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	<title>Überwachungssystem &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Überwachungssystem &#8211; politik-digital</title>
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		<title>INDECT: Die Geister, die ich rief</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 19:10:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[<img align="left" height="106" width="135" src="http://www.politik-digital.de/sites/politik-digital.de/files/110406_ueberwachungskamera.png" />So raumfüllend wie der vollständige Name des mit EU-Mitteln geförderten Forschungsprojekts INDECT ist auch die Kritik daran. Droht eine totale Überwachung wie in Orwells „1984“ oder wird hier nur der Teufel an die Wand gemalt?
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>So raumfüllend wie der vollständige Name des mit EU-Mitteln geförderten Forschungsprojekts INDECT ist auch die Kritik daran. Droht eine totale Überwachung wie in Orwells „1984“ oder wird hier nur der Teufel an die Wand gemalt?</p>
<p>Ausgeschrieben lautet der Name dieses Projekts zur Erforschung eines Sicherheitssystems: Intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment (INDECT). Das von der <a href="http://www.ppbw.pl/en/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">polnischen Plattform</a> für Heimatschutz initiierte und durch die EU-Kommission mit knapp 15 Millionen Euro finanzierte <a href="http://www.indect-project.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">INDECT-Projekt</a> widmet sich laut Projektkoordinator Prof. Andrzej Dziech von der Universität AGH Krakau der Entwicklung fortschrittlicher Technologien für den Nachweis von Bedrohungen durch Terrorismus und schwere Kriminalität wie Kinderpornographie. &#8220;Das Projekt ist nicht (und wäre dazu technisch auch nicht in der Lage) zur Überwachung der gesamten Gesellschaft gedacht&#8221;, so Dziech gegenüber politik-digital.de. Er verweist darauf, dass das Projekt in den Medien oft missverständlich und falsch dargestellt werde. <a href="/wp-content/uploads/Interview_mit_INDECT-Projekt-Koordinator.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hier</strong></a>das vollständige Interview mit Prof. Andrzej Dziech. Auf der offiziellen Projektseite werden die Ziele wie folgt aufgeführt:</p>
<ul>
<li>die Entwicklung einer Plattform für berechtigte Nutzer zum Austausch von Daten, Zusammenstellung von Multimedia-Inhalten, die intelligente Verarbeitung von Informationen und die automatische Erkennung von Bedrohungen und kriminellem Verhalten oder Gewalt</li>
<li>prototypische Entwicklung eines integrierten, vernetzten Systems zur Unterstützung von Polizeiarbeit durch IT-Methoden und IT-Werkzeuge zur Beobachtung unterschiedlicher mobiler Objekte</li>
<li>Entwicklung einer neuen Art von Suchmaschine, die schnelle Suche in Bildern und Videos und die Verwendung von gespeicherten Metadaten, basierend auf digitalen Wasserzeichen, kombiniert</li>
<li>Entwicklung von IT-Methoden für verbesserten Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre durch Speicherung und Übertragung von Daten mit Hilfe von Quantenkryptographie und neuen Methoden im Bereich der digitalen Wasserzeichen</li>
</ul>
<p style="text-align: center"><strong>Dieses <a href="http://en.wikinews.org/wiki/File:INDECT-400px.ogv" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Präsentations-Video</a> illustriert die Ziele anschaulich.</strong></p>
<p style="text-align: left" align="center">Beteiligt an dem Projekt sind mehrere europäische Universitäten und (Sicherheits-)Unternehmen (<a href="http://www.indect-project.eu/indect-partners" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> eine Auflistung der Projekt-Partner). Auf eine Anfrage von politik-digital.de heißt es von dem am INDECT-Projekt beteiligten und in Berlin ansässigen Unternehmen PSI Transcom GmbH, dass es nicht etwa Ziel sei, käuflich erwerbbare Produkte zu entwickeln, sondern vielmehr Ergebnisse einer Grundlagenforschung zu veröffentlichen. Auch finde eine „mögliche Anwendung des Projekts“ nicht statt. Die prototypischen Anwendungen zur Veranschaulichung der Projektziele simulierten nur ganz bestimmte einzelne Prozesse und seien keine IT-Systeme im Produktstatus. Zudem sei eine verdachtsunabhängige Überprüfung kein Bestandteil der Projektszenarien. Doch gibt es berechtigte Zweifel an derlei Aussagen. Das <a href="http://www.foebud.org/pd/pd-158-indect" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier verlinkte</a> Organigramm entstammt einer Präsentation des Projektkoordinators Prof. Andrzej Dziech und lässt erahnen, welche Möglichkeiten das Projekt eröffnet und warum <a href="http://www.unwatched.org/node/2165" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Bedenken</a> dagegen groß sind.</p>
<p>Praktische Beispiele der Anwendung von INDECT sind der Einsatz von Polizei-Drohnen oder die Planungen zu einer automatisierten computergestützten Videoüberwachung wie im bereits heute von Kameras überfluteten London sowie bei der kommenden Fußball-Europameisterschaft 2012 <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2010-10/indect-ueberwachung-polen?page=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in Polen</a> und der Ukraine. Es scheint nicht abwegig, dass in naher Zukunft verschiedene Technologien und Verfahren der Überwachung, die im Rahmen des INDECT-Projekts erforscht werden, unter dem Hinweis auf eine effektivere Verbrechensbekämpfung gebündelt bzw. miteinander vernetzt werden und in der Praxis der anlassunabhängigen, vorausschauenden Überwachung der Bevölkerung <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33282/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dienen könnten</a>. Zumal Teilaspekte des EU-Forschungsprogramms bereits in der <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33755/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Realität getestet</a> werden. Im besten Fall sollen mögliche Verbrechen erkannt werden, bevor sie geschehen. Ein Szenario, das stark an Steven Spielbergs Science-Fiction-Thriller „Minority Report“ (2002) erinnert. Träumen die INDECT-Verantwortlichen also doch <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2009-09/indect-ueberwachung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vom Polizeistaat</a> und von <a href="http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Waffen/drohnen4.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drohnen für die Heimatfront</a>? Wem soll das Projekt nützen? Der Sicherheit der europäischen Gesellschaft? Oder stecken primär wirtschaftliche Interessen dahinter? Droht gar ein orwellscher Überwachungsstaat?</p>
<p align="center"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/indect-teaser.jpg" alt="" width="480" height="98" /></p>
<p align="center"><strong>(Grafik von der <a href="http://www.indect-project.eu/files/public-stories/indect-homepage/methodology" target="_blank" rel="noopener noreferrer">INDECT-Projektseite</a></strong>)</p>
<p>Es gibt mittlerweile <a href="http://www.stopp-indect.info/?page_id=46" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unzählige Veröffentlichungen</a> zum Thema. Auf <a href="http://www.indectproject.eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.indectproject.eu</a> (ein veränderter Klon der Original-Projektseite) beispielsweise wird eine ganze Liste kritischer Beiträge zu INDECT verlinkt. Der Projektkoordinator Prof. Andrzej Dziech kritisierte gegenüber politik-digital.de dieses Angebot als illegal. Es sei ein typisches Beispiel der Diffamierung. Ein sehr ausführlicher und quellenreicher deutschsprachiger Artikel zum Thema INDECT ist <a href="http://nomenom.blogspot.com/2011/01/projekt-indect_15.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zu lesen. Dort heißt es u.a., dass mit dem Überwachungsprojekt sämtliche bestehende Technologien – Videoüberwachung, Vorratsdatenspeicherung, Telekommunikation, Gesichtserkennung, Websites, Diskussionsforen, Usenet-Gruppen, Datenserver, P2P-Netzwerke sowie individuelle Computersysteme und alle vorhandenen Datenbanken wie Namen, Adressen, biometrische Daten, Interneteinträge, polizeiliche, geheimdienstliche, militärische, forensische und zivile Datenbanken, Daten von luft- und seegestützten Plattformen und Satelliten[…] – logisch miteinander verknüpft, in Echtzeit ausgewertet und verwaltet werden sollen. Fakt oder Fiktion? In jedem Fall ließ die öffentliche Bereitstellung und Kommunikation ausführlicher und lückenloser Informationen zu den Einzelheiten und zum Stand des Projekts durch dessen Verantwortliche und Partner in der Vergangenheit zu wünschen übrig. Darauf machte zuletzt auch der Vize-Präsident des EU-Parlaments Stavros Lambrinidis in einem <a href="http://www.euractiv.de/digitale-agenda/artikel/indect-bedeutet-big-brother-004381" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit EurActiv.de</a> aufmerksam. Er äußert schwerwiegende Bedenken – vor allem mit Blick auf den Schutz der Privatsphäre und die Grundrechte der Bürger. Ein konkretes Beispiel für die Geheimhaltungspolitik der Projekt-Verantwortlichen: Zwei erhellende Dokumente über Details des Vorhabens sind Ende 2010 <a href="http://web.piratenpartei.de/100908-Piratenpartei-veroeffentlicht-INDECT-Dokumente" target="_blank" rel="noopener noreferrer">von der Piratenpartei</a> und futurzone.at <a href="http://www.golem.de/1009/77884.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">öffentlich gemacht</a> worden und mittlerweile auf der INDECT-Webseite <a href="http://www.indect-project.eu/public-deliverables" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zu finden</a>. Neben der automatisierten Auswertung der Daten von Überwachungskameras und dem Einsatz von Polizei-Drohnen sollen auch von Bürgern hinterlassene Datenspuren in sozialen Netzwerken, Foren und Blogs analysiert, gespeichert, vernetzt und genutzt werden, um potentielle Gefahren zu erkennen. Indes weckt der vom Projekt eingesetzte Ethikrat <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33282/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kein sonderliches Vertrauen</a>in punkto Unabhängigkeit. Der Journalist Erich Moechel weist gegenüber politik-digital.de darauf hin, dass das achtköpfige Gremium neben drei externen Mitgliedern vornehmlich aus Projektteilnehmern und Polizisten bestehe. Das wesentliche Ziel des Projekts sei ganz profan: nämlich EU-Fördergelder für die beteiligten akademischen Institutionen abzuschöpfen. Nachfolgend solle die Sicherheits- und Rüstungsindustrie dann um ein vielfaches höhere Aufträge erhalten. Dahinter ständen handfeste wirtschaftliche Interessen, nicht etwa eine Verschwörung zur totalen Überwachung. Die Gefahr eines Überwachungsstaates würde dabei aber billigend in Kauf genommen, so Moechel. Dennoch ziele das Projekt aus der Perspektive staatlicher Sicherheitsbehörden vor allem darauf, in bestimmten Bereichen Fortschritte zu erzielen.</p>
<p align="center">[youtube http://www.youtube.com/watch?v=p4-sJxv6u_A]</p>
<p align="center"><strong>(Beitrag zum INDECT-Projekt aus der </strong><strong>3sat-</strong><strong>Sendung &#8220;Kulturzeit&#8221;)</strong></p>
<p>Das INDECT-Projekt wird von vielen Seiten kritisiert. So ruft die von der Piratenpartei initiierte Kampagne <a href="http://www.stopp-indect.info/?lang=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">StoppINDECT</a> zum Widerstand gegen das Vorhaben auf. Auch der EU-Datenschutzbeauftragte Peter Johan Hustinx <a href="http://www.gulli.com/news/peter-hustinx-privatsph-re-sicherheit-und-indect-2010-04-04" target="_blank" rel="noopener noreferrer">äußert sich skeptisch</a> zum INDECT-Projekt, wenn er es auch nicht grundsätzlich ablehnt. Auf politischer Ebene kritisieren hierzulande neben der <a href="https://piratenpartei-bayern.de/blog/02-09-2010/hintergrundinformationen-zu-indect" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Piratenpartei</a> Parlamentarier wie <a href="http://www.readers-edition.de/2011/03/16/vorratsdatenspeicherung-20-themenspezial-ueberwachung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andrej Hunko</a> (Linkspartei) und <a href="http://aussen-sicherheitspolitik.de/?p=4590" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jimmy Schul</a>z (FDP; Mitglied der Internet-Enquete des Deutschen Bundestages) das Überwachungsprogramm. Die Bundesregierung <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/039/1703940.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">antwortete</a> auf <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/036/1703641.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine Anfrage</a> der Linkspartei, dass sie über die öffentlich verfügbaren Dokumente hinaus keine Unterlagen des Projektes kenne. Auf EU-Ebene setzen sich Parlamentarier wie <a href="http://www.liberale.de/Wie-weit-geht-die-Menschensuchmaschine-INDECT/6849c11678i1p69/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexander Alvaro</a> (FDP) für eine bessere Aufklärung über das INDECT-Projekt ein. In einer fraktionsübergreifenden <a href="http://www.alexander-alvaro.de/wp-content/uploads/2010/10/indect-written-declaration.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schriftlichen Erklärung</a> fordern die EU-Abgeordneten Alexander Alvaro, Carlos Coelho, Stavros Lambrinidis, Judith Sargentini und Rui Tavares die Offenlegung aller INDECT-Dokumente und verleihen ihrer Sorge Ausdruck, dass dieses EU-Projekt möglicherweise in fundamentale Bürgerrechte eingreife. Wenn auch ein allumfassendes und zentral gesteuertes Überwachungssystem unvereinbar mit der aktuellen EU-Gesetzgebung oder dem deutschen Rechtssystem scheint, sei auf Goethes „Zauberlehrling“ verwiesen: „Die Geister, die ich rief“. Gibt es erst einmal erprobte bzw. ausgereifte Technologien und Mittel zur Realisierung einer umfassenden Überwachung, dann ist auch der Schritt zur Anwendung nicht weit. Geschieht dies nicht in der EU, dann vielleicht in anderen Staaten weltweit, in denen weniger Bedenken und Proteste geäußert werden. Dass ein solches Szenario nicht unrealistisch ist, zeigt ein <a href="http://opennet.net/sites/opennet.net/files/ONI_WestCensoringEast.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktueller Report</a> der The OpenNet Initiative, der die Internet-Filterung in über 40 Ländern dokumentierte. Demnach erfreuen sich westliche Tools zur Filterung des Internet einer großen Popularität bei autoritären Regimen des Mittleren Ostens. So wurde z.B. der McAfee’s SmartFilter von Ländern wie Iran und Saudi Arabien dazu benutzt, verschiedene Arten von Netzinhalten zu blockieren. Genauso könnten auch aus dem INDECT-Projekt gewonnene Erkenntnisse und Technologien in die Hände von Regimen fallen, die sie dann zur Überwachung der eigenen Bevölkerung zum Einsatz bringen. Die Erforschung und Entwicklung solcher Überwachungssysteme rund um den Globus wird nicht grundsätzlich zu verhindern sein. Doch was fördert eine demokratische und freiheitliche Gesellschaft und was schadet ihr? Was für Technologien werden zum Einsatz gebracht, welche nicht? Und auf welche Art und Weise? Sicherlich spricht nichts gegen eine begrenzte und explizit nicht zur verdachtsunabhängigen Überwachung eingesetzte <a href="http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1300189310618.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zivile Nutzung</a> von Technologien wie Drohnen, wenn sie z.B. zur Katastrophenhilfe wie kürzlich beim atomaren Gau in Fukushima zum Einsatz kommen, um Menschen nicht in Gefahr zu bringen. Eine andere Dimension trägt dagegen das unverhältnismäßige Verwenden bei <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34202/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projekten der staatlichen Überwachung</a>. Erst am vergangenen Freitag wurde der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) für den Einsatz einer Polizei-Drohne bei Demonstrationen zum Castor-Transport im Wendland mit dem <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2011/.pol" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BigBrotherAward 2011</a> ausgezeichnet. Das Projekt INDECT wirft viele ernste Fragen auf. Inwieweit droht ein Eingriff in fundamentale Rechte bzw. die Privatsphäre der Bürger? Wie steht es um den zunehmenden Einfluss der Sicherheitsindustrie auf politisches Handeln bzw. deren Verquickung? Laufen die im Rahmen des Projekts erforschten Überwachungstechnologien nicht letztlich darauf hinaus, unbescholtene Bürger unter einen Generalverdacht zu stellen? Die Projekt-Verantwortlichen bestreiten dies, ausräumen aber konnten sie diese Befürchtungen bis dato nicht. Daher sollte auch eine transparente Informationspolitik seitens der EU gefahren werden. Denkbar wäre in diesem Zusammenhang auch eine flankierende Maßnahme wie der Rückgriff auf das neu geschaffene Mittel der <a href="http://ec.europa.eu/dgs/secretariat_general/citizens_initiative/index_de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Bürgerinitiative</a>. Getreu eines Zitates aus James McTeigues Film „V wie Vendetta“: Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben! Zu spät dafür ist es nicht: Zumal es noch keinen politischen Beschluss über den Einsatz der erforschten automatisierten Überwachungssysteme gibt.</p>
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		<title>Stärkere Internetkontrolle in Russland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jsteiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jul 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimdienst]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit sieben Jahren wird der russische Telefonverkehr und das russische Internet (RUNET) vom Inlandsgeheimdienst FSB überwacht. Als Pendant zu den europäischen und amerikanischen Projekten Enfopol und Echelon wurden die Monitoring-Systeme SORM 1 und SORM 2 geschaffen. Dabei bewegte sich der FSB bisher in einer rechtlichen Grauzone. Nun sollen die juristischen Grundlagen dafür geschaffen werden. Dann könnten gespeicherte Daten auch als Beweismittel vor Gericht verwendet werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Seit sieben Jahren wird der russische Telefonverkehr und das russische Internet (RUNET) vom Inlandsgeheimdienst FSB überwacht. Als Pendant zu den europäischen und amerikanischen Projekten Enfopol und Echelon wurden die Monitoring-Systeme SORM 1 und SORM 2 geschaffen. Dabei bewegte sich der FSB bisher in einer rechtlichen Grauzone. Nun sollen die juristischen Grundlagen dafür geschaffen werden. Dann könnten gespeicherte Daten auch als Beweismittel vor Gericht verwendet werden.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Bei einer Sitzung des Runden Tisches zur Telekommunikations- und Internet- Gesetzgebung kam es kürzlich zum Streit zwischen dem Vertreter des Inlandsgeheimdienstes FSB, Dmitri Frolow und Alexander Parschukow, dem Pressesekretär des Ministeriums für Informationstechnologie und Fernmeldewesen. Parschukow lehnte eine Ausweitung der Kontrolle des Internets ab. Die Verantwortung der Provider für den Inhalt der bei ihnen gehosteten Seiten sei ausreichend.</p>
<p>Dmitri Frolow vom FSB betonte, dass das Internet eine Gefahr für den russischen Staat darstellen würde. Dabei bezog er sich auf die politischen Umschwünge in der Ukraine und in Georgien (14). Um solche Ereignisse in der Russischen Föderation zu vermeiden, müsse man Internet- und Mobilfunk-Provider gesetzlich dazu verpflichten, die Internetaktivität der Nutzer zu erfassen. Er forderte eine Registrierung der Internet-User und die Bereitstellung aller Daten für behördliche Nutzung. Gruppen diverser politischer Orientierungen könnten über das Internet Kräfte gegen die russische Staatsmacht moblisieren, sagte der FSB-Vertreter. Das Internet sei ein Medium zur Verbreitung tendenziöser Informationen und geheimer Dokumente und verletze das Urheberrecht.</p>
<p>Seit sieben Jahren überwacht der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit SORM-2 den gesamtem e-mail- und Internet-Verkehr, der über russische Provider läuft. Bisher bewegte sich der Geheimdienst damit in einer juristischen Grauzone.</p>
<p>Damals stellte der FSB die Internetprovider Russlands vor eine bedeutende Entscheidung. Entweder Freiheit des eigenen Geschäfts oder Freiheit des Internets. Im Juli 1998 wurde nach<br />
                          <a href="http://web.archive.org/web/20040701031354/http://www.libertarium.ru/eng/sorm/sormdocengl.html%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SORM 1</a>, dem Überwachungssystem für Festnetz- und Mobiltelefone,<br />
                          <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/1/1923/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SORM 2</a> eingeführt (10). SORM ist die russische Abkürzung für „System technischer Versorgungsmittel für operative Ermittlungen“ (1). Die Provider wurden schon damals verpflichtet, die über ihre Server übermittelten Informationen jederzeit für den FSB zugänglich zu machen (9). Dies betrifft auch den e-mail-Verkehr. Dafür mussten sie sogenannte Hotlines einrichten, deren Kosten die Anbieter selbst zu tragen hatten.</p>
<p>Ein förmlicher Gerichtsbeschluss zur Telekommunikationsüber-wachung einzelner Personen wurde bald hinfällig. Die Umsetzung wurde vom Ministerium für Telekommunikation und vom Ministerium für staatliche Sicherheit mitgetragen. Das Justizministerium gab am 29. Mai 1999 ebenfalls seine Zustimmung. Jedoch liegt der Hauptschwerpunkt (5) von SORM-2 nicht in der Lieferung von Beweismaterial (4) für kriminelle Handlungen, sondern in der Erweiterung der Kontrollmöglichkeiten (6). Der Beweiswert der SORM-Informationen und die staatsanwaltliche Kontrolle von SORM (12) blieb bisher undefiniert.</p>
<p>1999 reagierten die Provider sehr ungehalten auf diese Maßnahme, denn auch der Einsatz von Kryptographie-Tools ohne FAPSI-Lizenz (15) ist in Russland seit April 1995 verboten. (2) Diese Reaktion regulierte der FSB, indem er unfügsamen Providern mit Schliessung drohte (7)(8). Lediglich die Wolgograder Firma Bayard-Slavia-Communication (11) wagte den Schritt vors Gericht und verklagte den FSB (3).</p>
</p>
<p>(1) Sistema techniceskich sredstv obespeceniju operativno-rozysknych meroprijatiej.<br />
                          <br />
                          <a href="http://www.fe.msk.ru/libertarium/eng/sorm/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.fe.msk.ru/libertarium/eng/sorm/index.html</a><br />
                          <br />
                          <a href="http://www.privacyinternational.org/survey/phr2003/countries/russianfederation.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.privacyinternational.org/survey/phr2003/countries/russianfederation.htm</a><br />
                          <br />(2) Ukaz No. 334, April 1995<br />
                          <br />(3) J. Tracy: Internetprovider Plans To Sue FSB, in:<br />
                          <a href="http://www.times.spb.ru" target="_blank" rel="noopener noreferrer">St. Petersburg Times</a> Nr. 466, 18. Mai 1999.<br />
                          <br />(4)<br />
                          <a href="http://www.libertarium.ru/libertarium/sorm%20und%20http://www.libertarium.ru/libertarium/sormlawdocs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Moskovskij Libertarium</a>, K voprosu o SORM (juridiceskye kommentary), 25. Juli 1998, Autor unbekannt,<br />
                          <br />(5) A. Koreckij: Segodnya, 22. Juli 1999.<br />
                          <br />(6) Prikazy Minsvjazy Nr. 226 (vom 24. Juni 1992 (13. September 1995, 30. Juni 1998), Nr. 112 vom 13. September 1195 (30. Juni 1996), Nr. 145 vom 30. Dezember 1996 (30. Juni 1998), Pis&#8217;mo Minsvjazi Nr. 252-u vom 11. November 1994 (30. Juni 1998), &#8220;O Porjadke vnedrenija SORM na VCC RF&#8221;, Sovmestnoe res&#8217;enie Minsvjazy i Minbezopasnosti RF Nr. 513, Januar 1993 (22. Oktober 1999) &#8220;Po ekspluatacionno-tekhnic&#8217;eskim trebovaniajam k sredstvam i setjam elektrosvjazy dlja obespec&#8217;enija operativno-rozysknych meroprijatik&#8221;. Ukaz Prezidenta Nr. 891 vom 1. September 1995, SZRF 14. Juni 1999, N 24, st. 2954.<br />
                          <br />(7) J. Tracy: FSB Sets Sights On Internet Control, in:<br />
                          <a href="http://www.sptimesrussia.com/secur/474/opinion/fsb.htm?915curr" target="_blank" rel="noopener noreferrer">St. Petersburg Times</a>, Nr. 441, 16. Februar 1999. S.1.<br />
                          <br />(8) O. Judincev: Elektronnij Feliks, ili Budet li cenzura v Internete?, in: Novaja Gazeta, Nr. 15 (583), 1999, Seite 1, Zeile 24<br />
                          <br />(9) A. Levencuk, in einer Sendung auf Radio Liberty Radio Free Europe, 04. April 2000.<br />
                          <br />(10) Jens Deppe: Über Pressefreiheit und Zensurverbot in der Russländischen Föderation: Eine Untersuchung über die gesetzliche und tatsächliche Ausgestaltung der verfassungsrechtlichen Freiheitsgarantie.<br />
                          <br />(11)<br />
                          <a href="http://www.sptimes.ru/archive/times/466/internet.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.sptimes.ru/archive/times/466/internet.htm</a> ;<br />
                          <br />
                          <a href="http://www.chiark.greenend.org.uk/pipermail/ukcrypto/1999-May/004471.html%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.chiark.greenend.org.uk/pipermail/ukcrypto/1999-May/004471.html</a><br />
                          <br />
                          <a href="http://jedi.kosnet.ru/sorm/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://jedi.kosnet.ru/sorm/<br />
                          <br /></a>(12)<br />
                          <a href="http://www.hro.org/docs/reps/privacy/2002/eng/sss.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.hro.org/docs/reps/privacy/2002/eng/sss.htm</a><br />
                          <br />(13)<br />
                          <a href="http://www.fas.org/irp/news/1998/07/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.fas.org/irp/news/1998/07/</a><br />
                          <br />(14) „Sicherheitsdienst FSB für stärkere Kontrolle des Internet“, Wostok Newsletter 03.2005<br />
                          <br />(15)<br />
                          <a href="http://www.agentura.ru/english/dosie/fapsi/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FAPSI</a> ist die Föderale Behörde für Regierungskommunikation und Information der Russischen Föderation</p>
<p>                          <strong>Dieser Text kann unter Nennung der Quelle weiter verwertet werden</strong>.<br />
                          </p>
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