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	<title>unlauterer Wettbewerb &#8211; politik-digital</title>
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	<title>unlauterer Wettbewerb &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Spam und Telekommunikationsgesetz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mfrost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Apr 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<b>Dr. Martina Krogmann<!-- #EndEditable --> 
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->5.4.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Dr. Martina Krogmann<!-- #EndEditable --><br />
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->5.4.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte, willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe<br />
tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de.<br />
Zum Chat ist heute die Internetbeauftragte der CDU, Martina Krogmann,<br />
ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Sind Sie bereit für den 60-Minuten-Chat<br />
mit unseren Usern?</span>
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/mkrogmann.gif" alt="Dr. Martina Krogmann, Internetbeauftragte der Union" align="left" height="104" width="84" />Martina<br />
Krogmann:</b> Ich freue mich auf den Chat 🙂
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir fangen mit dem Thema Spam an: Eine erste Frage<br />
von uns vorweg. Sie votieren für eine stärkere Bestrafung<br />
von so genannten Spammern. Wie kann das gehen, diese Leute agieren international?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann :</b> Klar werden wir mit nationalen Gesetzen nicht<br />
alle kriegen aber 10 Prozent der Spams kommen aus Deutschland. Wir können<br />
uns als Politik nicht tatenlos zurücklehnen.
</p>
<p>
<b>Barbara:</b> Der Bundestag hat mittlerweile eine Neuregelung des<br />
Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb verabschiedet, das auch ein<br />
Verbot von Spam-Mails beinhaltet. Wie bewerten Sie diese Neuregelung?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann: </b>Das reicht längst nicht aus, weil nur<br />
das bestehende Recht festgeschrieben wurde. Ein Verbot ohne Sanktionen<br />
schreckt wirklich niemanden ab. Wir fordern Bußgeldstrafen für<br />
Spammer.
</p>
<p>
<b>2m:</b> Die EU hat Deutschland erneut aufgefordert, eine Richtlinie<br />
gegen Spam-Mails und Internet-Cookies in nationales Recht umzusetzen.<br />
Warum wartet die Regierung und was macht die Union?
</p>
<p>
<br />
<b>Martina Krogmann:</b> Die Regierung hat die Richtlinie tatsächlich<br />
ein Jahr zu spät umgesetzt. Am Freitag ist das U.W.G verabschiedet<br />
worden, mit unzureichendem Inhalt &#8211; s.o. Wir haben seitens der Union<br />
schon vor einem halben Jahr ein Bündnis gegen Spam mit betroffenen<br />
Internetprovidern und Verbraucherschützern ins Leben gerufen und<br />
inzwischen einen eigenen Antrag gegen Spam eingebracht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal zur Frage der Bestrafung von Spammern, betrifft<br />
Bußgelder:
</p>
<p>
<b>SW:</b> Ist es denn überhaupt wahrscheinlich, dass Spammer<br />
von solchen Maßnahmen geschockt werden? Denn wenn nur 10 Prozent<br />
der Spams abnehmen, dann würden doch die Kosten der Durchführung<br />
des Gesetzes seinen Nutzen klar übersteigen?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Das Bußgeld soll abschreckend wirken.<br />
Ich sehe schon ein Kosten-Nutzen-Verhältnis, zumal die belasteten<br />
ISPs einen Schadensersatzanspruch haben. Außerdem wollen wir die<br />
Bußgeldpflicht auch auf die Beworbenen ausdehnen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und eine weitere Nachfrage dazu:
</p>
<p>
<b>Hein:</b> Wie wollen Sie die Spammer ausfindig machen, wenn Sie<br />
sagen 10 Prozent kommt davon aus Deutschland?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann: </b>Wir brauchen eine enge Kooperation der belasteten<br />
ISPs (Internet Service Provider) mit den Behörden. Außerdem<br />
wollen wir eine zentrale Beschwerdestelle einrichten gegen Spam-Attacken.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zur zentralen Beschwerdestelle:
</p>
<p>
<b>Senta:</b> Sie haben gefordert, eine zentrale Beschwerdestelle gegen<br />
Spam einzurichten &#8211; soll dies nur zur Beruhigung der Nutzer beitragen<br />
oder können einer solchen Stelle Befugnisse eingeräumt werden,<br />
gegen Spam vorzugehen?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Das macht nur Sinn, wenn sie auch Befugnisse<br />
hat. Um es noch einmal klar zu sagen, durch nationale Gesetze allein<br />
kriegen wir das Problem natürlich nicht in den Griff. Wirtschaft<br />
und Verbraucher müssen gemeinsam mit der Politik Lösungen<br />
finden &#8211; und das möglichst international.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Nutzer fürchtet um die Werbewirtschaft bei<br />
härterem Vorgehen gegen Spam:
</p>
<p>
<b>tessarakt:</b> &quot;Außerdem wollen wir die Bußgeldpflicht<br />
auch auf die Beworbenen ausdehnen&quot; &#8211; Besteht da nicht eine enorme<br />
Gefahr von &quot;Joe-Jobs&quot;? Gehen dadurch nicht eine Menge Arbeitsplätze<br />
im eMail-Marketing-Bereich verloren?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Frage zurück: Was sind &quot;Joe-Jobs&quot;?<br />
Zu der zweiten Frage: Klares Nein &#8211; das OptIn-Prinzip gilt ja für<br />
alle Werbeformen.
</p>
<p>
<b>Mathias Schindler:</b> Vielleicht sollte man den Begriff Joe-Job<br />
kurz klären: &quot;Martina Krogmann setzt sich nachts an den PC<br />
und verschickt über ein offenes Relay Werbung für die SPD,<br />
damit Eichel blechen muss&quot;.
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Alles klar, aber so einfach geht es nicht.<br />
Bußgeldpflicht gibt es nur, wenn der Beworbene sich eines Spammers<br />
bedient.
</p>
<p>
<b>testerond:</b> Schon in zwei Jahren, sagt Bill Gates, wird niemand<br />
mehr über Spam reden. Hinkt die Politik hinterher?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Zwei Jahre sind mir zu lang! Ich will die<br />
negativen Auswirkungen von Spam für Wirtschaft und Kommunikation<br />
jetzt bekämpfen!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Kommentar:
</p>
<p>
<b>TomK32:</b> Wegen der Beschwerdestelle. Es gibt einige Projekte<br />
die schon länger sogenannte Blacklists erstellen, also Adressen<br />
von Servern die Spammern als Hilfsmittel dienen. Die Beschwerdestelle<br />
hätte beim abarbeiten dieser Listen schon viel zu tun.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und noch mal zur internationalen Strafbarkeit:
</p>
<p>
<b>tessarakt:</b> Kann man die Bundesregierung irgendwie dazu bringen,<br />
die Regierung der VR China zur Reduzierung der von dort ausgehenden<br />
Spam-Mails zu veranlassen?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Der Schlüssel zur Bekämpfung von<br />
Spam auf internationaler Ebene sind globale Vereinbarungen und Verträge.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Teilen Sie die Meinung dieses Nutzers, Frau Krogmann?
</p>
<p>
<b>Grex0r:</b> Bill Gates versucht das durch kostenpflichtige E-Mails!<br />
Damit mach der diesen Dienst kaputt!
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Die Spammer machen Email kaputt und nicht<br />
Bill Gates!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch eine Frage zur Strafverfolgung von Spammern:
</p>
<p>
<b>mroth:</b> Wie soll unterschieden werden, ob der Beworbene sich<br />
eines Spammers bedient hat oder nicht?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Das kann nur im Einzelfall juristisch nachgewiesen<br />
werden und ist sicherlich nicht einfach &#8211; es geht aber bei anderen Medien<br />
auch.
</p>
<p>
<b>peerer:</b> Die Informationstechnik ist schneller als politische<br />
Institutionen. Die Politik sollte so wenig Staat und so viel Markt wie<br />
möglich praktizieren. Ist die Union hier mal der mal der anderen<br />
Meinung?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Ich bin genau Ihrer Meinung! Hier geht es<br />
aber nicht um Markt oder Staat, sondern um die Bekämpfung von kriminellen<br />
Spammern, die immensen volkswirtschaftlichen Schaden verursachen und<br />
die Kommunikation via Email gefährden!
</p>
<p>
<b>TomK32: </b>Und noch eine schwere Frage: Wird es strafbar sein,<br />
wenn man seinen Internet-Server nicht genug absichert gegen Missbrauch?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Klares Nein &#8211; einfache Antwort.
</p>
<p>
<b>semi: </b>Welche rechtlichen Schritte wollen Sie zum Schutz des<br />
Anwenders unternehmen?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Bußgeld ist eine Maßnahme. Der<br />
Anwender ist aber auch selbst in der Pflicht, sich zu schützen;<br />
z.B. mit Filtersystemen. Noch mal: Das Problem kriegen wir nur gemeinsam<br />
in den Griff &#8211; Wirtschaft, Verbraucher und Politik.
</p>
<p>
<b>useless:</b> Wo genau wird die Wirtschaft durch Spam geschadet?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Spam verstopft vor allem bei den ISPs zunehmend<br />
die Leitungen. Die EU-Kommission geht von einem Produktivitätsverlust<br />
von rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2002 aus. Die ISPs werden gezwungen,<br />
ihre Infrastruktur diesem durch Spam verursachten Datenverkehr anzupassen.<br />
Also letztlich eigentlich entbehrliche Investitionen vorzunehmen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu einem anderen Thema, der Vorratsspeicherung von<br />
Daten, die von den Providern erwartet wird:
</p>
<p>
<b>Tacheles:</b> Ist die Vorratsdatenspeicherung zur präventiven<br />
Verbrechensbekämpfung nicht wie &quot;mit Kanonen auf Spatzen schießen&quot;?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Aus meiner Sicht ja &#8211; eine Vorratsdatenspeicherung<br />
von sechs Monaten bringt aus meiner Sicht keinen Gewinn an Sicherheit<br />
und ist auch im Vergleich zu den Belastungen für die Wirtschaft<br />
unverhältnismäßig. Also: Kanonen auf Spatzen.
</p>
<p>
<b>Mal ne Frage:</b> Die Wirtschaft stellt sich quer, die Kosten für<br />
die Vorratsdatenspeicherung zu übernehmen und fordert vom Staat<br />
eine Entschädigung. Ist die Speicherung überhaupt finanzierbar?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Wenn der Staat die Überwachungsvorschriften<br />
zu Lasten der Unternehmen so sehr ausweitet, sie also gewissermaßen<br />
zum &quot;Hilfs-Sheriff&quot; des Staates macht, muss er aus meiner<br />
Sicht sich an den Kosten angemessen beteiligen. In Österreich ist<br />
bereits ein Urteil gefällt worden, nach dem den Unternehmen alle<br />
Kosten für Überwachungsmaßnahmen vom Staat erstattet<br />
werden müssen.
</p>
<p>
<b>Mr. X: </b>Gibt es denn andere Konzepte, um das geforderte &quot;mehr&quot;<br />
an Sicherheit im Bereich der Telekommunikation (vor allem in Hinsicht<br />
auf die Terrorgefahr) zu erreichen?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Natürlich darf der Bereich der Telekommunikation<br />
von Sicherheitsmaßnahmen nicht ausgenommen werden. Aber aus meiner<br />
Sicht reicht die bestehende Telekommunikationsüberwachungsverordnung<br />
völlig aus.
</p>
<p>
<b>Roland Koch:</b> Heute konnte man erfahren, dass der Telekom-Chef<br />
Kai-Uwe Ricke Hessens Ministerpräsident Roland Koch überzeugen<br />
konnte, eine neue Haltung zum TKG einzunehmen. Befürchtung: noch<br />
mehr unionsgeführte Länder könnten sich querstellen.<br />
Sollte man sich so sehr von einem Konzern beeinflussen lassen?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Die Union hat sich noch nie und wird sich<br />
auch niemals zum verlängerten Arm eines Unternehmens machen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Nachfrage zur Finanzierung der Überwachungsmaßnahmen<br />
durch den Staat:
</p>
<p>
<b>mroth:</b> Und woher nimmt der Staat die Mittel um die Überwachungskosten<br />
zu finanzieren? Gibt es dann bald eine &quot;Überwachungssteuer&quot;<br />
auf Internetverbindungen?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann: </b>Die Gedankengänge von Hans Eichel sind<br />
nicht vorhersehbar. Mit der Union sicherlich nicht.
</p>
<p>
<b>tessarakt: </b>Wenn die Überwachung auch auf Internet-Kommunikation<br />
ausgedehnt wird, sind dann überhaupt noch ausreichende Kapazitäten<br />
für richterliche Kontrolle der Überwachungsmaßnahmen<br />
da?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Meinen Sie die Frage der Verfassungskonformität?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Während die Nachfrage läuft, hier schon<br />
mal die nächste Frage:
</p>
<p>
<b>Upsala:</b> Eine Speicherung personenbezogener Daten ohne konkrete<br />
Zweckbindung ist verfassungswidrig. Welche Institution soll die datenschutzkonforme<br />
Verwendung der Daten überwachen?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Das frage ich mich auch. Auch ich halte die<br />
Vorratsspeicherung sämtlicher Verkehrsdaten für 6 Monate ohne<br />
konkreten Verdacht für verfassungsrechtlich fragwürdig. Jeder<br />
Bürger wird gewissermaßen einem pauschalen Vorabverdacht<br />
ausgesetzt.
</p>
<p>
<b>Europäer:</b> Peter Schaar (Datenschutzbeauftragter d. Bundes)<br />
sagte, dass angesichts der beschränkten personellen und sachlichen<br />
Ausstattung der Datenschutzbehörden eine umfassende Kontrolle nicht<br />
möglich ist. Gibt es hier mehr Geld, wenn das Gesetz so durchgehen<br />
sollte?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Fragen Sie die Befürworter. Aus meiner<br />
Sicht sind die Kassen sowieso schon leer, deshalb glaube ich nicht,<br />
dass für eine bessere Ausstattung der Datenschutzbehörden<br />
mehr Geld bewilligt wird.
</p>
<p>
<b>polis2:</b> Ist der Datenschutz nicht durch zu viele unterschiedliche<br />
Gesetze geregelt? Brauchen wir nicht mehr Klarheit?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Ja, ich spreche mich seit langem für<br />
eine Zusammenfassung aller datenschutzrechtlicher Regelungen und Gesetze<br />
in einem zentralen Gesetz aus.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier ist die Erläuterung der nicht ganz klar<br />
formulierten Frage (Wenn die Überwachung auch auf Internet-Kommunikation<br />
ausgedehnt wird, sind dann überhaupt noch ausreichende Kapazitäten<br />
für richterliche Kontrolle der Überwachungsmaßnahmen<br />
da?):
</p>
<p>
<b>tessarakt:</b> Ich meine es so, wie ich es geschrieben habe. Wenn<br />
Richter nur noch ihre Unterschrift unter Anträge der Staatsanwaltschaft<br />
setzt, ist das sicherlich nicht mehr verfassungskonform.
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Ein bestimmtes Niveau der richterlichen Überprüfung<br />
bei der Anordnung der Überwachung darf in der Tat nicht unterschritten<br />
werden. Automatismen sind unbedingt zu vermeiden.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Hier gibt es zwei Nachfragen zu der Position der<br />
CDU bei der Vorratsdatenspeicherung:
</p>
<p>
<b>polis2:</b> Aber die Unionsregierten Länder wollen die Datenspeicherung.<br />
Ein Konflikt zwischen Sicherheitspolitik und Datenschutz?
</p>
<p>
<b>Hein:</b> Hat die CDU sich nicht für die verlängerte Vorratsdatenspeicherung<br />
stark gemacht gehabt? Wollte nur mal nachfragen&#8230;
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Die CDU-Bundestagsfraktion hat sich in einem<br />
Antrag gegen die Vorratsspeicherung ausgesprochen. Bei den Ländern<br />
geht die Befürwortung der Vorratsspeicherung querbeet durch CDU,<br />
aber auch SPD-regierte Länder. Das Telekommunikationsgesetz geht<br />
ja jetzt in den Vermittlungsausschuss, ich werde dort mitarbeiten &#8211;<br />
mit der klaren Zielsetzung, zu praktikablen Regelungen zwischen Sicherheits-<br />
und Wirtschaftsinteressen zu kommen!
</p>
<p>
<b>Mathias Schindler:</b> Martina: Ist das Papier &quot;Leitlinien<br />
zur inneren Sicherheit&quot; der CDU noch aktuell, was die Aussagen<br />
zur Vorratsdatenspeicherung angeht?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann: </b>Hallo Mathias, gute Politik entwickelt sich<br />
immer weiter 🙂
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu weiteren Themen: Microsoft soll mehrere 100 Mio.<br />
Euro bezahlen, da das Unternehmen angeblich gegen das Wettbewerbsrecht<br />
verstoßen hat.
</p>
<p>
<b>herzog:</b> Halten sie das EU Verfahren gegen Microsoft für<br />
richtig? Sollte Deutschland auch die Gerichte anrufen?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Kartellsünder sollten grundsätzlich<br />
vor Gericht landen. Ob Microsoft im vorliegenden Fall einer war, werden<br />
die Gerichte zu klären haben.
</p>
<p>
<b>peerer: </b>Die Verbände der Musikindustrie wollen ab sofort<br />
gerichtlich gegen P2P-Nutzer vorgehen, um gegen illegale Musikangebote<br />
vorzugehen. Unterstützen sie dieses Vorgehen?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann: </b>Auch gegen Urheberrechtssünder muss vorgegangen<br />
werden. Urheberrechte sind Eigentumsrechte, wenn die nicht mehr geschützt<br />
sind, fehlt der Ansporn für Kreativität.
</p>
<p>
<b>herzog:</b> Brauchen wir einen IT-Minister, da das Thema Informationsgesellschaft<br />
auf zu viele Ministerien verteilt ist?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Nur ein neuer Posten als IT-Minister bringt<br />
uns sicherlich nicht weiter. Was wir brauchen ist eine stärkere<br />
Bündelung aller IT-relevanten Themenbereiche und den dazugehörigen<br />
Kompetenzen. IT-Politik ist Querschnitts-Politik und betrifft fast alle<br />
Ministerien. Wenn jeder isoliert für sich hin muckelt &#8211; so wie<br />
in den vergangenen Jahren &#8211; bleiben wir in Deutschland ein IT-Flickenteppich<br />
und fallen weiter zurück. Deshalb: Bündelung ja, eine neue<br />
Behörde nein.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir kommen zu den letzten Fragen: Nachfragen zum<br />
Thema Urheberrecht:
</p>
<p>
<b>Raffi: </b>Aber ist die Härte dieses Vorgehens (gleichsetzen<br />
mit Straftätern in Werbekampagnen) ihrer Meinung nach angemessen?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Sicherlich nicht, dennoch muss das Bewusstsein<br />
dafür geschärft sein, dass im Internet nicht alles gratis<br />
ist.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir kommen bereits wieder zur letzten Frage:
</p>
<p>
<b>errewq:</b> Ist das Thema Internet ihren Fraktionskollegen ein begriff?<br />
Ist der Bundestag digital auf dem Stand der Dinge oder wünschen<br />
sie sich einen besseren Dienstleiter?
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann:</b> Bei den Fraktionskollegen ist das Thema Internet<br />
genauso bekannt oder unbekannt wie in der gesamten Bevölkerung.<br />
Der Bundestag ist digital gut dabei.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Nutzerinnen und Nutzer! Leider ist unsere Zeit<br />
bereits um. Vielen Dank an alle User für das große Interesse.<br />
Leider sind wie immer viele Fragen unbeantwortet geblieben. Vielen Dank<br />
auch an Sie, Frau Krogmann, dass Sie sich Zeit für den Chat genommen<br />
haben. <br />
Das Transkript dieses Chats finden Sie auf den Seiten der Veranstalter.<br />
Das tacheles.02-Team wünscht allen noch einen angenehmen Tag! Wir<br />
würden uns freuen, wenn Sie beim nächsten Mal wieder dabei<br />
sein können!
</p>
<p>
<b>Martina Krogmann: </b>Vielen Dank, ich bin gerne wieder dabei. Wer<br />
möchte kann mich direkt kontaktieren unter martina.krogmann@bundestag.de.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Oder www.martina-krogmann.de.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Zu spät gegen Spam</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-spam-doss1-shtml-3153/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-spam-doss1-shtml-3153/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[jmau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Spam]]></category>
		<category><![CDATA[Europäisches Recht]]></category>
		<category><![CDATA[unlauterer Wettbewerb]]></category>
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		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/econsumer-spam-doss1-shtml-3153/</guid>

					<description><![CDATA[Deutschland wird die EU-Richtlinie gegen Spam verspätet umsetzen, sagt die CDU. Kritiker halten das Gesetz für machtlos. Die Regierung sollte SPAM zum Thema des UN-Gipfels zur Informationsgesellschaft machen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschland wird die EU-Richtlinie gegen Spam verspätet umsetzen, sagt die CDU. Kritiker halten das Gesetz für machtlos. Die Regierung sollte SPAM zum Thema des UN-Gipfels zur Informationsgesellschaft machen.<!--break-->
                    </p>
<p>Ein US-User bekommt im Durchschnitt gut dreimal soviel unerwünschte Werbemails wie ein deutscher User. Und dass, obwohl es in mehreren Bundesstaaten der USA Anti-Spam-Gesetze gibt. In Virginia, dem Bundesstaat mit den schärfsten Gesetzen, wird Spam als Einbruch in den Computer angesehen, strafrechtlich verfolgt und kann zu mehrjährigen Haftstrafen führen.</p>
<p>In Deutschland gibt es bisher kein Spam-Gesetz. Bis Ende Oktober müsste Deutschland eigentlich die<br />
                    <a href="http://www.dud.de/dud/documents/eu-15396d-020121.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Richtlinie</a> zum Datenschutz für elektronische Kommunikation vom 12. Juli 2002 umsetzen. Die darin festgelegte Opt-in-Regelung wäre eine neue Grundlage in der Rechtssprechung. Bei Opt-in darf ein Versender nur mit vorheriger Erlaubnis des Empfängers Werbung verschicken. Nach der bisherigen Opt-out–Regelung darf das Unternehmen Werbung versenden bis der Empfänger die Werbesendung ausdrücklich abbestellt oder um Unterlassung bittet. Anfang Mai hat die Bundesregierung eine<br />
                    <a href="http://www.bmj.bund.de/ger/themen/wirtschaft_und_recht/10000709/?sid=3b9468b1b92dd9a88af9de4a236c4d30" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neufassung</a> des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) vorgelegt, in der die EU-Richtlinie umgesetzt werden soll. Dass das Gesetz fristgemäß in Kraft tritt, darf bezweifelt werden. Martina Krogmann, IT-Expertin der CDU: &#8220;Eine verzögerte Umsetzung ist absehbar, zumal noch eine Anhörung des Rechtsausschusses zu Einzelfragen des UWG erfolgen soll.&#8221; Das Gesetz wird wohl frühestens Anfang nächsten Jahres rechtskräftig.</p>
<p>Regierungsparteien und Opposition befürworten das Gesetz grundsätzlich, ringen aber noch um Feinheiten. Renate Künast, deren Verbraucherschutzministerium an der UWG-Novelle beteiligt war, ist gegen eine Strafverfolgung wie es in Virginia der Fall ist. Die CDU fordert diese strafbewehrte Ahndung von Spam-Mails und die Einrichtung einer zentralen Melde- und Beschwerdestelle. Doch mit einer Entlastung der Posteingänge ist auch dann kaum zu rechnen. Das neue UWG ist ein erster Schritt in den digitalen Verbraucherschutz, aber kein Bollwerk gegen Spam.</p>
<p>Das UWG verbessert das Wettbewerbsrecht und damit vor allem die Rechtssituation von Unternehmen, deren Konkurrenten spammen. Private Spam-Opfer können nach wie vor nur mit einem<br />
                    <a href="http://www.recht-im-internet.de/themen/spam/urteile.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aufwendigem Prozedere</a> gegen ihre Peiniger vorgehen. Eine mögliche Methode: Das Spam-Opfer fordert den Versender zu einer strafbewehrten Unterlassungserklärung auf. Darin muss sich der Unterzeichner verpflichten, die Belästigung zu unterlassen. Bei Verstoß drohen bis zu 5000 € Strafe.</p>
<p>
                    <strong>Provider tanzen auf zwei Hochzeiten</strong><br />
                    <br />Nicht zu Spam im rechtlichen Sinne zählen auch nach dem UWG Werbe-Mails von Unternehmen, mit denen der Empfänger bereits in geschäftlichem Kontakt gestanden hat. Dazu gehört die – ebenfalls häufig unerwünschte – Werbung von Providern wie YAHOO, AOL, GMX oder WEB.DE. Der als Cajun-Spammer bekannte Richard Scelson wirft den Providern deshalb nicht zu unrecht Heuchelei vor. Tatsächlich tanzen die Provider auf zwei Hochzeiten. In der Anti-Spam-Bewegung stehen sie an forderster Front. Sie spüren Spammer auf, bieten eMail-Filter an und stellen Aktionsseiten wie<br />
                    <a href="http://www.antispamday.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.antispamday.de</a> ins Netz. Denn ihre Server ächzen unter der Last des Spam – und sie haben ein ehrliches Interesse daran, sich vom Spam zu befreien. Andererseits schicken sie ihren Kunden selbst fast täglich unerwünschte Mails und verdienen damit gutes Geld. Opt-in ändert daran nichts, weil es sich um eine bestehende Geschäftsbeziehung handelt.</p>
<p>
                    <strong>Spammer sind Global Player und durch Netzrecht kaum zu beeindrucken</strong><br />
                    <br />Machtlos bleibt das Gesetz gegen die zwei Hauptprobleme im Kampf gegen Werbemails: Die meisten Spammer bleiben anonym und der Großteil des Spam kommt aus dem nicht europäischen Ausland. Wer in Asien oder den USA sitzt und Spam anonym an eine deutsche Domain schickt, ist mit deutschem oder europäischem Recht nicht zu beeindrucken.</p>
<p>Die Industrie setzt deshalb auf eine technische Lösung. Der Verband der Internetwirtschaft eco begrüßt zwar die Gesetzesnovelle der Bundesregierung und<br />
                    <a href="http://www.eco.de/servlet/PB/menu/1206752/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fordert eine schnelle Umsetzung</a>. Er will das Problem aber – wie die US-Kollegen auch – durch Filtersysteme für eMails beheben. Dafür hat eco extra eine Anti-Spam-Task-Force eingerichtet. Denn „nationale Anti-Spam-Gesetze oder Rechtsprechungen sind gegen das globale Spam-Problem bisher weitgehend machtlos“, sagt Sven Karge, Koordinator der eco-Task-Force. Dr. Werner Ruether, Kriminologe an der Universität Bonn, pflichtet ihm bei: Was fehle, sind „weniger nationale, sondern vor allem supra-nationale Rechtsnormen“. Es handelt sich also um ein bekanntes Dilemma: nationalstaatliche Lösungen bleiben im globalen System wirkungslos.</p>
<p>Martina Krogmann von der CDU fordert: „Die Bundesregierung muss handeln und sich zum Vorreiter auf internationaler Ebene machen.“ Eine gute Chance sei der Ende des Jahres stattfindende<br />
                    <a href="http://www.gipfelthemen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNO-Weltgipfel zur Informations- und Wissensgesellschaft</a> . Dort müsse Deutschland darauf hinwirken, „dass in den USA – entgegen der sich aktuell abzeichnenden Tendenz – ebenfalls eine Opt-In-Regelung getroffen wird“.</p>
<p>
                    <strong>Spam-Profite einkassieren</strong><br />
                    <br />Den Kopf müssen die nationalen Gesetzgeber trotzdem nicht in den Sand stecken. Man könne, so Kriminologe Ruether, zumindest auf die deutschen Spammer Einfluss nehmen, indem man ihre „bisher eindeutig positive Kostenbilanz in Zukunft negativer gestaltet“. Statistisch kommen auf 100.000 Spam-Mails 100 Rückfragen der User. Diese Quote von 0,1 Prozent rechnet sich für die Spammer, ihr Aufwand ist gleich Null. Verbraucherschutz-ministerin Renate Künast hat deshalb angekündigt, dass Gewinne die unter Verletzung der neuen Opt in-Regelung erzielt werden, demnächst eingezogen und dem Bundeshaushalt zugeführt würden. Dieser „Gewinnabschöpfungsanspruch“ ist Teil des neuen UWG-Entwurfes und resultiert aus der Tatsache, dass wettbewerbswidriger Spam zwar vielen schadet, es aber kaum zur Anklage kommt, weil die Schadenshöhe für den Einzelnen gering bleibt.</p>
<p>Was bleibt unterm Strich in der Mailbox? Die eco-Task Force, die Ende Mai 2003 ins Leben gerufen wurde, versichert in einem Schreiben: „90 Prozent des Spam kann durch Filtersysteme abgefangen werden“. Die Provider versprechen mit ihren Filterangeboten ähnliche Erfolgsquoten. Gesetze gegen Spam werden von allen begrüßt, aber keiner erhofft sich viel davon. Der eco-Verband fürchtet in<br />
                    <a href="http://www.eco.de/servlet/PB/menu/1206752/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seinem Schreiben</a> , Spam werde in den nächsten Monaten und Jahren eher noch ansteigen. Wir dürfen uns also auf amerikanische Verhältnisse gefasst machen und sind gespannt, ob die Politik geeignete Mittel gegen Spam findet.<br />
                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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		<title>Verbraucherverbände gegen SPAM-eMails</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Nov 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Schadensersatz]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Verbraucherverbände fordern verbesserte Klagemöglichkeiten gegen unlauteren Wettbewerb in den neuen Medien.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Verbraucherverbände fordern verbesserte Klagemöglichkeiten gegen unlauteren Wettbewerb in den neuen Medien.<!--break--><br />
                    <strong>In Europa sollen SPAM-eMails verboten werden. Wie jedoch gegen internationalen Werbe-Terror vorgegangen werden kann, steht noch nicht fest.</strong></p>
<p>Am 31. Oktober fand in Berlin-Mitte eine Konferenz zum Thema „EU – Harmonisierung des Wettbewerbrechts“ statt. Dazu eingeladen hatte die<br />
                    <a href="http://www.vzbv.de/start/index.phtml" target="_blank=" rel="noopener noreferrer">Verbraucherzentrale</a> (Bundesverband e. V.). Ziel der Konferenz sollte sein, europaweit und darüber hinaus Verbraucherschutzstandards auf möglichst hohem Niveau durchzusetzen.<br />
                    <br />“Wir wollen nicht nur den europäischen Binnenmarkt für Unternehmen, sondern endlich auch für Verbraucher“, sagte vzbv-Vorstand<br />
                    <a href="http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/specials/35209/" target="_blank=" rel="noopener noreferrer">Prof. Dr. Edda Müller</a>.</p>
<p>Neben der Thematisierung des Dauerärgernisses „0190er-Nummern“, SMS-Werbung und Verpackungsmogeleien, ging es unter anderem auch um sogenannte SPAM-eMails<br />
                    <br />(SPAM ist der Begriff für massenhaft versendete unerwünschte eMails. Diese Emails haben oft einen gefälschten Absender, z.B. blablabla@berlin.de) und das Erforschen der Vorlieben von Kindern und Jugendlichen mittels interaktiver Websites.</p>
<p>
                    <strong>Unlauterer Wildwuchs</strong><br />
                    <br />Prof. Dr. Edda Müller, Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale monierte insbesondere den zunehmenden Wildwuchs der Werbeangebote in den neuen Medien. Gewinnversprechungen mittels SMS, FAX oder eMail, die den Verbraucher dazu verleiten sollen, teure 0190er Nummern anzuwählen, stellten unlauteren Wettbewerb dar, so die einhellige Meinung aller Referenten der Konferenz. Ursula Pachl, Rechtsberaterin beim<br />
                    <a href="http://www.beuc.org/Content/Default.asp?" target="_blank=" rel="noopener noreferrer">europäischen Verbraucherverband</a> (BEUC) sprach sich bezüglich SPAM-Mails für eine Revision der bestehenden Datenschutzrichtlinien aus. Schon jetzt sei klar: „SPAM wird europaweit verboten werden“. Einzige Ausnahme: Wenn bereits Geschäftsbeziehungen zwischen einem Unternehmen und dem einzelnen Verbraucher bestehen, dürfe weiter gespammt werden. Die Beschlüsse der Verbraucherverbände bezüglich der europäischen Datenschutzrichtlinien sollen spätesten in 18 Monaten umgesetzt werden. Auf internationaler Eben bestehe jedoch nach wie vor die Problematik der rechtlichen Durchsetzbarkeit nationaler bzw. europäischer Richtlinien und Gesetze. Pachl blieb hier vage und sagte: „An internationalen Lösungen wird gearbeitet“. Man setze hier eher auf Selbstregulationsmaßnahmen der Wirtschaft.</p>
<p>
                    <strong>Forderungen: Wer den Schaden hat&#8230;</strong><br />
                    <br />Der Verbraucherverband fordert insbesondere einen Schadensersatzanspruch an Unternehmen bei unlauterer Werbung. Noch radikaler ist die Forderung nach einer Abschöpfung von Unrechtsgewinnen aufgrund unlauterer Werbung. Um den Verbraucher zu stärken, soll ein kollektiver Schadensersatzanspruch gesetzlich verankert werden, wie das in anderen europäischen Ländern schon länger der Fall sei. Der einzelne Verbraucher habe im Normalfall nur wenig Chancen, seine Ansprüche aufgrund geringer Streitsummen gerichtlich durchzusetzen. Hier soll der kollektive Schadensersatzanspruch helfen. Das im Jahr 2001 neu geschaffene<br />
                    <a href="http://www.verbraucherministerium.de" target="_blank=" rel="noopener noreferrer">Verbraucherministerium</a> unter Leitung von Renate Kühnast unterstützt den Verband in seinen Forderungen, versprach Georg Starke, Referent im Bundesministerium für Verbraucherschutz. Über die Art und Weise der Unterstützung sagte der Referent leider auch nach mehrfachen Nachfragen nichts konkretes.<br />
                    </p></p>
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