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	<title>Unterhauswahl &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Unterhauswahl &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Kreuzchen in pink</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Klas Roggenkamp]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlhilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Schwul-Lesbische Entscheidungshilfen
zur Wahl</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Schwul-Lesbische Entscheidungshilfen<br />
zur Wahl</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<p>Die richtige Wahl zu treffen ist schwierig. In England bietet seit einigerZeit<br />
eine spezielle Site für Schwule und Lesben Entscheidungshilfen an.<br />
Für jeden Abgeordnete kann der Interessierte User hier das &quot;gay rating&quot; einsehen<br />
und so ermitteln, wie sich die Kandidaten aus dem Heimatwahlkreis zu den &quot;hot<br />
issues&quot; der Schwul/Lesbischen Politik verhalten. Das &quot;rating&quot; wird aus dem Abstimmungsverhalten<br />
zu den Themen &quot;age of consent, Section 28 and the armed forces&quot; ermittelt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Das &quot;age of consent&quot; bezeichnet hier das Mindestalter, ab dem eine Person<br />
legal gleichgeschlechtlichen Sex haben darf. In der vergangenen Legislaturperiode<br />
wurde dieses Alter in England von 18 auf 16 Jahre heruntergesetzt und damit<br />
der &quot;heterosexuellen&quot; Regelung angepasst. <br />
&quot;Section 28&quot;, beschlossen 1988, verbot es Schulen &quot;homosexuelle Bindungen als<br />
eine eheähnliche Beziehung&quot; zu werten. In der letzten Legislaturperiode wurde<br />
nach langem hin und her zwischen den Kammern eine Neufassung beschlossen, die<br />
diesen Passus aufhebt.<br />
Die Abstimmung, ob Schwule und Lesben in der britischen Armee dienen dürfen,<br />
fand zwar noch unter der Major-Regierung statt, wird aber von &quot;thegayvote&quot;<br />
der Vollständigkeit halber berücksichtigt. Abgeordnete, die erst seit 1997 im<br />
Parlament sitzen, werden in diesem Fall als neutral betrachtet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Die bislang mandatlosen Kandidaten werden für das &quot;gay rating&quot; bewertet,<br />
indem sie gebeten werden, eine <a href="http://thegayvote.co.uk/petition/">Petition</a><br />
für den neuen Premierminister zu unterzeichnen. Da sich diese Petition mit fünf<br />
schwul/lesbischen Themen befasst, die vom neuen Parlament behandelt werden,<br />
lässt sich der &quot;Homophobiegrad&quot; der potenziellen Parlamentsmitglieder<br />
bestimmen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <i><a href="http://www.thegayvote.co.uk/"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/uk/gayvote.gif" alt="thegayvote" align="left" border="0" height="27" width="100" /></a>&quot;Das<br />
letzte Parlament hat gezeigt, dass Politiker gerne Entscheidungen auf der Basis<br />
schlechter Informationen über die Homosexuelle Community treffen; bei dieser<br />
Wahl sollte die homosexuelle Gemeinschaft wohlinformierte Entscheidungen über<br />
die Politiker treffen.&quot;</i> Dies ist das selbsterklärte Hauptziel von &quot;thegayvote&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Um den &quot;persönlichen&quot; Kandidaten zu finden kann der Besucher der Seite direkt<br />
den Namen des Wahlkreises oder aber des gesuchten Kandidaten suchen lassen.<br />
Auch die Eingabe der Postleitzahl führt zum gesuchten Ergebnis. Das Rating an<br />
sich wird farblich dargestellt, anti-gay ist schwarz, pro-gay passenderweise<br />
<span style="color: #ff0099">pink</span>. <br />
Neben dem Rating gibt es auf der Seite auch eine Auflistung von bekennenden<br />
lesbischen und schwulen Kandidaten sowie eine Übersicht über vermeintlich homophobe<br />
Members of Parliament in spe. Außerdem wird eine Abstimmung geführt über<br />
den &quot;<i>most anti gay MP</i>&quot; des letzten Parlaments. Die Teilnahme an den Abstimmungen<br />
ist allerdings nur für registrierte Nutzer möglich. Wie ausschlaggebend diese<br />
Informationen für den Wahlausgang waren, läßt sich schwer bemessen. <br />
Die von &quot;thegayvote&quot; initiierte Online-Petition hat es zumindest auf 8289 Unterschriften<br />
gebracht. In Zukunft wird dieses Themenfeld, genauso wie die dahinterstehenden<br />
Wählerstimmen, auf jeden Fall an Bedeutung zunehmen. Auch in Deutschland rückt<br />
die vermeintliche Minderheit immer mehr in den Vordergrund. Der <a href="http://www2.tagesspiegel.de/archiv/2000/08/31/ak-po-de-14556.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlkampf<br />
in Köln</a> 2000, bei dem einer der Kandidaten versprach, Köln zum Gay-Capital<br />
zu machen, hat bereits einen Vorgeschmack dazu geliefert, ebenso wie die Debatte<br />
um eingetragene Partnerschaften<br />
Und vielleicht gibt es ja bis zur nächsten Bundestagswahl auch ein vergleichbares<br />
Rating für Gerd und Guido oder gar für Edmund und Angela &#8230;<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Labour oder Humour?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/labour_oder_humour-728/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Klas Roggenkamp]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhauswahl]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wahlkampf kann auch witzig sein.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wahlkampf kann auch witzig sein.</span></b><!--break--><br />
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<br />
</span></b>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
He did it again: <a href="http://news.bbc.co.uk/vote2001/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie<br />
erwartet hat Tony Blair es wieder geschafft</a>. <br />
Wie bereits die Prognose vorausgesagt<br />
hatten, führte er die bei den Wahlen zum britischen Unterhaus die Labour-Partei<br />
erneut zu einem erdrutschartigen Sieg und sogar zur absoluten Mehrheit. Damit<br />
ist ihm gelungen, was seit 100 Jahren kein Labour-Chef mehr geschafft hat: die<br />
Mehrheit über eine Wahlperiode hinaus zu erhalten. <br />
Dabei fing der Wahltag schleppend an; die Befürchtungen, dass sich noch einmal<br />
weniger Wähler auf den Weg zur Urne machen würden als 1997 (mit einem Rekordtief<br />
von 71,4%) hat sich bewahrheitet &#8211; es gab mit ungefähr 60% die niedrigste<br />
Wahlbeteiligung seit 1918.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.sonce.net/envaders/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/uk/PI_tony.gif" alt="Tony Blair - Parliament Invaders 2001" align="left" border="0" height="100" width="100" /></a>Sicherlich<br />
ist für das britische Desinteresse nicht der Netzwahlkampf verantwortlich<br />
zu machen. Allerdings scheint der Einsatz neuer Kommunikationsmittel zur Mobilisierung<br />
zumindest der eigenen Wählerschaft keinen durchschlagenden Erfolg gehabt zu<br />
haben, auch wenn an einigen Stellen recht innovative Wege beschritten wurden.<br />
Der Versand von SMS-Nachrichten &#8211; verschickt kurz vor der Sperrstunde letzten<br />
Freitag &#8211; mit dem Inhalt &quot;<i>Cldnt give a XXXX 4 last ordrs? vote Labour on<br />
thrsdy 4 xtra time.</i>&quot; sollte die Wähler nicht nur an die Wahl erinnern. Vielmehr<br />
diente dieser Aufruf auch der Mundpropaganda an der Theke, denn die Labour-Partei<br />
setzt sich für eine Verschiebung der Sperrstunde von 23 Uhr auf eine spätere<br />
Uhrzeit ein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Dieser innovative Medieneinsatz blieb aber auch der einzig erwähnenswerte<br />
Schritt hin zur schönen neuen Welt des multimedialen Wahlkampfes. Die Netzauftritte<br />
der Parteien waren nur gering informativ gehalten und existierten eher um ihrer<br />
selbst willen. Trotz des hohen Wahlkampfengagements von Tony Blair schien sich<br />
Labour einen schlechteren Auftritt leisten zu können als Liberale und Konservative,<br />
die in einem <a href="http://www.voxpolitics.com/news/voxfpub/story272.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netz-Vergleich</a><br />
besser abschnitten. Der einzige mehr oder weniger ernsthafte Versuch der Labour-Strategen,<br />
sich am Netzwahlkampf zu beteiligen, erwies sich schnell als Querschläger.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="396">
<tbody>
<tr>
<td><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial"><a href="http://www.labour.org.uk/lp/new/labour/docs/PHOTOS/ECOMONICDISASTERII.JPG%0A" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/uk/eco_poster1.jpg" alt="Labour gegen Tories" border="0" height="94" width="195" /></a><br />
			<a href="http://www.scottishtories.org.uk/labourmovie.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/uk/eco_poster2.jpg" alt="Tories gegen Labour" border="0" height="94" width="195" /></a></span></td>
</tr>
<tr bgcolor="#cccccc">
<td><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Was Du nicht willst<br />
			was man Dir tu &#8230;</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Mit etwas Humor sollte dem Wähler vor Augen geführt werden, welche Zukunft<br />
ihm mit &quot;den Anderen&quot; bevorstünde. Die ganze Aktion mit dem Titel &quot;Economic Disaster<br />
II&quot;, in Form eines Filmplakates blieb jedoch nur für einen Tag ohne Reaktion.<br />
<br />
Schottische Konservative schossen kurz darauf mit gleichem Pulver zurück<br />
und kündigten mit &quot;Economic with the truth&quot; auf Zelluloid gebanntes<br />
Labour-Versagen an.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Außerhalb der Parteiapparate hat sich der berühmte schwarze englische<br />
Humor nicht kleinkriegen lassen. Was sich schon im amerikanischen Wahlkampf<br />
abzeichnete wurde nun von den Briten perfektioniert: die Mischung von politischen<br />
Ideen und Humor, eingebunden in kleine oder große Karikaturen, Mailanhänge<br />
oder ganze Webseiten. Die britische Wählerschaft hatte so vielerorts die<br />
Möglichkeit, die gewünschte zwischenparteiliche Auseinandersetzung auf verschiedenste<br />
Art und Weise am heimischen Rechner zu simulieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <a href="http://www.sonce.net/envaders/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/uk/PI_willy.gif" alt="William Hague - Parliament Invaders 2001" align="right" border="0" height="100" width="100" /></a>Nicht<br />
gerade Fairplay, aber aufwendig gestaltet kam das Spiel &quot;<a href="http://www.sonce.net/envaders" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Parliament<br />
Invaders 2001</a>&quot; daher. Hatte man sich seinen Lieblingspolitiker ausgewählt,<br />
geriet dieser auch gleich unter Beschuss. Die Angriffe gehen bei dieser Fassung<br />
jedoch nicht wie im Original von den Invasoren (hier: die anderen Kandidaten)<br />
aus. Zum Schuß kam auch die Queen in der linken und die berühmte &quot;Mad Cow&quot; in<br />
der rechten Ecke.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Für Fans des klassischen Zweikampfes wurde auch gesorgt. Das bekannte Videospiel<br />
&quot;Tekken&quot; stand hier Pate. Im Ring stehen die Kontrahenten <a href="http://www.crouchingtony.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><i>Crouching<br />
Tony</i> und <i>Hidden Hague</i></a>, bereit zum Kampf mit allen Mitteln. </p>
<p>Dem friedliebenden wahlberechtigten Surfer bot sich die Möglichkeit, die<br />
Politiker mal richitg aufs Parkett zu schicken. MTV bot auf seiner Website die<br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.mtv.co.uk/content/fun/games/stereo_mps/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stereo<br />
MPs</a></span> an, bei denen Tony Blair, William Hague und Ann Widdecombe vor<br />
frei wählbarem Hintergrunddie alle gewünschten Verrenkungen mitmachen.</p>
<p>Auch wenn der Wahlausgang vorhersehbar war, zumindest der außerparteiliche<br />
Wahlkampf hat einige Überraschungen geboten, und wenn es nur die außerordentliche<br />
Beweglichkeit von Tony zur Musik von Eminem ist. Auf jeden Fall aber zeigt sich<br />
hier ein Trend, der für die nächste Bundestagswahl hoffen läßt.</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Tausche Labour gegen Liberal</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/tausche_labour_gegen_liberal-729/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[sfalk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhauswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Manipulation]]></category>
		<category><![CDATA[Stimmentausch]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlsystem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Neue Internetangebote bringen Farbe
in den grauen britischen Wahlkampf</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Neue Internetangebote bringen Farbe<br />
in den grauen britischen Wahlkampf</span></b><!--break--><br />
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<br />
</span></b>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Am 7. Juni 2001 wird in Großbritannien<br />
gewählt. Die Wahlen zum <a href="http://www.parliament.uk/commons/HSECOM.HTM" target="_new" rel="noopener noreferrer">House<br />
of Commons</a> (Unterhaus) versprechen wenig Aufregendes. &quot;Dr Feelgood&quot; Blair<br />
führt in allen Meinungsumfragen mit großem Abstand &#8211; Überraschungen<br />
werden nicht erwartet. Auch der Wahlkampf ist öde, seit Blair in einem klugen<br />
strategischen Schachzug jene die Briten spaltende europäische Frage durch<br />
ein erst nach den Wahlen geplantes Referendum von der Agenda des hemdsärmligen<br />
konservativen Herausforderers William Hague genommen hat.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Die politische Online-Landschaft in England hat da schon einiges mehr zu bieten.<br />
Angeregt durch die sites zum amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2000<br />
wie <a href="http://www.nadertrader.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.nadertrader.org</a><br />
oder <a href="http://www.votetrader.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.votetrader.org</a><br />
lässt sich in Großbritannien derzeit auf vier websites der Stimmentausch<br />
verabreden. Im britischen <a href="http://www.electoral-reform.org.uk/sep/votingsystems/systems.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">First-Past-The-Post-Wahlsystem</a><br />
(relative Mehrheitswahl im Einerwahlkreis) wird jener Kandidat aus den 659 Wahlkreisen<br />
in das Parlament entsandt, der die meisten Stimmen im Wahlkreis auf sich vereinigt<br />
&#8211; auch wenn dies weniger als 50 Prozent der in diesem Wahlkreis abgegebenen<br />
Stimmen sind. Alle anderen Stimmen sind &quot;verloren&quot;. Anhänger der wenig<br />
aussichtsreichen Liberaldemokraten im Wahlkreis Wimbledon schießen also<br />
ihre Stimme &quot;in den Wind&quot;, ebenso wie Unterstützer von Labour im Bezirk<br />
Kingston &amp; Surbiton: Hier haben Liberale die Tories bei den Unterhauswahlen<br />
1997 knapp geschlagen, benötigen also jede Stimme, und Labour spielt praktisch<br />
keine Rolle. Auf <a href="http://www.tacticalvoter.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.tacticalvoter.com</a><br />
können sich wahlberechtigte Bürger zum Stimmentausch registrieren<br />
lassen und werden über email miteinander in Kontakt gebracht. Auf diese<br />
Weise lassen sich die zwei normalerweise verlorenen Stimmen retten &#8211; Vertragstreue<br />
natürlich vorausgesetzt. In welchem Wahlkreis voteswapping Sinn macht,<br />
läßt sich auf der site online in Echtzeit feststellen. Unterstützt<br />
wird die mittlerweile von über 50.000 usern <a href="http://www.guardian.co.uk/Columnists/Column/0,5673,496383,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">besuchte<br />
Seite</a> durch die ehrwürdige <a href="http://www.electoral-reform.org.uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Electoral<br />
Reform Society</a>, die seit 116 Jahren Wahlen in Großbritannien betreut<br />
und kommentiert. Vertreter der Gesellschaft haben wiederholt eine Reform des<br />
britischen Wahlsystems eingefordert und sehen in der online-Verabredung zum<br />
Stimmentausch eine ihrer zentralen Forderungen erfüllt: dass jede der abgegeben<br />
Stimmen zählt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Der Rockmusiker Billy Bragg ist Englands bekanntester bekennender Voteswapper:<br />
mittels der von ihm eingerichteten site <a href="http://www.votedorset.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.votedorset.org/</a><br />
versucht er, durch den Stimmentausch mit den Nachbargemeinden Mid Dorset und<br />
Poole North die knappe Mehrheit der Tories von lediglich 77 Stimmen bei den<br />
Wahlen von 1997 zu verhindern. Rund 700 Anträge sollen bereits vorliegen.<br />
Die obskure Seite <a href="http://www.stophague.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.stophague.com</a><br />
fordert Wählerinnen und Wähler in Kingston &amp; Surbiton und Wimbledon<br />
auf, mit vereinten Kräften den Torie-Sieg in ihrem Wahlkreis zu verhindern.<br />
Auch im politisch unruhigen <a href="http://www.votebasingstoke.f2s.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nordirland</a><br />
soll durch Stimmentausch mit Wählern aus Winchester verhindert werden,<br />
dass der als strammer Rechter geltende Kandidat Andrew Hunter nochmals ins Unterhaus<br />
einzieht, der lediglich eine einfache Mehrheit von 43 Prozent hält . Der<br />
<a href="http://users.eastlink.ca/%7Esrgl/election2001.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tactical<br />
Voting Wizard</a> zeigt, in welchem Wahlkreis taktisches Wählen überhaupt<br />
Sinn macht : Er nennt letzte Hochrechnungen für jeden Wahlkreis, auf deren<br />
Basis Entscheidungen gefällt werden können.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Diese Sites kommen allesamt aus dem linken und liberalen Spektrum mit einem<br />
gemeinsamen Ziel: <a href="http://www.keepthetoriesout.co.uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Keep<br />
the Tories out</a>. <a href="http://www.btinternet.com/%7Etorywatch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Torywatch</a><br />
stellt sicher, dass kein politisch inkorrektes Zitat eines Torie-Kandidaten<br />
der breiten Öffentlichkeit verborgen bleibt. Dahingehen haben die Konservativen<br />
das Internet als Medium für politische Kampagnen noch nicht für sich<br />
entdeckt. Insgesamt sind die britischen MP&#8217;s im Vergleich zu ihren deutschen<br />
Kollegen eher zurückhaltend in der Nutzung des aussichtsreichen Kommunikationskanals.<br />
Kaum ein Viertel der 659 britischen Parlamentarier hat eine eigene Homepage,<br />
darunter 88 Labour, 34 Tories, 24 Liberals und ein Vertreter der Scottish Nationals.<br />
In der Bundesrepublik hingegen haben alle Bundestagsabgeordneten einen eigenen<br />
Internetauftritt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Unterschiedlichen Schätzungen zufolge brachte taktisches Wählen<br />
Blair bei den <a href="http://www.times-archive.co.uk/news/pages/infotimes/politics/ballot97.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlen<br />
von 1997</a> bis zu 40 zusätzliche Sitze ein &#8211; ohne, dass im Vorfeld Absprachen<br />
zwischen einzelnen Individuen getroffen worden wären. Wählerinnen<br />
und Wähler wollten vor allem eins: den Wechsel nach 18 Jahren konservativer<br />
Regierung. </span></p>
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