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	<title>Universität &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Universität &#8211; politik-digital</title>
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		<title>“Unsere Vision heißt virtueller Schreibtisch“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nadine Winter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Feb 2018 15:03:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[In der Uni noch mit dem Rechenschieber gelernt und zu Hause schon mit dem ersten „Heimcomputer“ gearbeitet. Hermann Schumacher, Leiter [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Weiterbildung.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-154216" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Weiterbildung.jpeg" alt="Weiterbildung" width="619" height="280" /></a><br />
In der Uni noch mit dem Rechenschieber gelernt und zu Hause schon mit dem ersten „Heimcomputer“ gearbeitet. Hermann Schumacher, Leiter der School of Advanced Professional Studies (SAPS) der Universität Ulm, argumentiert im Interview, warum einmal studieren im Leben vielleicht nicht mehr ausreicht.</p>
<p>Der Wandel der Arbeitswelten ist in diesem Jahr Thema des Wissenschaftsjahres 2018. Auch auf der Bildungsmesse didacta wird vermehrt der Frage nachgegangen, inwiefern die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert bzw. verändern wird, welche Jobs durch die Automatisierung noch in 10 Jahren existieren und wie sich beispielsweise Unternehmen und Universitäten auf diese Veränderungen vorbereiten können. Gerade die berufliche Weiterbildung rückt hier immer mehr in den Vordergrund. Doch wie genau sieht ein Weiterbildungsprogramm aus? Und für wen ist so ein Programm sinnvoll? Hermann Schumacher erklärt die Bedeutung und Chancen von Weiterbildungsprogrammen für Studierende, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Er veranschaulicht, wie Lernformate wie „Blended-Learning“ die Lehre bei solchen Programmen unterstützen.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/schumacher_hermann-Kopie.jpg"><img decoding="async" class="  alignnone wp-image-154227" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/schumacher_hermann-Kopie.jpg" alt="" width="180" height="238" /></a><strong>Hermann Schumacher ist Professor für Elektrotechnik und Leiter der School of Advanced Professional Studies (SAPS) der Universität Ulm.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p></div></div>
<h3>politik-digital e.V.: Die Universität Ulm hat seit 2011 ein Zentrum für berufsbegleitende universitäre Weiterbildung. Was ist der Hintergrund dieser Weiterbildungseinrichtung?</h3>
<p><em>Hermann Schumacher:</em> Die Universität Ulm bietet bereits seit 1997 Weiterbildungskurse an, vor allem im Bereich der Medizin (zum Beispiel für den Fachkundenachweis Notfallmedizin) oder auch Finanzdienstleistungen (zum Beispiel Lebensversicherungsmathematik). Diese Angebote machte und macht ein eingetragener Verein, die Akademie für Wissenschaft, Wirtschaft und Technik an der Universität Ulm e.V. Es tauchte aber mehr und mehr der Wunsch auf, auch echte Studienabschlüsse (Master) anzubieten. Das ist aber für einen privaten Verein schwierig. Deshalb haben wir die School of Advanced Professional Studies aus der Taufe gehoben, die eine Einrichtung der Universität ist und deshalb im öffentlich-rechtlichen Bereich agiert. Hier bieten wir aktuell vier Master-Studiengänge an.</p>
<p>Hochschulen bieten Weiterbildung an, weil es zunächst einmal ihre gesetzliche Aufgabe ist. Zudem wird Weiterbildung für die Hochschulen immer wichtiger, weil unsere Arbeitswelt sich immer stärker und schneller wandelt, sodass das einmal Gelernte immer schneller ergänzt werden muss. Und wer könnte das besser als die Hochschulen, an denen ja viel von dem neuen Wissen durch Forschung entsteht?</p>
<h3>Wie sieht so eine berufsbegleitende Weiterbildung konkret aus?</h3>
<p>Berufsbegleitend bedeutet, dass das Studieren mit dem Beruf vereinbar sein muss. Deshalb bieten wir vieles online an, sodass unsere Studierenden in ihrer Freizeit, zuhause oder auch auf Dienstreise, lernen können. Aber es ist auch wichtig, ab und zu mal mit den Lehrenden zusammenzutreffen oder vielleicht auch mal was im Labor zu machen. Deshalb gibt es vereinzelte „Präsenztermine“, meist freitags und samstags. Diese Kombination aus Online und Präsenz nennt man „Blended Learning“.</p>
<p>Ein anderes Problem für Berufstätige ist, dass sie nicht immer gleich viel Zeit für das Studieren haben – in einem Semester mal mehr, in einem anderen weniger oder auch gar keine Zeit. Deshalb ist unser Studium in Modulen organisiert und man bezahlt nur für die Module, die man auch tatsächlich belegt.</p>
<p>Das berufsbegleitende Studium muss nämlich im Gegensatz zum grundständigen Studium bezahlt werden. Die Gebühren berechnen sich nach dem Aufwand, welches ein Modul macht, also im wesentlichen nach der Anzahl der Leistungspunkte.</p>
<blockquote>
<h4>&#8220;Ob es uns gefällt oder nicht, unsere Berufswelt ändert sich rasant, und wer sich da nicht weiterbildet, hat mittelfristig keinen Job mehr.&#8221;</h4>
</blockquote>
<h3>Welche Chancen bietet ein Weiterbildungsprogramm Studierenden für ihre Berufslaufbahn?</h3>
<p>Zunächst einmal sind unsere berufsbegleitende Studierende sehr zielorientiert, denn das Studium ist für sie ja ein ganz erheblicher finanzieller und zeitlicher Aufwand, neben dem Berufsleben und der Familie. Was sie sich erhoffen, hängt sehr vom Einzelfall ab – auch darauf muss die Weiterbildung flexibel eingehen. Für manche ist es die Möglichkeit, zu ihrem Bachelor-Abschluss noch den Master nachzuholen und dadurch bessere Aufstiegschancen zu haben. Manche wollen sich im Hinblick auf den aktuellen oder auch einen angepeilten Job das nötige Spezialwissen aneignen. Diese Studierenden absolvieren dann keinen ganzen Masterstudiengang, sondern nur einzelne Module oder auch ein Diploma of Advanced Studies, ein sogenanntes „Nano-Degree“, das mit 30 Leistungspunkten etwa 1/3 so lang ist wie ein Master. Für andere ist das berufsbegleitende Studium eine Chance, ihrer Karriere eine andere Richtung zu geben, beispielsweise eine Wissenschaftlerin, die sich durch einen Abschluss im Bereich Wissenschaftsmanagement die Möglichkeit eröffnet, in Zukunft eher im Management von Wissenschaftsorganisationen zu arbeiten. Oder der Pädagoge, der sich in unserem neuen Angebot „Instruktionsdesign“ auf die Realisierung von Online-Lehre vorbereitet, einer Sparte, die es zu seinen Studienzeiten vielleicht noch gar nicht gab.</p>
<h3>Warum sollten Arbeitgeberinnern und Arbeitgeber die berufliche Weiterbildung fördern?</h3>
<p>Ganz einfach: Weil in der Berufswelt Stillstand Niedergang bedeutet. Digitalisierung beispielsweise ist nicht nur ein Schlagwort. Datenanalyse oder der Einsatz großer Sensornetze machen die Produktion und auch andere Geschäftsprozesse transparenter, schneller, effektiver. Die Konkurrenz nutzt solche Verfahren. Wenn das eigene Unternehmen es nicht tut, wird es verschwinden. Und neue Prozesse brauchen neue Kompetenzen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.</p>
<h3>Inwiefern unterscheidet sich ihre Arbeit als Hochschullehrer für Weiterbildung Studiengängen zur „klassischen“ Hochschullehre?</h3>
<p>Die klassische Vorlesung gibt es dort nicht mehr. Die entsprechenden Inhalte sind als Videos aufbereitet und/oder in ausführlichen Skripten enthalten. Als Hochschullehrer sind wir eher Lernbegleiter, die die Studierenden per Email betreuen, Online-Sprechstunden in einem Videokonferenzformat abhalten, die Lösungen von Aufgaben kommentieren oder auch im Rahmen von Präsenzveranstaltungen Fallstudien besprechen. Allerdings muss ich sagen, dass sich diese Art von Lehre allmählich auch im „klassischen“ Studium breitmacht, vor allem in Masterstudiengängen. Studierende sollen schließlich lernen, mit dem Wissen kompetent umzugehen und nicht den Vorlesungsstoff nachzubeten.</p>
<h3>Wie nutzen Sie dabei MOOCs und andere e-Learning Plattformen?</h3>
<p>MOOCs, also Massive Open Online Courses, bieten wir nicht an. Alle unsere Angebote verfolgen das Blended-Learning-Modell, wie oben beschrieben, mit intensiver, individueller Betreuung. Dafür zahlen unsere Studierende gutes Geld.</p>
<p>E-Learning-Plattformen nutzen wir nicht nur, wir entwickeln sie weiter. Unsere Vision heißt „virtueller Schreibtisch“. Dazu haben wir eine ganze Reihe Werkzeuge mit einem Cloudspeicher verknüpft. Die bekannte e-Learning-Plattform „Moodle“ bildet einen Schwerpunkt. Hier werden Videos, Skripte, Selbsttests usw. angeboten. Moodle ist mit dem e-Portfolio-System „Mahara&#8221; verknüpft, in dem Studierende ihren Lernfortschritt dokumentieren und mit anderen teilen können. Ihre Dokumente können sie in der Cloud speichern (das Open-Source-System OwnCloud) und mit anderen gemeinsam bearbeiten. Wir stellen auch von Moodle unabhängige Kalender- und Forumslösungen bereit. Für Videokonferenzen steht, in Moodle integriert, die Open-Source-Lösung „Big Blue Button“ bereit.</p>
<blockquote>
<h4>&#8220;Als Hochschullehrer sind wir eher Lernbegleiter, die die Studierenden per Email betreuen, Online-Sprechstunden in einem Videokonferenzformat abhalten, die Lösungen von Aufgaben kommentieren oder auch im Rahmen von Präsenzveranstaltungen Fallstudien besprechen.&#8221;</h4>
</blockquote>
<p>Besonders stolz sind wir auf unseren Remote-Tool-Server auf Basis des Open-Source-Programms Guacamole. Hier kann der Studierende über einen (fast) beliebigen Web-Browser eine virtuelle Windows- oder Linux-Maschine starten, auf der dann leistungsfähige Simulationssoftware zur Verfügung steht, ohne Installationsaufwand. Dort erarbeitete und dokumentierte Ergebnisse landen dann wieder im eigenen Cloud-Speicher. So wird Online-Lernen von überall und zu jeder Zeit möglich – zuhause, am Arbeitsplatz, aber auch im Internet-Café (wo es so etwas noch gibt &#8230;).</p>
<h3>Ist eine Weiterbildung in jeden Fachbereich möglich und auch sinnvoll?</h3>
<p>Absolut! Unsere Angebote zum Beispiel kommen aus den Fachbereichen Wirtschafs-, Ingenieur-, Naturwissenschaften und aus den Bereichen Psychologie oder Pädagogik. Auch geisteswissenschaftliche Angebote sind absolut denkbar. Lediglich die Methoden werden sich von Fach zu Fach unterscheiden. Dafür halten wir eine ganze Palette von Möglichkeiten bereit.</p>
<h3>Zum Schluss: Werden solche Programme in Zukunft zur Regel für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden?</h3>
<p>Mit Sicherheit. Das Schlagwort vom „Lebenslangen Lernen“ wird immer mehr zur Notwendigkeit. Einmal studieren und dann das ganze Leben ausschließlich von diesem Wissen zehren, das geht nicht mehr (wenn es denn überhaupt mal so war). Die Methoden, die ich beispielsweise im Ingenieurstudium Ende der siebziger Jahre gelernt habe, sind schon noch gültig, aber neue sind hinzugekommen. Und ich musste im Studium noch mit Rechenschieber arbeiten, zuhause hatte ich einen der ersten „Heimcomputer“. Heute sind Computer überall. Und die Revolution durch künstliche Intelligenz hat gerade erst begonnen. Ob es uns gefällt oder nicht, unsere Berufswelt ändert sich rasant, und wer sich da nicht weiterbildet, hat mittelfristig keinen Job mehr.</p>
<h3>Vielen Dank für das Gespräch!</h3>
<p>Titelbild via <a href="https://pxhere.com/de/photo/1065872" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pxhere</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p>Beitragsbild: Hermann Schumacher, © Universität Ulm, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Mit mehr Diversität zu einer Universität der Zukunft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/mit-mehr-diversitaet-zu-einer-universitaet-der-zukunft-154151/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nadine Winter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Feb 2018 14:23:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[„Für eine Universität der Zukunft würde ich mir wünschen, dass sie den Mut hat anders zu sein“, erklärt Sascha Friesike, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Friesike.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-154166" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Friesike.jpeg" alt="Universität" width="619" height="280" /></a>„Für eine Universität der Zukunft würde ich mir wünschen, dass sie den Mut hat anders zu sein“, erklärt Sascha Friesike, Professor für digitale Innovation der Vrije Universiteit Amsterdam im Interview.</p>
<p>Das deutsche Bildungssystem ist zunehmender Kritik ausgesetzt. Seit der Bundestagswahl vergangenen September rückte das Thema Digitale Bildung mehr in den Fokus von Medien und Politik. Die Diskussion thematisierte besonders Vermittlung von Medienpädagogik, Medienkritik und die Ausstattung von digitalen Lehrmitteln an Schulen. Doch wie sieht es an Universitäten aus? Wie verändert der Wandel zur Wissensgesellschaft die Lehre an Universitäten? Und was können Studierende, Dozierende und die Politik konkret verbessern? Sascha Friesike plädiert im Interview für mehr Diversität in der Lehre und bei Lehrenden. Studierenden rät er, auch mal wieder persönlich mit neuen Ideen und Verbesserungsvorschlägen auf Dozierenden zu zugehen.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Foto-Sascha.jpg"><img decoding="async" class="  alignleft wp-image-154155" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Foto-Sascha-195x119.jpg" alt="" width="185" height="123" /></a><br />
Sascha Friesike ist Professor für digitale Innovation an der  Vrije Universiteit Amsterdam und assoziierter Wissenschaftler am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p></div></div>
<h3>politik-digital e.V: Durch die Digitalisierung und den Wandel zur Wissensgesellschaft kommen gerade auf Universitäten viele neue Anforderungen hinzu. Welche Probleme und Chancen begegnen Ihnen dabei in der Lehre an Universitäten?</h3>
<p>Sascha Friesike: Also zu der Frage könnte man mehrere Bücher schreiben, daher fange ich vielleicht mal mit einer einzigen Herausforderung an und zwar wie intensiv sich unser Wissen erweitert, also nicht unser persönliches Wissen, sondern das „Weltwissen“. In jedem Fach, das wir unterrichten, gibt es mehr und mehr Inhalt, der eigentlich auch irgendwie beigebracht werden sollte. Dadurch werden die Lehrpläne immer praller gefüllt, was erhebliche Kosten hat. Studenten haben weniger Zeit sich Inhalte selbst zu erarbeiten und es wird immer wieder festgestellt, dass die Universität dadurch verschulter wird. Es wird zunehmend zu einer Herausforderung für Hochschullehrer, jungen Menschen beizubringen, selbstständig Informationen zu suchen, diese zu interpretieren und anzuwenden. Dabei würde man ja eigentlich denken, dass das genau die Kernfunktion einer Universität ist, nämlich reflektierende Menschen hervorzubringen.</p>
<h3>Wie müsste eine Universität aussehen, die auf die Wissensgesellschaft vorbereitet?</h3>
<p>Es gibt im englischsprachigen Raum das „Four C“-Konzept des Lernens, man kann das mehr oder weniger mit „vier Ks“ übersetzen. Das Konzept sagt, dass man für die Wissensgesellschaft vier Schlüsselfähigkeiten ausbilden muss und praktischer Weise fangen sie im Englischen alle mit einem C an: Kritisches Denken (<b>C</b>ritical Thinking), also die Fähigkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden, die darauf beruht, dass man Fakten eingeholt, verstanden und bewertet hat. Zusammenarbeit (<b>C</b>ollaboration), also die Fähigkeit, in einer immer arbeitsteiligeren Welt gut im Team zusammenarbeiten zu können. Kommunikation (<b>C</b>ommunication), also die Fähigkeit in richtiger Form und Format kommunizieren zu können, und Kreativität (<b>C</b>reativity), also die Fähigkeit, selbstständig neue Lösungen zu entwickeln.</p>
<p>Wir könnten jetzt über jeden dieser vier Aspekte lange sprechen, weil jeder einen Rattenschwanz an Folgen hat. Aber im Grunde müsste eine Universität der Zukunft diese Fähigkeiten stärker in den Fokus ihrer Ausbildung rücken. Dabei ist mir aber wichtig zu erwähnen, dass es dafür keine Musterlösung gibt. Wir sollten nicht jeden Hochschullehrer in ein 4C-Korsett packen, sondern viel eher für Diversität in der Lehre werben und Studenten diese Fähigkeiten in ganz unterschiedlichen Formaten beibringen, ohne Professoren dabei auf die Füße zu treten mit endloser Bürokratie und gut gemeinter Gleichmacherei, was leider oft die Konsequenz von „strategischen Änderungsprozessen“ in der Lehre ist.</p>
<blockquote>
<h4>&#8220;Wir suchen immerzu nach Musterlösungen, den idealen Kandidaten, die ideale Lehrumgebung, die ideale Uni und dabei fällt der Wert von Diversität schnell unter den Tisch.&#8221;</h4>
</blockquote>
<h3>Wie verändert sich dabei ihre Rolle als Dozent?</h3>
<p>Das kommt drauf an. Das kann man immer sagen und ist in aller Regel richtig. Hier, weil Lehre sehr unterschiedlich ist; wenn man im Bachelor Grundlagen der Statistik unterrichtet, dann hat man eine andere Aufgabe als wenn man im Master einen sehr spezialisierten Kurs hat. Aber um noch einmal auf die Zunahme an Wissen zurückzukommen, so kann man schon feststellen, dass es für Hochschullehrer immer schwieriger wird, selbst die eigenen Gebiete vollumfänglich zu kennen. Es passiert also immer öfter, dass Studenten sich Inhalte erarbeiten, die man als Dozent nicht kennt. Auch hier, wer Grundlagen der Statistik unterrichtet, wird hoffentlich selten in die Situation kommen, wie der Ochs vorm Berge zu stehen.</p>
<p>Aber ich unterrichte beispielsweise gerade einen Kurs zu neuen Technologien und deren Anwendungen. Und in diesem Kurs kommen Studenten immer wieder mit Konzepten oder Quellen, die teilweise tagesaktuell sind, so dass ich die unmöglich alle kennen kann. Für mich hat das den Vorteil, dass ich selber jedes Mal, wenn ich den Kurs unterrichte, wieder etwas lerne. Aber als Dozent ist das auch wirklich eine Herausforderung, weil man zugeben muss nicht alles zu wissen, geschweige denn alles wissen zu können.</p>
<h3>Änderungen im Bildungssystem brauchen Zeit, sehr viel Zeit. Was können Universitäten und Dozierende trotzdem jetzt schon ändern (z.B. Aufbau der Vorlesungen, Prüfungen, Struktur der Seminare etc.)?</h3>
<p>Durch die Lehrfreiheit hat man ja doch eine ganze Menge Spielraum in der Art und Weise, wie man unterrichtet. Daher glaube ich, dass man gar nicht auf systemische Änderungen warten muss, um etwas zu erreichen. In jedem Fach kann man sich fragen, was genau eigentlich das ist, was man vermitteln will, und wie man am besten dorthin kommt. Ich stelle beispielsweise inzwischen keine Klausuren mehr. Weil ich in meinen Fächern einfach festgestellt habe, dass die Anwendung von Wissen in einem Kontext einen ganz anderen Lernerfolg bringt als das Auswendiglernen für eine Klausur. Auch hier wieder der Disclaimer, dass das natürlich für andere Fälle anders sein kann. Und vielleicht ist eine Klausur in anderen Fächern eine gute Methode, um abzufragen, wie gut Studenten verstehen.</p>
<p>Ich habe allerdings oft das Gefühl, dass Klausuren deshalb geschrieben werden, da auf Grund der hohen Anzahl von Studenten andere Prüfungsformen schon an den Ressourcen scheitern. Wenn Klausuren also keine bewusste Entscheidung sind, sondern die einzige Option, dann ist tatsächlich ein systemisches Problem, dass ma nur schwer selber lösen kann.</p>
<h3>Und den Studierenden: Was raten Sie diesen?</h3>
<p>Die Sache auch mal selbst in die Hand zu nehmen und mit Dozenten direkt darüber zu sprechen, was besser laufen könnte. Es ist ja nicht so, dass wir die Weisheit mit Löffeln gefressen hätten und es dann nur vortanzen. Wir haben, wenn wir Kurse entwickeln, bestimmte Annahmen und es kann immer sein, dass wir falsch liegen. Viele Verbesserungen meiner Kurse kamen von Studenten selber, die auf mich zugekommen sind und gesagt haben, dass sie Ideen haben, was man anders oder besser machen könnte.</p>
<p>Ganz typisch ist, dass sich Kurse mit anderen überschneiden. Für Dozenten ist das schrecklich schwer genau dies zu wissen, weil wir ja nicht regelmäßig alle anderen Kurse in einem Studiengang besuchen können. Da ist der Input von Studenten Gold wert. Es gibt in vielen Fächern Evaluierungen, wo Studenten angeben können, wie zufrieden sie mit dem Kurs waren. Die kann man ausfüllen, klar. Aber nach meiner Erfahrung bringt es viel mehr, mit einem Dozenten direkt zu sprechen. Einfach mal drei bis fünf Ideen mitbringen, was man tun könnte, um einen Kurs besser zu machen. Ich für meinen Teil bin immer dankbar, wenn Studenten sich diese Mühe machen. Und ich glaube Studenten ist gar nicht klar, wie viel sie schon alleine dadurch verbessern können, dass sie die Idee für einen besseren Unterricht überhaupt mal vorschlagen. Also ich meine damit wirklich Verbesserungen eines Kurses, nicht einfach die Aussage, dass einem der Stoff zu umfangreich ist.</p>
<h3>Welche Strukturen müssen von bildungsökonomischer und politischer Seite etabliert werden?</h3>
<p>Wir haben eine Zunahme an Studenten, die aber nicht im gleichen Maße einer Zunahme der Lehrkörper entspricht. Gleichzeitig ist das ganze Bildungssystem durchzogen von prekären Arbeitsbedingungen (beispielsweise Dozenten, die pro Unterrichtsstunde aber nicht für die Vorbereitung bezahlt werden) und Zeitverträgen. Und das hat ziemlich üble Folgen: Ich kenne so viele talentierte Leute, die dem System den Rücken gekehrt haben und jetzt irgendwo in der Industrie arbeiten. Diese Leute hätte man wirklich gebraucht. Stattdessen werden Positionen sehr eindimensional vergeben, so dass sich die Professoren, die feste Stellen haben in ihrem Profil zu oft ähneln.</p>
<p>Dabei will man als Bildungssystem ja eigentlich genau das Gegenteil, man will Diversität in der Lehre. Man möchte, dass Studenten unterschiedliche Blickwinkel bekommen und lernen, dass es nicht „die eine reine Lehre“ gibt. Hier müssen wir deutlich flexibler werden. Die zunehmende Quantifizierung von Forschungsleistungen, die oft das einzige Einstellungskriterium sind, tut aber im Grunde genau das Gegenteil und schafft statt Vielfalt eine Art Monokultur, um es mal überspitzt darzustellen.</p>
<blockquote>
<h4>&#8220;Viele Verbesserungen meiner Kurse kamen von Studenten selber, die auf mich zugekommen sind und gesagt haben, dass sie Ideen haben, was man anders oder besser machen könnte.&#8221;</h4>
</blockquote>
<h3>Und was ist mit den MOOCs und vielen e-Learning Plattformen – werden diese die klassische Präsenz-Universität ersetzen?</h3>
<p>Erstmal gehe ich davon aus, dass wir in Zukunft mehr und nicht weniger Bildung brauchen werden. Die Welt wird zunehmend komplexer, eigentlich jedes einzelne Wissensgebiet nimmt rasant zu. Dazu hatten wir ja eingangs gesprochen. Es gibt Studien, die sagen, dass es weniger als zehn Jahre dauert, bis die Menschen das Weltwissen verdoppelt haben. Und um von dieser Zunahme an Wissen zu profitieren, müssen wir es in die Köpfe der Menschen bekommen, zumindest Teilweise. Daher brauchen wir viel Bildung und ich gehe nicht davon aus, dass es dafür in Zukunft einen einzigen goldenen Weg gibt. Die Frage ist also eigentlich nicht: Schaffen MOOCs die Präsenz-Universität ab, sondern eher: Wofür nutzen wir was? Ich sehe bei meinen Studenten einen unglaublichen Bedarf nach einem sozialen Lernumfeld. Der größte Wert einer Universität für Studenten sind in aller Regel die Kommilitonen. Das ist natürlich schwer zu schlucken als Professor, ist aber trotzdem so.</p>
<p>Bei MOOCs habe ich erstmal kein soziales System, in dem ich lernen kann. Daher sind die Abbruchraten bei MOOCs auch so hoch. Aber sie können ein wunderbares Werkzeug sein, wenn ich sie mit einem bestehenden sozialen System kopple. Sagen wir mal eine Abteilung in einer Firma möchte sich zu einem bestimmten Thema besser informieren, dann wäre ein MOOC über den man innerhalb der Firma spricht, eine gute Option. Gerade wenn wir das Zauberwort des lebenslangen Lernens in den Ring werfen, werden wir sehen, dass unsere Universitäten das kapazitiv gar nicht könnten. MOOCs und andere Formate sind daher ungemein wichtig.</p>
<h3>Zum Schluss: Die Universität der Zukunft &#8211; wie sollte sie Ihrer Meinung nach aussehen? (Stichwort: Ort, Lehrinhalte, Lehrstruktur, Ausbildung von Dozierenden)</h3>
<p>Auch hier bin ich für Vielfalt. Die Universität der Zukunft sollte eben anders aussehen als die nächste Universität. Wir suchen immerzu nach Musterlösungen, den idealen Kandidaten, die ideale Lehrumgebung, die ideale Uni und dabei fällt der Wert von Diversität schnell unter den Tisch. Für die Universität der Zukunft würde ich mir daher wünschen, dass sie den Mut hat, anders zu sein.</p>
<h3>Vielen Dank für das Gespräch!</h3>
<p>Titelbild: jarmoluk via <a href="https://pixabay.com/de/projektor-spiegel-zimmer-hörsaal-2775438/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p>Beitragsbild: Sascha Friesike, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Ein Jahr lang musste ich meinen Kaffee alleine trinken“ &#8211; Im Interview mit einem Online-Studenten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/alleine-kaffee-trinken-interview-online-student-151033/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Jan 2017 11:37:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung der Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Bachelor]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele verbinden das Studium mit unzähligen Stunden, die man in riesigen Vorlesungsräumen zusammen mit hunderten weiteren jungen Menschen verbringt. Mittlerweile [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/gxd8hcmi0iq-parker-byrd.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151034" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/gxd8hcmi0iq-parker-byrd-630x420.jpg" alt="gxd8hcmi0iq-parker-byrd" width="630" height="420" /></a>Viele verbinden das Studium mit unzähligen Stunden, die man in riesigen Vorlesungsräumen zusammen mit hunderten weiteren jungen Menschen verbringt. Mittlerweile kann man jedoch ein Studium absolvieren, ohne jemals einen Fuß auf den Campus gesetzt zu haben. Wir haben mit einem Online-Studenten über seine Erfahrungen gesprochen.</p>
<p><strong>politik-digital: Baptiste, wie heißt der digitale Bachelor, den Du gemacht hast?</strong></p>
<p>Baptiste Zapatero: Es ist ein <em>Bachelor of Science in Development and Economics</em> von der <em>University of London International Programmes</em>, durchgeführt von der London School of Economics (LSE).</p>
<p><strong>Wieso hast Du Dich genau für diesen Bachelor entschieden?</strong></p>
<p>Ich habe eigentlich an der Universität Genf einer herkömmlichen Bachelor in Internationalen Beziehungen gemacht. Diesen Bachelor habe ich aber nach zwei Jahren pausiert, um ein Studium an einer professionellen Tanzschule anzufangen. Ich wollte jedoch Vorsichtsmaßnahmen treffen, weil ich wusste, dass ich vielleicht doch weiter studieren möchte. Deswegen habe ich einen Online-Bachelor gesucht und das Thema, das mich interessiert hat, an der LSE gefunden. Nach einem Jahr habe ich dann auch die Tanzschule verlassen und nur online studiert. Schließlich habe ich meinen Bachelor in Genf wieder aufgenommen und ihn zusammen mit dem LSE Kurs abgeschlossen.</p>
<p><strong>Zählt Dein Online-Bachelor genauso viel wie ein herkömmlicher Bachelor? </strong></p>
<p>Ja. Der Bachelor zählt als ein vollwertiger Universitäts-Abschluss.</p>
<p><strong>Waren die Zulassungsvorraussetzungen auch ähnlich? </strong></p>
<p>Ja. Sie waren dieselben wie für einen normalen Bachelor. Gute Noten vom Gymnasium waren zwar wichtig, jedoch gibt es keinen <em>Numerus clausus</em> für digitale Bildung. Deswegen ist der Bachelor weniger selektiv als ein klassischer Bachelor an der LSE. Die Uni garantiert aber, dass die Online-Kurse denselben Wert haben wie die vor Ort. Die Prüfungen werden von LSE-Professoren nach denselben Kriterien bewertet.</p>
<p><strong>Gab es viele Studenten, die den gleichen digitalen Bachelor wie Du gemacht haben, aber keinen normalen Bachelor nebenher? </strong></p>
<p>Ja, natürlich. Es gibt viele die nur diesen Online-Bachelor gemacht haben und danach für ihren Master an der LSE angenommen wurden. Wenn man an einer kleinen Universität studiert, die nicht sehr bekannt ist, dann werden die Kurse, die man dort belegt hat, von der LSE nicht als gut genug angesehen, um dort für einen Master angenommen zu werden. Wenn man aber den Bachelor als Online-Studium an der LSE macht, weiß die Uni, dass dein Wissensniveau hoch genug ist, um dort erfolgreich einen Master abzuschließen. Das zeigt also, dass man dieses Online-Studium durchaus als eigenständiges Studium sehen kann.</p>
<p><strong>Hat Dir Dein Diplom von der LSE dann auch geholfen, in Deinem Master angenommen zu werden? </strong></p>
<p>Ich denke ja. Die LSE ist eine weltweit bekannte Universität und sehr renommiert. Außerdem habe ich durch die Verbindung beider Bachelor viele Kompetenzen gewonnen. Die Universitäten wissen, dass ich mich alleine gut zurechtfinden kann. Deswegen glaube ich, dass es eine Rolle gespielt hat.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/picture.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-151035 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/picture-e1484321240580-305x318.jpg" alt="" width="193" height="201" /></a> <strong>Baptiste Zapatero </strong>ist Masterstudent der Hertie School of Governance in Berlin. Zuvor hat er neben seinem Bachelor an der Universität Genf ein Online-Studium an der London School of Economics absolviert. </div></div>
<p><strong>Kannst Du einschätzen, ob es weltweit viele vergleichbare Fernstudiums-Angebote gibt? Und denkst Du, dass der Bedarf steigt? </strong></p>
<p>Es gibt weltweit sehr viele Universitäten, die ein Fernstudium anbieten. Aber vermutlich gibt es nur wenige Studenten, die ausschließlich online studieren. Die meisten Studenten absolvieren ein klassisches Studium. Und die, die online studieren, sind meistens noch an einer herkömmlichen Uni eingeschrieben oder gehen schon einem Beruf nach.</p>
<p><strong>Ist ein Online-Kurs billiger als das normale Äquivalent an der gleichen Uni? </strong></p>
<p>Ja. Ein Online-Studium an der LSE ist viel billiger. Allerdings sind die Kosten unterschiedlich, je nach Partner-Uni. Die stellen eine zertifizierte Person, die dein Online-Studium begleitet. Meine Begleiterin wurde dafür sehr gut bezahlt. Ich habe sogar überlegt, ob ich mich nach Lyon oder Paris versetzen lassen soll, denn dort kostet die Begleitperson viel weniger. Ungefähr die Hälfte der Gebühren, die ich an die LSE gezahlt habe, wurde für die Bezahlung der Tutorin verwendet. Aber insgesamt ist es auf jeden Fall erheblich günstiger als in London zu studieren. Ich habe insgesamt 2.000 Franken pro Jahr gezahlt.</p>
<p><strong>Wie finden die Prüfungen im Online-Studium statt? </strong></p>
<p>Die LSE hat Partnerschaften mit Unis, an denen du ein Zimmer zum Schreiben der Prüfungen bekommst &#8211; in Genf ist es die Webster Universität. Die Begleiter öffnen die Umschläge mit den Tests für die Studenten und schicken sie dann nach London. So kann man die Prüfung in jedem beliebigen Land ablegen &#8211; das System ist sehr ausgefeilt und praktisch.</p>
<p><strong>Also warst Du für die Prüfungen kein einziges Mal in London? </strong></p>
<p>Nein. Man schreibt sich im September oder Oktober online ein und dann wird einem der Kursplan zugeschickt. Danach ist man komplett flexibel; man kann und muss alles selber organisieren. Alles, was man weiß, ist, dass die Prüfungen im Mai sind.</p>
<p><strong>Dann zählt die Prüfung für 100% Deiner Note in einem Kurs? Es gibt keine Hausarbeiten oder Aufgaben, die man zwischendurch abgeben muss? </strong></p>
<p>Dafür war unser Programm zu groß. Ein Freund von mir hat einen Jura-Bachelor online gemacht und er hatte Hausaufgaben im Semester, da das Programm wesentlich kleiner war.</p>
<p><strong>Hat dir deine Begleiterin in Genf mit den Kursen geholfen wenn du Fragen hattest? Hast du sie regelmäßig getroffen?<br />
</strong></p>
<p>Nein, ich habe sie nur bei den Prüfungen getroffen. Wenn ich sonst Fragen hatte und etwas nicht verstanden habe, musste ich es selbst über das Internet herausfinden. Man ist da auf sich selbst gestellt. Deswegen habe ich auch mein Studium in Genf wieder nebenher aufgenommen. Aber das hat mich auch geprägt und mir weitergeholfen. Ich merke jetzt in meinem Master, dass sich viele Studenten schwer tun, Antworten selbst herauszufinden. Ich weiß, wie ich Antworten finde, das habe ich in den letzten Jahren gelernt.</p>
<p><strong>Denkst Du, dass Dein Abschluss von der LSE höher einzuordnen ist, weil Du mehr auf dich selbst gestellt warst als Studenten in London? </strong></p>
<p>Teils, teils. Zwar lernst du mehr dadurch, dass du dich selbst zurechtfinden musst, aber es ist natürlich nicht so angenehm. Man kann nicht einfach die Hand heben und den Professor etwas direkt fragen, also brauchst du auch viel mehr Zeit. Zum Glück gibt es ein Online-Forum für alle Studenten.</p>
<p><strong>Und es gab kein System, um andere Online-Studenten Deines Kurses zu treffen, die den gleichen Kurs belegt haben? </strong></p>
<p>Nein, das ist ein großer Nachteil dieses Online-Kurses. Aber ich hatte Glück: im ersten Jahr meines Online-Bachelors gab das “Study Weekend“, ein Wochenende in London. Man konnte unseren Professor treffen und mit ihm diskutieren, ihm Fragen stellen und andere Studenten treffen. Dadurch habe ich eine andere Studentin aus Genf kennengelernt und so konnten wir einander helfen. Danach haben sie das “Study Weekend” aber wieder abgeschafft, da es unfair denen gegenüber war, die weiter weg wohnen, und nicht einfach für ein Wochenende nach London kommen konnten. Wenn man jetzt also andere Studenten treffen möchte, kann man nur im Forum posten und hoffen, dass einen jemand kontaktiert, der in der Nähe wohnt. Das war aber nicht einfach. Deswegen war ich in der Zeit, als ich nur den Online-Bachelor gemacht habe, ziemlich isoliert. Alle meine Freunde waren schon fertig und sind aus Genf weggezogen. In diesem Jahr kannte ich wirklich niemanden und habe meinen Kaffee alleine getrunken. Es ist hart, aber so lernt man eben auch unabhängig zu werden.</p>
<p><strong>Könntest Du Dir mit deinem jetzigen Wissen vorstellen, ein weiteres reines Online-Studium zu belegen? </strong></p>
<p>Ich könnte es mir nur dann vorstellen, wenn ich wüsste, dass ich in der ganzen Zeit genug Freunde in der Nähe habe. Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, auch ein soziales Leben zu haben. Und das ist viel schwieriger mit digitalen Bildungsangeboten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: by Parker Byrd via <a href="https://unsplash.com/collections/446537/education?photo=gxD8hCmi0IQ" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unsplash</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><small>CC0 1.0</small></a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<item>
		<title>DAAD-Expertenchat: Master in Ingenieurwissenschaften</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/daad-expertenchat-master-in-ingenieurwissenschaften-5049/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Janek Reimann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Oct 2010 09:02:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[DAAD]]></category>
		<category><![CDATA[Stipendium]]></category>
		<category><![CDATA[Bachelor]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Frank Schwarz]]></category>
		<category><![CDATA[Master]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 14. Oktober 2010 beantwortete Dr. Frank Schwarz von der Universität Duisburg-Essen eine Stunde lang Fragen zu Master-Studiengängen in den Ingenieurwissenschaften. Die User wollten unter anderem Informationen über  den geeigneten Studienort und die Bewerbungsmodalitäten. Den kompletten Chat gibt es <a href="http://www.study-in.de/de/community/chat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> noch einmal zum Nachlesen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 14. Oktober 2010 beantwortete Dr. Frank Schwarz von der Universität Duisburg-Essen eine Stunde lang Fragen zu Master-Studiengängen in den Ingenieurwissenschaften. Die User wollten unter anderem Informationen über  den geeigneten Studienort und die Bewerbungsmodalitäten. Den kompletten Chat gibt es <a href="http://www.study-in.de/de/community/chat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> noch einmal zum Nachlesen.</p>
<p>
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		<item>
		<title>DAAD-Expertenchat zu Sommerkursen in Deutschland</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/daad-expertenchat-zu-sommerkursen-in-deutschland-4910/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Bergemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 08:37:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Sommerkurse]]></category>
		<category><![CDATA[Chat_tag]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[DAAD]]></category>
		<category><![CDATA[Uni]]></category>
		<category><![CDATA[Anne Münkel]]></category>
		<category><![CDATA[Astrid Nothen]]></category>
		<category><![CDATA[Freiburg]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Chat des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) am 10. Juni 2010 berieten Astrid Nothen (Universität Freiburg) und Anne Münkel (Administratorin der Sommerkurs-Datenbank des DAAD) Studierende aus dem Ausland zum Sommerkursangebot des DAAD. Die User fragten vor allem nach Sprachkursen, Zulassungsvoraussetzungen und Unterkunftsmöglichkeiten für ihren Aufenthalt in Deutschland. Den ganzen Chat gibt es <a href="http://www.study-in.de/de/community/chat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zum Nachlesen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Chat des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) am 10. Juni 2010 berieten Astrid Nothen (Universität Freiburg) und Anne Münkel (Administratorin der Sommerkurs-Datenbank des DAAD) Studierende aus dem Ausland zum Sommerkursangebot des DAAD. Die User fragten vor allem nach Sprachkursen, Zulassungsvoraussetzungen und Unterkunftsmöglichkeiten für ihren Aufenthalt in Deutschland. Den ganzen Chat gibt es <a href="http://www.study-in.de/de/community/chat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zum Nachlesen.</p>
<p>
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		<title>DAAD-Expertenchat: Bewerbung von Studenten aus dem Ausland</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/daad-expertenchat-bewerbung-von-studenten-aus-dem-ausland-4885/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Melching]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 May 2010 08:59:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenvisum]]></category>
		<category><![CDATA[uni-assist]]></category>
		<category><![CDATA[Zeugnis]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[DAAD]]></category>
		<category><![CDATA[Bewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[Claudia Schlemmermeyer]]></category>
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					<description><![CDATA[Claudia Schlemmermeyer von uni-assist hat im Experten-Chat des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) Fragen von angehenden Studierenden aus dem Ausland beantwortet. Thema des Chats war die Bewerbung von internationalen Studenten an deutschen Universitäten. Unter anderem ging es um die notwendigen Unterlagen, Studentenvisa und die Anerkennung von Zeugnissen aus dem Ausland. Den ganzen Chat gibt es <a href="http://www.study-in.de/de/community/chat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zum Nachlesen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Claudia Schlemmermeyer von uni-assist hat im Experten-Chat des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) Fragen von angehenden Studierenden aus dem Ausland beantwortet. Thema des Chats war die Bewerbung von internationalen Studenten an deutschen Universitäten. Unter anderem ging es um die notwendigen Unterlagen, Studentenvisa und die Anerkennung von Zeugnissen aus dem Ausland. Den ganzen Chat gibt es <a href="http://www.study-in.de/de/community/chat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zum Nachlesen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Probleme mit Online-Prüfungen finden in Köpfen der Juristen statt&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/probleme-mit-online-pruefungen-finden-in-koepfen-der-juristen-statt-4851/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Melching]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 17:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[E-Assessment]]></category>
		<category><![CDATA[Jan-Armin Reepmeyer]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Prüfungen]]></category>
		<category><![CDATA[Self-Assessment]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
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					<description><![CDATA[Der <a href="http://www.e-teaching.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">e-teaching.org</a>-Expertenchat mit Jan-Armin Reepmeyer am 12.4.2010 zum Nachlesen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der <a href="http://www.e-teaching.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">e-teaching.org</a>-Expertenchat mit Jan-Armin Reepmeyer am 12.4.2010 zum Nachlesen.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen zum e-teaching.org-Expertenchat zum Thema E-Assessments. Wie lassen sich Online-Prüfungen durchführen, ohne rechtlich angreifbar zu sein? Verletzen elektronische Leistungsnachweise das Datenschutzrecht der Studierenden? Und inwiefern besteht die Gefahr, mit digitalen Prüfungsaufgaben gegen das Urheberrecht zu verstoßen? Hier im Chat begrüße ich jetzt Dr. Jan-Armin Reepmeyer. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und die Fragen unserer Chatterinnen und Chatter beantworten. Gleich die erste Frage an unseren Gast: Wie sieht es aus, wollen wir starten?<b></b>
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Ja!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Im Vorfeld des Chats hatten die User die Möglichkeit, Pre-Chat-Fragen zu stellen und diese zu bewerten. Hier kommt die am höchsten bewertete Frage aus dem Pre-Chat:
</p>
<p>
<b>Researcherin:</b> Wie erlangt man Rechtssicherheit bei Online-Prüfungen?<b></b>
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Dazu müssen Sie zunächst diskutieren, was Rechtssicherheit überhaupt ist. Und damit sind dann auch die Antworten wieder in einzelne Bereiche aufgeteilt, zum Beispiel Rechtssicherheit in der Prüfungsordnung, Rechtssicherheit im Anmeldeverfahren, Rechtssicherheit in der Zuordnung Prüfer zu Prüfling oder Rechtssicherheit im Prüfungsverfahren. Ich könnte jetzt zu den einzelnen Punkten jeweils etwas sagen. Aber ich glaube, da kommen dann jeweils noch spezielle Fragen.
</p>
<p>
<b>Heinrich: </b>Welche Formen von Online Prüfungen sind rechtlich machbar?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Was verstehen Sie unter Formen von Online-Prüfungen? Meinen Sie die Typen der Fragen wie Multiple Choice oder Lückentext? Sie können im Prinzip alles online abprüfen. Die einfachste Form ist einfach die Eingabe einer Antwort in einen Editor und die Prüfung wird dann wie eine herkömmliche Klausur auch vom Prüfer einzeln bewertet. Das widerspricht aber dem typischen Sinn einer Online-Prüfung &#8211;  bei der es ja darauf ankommt, die Antworten automatisch auszuwerten und das Prüfungsergebnis möglichst rasch zu präsentieren.
</p>
<p>
<b>KuretschkaUniStuttgart:</b> Sehr geehrter Herr Reepmeyer, mich interessiert die Frage, inwieweit denn gerade bei Online-Klausuren, die nicht in den Räumlichkeiten der Hochschule abgehalten werden (ohne Aufsicht), sichergestellt werden kann, dass es keine verbotenen Hilfsmittel gibt oder andere Personen sich der Prüfung unterziehen
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer: </b>Das können Sie aus meiner Sicht überhaupt nicht überprüfen. Aus meiner Sicht muss bei jeder Prüfung &#8211; außer bei einem Self-Assessment &#8211; im Sinne der Prüfungsordnung eine Kontrolle durch Aufsichten vorhanden sein. Ansonsten können Sie zum Beispiel nicht sicherstellen, dass wirklich der Prüfling selber vor dem Computer sitzt und nicht ein von ihm bestellter Helfer.
</p>
<p>
<b>researcherin:</b> Sind Ihnen Beispiele für komplett orts- und zeitunabhängige, rein webbasierte Prüfungen bekannt?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Aus der Frage von eben ergibt sich, dass komplette Ortsunabhängigkeit nicht realisierbar ist, weil eben eine Aufsicht dabei sein muss. Wenn Sie allerdings auf Self-Assessment anspielen, also die Möglichkeit seinen Wissensstand selber zu überprüfen, dann könnte man auf diese Aufsichten verzichten und die Prüfungen über das Web anbieten &#8211; also an allen Orten &#8211; und jederzeit. Es gibt allerdings auch im Bereich der Prüfungen, bei denen eine Aufsicht erforderlich ist, schon sogenannte Online-Prüfung-on-demand, bei der zumindest der Zeitpunkt der Prüfung vom Studenten selber bestimmt werden kann.
</p>
<p>
<b>Stine: </b>Welche Möglichkeiten der Identifikation von Studierenden bei Online-Prüfungen gibt es?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer: </b>Die Aufsicht muss die Identität des Studierenden feststellen, zum Beispiel anhand des Studentenausweises. Nur dann kann sichergestellt sein, dass auch wirklich die Prüfung von der Person abgelegt wird, die sie vorgibt zu sein. Noch einmal: Bei Self-Assessments sieht das alles ganz anders aus. <b></b>
</p>
<p>
<b>peter:</b> Gibt es Fächer/Fachbereiche in denen Online Prüfungen sinnvoller sind als in anderen?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Das hängt davon ab, wie Sie den Stoff aufbereiten können. Wenn Sie typischerweise viel Wissen abfragen und in vorformatierten Fragetypen arbeiten können, geht das einfacher als wenn Sie lange Texte selber verfassen müssen. Daraus leitet sich dann auch ab, dass zum Beispiel juristische Prüfungen eher unwahrscheinlich sind  &#8211; anders als Prüfungen zum Beispiel in den Wirtschaftswissenschaften. Es gibt allerdings ein Argument, dass inzwischen auch von den Juristen eingesehen wird: Man kann Texte, die in einem Editor eingetippt werden, deutlich besser lesen als Texte, die handschriftlich zu Papier gebracht werden.
</p>
<p>
<b>Mauch:</b> Könnte eine Ortsunabhängigkeit bei Prüfungen gewährleistet werden, wenn eine Webcam während einer &quot;mündlichen&quot; Online-Prüfung verwandt wird und sich somit die Person identifiziert?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Das ist eine Frage, wie sehr die Prüfungsverwaltung auf diese Überwachung vertraut. Ich selber kenne keinen Fall, wo das so organisiert wird. Es gibt zwar Ortsunabhängigkeit in dem Sinne, dass die Prüfung gleichzeitig an vielen Orten abgehalten wird, aber an jedem Ort bleibt trotzdem eine Aufsicht notwendig.
</p>
<p>
<b>mopet:</b> Können durch Online-Prüfungen Gelder im universitären Betrieb eingespart werden?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Also aus meiner Sicht sehr sehr deutlich. Sie müssen einfach einmal überlegen, wie viel Geld sie ausgeben für die Korrektur zum Beispiel von 500 Klausuren, die mit der Hand geschrieben worden sind. Und wie viel Sie brauchen, um 500 Klausuren von einem Computersystem korrigieren und bewerten zu lassen. Ich selber habe eine Berechnung vorgenommen, die für unsere Fakultät ein Einsparpotenzial von deutlich über 100.000 Euro pro Jahr ausweist.
</p>
<p>
<b>helga: </b>Wie hoch ist der technische Aufwand für Online Prüfungen? Kann eine Uni das alleine bewältigen?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Das Hauptproblem ist: Sie müssen eine hinreichend große Anzahl von Computerarbeitsplätzen bereitstellen können und zwar möglichst an einer Stelle und nicht an vielen Stellen verteilt, denn sonst haben Sie wieder das Aufsichtsproblem. Wenn Sie diese Computerarbeitsplätze haben, können Sie diese mit den technischen Mitteln relativ einfach betreiben. Ein Browser genügt in der Regel für den Prüfungsplatz. Dazu kommen natürlich die Server, die Sie entweder selber betreiben oder gegen Gebühr von einem Provider anmieten.
</p>
<p>
<b>Martin M.:</b> Ist bei E-Prüfungen das Datenschutzrecht der Teilnehmer/innen in Gefahr?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Das sehe ich nicht so. Erstens müssen solche Systeme sowieso wie alle anderen universitären Systeme datenschutzrechtlich einwandfrei betrieben werden. Zum zweiten werden ja auch in herkömmlichen Klausuren entsprechende Informationen und ähnliche Dinge vom Studenten abgefragt und archiviert. Man sollte an dieser Stelle auch deutlich unterscheiden zwischen dem System, das die Prüfungen abnimmt und dem System, das die Prüfungen und die Ergebnisse der Prüfungen verwaltet. Solche Prüfungsamtsysteme sind heute schon lange in Betrieb, ohne dass dort noch über datenschutzrechtliche Probleme diskutiert wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier eine Frage, die sich direkt daran anschließt:
</p>
<p>
<b>Lehrbuch:</b> Wie hoch schätzen Sie die Gefahr ein, dass Online-Prüfungsfragen von den Prüflingen weiterverbreitet werden können?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Das ist genau das gleiche Problem wie das Weitergeben von Klausuraufgaben. Sie dürfen die gleichen Fragen eben nicht immer und immer wieder verwenden, sondern müssen sich neue ausdenken. Dabei hilft allerdings ein umfangreicher Fragenkatalog, in dem Sie auch immer wieder Varianten von bekannten Fragen erzeugen können, so dass ein reines Auswendiglernen für die Prüflinge keinen Sinn mehr macht &#8211; weil es einfach zu viele Fragen gibt.
</p>
<p>
<b>flegel:</b> Was passiert, wenn ein Prüfling technische Probleme hat, die ihn an der Teilnahme an einer Prüfung hindern?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Für solche Fälle muss die Prüfungsorganisation vorsehen, dass es Ersatzarbeitsplätze gibt, so dass die Prüfung ohne Zeitverzug trotzdem fortgesetzt werden kann. Wenn es sich um ganz schwer wiegende technische Probleme handelt, muss die Prüfung eben erneut angesetzt werden, aber das haben Sie auch bei klassischen Klausuren. Wenn zum Beispiel das Licht im Hörsaal ausfällt oder die Heizung im Winter nicht in Betrieb ist.
</p>
<p>
<b>sr:</b> Wie stellen Sie sicher, dass die Studierenden die Bedienung des Programms beherrschen?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Das ist ein ganz wichtiger Punkt, der auch bei der Rechtssicherheit berücksichtigt werden sollte. Die Studierenden müssen unbedingt die Möglichkeit haben, mit der im Prüfungsverfahren eingesetzten Software vorher arbeiten zu können und somit entsprechende Kenntnisse in der Bedienung nachweisen können und auch zum Beispiel überprüfen können, ob sie scharf genug sehen können, um bestimmte Fragetypen einwandfrei beantworten zu können. Sie müssen also dafür sorgen, dass es hinreichend Übungsmöglichkeiten gibt. Am besten natürlich auf dem heimischen PC der Studenten.
</p>
<p>
<b>Hedwig:</b> Wie barrierefrei sind Online-Prüfungen? Eher ein Hindernis oder eine Erleichterung?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Das müssen Sie ähnlich sehen wie auch bei klassischen Prüfungen. Es muss einfach eine Möglichkeit geschaffen werden, dass auch Studierende mit Behinderungen einwandfrei solche Prüfungen ablegen können. Das heißt, die Software muss zum Beispiel so geschrieben sein, dass sie entsprechend bearbeitet werden kann, die Computerarbeitsplätze müssen das ermöglichen und die Prüfungsräume müssen entsprechend zugänglich sein. Mir sind auch Fälle bekannt, wo Dritte unter Aufsicht die Antworten der Prüflinge in ein System eingegeben haben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier kommt noch eine aktuelle Nachfrage:
</p>
<p>
<b>Anne Thillosen:</b> Gab es schon mal Klagen, weil es vorher keine Probemöglichkeiten gab?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Das ist mir nicht bekannt. Die neueren Systeme, die ich kenne, bieten alle ausdrücklich diese Möglichkeit an. Klagen sind mir an der Stelle nicht gegenwärtig.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Plank:</b> Ist die Tippgeschwindigkeit ein rechtliches Problem?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Dazu möchte ich mal aus einer Folie einer Rechtsanwältin zitieren: &quot;Unterschiedliche PC-Kenntnisse sind als unvermeidbar hinzunehmen und bedeuten keine Beeinträchtigung des Grundsatzes der Chancengleichheit.&quot; Das ist ein juristisches Zitat und ich sehe das ähnlich wie mit der unterschiedlichen Schreibgeschwindigkeit bei handschriftlichen Prüfungen. Die Studierenden sollten wissen, dass es heute so etwas gibt und sich zum Beispiel durch Schreibmaschinenkurse auf solche Systeme vorbereiten.
</p>
<p>
<b>fivo:</b> Sehen Sie eine rechtliche Verpflichtung, in Prüfungsordnungen zwischen elektronischen Prüfungen am PC als gesonderter Prüfungsform und mündlicher, schriftlicher und praktischer Prüfung abzugrenzen &#8211; oder spielt die Darbietungsform keine Rolle?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer: </b>Das sollte ausdrücklich gemacht werden. In Prüfungsordnungen sollte expressis verbis stehen, dass auch Prüfungen unter Zuhilfenahme von Computern abgenommen werden können. Und wenn sie noch genauer sind, dann erlauben sie auch ausdrücklich Multiple-Choice-Prüfungen oder andere &#8211; nur am Computer sinnvoll einsetzbare &#8211; Frageformen. Die meisten Anfechtungen von Online-Prüfungen stammen aus diesem Bereich.
</p>
<p>
<b>AMGallus:</b> Gibt es generelle juristische Regelungen, die herangezogen werden können, solange die Institution, an der E-Klausuren durchgeführt werden, noch keine rechtsgültigen Richtlinien zu E-Klausuren hat?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Ja, Sie müssen die gültige Prüfungsordnung heranziehen ohne die Sie ja sowieso keine Prüfung abnehmen können. Und dann gibt es zum Beispiel den juristischen Grundsatz, dass nach Paragraph 126 BGB die Schriftform auch durch eine elektronische Form ersetzt werden kann. Außerdem kann nach meiner Kenntnis ein kurzfristig herbeizuführender Beschluss des Prüfungsausschusses hier auch ohne lange Verfahren zur Änderung der Prüfungsordnung Abhilfe schaffen.
</p>
<p>
<b>hajo78: </b>Gibt es Erfahrungswerte bei Online-Prüfungen aus anderen Ländern? Wie sieht es z.B. in Großbritannien aus?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Die Briten sehen viel weniger Probleme als wir Deutschen beim Einsatz von elektronischen Prüfungen. Deswegen ist es auch dort sehr viel weiter verbreitet. Inzwischen werden dort sogar Zeichnungen am Computer angefertigt und bewertet. Man könnte also boshaft sagen, dass die ganzen Probleme mit Online-Prüfungen mehr in den Köpfen der deutschen Juristen stattfinden als im tatsächlichen Betrieb.
</p>
<p>
<b>KuretschkaUniStuttgart:</b> Gibt es schon Erkenntnisse, wie sich die hochschulrechtliche Rechtsprechung zum Thema Online-Prüfungen und deren Durchführung bzw. Ausgestaltung in Prüfungsordnungen verhält?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Es gibt einzelne Urteile, die man aber nicht als einheitliche Rechtsprechung zu diesem Thema interpretieren kann. Der einzige Bereich, der etwas ausführlicher und schon länger behandelt wird, sind die Prüfungen bei den Medizinern, die ja schon lange Multiple-Choice einsetzen und damit auch natürlich die computergestützte Form präferieren. Deswegen gibt es auch hier immer wieder spezielle Vorschriften, wenn Sie Prüfungen nur und ausschließlich mit Multiple-Choice-Fragen abnehmen. Das geht von der Bewertung bis hin zu der Forderung, dass alle Prüfungen wirklich exakt gleich sein müssen. Nach meiner Auffassung gilt das aber alles nicht mehr, sobald sie andere Fragetypen als Multiple-Choice in den Prüfungen verwenden.
</p>
<p>
<b>CarmenQuintela:</b> Sie erwähnten eingangs, dass Rechtssicherheit in der Prüfungsordnung bestehen müsse. Können Sie Eckpunkte nennen, die in jedem Fall in der Prüfungsordnung gegeben sein müssen?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Ja, haben wir vorhin schon gesagt: Es muss ausdrücklich drinstehen, dass man Prüfungen in Form von Online-Prüfungen abnehmen darf und eventuell müssen auch einzelne Frageformen in diesen Vorschriften erwähnt werden. Sobald dass der Fall ist, kann niemand mehr daran zweifeln, dass Online-Prüfungen in diesem Bereich als rechtssicher gelten können.
</p>
<p>
<b>bach:</b> Wie bzw. wo kann man sich über Gründe für die bisherigen Anfechtungen informieren?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Eventuell bei den Herstellern der entsprechenden Systeme, dann bei Prüfungsämtern von Universitäten oder ähnlichen Einrichtungen, die schon viele Online-Prüfungen hinter sich haben. Ein Portal oder so etwas Ähnliches ist mir nicht bekannt. 
</p>
<p>
<b>Tuttle:</b> Wie sicher sind Campus-Management-Systeme? Und wer kann intern auf meine Daten zugreifen?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Zunächst einmal: Die Unterscheidung zwischen Campus-Management-Systemen &#8211; also zum Beispiel einem Prüfungsamtssystem &#8211; und einem Prüfungsabnahmesystem ist immer wieder wichtig. Zur Rechtssicherheit von Online-Prüfungen gehört es aber auch, dass man die Sicherheit der Anmeldungen zu solchen Prüfungen sicherstellt. Also zum einen nur die Leute an der Prüfung teilnehmen lässt, die sich auch angemeldet haben und zum anderen auch nur die Leute wegen Nicht-Erscheinens bestraft, die sich tatsächlich angemeldet haben. Wenn hier Verfahren wie das Pin-TAN-Verfahren eingesetzt werden, sollte analog zum Online-Banking alles rechtssicher ablaufen. Ansonsten ist das eine Thematik, die man vielleicht mal an einem anderen Termin generell diskutieren könnte. Zum Datenzugriff bleibt zu sagen, dass das ein Thema der eingesetzten Systeme und des Betriebes dieser Systeme im jeweiligen universitären Bereich ist. Auch hier sollte man sich an die Datenschutzbeauftragten halten.
</p>
<p>
<b>Hans:</b> Wie können digitale Prüfungsdokumente am besten archiviert werden? Was muss hierbei beachtet werden?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Zum Einen müssen Sie natürlich sicherstellen, dass die Prüfung, die Sie jetzt archivieren, auch im Nachhinein immer noch der Person zuzuordnen ist, die sie geschrieben hat. Zum anderen brauchen Sie ein technisches Verfahren, um die Prüfung mit den Antworten des Prüflings aus der Datenbank herauszuholen und unveränderbar langfristig zu speichern. Es bietet sich hier an, die Prüfung mit Antworten und eventuellen Korrekturbemerkungen als PDF zu speichern und mit der Matrikelnummer und zum Beispiel der bei der Prüfung vergebenen TAN zu sichern. Und dann auf einem dauerhaft verfügbaren Medium, zum Beispiel einer CD, zu archivieren. Ob das länger als zehn Jahre hält, ist allerdings im Moment technisch umstritten.
</p>
<p>
<b>CarmenQuintela:</b> Zur Nachhaltung der Prüfungsergebnisse: Gibt es einheitliche Regelungen, in welcher Form und wie lange Prüfungsergebnisse aus Online-Prüfungen nachgehalten werden müssen bzw. gibt es überhaupt diesbezüglich Unterschiede zu Offline-Prüfungen?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Mir sind keine Unterschiede bekannt. Generell sollte es doch so sein, dass, wenn es keine ausdrücklichen Regelungen für Online-Prüfungen gibt, die Regelungen für gewöhnliche Prüfungen gelten. Und hier sind die Archivierungsvorschriften zu nennen, die für klassische papiergestützte Klausuren gelten: Meines Wissens müssen solche Prüfungen zehn Jahre aufgehoben werden und die Daten, die man zum Erstellen eines Zeugnisses oder Diploms benötigt, müssen sechzig Jahre archiviert werden. Diese Regelungen sollten dann auch für Online-Prüfungen und deren Ergebnisse angewendet werden.
</p>
<p>
<b>AMGallus:</b> Welcher Zeitraum muss den Studierenden nach Bekanntgabe der Klausurergebnisse für Rückfragen zu ihren Klausuren gegeben werden bevor die Noten ins Prüfunssystem eingegeben werden?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Auch hier gelten natürlich zunächst einmal die Grundsätze für herkömmliche Klausuren. Sie müssen einen Zeitraum für die Einsichtnahme in die geschriebenen Klausuren durch das Prüfungsamt benennen und allen Betroffenen die Möglichkeit zur Einsichtnahme geben. Wenn dieser Zeitraum abgelaufen ist, ist auch die Möglichkeit zur nachträglichen Anfechtung des Ergebnisses nicht mehr vorhanden. Wenn Sie in Online-Prüfungen Einsicht nehmen lassen, müssen Sie natürlich die entsprechenden technischen Voraussetzungen dafür schaffen. Sie müssen also zum Beispiel dafür sorgen, dass der Prüfling bei der Einsichtnahme nicht nachträglich in der Prüfung etwas verändert. Ich kenne Verfahren, in denen die PDF-Datei &#8211; die auch für die Archivierung verwendet wird &#8211; als Basis für eine Klausureinsicht herangezogen wird. Ein Vorteil einer solchen Regelung wäre, dass sie vielen Kandidaten gleichzeitig die Möglichkeit zur Einsichtnahme gibt und damit wiederum eine Entlastung des Korrekturpersonals verbunden ist, das sonst jede einzelne Klausur heraussuchen und mit dem Kandidaten besprechen müsste.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier kommt eine aktuelle Nachfrage:
</p>
<p>
<b>Horst Schneider:</b> Was sind die &quot;Daten die man zum Erstellen eines Zeugnisses oder Diploms benötigt&quot;? 
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Wenn Sie eine Klausur in einem examensrelevanten Fach geschrieben haben, dann ist die Note, die Sie dort erzielt haben, für das Diplom und das Zeugnis relevant, die Klausur selber aber nicht.
</p>
<p>
<b>Phillip S.:</b> Wie kann der Prüfling sicherstellen, dass seine Antworten richtig gespeichert wurden? Bei einer handschriftlich durchgeführten Prüfung sollte das ja im Nachhinein kein Problems sein, in einem elektronischen System kann hingegen, z.B. durch Softwarefehler, hinterher alles mögliche stehen.
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Das ist die typische Angst, dass ein Computer die eigenen Angaben durcheinander bringt. Hier kann man auch wieder auf die Einsichtnahme verweisen, die ja eine Gesamtschau der Fragen und Antworten inklusive Korrekturhinweisen bietet. Ansonsten wäre es noch möglich, dass der Hersteller von solchen Programmen seine Software zertifizieren lässt, so wie es seit langem zum Beispiel mit Buchführungsprogrammen geschieht bei denen selbst das Finanzamt solchen Zertifizierungen vertraut.
</p>
<p>
<b>trumancapote:</b> Gibt es für Sie ein Best-Practice für E-Asessments?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer: </b>Ich persönlich setze zum Beispiel das System &quot;LPLUS&quot; ein, das auch in der Universität Bremen und in Duisburg/Essen verwendet wird. Hier könnte man natürlich fragen und sich Anregungen dazu holen. Dieses System &quot;LPLUS&quot; wird seit langem auch in der Luftfahrt eingesetzt &#8211; zum Beispiel zur Erlangung der Privatpilotenlizenz &#8211; oder zur Prüfung von und Zertifizierung der Weiterbildung von Mitarbeitern der Lufthansa. Ich glaube, alle diese Angesprochenen sind bereit, über ihre positiven Erfahrungen mit diesem Werkzeug zu sprechen.
</p>
<p>
<b>Lehrbuch:</b> Wissen Sie von Manipulationen an E-Prüfungs-Systemen?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Mir ist ein Fall persönlich untergekommen, in dem ein Student bewusst den Rechner ausgeschaltet hat, in der Hoffnung, die Prüfung (die bis dahin extrem schlecht ausgefallen war) noch einmal ablegen zu dürfen. Diese Manipulation hat aber nicht geholfen, weil wir auf solche Fälle vorbereitet sind und den Studenten unmittelbar an einen Ersatzrechner setzen konnten. Das Hacken der Serverkomponenten muss man halt mit den üblichen Mitteln sehr sorgfältig zu verhindern versuchen. Ansonsten sehe ich bei den mir bekannten Systemen keine Möglichkeit die Beantwortung der Fragen zu manipulieren. Dass man unerlaubte Hilfsmittel heranzieht, ist durchaus möglich und muss halt durch eine Aufsicht wie bereits oben diskutiert verhindert werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier eine Frage zu einem Themenkomplex, den wir bisher noch angesprochen haben:
</p>
<p>
<b>Klinger: </b>Können E-Assements in Bezug auf die CO2-Bilanz umweltverträglich gestaltet werden? Gleicht das eingesparte Papier (mehr Bäume in Brasilien) die Emissionen durch zusätzlich verbrauchten Strom wieder aus?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Was Sie einsparen, ist sicherlich Papier. Unser Prüfungsamt gibt ca. 10.000 Euro im Jahr für Klausurhefte aus. Ob jetzt die Server mehr Strom verbrauchen, vermag ich nicht zu sagen. Einsparpotenziale gibt es meines Erachtens vor allen Dingen bei Personen &#8211; aber die sind ja nicht CO2-relevant.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier noch eine aktuelle Nachfrage zu den E-Assessment Systemen:
</p>
<p>
<b>Daniel Möbs:</b> Gibt es denn auch noch weitere Systeme, die seit langem e-Prüfungen durchführen?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Erwähnen möchte ich hier das System ILIAS, ein Open-Source-System, bei dem allerdings die Fragen der Rechtssicherheit nicht so deutlich geklärt sind wie bei professionellen kommerziellen Systemen. Außerdem wird in der medizinischen Hochschule in Hannover ein System &quot;Q&quot; eingesetzt. Ich möchte noch einmal deutlich sagen, dass es im Bereich des Self-Assessment und des Assessment-Centers zum Beispiel für Einstellungen von Mitarbeitern eine Reihe weiterer Systeme gibt, die aber eben gerade nicht ihren Schwerpunkt auf der Rechtssicherheit von Systemen haben, die sich mit Prüfungen beschäftigen.
</p>
<p>
<b>chatter:</b> Was bedeuten häufigere Online-Prüfungen für den Prozess des Lernens und der Prüfungsvorbereitung der Studenten? Reicht es noch aus, aus einem Lehrbuch zu lernen?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Das können Sie jetzt unter verschiedenen Gesichtspunkten sehen. Wenn Sie, wie es ja im Moment am meisten passiert, die klassische Klausur am Semesterende durch eine Online-Prüfung ersetzen, haben Sie keine deutlichen Unterschiede in den typischen Lernverhalten zu erwarten. Sie können aber natürlich mit einem guten Online-Prüfungssystem auch regelmäßige Prüfungen im Semester abhalten, in denen der Lernfortschritt überprüft wird und sich zum Beispiel das Gesamtergebnis aus diesen einzelnen Prüfungsteilen zusammensetzt. Ich persönlich nutze zum Beispiel das Online-Prüfungssystem, um mehrere Prüfungstermine im Semester anzubieten. Bei jedem Termin wird die gleiche Prüfung abgenommen &#8211; natürlich mit verschiedenen Fragen &#8211; aber die Studierenden haben die Möglichkeit, selber zu entscheiden, ob sie zum Beispiel schon zur Mitte des Semesters eine Prüfung hinter sich bringen wollen, die dann am Semesterende nicht mehr anliegt.  Außerdem biete ich Wiederholer-Prüfungen an zu Beginn des folgenden Semesters für diejenigen, die am Ende des vorigen Semesters durchgefallen sind. Und das geht eben besonders gut, wenn Sie ein Online-Prüfungssystem mit einem umfangreichen Fragenkatalog haben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, die Chat-Zeit ist auch schon fast um: Wollen sie noch ein kurzes Schlusswort an die User richten?
</p>
<p>
<b>Jan-Armin Reepmeyer:</b> Ja, ich bedanke mich bei allen Chat-Teilnehmern für die interessanten Fragen. Ich möchte Sie ermutigen, sich mit dem Thema &quot;Online-Prüfungen&quot; ausführlich auseinanderzusetzen und vor allen Dingen unvoreingenommen an die Sache heranzugehen. Es gibt eine ganze Zahl von Vorurteilen, von denen man sich hier auf keinen Fall leiten lassen sollte. Bei dieser Beschäftigung wünsche ich allen viel Erfolg.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten <a href="http://www.e-teaching.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">e-teaching.org</a>-Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen Fragen – die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beantworten konnten. Vielen Dank auch an Dr. Jan-Armin Reepmeyer für die kompetenten Antworten.</p>
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			</item>
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		<title>Erweiterung von meinprof.de kommt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2008 17:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Evaluation]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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		<category><![CDATA[Alexander Pannhorst]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Metschke]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Mitbegründer von MeinProf.de waren am 14. November 2008 zu Gast im Expertenchat von E-teaching.org. Wie entstand die Idee zu MeinProf.de? Wie gehen Dozenten mit schlechten Bewertungen um? Was wird sich mit dem Relaunch von MeinProf.de verändern? Diese und zahlreiche weitere Fragen beantworteten Thomas Metschke und Alexander Pannhorst. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Mitbegründer von MeinProf.de waren am 14. November 2008 zu Gast im Expertenchat von E-teaching.org. Wie entstand die Idee zu MeinProf.de? Wie gehen Dozenten mit schlechten Bewertungen um? Was wird sich mit dem Relaunch von MeinProf.de verändern? Diese und zahlreiche weitere Fragen beantworteten Thomas Metschke und Alexander Pannhorst. <!--break--></p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen zum e-teaching.org-Expertenchat. Heute chatten Thomas Metschke und Alexander Pannhorst mit Ihnen. Unser Thema: MeinProf.de &#8211; Qualitätssicherung oder Denunzierung? Wie sieht es aus, die Frage in die Runde: Können wir starten?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke und Alexander Pannhorst:</b> Ja, gerne!
</p>
<p>
<b><br />
Moderator:</b> Wie kam es denn zur Gründung von MeinProf.de?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Wir saßen damals in der Gruppe zusammen und haben uns darüber<br />
ausgetauscht, was für Kurse wir nächstes Semester besuchen wollen. Dabei kam die Frage nach der Qualität eines bestimmten Kurses auf, was man dabei lernt, wie gut der Dozent ist und so weiter. Und da haben wir festgestellt, dass es kein System gibt, wo Studenten sich informieren können, was ihre älteren Kommilitonen über ihre Kurse denken. Einer aus unserer Gruppe, Jonathan, der kurz davor aus den USA zurück kam, hat vom amerikanischen System RateMyProfessors.com<br />
berichtet. Wir haben uns das angeschaut und haben am gleichen Abend entschieden, dass wir so etwas Ähnliches machen. Wir haben auch gleich entschieden, dass wir bestimmte Features nicht übernehmen. Auf unserer Seite sollten ganz speziell Kurse bewertet werden und nicht die Dozenten. Vor allen Dingen nicht &quot;hot or not&quot; &#8211; also sehen Dozenten gut aus oder nicht. Das interessiert nicht. So ist an diesem Abend die Idee für MeinProf.de entstanden.
</p>
<p>
<b><br />
Marcy:</b> Wie viele Leute stehen hinter MeinProf.de?
</p>
<p>
<b><br />
AlexanderPannhorst:</b> Fünf Leute.
</p>
<p>
<b>S. Kirchner:</b> Wie finanziert sich MeinProf.de?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> MeinProf.de finanziert sich bisher noch nicht. Wir sind als gemeinnütziger<br />
Verein aufgestellt und können unsere Grundkosten durch Werbung decken.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Damit dürfte auch diese Frage fast beantwortet sein:
</p>
<p>
<b>Mag:</b> Macht Ihr MeinProf.de hauptberuflich?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke und Alexander Pannhorst:</b> Hoffentlich bald alle!
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Zum Teil noch nicht. Aber, wie gesagt, hoffentlich bald alle fünf<br />
Gründer.
</p>
<p>
<b>Lassse:</b> Wie viele angemeldete Studis gibt es? Loggen die sich regelmäßig ein?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Es gibt 90.000 angemeldete Studierende, die loggen sich auch regelmäßig<br />
ein.
</p>
<p>
<b>Löscher:</b> Wie sind Sie zu den Bewertungskriterien gekommen? Haben Sie sich die selbst ausgedacht?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Die haben wir uns selbst ausgedacht und haben sie dann in einer Gruppe von 50-80 Studierenden, die wir kennen, getestet.
</p>
<p>
<b><br />
Frido:</b> Haben die Profs Sie eigentlich für die Gründung von MeinProf.de &quot;verteufelt&quot;?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b>  Die wissen das eigentlich gar nicht. Einer meiner Professoren weiß es. Er hat mich nicht dafür verteufelt.
</p>
<p>
<b><br />
Mag:</b> Wie schafft ihr es, alle Beiträge zu sichten?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Das tun wir nicht. Wir reagieren auf Feedback und schauen nach Unregelmäßigkeiten.
</p>
<p>
<b>In welchen Fachbereichen und Bundesländern gibt es die meisten<br />
Einträge?</b><br />
<b></b>
</p>
<p>
<b>Wolfram:</b> Haben Professoren von<br />
besonders technikaffinen Studiengängen (z.B. Informatik, Elektrotechnik&#8230;) mehr Einträge als zum Beispiel Sportdozenten?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Mehr als bei Sportdozenten ja, aber es gibt auch sehr viel mehr Studenten aus technischen Fächern. Am Anfang hat es eine starke Nutzerschaft aus den Informatik- und  Ingenieurwissenschaften gegeben. Inzwischen verteilt sie sich aber sehr gleichmäßig.
</p>
<p>
<b>TipTop:</b> Apropos Dienstleistungen: Habt Ihr schon einmal untersucht, ob es im<br />
Durchschnitt mehr Bewertungen aus Bundesländern mit Studiengebühren gibt, da die Studenten hier eventuell noch mehr Wert auf gute Lehre legen, die sie ja teuer bezahlen müssen?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b>  Das haben wir nicht. Aber ich glaube, dass es diesen Zusammenhang nicht gibt. Das hat andere Gründe, wenn in einem Bundesland wesentlich mehr Bewertungen vorliegen, als z.B. Studiengebühren.
</p>
<p>
<b>Werner:</b> Woran liegt es Eurer Meinung nach, dass einige Unis bzw. Bundesländer besonders gut abschneiden und andere nicht?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Die Unis, die gut abschneiden, machen viel für die Lehre. Sie sind sich der Tatsache bewusst, dass die Hochschule nicht nur aus Forschungsaktivitäten<br />
besteht.
</p>
<p>
<b> Fragen zum MeinProf.de-Ranking</b><br />
<b></b>
</p>
<p>
<b>Wundi:</b> Haben Sie schon mal überlegt, sich bei den großen Hochschulrankings<br />
wie dem Zeit-CHE-Ranking mit einzuklinken?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Wir haben im Sommer zum 2. Mal ein Ranking veröffentlicht. Ein<br />
Rankinganbieter war nicht besonders glücklich, dass wir auch ein Ranking veröffentlichen. Wir glauben, dass unser Ranking eine gute Ergänzung zu den bestehenden Rankings ist, da diese eine ganz andere Perspektive als unseres haben.
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die anderen Rankinganbieter nicht<br />
unbedingt das Interesse haben, dass wir uns dort &quot;einklinken&quot;.
</p>
<p>
<b>S.Kirchner:</b> Betrachtet ihr Euer Ranking als eine Art &quot;linke&quot;<br />
Alternative?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Wir haben keine Parteizugehörigkeit. Wir sehen es aber schon als Alternative. Wir glauben, dass unser Ranking eine andere Perspektive auf die Situation<br />
der Hochschule bietet &#8211; unabhängig von Nobelpreisen und Drittmitteln.
</p>
<p>
<b>Was bringen Mein Prof.de-Daten für die Hochschulevaluation?</b>
</p>
<p>
<b>Hella:</b> Werden die Bewertungen auf MeinProf.de bei einer Hochschule für die Evaluation von<br />
Lehrtätigkeit genutzt?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Von den Dozenten ja, von den Fakultäten zum Teil auch. Zum Beispiel in der Form, dass ein Dekan die Ergebnisse überprüft oder bei einer Entscheidung berücksichtigt. Auf Hochschulebene haben wir keine Information, ob die Ergebnisse von MeinProf.de dort schon Einfluss haben. Allerdings haben wir vor kurzem mit einigen Hochschulen Kontakt aufgebaut und planen, dass also MeinProf.de für die hochschulweite Evaluation mitberücksichtigt wird.
</p>
<p>
<b>Xaver:</b> Die Bewertungen von MeinProf.de sind ja nicht repräsentativ. Wäre<br />
es denn nicht prekär, würden auf Grundlage der Bewertungen, Entscheidungen getroffen werden?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> So wie der Bogen jetzt ist, kann er keine Grundlagen für Personalentscheidungen sein und soll es auch nicht. Es ist ein guter Indikator &#8211; vor allem für Studierende &#8211; aber auch für Personalverantwortliche. Normal ist, dass bei einem schlechten<br />
Evaluationsergebnis natürlich ein Gespräch stattfindet. Personalentscheidungen passieren ja nicht ad hoc.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Meinung von:
</p>
<p>
<b><br />
Helga:</b> Eigentlich eine gute Sache, man darf es nur nicht zu ernst nehmen. Die Seriosität der<br />
abgegebenen Stimmen muss zuverlässig sein.
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Man kann es ignorieren, wenn man das möchte. Aber wenn ein Kurs zum Beispiel 30 oder 40 eher unterdurchschnittliche Bewertungen hat, dann sollte sich der Dozent schon überlegen, ob er nicht an seiner Lehre vielleicht etwas ändern will. Und die<br />
Seriosität geht in Richtung der Studenten. Da ist die klare Aufforderung von uns, aussagekräftige, ehrliche Meinungen und Beobachtungen zu veröffentlichen. Die sowohl den Kommilitonen als auch den Dozenten weiterhelfen.
</p>
<p>
<b><br />
Ulla:</b> Dass Dekane MeinProf.de bei Entscheidungen berücksichtigen, finde ich sehr<br />
gewagt. Umso mehr, wenn sie einräumen, dass sie keine Infos haben, inwieweit MeinProf.de auf Hochschulebene Berücksichtigung findet!
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Ganz konkret ist das in einem Beispiel begründet. Uns hat ein Dekan angerufen. Er wusste gar nicht, dass sein Kollege so schlecht bei seinen Studierenden ankommt.<br />
Wir haben ihm geraten, erst das Gespräch mit dem betreffenden Kollegen zu suchen und auch die hochschuleigene Evaluation zu Rate zu ziehen sowie die Studierendenvertreter anzusprechen.
</p>
<p>
<b>Dan:</b> Warum haben die Profs so viel Angst vor den Bewertungen? Schließlich<br />
landen die Evaluierungsbögen sowieso nur im Aktengulli!
</p>
<p>
<b><br />
Rubin:</b> @Dan: eine schlechte Bewertung trifft einen eben auch sehr<br />
persönlich!
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Ich glaube, in den letzten drei Jahren hat sich relativ viel geändert. Dozenten sehen zunehmend die Evaluation nicht als persönlichen Angriff, sondern als<br />
Chance der Weiterentwicklung.
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Hochschulen ist die Lehrevaluation immer wichtiger geworden.<br />
Ich glaube, dass die internen Systeme und Prozesse inzwischen so weit sind, dass diese Ergebnisse nicht mehr irgendwo verschwinden. Ob sich dann daran tatsächlich was ändert, das ist ein ganz anderer Punkt und liegt dann hauptsächlich an dem Dozenten selbst.
</p>
<p>
<b><br />
Sepp67:</b> Wenn Sie in der Rolle der entsprechenden Entscheidungsträger wären:<br />
Wie würde aus Ihrer Sicht ein tatsächlich effektiver Lehrevaluierungsprozess für Hochschulen aussehen?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas<br />
Metschke:</b> Viel regelmäßiger, als er bis jetzt bei den meisten Hochschulen ist. Vor allem muss es weg vom reinen Messen, hin zu einer Verbesserung kommen.
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Ziel der Lehrevaluation ist ja nicht das Messen und Dokumentieren,<br />
sondern die tatsächliche Verbesserung der Lehre. Das wird in den heutigen Systemen und Prozessen zu wenig berücksichtigt.
</p>
<p>
<b>Lena:</b> Wie denkt Ihr, wie man damit umgehen könnte, dass Studierende jetzt<br />
schon bei &quot;normalen&quot; Evaluationen sagen, &quot;wenn Sie mir eine schlechte Note geben, kriegen Sie eine schlechte Wertung&quot;?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Wir hatten gerade vor kurzem den Fall. Das ist bitter zu erfahren. Im Prinzip muss die Anonymität der Evaluation dafür sorgen, dass solche Fälle nicht auftreten. Gerade bei einem solchen Machtunverhältnis, wie das zwischen Studenten und Dozenten ist, spielt Anonymität eine große Rolle.
</p>
<p>
<b>Rubin:</b> Meine Vermutung: Die Profs, bei denen man nicht so leicht gute Noten bekommt, werden schlechter bewertet. Haben Sie einen solchen Zusammenhang mal ausgewertet?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Aufgrund der Frage, haben wir uns heute Vormittag die<br />
Mühe gemacht, das zu tun.
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b>  Es gibt eine Tendenz, aber keine klare Korrelation zwischen der Härte eines Dozenten und seiner Durchschnittsnote.
</p>
<p>
<b>joker:</b> Evaluation ist eigentlich ein schwieriges Geschäft. Welche methodischen Kenntnisse sind in die Konstruktion des Systems eingeflossen?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Das System hatte zu Beginn nicht den Anspruch, hochschuleigene Evaluationen zu ersetzen. Da wir inzwischen daran arbeiten, unser Portal mit Hilfe von Hochschulen zu erweitern, werden auch Psychologen in die Erarbeitung mit einbezogen.
</p>
<p>
<b>Verändert Mein Prof.de die Situation an den Hochschulen? Wie wirkt sich mein Prof.de auf die Entscheidungen von Studierenden aus?</b>
</p>
<p>
<b><br />
Gabi:</b> Meinen Sie wirklich, dass sich die Situation an den Hochschulen durch MeinProf.de<br />
verbessert hat? Haben sie dazu schon mal was evaluiert?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Wir haben von Dozenten Feedback bekommen, dass sich endlich etwas tut.
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Und auch von Studierenden haben wir durchaus Nachrichten bekommen. Es spiegelt sich auch in den Kommentaren wider, dass sich die Lehrqualität in bestimmten Kursen gegenüber dem Vorsemester verbessert hat.
</p>
<p>
<b>S.Kirchner:</b> Bekommt ihr auch Lob von Dozenten? Bekommt ihr mit, ob die auf die Kommentare reagieren?
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Ganz klares Ja!
</p>
<p>
<b>Lassse:</b> Ich weiß von Kollegen, dass sie sich die Bewertungen anschauen und auch &#8211; teils &#8211; zu Herzen nehmen.
</p>
<p>
<b>Student_Köln:</b> Haben Sie schon einmal Feedback bekommen, ob sich Studenten auf Grundlage der Bewertungen bei MeinProf.de für einen Kurs oder eine Uni entschieden haben?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Kurse auf jeden Fall. Bei Hochschulen noch nicht, da die Wahl einer Hochschule auch am Studiengang hängt, nicht an einem einzelnen Professor.
</p>
<p>
<b>Ist MeinProf.de auch eine Plattform für Dozenten?<br />
</b>
</p>
<p>
<b>Heiko:</b> Was bietet Ihr Dozenten und warum?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Wir bieten nicht nur Studierenden sondern auch Dozenten die Möglichkeit, sich einen Account bei uns zu holen. Mit diesem Account können Dozenten sich selbst und ihre Kurse verwalten und Kurse &quot;schützen&quot; (per Passwort). Was in der Zukunft noch kommen wird: Einige Dozenten haben nachgefragt, ob das Portal inhaltlich von Dozenten ausgebaut werden<br />
kann, also zum Beispiel, dass es Visitenkarten gibt, mit denen sich Dozenten dann auch bewerben können.
</p>
<p>
<b>Hanno:</b> Haben die Profs auf MeinProf.de auch die Möglichkeit, auf ihre Bewertung zu<br />
reagieren? Können sie auch Stellung beziehen?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Ja, das können sie. Und das soll demnächst noch sehr<br />
viel stärker möglich sein.
</p>
<p>
<b>elisabeth:</b> Als Dozentin würde mir auch ein Studentenbewertungsportal gefallen.<br />
Bewertungskategorien: Fleiß, Interesse, Mitarbeit und Auffassungsgabe könnten bewertet werden   Ich wette, so ein Vorhaben sehen Sie sehr kritisch, oder?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Die Studenten bewerten die Dienstleistung des Dozenten.<br />
Ein Dozent nimmt keine Dienstleistung eines Studenten wahr.
</p>
<p>
<b> Ulla:</b> Bildung ist keine Dienstleistung, das ist ein großes<br />
Missverständnis!
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Dann haben wir davon unterschiedliche Verständnisse.
</p>
<p>
<b>Hubert:</b> Haben die Profs auf Ihrer Seite auch die Möglichkeit, mit den Studenten ins<br />
Gespräch zu kommen &#8211; so eine Art Forum?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Ja, das haben sie. Es gibt zu jeden Kurs ein einzelnes Forum. Die<br />
Funktionalität soll sogar noch erweitert werden, um einzelne<br />
Bewerter anonym kontaktieren zu können.
</p>
<p>
<b>Inwiefern gibt es Probleme wegen Manipulation und Rachefeldzügen auf Mein Prof.de</b>
</p>
<p>
<b>Manny:</b> Wie groß sehen Sie die Gefahr, dass MeinProf.de von Studenten mit (gerechtfertigten) schlechten Noten in Prüfungsleistungen für persönliche Rachefeldzüge missbraucht wird?
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Das passiert, genauso wie das auch in internen Hochschulevaluationen passiert. Wir wollen das natürlich nicht und versuchen unser möglichstes, gegen solche Manipulationen vorzugehen. Wir haben auch gewisse Schutzsysteme dafür eingeführt.
</p>
<p>
<b>Ulla:</b> Wie sehen denn die „gewissen Schutzsysteme&quot; gegen persönliche Rachfeldzüge konkret aus?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Wir können nicht über alle Systeme offen reden, weil jedes System sich umgehen lässt, wenn man es kennt. Wir haben allerdings die einfache Möglichkeit, bei begründetem Verdacht oder Interesse sich bei uns zu registrieren und Passwörter oder TAN-Listen für die Bewertung geben zu lassen. Ansonsten arbeiten wir stark mit dem Feedback aller Beteiligten,<br />
um versuchten Betrug aufzudecken.
</p>
<p>
<b>Rolf:</b> Habt ihr eigentlich auch schon einmal Probleme mit Hackern gehabt, die Daten<br />
gezielt manipulieren wollten?
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Nein.
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Wir haben Dozenten und Studenten erwischt, die schummeln wollten, aber keine systematisierten Angriffe.
</p>
<p>
<b>Ric:</b> Was tun Sie, wenn Sie mitbekommen, dass die Profs ihre eigene Bewertung erschummeln? Wie kriegen Sie überhaupt so etwas mit?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Wir schmeißen alle Bewertungen, die erschummelt sind, raus und sperren den Account.
</p>
<p>
<b>Jule:</b> Im Chatthema ging es ja auch um Denunzierung. Welchen Anteil macht gezielte Denunzierung wohl aus?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Verschwindend gering.
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Wie gesagt, wir versuchen alles, um solche Bewertungen so schnell wie möglich aus dem Portal zu löschen. Dafür ist kein Platz.
</p>
<p>
<b>Beschwerden und Rechtsklagen</b>
</p>
<p>
<b>Lars:</b> Gab es schon einmal Beschwerden von Profs, die nicht mit ihrer<br />
Bewertung einverstanden waren?
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Ja.<b><br />
</b>
</p>
<p>
<b><b>Moderator: </b></b>Wie oft kommt so etwas vor?<b><br />
<b></b></b>
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b> </b>Zu Beginn von MeinProf.de natürlich sehr oft. Das hat aber seit einem<br />
guten Jahr enorm abgenommen. Inzwischen erhalten wir mehr positives Feedback von Dozenten als Beschwerden oder Klagedrohungen.
</p>
<p>
<b><b>Peter_45:</b> </b>Wogegen haben denn die Profs geklagt? Hat die Klage irgendwelche<br />
Auswirkungen für Sie bzw. MeinProf.de gehabt?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Der Professor hat auf Unterlassung geklagt (Löschung seines kompletten Eintrags, auch für die Zukunft). Und er hat vor dem Landgericht verloren.
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b> </b>Insofern gab es für uns keine Konsequenzen.
</p>
<p>
<b><b>Kalle:</b> </b>Wie sichern Sie sich juristisch ab?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Wir haben einen Anwalt, der selbst Dozent ist, welcher uns &quot;pro<br />
bono&quot; unterstützt.
</p>
<p>
<b><b>Jan:</b> </b>Mussten Sie schon mal Bewertungen löschen, weil sich jemand beschwert hat?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Wir haben zu Beginn die RWTH Aachen aus dem System entfernt, weil sie uns massiv gedroht hat. Inzwischen ist sie allerdings wieder im System vertreten und auch recht<br />
zufrieden.
</p>
<p>
<b><b>Moira:</b></b> Wo ziehen Sie persönlich die Grenze bei überspitzten Meinungsäußerungen?
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b> </b>Ganz schwer zu sagen, das ist Einzelfallabwägung. Im Extremfall rufe ich auch bei unserem Anwalt an und hole mir seine Meinung ein.
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Auf dem Portal ist kein Platz für Beleidigungen, Schmähkritik und ähnliches.
</p>
<p>
<b><b><br />
Fragen zu möglichen Kooperationen national und international</b><br />
</b>
</p>
<p>
<b><b>Ulla:</b> </b>Kooperieren Sie denn mit studentischen Gruppierungen, wie ASTA und ähnlichem?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Das würden wir gerne. Wir haben leider festgestellt, dass die meisten Asten mehr mit sich intern zu tun haben.
</p>
<p>
<b><b>TipTop:</b> </b>Gibt es dieses oder ein ähnliches Format auch in anderen Ländern? Wisst Ihr, wie die Resonanz von Seiten der Dozenten dort aussieht?
</p>
<p>
<b><b>Danny:</b> </b>Habt Ihr vor, das Ganze auch international aufzuziehen?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>RateMyProfessors.com gibt es in der Form nicht mehr, sondern ist von<br />
MTV zu einem Spaßportal gemacht worden. MeinProf.de gibt es noch in Österreich und der Schweiz. Und wenn wir einen Investor finden, bald in anderen Ländern.
</p>
<p>
<b><b>Nörmie:</b> </b>Wäre eine Kooperation mit StudiVZ nicht toll?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>MeinProf.de kann sicher mit vielen Portalen und Verlagen kooperieren.
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b> </b>StudiVZ hat eine ganz andere Ausrichtung unserer Meinung nach. StudiVZ ist das &quot;private&quot; Studentenleben, und MeinProf.de ist das  &quot;berufliche&quot;.
</p>
<p>
<b><b>Resümeé und Blick in die Zukunft von Mein Prof.de</b><br />
</b>
</p>
<p>
<b><b>Jule:</b> </b>Was ist euer &quot;schlimmstes&quot; Erlebnis bei MeinProf.de? Was das<br />
schönste?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b></b> Ich wurde einmal 15 Minuten ohne Pause am Telefon angeschrien ohne etwas sagen zu können. Das schönste Erlebnis: Es gibt sehr viele schöne Mails von Studenten<br />
und Dozenten, die sagen, es ist gut, was ihr macht, macht weiter!
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b> </b>Ich speziell freue mich jedes Mal besonders, wenn ein Dozent schreibt, dass er seinen Kurs inhaltlich geändert hat aufgrund der Aussagen der Studenten auf<br />
MeinProf.de.
</p>
<p>
<b><b>Carlo:</b> </b>Hat sich MeinProf.de nicht längst totgelaufen? Bei zuletzt 60.000 Bewertungen pro Jahr bekommt der durchschnittliche Dozent nur noch alle zwei bis drei Semester mal<br />
eine. Was soll die schon aussagen?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Die Rechnung ist zu einfach, weil sich MeinProf.de nicht an allen<br />
Hochschulen gleich durchgesetzt hat. Wir haben mehr Besucher denn je. Allerdings zugegebenermaßen nicht mehr so viele Bewertungen. Der Tatsache sind wir uns bewusst und arbeiten an einer Überarbeitung des Bewertungssystems, um wieder mehr Ansporn für die Abgabe von<br />
Bewertungen zu schaffen.
</p>
<p>
<b> <b>hanswurst:</b> </b>Wäre es nicht sinnvoll, den Bewertern von MeinProf.de die Möglichkeit zu geben, genau darzustellen, warum sie bei einzelnen Kriterien so schlecht bewertet haben? Bringt da nicht konstruktive Kritik mehr?
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b> </b>Genau das sollen sie in den Freitext-Kommentaren machen. Wenn die Studenten die Einzelnoten dort noch weiter erklären, dann nutzen sie das System genau so, wie wir uns das vorstellen.
</p>
<p>
<b><b>S. Kirchner:</b> </b>Was sind die nächsten Entwicklungsschritte, die ihr plant?
</p>
<p>
<b><b><br />
Thomas Metschke:</b>  </b>Es wird erst einmal ein neues Layout eingeführt werden, welches ermöglicht, die Inhalte, die bis jetzt auf der Seite sind, und neue Inhalte übersichtlicher<br />
darzustellen. Die Visitenkarte für Dozenten kommt, das Kontaktformular, die Überarbeitung des Bewertungssystems für Studenten. Für Studenten sowie Dozenten kommt ein erweitertes Benachrichtungssystem. Es wird viel werden. Kontinuierlich kommt etwas Neues.
</p>
<p>
<b><b><br />
Alexander Pannhorst:</b> </b>Der nächste Entwicklungsschritt ist für uns ein sehr, sehr großer.
</p>
<p>
<b><b>Jule:</b> </b>Wow, so viele Neuerungen. Wer entwickelt eigentlich?
</p>
<p>
<b><b><br />
Thomas Metschke:</b> </b>Wir entwickeln.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b> </b>Nachfrage zur angekündigten Überarbeitung des Bewertungssystems:
</p>
<p>
<b><b>peg:</b> </b>Wie soll das neue Bewertungssystem aussehen?
</p>
<p>
<b><b><br />
Thomas Metschke:</b> </b>Es soll einfacher werden für die Studierenden. Es soll vor allem erweitert<br />
werden für Hochschulen und Dozenten. Die Möglichkeit, eigene Fragen beziehungsweise sogar Fragebögen einzustellen, möchten wir umsetzen.
</p>
<p>
<b><b>surfer:</b> </b>Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke</b> : </b>Dass wir eine Hochschule finden, mit der wir zusammenarbeiten können.
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b></b> Und dass wir in der Lage sind, direkt an die Hochschulen zu gehen und die Studenten mehr auf MeinProf.de aufmerksam zu machen.
</p>
<p>
<b><b>Rasmuss:</b> </b>Mal ehrlich, haben Sie nicht auch ein bisschen Spaß daran, Dozenten zu ärgern? Zumal es Einige verdient haben?
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b>  </b>Manchmal ja 🙂
</p>
<p>
<b><b>Nörmie:</b> </b>Kann man bei Euch auch an einem Beta-Test für das neue Bewertungssystem teilnehmen oder wird das direkt veröffentlicht?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Ja gern. Bitte schickt uns direkt eine E-mail mit dem Stichwort &quot;Beta&quot;. <b><b><br />
</b></b>
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Das heißt, es kommt schon sehr bald?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Wir versuchen bis zum 1. Januar 2009 zumindest einen Teil des Re-Designs online zu stellen. Bis 1.1. werden leider noch nicht alle der angekündigten Funktionalitäten verfügbar sein.
</p>
<p>
<b><b><br />
joker:</b> </b>Habt Ihr vor, selber übergreifende Auswertungen vorzunehmen, Prof.<br />
des Monats oder so?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Der &quot;Prof des Monats&quot; kommt mit dem Relaunch.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b> </b>Wir sind auch schon kurz vor Schluss. Leider die letzte Frage für<br />
heute:
</p>
<p>
<b><b>Moppi:</b> </b>Wird man als Betreiber von MeinProf.de reich?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke und Alexander Pannhorst:</b> </b>Nein&#8230; Doch, an Erfahrung!
</p>
<p>
<b> <b>Moderator:</b> </b>Das Schlusswort gebührt unseren Gästen:
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke: </b> </b>Wir bedanken uns bei allen Nutzern. Bei allen, die Feedback und Ideen für Funktionalitäten an uns tragen und natürlich für Eure Fragen. Wir<br />
wünschen Euch ein schönes Wochenende!
</p>
<p>
<b><b> Alexander Pannhorst:</b> </b>Wenn Euch noch etwas unter den Nägeln brennt oder auf<br />
dem Herzen liegt, dann schreibt uns eine E-Mail oder ruft uns an.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b> </b>Das war unser e-teaching.org-Expertenchat für heute. Vielen Dank an unsere Gäste von MeinProf.de für die Diskussion und vielen Dank an unsere Chatterinnen und Chatter für die vielen interessanten Fragen. Das Transkript des Chats können Sie in Kürze auf e-teaching.org<br />
nachlesen. Das Chatteam wünscht allen Beteiligten noch einen schönen Tag.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Virtueller Pranger für Dozenten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/virtueller-pranger-fuer-dozenten-3480/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[hflor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Oct 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Nahost-Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Campus Watch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
<span style="font-size: x-small">In den USA geht ein Stück um die Deutungshoheit im Nahost-Konflikt und wissenschaftliche Freiheit in die fünfte Spielzeit. Die Hauptdarsteller: ein konservativer Think Tank, diverse Dozenten für Nahost-Studien und – als Statisten - Studierende. Bühne ist die Website www.campus-watch.org.</span>
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
<span style="font-size: x-small">In den USA geht ein Stück um die Deutungshoheit im Nahost-Konflikt und wissenschaftliche Freiheit in die fünfte Spielzeit. Die Hauptdarsteller: ein konservativer Think Tank, diverse Dozenten für Nahost-Studien und – als Statisten &#8211; Studierende. Bühne ist die Website www.campus-watch.org.</span>
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small">Campus Watch ist ein Projekt des Middle East Forums,<br />
einer konservativen und pro-israelischen Denkfabrik. Erklärtes<br />
Ziel der Organisation ist, US-amerikanische Interessen im Nahen<br />
Osten zu schützen. Zu diesen zählt vor allem der Kampf<br />
gegen einen militanten Islam und für eine allgemeine Anerkennung<br />
des Staates Israel sowie die Eindämmung der Bedrohung, die<br />
vom Iran ausgehe. Die Strategie des Forums ist es, „das intellektuelle<br />
Klima zu formen und beeinflussen“, in dem die US-Außenpolitik<br />
gemacht wird. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Liberalen Dozenten den Kampf angesagt</b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small">Mit der Plattform <a href="http://www.campus-watch.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Campus<br />
Watch</a> hat das Middle East Forum den Dozenten der Nahost-Studiengänge<br />
den Kampf angesagt, die für den Think Tank einen „monolithischen<br />
linken Block“ bilden. Im mission statement auf Campus Watch<br />
ist dies etwas weniger forsch formuliert: Es gehe um die Verbesserung<br />
von Forschung und Lehre: um das Aufdecken analytischer Fehlschlüsse,<br />
darum, Politik und akademische Lehre nicht miteinander zu vermischen<br />
und Intoleranz einen Riegel vorzuschieben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small">Von Campus Watch kritisierte Dozenten bezeichneten<br />
die Plattform auf Nachfrage von politik-digital.de als ein Projekt<br />
von „Ultra-Zionisten“ (Prof. Omid Safi, University of<br />
North Carolina, Chapel Hill) und „anti-arabischen Rassisten“<br />
(Prof. Juan Cole, University of Michigan), die ein Klima der Angst<br />
verbreiten wollten, auf dass niemand die offizielle US-amerikanische<br />
oder israelische Politik kritisiere. Neben hohen Zahlen an Hate-Mails<br />
berichteten die Dozenten von der Einflussnahme auf Personalentscheidungen<br />
durch das Anprangern auf der Campus Watch-Site.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Studierende als Tippgeber</b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small">Wie dies in der Praxis aussieht, zeigt ein Blick<br />
auf die Homepage. Dort findet sich neben dem hervorgehobenen „Quote<br />
of the month“ eine Fülle an Dozentenzitaten. Diese werden<br />
von Studierenden an die Redaktion geschickt. Aufgelistet sind Äußerungen,<br />
die sich kritisch mit dem US-amerikanischen Präsenz im Irak,<br />
der israelischen Politik oder etwa dem war on terror auseinandersetzen.<br />
Darüber hinaus werden auf der Seite kritisch Artikel, Blogs,<br />
Buchveröffentlichungen oder Konferenzbeiträge unter die<br />
Lupe genommen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small">Dass ausgerechnet die Dozenten der Nahost-Studien<br />
in den Fokus gerieten, liegt an deren besonderer Rolle, die konservative<br />
Strategen ihnen beimessen. Als Lehrende, Publizisten und politische<br />
Berater treten sie als Multiplikatoren auf und tun genau das, was<br />
sich auch das Middle East Forum zum Ziel gesetzt hat: das intellektuelle<br />
Klima zu prägen. Es geht in dieser teils unerbitterlich ausgefochtenen<br />
Auseinandersetzung also um die Deutungshoheit über zentrale<br />
politische und militärische Konflikte. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Der Abschied vom akademischen Streit</b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small">Campus Watch ein spezifisches Online-Projekt, das<br />
in dieser Form und Reichweite mit keinem anderen Medium realisierbar<br />
gewesen wäre. Quasi in Echtzeit, direkt nach der Vorlesung,<br />
wird ein Zitat an Campus Watch gemeldet und umgehend online stellt.<br />
Studierende und Kollegen können dann mit Solidaritätsbekundungen<br />
ebenso wie mit Hass-Mails den jeweiligen Dozenten erreichen. Diese<br />
wiederum reagieren z.B. in eigenen Blogs, Websites, Artikeln.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small">Die Auseinandersetzungen, die hier via Internet<br />
stattfinden, haben wenig von einer inhaltlichen Debatte. Vielmehr<br />
hält das Internet her als ausgeweitete Kampfzone, in der vor<br />
allem gegenseitige Diffamierungen und Bezichtigungen als Waffen<br />
eingesetzt werden. So ist Campus Watch zum Lehrstück geworden<br />
über die verschenkten Chancen im Internet.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>E-Learning: FHs experimentieren mehr</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/e-learning-fhs-experimentieren-mehr-3618/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/e-learning-fhs-experimentieren-mehr-3618/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Oct 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Patricia Arnold]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[e-teaching.org]]></category>
		<category><![CDATA[Fachhochschule]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Donnerstag, 4. Oktober, war Patricia Arnold von der Fachochschule München zu Gast im e-teaching.org-Expertenchat in Kooperation mit politik-digital.de. Sie sprach über elektronisches
Lernen an FHs und Lernstrategien im Mitmach-Web.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Donnerstag, 4. Oktober, war Patricia Arnold von der Fachochschule München zu Gast im e-teaching.org-Expertenchat in Kooperation mit politik-digital.de. Sie sprach über elektronisches<br />
Lernen an FHs und Lernstrategien im Mitmach-Web.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hallo und herzlich willkommen zum e-teaching.org-Expertenchat.<br />
An dieser Stelle wird Ihnen Prof. Dr. Patricia Arnold von der FH<br />
München heute Fragen zum Thema E-Learning an Fachhochschulen<br />
beantworten. Frau Arnold ist jetzt auch bei uns eingetroffen, wir<br />
werden also gleich beginnen: Vielen Dank, Frau Arnold, dass Sie<br />
uns heute Fragen zum Thema E-Learning an FHs beantworten. Können<br />
wir anfangen?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Ja. Sehr gerne.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/parnold85x.jpg" alt="Patricia Arnold" height="120" width="85" /><br />
<i>Patricia Arnold<br />
Fachhochschule München</i>
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vor dem Chat hatten die Nutzer bereits<br />
einige Tage Zeit, Fragen zu stellen und darüber abzustimmen,<br />
welche heute den Chat eröffnen. Starten wir mit dieser hier:
</p>
<p>
<b>taraäten:</b> Haben Sie einen Überblick,<br />
in welchen Fachbereichen / Fächern E-Learning an FHs besonders<br />
häufig eingesetzt wird? Bestehen Unterschiede zu Unis?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold: </b>Für den Überblick kann<br />
ich auch noch mal auf diese <a href="http://www.verwaltung.fh-koeln.de/imperia/md/content/verwaltung/dezernat1/sg13/service/2006_05.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIS-Studie<br />
zu E-Learning an Fachhochschulen</a> verweisen. Ich denke verstärkt<br />
wird E-Learning an Technischen Fakultäten an den Hochschulen<br />
eingesetzt. Aber auch die Sozialwissenschaften, zum Beispiel die<br />
Fakultät an der ich tätig bin, entdecken die Möglichkeiten<br />
des E-Learnings. An den Technischen Fakultäten, die ja in der<br />
Mehrzahl an den Fachhochschulen vertreten sind, ist die Affinität<br />
zu dem Medium eben ohnehin etwas größer, aber auch in<br />
der sozialen Arbeit. Ein Beispiel: Für meine Fakultät<br />
wird E-Learning jetzt zur Unterstützung der Lehre entdeckt,<br />
insbesondere durch den Bologna -Prozess.
</p>
<p>
<b>genaudso:</b> Gibt es eigentlich einen Unterschied<br />
zwischen E-Learning an Fachhochschulen und Unis? Warum?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Erklären Sie die Welt in<br />
zwei Sätzen. Also, das E-Learning als solches unterscheidet<br />
sich nicht, weil E-Learning an sich schon nicht eng definiert ist,<br />
sondern sehr viele unterschiedliche Konzepte mit E-Learning verbunden<br />
oder bezeichnet werden. Einen Unterschied sehe ich insbesondere<br />
in der Ressourcenfrage. Der Mittelbau an Fachhochschulen ist zahlenmäßig<br />
wesentlich geringer als an Universitäten und auch die Anzahl<br />
von größeren Forschungsprojekten ist geringer. Deswegen<br />
sind auch die Projekte, in denen E-Learning-Lösungen an FHs<br />
entwickelt worden sind, zahlenmäßig geringer. Dort wo<br />
E-Learning-Lösungen im Einsatz sind, sind die Unterschiede<br />
aber gering oder man hat die gleiche Bandbreite wie halt sonst auch,<br />
wenn man den Begriff E-Learning benutzt.<br />
Anderer Aspekt: Fachhochschulen machen ja von ihrem Lehrauftrag<br />
her „stark praxisorientierte Lehre“ und haben vielfältige<br />
Industrie- und Praxiskooperationen mit Organisationen außerhalb<br />
der Hochschule. Und genau für diese Kooperationen bietet E-Learning<br />
sehr viele Möglichkeiten. Ein Beispiel aus meiner eigenen Lehre:<br />
Ich kann eine Kooperation mit einer Schule sehr gut durch E-Learning-Plattformen<br />
unterstützen. Ich denke, das sind erstmal ein paar Schlaglichter<br />
auf die Unterschiede, aber auch auf das was vereint.
</p>
<p>
<b>Jürgen:</b> Sind die Strukturen an FHs experimentierfreundlicher?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Experimentierfreundlicher würde<br />
ich sagen ja, in der Weise, dass es eben die Kooperationen mit Unternehmen<br />
außerhalb und Entwicklungskooperationen gibt. Auf der anderen<br />
Seite sprechen die Aspekte, die ich vorhin genannt habe &#8211; die schlechtere<br />
Ausstattung mit Support und Ressourcen &#8211; gegen eine Experimentierfreudigkeit<br />
bzw. machen eine Experimentierfreudigkeit schwerer.
</p>
<p>
<b>kathy:</b> Wenn es um E-Learning geht, werden ja allerorten<br />
erstmal die Schwierigkeiten betont. Ein Wunder, dass überhaupt<br />
noch Unterricht stattfindet. Welche Faktoren begünstigen denn<br />
E-Learning an Fachhochschulen?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Begünstigende Faktoren sind<br />
aus meiner Sicht die vielfachen Kooperationen, wo es eben in der<br />
Natur der Sache liegt, hilfreich einen gemeinsamen Lern- und Arbeitsbereich<br />
nutzen zu können, und oft engagierte Hochschullehrende, die<br />
experimentierfreudig in ihrer Lehre sind.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Mit wem kooperieren FHs?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold: </b>Ich würde sagen, FHs kooperieren<br />
nicht unbedingt wegen E-Learning. Die Nutzung von Lernplattformen<br />
oder Web 2.0-Anwendungen ist einfach ein Werkzeug zur Unterstützung<br />
der Kooperationen. Beispiel in meinem Bereich wäre eine Schule,<br />
die ihrerseits mit digitalen Medien und anderen Prüfungsformen<br />
wie E-Portfolios experimentiert und wo Studierende meiner Lehrveranstaltung<br />
diesen Prozess begleiten und unterstützen.
</p>
<p>
<b>Jürgen:</b> Ist die praxisorientierte Orientierung<br />
von FHs eine Chance, Studenten bei der Umsetzung &#8211; z.B. in Projektarbeit<br />
&#8211; zu involvieren?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Die praxisorientierte Lehre an<br />
Fachhochschulen bietet natürlich eine Menge Möglichkeiten.<br />
Wie im Beispiel unserer Kooperation mit einer Schule kann so eine<br />
Projektarbeit, die ja oft an verschiedenen Orten stattfindet und<br />
ganz unterschiedliche Akteure integriert, eben durch einen virtuellen<br />
Arbeitsraum stark erleichtert werden.
</p>
<p>
<b>richard:</b> Sind viele FH-Studiengänge nicht<br />
an sich zu verschult, um innovative Lehre auszuprobieren? Häufig<br />
scheitert doch der Einsatz von Social Software an der Mentalität<br />
der Studenten, die auf Prüfungsleistungen fokussiert sind.
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> FHs sind im Zuge des Bologna-Prozesses<br />
ja gar nicht mehr „verschulter“ als Universitäten.<br />
Die neuen gestuften Studiengänge sind ähnlich reglementiert<br />
und natürlich ist die Prüfungslast sehr, sehr hoch. Das<br />
heißt, Experimentierfreude jenseits jeder Prüfungsorientierung<br />
kann man so ohne weiteres nicht voraussetzen. Aber man kann ja durchaus<br />
versuchen, die Dinge zu kombinieren, in dem man beispielsweise versucht<br />
mit neuen Prüfungsformen zu experimentieren, zum Beispiel <a href="http://www.e-teaching.org/didaktik/kommunikation/portfolio/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Portfolios</a>.<br />
E-Portfolios sind, kurz erklärt, digitale Sammelmappen, in<br />
denen „Werkstücke“ der Studierenden enthalten sind.<br />
Das können Konzepte, ausgearbeitete Fragestellungen oder Sachtexte<br />
sein und gleichzeitig Reflektionen der Studierenden zu diesen Werkstücken,<br />
zum Arbeitsprozess. Und solche E-Portfolios können durchaus<br />
auch Leistungsnachweise sein und damit auch prüfungsrelevant.
</p>
<p>
<b>joe:</b> Was bringt E-Learning denn für den Bologna<br />
Prozess?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Im Bologna-Prozess wird ja stark<br />
von dem studentischen „Workload“ ausgegangen, also die<br />
durchschnittliche Zeit die eine Studentin oder ein Student an Arbeitszeit<br />
in eine Lehrveranstaltung einbringt. Diese Arbeitszeit mit Materialien<br />
und Lernmaterialien zu unterstützen, kann über Lernplattformen<br />
und digitale Medien insgesamt sehr gut vorstrukturiert und unterstützt<br />
werden.
</p>
<p>
<b>Huber:</b> Wie viel Geld investieren FHs in E-Learning<br />
und E-Teaching? Wie lassen sich durch elektronisches Lernen Kosten<br />
sparen?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Die Investitionen, glaube ich,<br />
sind an jeder Hochschule ganz unterschiedlich und oft schwer vernünftig<br />
zu erfassen, weil ganz viel vom Engagement einzelner Pionierlehrender<br />
abhängt. Das zum Einen. Zum Anderen: Einsparpotenzial. Ich<br />
denke, ganz langfristig sehe ich ein Einsparpotenzial, wenn wir<br />
die Vision vom Digitalen Campus &#8211; der Lehre, Administration und<br />
Forschung &#8211; in einer einheitlichen IT-Lösung unterstützt<br />
realisiert haben. Aber davon, das muss ich sagen, sind wir in meiner<br />
eigenen Praxis und an vielen Hochschulen, die ich kenne, noch ein<br />
ganzes Stück weit entfernt. Es dominieren sehr viele Einzellösungen<br />
und solange das so ist, ist das Einsparpotenzial, wenn man die Qualität<br />
der Lehre erhalten oder sogar verbessern will, gering. Man muss<br />
eher darauf achten, dass es nicht mit ganz viel Mehrarbeit für<br />
die Lehrenden einhergeht.
</p>
<p>
<b>Bellmann: </b>Was meinen Sie dazu: Förderprogramme<br />
und neue technische Entwicklungen sind sekundär. Es kommt auf<br />
die Menschen an, die E-Learning betreiben &#8211; oder eben auch nicht?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold: </b>Also dem zweiten Teil der Aussage<br />
stimme ich natürlich zu. Akteure beim E-Learning sind von zentraler<br />
Bedeutung. Ohne diejenigen, die E-Learning einsetzen, als Lehrende,<br />
oder die E-Learning nutzen als Studierende, lebt die Sache nicht<br />
und wird sich keine andere Lehr- und Lernkultur etablieren. Aber<br />
das heißt für mich nicht, dass Förderprogramme oder<br />
BMBF-Projekte nicht einen wichtigen Beitrag leisten. Genau diese<br />
Programme und Projekte haben oft die Anschubfinanzierung gestellt,<br />
ohne die bestimmte E-Learning-Formen nie entwickelt worden wären.<br />
Als ein Beispiel: Ein großes BMBF-Projekt, das Projekt „Virtuelle<br />
Fachhochschule“, aber auch in meinem jetzigen Bereich der<br />
Studienverbund BASA-Online, der hochschulübergreifend einen<br />
Online-Studiengang für Berufstätige an Fachhochschulen<br />
in der Sozialen Arbeit ermöglicht, sind aus Förderprogrammen<br />
und Projekten hervorgegangen und hätten ohne diese nicht entwickelt<br />
werden können.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die nächsten zwei Fragen zu Fördermöglichkeiten:
</p>
<p>
<b>Caltech:</b> Welche Förderprogramme unterstützen<br />
Fachhochschulen bei der Einführung von E-Learning?
</p>
<p>
<b>Reintges:</b> Welche konkreten (finanziellen) Fördermöglichkeiten<br />
gibt es? Wo kann man sich erkundigen?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Es gibt auch da wieder verschiedene<br />
Fördermöglichkeiten. In der zweiten Förderwelle auf<br />
der Bundesebene standen ja Strategieprojekte im Vordergrund, die<br />
in Hochschulverbünden zu bearbeiten waren. Hier können<br />
eben Fachhochschulen genauso Projektpartner sein. Andere Möglichkeiten:<br />
Bei mir in Bayern zum Beispiel kann die Entwicklung von Online-Modulen<br />
durch den Hochschulverbund „ Virtuelle Hochschule Bayern “<br />
gefördert werden. Ähnliche Initiativen gibt es auch in<br />
anderen Bundesländern.
</p>
<p>
<b>fh:</b> Wie intensiv werden die Lehrenden für<br />
die Anwendung von E-Teaching Software geschult und was für<br />
Kosten entstehen dadurch?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Auch das ist natürlich an<br />
Hochschulen unterschiedlich. Es gibt im unterschiedlichen Maße<br />
Supporteinheiten. Die Kosten lassen sich schwer beziffern. Auch<br />
in einer Untersuchung, die wir gerade in Nordrhein-Westfalen gemacht<br />
haben, wurde deutlich, dass Schulungsmaßnahmen oft eben auch<br />
informell erfolgen, durch kollegialen Austausch und eben immer wieder<br />
durch Engagement von einzelnen Protagonisten im E-Learning. Wenn<br />
man hier auf Kostenersparnis hinaus möchte, dann muss man sicherlich<br />
diese Support- und Qualifizierungsmaßnahmen stärker bündeln<br />
und zentral vorhalten.
</p>
<p>
<b>f.dirks:</b> Wie stehen die Lehrenden an FHs E-Learning<br />
gegenüber? Sehen sie es als zusätzlichen Aufwand oder<br />
als Erleichterung?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Also ich würde sagen, in<br />
der ersten Reaktion: ganz klar als zusätzlichen Aufwand. Das<br />
liegt daran, dass es eben oft noch keinen großen Support gibt,<br />
keine etablierten Strukturen zur Erstellung von digitalen Medien.<br />
Wenn Lehrende dann aber den Schritt gemacht haben &#8211; das ist die<br />
Erfahrung an meiner Hochschule &#8211; dass sie die Präsenzlehre<br />
effektiveren können, weil man eben besser vorbereite Studierende<br />
hat und sich Kenntnisse stärker angeglichen haben, dann steigt<br />
oft die Bereitschaft sprunghaft an. Bei uns an der FH in München<br />
war es zunächst ein kleiner Kreis, der die Lernplattform genutzt<br />
hat. Über Gespräche zwischen den Kollegen, aber auch weil<br />
die Studierenden es zum Teil selbst einfordern, sind immer mehr<br />
Kolleginnen und Kollegen mit im Boot und nutzen die Lernplattform.<br />
Die Arbeitsentlastung kommt eben erst dann, wenn man Dinge auch<br />
mehrfach digital unterstützt.
</p>
<p>
<b>else: </b>Erhalten Sie Deputatsreduktion für<br />
den Einsatz von E-Learning? Welche anderen Anreizsysteme gibt es?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Deputatsermäßigung<br />
wäre natürlich ein sehr gutes Anreizsystem. Für die<br />
Administration und die Qualifizierung der Kolleginnen und Kollegen<br />
an meiner Fakultät erhalte ich eine geringe Deputatsermäßigung,<br />
die natürlich in keiner Weise das abdeckt, was dort wirklich<br />
an Arbeit investiert wird. Neben der Deputatsermäßigung,<br />
denke ich, ist ein Anreizsystem eben die langfristige Arbeitsentlastung.<br />
Die entsteht eben durch Mehrfachnutzung von Materialien und Verknüpfung<br />
von Verwaltungsprozessen und Lehr- und Forschungsprojekten digital<br />
unterstützt. Das ist zumindest meine Vision. Aber diese Integration<br />
lässt, wie vorhin schon gesagt, noch etwas auf sich warten.
</p>
<p>
<b>Meister:</b> In welchem Forum tauschen sich den FH-Dozenten<br />
über ihre Erfahrungen im Bereich E-Learning aus?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Ich denke einmal, an den einzelnen<br />
Hochschulen muss man Austauschmöglichkeiten schaffen. Wir haben<br />
auf unserer Lernplattform ein Austauschforum geschaffen. Aber andererseits<br />
finde ich selber auch sehr wichtig, über den eigenen Tellerrand<br />
hinauszuschauen und mache von daher auch immer Werbung für<br />
e-teaching.org, über den Zusammenhang wir hier ja zusammen<br />
gekommen sind, weil hier ja eine Online-Community existiert, von<br />
an E-Learning-Interessierten, wo vielfältig Erfahrung von Interessierten<br />
hochschulübergreifend ausgetauscht werden können.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zur Akzeptanz bei den Studierenden:
</p>
<p>
<b>tara:</b> Was geben die Studierenden für Feedback<br />
auf elektronisches Lernen? Kommt es gut an?
</p>
<p>
<b>Meister:</b> Mal was anderes: wie akzeptieren FH-Studenten<br />
E-Learning?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Also in der Regel ist die Akzeptanz<br />
von Studierenden meiner Erfahrung nach höher als die der Lehrenden.<br />
Aber es hängt natürlich davon ab, wie gut die verschiedenen<br />
E-Learning-Formen mit der Präsenzlehre verknüpft sind.<br />
Die erste Ebene, einfach nur die Bereitstellung von Materialien,<br />
ist mittlerweile ein Standard, den viele Studierende einfordern.<br />
Virtuelle Kooperationen und Arbeitsgruppen müssen natürlich<br />
besser und sehr durchdacht in ein Gesamtlehrveranstaltungskonzept<br />
integriert werden und werden nur dann gut akzeptiert, wenn das Konzept<br />
stimmig ist.
</p>
<p>
<b>TJeschke:</b> Vermutlich praktizieren Sie kein reines<br />
E-Learning &#8211; Wie kann Ihrer Meinung nach ein Blended-Konzept an<br />
einer FH aussehen? Wie sind Sie vorgegangen?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dazu gleich eine Nachfrage von mir:<br />
Was versteht man unter Blended Learning?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Blended Learning verstehe ich<br />
einmal so, dass man eine Kombination hat aus Online-Lernphasen,<br />
die selbst gesteuert sind, und Präsenzphasen. Wenn ich bislang<br />
hier von E-Learning gesprochen habe, dann habe ich E-Learning immer<br />
im Sinne von Blended-Learning gemeint, also in der Kombination von<br />
beiden Elementen, weil an Fachhochschulen ja die Präsenzlehre<br />
in überschaubaren Lerngruppen einen hohen Stellenwert hat.<br />
Zur ersten Frage: Blended-Learning kann eben die Präsenzlehre<br />
ergänzen und unterstützen. Ein Beispiel aus meiner Lehre:<br />
In einer Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten unterstütze<br />
ich die Veranstaltung kontinuierlich durch Lernaufgaben von Woche<br />
zu Woche auf der Lernplattform. Die Studierenden bereiten sich so<br />
in Kleingruppen auf die wöchentliche Lehrveranstaltung vor<br />
und wir nutzen die gemeinsame Präsenzzeit, sozusagen: Wir steigen<br />
auf einem höheren Niveau ein und klären nur die noch offenen<br />
Fragen und diskutieren die unterschiedlichen Aspekte des Themas.<br />
Die Grundlagen haben sich die Studierenden in den Lernaufgaben über<br />
Material, Hinweise und Online-Diskussionen bereits erarbeitet. Das<br />
ist dann auch genau der studentische „Workload“, den<br />
wir als Hochschule ja auch nachweisen müssen. Und zu meinem<br />
eigenen Vorgehen vielleicht noch eine Ergänzung: In einer Fakultät<br />
für angewandte Sozialwissenschaften, in der wir Bachelor-Studierende<br />
für Soziale Arbeit haben, ist es ganz wichtig, an der Präsenzlehre<br />
anzusetzen und E-Learning eben als Ergänzung und Vertiefung,<br />
mit den Stärken die die digitalen Medien eben haben, zu nutzen.
</p>
<p>
<b>dunja:</b> Ihr Forschungsschwerpunkt sind ja Online-Communities.<br />
Ist Web 2.0 aus Ihrer Sicht nichts Neues oder ändert sich tatsächlich<br />
die Netzkultur und damit auch ein Kontextfaktor für die Lehrbedingungen<br />
an Hochschulen?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold: </b>Web 2.0, denke ich, ist durchaus<br />
etwas Neues. Es ändert sich zwar nicht automatisch eine Netzkultur<br />
und insbesondere keine Lehr- und Lernkultur. Aber der Gedanke der<br />
Partizipation, der mit Web 2.0 verbunden ist, wird durch die neuen<br />
Web2.0-Werkzeuge sehr stark gestärkt und hält auch Einzug<br />
in die Lehre. Als Beispiel: Ich arbeite bei vielen meiner Lehrveranstaltungen<br />
mit begleitenden Wikis, die dann auch verschiedene Studierendengenerationen<br />
weiter pflegen und bestücken. Das würde ich zwar nicht<br />
als Online-Community bezeichnen, aber es ist ein erster Kern von<br />
einer längerfristigen Vernetzung von Studierenden und Lehrenden<br />
über eine Lehrveranstaltung hinaus.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Der Begriff Web 2.0 bedarf Klarstellung:
</p>
<p>
<b>knittermann:</b> Was ist denn Web 2.0?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Web 2.0 ist ein weiteres Schlagwort<br />
und umfasst eine ganze Anzahl neuer Werkzeuge im Internet, wie zum<br />
Beispiel Wikis, Webblogs, Social Bookmarking, et cetera. Deren Kennzeichen<br />
ist, dass sie einerseits kostenlos zur Verfügung stehen, dass<br />
sie intuitiv zu bedienen sind und von den Nutzern selbst weiterentwickelt<br />
werden. Ein Stichwort ist „User Generated Content“,<br />
deutsch nutzergenerierte Inhalte. Um den Gegensatz deutlich zu machen:<br />
Man hat lange im E-Learning an Hochschulen ausschließlich<br />
Lernplattformen oder Learning- Management-Systeme gehabt, welches<br />
geschlossene Systeme sind. Nutzer müssen sich registrieren<br />
und nur eine festgelegte Gruppe kann die Plattform nutzen. Web 2.0-Werkzeuge<br />
hingegen sind offen. Im Standard können alle Interessierten<br />
Beiträge leisten und das bietet sich eben auch in Kooperationsprojekten<br />
an, wie in dem vorher zitierten Beispiel mit der Schule. Das Wiki,<br />
das dort entsteht, kann eben auch von Lehrerinnen und Lehrern an<br />
der Schule genutzt werden. Mit einem Learning-Management-System<br />
wäre es sehr kompliziert,<br />
Außenstehende aus einer Schule zuzulassen.
</p>
<p>
<b>kriz: </b>Sind Ihre Wikis frei zugänglich? Manche<br />
Dozenten haben ja Angst, dass sie mit Materialien, die offen im<br />
Netz stehen, Plagiaten Vorschub leisten.
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Also meine Wikis sind frei zugänglich.<br />
Zunächst: Ich würde sie dann schließen, wenn ich<br />
größere Spamprobleme bekomme, was aber netterweise noch<br />
nicht der Fall war. Das Plagiatproblem sehe ich anders. Das wird<br />
nicht verstärkt aus meiner Sicht durch frei verfügbare<br />
Materialien auf Wikis, sondern da muss man an anderer Stelle mehr<br />
Sensibilität für die Plagiatproblematik schaffen. Frei<br />
zugängliche Materialien entsprechen aus meiner Sicht auch dem<br />
Gedanken, der ja immer mehr Gewicht gewinnt, von Open Access und<br />
Open Educational Ressources, also dem Prinzip, Wissensressourcen<br />
frei zugänglich zu halten und auch Bildungsressourcen frei<br />
zugänglich zu machen.
</p>
<p>
<b>dunja:</b> Wie alt sind Ihre Lehrwikis? Haben Sie<br />
es schon erlebt, dass ein Wiki nach mehreren Jahrgängen „abgeschlossen“<br />
ist, also die Weiterentwicklung nicht mehr als Arbeitsauftrag lohnt?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Da müsste ich nachfragen:<br />
Was bedeutet in diesem Fall „abgeschlossen“?<br />
Natürlich wechseln Themenschwerpunkte und Zuschnitte der Veranstaltungen,<br />
so dass ich mir durchaus vorstellen kann, Wikis für einen begrenzten<br />
Zeitraum aufzubauen und nach zwei drei Jahren andere Akzente zu<br />
setzen. Da ich seit anderthalb Jahren selbst erst an der Hochschule<br />
bin, sind meine Wikis noch nicht älter als anderthalb Jahre.<br />
Und sie laufen alle noch.
</p>
<p>
<b>bernd:</b> Welche Erfahrungen haben Sie mit E-Learning<br />
in virtuellen Welten , beispielsweise Second Life ?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Also, ich selber habe das noch<br />
nicht eingesetzt. Vor allen Dingen weil ich an vielen Stellen den<br />
Eindruck habe, dass die Studierenden im Schnitt bei uns nicht die<br />
richtige Hardwareausstattung haben. Ich weiß aber von Beispielen,<br />
und ich denke da ist durchaus Potenzial drin, weil man eben in einen<br />
so realen virtuellen Kontext eintauchen kann.
</p>
<p>
<b>frager:</b> Wer ist denn der innovative Treiber im<br />
Feld E-Learning und Web 2.0? Wirtschaft oder Wissenschaften?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold: </b>Die innovativen Treiber sind<br />
aus meiner Sicht die Akteure. Die können natürlich im<br />
Wirtschaftsunternehmen sein, das können aber auch genauso Forscher<br />
in Projekten sein oder eben Hochschullehrende, die daran interessiert<br />
sind, zeitgemäße Lernformen zu machen und sich zumindest<br />
langfristig auch zu entlasten. Also den Unterschied Wirtschaft oder<br />
Wissenschaften &#8211; da muss ich rückfragen &#8211; diese Polarisierung<br />
sehe ich da nicht.
</p>
<p>
<b>kanalrat: </b>Machen Sie sich eigentlich auch Gedanken<br />
über neuartige Archivierungsstrategien? Man muss ja nicht das<br />
Rad immer neu erfinden?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Also das Rad nicht immer neu<br />
erfinden ist sehr stark auf meiner Linie. Ich denke, alle Hochschullehrende<br />
können stark davon profitieren, dass auch zu nutzen, was schon<br />
vorhanden ist und eher weiterzuentwickeln. Neuartige Archivierungsstrategien,<br />
da müsste ich überlegen. Vielleicht ist damit gemeint,<br />
auch stärker darüber nachzudenken und innovative Modelle<br />
zu entwickeln, wie man vorhandene digitale Medien für die Lehre<br />
und passende didaktische Konzepte für E-Learning schneller<br />
und einfacher für die Nutzung von anderen zur Verfügung<br />
stellen kann, also hier gute Austauschmodelle zu finden. Darin sehe<br />
ich eine Herausforderung. Und das beinhaltet natürlich auch,<br />
bereits entwickelte Online-Materialien und Konzepte gut zu archivieren.
</p>
<p>
<b>kanalrat:</b> Ich meine damit vor allem, wie man Ergebnisse<br />
so aufbereitet, dass man sie wirklich wieder findet. Denn man sieht<br />
den Wald vor lauter Bäumen nicht.
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold: </b>Ja, das Wiederfinden muss man<br />
organisieren und das klingt einfacher als es ist. Zum einen arbeitet<br />
man mit Metadaten und zum anderen wird ja im Zusammenhang mit Web<br />
2.0 auch mit nutzererzeugten Metadaten experimentiert. Da käme<br />
ein neues Schlagwort dazu: die Folksonomy, die sozusagen eine Taxonomie<br />
einer breiten Nutzergruppe darstellen.
</p>
<p>
<b>Roger: </b>Wie kann FHs der schnelle Einstieg ins<br />
E-Learning gelingen? Gibt es so was wie ein All-Inclusive-Paket?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold: </b>Das wäre schön. Das<br />
wünschten wir uns auch manchmal. Ein All-Inclusive-Paket rund-um-sorglos<br />
wäre wie gesagt nett, aber gibt es leider nicht. Aus meiner<br />
Sicht ist es wichtig, mit kleinen Schritten zu beginnen, sich bei<br />
einer Lernplattform daran zu orientieren, wo vielleicht einzelne<br />
Akteure schon Erfahrung haben und auf eine gute Benutzerfreundlichkeit<br />
zu achten und zu versuchen, auch schon im kleinen Lehre und administrative<br />
Prozesse gemeinsam zu unterstützen. Als Beispiel: Wir arbeiten<br />
an der Fakultät mit der Lernplattform Moodle und versuchen<br />
auch studienorganisatorische Fragen im Bereich des Studiendekanats<br />
über diese Lernplattform abzuwickeln und so schon eine kleine<br />
Integration zwischen administrativen Prozessen und Lehre hinzubekommen.
</p>
<p>
<b>frager:</b> Welche Systeme setzen sich denn eigentlich<br />
durch? Da konkurriert ja vieles mit vielem?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> In der Tat. Und das ist auch<br />
das, was die All-Inclusive-Lösung leider verhindert. Die Vielfalt<br />
der Lernplattformen einerseits, die jetzt noch mit den frei verfügbaren<br />
Web 2.0-Werkzeugen konkurriert, bindet viel Energie an den Hochschulen,<br />
weil viele Systeme parallel eingesetzt und unterstützt werden<br />
müssen. Pauschale Lösungen für alle gibt es aus meiner<br />
Sicht nicht. Open-Source-Lösungen, wie zum Beispiel Moodle,<br />
sind sicherlich eine Plattform, die stark verbreitet ist. Im Fachhochschulbereich<br />
insgesamt ist neben Moodle noch ILIAS und Stud.IP stark favorisiert.<br />
Aber es gibt an fast jeder Fachhochschule, die ich kenne, mindestens<br />
zwei Systeme im Einsatz.
</p>
<p>
<b>else: </b>Der Wunsch nach einheitlichen All-Inclusive-Lösungen<br />
überrascht mich etwas: Gehört für E-Learning-Aktivistinnen<br />
denn nicht auch der Spaß an der Technik und damit ein Interesse<br />
für neue Produkte dazu?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Also ich glaube, wenn wir jetzt<br />
konkret von Hochschullehrenden an einer Fachhochschule sprechen,<br />
dann ist das Potenzial für Experimentierfreude mit einzelnen<br />
technischen Produkten schnell aufgebraucht. Meine Kolleginnen und<br />
Kollegen, und auch ich, möchten lieber mit passenden didaktischen<br />
Konzepten experimentieren und solche weiterentwickeln, als sich<br />
wieder einmal bei einem neuen Werkzeug mit der nächsten Registrierungsroutine<br />
herumzuärgern. Da muss man sehen, dass Entlastung für<br />
die Lehrenden ein wichtiges Motiv ist, so dass man nicht mit ganz<br />
vielen verschiedenen technischen Plattformen zweckfrei experimentiert.<br />
Dazu ist die Arbeitslast insgesamt angesichts der vielen Umbrüche<br />
an Hochschulen einfach zu hoch.
</p>
<p>
<b>lifelonglearning:</b> Welche E-Learning-Angebote zur<br />
Nachqualifizierung bereits Berufstätiger gibt es?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Der Studiengang <a href="http://www.basa-online.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BASA-Online</a><br />
als Beispiel im Feld „Soziale Arbeit“ wäre ein<br />
solches E-Learning-Angebot. Er bietet eine wissenschaftliche Grundqualifizierung<br />
mit einem Bachelor-Abschluss für Berufstätige im Bereich<br />
der „Sozialen Arbeit“ an, also zum Beispiel Erzieherinnen/Erzieher<br />
und andere die in dem Feld bereits tätig sind, aber keine akademische<br />
Ausbildung haben. Weil das Studium zu 75 Prozent internetbasiert<br />
abläuft und nur zu 25 Prozent in Präsenzwochenenden, lässt<br />
es sich eben berufsbegleitend absolvieren. Ein Beispiel unter vielen.<br />
Der Bereich „Virtuelle Fachhochschule“ bietet in den<br />
Technischen Bereichen &#8211; konkret in den Bereichen Wirtschaft, Informatik<br />
und Technik &#8211; auch Berufstätigen grundständige Onlinestudiengänge<br />
nach dem gleichen Modell an. Und das ist schon eine gute Qualifizierungsmöglichkeit,<br />
die ohne den Einsatz von E-Learning nicht möglich wäre.
</p>
<p>
<b>mk:</b> Hallo Frau Arnold, wie sehen ihre Strategien<br />
für Qualitätsmanagement und Evaluation von E-Learning<br />
aus?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Qualität ist natürlich<br />
immer wichtig. Das heißt, beim Aufbau von neuen Studiengängen,<br />
wie beispielsweise dem genannten BASA-Online-Studiengang, finde<br />
ich es immer wichtig, dass es formative Evaluation gibt. Auch für<br />
den Einsatz bei uns im Regelstudienbetrieb wird der Einsatz der<br />
E-Learning-Formen im Rahmen der Lehrevaluation mitbetrachtet. Wir<br />
arbeiten im Moment daran, spezifischere Evaluationen zu E-Learning<br />
an unserer Hochschule zu etablieren, aber da spielen natürlich<br />
die schon angesprochene Ressourcenfrage und die vielen Wandlungen,<br />
die wir wegen Bologna gerade haben, eine Rolle.
</p>
<p>
<b>Tomas:</b> Für ganz unerfahrene&#8230;wo ist es denn<br />
am „sichersten“, mit kleinen Schritten zu beginnen?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Eine Möglichkeit, die oft<br />
als erster kleiner Schritt genutzt wird, ist auf einer Webseite<br />
oder auf einer Lernplattform erste Materialien zur Verfügung<br />
zu stellen. Ich würde aber versuchen, immer gleich einen Schritt<br />
weiter zu gehen und nicht nur Materialien dort zur Verfügung<br />
zu stellen, sondern das ganze mit Aufgaben zu verbinden: mit Rechercheaufgaben,<br />
Lernaufgaben, die aus dem zukünftigen Berufsfeld entnommen<br />
sind, und wo Ergebnisse entweder auf einer Lernplattform oder in<br />
wenigen Schritten auf einem frei verfügbaren Wiki eingestellt<br />
werden können, eben auch von Studierenden die dann auch ihre<br />
Arbeitsergebnisse gewürdigt sehen.
</p>
<p>
<b>jesemann: </b>Was raten Sie Ihren Fachhochschulkollegen<br />
in Sachen E-Learning? Sollten Sie mehr Experimentierfreude beweisen?
</p>
<p>
<b>Patricia Arnold:</b> Ich rate ihnen eben, den ersten<br />
Schritt zu machen und die Werkzeuge, die wir an der Hochschule zur<br />
Verfügung haben, mal zu nutzen und zu sehen, dass die Studierenden<br />
diese ersten Schritte oft stark würdigen. Außerdem rate<br />
ich ihnen, sich zu vernetzen, also auch mal die anderen Kollegen<br />
zu befragen und nicht jeden Schritt und jedes Konzept und jedes<br />
Werkzeug neu zu erfinden, sondern auch mal etwas von Kollegen zu<br />
übernehmen oder in Teamarbeit zu entwickeln.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren gute 75 Minuten e-Teaching.org<br />
Expertenchat. Vielen Dank an alle Nutzer für die Fragen und<br />
natürlich an Frau Arnold für die Antworten. Leider konnten<br />
aufgrund der Kürze der Zeit nicht alle Fragen gestellt werden,<br />
dafür bitte ich um Verständnis. Das Schlusswort für<br />
heute hat unser Gast, bitte, Frau Arnold:
</p>
<p><b>Patricia Arnold:</b> Vielen Dank erstmal für<br />
die Einladung. Ich kann eigentlich an alle Beteiligten nur appellieren:<br />
Erste Schritte zu machen und vor allen Dingen E-Learning-Formen<br />
an Hochschulen gemeinsam weiter zu entwickeln &#8211; gemeinsam innerhalb<br />
des Kollegiums, aber auch gemeinsam mit Studierenden, weil Partizipation,<br />
glaube ich, wirklich das entscheidende Stichwort ist.</p>
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