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	<title>Transplantationsgesetz &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Transplantationsgesetz &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Organhandel im Internet</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>
Im Internet ist alles möglich. Jeden Tag generiert das Medium neue
Erfolgsmeldungen, aber auch die Schattenseiten und Problemfälle häufen
sich. Als das Internetauktionshaus Ebay letztes Jahr eine menschliche
Niere versteigern wollte, wurde nicht nur über die rechtlichen
Konsequenzen, sondern auch über ethische Fragen diskutiert.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><br />
Im Internet ist alles möglich. Jeden Tag generiert das Medium neue<br />
Erfolgsmeldungen, aber auch die Schattenseiten und Problemfälle häufen<br />
sich. Als das Internetauktionshaus Ebay letztes Jahr eine menschliche<br />
Niere versteigern wollte, wurde nicht nur über die rechtlichen<br />
Konsequenzen, sondern auch über ethische Fragen diskutiert.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der psychische Stress Kranker wie<br />
deren Angehöriger ist angesichts der Möglichkeit lebensrettende Organe<br />
im Internet, ohne die üblichen Wartezeiten kaufen zu können kaum<br />
vorstellbar. Die verbliebene Lebensdauer eines organgeschädigten<br />
Menschen ist absehbar kurz, es sei den, es findet sich schnell ein<br />
Spender mit einem ähnlichen Zellaufbau, wie der des Kranken. Nur<br />
gelegentlich eignen sich Familienangehörige oder enge Bekannte als<br />
Spender, so dass nach dem deutschen <a href="http://www.interfit.de/deutsch/html/organ3.html">Transplantationsgesetz</a><br />
(TPG) von 1997 trotz der geringeren Lebensdauer ihrer Organe fast<br />
ausschließlich &quot;Totspender&quot; in Frage kommen. Das TPG erlaubt<br />
Lebendspenden nicht regenerierbarer Organe nur zugunsten eines<br />
Verwandten ersten oder zweiten Grades, Ehepartners, Verlobten oder<br />
einer nahe stehenden Person. Gerade in Deutschland sind die Wartelisten<br />
sehr lang, da es an Bereitschaft unter den Bürgern fehlt sich posthum<br />
für eine Organspende bereitzustellen. So stellen sich in Deutschland<br />
nur ca. 2% zur Verfügung, während in den skandinavischen Ländern wie<br />
Norwegen, Dänemark, Schweden teilweise die Hälfte der Bevölkerung einen<br />
Organspendeausweis besitzt. Kranke und Angehörige müssen so praktisch<br />
auf einen tödlichen Unfall eines Menschen mit entsprechenden Organen<br />
hoffen und warten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dieser Umstand führt trotz harter<br />
Strafen (in Deutschland bis zu fünf Jahren) zu allerhand kriminellen<br />
Gebaren. In den letzten 15 Jahren gab es immer wieder Vorfälle,<br />
besonders in der sogenannten Dritten Welt, in denen Menschen vorzeitig<br />
für tot erklärt wurden, um dann schnell ihre Organe entnehmen zu<br />
können. Falls Angehörige wegen auffälliger Narben nachfragten, wurden<br />
sie schnell mit einem Bruchteil des Marktwertes der entnommenen Organe<br />
abgespeist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Seit einigen Jahren sind<br />
Lebendspenden gewisser Organe für den Spender mit immer weniger Risiken<br />
verbunden. Um dem Organhandel in Deutschland vorzubeugen, verbietet das<br />
TPG die Lebendspende zwischen sich unbekannten Personen und verlangt<br />
das die Entnahme des Organs für den Spender keinen finanziellen Gewinn<br />
bedeuten sowie nur in sogenannten Transplantationszentren durchgeführt<br />
werden darf. Dass 1996 ein Lübecker Medizinprofessor eine Niere an eine<br />
ihm unbekannte Person spendete, zeigt aber wie weit dieser<br />
Umdenkungsprozess zumindest bei den Transplantationsmedizinern bereits<br />
fortgeschritten ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im September vergangenen Jahres<br />
wurde diese grundsätzlich positive Entwicklung noch einmal stark in<br />
Frage gestellt. Das Internet Auktionshaus Ebay wollte eine menschliche<br />
Niere versteigern. Bevor das Auktionshaus nach einer Woche die illegale<br />
Versteigerung stoppte, wurden $ 5,7 Mio. für eine &quot;voll funktionsfähige<br />
Niere&quot; geboten. Doch bereits im Oktober wurden erneut Organe im<br />
Internet angeboten. 22 der 99 unter dem Suchbegriff &quot;kidney&quot; (engl. f.<br />
Niere) gefundenen Angebote verwiesen auf menschliche Nieren. Zehn<br />
dieser Anbieter verrieten mit dem Angebot sofort ihre Emailadresse. &quot;Da<br />
Organhandel in den USA nicht prinzipiell verboten ist, kann das Angebot<br />
nicht einfach aus dem Server gelöscht werden&quot;, urteilte Oliver Samwer<br />
von Ebay-Deutschland. Ebay unterbindet in den USA nur den Handel auf<br />
dem eigenen Server. Die Angabe der privaten Emailadresse ist also ein<br />
Versuch der &quot;Spender&quot;, potentiellen Interessenten die Kontaktaufnahme<br />
zu ermöglichen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Internet Angebote, wie die von<br />
Ebay produzieren juristisch derzeit kaum lösbare Probleme, da die<br />
strafrechtliche Ahndung praktisch unmöglich ist, solange sowohl der<br />
Server mit dem Angebot, als auch der Organverkäufer im Ausland sind.<br />
Deutsches Strafrecht, welches diesen Fall eindeutig als Organhandel<br />
verfolgen müsste, kann also weder die amerikanischen Spender noch Ebay<br />
strafrechtlich belangen. &quot;In Deutschland [d.h. von einem in Deutschland<br />
lokalisierten Rechner; Anm. d. Autors] ist ein Internethandel mit<br />
Organen nicht möglich&quot; beruhigt Samwer. Dieser Trost ist jedoch nur ein<br />
sehr schwacher, da natürlich jeder Deutsche über das Internet im<br />
Ausland Organe beziehen kann und dort auch operiert werden kann.<br />
Mögliche Strafen für den Kranken bei Rückkehr können vor dem<br />
Hintergrund des lebensbedrohlichen Zustands kaum als abschreckend<br />
betrachtet werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Grundsätzlich sind die jüngsten<br />
Vorkommnisse bei Ebay aber nichts neues. Mitte letzten Jahres<br />
berichteten die Feuilletons über die Webseite des ehemaligen<br />
Modephotographen <a href="http://%20www.rons.angels.com/">Ron Harris </a>.<br />
Dieser versteigerte die Eizellen junger attraktiver Frauen an<br />
zahlungskräftige Ehepaare. Ein kinderloses Ehepaar bot für eine viertel<br />
Millionen US$ plus entsprechende Behandlungskosten um ihrem zukünftigen<br />
Kind, wie Harris seine &quot;Waren&quot; bewarb, &quot;einen erfolgreicheres Leben zu<br />
schenken&quot;. Gegen diese Strategie protestierten eine Vielzahl &quot;seriöser&quot;<br />
Anbieter von Eizellen oder Sperma, die sich ausschließlich zum Ziel<br />
gemacht hatten zeugungsunfähigen Ehepaaren die Möglichkeit zu einer<br />
Familie zu &quot;schenken&quot;.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der wichtigste Unterschied<br />
zwischen beiden Vorkommnissen ist aber, dass der Cyber Organhandel,<br />
spätestens bis er die Dritte Welt erreicht, auch zu kriminellen<br />
Organraubs, ohne die Einwilligung der &quot;Spender&quot; führen könnte, wobei<br />
ihr Tod wie vor einigen Jahren in Indien &quot;in Kauf genommen&quot; werden<br />
könnte. Bislang tut sich die Internationale Staatengemeinschaft aber<br />
noch sehr schwer eine gemeinsame <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/icann/">Internetgesetzgebung</a><br />
anzustreben. Sie ist aber der einzige Weg um Vergehen im Internet, wie<br />
die Präsentation von Kinderpornographie oder eben Organhandel zu<br />
unterbinden.</span></p>
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