissen zu sein.</p>
<p>Neue und alte Kritiken über das Konzept der Kinderpatenschaften – angefangen bei neo-kolonialen Strukturen mit Missionierungscharakter über die Objektivierung des Kindes bis zu struktureller Ungleichheit – sagen aber nicht nur etwas über die Kinderhilfswerke, sondern auch über uns alle aus: Warum ist die Unterstützung eines einzelnen Kindes für uns erstrebenswerter als die eines Projektes? Wir wollen in dieser einen Person sehen, dass unser Geld ankommt und auch wirklich jemandem hilft. Einerseits ist dies ein lobenswerter und warmherziger Akt, aber andererseits müssen wir uns alle von der Personalisierung der Entwicklungshilfe sowie der erwarteten Dankbarkeit und Transparenz als Gegenleistung ein Stück weit lösen. Eine Selektion des Hilfsgeldempfängers darf nicht über visuelle Reize geschaffen werden. Die ethische Legitimation bröckelt – um Projekte und Kinder finanziell zu unterstützen, wird mit Aufnahmen von Kindern gelockt. Und: Es funktioniert. Während die Digitalisierung bei der Auswahl des zukünftigen Patenkindes also mit Vorsicht zu genießen ist, kann eine verstärkte (Online-)Kommunikation mit dem Patenkind – bei beidseitigem zwanglosem Interesse – eine Bereicherung sein.</p>
<p>Dennoch: Die Vorteile für Paten überwiegen die der Patenkinder selbst beim Online-Prozess. Spannend bleibt, inwiefern sich der Digitalisierungsprozess in dem Bereich auch zukünftig verstärken wird. Constanze Oelighoff kann sich gut vorstellen, dass andere Hilfswerke ihrem Online-Ansatz bald folgen werden: „Es ist der Lauf der Zeit und eine gute Möglichkeit, näher dran zu sein. Es kommt aber vor allem auf die Vernetzung vor Ort an.“ Noch kann die Kindernothilfe e.V. die personelle Mehrarbeit vor Ort nicht stemmen. Aber selbst wenn es möglich ist – auch in Zukunft will Gerd Heidchen per Brief Kontakt zu seinem Patenkind in Brasilien halten. Constanze Oelighoff hingegen hat die E-Mail-Funktion und das Online-Patenportal für sich und ihr Patenkind aus Malawi entdeckt.</p>
<p>Titelbild: Online Patenkindsuche von <a href="http://politik-digital.de/user/jdonat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jana Donat</a> / <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, licenced <a class="external" href="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Crowdsourcing: Digitaler Aktivismus gegen Korruption und Gewalt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/crowdsourcing-digitaler-aktivismus-gegen-korruption-und-gewalt-150013/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Carlotta Duken]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Aug 2016 13:19:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Über Crowdsourcing können weltweit Daten und Ideen gesammelt und geteilt werden. Viele digitale Initiativen beweisen, wie diese Synergien zu mehr Meinungs- [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Ushadihi-Annual-Meetup-Kopie.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-150015 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Ushadihi-Annual-Meetup-Kopie.png" alt="Jahrestreffen Ushahidi" width="633" height="420" /></a>Über Crowdsourcing können weltweit Daten und Ideen gesammelt und geteilt werden. Viele digitale Initiativen beweisen, wie diese Synergien zu mehr Meinungs- und Informationsfreiheit führen. Die Open-Source-Software „Ushahidi“ wurde bereits in 90.000 Projekten eingesetzt und zeigt anhand von vielen Beispielen, wie sich normale Bürger online für mehr Transparenz und Sicherheit einsetzen und so zu digitalen Aktivisten werden.</p>
<p><strong> </strong>Nach den arabischen Revolutionen stellte sich die Welt vor, wie soziale und digitale Medien in Zukunft Autokratien zu Demokratien umwandeln könnten. Etwa fünf Jahre später wissen wir, dass das so nicht stimmt. Eine digitalisierte Gesellschaft bedeutet zunächst, dass mehr Menschen auf Informationen zugreifen und sich selbst aktiver mitteilen können. In Ländern, wo traditionelle Medien von wenigen, einflussreichen Personen kontrolliert werden, ermöglichen digitale Wege alternative Informationskanäle, die jedoch auch von undemokratischen Regierungen für eigene Zwecke missbraucht werden können. Unzensiert Meinungen teilen, kritisieren und Proteste organisieren – ohne soziale Medien hätten die demokratischen Bestrebungen in Ländern wie Ägypten, Tunesien oder Jemen wohl trotzdem kaum ihre ganze Kraft entfalten können.</p>
<h3>„Ushahidi“: digitales Krisenmanagement</h3>
<p>Crowdsourcing ist ein Schlüsselbegriff für dieses neuen Informationszeitalter. Der Begriff steht für die Bündelung von Wissen und Ideen von vielen Menschen über das Internet. Es ist eine Art moderne Arbeitsteilung, die zunächst vor allem in der Wirtschaft genutzt wurde. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von gesellschaftlichen und sozialen Projekten, die von der sogenannten „Schwarmintelligenz“ profitieren.</p>
<p>Auf der Open-Source-Software „<a href="https://www.ushahidi.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ushahidi</a>“ basieren viele Crowdsourcing-Plattformen. Die Software wurde wegen der blutigen Auseinandersetzungen nach den kenianischen Präsidentschaftswahlen 2007 ins Leben gerufen, bei denen etwa 1.500 Menschen ums Leben kamen. Per E-Mail und SMS konnten Augenzeugen melden, wo gerade Gewalt stattfand.</p>
<figure id="attachment_150043" aria-describedby="caption-attachment-150043" style="width: 207px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Sinsai-OpenStreetMap-nach-Japan-Erdbeben.png"><img decoding="async" class=" wp-image-150043" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Sinsai-OpenStreetMap-nach-Japan-Erdbeben.png" alt="crisis mapping" width="207" height="222" /></a><figcaption id="caption-attachment-150043" class="wp-caption-text">Kriseninformationen nach Erdbeben in Japan</figcaption></figure>
<p>Die Meldungen wurden zunächst von Mitarbeitern verifiziert, meist in Kooperation mit lokalen Journalisten und NGOs, und anschließend in einer Karte bei Google Maps eingefügt und für jeden sichtbar gemacht. Das Ziel: mehr Transparenz und Sicherheit. Mehr als 45.000 Kenianer nutzen die Software, um Gefahrenzonen zu melden.</p>
<p>Spätestens seit dem Einsatz während des Erdbebens in Haiti in 2010 ist „Ushahidi“ international bekannt. Die Software ist kostenfrei, wurde inzwischen in etwa 90.000 Projekten weltweit verwendet und erreichte mit 6.5 Millionen Beiträgen etwa 20 Millionen Menschen. Das sogenannte „Mapping“ ist ein einfaches Werkzeug mit großer Wirkung: Vorfälle oder Missstände, die oft im Nichts verlaufen würden, werden dokumentiert, kartographiert und veröffentlicht. Unter anderem wurden nach dem Erbeben in <a href="http://www.sinsai.info/?l=de_DE" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Japan 2011 auf einer Karte Kriseninformationen</a> veranschaulicht und Hilfe koordiniert sowie bei den Wahlen 2015 in <a href="https://www.ushahidi.com/blog/2011/03/30/using-the-ushahidi-platform-to-monitor-the-nigeria-elections-2011" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nigeria Augenzeugenberichte zu Wahlbetrug</a> erfasst.</p>
<h3>Drei Initiativen für mehr Meinungs- und Informationsfreiheit</h3>
<p>In einer im April veröffentlichten Studie der Deutschen Welle (DW) Akademie zum Thema „<a href="http://www.dw.com/en/study-advancing-freedom-of-expression/a-19117154" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Advancing Freedom of Expression</a>“ werden 16 Initiativen vorgestellt, die digitale Technologien benutzen, um Meinungs- und Informationsfreiheit zu verbessern.  Viele dieser Initiativen basieren auf Crowdsourcing und nutzen die Software Ushahidi. Sie beweisen, dass digitaler Aktivismus zu mehr Transparenz, öffentlicher Debatte und Beteiligung führen kann.</p>
<p>Eine der Initiativen ist „<a href="http://www.followthemoneyng.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Follow the Money</a>“ aus Nigeria. Seit 2012 nutzt sie datenjournalistische Formate, um Hilfsgelder zu verfolgen und Korruption zu bekämpfen. Um sicher zu gehen, dass Hilfsgelder von der Regierung vergeben und ihr Ziel erreichen, arbeitet „Follow the Money“ auf digitalen und traditionellen Wegen. Im engen Kontakt mit Gemeinden informiert sie die ländliche Bevölkerung über versprochene Gelder und recherchiert über deren Einsatz. Die Ergebnisse der Recherchen &#8211; Interviews, Fotos und kurze Videos – werden direkt auf die „Follow the Money“ Website gestellt und anschließend in sozialen Medien geteilt. Seit ihrer Gründung konnte die Initiative in vielen Orten Nigerias dafür sorgen, dass Hilfsgelder dort ankommen, wo sie dringend benötigt werden. Einer der größten Erfolge gelang nach der schweren Bleivergiftung im Staat Zamfara im Norden Nigerias in 2010, wo „Follow the Money“ sicherstellte, dass das <a href="http://www.followthemoneyng.org/how-we-tracked-700-million-ngn-to-savebagega/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">versprochene Budget von umgerechnet 2.65 Millionen US-Dollar für die Säuberung der Umwelt und Gesundheitsversorgung von Kindern eingesetzt wurde</a>.</p>
<p>Für mehr Transparenz und Gerechtigkeit im Gesundheitssystem setzt sich die Initiative „<a href="http://meraswasthyameriaawaz.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mera Swasthya Meri Aawaz</a>“ (My Health My Voice) in Indien ein. Im Staat Uttar Pradesh im Norden Indiens müssen Frauen in Entbindungskliniken oft Gebühren für eine Behandlung zahlen, obwohl diese laut Gesetz kostenlos ist. Über eine kostenlose Handynummer können Betroffene ihren Fall anonym melden. Das interaktive Sprachausgabesystem ist direkt mit Ushahidi verbunden – so werden die Fälle der Frauen direkt auf einer Karte sichtbar gemacht.  Eine Zeitleiste und Karte visualisiert, wo und für welchen Service nach wie viel Geld gefragt wurde. Diese Informationen dienen nicht nur den Frauen selbst als Hilfe gegen Abzocke in der Klinik, sondern werden als Kontrollinstanz von Gemeindeorganisationen, Frauenverbänden und Regierungsbeamten wahrgenommen. Illegale Geldforderungen in der Region sind seit der Gründung zurückgegangen.</p>
<figure id="attachment_150042" aria-describedby="caption-attachment-150042" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Mera-Swasthya-Meri-Aawaz“.png"><img decoding="async" class="wp-image-150042 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Mera-Swasthya-Meri-Aawaz“.png" alt="Karte von Mera Swasthya Meri Aawaz" width="960" height="434" /></a><figcaption id="caption-attachment-150042" class="wp-caption-text">Karte von Mera Swasthya Meri Aawaz</figcaption></figure>
<p>Ein letztes Beispiel, die „<a href="http://harassmap.org/en/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HarrasMap</a>“ in Ägypten, zeigt seit 2010, wie Online-Aktivismus gegen sexuelle Belästigung und Gewalt vorgeht. Via E-Mail, SMS oder Twitter können Menschen direkt melden, wo es zu einer sexuellen Belästigung oder einem Übergriff gekommen ist. Die Meldungen sind anonymisiert und werden direkt auf einer <a href="http://harassmap.org/en/what-we-do/the-map/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Karte</a> markiert. Neben digitalem Engagement lebt die Initiative von seinen über 1.500 Freiwilligen, die auf den Straßen Ägyptens für mehr Bewusstsein gegen sexuelle Übergriffe eintreten. Mit der „HarassMap“ wird so ein praktisches Werkzeug geschaffen, sogenannte „Safe Areas“ aufzuzeichnen. Allerdings geht es den Initiatoren um mehr: als gesellschaftliches Kollektiv ein Zeichen gegen sexuelle Gewalt setzen und somit soziale und legale Konsequenzen von Belästigung bewirken. Während im ersten Jahr noch 42 Meldungen pro Monat eingingen, waren es zwischen 2014 und 2015 nur noch 50 Meldungen pro halbes Jahr.</p>
<h3>Digitale Wege für mehr Aktivismus?</h3>
<p>Drei Initiativen, die gegen Korruption und Gewalt kämpfen. Drei Beispiele, wie normale Bürger zu digitalen Aktivisten werden können. Die Initiatoren haben Wege gefunden, mit lokalen Herausforderungen umzugehen. Zwar boomt die Zahl von Handy-Nutzern im globalen Süden, jedoch bleiben Internetzugänge rar. Da in Nigeria nur 15% der Bevölkerung Internetzugang haben, half sich „Follow the Money“ mit einem Radiosender und gedruckten Materialien in lokale Sprachen, um mehr Menschen mit ihren Informationen zu erreichen.</p>
<p>Sowohl „Follow the Money“ als auch „HarassMap“ gehen direkt auf Menschen auf der Straße zu und sensibilisieren sie für Themen wie Korruption und sexuelle Gewalt. „Mera Swasthya Meri Aawaz“ berücksichtigt die hohe Zahl an Analphabeten unter Frauen und arbeitet mit einem interaktiven Sprachausgabesystem, bei dem die Anrufer weder lesen noch schreiben können müssen.</p>
<p>Es gibt viele Dinge, die digital einfacher funktionieren: die Vernetzung von Menschen, das Teilen und Veranschaulichen von Informationen oder das Erreichen eines internationalen Publikums. Trotzdem kämpfen viele Initiativen mit ähnlichen Problemen: es braucht ausreichend mobile Geräte vor Ort, die Menschen müssen von dem Projekt wissen und eine Motivation haben, den Service langfristig zu nutzen. Für den Benutzer ist es wichtig, dass Informationen schnell und vereinfacht abrufbar sind, trotzdem müssen Meldungen sorgsam und besonnen auf Richtigkeit überprüft werden. Ein Thema bleibt auch die Reichweite der Initiativen. Der Durchschnittsnutzer der Angebote ist laut Deutsche Welle zwischen 15 und 35 Jahren, männlich und lebt in der Stadt.</p>
<h3>Fazit: Reichweite vergrößern</h3>
<p>Crowdsourcing ist das Inbild von modernem Informationsmanagement. Viele Stimmen und Meldungen fügen sich online zu einem großen Informationspool zusammen. In Krisen- und Katastrophensituation kann das „Mapping“ von Gefahrenzonen viele Leben retten. Andere Initiativen bekämpfen so ein korruptes System, in dem sie mit gesammeltem Wissen mehr Transparenz und Druck auf ihre Regierungen erzeugen. Die hohe Zahl von Menschen ohne Internetzugang zeigt jedoch auch, dass es weiterhin traditionelle Wege braucht, um Menschen zu informieren und mobilisieren. Das Informationspotenzial dieser Initiativen ist also enorm, jetzt braucht es Ideen, um mehr Menschen den Zugang zu ihnen zu ermöglichen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/whiteafrican/6789923767/in/photolist-bm18Ma-7G1Kkb-5W3yr5-9GxMUL-5W3zK9-5rX2ED-5W3zAw-6BNJ1r-8oPG6V-82QhyU-6BSQ9J-69skFf-69sbwG-69oiJM-5VYfkx-5VYNDa-8ohd2F-69ofVF-dZuK5D-agJtTE-5VYg6r-8Pwpaa-agFF1t-8NXR8R-69sdMW-6BNHAR-8PwjfK-5W3yBA-dy9Vap-69s7FA-agFFwt-nTdrVE-5VYgbF-4TkmUh-6BNHFV-7mioKu-7wKUQQ-69ssKh-oazcS5-8Pwj1z-8Pznch-e2jdfQ-5VYeQT-7G1Knh-9eVaA1-69o6HP-9aEkmp-dM7nLr-69nSzR-agJtYo" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ushahidi 2012 Annual Meetup</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/whiteafrican/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erik (HASH) Hersman</a> via <a href="https://www.flickr.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0 </a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Vermehrt rechtsextreme Inhalte im Netz: Wo bleibt Eure Empörung?</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jun 2016 10:47:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Anfang Juni enthüllte „Report Mainz“ in einem Beitrag, dass auf der deutschen Seite der Videoplattform Youtube noch immer große Mengen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/hakenkreuz-verboten-stop-feuer-1245945-by-geralt-via-pixabay-licensed-under-CC0-e1465900080607.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-149519" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/hakenkreuz-verboten-stop-feuer-1245945-by-geralt-via-pixabay-licensed-under-CC0-e1465900080607-630x276.jpg" alt="hakenkreuz-verboten-stop-feuer-1245945 by geralt via pixabay licensed under CC0" width="630" height="276" /></a>Anfang Juni enthüllte „Report Mainz“ in einem Beitrag, dass auf der deutschen Seite der Videoplattform Youtube noch immer große Mengen an Nazi-Liedern mit gewaltverherrlichenden Texten abrufbar sind, viele davon indiziert und mit strafrechtlich relevanten Inhalten. Dies ist seit Jahren bekannt, doch geändert hat sich bisher wenig. Doch warum ist das so? Ein Aufruf zu mehr sozialer Verantwortung und Zivilgesellschaft im Internet.</p>
<p>Die <a href="https://www.tagesschau.de/inland/youtube-hassvideos-101.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Recherchen</a> von „Report Mainz“ enthüllten nicht nur das Ausmaß der Liederanzahl, sondern auch die langsame Reaktion von Youtube. Als Nutzer hat man die Möglichkeit, kritische Inhalte zu „flaggen“, das heißt den Inhalt zu melden. Dieser wird anschließend von der Betreiber der Plattform geprüft. Youtube, ein Tochterunternehmen von Google, spricht zwar davon, sie hätten &#8220;klare Richtlinien, die Hassbotschaften […] oder volksverhetzende Inhalte“ verbieten. Wo diese Linien jedoch gezogen werden und wie diese genau ausformuliert sind, bleibt unbekannt. Weiterhin stellt sich auch die Frage, wann diese zum Tragen kommen, wenn trotzdem weiterhin so viele indizierte Songs auf der Plattform anzuhören sind. Erst wenn ein großes journalistisches Magazin über die Missstände berichtet?</p>
<h3>Mehr Transparenz ist gefordert</h3>
<p>Nicht nur fehlen ersichtliche, klar definierte und objektive Sperr-Kriterien, auch gibt es keine Informationen, von wem die geflaggten Inhalte bei Youtube und in anderen Netzwerken überprüft werden. Wie groß ist das Team, das diesen Anliegen nachgeht und welche Ausbildung haben dessen Mitglieder durchlaufen? Youtube ist sehr schnell dabei Videos zu sperren, die das Urheberrecht verletzten und dem Konzern Probleme mit der GEMA in Deutschland bescheren könnten. Die Sperrung von rechten Liedern mit gewaltverherrlichenden und propagandistischen Inhalten scheint jedoch nur sehr zögerlich umgesetzt zu werden. Auch wenn diese eindeutig der rechtsextremen Szene zuordenbare Schlagworte enthalten.</p>
<p>Es mag sein, dass einige der Videos auf US-amerikanischen Servern liegen. Doch darf dies nicht als Grund vorgeschoben werden, weiterhin gewaltverherrlichende Songs ungehindert im Internet zu verbreiten. Obwohl die Daten im Ausland liegen, muss die Möglichkeit bestehen, die Videos auf den deutschen Seiten der Netzwerkbetreiber zu entfernen oder wenigstens unzugänglich zu machen, sofern sie justiziable Inhalte ohne entsprechenden Kontext reproduzieren oder den klar zu definierenden Richtlinien von Youtube widersprechen. Das ansonsten zu Recht stark kritisierte Geoblocking könnte sich so doch einmal von einer nützlichen Seite zeigen. Warum werden neben Musikvideos, für die Youtube keine GEMA-Abgaben zahlen möchte, nicht auch Videos für deutsche Nutzer geblockt, die zu Gewalt aufrufen und deshalb begründet auf dem deutschen Index stehen?</p>
<h3>Liebe Nutzer: Empört Euch!</h3>
<p>Und neben der Frage nach der Verantwortung der Netzwerkbetreiber muss auch die Zivilgesellschaft stärker darauf pochen, dass solche Inhalte im deutschsprachigen Teil des Internets nicht gewünscht und gewollt sind. Wenn Pop-Musik aufgrund von Lizenzstreitigkeiten mit der „bösen“ GEMA nicht auf Youtube abrufbar ist, ist die Empörung groß und die Kommentarspalten mit emotionsgeladenen Meinungen voll. Handelt es sich jedoch um rechtsextreme Musik, die zu Gewalt aufruft und ein problematisches Weltbild transportiert, empfängt man häufig nur Stille! Eine handlungsfähige Zivilgesellschaft auf Youtube könnte sich beispielsweise durch vermehrtes Melden von unter anderem menschenverachtenden Inhalten zeigen. Besonders wichtig ist darüber hinaus die öffentliche Positionierung gegen solche Inhalte, sei es durch öffentliches Kommentieren oder direkte Kontaktaufnahme mit den Unternehmen, die die Inhalte nicht entfernen. Nur durch öffentlichen Druck wird sich die Unternehmenspolitik ändern. Denn solche Öffentlichkeit wollen die Unternehmen nicht, da sie ihrem Ansehen als fröhliche, unpolitische Kommunikations- und Unterhaltungsplattformen entgegensteht. Empört Euch. Und nicht nur im Privaten!</p>
<p>Bild: <a class="external" href="https://pixabay.com/en/users/geralt-9301/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Geralt</a> via <a class="external" href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a> licensed <a class="external" href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CCO</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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