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	<title>Twiplomacy &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Digitale Diplomatie: Außenpolitik im Wandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carlotta Duken]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jul 2016 13:26:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Schweden und Dänemark trollen sich auf Twitter, Israel schickt Snapchats und Finnland kreiert eigene Emojis –Digitalisierung trifft auf Diplomatie. Während [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/auswärtiges-amt-hellblau.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-149719 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/auswärtiges-amt-hellblau.jpg" alt="Auswärtiges Amt" width="640" height="280" /></a><br />
Schweden und Dänemark trollen sich auf Twitter, Israel schickt Snapchats und Finnland kreiert eigene Emojis –Digitalisierung trifft auf Diplomatie. Während „eDiplomacy“ mehr Möglichkeiten für Transparenz und Dialog mit der Bevölkerung eröffnet, stellt es Staaten auch vor neue Herausforderungen und Risiken.</p>
<p>Diplomatie galt bislang als Kunst des bedachten Verhandelns und Vermittelns. Diplomatisches Geschick im 21. Jahrhundert bedeutet jedoch auch, Schritt zu halten mit dem Tempo gesellschaftlicher Veränderungen, die sich nun einmal überwiegend online abspielen. Lässt sich deutsche Außenpolitik in 140 Zeichen erklären? Wahrscheinlich nicht. Doch obwohl wichtige Gespräche und Verhandlungen weiterhin hinter verschlossenen Türen stattfinden, ergänzen soziale Medien nun die Palette diplomatischer Werkzeuge.</p>
<p>Unter „Digital Diplomacy“ oder „eDiplomacy“ versteht man die Nutzung neuer Kommunikationswege, um diplomatische Ziele zu erreichen. Die Studie <a href="http://twiplomacy.com/blog/twiplomacy-study-2016/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Twiplomacy&#8221;</a> (2016)  fand heraus, dass Twitter als beliebtestes Medium insgesamt 793 Twitter-Accounts von Regierungen und Staatschefs umfasst, die sich auf 173 Länder verteilen. Weitere beliebte Netzwerke sind Facebook, genutzt von 169 Ländern, gefolgt von YouTube, Instagram und anderen Plattformen wie Google+, LinkedIn oder Snapchat.</p>
<p>Kein Land kann es sich leisten, das Potenzial von Social Media für außenpolitische Zwecke zu ignorieren. Als erstes Land erkannten das die USA, die bereits früh in digitale Technologien ihrer Auslandsvertretungen investierten. Als Pioniere der digitalen Diplomatie brachte das amerikanische Außenministerium im Jahr 2006 ein eigenes „Diplopedia“ auf den Weg, eine komprimierte Online-Sammlung von diplomatischem Wissen, das den Austausch und die Erweiterung von Informationen erleichterte und beschleunigte.  Auch das Auswärtige Amt verstärkt seine Präsenz im Netz und zählt derzeit etwa 365,000 Twitter-Anhänger. Seit diesem Jahr hat es sogar einen Instagram Account, der von Frank-Walter Steinmeier mit einem <a href="http://www.shz.de/deutschland-welt/netzwelt/freshness-ist-alles-frank-walter-steinmeier-wird-hip-auf-instagram-id13910057.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> und den Begrüßungsworten „Hey Ladies and Gentlenerds“ eingeweiht wurde.</p>
<h3>Was Digitale Diplomatie wirklich verändert</h3>
<p>Wie wirksam ist eDiplomacy tatsächlich? Für Außenministerien und Diplomaten bedeutet eine Social Media Präsenz zunächst, die eigene Sichtbarkeit und somit Relevanz für den Normalbürger zu erhöhen. Wenn also der derzeitige deutsche Botschafter in London über Twitter der Wimbledon Gewinnerin Serena Williams gratuliert oder wenn Barack Obama zu einer „Ask Me Anything“ Session auf Reddit einlädt, macht sie das nicht nur sympathisch, sondern beweist auch Mediengeschick und Bürgernähe. Neben ihrer traditionellen Rolle als Regierungsbeauftragte werden Diplomaten durch neue Medien zu Bürgerbeauftragten. Es entsteht ein Dialog mit der Zivilgesellschaft, den die konventionelle Diplomatie nicht kennt.</p>
<p>Letztendlich profitieren – im Idealfall &#8211; beide Seiten von diesem Dialog: Bürger können mitdiskutieren, kritisieren und vielleicht sogar politischen Einfluss nehmen; Botschaften verstehen eher die Sorgen und Bedenken der jeweiligen Landesbevölkerung und können eigene Informationen effektiver verbreiten, ohne den Umweg über die Presse zu nehmen. Die Nutzweise digitaler Medien variiert dabei stark: während einige Länder vor allem das eigene Land bewerben und kulturelle Botschaften verbreiten, propagieren andere die politische Sichtweise der Regierung. Allerdings gibt es noch andere Situationen, in denen sich Plattformen wie Twitter und Facebook bezahlt machen können. In Krisensituationen wie zum Beispiel 2012 bei dem Hurrikane Sandy machten viele Botschaften von sozialen Medien Gebrauch, um mit der Diaspora ihres Landes Kontakt aufzunehmen, und dessen Wohlbefinden zu überprüfen.</p>
<p>Fraglich bleibt, wie viel mehr Kommunikation und Interaktion durch diese neuen Formen der digitalen Diplomatie geschaffen werden. Zwar kann jetzt jedermann dem Außenminister seine Meinung tweeten, unklar ist aber, ob dies politische Auswirkungen hat. Viel mehr verdienen soziale Medien ihren Wert für die Diplomatie in ihrer Rolle als Stimmungsbarometer der Gesellschaft. Sowohl im außenpolitischen als auch im nationalen Kontext hat die Netzmeinung Bedeutung, zum Beispiel, um sozial-politisches Konfliktpotenzial bereits im Vorfeld zu analysieren. Im Gegenzug können Staaten jedoch auch das undemokratische Potenzial der neuen Medien nutzen, um Propaganda und Falschinformationen zu verbreiten oder Meinungen zu unterdrücken.</p>
<h3>Neue Herausforderungen: schnell, authentisch, präzise</h3>
<p>Die Nutzung neuer Medien verlangt auch Anpassungsfähigkeit: Gilt traditionelle Diplomatie doch als Kunst der besonnenen Worte, verlangen Twitter und Co. hingegen nach Schnelligkeit und Schlagfertigkeit. Michael Roth, der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, sagte in einem Interview auf <a href="http://blog.telekom.com/2015/12/17/diplomatie-braucht-trotz-internet-geschuetzte-raeume/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzgeschichten</a>, dass er „viel stärker als früher mit Wünschen, Forderung und Kritik konfrontiert wird“. Dass die Möglichkeit der schnellen Reaktionsfähigkeit auch neue Herausforderungen mit sich bringt, bewies der unglückliche Fehler der Russischen Botschaft aus London, die im Mai diesen Jahres als Foto für einen <a href="https://twitter.com/russianembassy/status/730701444823826432" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tweet</a> über einen mit chemischen Waffen geladenen Lastwagen der Extremisten in Aleppo ein Screenshot aus einem Computer-Spiel verwendeten und anschließend viel Spott dafür ernteten.</p>
<p>Neue Medien bedeuten auch eine neue, junge Zielgruppe mit anderen Interessen und Sprachgebrauch. Der Grat zwischen hipp, authentisch und doch präzise und politisch korrekt ist schmal. Nach dem Brexit erhielt folgender Tweet  des Auswärtigen Amts vor allem positive Reaktionen: „<a href="https://twitter.com/AuswaertigesAmt/status/746422386598223872?ref_src=twsrc%5Etfw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wir gehen jetzt in einen irischen Pub und betrinken uns. Ab morgen arbeiten wir dann wieder für ein besseres <span style="text-decoration: line-through;">#</span>Europa. Versprochen!</a>“</p>
<p>Noch aber befinden sich die meisten Länder im Frühstadium ihrer digitalen Kommunikation. Das derzeitige Online-Angebot ausländischer Vertretungen ist bereits riesig, aber dadurch oft unübersichtlich. Während manche Botschaften mit eigenen Accounts arbeiten, sind es in anderen Fällen spezifische Programme oder Einzelpersonen der Regierung, die auf Twitter oder Facebook auftreten. Auch an den richtigen Medienstrategien mangelt es so manchen Botschaften, da verschiedenen Plattformen ihre eigenen Zielgruppen haben und damit einhergehend daher auch individuelle Taktiken verlangen. In der Nutzung neuer digitaler Plattformen für Auslandsvertretungen ist Deutschland im Ländervergleich nur Mittelmaß und liegt hinter den skandinavischen Ländern und Großbritannien. Laut Anja Türkan, der Digital Diplomacy Expertin des Auswärtigen Amts, hängt das schlechte Abschneiden unter anderem mit den relativ strikten Hierarchien im Auswärtigen Amt zusammen, die den digitalen Wandel in Deutschlands Außenpolitik entschleunigen.</p>
<h3>Risiken und Zukunft der eDiplomacy</h3>
<p>Ganz ohne Risiken funktioniert die digitale Reform der Diplomatie leider nicht. Die Öffentlichkeit im Netz verlangt nach schnellen Reaktionen und klaren Antworten. Das ist Neuland für die konventionelle Diplomatie, die sonst höchstüberlegt und unter vier Augen über die Bühne geht. Dass man sich in ungewohntem Terrain auch schneller Fehler leistet, zeigen Beispiele diplomatischer Fauxpas im Internet, wie der erwähnte Tweet der Russischen Botschaft oder aber das per Photoshop bearbeitete <a href="http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/asia/india/12032546/Narendra-Modi-photoshopped-image-of-Chennai-floods-visit-goes-viral.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter-Bild des Indischen Premieministers</a>. Gleichzeitig besteht die Gefahr für Staaten, Opfer von Datenleaks zu werden, zum Beispiel durch Enthüllungsseiten wie WikiLeaks, die bereits 2010 für die Veröffentlichung von mehr als 250.000 sensibler diplomatischer Aufzeichnungen der USA verantwortlich war.</p>
<p>Und eine Frage bleibt natürlich: wie genau misst man nun den Erfolg digitaler Diplomatie? Das amerikanische Außenministerium beeindruckt mit etwa 3 Millionen Followern im internationalen Vergleich, folgt selbst aber nicht mehr als 450. Ist die Zahl der Follower oder die Menge der Verknüpfungen ein besserer Maßstab für gute eDiplomacy? Momentan scheint es zu früh, um die Ergebnisse und Folgen digitaler Diplomatie abzusehen. Das Grundwesen der Diplomatie bleibt nichtöffentlich und diskret – daran konnten auch Twitter und Facebook nichts ändern. Jedoch wird auch die Außenpolitik sich dem digitalen Wandel nicht entziehen können und twitternde Botschafter sind wohl nur der Anfang.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: Auswärtiges Amt by </span><a href="http://politik-digital.de/"><span class="licensetpl_attr">politik-digital.de</span></a><span class="licensetpl_attr"> licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>@President – Wie Staatsoberhäupter twittern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob Werlitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jun 2014 09:58:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Putin retweeten oder Obama folgen &#8211; kein Problem! Regierungschefs in der ganzen Welt haben den Mikrobloggingdienst Twitter längst für sich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Putin retweeten oder Obama folgen &#8211; kein Problem! Regierungschefs in der ganzen Welt haben den Mikrobloggingdienst Twitter längst für sich entdeckt. Einige von ihnen kommen dabei auf sehr beachtliche Followerzahlen und werden auch kräftig retweetet. Die Twiplomacy Studie 2014 gibt einen aktuellen Überblick über  das Online-Gezwitscher der Obrigkeiten aus Kreml, Weißem Haus und Co. Social Media-Experte Martin Fuchs hat sich die Erhebung und ihre Ergebnisse genau angeschaut und fand den einen oder anderen Kritikpunkt.<br />
<iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=COgwKktrSfM&amp;feature=youtu.be" title="Twiplomacy 2014" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/COgwKktrSfM?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Vor gut einem Jahr hatten wir auf <a href="http://politik-digital.de/staats-gezwitscher-in-europa-und-der-welt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a> bereits über das weltweite <a href="http://twiplomacy.com/blog/twiplomacy-study-2014/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter-Ranking der  Regierungsoberhäupter</a> berichtet. Seitdem hat sich die Zahl der untersuchten Accounts um 139 auf insgesamt 644 erhöht. Mittlerweile, so die Studie, seien immerhin 83 Prozent der Regierungen von UN-Staaten auf Twitter vertreten. Wenig geändert hat sich hingegen auf den Spitzenpositionen. Der Papst, <a href="https://twitter.com/Pontifex" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@Pontifex</a>, ist auch in diesem Jahr Feedback-König im Twitternetzwerk: Tweets aus dem Vatikanstaat wurden im vergangenen Jahr am meisten retweetet, im Durchschnitt über 10.000 Mal. Auf die größte Fangemeinde mit etwa 43,7 Millionen Followern kommt weiterhin US-Präsident <a href="https://twitter.com/BarackObama" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@BarackObama</a>. Neuling im Kreis der meist gefolgten Twitterer und auf Platz 5 des Rankings ist in diesem Jahr der indische Premierminister <a href="https://twitter.com/narendramodi" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@NarendraModi</a>. Damit schickt sich der seit Mai dieses Jahres amtierende Regierungschef an, sogar das <a href="https://twitter.com/WhiteHouse" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weiße Haus</a> zu überholen. Mit 4.967.847 erreichten Nutzern fehlen ihm hierzu nur noch weniger als 10.000 neue Follower.</p>
<h3>Twittern à la Merkel?</h3>
<p>Lediglich Zaungast ist und bleibt die deutsche Regierungsspitze: Wie auch im Vorjahr verfügt kein deutscher Spitzenpolitiker über einen Account in dem sozialen Netzwerk. Unsere Regierungsvertreter werden von den Verfassern dementsprechend zu „Twitter-Außenseitern“ ernannt. Dass die deutsche Kanzlerin nicht selbst auf Twitter unterwegs ist und stattdessen Sprecher Steffen Seibert über <a href="https://twitter.com/RegSprecher" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@RegSprecher</a> offizielle Tweets absetzen lässt, passe allerdings zu Merkels „präsidialem Führungsstil“ und entspreche auch  eher der Regel unter Spitzenpolitikern, so Christian Thams von der Agentur Burson-Marsteller, die die Studie verfasst hat. Allerdings ergab die Untersuchung auch, dass unter den Regierungschefs und Staatsoberhäuptern zumindest Zwei Drittel einen persönlichen Twitteraccount pflegen (oder pflegen lassen).<br />
Überraschend ist hingegen, welche Rolle Twitter mittlerweile in der internationalen Diplomatie einnimmt. Als neuen Trend beobachten die Verfasser, dass  Außenminister rund um den Globus Twitter verstärkt dazu nutzen, sich zu vernetzen und miteinander in Kontakt zu treten. Die Studie spricht im Hinblick darauf von einem „Virtual diplomatic network“. Auch Deutschlands Außenvertretung ist mit <a href="https://twitter.com/AuswaertigesAmt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@AuswaertigesAmt</a> in die diplomatischen Kreise Twitters eingebunden.<br />
So weit so gut, viele Zahlen und viel Kritik an der deutschen Twitter-Politik. Ganz so einfach ist das aber dann auch wieder nicht. Denn so „spannend und gut“ es grundsätzlich sei, die Twitteraktivitäten der Regierungschefs und Regierungen genauer zu betrachten, seien die Ergebnisse auch mit Vorsicht zu genießen. Das meint zumindest der Hamburger Wahlbeobachter und Politikberater Martin Fuchs. Er hat für uns einige Kritikpunkte zusammengetragen:<br />
<figure id="attachment_130260" aria-describedby="caption-attachment-130260" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fuchs.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-130260  " alt="fuchs" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fuchs.jpg" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-130260" class="wp-caption-text">Martin Fuchs ist <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger</a> und Politikberater in Hamburg. Seit über 14 Jahren beschäftigt er sich mit Wahlkampf, strategischer Politikberatung und den Hintergründen des Politikgeschäftes. Darüber hinaus berät er Unternehmen, öffentliche Institutionen und die Politik beim Einsatz von Social Media.</figcaption></figure></p>
<h3>Zur Kritik an der deutschen Außenseiterrolle</h3>
<p style="padding-left: 150px">„Was ich nicht nachvollziehen kann, ist die seit Jahren vorgetragene Kritik, Deutschland und die deutsche Regierung hinke bei der Social-Media-Nutzung hinterher, nur weil Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht twittert. Merkel hat sich Twitter vor ein paar Jahren angeschaut, hat schnell gemerkt, dass es nicht ihr Kanal ist und sich bewusst gegen eine Nutzung entschieden. Das ist konsequent und zu begrüßen. Und besser als ein mehr schlecht als recht gepflegter Account, nur weil &#8216;man&#8217; das im Jahr 2014 so macht und andere Regierungschefs dort kommunizieren. Twitter ist nicht das Medium der Kanzlerin und die bewusste Entscheidung dagegen zeugt von einer großen Social-Media-Kompetenz.</p>
<p>Zudem ist die Argumentation der Studie auch noch falsch. In der Pressemitteilung heißt es prominent: &#8216;Deutschland weiterhin einzige G8-Nation ohne twitternde Spitzenpolitiker&#8217;. Das ist einfach falsch. <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2013/12/wie-social-media-ist-die-bundesregierung.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Allein in der Bundesregierung gibt es</a> fünf twitternde Minister, und 22 von 50 (politischen) Regierungsmitgliedern twittern. Dies entspricht 44 Prozent und bedeutet eine deutlich größerer Verbreitung als in der Gesamtbevölkerung (ca. 7 Prozent im Durchschnitt). Betrachtet man nur Minister und Staatssekretäre, nutzen sogar 94 Prozent der Regierungsmitglieder Social Media. Weitere Spitzenpolitiker wie Partei- und Fraktionschefs, Ministerpräsidenten und der Regierungssprecher twittern ebenfalls.</p>
<h3>Martin Fuchs: „Nackte Zahlen nur schwer vergleichbar“</h3>
<p>Außerdem finde ich es schwierig, die Regierungschefs anhand der (sehr plakativen, aber wenig aussagekräftigen) Anzahl ihrer Follower miteinander zu vergleichen. Davon abgesehen, dass man einen Regierungschef aus einem Land mit 1,8 Milliarden Einwohnern (wie Indien) nur schwer mit dem Oberhaupt eines Drei-Millionen-Einwohner-Landes vergleichen kann, sagt die Masse allein nichts über die Reichweite und den Einfluss aus. Es ist ein Indiz, aber eine klare Aussage lässt sich damit nicht treffen. Entscheidend ist vielmehr die Qualität der Follower und die Frage: &#8216;Wen will ich mit meinen Tweets eigentlich erreichen?&#8217; Wenn ein Staatschef oder Minister Public Diplomacy betreiben will, dann reicht es, wenn er die wichtigen 10-20 anderen Regierungschefs bzw. Minister als Follower hat, dann  braucht er gar nicht Millionen &#8216;normale Bürger&#8217;.“<br />
Bild: Screenshot aus dem Video<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="378" height="66" /></a><br />
&nbsp;</p>
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