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	<title>Udo Steinbach &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Udo Steinbach &#8211; politik-digital</title>
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		<title>&#8216;Der islamische Fundamentalismus hat mit dem Islam wenig zu tun.&#8217;</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Sep 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vergeltung - aber gegen wen?]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chat mit Prof. Udo 
Steinbach, Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chat mit Prof. Udo<br />
Steinbach, Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg</b></span><!--break--> </p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/usteinbach_transkript.jpg" alt="Udo Steinbach" align="left" height="134" width="112" /><br />
Ist der Islam böse oder sind wir vorurteilsgeprägt? Diese Frage beschäftigt<br />
seit dem 11. September die Öffentlichkeit. Den Fragen der Chatter stellte<br />
sich am 20. September der 1943 geborene Prof. Dr. phil. Udo Steinbach, seit<br />
1976  Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg und gefragter<br />
Islamexperte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Gleich die erste Frage betraf den mittlerweile notorischen Begriff des<br />
&quot;Kampfes der Kulturen&quot;. Steinbach lehnte ihn als Schlagwort ab, ergänzte<br />
jedoch: &quot;Die Entwicklung der letzten Tage machen mich skeptisch, ob wir<br />
nicht doch in so etwas wie einen Kampf der Kulturen hineindriften. Die<br />
extremistisch islamische Seite spricht vom Dschihad, ein Begriff der<br />
kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Muslimen und Nichtmuslimen in der<br />
Frühzeit des Islam. Präsident Bush auf der anderen Seite spricht vom<br />
Kreuzzug, dass heisst vom Kampf der westlichen Kultur gegen den Islam wie im<br />
11. und 12. Jahrhundert. Solche Rhetorik heizt Emotionen an und erste<br />
Reaktionen von Feindseligkeit sind bereits erkennbar.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Auf den Zusammenhang zwischen der verbreiteten Armut in den arabischen<br />
Ländern und dem islamischen Radikalismus angesprochen, bestätigte Steinbach:<br />
&quot;Ganz gewiss ist dies ein wichtiger Faktor. Die Unterschichten haben ihr<br />
Vertrauen in die politische Führung verloren. Ideologien wie Sozialismus und<br />
Kommunismus haben keine Erleichterung gebracht und die Probleme nicht<br />
gelöst. So flüchtet man nun in die Verheissung der Religion.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Er kritisierte die Medien für ihr mangelhaftes Fingerspitzengefühl in dieser<br />
gespannten Situation: &quot;Die Bilder, die kämpfende und aufgewiegelte Muslime<br />
zeigen, sind insbesondere für das Fernsehen besonders ergiebig. Sie schaffen<br />
auf unserer Seite das Gefühl der Bedrohung durch den Islam und der Abwehr<br />
der Muslime. Demgegenüber sind friedliche Muslime kein Thema der Medien.&quot;<br />
Angst entsteht also auch hier in erster Linie durch mangelnde Bildung: &quot;Wir<br />
wissen nicht genug vom Islam, vieles was wir zu wissen glauben, entspringt<br />
interessengeleiteter Propaganda. Es wäre dringend erforderlich, dass an den<br />
Schulen mehr über den Islam gelehrt wird.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Auf den wahrscheinlich bevorstehenden Vergeltungsschlag der USA<br />
angesprochen, rechtfertigte Steinbach grundsätzlich das Recht, sich gegen<br />
einen terroristischen Angriff zur Wehr zur setzen. Er bestand jedoch auf dem<br />
Prinzip der Verhältnismässigkeit: &quot;Aus einem im Prinzip berechtigten Schlag<br />
darf kein Racheakt werden, auch muss in jedem Fall vermieden werden, dass<br />
aus einer Militär-Aktion ein kriegerischer Flächenbrand wird.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Der heute meistgesuchte Terrorist der Welt, Osama Bin Laden, hatte für<br />
Steinbach jenseits der tatsächlichen Schuldfrage eine zusätzliche Bedeutung:<br />
&quot;Es ist schwer zu sagen, inwieweit er für diesen Terrorakt die unmittelbare<br />
Verantwortung trägt. Ganz gewiss hat er Helfershelfer und Mittelsmänner, die<br />
im operationalen Geschehen tiefer verstrickt sind, als er selbst. Auf der<br />
anderen Seite hat er es verstanden über zwei Jahrzehnte (zunächst mit<br />
Unterstützung der USA) ein weltweites Netz des Terrors aufzubauen, über das<br />
auch der Terrorakt in New York durchgeführt worden ist. Die Ausschaltung Bin<br />
Ladens soll zugleich eine Symbolfigur vernichten, die für<br />
islamisch-religiöse Gewalttätigkeit und besondere Brutalität steht.&quot;<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/usteinbach_transcript.shtml">Weiter<br />
zum kompletten Transcript</a></span></p>
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