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	<title>Ulrich Schmid &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Ulrich Schmid &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Dem Netz den Teufel austreiben &#8211; Digitale Presseschau 45/2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Nov 2013 17:12:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
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		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Überwachungsskandal gerät ins Uferlose. Zwei neue Chroniken können helfen, nicht den Überblick zu verlieren. Derweil häufen sich die konkreten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Überwachungsskandal gerät ins Uferlose. Zwei neue Chroniken können helfen, nicht den Überblick zu verlieren. Derweil häufen sich die konkreten Vorschläge für Maßnahmen, die der „digitale Tölpel“ Deutschland unternehmen muss, um sich und seine Bewohner vor Überwachung zu schützen. Eine Idee: Datenschutz und Netzpolitik aus der Sicherheitsklammer des Innenministeriums befreien. Oder benötigen wir vielmehr ein nachrichtendienstliches Aufrüsten auf europäischer Ebene? Manche scheinen einer staatlichen Lösung kaum Vertrauen entgegenzubringen. Sie üben sich in Kryptografie oder verkaufen gar ihr Genom an einen privaten Konzern in Kalifornien…</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=pLoz1jYp50o&amp;feature=youtu.be&amp;hd=1" title="Netzdebatte. Schwerpunkt Überwachung: Interview mit Stephan Noller" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/pLoz1jYp50o?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
bpb Netzdebatte. Schwerpunkt Überwachung: Interview mit Stefan Noller zum Thema Algorithmen<b><br />
</b><br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/2013/46/internetpolitik-datenschutz-nsa/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der digitale Tölpel erhebt sich</a></h3>
<p>Für Götz Hamann und Stefan Schmitt ist Deutschland ein &#8220;digitaler Tölpel&#8221;, der bis in die Machtspitzen von ausländischen Geheimdiensten belauscht wird und selber keine nennenswerte IT-Industrie besitzt. Jedoch würden die Parteien, die zu den Koalitionsverhandlungen angetreten sind, zum ersten Mal das Thema ernst nehmen. Wird der Tölpel also fliegen? Daran äußern die Autoren in ihrem Artikel auf Zeit Online Zweifel. Denn die Großkoalitionäre verstünden Netzpolitik vor allem als Wirtschaftsförderung, während Fragen der Spionage und Überwachung für sie &#8220;politisches Neuland&#8221; seien. Zudem verhindere der Interessenkonflikt im Innenministerium zwischen nationaler Sicherheit und der Privatsphäre der Menschen das entschlossene Handeln gegen die Überwachung Einzelner. Um also fliegen zu können, müsste der Tölpel Innenministerium und Netzpolitik trennen.</p>
<h3><a href="http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/loechriges-deutsches-sicherheitsnetz-1.18181350" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vergesst die Moral, lasst uns über Versagen reden!</a></h3>
<p>Für Ulrich Schmid hingegen stellt vor allem die deutsche Spionageabwehr den ungelenken Vogel dar. Im Online-Angebot der NZZ lässt der Autor die Moral mal ruhen, der Schuldige sei das Bundesamt für Verfassungsschutz. Dieses habe wie schon bei den NSU-Morden „kläglich“ versagt, da es die Aktivitäten ausländischer Geheimdienste nicht aufdecken konnte. Zudem sei es abhängig vom NSA und leide daher eventuell nicht nur an einem blinden Auge. Aus diesen Gründen sieht Schmid die Lösung nur im Ausbau der nachrichtendienstlichen Kapazitäten auf europäischer Ebene, um der Abhängigkeit von den USA und einem Ungleichgewicht entgegenzuwirken. Die Chancen stünden nicht schlecht, denn „versagende Behörden erhalten stets noch mehr Mittel“.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/2013/45/ueberwachung-nsa-nichtwissen-big-data/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wir haben unsere Schatten verkauft</a></h3>
<p>Das Internet ist nicht nur Medium der Freiheit, sondern auch Technologie der Macht. Für die Verbreitung dieser Erkenntnis ist Thomas Assheuer dem NSA-Skandal zutiefst dankbar, denn die Utopie eines anonymen und freien Internets in einer überwachten analogen Welt sei schon lange tot. Internet-Konzerne wie Google und Facebook hätten, in den Worten des Soziologen Zygmunt Bauman, das Beobachtetwerden schon lange &#8220;von einer Drohung in eine Verheißung&#8221; umgewandelt. Mit dieser &#8220;verschmusten Partnerschaft&#8221; zwischen Nutzer und Konzern sei es, so Assheuer auf Zeit Online, dank Edward Snowden engültig vorbei. Stattdessen sähen sich die Menschen einer potenziell lückenlosen Überwachung ihres vermarkteten digitalen Schattens ausgesetzt. Entfremdung sei dafür &#8220;ein recht harmloses Wort&#8221;.</p>
<h3><a href="http://www.basicthinking.de/blog/2013/11/08/tagebuch-eines-weiterhin-ahnungslosen-mein-weg-zur-verschluesselung-teil-3-smime-wtf/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kontrolle über das digitale Ich</a></h3>
<p>Es gibt Menschen, die ihren digitalen Schatten nicht ohne weiteres zur Überwachung und Vermarktung an Geheimdienste oder Konzerne hergeben wollen. Auch wenn <a href="http://politik-digital.de/kreuzberger-naechte-zu-gast-auf-einer-krypto-party/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Krypto-Partys</a> in ihrem Hype etwas nachgelassen haben, teilen Blogger und Journalisten im Internet ihre ersten jungfräulichen Erfahrungen mit Verschlüsselungstechniken. Auf Basic Thinking führt <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2013/11/08/tagebuch-eines-weiterhin-ahnungslosen-mein-weg-zur-verschluesselung-teil-3-smime-wtf/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tobias Gillen</a> Tagebuch über seine Erfahrungen mit der E-Mail-Verschlüsselung und beschreibt damit den Weg eines Ahnungslosen zur selbst erkämpften Anonymität. Auch <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-01/serie-mein-digitaler-schutzschild-einleitung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Patrick Beuth</a> hat für Zeit Online einen solchen Selbstversuch gestartet. Ebenso führt <a href="https://digitalcourage.de/support/digitale-selbstverteidigung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitalcourage e. V.</a> eine Übersicht zu digitaler Selbstverteidigung. Allen Ahnungslosen, die lieber zu Hause Tee trinken, als auf Partys mit kryptischen Namen zu gehen, sei die Lektüre empfohlen.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/genomentschluesselung-fuer-alle-sie-haben-ein-erhoehtes-risiko-fuer-prostata-krebs-12651252.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Besuch bei meinem Genom</a></h3>
<p>Es ist möglich, das eigene Genom nach 250 Merkmalen untersuchen zu lassen und so die eigene Veranlagung für Krankheiten wie Prostata-Krebs herauszufinden: für nur 99 Dollar. Richard Gutjahr hat das Angebot des kalifornischen Konzerns 23andMe wahrgenommen und so sein Genom gleichzeitig gekauft und auch verkauft. Denn der Konzern profitiert durch das Angebot von der wohl bald größten Genom-Datenbank der Welt. Um herauszufinden, was genau das Start-Up damit anfängt und wie sicher sein Genom in Kalifornien ist, reiste Gutjahr in die USA. Im Interview mit der Unternehmenssprecherin Catherine Afarian erfährt er über das medizinische Erkenntnispotential von Big Data und das Ziel eines privaten Unternehmens, dieses zu verwerten.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/chronik-des-nsa-geheimdienstskandals-affaere-ohne-grenzen-1.1807106" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Navigieren in der „Affäre ohne Grenzen“</a></h3>
<p>Der Uferlosigkeit des Überwachungsskandals mit all seinen öffentlichen Lügen, Dementis und weiteren Enthüllungen begegnen nun zwei neue Chroniken. Sueddeutsche.de hat eine <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/chronik-des-nsa-geheimdienstskandals-affaere-ohne-grenzen-1.1807106" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chronik</a> herausgebracht, in welcher der Skandal anhand von Medienberichten und Reaktionen aus der Politik verfolgt wird. Sie beginnt am 20. Mai, dem Tag, an dem Edward Snowden die USA verließ. Sehr viel mehr Mühe hat sich Heise Online gemacht: In einer interaktiven <a href="http://www.heise.de/extras/timeline/#vars!date=2013-06-06_10:12:00!" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Timeline</a> mit Suchfunktion, verschiedenen Kategorien und Darstellungsformen können die Ereignisse vom 6. Juni (erste Veröffentlichung geheimer Dokumente) bis heute nachvollzogen werden. Ein nützliches Tool, denn in dieser „Affäre ohne Grenzen“ kann man leicht den Überblick verlieren.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wo geht&#039;s bitte zur E-University?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/wo-gehts-bitte-zur-e-university-3613/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[abackhaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Sep 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Schmid]]></category>
		<category><![CDATA[e-teaching.org]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Freitag, 7. September, war Dr. Ulrich Schmid vom Multimedia Kontor Hamburg zu Gast im e-teaching.org Expertenchat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über E-Learning an Hochschulen und beschrieb die Einsatzmöglichkeiten von Lernmanagementsystemen im universitären Betrieb.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Freitag, 7. September, war Dr. Ulrich Schmid vom Multimedia Kontor Hamburg zu Gast im e-teaching.org Expertenchat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über E-Learning an Hochschulen und beschrieb die Einsatzmöglichkeiten von Lernmanagementsystemen im universitären Betrieb.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen zum e-teaching.org-Live-Chat<br />
mit Dr. Ulrich Schmid, Geschäftsführer des Multimedia<br />
Kontor Hamburg (MMKH). Unser Thema heute ist E-Learning an Hochschulen.<br />
Die ersten Fragen sind bereits eingelaufen, wir freuen uns auf Ihre<br />
Beiträge.<br />
Dr. Schmid chattet mit uns aus Berlin, wie sieht es aus, können<br />
wir loslegen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/uschmid85x.jpg" alt="Dr. Ulrich Schmid" height="120" width="85" /><br />
<i>Dr. Ulrich Schmid</i><br />
<i>Geschäftsführer Multimedia Kontor Hamburg</i>
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vorab konnten die Nutzer bereits Fragen<br />
stellen und bewerten. Starten wir mit den Fragen mit den meisten<br />
Stimmen.
</p>
<p>
<b>AD:</b> Haben Dozierende genügend Zeit, um wirkungsvolles<br />
E-Learning oder Blended Learning zu betreiben oder muss eine separate<br />
E-Learning-Institution unterstützend eingreifen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Also: Wenn E-Learning auch heißen<br />
soll, ein Blog zu führen oder ein Wiki zu organisieren, dann<br />
würde ich sagen: &quot;Haben Sie die Zeit oder müssen<br />
Sie sich die Zeit nehmen?&quot; <br />
Anders sieht es aus, wenn es um die Entwicklung von multimedialen<br />
Lernmaterialien geht, das kann man nicht so ohne weiteres in die<br />
klassischen Lehre integrieren. <br />
Zur Institution: Ja, ich halte eine Institution, die Support anbietet,<br />
für wichtig. Vor allem auch im Blick auf Beratung und Qualifizierungsangebote.</p>
<p><b>Moderator:</b> Eine Nachfrage: Was ist denn Blended<br />
Learning?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ein Mix aus Onlineanteilen zum<br />
Selbststudium und traditionellen Lernsituationen im Seminar. Meistens<br />
überwiegt der Onlineanteil und es gibt bis zu drei Präsenzanteile<br />
am Anfang, in der Mitte und am Schluss.
</p>
<p>
<b>AD:</b> Welche deutsche bzw. internationale Hochschule<br />
hat bereits Erfolg mit E-Learning und wie?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ich würde sagen, alle Hochschulen,<br />
die ihre E-Learning-Aktivitäten strategisch ausgerichtet haben,<br />
die also wissen, was sie mit E-Learning erreichen wollen, haben<br />
Erfolg damit. Wobei Erfolg Verschiedenes bedeuten kann: Geld sparen,<br />
Qualität erhöhen, das Involvement der Studierenden erhöhen,<br />
ein modernes Image aufbauen.<br />
Erfolglos sind, denke ich, die Hochschulen und Fakultäten,<br />
die sich im Bereich E-Learning allein auf sporadische und individuelle<br />
Aktivitäten verlassen, weil das meistens an einzelnen Personen<br />
hängt und sobald diese Personen nicht mehr da sind, bedeutet<br />
dies auch das Ende der Aktivitäten. Also Beispiele gibt es<br />
inzwischen, denke ich, an allen Hochschulen in Deutschland. Wir<br />
haben in einer Befragung zusammen mit der HIS (Hochschulinformationssystem<br />
GmbH) herausgefunden, dass fast 90 Prozent aller Hochschulen inzwischen<br />
ihren Studierenden Online-Angebote in Form von Material und Kursanteil<br />
bereitstellen. Das ist also ein ganz breiter Prozess und die Bereitstellung<br />
von technologiebasierten Lernumgebungen ist heute kein Sonderfall<br />
mehr, sondern etwas ganz alltägliches. Wenn man da jetzt ein<br />
besonders gelungenes Beispiel heraus greifen will, dann würde<br />
ich einerseits auf die Aktivitäten der &quot;Virtuellen Hochschule<br />
Bayern&quot; hinweisen, weil es dort gelingt, auf einer sehr wirtschaftlichen<br />
Basis qualitätsvolle Online-Angebote bereitzustellen, andererseits<br />
aber auch multimedial anspruchsvolle Projekte, beispielsweise in<br />
der Medizinerausbildung, die sehr fallorientiert und problemorientiert<br />
vorgehen und zeigen, dass E-Learning wirklich den Problem- und Praxisbezug<br />
deutlich erhöhen kann.</p>
<p><b>Moderator:</b> Nun zur Frage, die unsere User auf Platz<br />
3 der beliebtesten Fragen gewählt haben:</p>
<p><b>b.hahn:</b> Lässt sich mit E-Learning für<br />
die Hochschulen Geld sparen oder kommen da noch höhere Kosten<br />
auf die Hochschulen zu?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Also ich würde sagen, man<br />
kann, wenn man will, Geld sparen &#8211; das setzt aber voraus, dass man<br />
sich genauer überlegt, was man will und dann möglichst<br />
professionell und wirtschaftlich diese Pläne realisiert. Beispielsweise<br />
indem man die Multimediaproduktionen an die einschlägigen Anbieter<br />
auslagert und nur für das Qualitätsmanagement sorgt. Man<br />
kann aber auch sehr viel Geld damit versenken, wenn man sich ganz<br />
auf das Handmade der hoch bezahlten Professoren und ihrer Mitarbeiter<br />
verlässt. Dann ist das sicherlich kein &quot;Business-Case&quot;.</p>
<p><b>Moderator:</b> Eine Nachfrage von:</p>
<p><b>knowledge:</b> 90% aller Hochschulen in Deutschland?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja, in Deutschland.
</p>
<p>
<b>Brenda:</b> Stehen Qualität der Lehre und E-Learning<br />
nicht in einem gewissen Zielkonflikt zueinander?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ich würde sagen, es gibt schlechte<br />
Lehre und schlechtes E-Learning. Gute E-Learning-Angebote werden<br />
eine unvorteilhafte Lernsituation nicht aufwiegen. Letztlich kommt<br />
es darauf an, dass das E-Learning-Produkt möglichst gut auf<br />
die Nutzerbedürfnisse, die Lernstile der Lernenden, aber auch<br />
auf die Didaktik in dem jeweiligen Fach und des jeweiligen Lehrers<br />
angepasst ist.
</p>
<p>
<b>studi:</b> Welche Vorteile bieten sich denn für<br />
Studenten, wenn eine Hochschule auf E-Learning setzt? Was ist machbar,<br />
was sich mit &quot;herkömmlichen&quot; Methoden nicht realisieren<br />
lässt?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Also ganz klar ein sehr viel höheres<br />
Maß an (neudeutsch) Convenience (Bequemlichkeit), der Zugang<br />
zu Lernunterlagen ist sehr viel einfacher, die Flexibilität<br />
ist viel höher. All das, was üblicherweise genannt wird,<br />
wenn es um Orts- und Zeitunabhängigkeit geht.<br />
Ich würde ganz gern an der Stelle auch ein bisschen auf das<br />
Thema Web 2.0 hinweisen, weil ich glaube, dass gerade ein Thema<br />
wie &quot;Podcasting&quot; &#8211; oder auch der Einsatz von Blogs &#8211; den<br />
Studierenden sehr einfache und dazu kostengünstige Tools bietet,<br />
die ein sehr viel höheres Maß an Interaktion, Involvement,<br />
Kommunikation, Feedback, Kooperation, kurz Beteiligung anbieten<br />
und das halte ich für sehr, sehr wertvoll in der Lehre.</p>
<p><b>urs:</b> Wie werden Studierende dauerhaft motiviert,<br />
in einem Fernstudium an Diskussionen teilzunehmen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ich glaube nicht, dass man das<br />
so allgemein beantworten kann. Es gibt den sicherlich richtigen<br />
Hinweis auf die Bedeutung von Anreizen und Moderationen, aber ich<br />
halte es daneben auch für ganz wichtig, dass das E-Learning-Angebot<br />
oder die Diskussionsthemen sehr genau an die Bedürfnisse und<br />
Interessen der Teilnehmenden angepasst werden. Aber wie gesagt,<br />
eine &quot;Goldene Regel&quot; dafür gibt es wahrscheinlich<br />
nicht.</p>
<p><b>Moderator:</b> Es gibt Zustimmung:</p>
<p><b>joker:</b> Anmerkung: Stimme voll zu, Convenience und<br />
überhaupt Rahmenbedingungen sind bessere Argumente für<br />
E-Learning als Qualitätsverbesserung. Schlechte Lehre wird<br />
durch digitale Medien nicht geadelt und auch nicht umgekehrt.
</p>
<p>
<b>MBW:</b> @Urs @Herrn Schmid &#8211; das hat ja eindeutig<br />
auch mit der Bereitschaft zur Kooperation zu tun.</p>
<p><b>jve:</b> Um E-Learning aber wirklich nachhaltig zu<br />
integrieren, sollte man dann Top-Down- oder Bottom-Up-Strategien<br />
verfolgen? Bezogen auf Motivation und Anreiz der Dozierenden, die<br />
das Ganze ja tragen müssen.
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Aus meiner Sicht ist es unerlässlich,<br />
dass eine Hochschulleitung eine klare Position und eine nachhaltige<br />
Strategie zu dem Thema vorgibt. Also insofern Top-Down. Und ich<br />
muss dazu sagen, dass ich hier einen großen Handlungsbedarf<br />
sehe. Leider ist das Thema E-Learning für die meisten Hochschulleitungen<br />
nach wie vor ein klassisches Delegationsthema. Neben dem Top-Down<br />
braucht man aber auch die Bereitschaft Vieler und nicht nur der<br />
Lehrenden, sich in technologiebasierten Lernumgebungen bzw. sich<br />
für technologiebasierte Lernumgebungen zu engagieren. Das reicht<br />
von denjenigen, die die Infrastruktur bereitstellen, bis zu denen,<br />
die tatsächlich ein Lernmanagement-System (LMS) oder Ähnliches<br />
einsetzen sollen. Meines Erachtens nach ist es ganz wichtig, dass<br />
all diese Beteiligten mit guten Argumenten, aber auch der entsprechenden<br />
Unterstützung dafür gewonnen werden. <br />
In der HIS-Studie, die ich vorhin erwähnt habe, sagen im Übrigen<br />
die meisten Hochschulen, die wir gefragt haben, dass die wichtigste<br />
Maßnahme zur Steigerung der Nutzung von E-Learning durch die<br />
Lehrenden die Bereitstellung einfach zu bedienender Software ist.<br />
Ingesamt 94% und fast 90% der Befragten sagen nämlich, dass<br />
sie Beratungs- und Trainingsangebote für besonders wichtig<br />
halten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Viele User fragen zu weiteren Anreizen<br />
für Lehrende, E-Learning an Hochschulen zu betreiben. Stellvertretend<br />
zwei Fragen:</p>
<p><b>Brenda:</b> Was haben Hochschullehrer davon, E-Learning<br />
zu machen? Es ist aufwändig und sie bekommen ihr Gehalt doch<br />
sowieso.
</p>
<p>
<b>Hannes:</b> Wie könnten Anreizsysteme für<br />
Hochschullehrer aussehen? </p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Ich dachte jetzt auch nicht in erster<br />
Linie an mehr Geld, sondern an befriedigendere Arbeits- und Lehrsituationen<br />
und an zufriedenere Studenten. Das Thema Anreizsystem halte ich<br />
für wichtig. In der Regel geht es dann um Reduktion des Lehrdeputats<br />
und ähnliches, aber ich glaube, dass all diese externen Anreize<br />
nicht ausreichen werden, aus einem internetkritischen Dozenten einen<br />
begeisterten Blogger zu machen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Thema Blogs:</p>
<p><b>joker:</b> Web 2.0 bedeutet letztlich Veränderung<br />
der Lehr-/Lernkultur. Wie kann eine Hochschule so etwas flächendeckend<br />
fördern, oder bleiben wir da wieder auf den Good Will von wenigen<br />
angewiesen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ich glaube dass die Net-Generation<br />
&#8211; ob die Hochschulen das wollen oder nicht &#8211; zu einer Veränderung<br />
der Lehr- und Lernkulturen führen wird. Dennoch ist es jetzt,<br />
sozusagen am Anfang dieser Innovationsdynamik, wichtig, dass die<br />
Hochschulen ihre Treiber in dem Bereich identifizieren und gezielt<br />
unterstützen. Das ist auch in Unternehmen so. Auch dort wird<br />
jetzt zunehmend auf Blogs und ähnliches gesetzt und auch dort<br />
spürt man, dass man mit einigen Wenigen vielleicht am Anfang<br />
größere Schritte machen kann, als mit Vielen einen kleinen<br />
Schritt.
</p>
<p>
<b>stenograph:</b> Halten Sie Bloggen für eine wünschenswerte<br />
Beschäftigung eines Dozenten?</p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Absolut.</p>
<p><b>Hannes:</b> Können Hochschulen mit E-Learning<br />
Geld verdienen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja. Ich habe ja schon gesagt, dass<br />
man, wenn man Geld verdienen will, eine entsprechende Geschäftsstrategie<br />
braucht und dazu gehört zunächst, sich klar zu werden,<br />
was man mit dem E-Learning-Produkt tatsächlich erreichen will<br />
und wie man ein solches Produkt möglichst wirtschaftlich herstellt<br />
und einsetzt. In den letzten Jahren allerdings ging es nach meiner<br />
Wahrnehmung ganz selten nur um ökonomische Gesichtspunkte beim<br />
E-Learning, sondern vorwiegend um die Steigerung der didaktischen<br />
Qualität, oder noch allgemeiner um die Imageverbesserung, weil<br />
man sich vom Thema E-Learning gewissermaßen einen Modernitätsvorteil<br />
verspricht. Auch das belegt übrigens unsere HIS-Befragung,<br />
in der der überwiegende Teil der Hochschulen ihr Engagement<br />
in Sachen E-Learning mit dem Hinweis auf eine bessere Außenwahrnehmung<br />
und Konkurrenzvorteile begründet. Außerdem glaubt man,<br />
dass man die Studierenden von heute nur noch erreicht, wenn man<br />
in Sachen E-Learning aktiv ist. Wenn es allerdings um wirtschaftliche<br />
Argumente geht, ist der überwiegende Teil der Hochschulen sehr<br />
skeptisch. Meines Erachtens nach unbegründeterweise.</p>
<p><b>Moderator:</b> Nachfrage zu bloggenden Dozenten:</p>
<p><b>stenograph:</b> Sollte sich ein Dozent nicht lieber<br />
um seine Lehrveranstaltungen und Sprechstunden kümmern?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Das eine Tun und das andere nicht<br />
Lassen, würde ich sagen. Außerdem sind Blogs meines Erachtens<br />
ein sehr wirkungsvolles Kommunikationsinstrument, das so manche<br />
Sprechstundenminute ersetzen könnte.</p>
<p><b>adyckhoff:</b> Viel E-Learning-Autorensoftware, die<br />
ich kenne, ist aufwändig zu bedienen, so dass die Erstellung<br />
von Inhalten Zeit kostet. Da muss sich noch einiges tun. Sollten<br />
Dozenten die Möglichkeit haben, E-Learning-Content-Entwicklung<br />
in Auftrag zu geben?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja, ganz genau. Die bisherigen<br />
Erfahrungen zeigen, dass aufwändige Multimediaproduktionen<br />
nicht wirklich wirtschaftlich und effizient von den Lehrenden produziert<br />
werden können. Sie sollen das auch nicht tun. Ich bin der Meinung<br />
dass wir dringend eine Professionalisierung bei anspruchsvollen<br />
multimedialen Lernangeboten brauchen und zugleich den Lehrenden<br />
Unterstützung in der Nutzung aller einschlägigen &quot;Web<br />
2.0&quot;-Tools anbieten sollten.<br />
Moderator: Ein Einwurf zu bloggenden Dozenten und gleich darauf<br />
die nächste Frage:</p>
<p><b>MBW:</b> @Stenograph: Das ist doch eine Art Sprechstunde,<br />
die er von einem Kongress 1000km weit weg betreiben kann.
</p>
<p>
<b>jve:</b> Oft geht es aber leider darum, dass Hochschulleitungen<br />
mit dem Einsatz von E-Learning Geld einsparen wollen, da sie E-Learning<br />
als Ersatz für Lehre ansehen und damit mehr Studenten erreichen<br />
wollen. Qualität ist dabei sekundär, oder?</p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Ich habe in meinem Studium durchaus<br />
Lehrerfahrungen gesammelt, die sich nicht durch hohe Qualität<br />
ausgezeichnet haben und damals stand das Thema E-Learning noch woanders.<br />
Aber ich gebe Ihnen Recht, dass die Kommerzialisierungsvorstellungen<br />
mancher Hochschulplaner kaum mit den tatsächlichen Möglichkeiten<br />
des E-Learnings vereinbar sind.</p>
<p><b>Carla:</b> Haben Sie selber eigentlich mal einen E-Learning-Kurs<br />
besucht?</p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Oh ja, viele. Der letzte Kurs war<br />
ein Weiterbildungsangebot unserer universitären Weiterbildungseinrichtung<br />
zum Thema &quot;Management&quot;.
</p>
<p>
<b>tomleu:</b> Ist E-Learning-Content für Hochschulen<br />
auch für Unternehmen interessant und nicht zu theoretisch?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Leider haben Sie Recht. Das liegt<br />
auch daran, dass unsere E-Learning-Projekte an Hochschulen in aller<br />
Regel ausschließlich die Zielgruppe der Studierenden im jeweiligen<br />
Seminarkontext vor Augen hatten und sich kaum oder nur mit großem<br />
Aufwand für andere Nutzerbedürfnisse adaptieren lassen.<br />
elo: Wie sinnvoll halten Sie aufwändige Multimediaelemente<br />
in einem E-Learning-Kurs?Ulrich Schmid: Wenn es um die Herstellung<br />
eines Problem- oder Praxisbezugs in den Naturwissenschaften, in<br />
den Technikfächern, oder der Medizin geht, halte ich solche<br />
Elemente für unverzichtbar. Außerdem machen sie, denke<br />
ich, großen Sinn, wenn wir Jugendliche oder Kinder addressieren.<br />
Aber ich denke, dass auch die sozial- und geisteswissenschaftlichen<br />
Studierenden erfreut wären, wenn sich ihr E-Learning-Angebot<br />
nicht wie ein Tabellenkalkulationssystem anfühlen würde.</p>
<p><b>Moderator:</b> Viele Fragen zur Kooperation von Hochschulen<br />
in Sachen E-Learning:</p>
<p><b>adyckhoff:</b> E-Learning kann auch eingesetzt werden,<br />
damit Studierende einer anderen Uni an einem Kurs teilnehmen können.<br />
Viele Studierende, die ich kenne, fänden solche Angebote wünschenswert.<br />
Wird es solch einen Austausch bzw. eine Zusammenarbeit zukünftig<br />
vermehrt geben?
</p>
<p>
<b>Timo:</b> Welche Chancen und Probleme sehen Sie in<br />
internationalen Kooperationen zwischen Universitäten beim E-Learning?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Was den Austausch zwischen Hochschulen<br />
in Deutschland angeht, sind wir in der Tat über einige wenige<br />
Pilotprojekte mit &quot;Videoconferencing&quot; oder &quot;Teleteaching&quot;<br />
oder auch virtuellen Klassenräumen nicht hinausgekommen. Da<br />
liegt der Teufel oft im Detail, die organisatorischen Probleme solcher<br />
gemeinsamen Angebote lassen einen manchmal verzweifeln.<br />
Die Zahnbürstengeschichte halte ich dagegen inzwischen für<br />
überholt. Die Bereitschaft, hochschulübergreifend zu kooperieren,<br />
ist deutlich gestiegen. Aber wie gesagt, die technisch-organisatorischen<br />
Probleme sind manchmal überwältigend. Was die internationale<br />
Kooperation angeht, sehe ich eine enorme Dynamik im Bereich der<br />
OpenCourse-Ware oder OpenEducational-Ressources (OER). Inzwischen<br />
haben über 200 der weltweit führenden Universitäten<br />
mehrere tausend zum Teil sehr hochwertige Online-Kurse für<br />
jeden frei verfügbar ins Internet gestellt, darunter zum Beispiel<br />
das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, Stanford<br />
und die OpenUniversity in London. In diesem Zusammenhang können<br />
wir auch eine sehr hohe Bereitschaft zur Kooperation zwischen diesen<br />
Hochschulen feststellen. Außerdem haben sich inzwischen sogar<br />
Google und CreativeCommons darauf verständigt, eine professionelle<br />
Suchmaschine für OER-Content zu entwickeln. Die deutschen Hochschulen<br />
sollten wirklich versuchen, in dieser Bewegung mit zuspielen.
</p>
<p>
<b>Gneis:</b> Wie kann man Exzellenz in E-Learning erkennen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> An den leuchtenden Gesichtern der<br />
Lernenden.
</p>
<p>
<b>stenograph:</b> Wie soll man die Gesichter der Lernenden<br />
sehen, wenn es keine Präsenzveranstaltung mehr ist?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Webcam.
</p>
<p>
<b>Kämmerling:</b> Reusable Learning Objects sind<br />
sehr sinnvoll, doch ich kann das mit den technisch-organisatorischen<br />
Problemen nur unterstreichen! Finden Sie nicht, dass durch politische<br />
Förderung Anreizsysteme entwickelt werden können?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja. Ich glaube, dass die derzeitige<br />
Situation in der Wissenschaftspolitik durch die Föderalismusdiskussion<br />
leider eher ungünstig ist, wenn es um die systematische hochschulübergreifende<br />
Bereitstellung von digitalen Lernmaterialien geht. Man kann nur<br />
hoffen, dass es den Hochschulen selbst auffällt und dann entsprechende<br />
Maßnahmen für eine bessere Koordination auch über<br />
Hochschul- und Landesgrenzen hinweg getroffen werden.</p>
<p><b>elo:</b> Wie viel Kostenaufwand und Arbeitszeitaufwand<br />
planen Sie für die Erstellung eines E-Kurses, der ansonsten<br />
zwei Wochen in Präsenz abgehalten wird?</p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Schwierige Frage. Es hängt<br />
davon ab, ob es sich dabei um einen virtuellen Klassenraum handelt,<br />
oder um ein Content-Rich-Lernmodul, ob es dabei um Lernergruppen<br />
oder Einzellerner geht, ob es eine synchrone oder eine asynchrone<br />
Lernsituation ist und so weiter und so fort&#8230; Kurz: Darauf gibt<br />
es keine einfache Antwort.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gibt es trotzdem eine Faustregel?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Eine Faustregel gibt es nicht.<br />
Aber (Kosten-) Beispiele: Soweit ich informiert bin, kostet ein<br />
Onlineseminar-Angebot bei der &quot;Virtuellen Hochschule Bayern&quot;<br />
etwa 50.000 Euro.</p>
<p><b>Timo:</b> OER: Kann man da schon was zur nachhaltigen<br />
Pflege des Materials sagen &#8211; oftmals ja ein wichtiger Punkt.
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja. Das Qualitätsproblem in<br />
diesem Bereich ist wahrscheinlich eines der größten.<br />
Für eine gewisse Qualität bürgen natürlich die<br />
dahinter stehenden Institutionen. In manchen Projekten wird dieses<br />
Thema natürlich auch explizit behandelt, beispielsweise OER-Projekte<br />
der &quot;OpenUniversity&quot; in London und auch das MIT hat ein<br />
Qualitätssicherungssystem implementiert. In vielen anderen<br />
Bereichen und gerade auch da, wo es nur um die Bereitstellung von<br />
Audio- oder Videoaufzeichnungen als Audio- oder Podcast geht, ist<br />
das Qualitätsthema leider total vernachlässigt.</p>
<p><b>Daniela Lücke:</b> Wie können bspw. externe<br />
Lehrbeauftragte stärker in den E-Learning-Alltag der Hochschule<br />
einbezogen werden? Stichwort: Nutzung der Lernplattform, d.h. wenn<br />
jemand bspw. an mehreren Hochschulen lehrt und verschiedene Lernmanagementsysteme<br />
(LMS) vorfindet?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Das Problem mit der Vielfalt von<br />
LMS betrifft leider nicht nur die Lehrenden, sondern auch die Studierenden.<br />
Immer öfter hört man Klagen über die unterschiedlichen<br />
zum Einsatz kommenden Tools und LMS, die jeweils eine verschiedene<br />
Usability haben und es außerdem erforderlich machen, sich<br />
andauernd neu an- und abzumelden. Leider sehe ich keine Alternative<br />
auf der Systemebene. Wir werden im Gegenteil mit einer noch größeren<br />
Zahl von LMS und ähnlichen Systemen rechnen müssen. In<br />
Hamburg versuchen wir durch ein zentrales Identitymanagement-System<br />
auf mittlerer Sicht auch Single-Sign-On (Maßnahmen für<br />
eine einmalige Anmeldung bei verschiedenen Plattformen, Anm. der<br />
Redaktion) zu ermöglichen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein sehr informierter User &#8211; vielleicht<br />
müssten wir auch hier kurz klären, was gemeint ist:</p>
<p><b>Heinz Kriener:</b> Welche Rolle spielt die MOODLE Plattform<br />
in Hamburg und Deutschland, zusätzlich zu UKE Hamburg und Initiativen<br />
in Baden-Württemberg?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> MOODLE ist eine OpenSource-Lernplattform,<br />
die immer mehr Anhänger im Hochschulbereich findet. Ich kann<br />
leider nicht sagen, wie weit verbreitet dieses System inzwischen<br />
ist. Ich weiß aus Hamburg, dass es in verschiedenen Departments<br />
Einzug gehalten hat und habe auch schon gehört, dass MOODLE<br />
den großen Konkurrenten aus der kommerziellen Welt den Rang<br />
ablaufen soll.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Beitrag von:</p>
<p><b>Timo:</b> Single-Sign-On ist ja an mehreren Hochschulen<br />
ein Vorhaben, in Düsseldorf bspw. auch.
</p>
<p>
<b>duck:</b> E-Learning bereitet ja auch auf das Berufsleben<br />
vor. Internationale Sitzungen per Internetkonferenz sind nicht unüblich.<br />
Bereiten die Hochschulen darauf vor?</p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Das halte ich für einen ganz<br />
wichtigen Gesichtspunkt, den wir bisher noch gar nicht diskutiert<br />
haben. Ich glaube, es gehört inzwischen zu den grundlegenden<br />
Kompetenzen, die man in einem Studium erwerben muss, mit IT-basierten<br />
Wissensumgebungen umzugehen und diese erfahrenen und erlernten Techniken<br />
auch in die Berufswelt hinein zutragen. Das erwarten die Unternehmen,<br />
manche setzen es auch voraus. Diese E-Learning-Kompetenz gehört<br />
meines Erachtens ganz wesentlich zur Employability, die Hochschulen<br />
ihren Studierenden ja zunehmend versprechen.</p>
<p><b>Ben:</b> Ist es via E-Learning jetzt oder zukünftig<br />
möglich, eine Lehrveranstaltungen parallel für Teilnehmer<br />
verschiedener Sprachen anzubieten (indem die Materialien übersetzt<br />
werden)?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Sicher. Die Frage ist nur, was<br />
es kostet.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Einige Einwürfe kurz vor Schluss:</p>
<p><b>Timo:</b> Schön wäre es ja schon, wenn gewisse<br />
Standards bspw. für Lernmodule (Stichwort SCORM) (Sharable<br />
Content Object Reference Model / Sammlung von Standards aus verschienden<br />
Quellen, die Widerverwendbarkeit ermöglichen sollen, Anm. der<br />
Redaktion) eingehalten würden.
</p>
<p>
<b>MBW:</b> Ich finde OpenSource ideal für Universitäten.<br />
Ich vermute, dass die mangelnde Bereitschaft zur Kooperation bei<br />
manchen auch damit zu tun hat, dass zumindest bei schriftlicher<br />
Teilnahme alles Gesagte dann für immer festgeschrieben ist.<br />
Inoffizielle Gespräche sind aber auch wichtig. Wie sehen Sie<br />
das?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Kann ich gut nachvollziehen. Jeder<br />
kennt die Erfahrung, im Internet vergangene Sünden wiederzufinden.<br />
Ich halte das aber für ein kulturelles Problem, das sich wahrscheinlich<br />
verändern wird, wenn die viel beschworene Google-Generation<br />
an die Hochschulen kommt.
</p>
<p>
<b>adyckhoff:</b> Gibt es Best Practice-Beispiele an<br />
deutschen Hochschulen, die Sie empfehlen können?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Also ich könnte aus dem Hamburger<br />
Bereich eine Vielzahl von Projekten nennen, beispielsweise wenn<br />
es um die Vermittlung von allgemeinen berufsqualifizierenden Fähigkeiten<br />
geht, aber auch aus der Geschichtswissenschaft und der Informatik<br />
usw. Ich finde es aber wichtig, nicht zu sehr auf die Endprodukte<br />
und deren multimedialen Glanz, sondern viel stärker auf die<br />
gelebte alltägliche Praxis im Umgang mit dem Internet an der<br />
Hochschule zu schauen und da halte ich zum Beispiel ein Projekt<br />
wie das &quot;Podcampus&quot; für beispielhaft, weil es zeigt,<br />
dass man mit relativ geringem Aufwand sehr viel erreichen kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, die Chatzeit ist um, aber es sind<br />
noch einige Fragen übrig: Wollen wir einige Minuten überziehen,<br />
Herr Schmid?</p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Ja, sehr gerne.</p>
<p><b>tomleu:</b> Sollte ein LMS wirklich Verwaltungsfunktionen<br />
bieten oder nur Inhalte präsentieren?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ich glaube, aus Lehrendensicht<br />
spricht vieles dafür, dass ein solches System auch die Organisation<br />
des Seminars erleichtert. Bis hin zur Prüfungssituation. Was<br />
dagegen spricht, ist die Tatsache, dass solche Funktionen natürlich<br />
die Komplexität erhöhen und die Usability erschweren.</p>
<p><b>elo:</b> Halten Sie es für sinnvoll, einen Kurs<br />
erstmal gut strukturiert, aber ohne viele Multimediaobjekte bereitzustellen<br />
und diese dann im Nachhinein aufzubauen, oder sollte gleich von<br />
Anfang an eine teure multimediale Komplettlösung her?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Gut strukturiert ist immer gut.<br />
Und am besten ist es, wenn man den Aufwand von Anfang an möglichst<br />
genau kalkuliert. Teure multimediale Komplettlösungen sind<br />
nicht per se das Mittel der Wahl.</p>
<p><b>MC:</b> Sehen Sie eine Gefahr, dass die schlechten<br />
Seiten des Bolognaprozesses, wie z.B. die starke Erhöhung der<br />
Prüfungsleitungen, den Einsatz von E-Learning in Richtung Rationalisierung<br />
verengt (z.B. Multiple Choice), statt stärker auf qualitative<br />
Aspekte wie bessere Lernbegleitung, Lernerzentrierung und alternativer<br />
Bewertungsansätze zu setzen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja, ich stimme Ihnen zu &#8211; leider<br />
geht die Diskussion um E-Learning vor dem Hintergrund von Bologna<br />
viel zu sehr in Richtung Effizienz. Allerdings bietet gerade der<br />
Bolognaprozess auch eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten für<br />
einen sinnvollen Einsatz von E-Learning.Moderator: Letzte Frage<br />
für heute:</p>
<p><b>stenograph:</b> Wo bleibt beim E-Learning die &quot;Aura<br />
Academia&quot;?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Was ist das?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, die Chatzeit ist auch schon um.<br />
Das Schlusswort gebührt dem Gast.
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ich würde mir sehr wünschen,<br />
dass wir endlich mehr Begeisterung für dieses Thema in allen<br />
Bereichen der Hochschulen finden und wecken können. Ich sehe<br />
allerdings im Moment eher eine noch zurückhaltendere und skeptischere<br />
Grundhaltung im Hochschulmanagement und der Wissenschaftspolitik.</p>
<p><b>Moderator:</b> Das waren etwas über 60 Minuten<br />
e-teaching.org-Live-Chat mit Dr. Ulrich Schmid vom Multimedia Kontor<br />
Hamburg (MMKH). Vielen Dank an Herrn Schmid für die Zeit und<br />
die Antworten und vielen Dank an die User für die zahlreichen<br />
Fragen. Das Chatteam wünscht allen Teilnehmern einen schönen<br />
Tag.</p>
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