<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Umsatzsteuer &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/umsatzsteuer/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Sat, 13 May 2006 23:00:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Umsatzsteuer &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Kurt Becks &#8220;pragmatische Art ist der richtige Weg, um das Land zu erneuern&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/kurt_becks_quotpragmatische_art_ist_der_richtige_weg_um_das_land_zu_erneuernquot-144/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/kurt_becks_quotpragmatische_art_ist_der_richtige_weg_um_das_land_zu_erneuernquot-144/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[mullrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 May 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Umsatzsteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Hubertus Heil]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/kurt_becks_quotpragmatische_art_ist_der_richtige_weg_um_das_land_zu_erneuernquot-144/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Am Sonntag, 
den 14. Mai, war Hubertus Heil, Generalsekretär der SPD, zu 
Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de. 
</span>Heil beantwortete Fragen zur Wahl Kurt Becks, der geplanten 
Mehrwertsteuererhöhung und möglichen Koalitionspartnern.</span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Am Sonntag,<br />
den 14. Mai, war Hubertus Heil, Generalsekretär der SPD, zu<br />
Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de.<br />
</span>Heil beantwortete Fragen zur Wahl Kurt Becks, der geplanten<br />
Mehrwertsteuererhöhung und möglichen Koalitionspartnern.</span></span><!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, Kurt-Beck-Fans,<br />
SPD-Freunde und -Gegner, herzlich willkommen zum tagesschau-Politik-Chat.<br />
Im ARD-Hauptstadtstudio erwartet jetzt Hubertus Heil Ihre Fragen.<br />
Der Generalsekretär ist näher dran an Kurt Beck als die<br />
meisten, wir sind gespannt auf seine Antworten. Vielen Dank, dass<br />
Sie nach dem SPD-Parteittagsstress zu uns gekommen sind. Die erste<br />
Frage an unseren Gast:
</p>
<p>
<b>chatter0815: </b>Wieso hat Kurt Beck nicht die Chance<br />
genutzt, als neuer Vorsitzender einen eigenen Generalsekretär<br />
vorzuschlagen und damit die SPD kompetenter aufzustellen? Fühlen<br />
Sie sich als &quot;Generalsekretär auf Abruf&quot;?
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Nein. Kurt Beck hat mich gebeten,<br />
meine Arbeit fortzusetzen und ich habe dieser Bitte entsprochen.<br />
Ich wurde auf dem Karlsruher Bundesparteitag im November für<br />
zwei Jahre gewählt. Im Übrigen hat der Wechsel im Parteivorsitz<br />
von Matthias Platzeck zu Kurt Beck nicht aufgrund einer politischen<br />
Krise der SPD, sondern aus Anlass einer persönlichen gesundheitlichen<br />
Krise von Matthias Platzeck stattgefunden. Insofern möchte<br />
ich die Arbeit für die SPD und damit auch die programmatische<br />
Erneuerung der Partei, die unter Matthias Platzeck eingeleitet wurde,<br />
mit Kurt Beck fortsetzen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie kriegen Unterstützung:
</p>
<p>
<b>WahlkreisWolle:</b> An chatter0815: Warum muss jemand<br />
immer gleich &quot;auf Abruf sein&quot;, wenn er in einem guten<br />
Team nicht den Spitzenplatz einnimmt? Dieses Klischee ist doch 0815.
</p>
<p>
<b>nanunana:</b> Kurt Beck ist 57. Wäre es nicht<br />
mal an der Zeit gewesen, auch Jüngere ans Ruder zu lassen?
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Mit 57 Jahren steht Kurt Beck mitten<br />
im Leben und ist im Übrigen damit auch nur ein wenig älter<br />
als Matthias Platzeck. In der Führung der SPD ist der Generationenwechsel<br />
aber deutlich erkennbar. So haben wir heute mit Jens Bullerjahn<br />
einen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, der mit 42 Jahren<br />
gerade als stellvertretender Ministerpräsident in Sachsen Anhalt<br />
vereidigt wurde. Auch in vielen Bundesländern und der Bundestagsfraktion<br />
sowie im Parteivorstand der SPD gibt es mittlerweile eine gute Mischung<br />
von erfahrenen und jüngeren Kräften.
</p>
<p>
<b>Xoxo:</b> Wird es in nächster Zeit eine größere<br />
Förderung der jüngeren Parteimitglieder geben?
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Eindeutig ja. Wir haben damit begonnen.<br />
Bereits vor einigen Jahren sind sogenannte &quot;Kommunalakademien&quot;<br />
eingerichtet worden, in denen junge SPD-Mitglieder gezielt auf die<br />
Übernahme von politischer Verantwortung vorbereitet werden.<br />
Zudem gibt es eine gute und starke Riege von jungen Landes- und<br />
Fraktionsvorsitzenden der SPD.
</p>
<p>
<b>bbasti:</b> Wird es mit Kurt Beck eine Hinwendung<br />
zur FDP geben? Immerhin war er Leiter einer gelb-roten Koalition.
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Wir arbeiten auf Bundesebene in<br />
der großen Koalition und wollen im Interesse unseres Landes<br />
den Erfolg dieser Regierung. Der Koalitionsvertrag gilt bis 2009.<br />
Dann wollen wir bei den Bundestagswahlen wieder stärkste Partei<br />
in Deutschland werden und den Kanzler stellen. Dann sind für<br />
uns prinzipiell alle demokratischen Parteien – mit Ausnahme<br />
der linkspopulistischen PDS koalitionsfähig. Allerdings müsste<br />
sich die FDP bis dahin massiv programmatisch erneuern. So müssten<br />
die Liberalen beispielsweise ihr gestörtes Verhältnis<br />
zum Sozialstaat klären. Mit der derzeitigen wirtschaftsradikalen<br />
Westerwelle-FDP gibt es zur Zeit wenig Schnittmengen.
</p>
<p>
<b>steinprinz:</b> Wie kann Herr Beck in der ARD sagen,<br />
dass man die Finanzsituation nicht gekannt hat und nun festgestellt<br />
hat, man kommt um die Mehrwertsteuererhöhung nicht herum? Man<br />
musste doch als Regierungspartei wissen, wie die Lage ist. Ist das<br />
vielleicht eine ganz schlimme Ausrede?
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Tatsache ist, dass die SPD im Jahre<br />
2003 mit dem damaligen Finanzminister Hans Eichel den Versuch unternommen<br />
hat, auf breiter Front Steuersubventionen abzubauen. Wir sind damals<br />
von den CDU-Ministerpräsidenten im Bundesrat brutal ausgebremst<br />
worden. Wäre das damals gelungen, hätte man auf die nun<br />
nicht mehr zu vermeidende Mehrwertsteuererhöhung verzichten<br />
können. Aber Bund, Länder und Kommunen sind heute am Rande<br />
ihrer Handlungsfähigkeit. Insofern ist dieser schwierige Schritt<br />
zum ersten Januar ohne vernünftige Alternative. Ein Punkt von<br />
der beschlossenen Erhöhung &#8211; das hat Kurt Beck deutlich gemacht<br />
&#8211; wird über die Senkung der Arbeitslosenversicherung zurückgegeben,<br />
um den Faktor Arbeit zu entlasten. Ein Punkt der Erhöhung geht<br />
an die Bundesländer, die zurzeit mehrheitlich verfassungswidrige<br />
Haushaltslagen haben, und die Mittel dringend für Bildung und<br />
Sicherheit benötigen. Der dritte Punkt wird benötigt,<br />
um im kommenden Jahr einen Beitrag zur Sanierung des Bundeshaushalts<br />
zu leisten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal Nachfrage zur FDP:
</p>
<p>
<b>Harlander:</b> Die FDP hat ja immerhin die Umweltpolitik<br />
als neues Betätigungsfeld entdeckt. Macht sie das für<br />
die SPD attraktiver? Oder ist sie aufgrund derartiger Manöver<br />
als potentieller Koalitionspartner nicht ernst zu nehmen?
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Wir wissen noch nicht, ob die FDP<br />
es mit ihrer neuen Liebe zur Umwelt ernst meint oder ob das ein<br />
PR-Trick ist um Punkte gegenüber den Grünen gut zu machen.<br />
In der Vergangenheit gab es in Deutschland durchaus erfolgreiche<br />
sozial-liberale Koalitionen. Aber noch mal: die FDP war damals nicht<br />
wie heute eine wirtschaftsradikale Partei, deren Programm sich auf<br />
den Satz reduzieren lässt &quot;Wenn jeder an sich selbst denkt,<br />
ist an alle gedacht&quot;. Insofern kann ich der FDP nur gute Besserung<br />
wünschen.
</p>
<p>
<b>tomtom: </b>Kurt Beck ist ein erfolgreicher Landesvater,<br />
ein bodenständiger Pragmatiker. Wo sind die Visionäre<br />
in der SPD, die die Partei in die Zukunft führen?
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Kurt Beck hat in Rheinland-Pfalz<br />
als Ministerpräsident bewiesen, dass gerade seine menschennahe<br />
und pragmatische Art der richtige Weg ist, um das Land zu erneuern.<br />
Rheinland-Pfalz hat sowohl in der Wirtschafts- wie auch in der Bildungspolitik<br />
einen modernen Kurs, der Maßstäbe setzt. Wir sind als<br />
SPD insgesamt aufgerufen, im Rahmen unserer Grundsatzprogrammdebatte<br />
deutlich zu machen, dass wir klare Werte und Leitbilder für<br />
die Zukunft unseres Landes haben. Dabei wollen wir deutlich machen,<br />
dass wirtschaftliche Dynamik und soziale Gerechtigkeit keine Gegensätze,<br />
sondern wechselseitige Bedingung sind. Die SPD ist in der Bundesregierung<br />
die Kraft der Erneuerung, aber wir müssen &#8211; das hat Kurt Beck<br />
deutlich gemacht &#8211; auch die Kraft haben, uns selbst zu erneuern.
</p>
<p>
<b>Ost-SPD:</b> Halten Sie es nicht für wenig taktvoll,<br />
einerseits die PDS (die im Osten zumeist deutlich vor der SPD zweitstärkste<br />
politische Kraft ist) als linkspopulistisch zu beschimpfen und gleichzeitig<br />
der FDP Wirtschaftsradikalismus zu unterstellen? Die Grünen<br />
wenden sich inzwischen der Union zu: Mit wem soll die SPD denn in<br />
Zukunft koalieren, wenn Sie derart kompromisslos sind?
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Tatsache ist, dass zurzeit im deutschen<br />
Bundestag PDS und FDP mit unterschiedlichen Vorzeichen wirtschaftlichen<br />
Fortschritt gegen soziale Gerechtigkeit ausspielen. Die FDP versucht<br />
mit der Parole &quot;Man muss nur den Menschen vom Staat befreien<br />
und den Markt mal ungebremst machen lassen&quot; Punkte zu machen.<br />
Die PDS erklärt das Gegenteil und versucht lediglich, Ängste<br />
in der Bevölkerung für ihre Zwecke zu instrumentalisieren,<br />
ohne ehrliche und realistische Lösungen vorzuschlagen. Als<br />
Generalsekretär der SPD ist es meine Aufgabe, der Überzeugung<br />
der Sozialdemokratie Ausdruck zu verleihen: In modernen Gesellschaften<br />
&#8211; das zeigen die skandinavischen Länder &#8211; ist die erfolgreiche<br />
Mischung zwischen vorsorgender Sozialstaatlichkeit und innovationsfähiger<br />
Marktwirtschaft der richtige Weg. Ich will ja nicht ausschließen,<br />
dass in den kommenden Jahren auch andere Parteien sich stärker<br />
an dieser Erkenntnis orientieren. Eine Koalition auf Bundesebene<br />
mit der PDS muss ich aber deshalb ausschließen, weil diese<br />
Partei, deren Westerweiterung zur Zeit gerade grandios scheitert,<br />
weder außen- noch sozial- oder wirtschaftspolitisch Positionen<br />
vertritt, die für unser Land verantwortbar sind.
</p>
<p>
<b>herr Bert Wehner:</b> Wieso ist das Beispiel Skandinavien<br />
richtig, wenn Sie es bringen aber falsch, wenn es von Lafontaine<br />
kommt? Brauchen Sie nicht eigentlich wieder ein soziales Gewissen<br />
vom Schlag eines Oskar Lafontaine?
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Das Wort &quot;Gewissen&quot; und<br />
&quot;Lafontaine&quot; in einen Satz zu packen entbehrt nicht einer<br />
gewissen Komik. Ich möchte mit der PDS gerne einmal darüber<br />
streiten, was &quot;links&quot; wirklich bedeutet. Eine linke Partei<br />
zu sein heißt für mich das Gegenteil von Realitätsverweigerung,<br />
nationaler Abschottung und angstschürendem Populismus. Willy<br />
Brandt hatte Recht: wer morgen sicher leben will, muss heute für<br />
Reformen kämpfen.
</p>
<p>
<b>Soeren:</b> Der Wunsch der Basis strebt doch nach<br />
einer linkeren SPD (Andrea Nahles Votum), warum widersetzt sich<br />
die SPD diesem Wunsch seit Gerhard Schröder? Welche Zukunft<br />
hat Klaus Wowereit in der Bundes SPD?
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Die SPD bleibt die linke Volkspartei<br />
in Deutschland. Wir müssen aber deutlich machen, was unter<br />
fundamental veränderten Rahmenbedingungen unsere Werte von<br />
Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität heute konkret bedeuten.<br />
So bleibt es das Ziel der SPD, dass das Leben der Menschen offen<br />
sein muss: Nicht die soziale Herkunft sollte über Bildungs-<br />
und Lebenschancen entscheiden. Ich halte es für notwendig,<br />
dass wir auf Basis unserer Werte neue Antworten finden, die den<br />
Herausforderungen der wirtschaftlichen Globalisierung, des technischen<br />
Fortschritts und der demographischen Entwicklung gerecht werden.<br />
Dazu gehört eine klare Vorstellung, wie wir soziale Gerechtigkeit<br />
im 21. Jahrhundert durchsetzen wollen, nämlich mit einer klaren<br />
Vision eines sozialen Europas als politische Antwort auf die Globalisierung,<br />
der Erneuerung der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und dem<br />
Leitbild eines vorsorgenden Sozialstaats. Klaus Wowereit ist als<br />
erfolgreicher Regierender Bürgermeister von Berlin auch Bundespolitiker.<br />
Er hat die besten Chancen, die Wahlen im Herbst in Berlin zu gewinnen<br />
und wir werden ihn dabei unterstützen.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Die FDP kümmert sich auf einmal<br />
um Umweltpolitik, die Union macht bei sozialdemokratischen Projekten<br />
mit und ihr neuer Parteichef Kurt Beck erklärte gerade im „Bericht<br />
aus Berlin“, dass „wir die soziale Dimension in unserer<br />
Gesellschaft bei aller Beachtung des Ökonomischen nicht kaputtmachen<br />
lassen“. Ist die Devise „Sparen und reformieren“<br />
auf einmal out?
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Nein. Wir setzen auf einen handlungsfähigen<br />
Staat, das hat sowohl Kurt Beck als auch Finanzminister Peer Steinbrück<br />
auf dem Bundesparteitag sehr deutlich gemacht. Wenn sich allerdings<br />
konservative Politiker und Kommentatoren darüber beklagen,<br />
dass die Politik der Bundesregierung zu sozialdemokratisch sei,<br />
kann ich daran nicht Schlechtes finden. Wir wollen beides: Die Modernisierung<br />
unseres Landes und die Bewahrung des sozialen Zusammenhalts. Wir<br />
sind sicher, dass eine Gesellschaft, die sozial auseinander driftet,<br />
langfristig auch wirtschaftlich nicht erfolgreich sein kann, weil<br />
sie die Potentiale und Talente der Menschen zu wenig einbezieht.<br />
Teilhabe ist also nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern<br />
auch des wirtschaftlichen Erfolgs.
</p>
<p>
<b>manuel.baumann.berli:</b> Herr Heil, ich bin regional<br />
sehr aktiv für die SPD. Was soll ich am Marktstand jemandem<br />
antworten, der auch ohne Mehrwertsteuererhöhung schon am Rande<br />
des Existenzminimums lebt?
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Es ist zweifelsohne so, dass die<br />
notwendige Mehrwertsteuererhöhung für viele Menschen eine<br />
starke Zumutung ist. Umso mehr müssen wir deutlich machen,<br />
dass alle in dieser Gesellschaft, auch die Wohlhabenden, einen angemessenen<br />
Beitrag zur Finanzierung unseres Gemeinwesens leisten müssen.<br />
Es gilt: Nur reiche Leute können sich einen armen Staat leisten.<br />
Die Mehrheit der Menschen ist darauf angewiesen, dass wir beispielsweise<br />
Bildung, innere und äußere Sicherheit und Infrastruktur<br />
öffentlich organisieren. Deshalb ist dieser schwierige Schritt<br />
notwendig, damit unsere Kommunen, unsere Länder und der Bund<br />
handlungsfähig bleiben.
</p>
<p>
<b>al33x: </b>Sie sprechen von der Erneuerung der sozialen<br />
Marktwirtschaft: Warum heißt Erneuerung der sozialen Marktwirtschaft<br />
(mit ihren sozialen Sicherungssytemen) eigentlich mehr Elemente<br />
der freien Marktwirtschaft einbringen und die sozialen Sicherungssysteme<br />
auf ein Grundniveau reduzieren? Wenn Sie vom Vorbild Skandinavien<br />
reden, dann sollte man doch wissen, dass dort zum größten<br />
Teil das Gegenteil geschieht.
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Ich habe nie behauptet, dass man<br />
soziale Lebensrisiken in Deutschland weiter privatisieren sollte.<br />
Die Sozialstaatlichkeit werden wir gegen alle verteidigen, die sie<br />
abschaffen wollen. wir müssen allerdings feststellen, dass<br />
die Art und Weise, wie wir Sozialstaat in Deutschland organisieren<br />
und finanzieren, in vielen Bereichen soziale Probleme lediglich<br />
verwaltet. Ein zentraler Gesichtspunkt unserer Vorstellung eines<br />
vorsorgenden Sozialstaats ist es, durch eine kluge Bildungspolitik<br />
mehr Gesundheitsprävention und eine aktive Arbeitsmarktpolitik<br />
soziale Probleme nach Möglichkeit im Vorhinein zu verhindern<br />
und dafür zu sorgen, dass Menschen ihr Leben selbstbestimmt<br />
führen können. Unser Ziel ist nicht eine Debatte um mehr<br />
oder weniger Staat, sondern die Frage, wie wir unseren Staat besser<br />
machen können.
</p>
<p>
<b>hanswurstl:</b> In Rheinland-Pfalz hat die SPD bei<br />
den Landtagswahlen ja halbwegs erfolgreich abgeschnitten. Sachsen-Anhalt<br />
und Baden-Württemberg waren aber ein Desaster. Wie will die<br />
SPD im Osten wieder auf die Beine kommen? Und was qualifiziert ausgerechnet<br />
Herrn Bullerjahn?
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Was heißt in Rheinland-Pfalz<br />
&quot;halbwegs erfolgreich&quot;? Immerhin hat Kurt Beck in diesem<br />
früher sehr konservativen Land eine absolute Mehrheit für<br />
die SPD erreicht. In Baden-Württemberg haben wir eine bittere<br />
Niederlage erlitten, da gibt es nichts zu beschönigen. Aber<br />
im Osten Deutschlands ist die SPD, Berlin mitgerechnet, immerhin<br />
in fünf von sechs Bundesländern an der Regierung beteiligt<br />
und stellt mit Matthias Platzeck, Klaus Wowereit und Harald Ringstorff<br />
drei überaus angesehen Ministerpräsidenten. Jens Bullerjahn<br />
ist ein kluger und außerordentlich strategisch denkender Politiker,<br />
der die SPD in Sachsen-Anhalt in die Regierung geführt hat<br />
und der in der Landesregierung beweisen wird, dass die SPD in einem<br />
Bundesland, das mit erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Problemen<br />
zu kämpfen hat, neue Ideen und Konzepte durchsetzen kann. Wir<br />
werden noch viel Gutes über Jens Bullerjahn, den ich in den<br />
letzten Monaten besser kennen gelernt habe, erfahren. Kurz: Das<br />
ist ein guter Typ.
</p>
<p>
<b>peter skalitzer:</b> Sie stellen sich hinter das Modell<br />
der großen Koalition. Weshalb schneidet dann aber die SPD<br />
rund zehn Prozent schlechter als die Union ab?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Gefühl, das viele Beobachter<br />
teilen: Die SPD &quot;punktet&quot; mit ihren Projekten, den (befragten)<br />
SPD-Wähler kümmert es nicht.
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Als Generalsekretär wünsche<br />
ich mir natürlich immer bessere Umfragen. Aber was zählt<br />
ist nicht Umfragen, sondern Wahlen zu gewinnen. Und da haben wir,<br />
wie gesagt, in diesem Jahr in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern<br />
sehr gute Chancen. Meinungsumfragen wechseln ständig. Ich setze<br />
darauf, dass Schritt für Schritt auch öffentlich registriert<br />
wird, dass die SPD in der Bundesregierung Kraft der Erneuerung und<br />
Garant von sozialer Gerechtigkeit ist. Auf Bundesebene werden wir<br />
dann 2009 erleben, wem die Menschen in Zukunft die politischen Geschicke<br />
unseres Landes anvertrauen. Ich kann nur sagen: Wir haben bis dahin<br />
in der Regierung, aber auch bei der Erneuerung unserer Partei noch<br />
viel Arbeit vor uns. Aber die SPD wird nicht nur gebraucht, sondern<br />
ich bin mir sicher, dass es in Deutschland eine große Mehrheit<br />
von Menschen gibt, die soziale Demokratie für unser Land wollen.
</p>
<p>
<b>huibu:</b> Woran soll denn die deutliche Abgrenzung<br />
von der Union sichtbar werden?
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Geben Sie uns doch mal ein konkretes<br />
Beispiel.
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> In der Bildungs- und Sozialpolitik<br />
sowie in der Gesellschafts- und Familienpolitik, aber auch in der<br />
Energiepolitik gibt es erhebliche Auffassungsunterschiede zwischen<br />
uns und den Schwarzen. Lassen Sie mich das am Beispiel der Energiepolitik<br />
erläutern: Wir wollen, im Gegensatz zu einigen in der Union,<br />
die rückwärts gewandte Debatte um die Atomkraft hinter<br />
uns lassen. Moderne Energiepolitik heißt für uns, eine<br />
Strategie, die auf Versorgungssicherheit, Energieeffizienz und den<br />
Ausbau erneuerbarer Energien setzt. Die Frage der Zukunft der Energieversorgung<br />
ist am Beginn des 21. Jahrhunderts sowohl in wirtschaftlicher, ökologischer<br />
als auch sicherheitspolitischer Hinsicht eine entscheidende Zukunftsfrage.<br />
Ich bin mir sicher, dass wir mit unserem Energieminister Sigmar<br />
Gabriel unsere Vorstellungen in der Bundesregierung weiter durchsetzen<br />
werden. Jedenfalls ist Energiepolitik viel zu wichtig, als dass<br />
man sie Michael Glos alleine überlassen dürfte. In der<br />
Familienpolitik erleben wir zwar, dass eine CDU-Frau Ministerin<br />
ist, der wir aber auch gegen den Widerstand in ihren eigenen Reihen,<br />
helfen werden, eine gute, weil sozialdemokratische Politik für<br />
die Familie durchzusetzen.
</p>
<p>
<b>sunny:</b> Welche Rolle wir Matthias Platzeck zukünftig<br />
noch in der SPD spielen?
</p>
<p>
<b>Sokrates: </b>Wie sehen Sie die Zukunft Platzecks?<br />
Wird er in Zukunft in der Bundespolitik oder der SPD noch eine weitere<br />
Rolle spielen können?
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Matthias Platzeck bleibt Ministerpräsident<br />
in Brandenburg und hat damit Zugang zum SPD-Parteipräsidium,<br />
dem zentralen Führungsgremium unserer Partei. Sein Engagement,<br />
sein Rat und seine Arbeit bleiben für uns unverzichtbar.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war`s, unser tagesschau-Chat nach<br />
dem „Bericht aus Berlin“ ist vorbei. Vielen Dank Herr<br />
Heil für den Chat. tagesschau.de und politik-digital.de bedanken<br />
sich für Ihr Interesse. Die nächsten Chats folgen prompt:<br />
Morgen, Montag, stellt sich ab zwölf Uhr Ralf Brauksiepe der<br />
Diskussion. Brauksiepe ist arbeits- und sozialpolitischer Sprecher<br />
der Unionsfraktion und hat mit der Zuständigkeit für Hartz<br />
IV eines der heißesten Politikgebiete geerbt. Am Mittwoch<br />
diskutiert mit Ihnen die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast<br />
ab dreizehn Uhr. Das Protokoll dieses Chats gibt`s wie immer in<br />
Kürze zum Nachlesen auf den Seiten von tagesschau.de und Politik-digital.de.<br />
Das tagesschau-Chat-Team wünscht allen noch einen schönen<br />
Abend.
</p>
<p>
<b>Hubertus Heil:</b> Auch von mir aus allen Beteiligten<br />
einen schönen Sonntagabend. Hoffentlich ab 20.15 einen guten<br />
Krimi in der ARD, und ein besonderer Gruß an meine niedersächsische<br />
Heimat. Die Menschen in meinem Wahlkreis Gifhorn-Peine seien mir<br />
besonders gegrüßt. Wenn Sie mit mir weiter diskutieren<br />
wollen, lade ich Sie herzlich im Weblog der SPD unter www.kraft-der-erneuerung.de<br />
zur Diskussion um das neue Grundsatzprogramm der Sozialdemokratie<br />
ein.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/kurt_becks_quotpragmatische_art_ist_der_richtige_weg_um_das_land_zu_erneuernquot-144/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mutig, klar und ehrlich. Dieter Althaus über das Wahlprogramm der CDU/CSU.</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/mutig-klar-und-ehrlich-dieter-althaus-ueber-das-wahlprogramm-der-cducsu-198/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/mutig-klar-und-ehrlich-dieter-althaus-ueber-das-wahlprogramm-der-cducsu-198/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tim Geelhaar]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jul 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Althaus]]></category>
		<category><![CDATA[Umsatzsteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/mutig-klar-und-ehrlich-dieter-althaus-ueber-das-wahlprogramm-der-cducsu-198/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Dieter Althaus, Ministerpräsident 
des Landes Thüringen, war am 13. Juli zu Gast im tacheles.02 
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de. Im Vordergrund 
stand das Wahlprogramm der CDU/CSU. Althaus rechtfertigte abermals 
den Plan zur Erhöhung der Mehrwertsteuer.</b></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Dieter Althaus, Ministerpräsident<br />
des Landes Thüringen, war am 13. Juli zu Gast im tacheles.02<br />
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de. Im Vordergrund<br />
stand das Wahlprogramm der CDU/CSU. Althaus rechtfertigte abermals<br />
den Plan zur Erhöhung der Mehrwertsteuer.</b></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator: </b>Liebe Politik-Interessierte,<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. Unsere Chat-Reihe wird veranstaltet<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de und unterstützt von<br />
tagesspiegel.de. Heute ist Thüringens Ministerpräsident<br />
Dieter Althaus unser Gast. Er chattet mit uns aus seinem Büro<br />
in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Guten Tag, Herr<br />
Althaus! Sind Sie bereit?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Ja, ich freue mich auf den Chat!
</p>
<p>
<b>Silbermond:</b> Wann werden die Wähler erfahren,<br />
mit welchem Team Angela Merkel in den Wahlkampf zieht und ob Sie<br />
dabei sein werden?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Das kann ich nicht sagen. Ich<br />
gehe davon aus, dass Angela Merkel ihr Team in den nächsten<br />
zwei Wochen bestimmt. Und ich gehe nicht davon aus, dass ich dabei<br />
sein werde, da ich Ministerpräsident von Thüringen bin.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Würden Sie denn wollen?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Ich habe in Thüringen ein<br />
umfassendes Programm für die Wahlperiode vorgenommen und das<br />
arbeite ich ab.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Also ein klares Nein?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>doro34:</b> Glauben Sie nicht, dass mit dem Steuerkonzept<br />
der CDU mal wieder die Arbeitnehmer die Leittragenden sein werden?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Nein. Das Wichtigste ist, neue<br />
Arbeitsplätze zu bekommen. Und das erreichen wir nur durch<br />
Wirtschaftswachstum. Dazu stellt die CDU ihre Programmatik auf.
</p>
<p>
<b>Gandalf:</b> Häufiger hört und liest man,<br />
dass die Finanzmittel für den Aufbau-Ost zu einem großen<br />
Teil für laufende Ausgaben statt für Zukunftsinvestitionen<br />
ausgegeben werden (müssen). Wie lassen sich die Aufbau-Ost-Mittel<br />
besser/gezielter nutzen?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> An dieser Stelle gibt es sehr<br />
viel oberflächliche Diskussion. Ein Land wie Thüringen<br />
lebt nur zu etwa 45 Prozent von eigenen Steuereinnahmen, das heißt:<br />
all das, was wir tun, ist zu einem großen Teil durch Dritte<br />
finanziert. Seien es die Aufbau-Ost-Mittel oder auch europäische<br />
Mittel.
</p>
<p>
<b>Paulchen Panther:</b> Merkel will den Ostbeauftragten<br />
abschaffen; haben Sie nicht Angst, dass Frau Merkel den Osten besonders<br />
hart ran nimmt; damit es nicht heißt, sie bevorzuge ihre Heimat?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Nein, wichtig ist, dass das ganze<br />
Kabinett dem Aufbau Ost Priorität beimisst und das Angela Merkel<br />
als Kanzlerin ebenfalls diese Priorität beachtet. Und sie wird<br />
das tun, aus ihrer konkreten Kenntnis über die Lage.
</p>
<p>
<b>Worbiser:</b> Herr Ministerpräsident, sehen Sie<br />
ernsthafte Chancen einer großen Koalition im Falle der Neuwahl?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Nein, eine große Koalition<br />
sollten wir nicht anstreben. Wir brauchen klare Richtungsentscheidungen<br />
für Deutschland und keine Kompromisse, die letztlich dem Wirtschaftswachstum<br />
im Wege stehen.
</p>
<p>
<b>flyhigh3:</b> Lieber Herr Althaus, Sie haben der SPD<br />
vorgeworfen, sie zeige Wankelmut im Umgang mit der Linkspartei.<br />
Ist es nicht auch sehr wankelmütig, wenn auf einmal die Mehrwertsteuererhöhung<br />
von der CDU gefordert wird?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Im Gegenteil, das ist mutig. Weil<br />
es für eine sinnvolle Reform, Arbeitskosten wettbewerbsfähiger<br />
zu machen, auch die Gegenfinanzierung angibt.
</p>
<p>
<b>Fraunhof:</b> Herr Althaus, vor einem Jahr sprach<br />
Herr Stoiber noch von Gift für die Binnenkonjunktur, als die<br />
Rede von der Mehrwertsteuer-Erhöhung war. Nun fordert er sie<br />
selbst. Eigenheimzulage, Pendlerpauschale: gleiches Szenario. Warum<br />
sollte ich eine so unglaubwürdige Union trotzdem wählen?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Das ist etwas zu allgemein. Wir<br />
haben immer eine Mehrwertsteuererhöhung als isolierte Maßnahme<br />
ausgeschlossen. Nun wird sie kommen, um die Lohnnebenkosten zu senken<br />
und gleichzeitig wird eine große Steuerreform auf den Weg<br />
gebracht. Und auch die Absenkung der Eigenheimzulage und die Veränderung<br />
der Pendlerpauschale ist nicht kategorisch ausgeschlossen worden,<br />
sondern wir wollten diese immer im Zuge der großen Steuerreform<br />
verändern. Genau darum ging der Streit im Jahr 2003 und 2004.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Bräuchten nicht gerade die Länder<br />
im Osten dringend die Mehreinnahmen aus der Mehrwertsteuer?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Wir brauchen vor allem mehr Wachstum<br />
und mehr Beschäftigung, sonst können wir unsere Ziele,<br />
die Gleichwertigkeit neuer und alter Länder zu erreichen, nicht<br />
realisieren.
</p>
<p>
<b>gierschlund:</b> Frau Merkel gibt offen zu, dass sie<br />
nicht die Wahrheit sagt um die Wahl zu gewinnen (aktueller Spiegel).<br />
Glauben sie eine so offensichtliche Wählerverschaukelung könnte<br />
nach hinten losgehen?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus: </b>Unser Wahlprogramm ist ehrlich<br />
und klar. In allen grundsätzlichen Bereichen. Wie Details von<br />
Gesetzen aussehen, kann sie aus der Opposition heraus glaubwürdig<br />
heute nicht sagen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ihr Koalitionspartner in spe, die FDP,<br />
attackiert sie heftig &#8211; was steckt dahinter?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Die Hoffnung, sich auf Kosten<br />
der Union zu profilieren. Nach meiner Meinung eine Illusion. Wir<br />
müssen gemeinsam den Wechsel in Deutschland erreichen und deshalb<br />
müssen wir auch den Streit mit Rot-Grün in den Mittelpunkt<br />
der Auseinandersetzung bringen.
</p>
<p>
<b>Knollremmiw:</b> Stichwort Ehrlichkeit: Auf welche<br />
Beschneidungen müssen sich die Menschen in Deutschland einstellen,<br />
wenn die Union regiert?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Ich halte nichts von diesen martialischen<br />
Formulierungen vieler meiner Kollegen. Deutschland lebt über<br />
seine Verhältnisse, der Sozialstaat in der heutigen Form hat<br />
keine Zukunft und wir verlieren Tag für Tag etwa 1000 sozialversicherungspflichtige<br />
Beschäftigungen. Wir müssen wieder mehr Freiheitsräume<br />
für den Einzelnen erschließen, den Staat verschlanken<br />
und die Voraussetzungen für Wohlstand durch Wirtschaftswachstum<br />
sichern. Dann kann auch der Sozialstaat zukunftsfähig umgebaut<br />
und erhalten werden. Wenn alles so bleibt, wie es ist, kann weder<br />
der Wohlstand noch der Sozialstaat die Chancen des Einzelnen sichern<br />
und deshalb muss reformiert werden.
</p>
<p>
<b>brain:</b> Ist es nicht eher an der Zeit seine Wirtschaft<br />
so gestalten, dass sie nicht mehr vom permanenten Wirtschaftswachstum<br />
abhängig ist. Die Märkte sind bei uns doch alle nahezu<br />
gesättigt. Es finden doch fast nur noch Umverteilungen statt.<br />
Wie soll denn da noch ein Wirtschaftswachstum möglich sein?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Wenn es so wäre, wie Sie<br />
vermuten, müssten wir uns auf umfassenden Wohlstandsabbau und<br />
auf ein deutliches Weniger an Sozialstaatssicherung einstellen.<br />
Ich glaube, es gibt in Deutschland, in Europa und noch mehr in vielen<br />
Teilen der Welt erhebliche Potentiale für Wirtschaftswachstum<br />
und Deutschland kann hier mit der menschlichen Chance und den Technologie-Möglichkeiten<br />
sehr viel bewegen. Wer auf Verteilung setzt, und dies als einzige<br />
Perspektive in den Blick nimmt, hat für Deutschlands Zukunft<br />
resigniert.
</p>
<p>
<b>HerrHerrmannMann:</b> Was bieten Sie eigentlich den<br />
Gruppen an, die am meisten unter einer Mehrwertssteuererhöhung<br />
zu leiden hätten? Z.B. Rentner und Studenten (und gerade die<br />
letzten wurden ja jetzt erst durch die Einführung der Studiengebühren<br />
extrem gebeutelt).
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Studiengebühren sind noch<br />
nicht eingeführt und wenn sie eingeführt werden, verbessern<br />
sie die Chancen von Studenten weil dann mehr Möglichkeiten<br />
für Forschung und Lehre an den Universitäten gegeben werden.<br />
Den Rentnern bietet eine Verbesserung der Wirtschaft in Deutschland<br />
die Chance einer sicheren Prognose über die Rentenentwicklung.<br />
Derzeit werden die Rentenkassen durch den Staat erheblich subventioniert,<br />
weil zu wenig Beitragszahler die Stabilität der Renten sichern.<br />
Das ist der Preis der hohen Arbeitslosigkeit.
</p>
<p>
<b>Börsenfeger:</b> Wie wollen Sie die Arbeitslosen<br />
in die Zukunft mitnehmen, wenn Sie diesen weitere finanzielle Einbußen<br />
bescheren, wie etwa die Mehrwertsteuererhöhung, da diese von<br />
den Senkungen der Lohnnebenkosten nichts haben werden?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Doch, sie werden erheblich davon<br />
profitieren. Denn sie bekommen wieder die Chance, durch Wirtschaftswachstum<br />
Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. Derzeit wird zu sehr<br />
auf das Halten der Arbeitsplätze geschaut und zu wenig darauf,<br />
dass wir neue Arbeitsplätze brauchen, um den Arbeitslosen wieder<br />
eine Perspektive zu geben.
</p>
<p>
<b>giovanni:</b> Herr Althaus, sehen Sie die neue linke<br />
Wahlalternative um Herr Lafontaine als große Bedrohung für<br />
das CDU-Wahlergebnis?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Ich sehe diese Wahlalternative<br />
als Bedrohung für das freiheitliche Deutschland. Mit Rezepten<br />
von gestern versuchen Lafontaine und Gysi auf demagogische Art und<br />
Weise, Stimmen zu fangen. Ich hoffe darauf, dass das Wahlergebnis<br />
eine klare Perspektive für eine von Union und FDP geführte<br />
Regierung ermöglicht.
</p>
<p>
<b>Kuehne:</b> Ich habe nicht verstanden, warum Studiengebühren<br />
bessere Chancen für StudentInnen bedeuten?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Unsere Universitäten müssen<br />
sich im internationalen Wettbewerb beweisen. Nur dann werden sie<br />
dauerhaft erfolgreich ausbilden können. Und deshalb können<br />
durch Studiengebühren die finanziellen Möglichkeiten der<br />
Universitäten verbessert werden. Und das bringt ihnen Chancen<br />
für diesen Wettbewerb. Wichtig ist, dass Studiengebühren<br />
sozial und zukunftsverträglich organisiert werden und zum anderen<br />
nicht zur Sanierung von Haushalten, sondern zur Förderung von<br />
Forschung und Lehre an den Universitäten benutzt werden.
</p>
<p>
<b>ich bins:</b> Kommen die Studiengebühren denn<br />
den Universitäten und Fachhochschulen direkt zugute, oder werden<br />
mit dem Geld nur andere Löcher gestopft?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Nein, sie müssen direkt den<br />
Universitäten und Fachhochschulen zugute kommen.
</p>
<p>
<b>hennes:</b> Sehen Sie es nicht als problematisch an,<br />
dass die Union die Wahl höchstwahrscheinlich aus Verärgerung<br />
über die Maßnahmen gewinnen wird, die von der CDU maßgeblich<br />
mitgestaltet wurden (Hartz IV, Gesundheitsreform)? Mit anderen Worten:<br />
Die Union wird in ihrer Regierungszeit vor den gleichen Akzeptanzproblemen<br />
stehen wie Rot-Grün, da angesichts der Globalisierung sich<br />
das Wirtschaftswachstum auch unter Ihnen nicht so von heute auf<br />
morgen kommt.
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Es ist richtig. Die Arbeitsmarktreform<br />
war notwendig. Aber schon bei der Gesundheitsreform hatten wir vom<br />
Grundsatz weitergehende Vorstellungen. Selbstverständlich muss<br />
aber die Opposition richtige Wege mittragen und deshalb haben wir<br />
hier nicht blockiert. Anders im Übrigen die SPD, die die Gesundheitsreform<br />
aus den 90er Jahren rückgängig gemacht hat und deshalb<br />
das Problem verschärft hat. Wenn wir auf Wirtschaftswachstum<br />
setzen, dürfen wir aber nicht wie Rot-Grün nur ein oder<br />
zwei Maßnahmen in den Blick nehmen, sondern wir müssen<br />
ein umfassendes Reformprogramm umsetzen. Genau das steht in unserem<br />
Programm: Reformen am Arbeitsmarkt, Reformen bei den sozialen Sicherungssystemen,<br />
im Steuerrecht und eine Verschlankung des Staates.
</p>
<p>
<b>Spd-Am Ende?:</b> Was halten Sie vom Wahlmanifest<br />
der SPD?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Es ist eine Mischung aus Populismus<br />
und realen, auch umsetzbaren Programmpunkten. Was mich am meisten<br />
enttäuscht ist die Positiv-Darstellung nach 7 Jahren rot-grün,<br />
die durch die Realität nicht gedeckt ist, und die die Abschiebung<br />
aller Probleme, die Deutschland hat, auf 16 Jahre Kanzlerschaft<br />
Helmut Kohl. So einfach darf es sich eine Partei, die in Regierungsverantwortung<br />
steht, und dies schon in der zweiten Legislaturperiode, nicht machen.<br />
Aber auch, dass die SPD richtigerweise den Spitzensteuersatz von<br />
53 auf 42 in Stufen gesenkt hat und dies nicht erwähnt, wohl<br />
aber mit ihrer Reichensteuer polemisiert, zeigt die Unverantwortlichkeit<br />
der Autoren dieses Programms.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ihr eigenes Wahlprogramm bezeichnet<br />
die Union als ehrlich &#8211; aber ist es auch mutig? Sind nicht noch<br />
viel größere Grausamkeiten unausweichlich?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Ich denke, dass die wichtigsten<br />
Programmteile enthalten sind. Und darauf wird sich auch die Regierungszeit<br />
stützen.
</p>
<p>
<b>Ka5:</b> &#8230;ach ja, Herr Stiegler hat sich im Ton<br />
vergriffen &#8211; und dann gibt es da noch den Gorbatschow-Goebbels-Vergleich<br />
eines Herrn Kohl. Wie empört sind Sie, Herr Ministerpräsident?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Die Aussage von Herrn Stiegler<br />
ist unerträglich und Herr Kohl hat sich für diese Aussage<br />
bei Gorbatschow schon vor vielen Jahren entschuldigt.
</p>
<p>
<b>bienemaja:</b> Was erwarten Sie sich von einem wahrscheinlichen<br />
Koalitionspartner FDP?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Dass er die grundsätzlichen<br />
arbeitsmarkt-, sozial- und wirtschaftspolitischen Programmpunkte<br />
der Union in der aktiven Regierungszeit unterstützt. Die FDP<br />
plädiert für eine starke, an der Wirtschaft ausgerichtete<br />
Politikoffensive. Genau das wird mit unserem Programm erreichbar<br />
sein.
</p>
<p>
<b>Johannes K. Berner:</b> Hallo Herr Althaus, welche<br />
Branchen sehen Sie als zukunftsträchtig für Deutschland:<br />
Wie bewerten Sie die Chancen für die deutsche Wirtschaft, die<br />
durch freie Software entstehen könnte, wenn man sie fördern<br />
würde?
</p>
<p>
<b>Fraunhof:</b> Welche weiteren Pläne zur Finanzierung<br />
stehen für die Realisierung des Wahlprogramms bereit?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Starke Branchen sind zum Beispiel<br />
die Bio-Technologie, die optische Industrie, die Mikroelektronik<br />
und Mechatronik, die Nano-Technologie und all das was mit diesen<br />
Branchen in Blick auf anwendungsorientierte Umsetzung verbunden<br />
ist. Dazu gehört selbstverständlich auch die Software.<br />
<br />
Zur Frage von Fraunhof: Zum einen die Erhöhung der Mehrwertssteuer<br />
um 2 Prozentpunkte, außerdem werden Steuersubventionen und<br />
andere Subventionen abgebaut, sowie Steuer-Schlupflöcher geschlossen.<br />
Und im Ergebnis muss durch ein stärkeres Wirtschaftswachstum<br />
die Arbeitslosigkeit reduziert werden und die Steuer-Einnahmen müssen<br />
wieder erhöht werden.
</p>
<p>
<b>Gandalf:</b> Seit gut einem Jahr ist Thüringen<br />
nicht mehr Außengrenze der EU. Was hat sich aus Ihrer Sicht<br />
positiv/negativ mit der EU-Osterweiterung für Thüringen<br />
verändert?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Es überwiegen die positiven<br />
Erfahrungen. Der Thüringer Mittelstand baut ein intensives<br />
Netzwerk mit den osteuropäischen Nachbarn auf. Das hilft in<br />
Osteuropa und trägt zur Wettbewerbsfähigkeit der Thüringer<br />
Unternehmen ebenso bei.
</p>
<p>
<b>ohne:</b> Welche besondere Unterstützung bietet<br />
Ihr Bundesland jungen und alten Existenzgründern?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Es gibt eine ganze Reihe von konkreten<br />
Unterstützungsangeboten: Existenzgründerdarlehen, Gründungs-<br />
und Wachstumsfinanzierung. Und günstig ist, wenn Sie sich einmal<br />
direkt bei uns zu Details erkundigen.
</p>
<p>
<b>DeMa:</b> Als Thüringer ist die Stimmung in Thüringen<br />
unter Ihrer Führung sehr unzufrieden! Beispiel: Schließung<br />
von Ämtern und Schulen, Gebühren (Erhöhung) für<br />
Kindergarten etc.? Wollen Sie nicht Ihre Richtung mal wechseln?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus: </b>Ich habe eine andere Erfahrung<br />
von der Stimmung in Thüringen. Und deshalb werde ich die eingeschlagene<br />
Richtung beibehalten. Denn wir brauchen in Thüringen mehr Kraft<br />
für Familie, Bildung und Mittelstand und genau dies werden<br />
wir erreichen.
</p>
<p>
<b>ronnybock: </b>Was tut die CDU gegen die Rechtsextremen?<br />
Ist zu befürchten, dass viele in Thüringen aus Unzufriedenheit<br />
mit SPD und CDU rechtsextrem wählen werden?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Die Rechtsextremen müssen<br />
von allen Demokraten bekämpft werden. Dazu sind wir als Staat<br />
aufgerufen, aber dies ist auch eine Aufgabe für jeden Bürger,<br />
dem Freiheit und Demokratie wichtig sind. An dieser wichtigen Zielstellung<br />
sind die Programme des Freistaats Thüringen ausgerichtet und<br />
das bürgerschaftliche Engagement ist ebenfalls in dieser Frage<br />
deutlich wahrzunehmen. Der Bürgerpreis, der für dieses<br />
Engagement spricht, zeigt dies mit allem Nachdruck.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch einmal zu Herrn Stiegler:
</p>
<p>
<b>Jo-man:</b> Denken Sie, Herr Ministerpräsident,<br />
Herr Stiegler sollte zurücktreten?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus: </b>Er hat sich disqualifiziert mit<br />
dieser aussage und da er vor einigen Wochen auch den Bundespräsidenten<br />
beschimpft hat, sollten er und seine Freunde ernsthaft darüber<br />
nachdenken, ob er wirklich der richtige Mann zur Führung der<br />
bayerischen SPD ist.
</p>
<p>
<b>Alex Dresden01:</b> Welche außenpolitische Schwerpunkte<br />
möchte die Union setzen? U.a. zum ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat,<br />
Auslandseinsätze, Zentrum der Vertreibung Berlin etc.?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Einen UN-Sicherheitsrat-Sitz braucht<br />
Deutschland nicht. Aber selbstverständlich müssen wir<br />
unsere internationale Verantwortung so wie in den letzten Jahren<br />
auch zukünftig wahrnehmen. Zum Zentrum für Vertreibung<br />
gibt es eine Konzeption, die im Grundsatz von uns mitgetragen wird.<br />
Wichtige Aufgabe ist aber, dass Deutschland wieder eine stärkere<br />
Verantwortung für eine gemeinsame europäische Politik<br />
wahrnimmt und ist aber, dass Deutschland wieder eine stärkere<br />
Verantwortung für eine gemeinsame europäische Politik<br />
wahrnimmt und sich nicht länger auf eine Achsenpolitik in Europa<br />
einlässt. Europa und die transatlantische Gemeinsamkeit mit<br />
den USA sind wichtige Pfeiler, auf denen die Stabilität und<br />
der Frieden in Deutschland und Europa ruhen.
</p>
<p>
<b>HerrHerrmannMann:</b> Wie steht die Union zur Frage<br />
der Ausländerpolitik? Wird es schärfere Gesetze geben?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus: </b>Es gibt da einen Kompromiss, der<br />
inzwischen Gesetzeskraft hat und auch erhalten bleibt. Entscheidend<br />
ist die Verantwortung für Integration wahrzunehmen. Das gilt<br />
für den einzelnen, der zu uns kommen will und bei uns bleiben<br />
möchte, als auch für die Politik, die entsprechende Integrationsangebote<br />
verpflichtend unterbreiten muss und die Ergebnisse auch transparent<br />
darstellen muss.
</p>
<p>
<b>Johannes K. Berner:</b> Was passiert, wenn der Bundespräsident<br />
dem Antrag von Herrn Schröder nicht stattgibt?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Dann bleibt der Bundestag bestehen<br />
und es gibt keine Neuwahlen.
</p>
<p>
<b>Alfredo:</b> Herr Althaus, wie groß schätzen<br />
sie das Gefahrenpotential nach den Anschlägen in London für<br />
die BRD ein, insbesondere im Hinblick auf den Weltjugendtag in Köln?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Eine 100-prozentige Sicherheit<br />
kann es nicht geben. Aber sowohl in Deutschland als auch in Europa<br />
sind alle, die für die Sicherheit zuständig sind, in besonderem<br />
Maße sensibilisiert und es wird umfassende Vorkehrungen gerade<br />
für den Ablauf des Weltjugendtages geben.
</p>
<p>
<b>Alex Dresden01:</b> Nachfrage zum Zentrum der Vertreibung<br />
in Berlin: In Polen wird dies mit großer Besorgnis gesehen.<br />
Riskieren Sie da nicht eine weitere Verschlechterung der deutsch-polnischen<br />
Beziehungen. Beide Länder befinden sich im Wahlkampf. Eine<br />
solche Diskussion würde zurzeit nur auf den Rücken der<br />
noch empfindlichen Beziehungen ausgetragen werden.
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Es gibt nicht die Absicht, ein<br />
solches Zentrum kurzfristig umzusetzen. Und selbstverständlich<br />
muss ein solches Zentrum gemeinsam in Europa akzeptiert und getragen<br />
werden.
</p>
<p>
<b>waehler21:</b> Sollte man nicht mal erst ein gemeinsames<br />
Europa schaffen, bevor man eine transatlantische Gemeinschaft mit<br />
den USA anstrebt?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Die transatlantische Gemeinschaft<br />
existiert. Und sie war und ist die Voraussetzung für die europäische<br />
Entwicklung in den letzten Jahrzehnten. Gerade die Wiedervereinigung<br />
unseres Vaterlandes hat gezeigt, wie wichtig es war, dass die USA<br />
diesen Weg des freien Europas unterstützt und gefördert<br />
hat.
</p>
<p>
<b>PD:</b> Wie steht die Union zur schwulen Heirat? Schaffen<br />
Sie die von Ihnen bekämpfte Eingetragene Partnerschaft wieder<br />
ab?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Im Grundgesetz, Artikel 6, steht:<br />
Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz. Das ist ein<br />
klarer Auftrag an die Politik! Genau so ist es aber richtig, dass<br />
rechtliche Hürden im Blick auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften<br />
aus dem Weg geräumt worden sind. Ich sehe keinen weiteren Handlungsbedarf.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Letzte Frage:
</p>
<p>
<b>Kuehne:</b> Herr Althaus, was denken Sie zum Atomausstieg,<br />
den rot-grün durchgesetzt hat?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Wir sollten die Laufzeiten der<br />
Kernkraftwerke in der bisher verhandelten und technisch möglichen<br />
Form erhalten und damit den nur ideologisch begründeten Frühausstieg<br />
nicht weiter verfolgen. In der ganzen Welt wird im Energiemix auch<br />
Atomstrom einbezogen. Deutschland sollte sich deshalb an der weiteren<br />
Erforschung und Entwicklung in dieser wichtigen Energiebranche beteiligen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unsere 60 Minuten Politik-Chat sind<br />
um. Vielen Dank für das große Interesse. Herzlichen Dank<br />
an Sie, Herr Althaus, dass Sie sich die Zeit für den Chat genommen<br />
haben! Das Chat-Protokoll finden Sie wie immer auf den Seiten der<br />
Veranstalter. Der nächste Chat findet bereits morgen von 13.00<br />
bis 14.00 Uhr statt. Zu Gast ist dann Reinhold Robbe, der Wehrbeauftragte<br />
der Bundesregierung.
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b> Ich bedanke mich herzlich für<br />
die interessanten und abwechslungsreichen Fragen. Dankeschön.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/mutig-klar-und-ehrlich-dieter-althaus-ueber-das-wahlprogramm-der-cducsu-198/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
