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	<title>Unterstützer &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Unterstützer &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Online-Fundraising im Wahlkampf – Segen für gebeutelte Parteienfinanzen?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl05-fundraisingimwahlkampf050630-shtml-2890/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[kfischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Präsidentschaftswahlkampf in den USA im vergangenen Jahr hat online-Fundraisiung eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Kai Fischer untersucht für politik-digital.de, welche Schlussfolgerungen sich hieraus für den Wahlkampf deutscher Parteien ziehen lassen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Im Präsidentschaftswahlkampf in den USA im vergangenen Jahr hat online-Fundraisiung eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Kai Fischer untersucht für politik-digital.de, welche Schlussfolgerungen sich hieraus für den Wahlkampf deutscher Parteien ziehen lassen.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Neueste Zahlen aus den USA belegen einen starken Anstieg im Online-Fundraising: 8,6 Mio. amerikanische Haushalte haben 2004 über drei Milliarden US$ online gespendet. Dies entspricht 12% aller amerikanischen Haushalte, die 2004 mindestens einmal online gespendet haben. Bezogen auf 2003 ergibt sich ein beachtlicher Anstieg von 50% bei den amerikanischen Online-Spenden.</p>
<p>Auch amerikanische Parteien haben von Online-Spenden im letzten Präsidentschaftswahlkampf stark profitiert. Allein die Kampagne von Howard Dean, welche als die erfolgreichste Online-Spenden-Kampagne überhaupt gilt, hat in nur einem Quartal über 7,4 Millionen US$ im Internet erbracht. Das waren immerhin 50% aller in diesem Quartal von Howard Dean gesammelten Spenden von 14,8 Millionen US$.</p>
<p>Aber auch in Deutschland sind in diesem Jahr die Online-Spenden stark angestiegen. So erbrachten die Hilfeaufrufe nach der Tsunami-Flutkatastrophe in Südasien Weihnachten 2004 allein bei Unicef in den ersten sieben Tagen 20% aller in dieser Zeit gesammelten Spenden über das Internet.</p>
<p>Für die Schatzmeister aller Parteien ist dies eine verlockende Aussicht: Einfach auf die bestehende Website ein Spenden-Tool integriert und schon können die Spenden aus dem Internet in die Kassen sprudeln. Nur: Tun sie das denn auch wirklich? Die Erfahrungen sehen leider ganz anders aus. Angesichts einiger weniger Online-Spenden, die die Parteien in den letzten Wahlkämpfen erreichten, muss man die Frage stellen, ob es sich finanziell überhaupt lohnt, ein Tool für Online-Spenden auf der Website anzubieten. Einige Landesverbände haben hierauf schon eine Antwort gefunden und auf die Möglichkeit zur Online-Spende schon wieder verzichtet.</p>
<p>Hier stellt sich jedoch doch die Frage, wo der Denkfehler ist. Schaut man sich nämlich die Kampagne von Howard Dean etwas genauer an, dann wird schnell klar, wo die Fehler der Parteien liegen. Statt die Wähler traditionell mit mehr oder weniger guten und wohlklingenden Slogans und Wahlversprechen zu mobilisieren oder Politik als Marke zu verpacken und zu verkaufen, hat Dean und sein Team eine dezidierte Online-Kommunikationsstrategie entwickelt, die starke Bezüge zu Grasswurzel-Kampagnen aufwies.</p>
<p>Statt einer zentralen Kommunikation, bei der die Partei bzw. der Kandidat dem Volk und den Unterstützern Wahrheiten und Weisheiten verkündet, die diese motivieren sollen, basierte die Kampagne von Howard Dean auf der Idee, eine Gemeinschaft zur Erreichung eines Ziels (Präsident Bush aus dem Weißen Haus zu verjagen) zu bilden. Kennzeichnend war, dass jeder Unterstützer und jeder Förderer Teil der Gemeinschaft wurde und seinen Anteil am Erfolg hatte.</p>
<p>Eine derartige Gemeinschaft konstituiert sich, wenn das Ziel und die emotionale Basis klar definiert und von den Unterstützern geteilt wird. Ferner ist notwendig, dass zwischen den Akteuren (dem Wahlkampfteam von Dean) und den Unterstützern eine enge zweiseitige Kommunikation stattfindet: Das Team informiert permanent und äußerst aktuell über alle Ereignisse in Bezug auf die Kampagne. Gleichzeitig erhalten alle Unterstützer die Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen. In Online-Umfragen werden sie um ihre Einschätzung gebeten, in Blogs und Foren können sie mit anderen Unterstützern und Mitgliedern des Wahlkampfteams diskutieren und sie erhalten die Möglichkeit, direkt mit Mitgliedern des Teams Kontakt aufzunehmen. House-Parties, zu denen Unterstützer andere Unterstützer, Freunde und Bekannte in die eigene Wohnung einladen, um für Dean zu werben, verstärken das Gefühl einer Gemeinschaft anzugehören.</p>
<p>Neben der permanenten Kommunikation wurde der Wahlkampf geschickt dynamisiert. Durch Zeit- und Zielvorgaben wurden sportliche Elemente in den Wahlkampf eingeführt. Wenn es zum Beispiel einem politischen Gegner gelang, an einem Tag 200.000 US$ einzuwerben, dann forderte das Team von Dean die eigenen Unterstützer auf, bis zum nächsten Tag 300.000 US$ zu sammeln, was häufig gelang.</p>
<p>Man muss sich die Zahlen anschauen, um ermessen zu können, welche Dynamik und welcher Aufwand in der Kampagne von Dean steckte:</p>
<ul>
<li>Bis Ende des 3. Quartals 2003 wurden mehr als 6,5 Millionen E-Mails an Unterstützer geschickt</li>
<li>Ende Nov. 2003 gab es mehr als 509.000 E-Mail-Abonnenten</li>
<li>Im 3. Quartal 2003 gab es 110.786 Online-Spenden von 84.713 Spendern</li>
<li>358 Online-Umfragen erbrachten 388.000 Antworten</li>
<li>2.600 Unterstützer haben eine eigene Unterstützer-Website für Dean kreiert</li>
<li>9.300 Menschen haben sich als Veranstalter oder Teilnehmer an privaten Fundraising-Parties online registriert.</li>
</ul>
<p>Welche Schlussfolgerung lässt sich hieraus für deutsche Parteien ziehen?</p>
<ul>
<li>Zum einen besteht sicherlich in Deutschland auch ein Potenzial für Online-Spenden an politische Parteien. Es liegt an den Parteien, dies zu erschließen.</li>
<li>Die politische Arbeit und die politische Aktivierung der Wähler und Unterstützer sind nicht vom Fundraising zu trennen, sondern sind zwei Seiten derselben Medaille. Unterstützer wollen immer auch den politischen Erfolg und die politischen Unterstützer sind immer eine erste Adresse für die Ansprache von finanziellen Förderern.</li>
<li>Die Kommunikation mit den Wählern und Unterstützern sowie den Förderern sollte eingehend überdacht werden. Statt Verlautbarungen und der Verkündung von Wahlversprechen wäre ein ernsthafter Dialog, bei dem Parteien und Politiker auch zuhören, eine gute Voraussetzung für erfolgreiches (Online-) Fundraising.</li>
<li>Menschen geben anderen Menschen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Die Stiftung einer Gemeinschaft zwischen Parteien und Kandidaten auf der einen und Wählern und Förderern auf der anderen Seite wäre ein interessantes Projekt, nicht nur um die Finanzen zu stabilisieren, sondern auch um die Politik- und Politikerverdrossenheit etwas abzubauen. Denn Menschen, die Politikern nicht trauen, werden keine Förderer, weder online noch offline. Da helfen leider keine Tools und auch keine tollen Websites und Wahlkampagnen.
</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Internet im US-Wahlkampf &#8211; Teil IV Personalisierung und Aktivierung von Freiwilligen über das Internet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-internetuwahlkampfus044-shtml-2468/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mvoigt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Oct 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Einer der offensichtlichen Trends des Wahljahres 2004 ist die Personalisierung („Costumizing“) von Internetangeboten. Der Aufbau von Interessenten-, Sympathisanten- und Aktivisten-Netzwerken ist in Zeiten geringer Parteibindung und flexibler Wähler ein entscheidendes Einsatzfeld von Wahlkampf-Homepages (vgl. http://www.gopteamleader.com/). Hierbei entstehen Datenbanken mit E-Mail-Verteilern, über die Werbe-, Fundraising- oder Mobilisierungsaktionen ablaufen und die in Zukunft umso bedeutsamer werden, je mehr Wähler Internet und E-Mail nutzen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Einer der offensichtlichen Trends des Wahljahres 2004 ist die Personalisierung („Costumizing“) von Internetangeboten. Der Aufbau von Interessenten-, Sympathisanten- und Aktivisten-Netzwerken ist in Zeiten geringer Parteibindung und flexibler Wähler ein entscheidendes Einsatzfeld von Wahlkampf-Homepages (vgl. http://www.gopteamleader.com/). Hierbei entstehen Datenbanken mit E-Mail-Verteilern, über die Werbe-, Fundraising- oder Mobilisierungsaktionen ablaufen und die in Zukunft umso bedeutsamer werden, je mehr Wähler Internet und E-Mail nutzen.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Politische Homepages werden häufig besucht von Jugendlichen, jungen Berufstätigen, politisch hoch Interessierten oder Parteianhängern; also von einer begehrten Klientel. Um diese Multiplikatoren bestmöglich in die Kampagne zu integrieren, versuchen amerikanische Internetwahlkämpfer nutzerspezifische Angebote zu schaffen. Die Kampagnen erfragen möglichst viele persönliche Informationen über den Nutzer, dessen favorisierte politische Themen oder auch seine Hobbies.</p>
<p>Die Rekrutierung und Mobilisierung von volunteers, also von freiwilligen Helfern, spielen für Politik-Kampagnen in den USA, wo es keine formelle Parteimitgliedschaft gibt, eine wichtige Rolle. Auch das Internet wird für diese Aufgabe effektiv eingesetzt. Die über das Internet rekrutierten volunteers werden zum einen in der virtuellen Welt aktiv und versenden beispielsweise Werbe- und Rekrutierungs-E-Mails an Freunde oder Bekannte, schalten „Banner-Ads“ auf der eigenen Homepage ein, nehmen an politischen Online-Foren und Chats zu Gunsten des Kandidaten teil, nehmen Recherchen, Gegner- oder Medienbeobachtungen im Internet vor oder betreuen eine regionale Homepage der Kampagne. Zum anderen werden sie auch für Aktivitäten in der echten Welt mobilisiert und downloaden Poster, die sie an schwarzen Brettern etwa in Schulen und Universitäten aufhängen, drucken Flugblätter und Positionspapiere aus und verteilen sie, telefonieren Wählerlisten ab oder helfen bei Wahlkampfveranstaltungen.</p>
<p>Die Kommunikation zwischen der Kampagne und den volunteers läuft dabei zum einen über die zentrale Versendung von E-Mails mit konkreten Aktionsvorschlägen, Argumentationshilfen, Terminen und Download-Möglichkeiten. Zum anderen sind viele US-Kampagnen auch um eine regionale Gliederung ihrer online volunteers bemüht und bilden so genannte e-precincts. Als „E-Captains“ (Demokraten) oder als „Team Leader“ (Republikaner) werden die Nutzer instruiert einen virtuellen Wahlbezirk zu erstellen („E-Precinct“) – Informationslisten über Online-Freunden, Familienangehörigen oder Nachbarn. Der Captain oder Leader erhält dann „exklusive“ Kampagneninformationen und Hintergrundberichte, die er nach eigenem Gusto an die Unterstützer in seinem Wahlkreis weiterverteilen soll. Zugleich übermittelt ihm die Kampagne in regelmäßigen Abständen konkrete Aktionsidee und –vorschläge. Gerade bei der Einbindung von Freiwilligen erweisen sich konkrete Anreizelement und visuell sichtbare Rankings als nützliches Instrument einerseits den Erfolg von Mobilisierungsaktionen zu messen und andererseits auch die persönliche und individuelle Motivation der Freiwilligen zu steigern. Die Bush-Kampagne führt bspw. öffentliche Online-Rankings, wer die meisten Freiwilligen registriert, die häufigsten Talk-Radios angerufen, E-Mail-Adressen von Freunden eingetragen oder Briefe an lokale oder überregionale Zeitungen geschrieben hat. Alle Kampagnenseiten bieten eine Rubrik „Volunteer“ oder „Supporter of the Day“, wo freiwillige Unterstützer mit Foto und Kurzbeschreibung abgebildet werden.</p>
<p>Für die Organisation von Grassroots-Politik erweist sich die soziographische und geographische Einbindung von Interessierten als wichtiger Faktor. Nach Berichten des Magazins „American Demographics“ beteiligten sich 2003 über 3 Millionen Amerikaner an so genannten „social networking sites“. Meetup.com ist eines der prominentesten Online- Angebot und wird von unterschiedlichen politischen Kampagnen genutzt. Meetup vernetzt miteinander fast 500 000 Besucher zu unterschiedlichen Themen von Star Trek bis Häkelkurs. Es schafft für Gleichgesinnte einen virtuellen Treffpunkt, wo man dann individuelle und reale „meet ups“ in Bars oder Kaffees in nahe gelegenen Orten vereinbaren kann. Die Meetup-Mitglieder erweisen sich gerade für politische Kampagnen von unschätzbarem Nutzen: Sie ergreifen selbst die Initiative. Durch Planen von Events, Gewinnung von Neumitgliedern schaffen sie kostenlose Informationskanäle in der Familie, bei Nachbarn oder Freunden. Politische Kampagnen balancieren so fehlende Parteistrukturen durch diese „self-organized local groups“ aus. www.meetup.com</p>
<p>Neben den informationspolitischen und organisatorischen Aspekten dominiert natürlich die Intention zum Spendensammeln in diesem virtuellen Wahlkreis: Wer als verantwortlicher E-Captain bei den Demokraten $100 sammelt, erhält einen speziellen Kampagnenaufkleber, bei $10.000 ein telefonisches Briefing des Parteivorsitzenden, für $50.000 einen Tisch für zehn Personen anlässlich einer exklusiven demokratischen Präsidentschaftsveranstaltung und bei $100.000 oder mehr ein „Special Boston Democratic Convention Package“ inklusive eines privatem Empfangs mit dem demokratischen Spitzenkandidaten während der Nominierungsveranstaltung.</p>
<p>Eine andere Form der Geldgewinnung ersann die Dean-Kampagne. Sie stellte einen Beitrag Deans mit seiner Frau online und bat die Unterstützer, die Audio- oder Videofile herunterzuladen und auf DVD zu brennen. Über einen zentralen Verteiler wurden die fertigen DVDs oder Videos dann an Wähler verteilt.</p>
<p>
                              <strong>„Blogging“- Zwischen Klatsch und harten Fakten</strong>
                            </p>
<p>Auf das Gefühl der direkten Einbindung bauend rufen manche Kampagnen Bürger auf, Neuigkeiten, Beobachtungen oder auch interessante Ideen als „citizen reporter“ auf den Kampagnenseiten zu berichten. Als besonders erfolgreiches Instrument erweist sich hierzu ein „Blog“. Weblogs sind persönliche Sites, die eine Liste von kommentierten Links zu anderen Web-Sites enthalten – eine Mischung aus Newsgroup, Messageboard und privater Homepage. „Wir leben nicht mehr in einem 24 Stunden Nachrichten- Kreislauf. Es ist ein 15-Minuten Kreislauf, weil wir real-time Konversationen mit Menschen haben. Fünfzehn Minuten entspricht der Zeit, die man für das Schreiben einer 200-Worte umfassenden Nachricht und ihr Hochladen in das Internet benötigt“, formuliert es ein „Blog-Master“ einer Kampagne. Die erfolgreichen Blogs ermöglichen eine eigene Kampagne mit einer loyalen Anhängerschaft. Diesen „Instant Influence Mechanism“ der Dean-Kampagne lasen bspw. täglich rund 35.000 Menschen – auch die Bush- und Kerry-Kampagne erreichen ähnliche Zugriffszahlen.</p>
<p>Zum ersten Mal erhielten prominente „Blogger“ die Möglichkeit, die nationalen Parteiveranstaltungen (Conventions) live zu verfolgen. Sie wurden wie Pressevertreter behandelt und erhielten speziellen Zugang zu Verantwortlichen und Politikern. Die amerikanischen Kampagnen begreifen Blogs als den verlängerten Fortsatz der bekannten Spin-Rooms: in den Diskussionen der Blogs verfestigen sich Überzeugungen, bilden sich Meinungen und potenzieren sich Ansichten. In dem sicheren Wissen, dass amerikanische Journalisten tägliche Leser der bekanntesten Blogs sind, erhöht diese neue Form der politischen Kommunikation auch die Einfluss- und Rückkopplungsmöglichkeiten mit den eher traditionellen Medien.</p>
<p>Blogging ist eine schnell wachsende Informationsquelle im Internet. 2 Millionen Menschen nehmen weltweit an „blogging“ teil. 17% der Amerikaner kennen den Term „blog“ und 5% der amerikanischen Erwachsenen haben schon einmal ein Blog gelesen. Der durchschnittliche „Blogger“ ist jung oder mittleren Alters, männlich und wohlhabender als der durchschnittliche Amerikaner. Als Schlüssel zum Erfolg im „Blogging“ werden angesehen:</p>
<ul>
<li>Der Blog muss authentisch wirken. Sie werden nicht angenommen, wenn sie als Instrument für das „spinning“ wahrgenommen werden.</li>
<li>Blogs sollten eine einfache Nutzung ermöglichen.</li>
<li>Blogs sollten bei anderen Blogs mitbeworben bzw. in eine Liste eingetragen werden.</li>
<li>Sie dürfen nicht der einzige Bestandteil einer Online-Community-Building-Strategie sein.</li>
<li>Es müssen eine klare Strategie und Regeln im Umgang mit Personen („Trolls“) existieren, die Links und Nachrichten mit unpassendem Inhalt senden.</li>
<li>Schnelle Reaktionszeit der Kampagne wird erwartet.</li>
</ul>
<p>Neben den Kampagnen sind folgende Blogs erfolgreich:</p>
<ul>
<li>
                                <a href="http://www.counterpunch.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.counterpunch.org/</a>
                              </li>
<li>
                                <a href="http://www.instapundit.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.instapundit.com</a>
                              </li>
<li>
                                <a href="http://www.dailykos.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.dailykos.com</a>
                              </li>
<li>
                                <a href="http://www.andrewsullivan.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.andrewsullivan.com/</a>
                              </li>
</ul>
<ul>
<li>weiter zum<br />
                              <a href="InternetuWahlkampfUS045.shtml">fünften Teil</a>:<br />
                              <br />Fundraising – Geldgewinnung online</li>
</ul>
<p>Mario Voigt war Wahlkampfbeobachter der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er arbeitet am Zentrum für Politische Kommunikation Jena und schreibt seine Doktorarbeit ueber den Präsidentschaftswahlkampf in den USA. Voigt ist Mitbegründer von www.poli-c.de .</p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Dean verändert moderne Wahlkämpfe</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/dean-veraendert-moderne-wahlkaempfe-2491/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zwar hat das Internet Dean gefunden, aber Dean nicht die Wähler. Im Interview erläutert Rick Ridder, US-Wahlkampfmanager und ehemaliger Dean-Berater, die Erfolge und Fehler der Dean-Kampagne.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwar hat das Internet Dean gefunden, aber Dean nicht die Wähler. Im Interview erläutert Rick Ridder, US-Wahlkampfmanager und ehemaliger Dean-Berater, die Erfolge und Fehler der Dean-Kampagne.<!--break--></p>
<p>
<b>Zwar hat das Internet Dean gefunden, aber Dean nicht die Wähler. Im Interview erläutert Rick Ridder, US-Wahlkampfmanager und ehemaliger Dean-Berater, die Erfolge und Fehler der Dean-Kampagne.</b>
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/salon/photos/rridder85x104.jpg" alt="Rick Ridder" align="left" height="104" width="85" />Rick Ridder ist politischer Berater und Mitgründer der Beratungsfirma<br />
<a href="http://ridder-braden.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ridder/Braden Inc</a>. in Denver. Er war als Berater in drei US- Präsidentschaftskampagnen involviert, u.a. in der Kampagne von Bill Clinton. Daneben hat er zahlreiche Kandidaten in Senats-, Repräsentanten- und Gouverneurswahlen beraten. Von November 2002 bis März 2003 war er als Kampagnenmanager für Howard Dean tätig, bis er sich aus privaten Gründen von der operativen Leitung zurückzog und die Kampagne beratend begleitete.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Herr Ridder, der Kampagne von Howard Dean wird der Verdienst zugeschrieben, neue Internettools in den Wahlkampf eingebracht zu haben: z.B.<br />
<a href="http://dean2004.meetup.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">MeetUp.com</a>,<br />
<a href="http://www.blogforamerica.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogs</a> oder<br />
<a href="http://www.deanforamerica.com/site/cg/index.html?type=page&amp;pagename=audio_video_archive" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DeanTV</a>. Was war Ihrer Meinung nach die größte Innovation der Dean Kampagne und was war am wichtigsten für den anfänglichen Erfolg der Kampagne?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Die größte Innovation der Dean Kampagne war die interaktive Anlage der Website. Die Leute, die uns unterstütz haben und sich engagieren wollten, hatten mehrere Wege sich einzubringen. Sie konnten handgeschriebe Unterstützungsbriefe an Wähler in Iowa schicken (der Ort des strategisch sehr wichtigen ersten regionalen Wahlparteigremiums, Anm.), zu einem MeetUp gehen, Poster und Flugblätter runterladen, ihre Meinung im Blog posten oder eine Unterstützungsparty organisieren. Es gab kein einzelnes, besonderes Tool, das für den Erfolg der Dean Website verantwortlich war; es war die Summe aller Teile!
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Howard Dean hat einmal gesagt:&quot; Nicht wir haben das Internet gefunden, das Internet hat uns gefunden!&quot; Nachdem Tools wie MeetUp oder Blogs bei Dean so erfolgreich waren, wurden sie sofort von den anderen Kandidaten kopiert, allerdings ohne großen Erfolg. Warum haben diese Tools gerade für Howard Dean so gut funktioniert?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Das Internet war das Medium, das die potentiellen Unterstützer der Kampagne am meisten angesprochen hat. Sie haben das Internet durchsucht und haben mit Howard Dean den Kandidaten gefunden, der ihren Ansichten am meisten entsprochen hat. Deans Botschaft hat mit den Internetaktivisten harmoniert, während die Botschaften der anderen Kandidaten dieser Gruppe weit weniger entsprochen haben.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Wenn Sie sich an Ihre früheren Kampagnen zurückerinnern, beispielsweise für Bill Clinton oder Bill Bradley, welchen grossen Unterschied hat das Internet dieses Mal für die Kampagnenführung gemacht?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Der Hauptunterschied lag darin, dass uns das Internet erlaubt hat, eine große Anzahl an freiwilligen Unterstützern schnell und günstig zu mobilisieren. Auch die Möglichkeit beim Spendensammeln, derart schnell eine so große Summe an Geld für die Kampagne aufzustellen, hat im Unterschied zu früher die Art und Weise Kampagnen zu führen entscheidend verändert.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Das Internet als Instrument von politischen Kampagnen folgt dem Bottom Up-Prinzip (von unten), z.B. Bloging. Konventionellerweise sind politische Kampagnen als Einwegkommunikationsfluss mit einer Top Down-Struktur (von oben) organisiert. Wie sind sie damit umgegangen?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Ich habe die Kampagne schon vor dem Einführen der Bottom Up-Struktur verlassen. Sie gab dem Management aber die Möglichkeit, die Meinungen der Unterstützer und Wähler zu hören. Besondere Aufmerksamkeit genossen dabei die Meinungen und Anregungen in den Blogs.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Grundideen der Dean Website waren Interaktion und die Vernetzung ihrer Unterstützer und Aktivisten, z.B. mittels des<br />
<a href="http://commons.deanforamerica.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DeanLink</a>. Kann das Internet ein Ersatz für persönlichen Kontakt in Kampagnen werden?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Es ist kein Ersatz für persönlichen Kontakt. Persönlicher Kontakt ist noch immer die wertvollste Form der politischen Kommunikation. Das Internet ist aber ein wertvolles Medium für die Interaktion mit einem Kandidaten.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Spendensammeln ist in amerikanischen Präsidentschaftswahlkämpfen enorm wichtig. Howard Dean hat mehr Geld über das Internet gesammelt als jeder andere Kandidat zuvor. Was ist das Geheimnis?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Da gibt es kein Geheimnis. Frage einfach so viele Leute wie möglich nach so viel Geld wie möglich, so oft und auf so viele verschiedene Arten wie möglich. Wir haben dabei mit dem Internet gearbeitet, mit Briefen, persönlichem Kontakt, Veranstaltungen bei Unterstützern zu Hause, großen öffentlichen Events, Telemarketing und starken Finance Committees, um Geld zu sammeln. Es gab keinen einzelnen Weg, um Geld zu sammeln, sondern eine ganze Reihe von Aktivitäten.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Die Kampagne von Howard Dean hat über das Netz mehr Geld gesammelt, mehr Unterstützer mobilisiert und mehr Medienaufmerksamkeit bekommen als alle früheren Internetkampagnen. Dean galt lange Zeit als Favorit für die demokratische Präsidentschaftsnominierung. Er konnte alle diese Vorteile aber zumindest vor dem ersten Supertuesday (bis zum 16.02, Anm.) nicht in Wählerstimmen und Wahlsiege bei den Vorwahlen verwandeln. Was ist schiefgelaufen?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Seine Botschaft in den Wochen vor den ersten Vorwahlen war auf den Kampagnenprozess an sich konzentriert: Unterstützungserklärungen von Prominenten, die Internetkampagne, die Gewinnchancen; aber es wurden keine inhaltlichen Positionen zu Themen kommuniziert, wie z.B. die Krise im Gesundheitssystem oder die Wirtschaftslage.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Zum Abschluss ein Kommentar zu den Internetkampagnen der anderen Kandidaten: Was hat Ihnen bei den anderen am besten gefallen und was fanden Sie am schlechtesten?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Die Kampagne von Wesley Clark hat da sehr gut gearbeitet. Wichtiger ist allerdings, dass alle Kandidaten die Tools und Ideen der Kampagne von Howard Dean übernommen haben &#8211; Blogs, MeetUps etc. In gewisser Weise, auch wenn er nicht zum Präsidenten gewählt werden sollte, wird die Kampagne von Howard Dean die Art und Weise, wie moderne Wahlkämpfe geführt werden, verändert haben.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Herr Ridder, vielen Dank für das Interview!
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Deans Fehler im Online-Wahlkampf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Und wieder ist eine politische Online-Kampagne gescheitert - aber nicht das Internet als Politikarena]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Und wieder ist eine politische Online-Kampagne gescheitert &#8211; aber nicht das Internet als Politikarena<!--break-->.<br />
                  <strong>Eine kritische Würdigung des US-Internet-Wahlkampfes von Dr. Christoph Bieber.</strong><br />
                  </p>
<p>Dean, Dean, Dean &#8211; Internet, Internet, Internet. Eine Vielzahl von Berichten über die Frühphase der &#8220;primaries&#8221; zur Kür des demokratischen Präsidentschaftskandidaten befasste sich mit der innovativen Kampagne des ehemaligen Gouverneurs Howard Dean aus Vermont, der mit einer cleveren Kombination angesagter Online-Formate offenbar spielend leicht die Konkurrenz aus der eigenen Partei an die Wand zu drücken schien. Die Eckpfeiler der &#8211; inzwischen gescheiterten &#8211; Kampagne waren eine Mischung aus zeitgemäßem Online-Journalismus und moderner &#8220;p2p&#8221;-Kommunikation. Und außerdem waren sie ein weiteres Lehrstück in der an Missverständnissen nicht gerade armen Geschichte der spannungsreichen Beziehung von Politik und Internet.</p>
<p>
                  <strong>Wahlkampagnen und Daily Soaps</strong><br />
                  <br />Deans mit bis dahin ungekanntem Aufwand produzierter &#8221;<br />
                  <a href="http://www.blogforamerica.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog for America</a>&#8221; zielte auf die Erschließung der Ressource Aufmerksamkeit, die das parteipolitische Leichtgewicht zur Popularisierung auf den Bühnen der amerikanischen Öffentlichkeit nutzen konnte. Erreicht hat Dean damit nicht nur eine große Zahl lese- und schreibbegeisterter Anhänger, sondern auch die Etablierung von<br />
                  <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/us04trend.shtml">Weblogs</a> als anerkanntes Kommunikationstool für mitteilungswillige Politiker. Im Grunde tat Dean dabei nur das, was längst getan werden musste &#8211; die Gestaltung des Wahlkampfs als politisches &#8220;In-den-Tag-Hineinleben&#8221;, das Reisen von Marktplatz zu Marktplatz mit gelegentlichen Zwischenstopps in geeigneten (oder nicht-geeigneten) Talk-Shows sowie die Inszenierung der privaten als öffentliche Person eignen sich hervorragend für die Übertragung in das digitale Tagebuchformat.</p>
<p>Schon die Kandidatenseite von Gerhard &#8220;dranbleiben&#8221; Schröder im Jahr 2002 war im Grunde nichts anderes als ein Weblog, nur ohne die Funktionalität der heutigen Angebote &#8211; die eigens zur Wahl neu gestylten Seiten bildeten die heiße Wahlkampfphase des Schröder-Teams tagesaktuell ab und garnierten das Angebot mit kleinen Info-Häppchen. In seiner<br />
                  <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl2002/schroeder.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rezension der Kanzler-Site</a> für politik-digital schrieb Martin Bewert im Juli 2002: &#8220;&#8230;im Zentrum steht eine Deutschlandkarte mit den Hauptwahlkampfauftritten, die sogenannte &#8220;Schröder-Deutschland-Tour&#8221;, zu der die Nutzerinnen und Nutzer multimedial eingeladen sind. Bis zur Wahlentscheidung am 22. September wird jeder der 40 Schröder-Auftritte per Videostream nachvollziehbar sein.&#8221; Natürlich funktionierte die Schröder-Site nur in der klassischen &#8220;top-down&#8221;-Variante, eine Kommentierungsoption war in der für Weblogs typischen Breite nicht vorgesehen. In der Strukturierung der Wahlkampfgestaltung als politische &#8220;Daily Soap&#8221; liegt die wohl größte Affinität von Kampagnen und Weblogs &#8211; die Abbildung des politischen Tagesgeschäfts lässt sich in kaum einem anderen Format besser darstellen als mit den Infobytes direkt aus dem Bus der Kandidaten-Entourage.</p>
<p>                  <strong>Wechsel der Kommunikationsrichtung</strong><br />
                  <br />Der zweite digitale Meilenstein der Dean-Kampagne war die frühzeitige Nutzung der &#8220;Mitmach-Plattform&#8221;<br />
                  <a href="http://meetup.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meetup</a> zur Organisation der gerade in den USA so wichtigen &#8220;supporters&#8221;. Als zunächst einmal inhaltsleere Infrastruktur ermöglicht meetup den &#8220;kostenlosen Service zur Organisation lokaler Treffen über alles, irgendwo&#8221;. Die &#8220;Deaniacs&#8221; erkannten als erste die Potenziale zur internet-gestützten Vervielfältigung und Verbreitung der Botschaften ihres Hoffnungsträgers, der daher im vergangenen Spätsommer den passenden Beinamen &#8220;people-powered Howard&#8221; erhielt. Der Schlüssel für das frühzeitige Durchstarten der Dean-Kampagne lag in der Einbindung netztypischer &#8220;peer-to-peer&#8221;-Kommunikation, die vom professionellen Input aus Deans Kampagnen-Team angefeuert und unterstützt wurde. Bemerkenswert war dabei vor allem der Wechsel der Kommunikationsrichtung &#8211; das Kampagnen-Team agierte in der bewährten &#8220;top-down&#8221;-Manier, überließ aber auf der lokalen Ebene den Unterstützergruppen die Regie. Entstanden sind dadurch Horte der horizontalen Kommunikation, die Rekrutierungsbilanz der Politiker liest sich beeindruckend: Dean weiß Mitte Februar 2004 mit etwa 188.000 Registrierungen bei weitem die meisten &#8220;activists&#8221; hinter sich, Platz zwei behauptet der bereits ausgeschiedene Wesley Clark, John Kerry rangiert mit mehr als 47.000 Unterstützern erst auf Rang drei &#8211; und dem amtierenden Präsidenten geben bisher wenig mehr als 3.000 registrierte Meetup-Nutzer Rückhalt im digitalen Datenraum.</p>
<p>                  <strong>Erfolgsmodell Geldsammeln</strong><br />
                  <br />Nun darf diese Nabelschau an der Online-Front auch nicht überbewertet werden, denn schließlich verlaufen die Qualitätsgrenzen zwischen digital organisiertem Debattierklub und neumodischem &#8220;Stammtisch 2.0&#8221; fließend &#8211; doch kann die gelenkte digitale Kommunikation auch ganz reale Erfolge vorweisen: so sammelte mit Howard Dean ein Ex-Gouverneur aus der randständigen Ostküsten-Idylle Vermont bis Jahresende 2003 die mit Abstand größte Menge Spenden unter allen demokratischen Kandidaten zur Finanzierung der landesweiten Polit-Tournee &#8211; mit 41 Millionen US-Dollar sogar mehr als Fundraising-Legende Bill Clinton.</p>
<p>Mitverantwortlich für diesen Erfolg war die via Internet lancierte &#8220;100-Dollar-Revolution&#8221; als basisorientierte Akkumulation von Klein- und Kleinstspenden in Kontrast zu der nach umfangreichen Spendenpaketen schielenden Konkurrenz. Beim Online-Fundraising setzte Dean auf ein Mittel, das bereits im vergangenen Präsidentschaftswahlkampf für Furore gesorgt hatte. Auch vor vier Jahren lehrte ein Außenseiter die etablierte Konkurrenz im Vorwahlkampf das Fürchten &#8211; allerdings im Lager der Republikaner: Senator John McCain sammelte im Millenium-Wahlkampf als erster hohe Spendensummen via Internet und ärgerte so den späteren Präsidenten George W. Bush. Jedoch musste sich auch McCain am Ende geschlagen geben &#8211; damals wie heute ermöglichte das digitale Säbelrasseln zwar einen guten Start ins zehrende Rennen um die Kandidatur, am Ende obsiegte jedoch der politisch &#8220;gewichtigere&#8221; und stärker im Partei-Establishment verankerte Bewerber.</p>
<p>                  <strong>Zu viel eBusiness</strong><br />
                  <br />Grund dafür könnte eine Art &#8220;Kategorienfehler&#8221; der neuen Online-Kampagnen sein &#8211; Howard Deans Online-Auftritt funktioniert in mancher Weise perfekt, nur leitet das Dean-Team keine politische Perspektive auf das Internet, sondern eine ökonomische. Die Wahlkampfmaschine &#8220;Dean Inc.&#8221; führt einen grandiosen Online-Wahlkampf, nur betreibt sie dabei nicht &#8220;e-politics&#8221;, sondern &#8220;e-business&#8221;: die Räderwerke der Online-PR laufen dank des &#8220;Blog for America&#8221; wie geschmiert, Spenden fließen dank &#8220;Online-Fundraising&#8221; ohne Unterlass und dank &#8220;Meetup&#8221; stimmt auch die &#8220;Customer Relationship&#8221;. Doch leider sind all dies Benchmark-Posten aus dem Bereich des digitalen Kommerzes und nicht aus dem Feld der digitalen Politik &#8211; dass es zwischen diesen beiden Feldern offenbar Unterschiede gibt, machen die angesichts der Vorschusslorbeeren bescheidenen Primary-Resultate Deans mehr als deutlich.</p>
<p>                  <strong>Politikarena Internet</strong><br />
                  <br />Ist also &#8220;das Internet&#8221; doch nicht in der Lage, ein politisches Erdbeben auszulösen? Ja und nein. Wie stets bei solchen Kardinalfragen werden schnell jene Stimmen laut, die das Netz auf ein normales Maß zurecht stutzen wollen und ihm jeglichen oder zumindest größeren Einfluss auf politische Prozesse absprechen. Doch ganz so ist es nicht &#8211; nimmt man allein die Zahlen der eingeschriebenen Unterstützer einzelner Kampagnen und wertet sie als eine Art &#8220;Schnuppermitgliedschaft&#8221; im politischen Fitness-Club, so dürften den Parteistrategen hierzulande die Tränen in die Augen schießen. Auch Inhalte, Reichweite und Feedback politischer Weblogs geben angesichts einer immer trister werdenden Medienlandschaft zwischen Konzentration und Boulevard Anlass zur Hoffnung. Und schließlich sind auch die ganz manifesten Veränderungen im Beteiligungsverhalten nicht aus den Augen zu verlieren &#8211; bei den diesjährigen Primaries sind mitunter beträchtliche Mobilisierungseffekte zu beobachten und gleich in mehreren Bundesstaaten wurden Rekorde bei der Bewerberauswahl gemeldet.</p>
<p>Wenngleich ein Kurzschluss zwischen lebhaften Online-Kampagnen und gesteigertem Interesse an der innerparteilichen Vorauswahl vermieden werden sollte, ist der Anteil der politik-orientierten Online-Kommunikation an einer Renaissance des komplizierten Auswahlverfahrens kaum zu leugnen. Dass das Internet dabei gelegentlich nicht über die Rolle des medialen Erfüllungsgehilfen bei der Inszenierung einer politischen Daily-Soap hinaus gekommen ist, darf nicht dem Medium selbst angekreidet werden &#8211; sondern nur seinen auf einem Auge blinden Nutzern: den &#8220;dotcom-Politikern&#8221; nämlich, die sich exzellent auf politisches E-Business verstehen, das Internet als genuinen Raum für politische Aushandlungsprozesse jedoch zunehmend verstellen.<br />
                  </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 18.02.2004</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                          <em><br />
                            <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                          </em></p>
<p>                          <em><br />
                            <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                          </em><br />
                          
                        </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-3" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                  </p>
<p>
                    <strong>Weiterführende Artikel:</strong><br />
                    
                  </p>
<ul>
<li>
                    <strong>Dossier</strong><br />
                    <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#us04">US-Präsidentschaftswahlen 2004</a><br />
                    </li>
</ul>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Erfolg der Blogosphäre wird steigen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der ehemalige Dean-Berater und erfolgreiche Weblogger Markos im Interview: Wer Dean diskreditieren und die Nutzung neuer Technologien für politische Zwecke in Verruf bringen will, wird enttäuscht werden. Übersetzung von Stefanie Dowe.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der ehemalige Dean-Berater und erfolgreiche Weblogger Markos im Interview: Wer Dean diskreditieren und die Nutzung neuer Technologien für politische Zwecke in Verruf bringen will, wird enttäuscht werden. Übersetzung von Stefanie Dowe.<!--break--></p>
<p>
                      <strong>Der ehemalige Dean-Berater und erfolgreiche Weblogger Markos im Interview: Wer Dean diskreditieren und die Nutzung neuer Technologien für politische Zwecke in Verruf bringen will, wird enttäuscht werden. Übersetzung von Stefanie Dowe.</strong>
                    </p>
<p>
                    <img decoding="async" height="117" alt="Markos Moulitsas Zúniga" src="/salon/photos/mmulitsas85x117.jpg" width="85" align="left" />Markos Moulitsas Zuniga ist der Kopf des politischen Weblogs<br />
                    <a href="http://www.dailykos.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Daily Kos</a>, einem der erfolgreichsten in den USA. Er ist ein typischer Vertreter seiner Zunft. Begonnen hat alles in San Francisco, wo er nach dem Jurastudium in Boston hinzog um seine ersten dot.com Millionen zu machen. Der Traum des 1971 geborenen Sohnes eines griechischen Vaters und einer salvadorianischen Mutter wurde durch den Zusammenbruch des New Economy Booms zerstört. Daraufhin gründete er seine eigene politische Unternehmensberatung und beschäftigt sich mit dem Aufbau von Online-Communities für Kampagnen auf House-, Senats- und Gouverneursebene. Seine Firma war beratend in der Dean Kampagne tätig und Teil der &#8220;Draft Clark&#8221; Bewegung. Während seiner Armeezeit von 1989 bis 1992 hat Markos in Bamberg, Bayern gelebt. &#8220;Ich hatte einen Computer während ich in der Armee war. Dieser war jedoch nicht ans Internet angeschlossen. Ich habe ihn zum Briefe schreiben und Spiele spielen benutzt&#8221;, schildert Markos seine Zeit in Deutschland. Sein Spitzname während der Armeezeit &#8220;Kos&#8221; stand bei der Namensgebung des Netztagebuches Pate.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Daily Kos ist ein politisches Weblog. Was ist der Kerngedanke des Projekts? Wird es nur von dir in Berkeley, Kalifornien umgesetzt?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Daily Kos besteht nur aus mir, obwohl ich inzwischen zahlreiche Gastbeiträge benutze, um meine Arbeitslast zu erleichtern. Ich habe die Website direkt nach dem Krieg in Afghanistan im Frühjahr 2002 aufgebaut, als sich Amerika mitten im Patriotismus-Fieber befand. Bush zu kritisieren wurde als unpatriotisch bezeichnet. Ich konnte jedoch sehen, dass die Bush-Politik in unserem Land großen Schaden verursachte. Daher ereiferte ich mich bei meinen Kollegen über den Horror der Bush Administration, obwohl ich wusste, dass diese genug von meinem Gerede hatten. Deshalb suchte ich nach einer anderen Möglichkeit meine Frustration auszudrücken und startete Daily Kos. Ich habe nicht erwartet, dass es so ein Erfolg werden würde. Am Anfang wollte ich einfach nur schreiben, um mit der politischen Situation unseres Landes klarzukommen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Ich habe gelesen, dass du als bezahlter Berater für Dean arbeitest. Ist Daily Kos Teil der offiziellen Kampagne und in welcher Art und Weise arbeitest du zur Zeit für Dean?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Im Moment machen wir nichts für die Kampagne von Dean. Meine Firma hat zu Beginn des Wahlkampfes für Dean gearbeitet (Ende 2002 und Frühjahr 2003). Kurz gesagt haben wir sie hinsichtlich des Aufbaus einer Online Community unter zu Hilfenahme von Blogs und Meetups beraten. Diese Tage liegen lange zurück.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Was ist der Unterschied zwischen deinem Blog und dem offiziellen &#8220;Dean For America&#8221; Blog (DFA)?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Das DFA Blog ist ein offizielles Kampagnen-Kommunikations-Tool. Daily Kos war nie und ist nicht mit der Dean Kampagne verbunden. Es ist einfach nur mein kleiner Beitrag. Obwohl ich ein Befürworter von Dean bin, kommen einige der Gastbeiträge meiner Site von Clark oder Edwards oder Gephardts Unterstützern.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Ändert das Internat als Kampagnen-Tool die Art der Politik? Oder ist dies nur ein Mythos und Dean ein dot.com Crash? Handelt es sich um einen Kampf zwischen altmodischer und moderner Kampagnenführung, zwischen alten Massenmedien und neuen Medien?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Das Internet brachte Dean 40 Millionen Dollar und Hunderttausende freiwillige Unterstützer. Die Kampagne verschwendete das Geld an unwirksamen Fernsehspots und missbrauchte die Unterstützer. Die Tatsache, dass Dean abstürzte, hatte nichts mit dem Internet zu tun. Wir haben unsere Rolle sehr gut erfüllt. Die Wahlkampfleiter und Medienbeauftragten haben jämmerlich versagt. Tatsache ist, dass jeder Kandidat heutzutage ein Blog hat. Jeder Kandidat versucht eine Online Community aufzubauen. Es ist ein wesentliche Vorraussetzung, um jeden großen Wahlkampf voranzubringen. Anders gesagt: Gore benutzte im Jahr 2000 Fernsehwerbung und verlor. Fernsehwerbung wird also überbewertet. Das scheint absurd, nicht wahr? Ist es. Das Internet ist nur ein Tool. Es kann bei einer Wahl eine große Rolle spielen (sieh, was es Dean gebracht hat). Letzten Endes ist das Internet jedoch nur eines von vielen Tools in der Kampagnen-Box. Wenn die anderen Tools nicht richtig genutzt werden, wird die Kampagne misslingen. Es gibt eine Menge Berater und politische Insider, die sich an Dean´s Fall ergötzt haben. Sie verstehen das Internet nicht und wollen lieber, dass alles so bleibt wie es ist. Sie sprechen nicht die Sprache des Internets mit &#8220;Blogs&#8221; und &#8220;Meetups&#8221;, mit &#8220;Comment Threads&#8221;, &#8220;Trolls&#8221; und &#8220;Flames&#8221;. Wenn diese Leute Dean diskreditieren, denken sie, damit die Nutzung neuer Technologien für politische Zwecke in Verruf zu bringen. Solche Leute werden enttäuscht werden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Warum benutzt du ein Weblog und nicht eine normale Website? Was ist der Vorteil deines Weblogs?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Weblogs benutzen eine Software, die auf einfache und schnelle Weise Aktualisierungen ermöglichen. Ich hatte vor langer Zeit (in den späten 90ern) schon einmal ein &#8220;Blog&#8221;. Damals musste ich dieses jedoch jeden Tag per HTML aktualisieren. Das war extrem anstrengend.</p>
<p>Außerdem hat das Blog-Format &#8211; mit ständig aktualisierten Nachrichten auf der Homepage &#8211; eine großartige Nutzeroberfläche. Die Nutzer finden die gesuchten Informationen ohne durch eine Vielzahl von Seiten klicken zu müssen. Sie können sofort sehen, ob die Website aktualisiert wurde. Zusätzlich erlaubt die Kommentar-Funktion den Nutzern inhaltlich zur Seite beizutragen. Daily Kos ist daher nicht ein einseitiger, langweiliger Kommunikationsstrom. Es gleicht eher einer Gemeindesitzung, in welcher alle über ihre Anliegen berichten können. Ich bin so eine Art Bürgermeister, welcher die Regeln und die Tagesordnung bestimmt. Daily Kos ist jedoch sehr viel größer als ich.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Wer nutzt Daily Kos? Jung, männlich &#8230;? Wie viele Besucher hat die Website am Tag?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Die Altergruppen sind überraschender Weise sehr gleichmäßig verteilt. Es besuchen nicht nur junge Leute die Site, jedoch sind es überwiegend männliche Nutzer. Männer sind den Frauen 60 Prozent zu 40 Prozent zahlenmäßig überlegen. Der Besucherdurchschnitt liegt bei 100.000 Besuchen pro Tag. Während der Woche kommt die Website täglich auf ca. 120.000 Besuche. An Wahltagen haben wir sogar ca. 150.000 Besuche.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Gibt es irgendwelche schmutzigen Tricks in den Kampagnen?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Außer Push-Polling wurde nicht viel über schmutzige Tricks berichtet. Jede Kampagne benutzt Tricks und es wird sehr schmutzig in der landesweiten Wahl gegen die Republikaner werden. So weit ich weiß, war Kerry´s Organisation als einzige in schmutzige Tricks verwickelt, aber ich habe keine Beweise.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Du beobachtest die etablierten Medien. Möchtest du eine Gegen-Öffentlichkeit schaffen und die öffentliche Meinung beeinflussen?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Das ist die Idee. Die USA basierte auf politisch verfärbten Medien. Erst seit kurzem versuchen die etablierten Medien fair und ausgewogen zu sein. Das ist jedoch nicht möglich. Mir wäre es lieber, wenn Nachrichtensender ihre politischen Ansichten öffentlich kund tun würden, so wie in der britischen Presse. Das ist ehrlicher und erlaubt dem Leser die Informationen aufzunehmen, um die politische Ausrichtung ihrer Quelle wissend. Jeder bei Daily Kos weiß, dass ich ein Demokrat bin und Dean unterstütze. Sie können meine Beiträge daher unter diesem Gesichtspunkt betrachten. Sie können gerne unterschiedlicher Meinung sein und mich &#8220;vernichten&#8221;, wenn sie wollen.<br />
                    <br />Letztendlich glaube ich an den steigenden Erfolg der &#8220;Blogosphäre&#8221; &#8211; auf der rechten und linken Seite &#8211; , als Beweis dafür, dass sich die Leute nach klar positionierten Informationen sehnen. Dies führt vielleicht dazu, dass die großen Medienvertriebe (Zeitungen und Fernsehstationen) ihre politische Gesinnung stolz zeigen werden. Ich denke, dass damit unserem Land besser gedient wäre.<br />
                    <br />Noch eine Bemerkung. Ich bin nicht so sehr daran interessiert, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, sondern das Washington DC Insider Establishment. Ich möchte den politischen Prozess für Leute öffnen, die momentan desillusioniert und teilnahmslos sind. Ich denke, dass wir durch das Öffnen des Establishments und den Einbezug der Parteibasis entlang des Modells der Dean Kampagne die demokratische Partei neu beleben können &#8211; kleine Spender, aktive Unterstützer, die hart am Wahlerfolg der Demokraten arbeiten und die Richtung des Landes ändern.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Wer wird gewinnen? Dean, Kerry, oder Edwards? Gibt es noch eine Chance für Dean?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Wer weiß. Kerry liegt an der Spitze, aber auch Edwards ist gut dabei. Dean scheint ab vom Schuss, wird aber über mehr Geld als jeder andere verfügen. Ich gebe ihm eine 20prozentige Chance. Kerry 50 Prozent. Edwards 25 Prozent. Diese Zahlen werden sich höchstwahrscheinlich ändern, wenn die Ergebnisse weiterer Vorwahlen bekannt werden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Vielen Dank für das Interview!<br />
                    </p>
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		<title>Neuer Wahlkampfmanager für Dean</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jan 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Howard Dean]]></category>
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					<description><![CDATA[Präsidentschaftskandidat Howard Dean wechselt nach den Vorwahlniederlagen seinen Wahlkampfmanager aus. Eine Niederlage für den Internet-Wahlkampf behaupten Kritiker Deans.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Präsidentschaftskandidat Howard Dean wechselt nach den Vorwahlniederlagen seinen Wahlkampfmanager aus. Eine Niederlage für den Internet-Wahlkampf behaupten Kritiker Deans.<!--break-->
                    </p>
<p>&#8220;Entlassen&#8221;, &#8220;ausgetauscht&#8221; oder &#8220;vorgesetzt bekommen&#8221; berichten deutsche Medien &#8211; je nach Auslegung der Tatsache: Joe Trippi ist nicht mehr Wahlkampfmanager von US-Präsidentschaftskandidat Howard Dean. Neuer Chef-CEO-Wahlkämpfer ist Roy Neel, erfahrener Wahlhelfer des letzten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten und ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore. Dean galt lange Zeit als aussichtsreichster Kandidat im Rennen um die Nominierung zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten. Nach den Niederlagen in den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire gegen John Kerry soll eine neue Strategie bei den Vorwahlen und Parteiversammlungen am kommenden Dienstag zu dringend benötigten Erfolgen verhelfen. Ein Sieg muss her. Für Simon Rosenberg, Präsident des New Democratic Network, habe Dean mit dem Personalwechsel das &#8220;Ende des rebellischen Wahlkampfes&#8221; eingeläutet. Das Problem sei, das Dean den Imagewechsel vom rebellischen Aussenseiter zum seriösen Kandidaten nicht geschafft habe. Er sei Trippi sehr dankbar, der entschieden habe, die Kampagne zu verlassen, schreibt Dean in seinem Netztagebuch<br />
                    <a href="http://www.blogforamerica.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">blogforamerika.com</a>. Dort bestätigt Trippi, dass er sein Amt aufgegeben habe und fordert die Anhänger auf, Dean die Treue zu halten, &#8220;um Amerika zu verändern&#8221;.</p>
<p>
                    <strong>Masse macht Kasse?</strong><br />
                    <br />Spiegel Online berichtet, Dean sei in Geldnöten und könne Gehälter nicht zahlen. Das verwundert, wurde doch gerade Deans geschicktes Spendensammeln im Internet als vorbildlich gewertet. Mittels vieler Kleinspenden, der &#8220;$ 100 Revolution&#8221;, wurden Millionen an Spendengeldern online gesammelt. Das erklärte Ziel ist auch hier Präsident Bush zu besiegen. Der wolle 200 Millionen Dollar sammeln. Wenn also 2 Millionen Amerikaner 100 Dollar spenden, hätten viele Kleinbeträge wenige Großspenden besiegt, heißt es in Deans Weblog. Doch die Niederlagen haben ihn viel Geld und Sympathien gekostet. Dean-Anhänger sind sauer über die schlechte Anzeigenkampagne und über den Umstand, dass der gefeuerte Trippi bis zu 15 Prozent Provision für jeden verkauften Wahlwerbespot bekommen habe. Im Weblog<br />
                    <a href="http://www.dailykos.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dailykos.com</a> fragt man sich, warum nur die eCampaigning-Legende Trippi entlassen wurde und nicht der ebenfalls für die schlechten Spots mitverantwortliche Dean-Berater Steve McMahon. Wenn schon ein Austausch der Verantwortlichen, dann aber alle ist der Tenor vieler Kommentare.</p>
<p>Ob die Rechnung der Grasswurzel-Revolution aufgeht, werden die nächsten Wochen zeigen, wenn die Vorwahlen in den bevölkerungsreichen US-Bundesstaaten Kalifornien, Texas, New York und Florida stattgefunden haben. &#8220;Der Wahlkampf ist kein Sprint, sondern ein Marathon&#8221;, sagt Dean.</p>
<p>
                    <strong>Online ins Weiße Haus</strong><br />
                    <br />In der Startphase des Wahlkampfes der Demokraten zog vor allem Howard Dean die Aufmerksamkeit der Medien auf sich. Besonders über seinen Wahlkampfstil wurde berichtet. Trippi war für den intensiven Einsatz des Internets im Wahlkampf verantwortlich, was nicht zuletzt den Bekanntheitsgrad von Dean vergrößert hat. Deans Kampagne verfügt über eine breit angelegte Organisationsstruktur, gekennzeichnet durch eine hohe Vernetzung vieler Wahlhelfer. Selbstbewusst heißt das im Dean-Jargon: &#8220;The largest grassroots campaign in modern era.&#8221;</p>
<p>Kritiker Deans sehen in dem Personalwechsel ein Scheitern der Internetstrategie. Die beiden Pleiten in den Vorwahlen hätten gezeigt, dass viele dezentrale Unterstützer nicht zu Stimmen bei den Wählern führen. Die Ereignisse im US-Präsidentschaftswahlkampf der nächsten Monate werden zeigen: Bleibt das Fernsehen das Medium des US-Wahlkampfes und eine traditionelle zentrale Wahlkampfführung der Weg zum Erfolg?<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 29.01.2004</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
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		<title>Onlinedates für Wahlkampf-Singles</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampfbundestagswahl2002volun-shtml-2899/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Sep 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[
                        Ein neues Online-Kampagnenelement im Wahlkampf: Die Gewinnung von freiwilligen Wahlkampfhelfern per Internet (e-volunteers)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>                        <strong>Ein neues Online-Kampagnenelement im Wahlkampf: Die Gewinnung von freiwilligen Wahlkampfhelfern per Internet (e-volunteers)<!--break--><br />
                      </strong>
                    </p>
<p>Amerikanische Trends finden zeitversetzt mit an Zwangsläufigkeit grenzender Wahrscheinlichkeit auch in Deutschland Nachahmer. Dies gilt für seltsame Sportarten (Fett-Weg-Striptease) aus Übersee ebenso wie für den US-Netzwahlkampf. Zu dessen klassischen Disziplinen zählt neben dem Online-Fundraising auch die Rekrutierung freiwilliger Helfer über das Internet (e-volunteers). Da es in den Vereinigten Staaten keine formelle Parteimitgliedschaft gibt, spielt die Mobilisierung von Unterstützern von jeher eine wichtige Rolle. Mit der „Nuklearwaffe Email“ (Larry Purpuro, Chef des republikanischen Nationalkomitees) wurde eine die Grenzen herkömmlicher Kommunikation sprengende, flächendeckende und kostengünstige Mobilisierung freiwilliger Helfer erreicht, die den amerikanischen Politikern im Wahlkampf manifeste Vorteile einbrachte. So konnte John McCain, in vielerlei Hinsicht Pionier der Online-Kampagne, im Vorwahlkampf zu den 2000er Präsidentschaftswahlen 140.000 Freiwillige via Internet für seinen Wahlkampf gewinnen.</p>
<p>
                    <strong>Bundestagswahl 2002<br />
                    <br /></strong>Mit dem diesjährigen Bundestagswahlkampf bietet sich auch für deutsche Parteien eine Gelegenheit, das erfolgversprechende Wahlkampfwerkzeug der sogenannten „e-volunteers“ einmal selbst auszustesten. So haben inzwischen SPD, CDU und die Grünen auf ihren jeweiligen Homepages Bereiche installiert, über die man sich als Freiwilliger registrieren lassen kann, um dann die Partei im virtuellen oder realen Wahlkampf zu unterstützen. Der Zulauf bewegt sich bei den einzelnen Parteien im dreistelligen Bereich und nimmt sich damit &#8211; gemessen an amerikanischen Zahlen &#8211; eher bescheiden aus. Dennoch zeigt man sich in den Wahlkampfzentralen zufrieden mit der Resonanz: Sebastian Reichel, Mitarbeiter im Arbeitsbereich Online-Kampagne in der SPD-Kampa, bezeichnet das „Online-Campaigning-Team“ OCT der SPD als Pilotprojekt mit Zukunft. Mit mehr als 600 O.C.T.-Aktivisten, die sich auf dem virtuellen „Jobmarkt“ ihre Aufgaben suchen können und anschließend entweder im realen oder virtuellen Wahlkampf agieren, haben die Sozialdemokraten in der Tat einen guten Start hingelegt. Ein wesentlicher Vorteil des O.C.T. liegt in dessen Eigendynamik: Zwar gebe die Kampa den Rahmen vor, im wesentlichen organisiere sich das Forum aber selbst, so Reichel. Doch für manche OCT-Mitglieder könnte diese Freiheit noch größer sein. &#8220;Allerdings kann man sagen, dass noch weitergehende Unabhängigkeit vom Parteivorstand wichtig wäre, um noch mehr Ideen und spontane Umsätze kreativer Gedanken zu verwirklichen&#8221; sagt Gunther Heck, OCT-Mitglied im<br />
                    <a href="/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl2002/oct.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit politik-digital</a>.</p>
<p>Erfreulich ist, dass das Angebot offenbar über die Gruppe der sogenannten „heavy user“ hinaus eine breite Zielgruppe erreicht: So engagiere sich der Abiturient Seite an Seite mit politisch interessierten Senioren und der internetbegeisterten Hausfrau: &#8220;Ich denke, dass Internet wird weiblicher und es wird durchaus auch älter, und sowas bildet sich dann hier auch ab&#8221;, sagt Reichel. Die Freiwilligengewinnung der CDU ist laut Aussage von Stefan Scholz, Teamleiter des Online-Service bei den Christdemokraten, ebenfalls erfolgreich gewesen. &#8220;Hier sind wir mit der Nutzung auch sehr zufrieden. Es kamen zahlreiche Vorschläge von den etwa 600 Freiwilligen und unsere Angebote zur Aktivität (Initiative www.pro-stoiber.cdu.de, Aktion www.jedestimme.cdu.de und dieverse Abstimmungen) wurden sehr gut angenommen&#8221;, sagt Scholz.</p>
<p>Eine Variante der klassischen Freiwilligenrekrutierung, wie sie SPD, CDU und die Grünen betreiben, hat die FDP mit ihrer „Friendraising-Kampagne“ ins Leben gerufen. Uwe Evers von der Agentur Universum, die die FDP-Homepage betreut, erklärt das Konzept: „Sie als FDP-Mitglied oder Sympathisant können einem Freund etwas empfehlen, was sie an der FDP interessiert. Einem Lehrer beispilesweise können Sie eine kurze Aussage über Schulpolitik/Bildungspolitik zusenden und ihm empfehlen, in weitere entsprechende Angebote zu schauen.“ Laut Aussage der FDP haben 854 User 2641 e-mails verschickt, davon wurden 388 beantwortet.<br />
                    <br />Die Friendraising-Kampagne verweist außerdem auf einen anderen Trend des amerikanischen Online-Wahlkampfes: Das Customized Campaiging, auch Voter Targeting genannt; also die zielgruppenspezifische Ansprache von Wählern durch maßgeschneiderte Informationen.„Hier spielt das Stichwort „Individualisierte Webangebote“ eine Rolle – eine Entwicklung die sicher stattfinden wird,“ sagt Evers. Aber er nennt auch im<br />
                    <a href="/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl2002/evers.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit politik-digital.de</a> die Grenzen dieses Ansatzes: „Fast all unsere Angebote muss man bestellen und man kann sie selbstverständlich wieder abbestellen. Wir bombardieren niemanden mit Mails.&#8221;</p>
<p>
                    <strong>Vorteile<br />
                    <br /></strong>Die Vorteile der virtuellen Freiwilligengewinnung fasst Prof. Dr. Peter Filzmaier, Politologe an der Uni Innsbruck und Autor des Buches „Wahlkampf um das weiße Haus“, so zusammen: „Beim professionellen Web Campaiging ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis im virtuellen Bereich günstiger. Es sind in kürzerer Zeit mit weniger Arbeitsaufwand oder Geld mehr Personen ansprechbar.“ Manuela Baldauf, Verfasserin von „Wahlkampf im Web“, sieht einen weiteren Vorteil darin, dass beispielsweise durch das Versenden individualisierter e-Mails ein direkterer Kontakt zum Adressaten aufgebaut werden kann, und dieser dann wiederum bei Bedarf über einen Link schnell an vertiefende Informationen gelangen kann.</p>
<p>
                    <strong>Zukunft?<br />
                    <br /></strong>Wird die Freiwilligenmobilisierung über das Internet also in Zukunft den bundesdeutschen Wahlkampf revolutionieren? Wahlkampfstrategen wie Analysten warnen vor zuviel Euphorie und weisen einen Vergleich mit den amerikanischen Erfolgszahlen zurück: „Für uns sind diese Zahlen keine Vergleichgsgrundlage“, so Michael Scharfschwerdt von den Grünen. „Im Gegensatz zu den USA gewinnen wir Freiwillige durch unsere intakte Parteiorganisation. Vergleichbare Strukturen gibt es in den USA nicht.“ Auch Stefan Scholz, Teamleiter des Online-Service bei den Christdemokraten, scheut den Vergleich mit den USA: „Von solchen Zahlen sind wir noch weit entfernt. Das hängt mit mehreren Dingen zusammen. Zum einen ist das Netz in den USA immer noch weiter verbreitet als in Deutschland und auch die Nutzungsintensität ist dort höher als hier.“ Politologe Filzmaier dazu: „Ich warne davor, dass US-amerikanische Fallbeispiel der relativ erfolgreichen Online-Kampagne von John McCain allzu euphorisch auf den Stellenwert des Web Campaigning in europäischen Wahlkämpfen zu übertragen. Ich behaupte zum Beispiel, dass eine möglichst hohe Zahl von freiwilligen Wahlkampfhelfern, ob virtuell oder real, der Logik eines parteiexternen Wahlkampfmanagements in den USA entspricht, nicht aber zwangsläufig den Gesetzmäßigkeiten der von Parteien und ihren Funktionären geführten Wahlkämpfen in der Bundesrepublik Deutschland.“<br />
                    <br />Virtuelle Freiwilligengewinnung, da sind sich Wahlkämpfer wie Wissenschaftler einig, wird in Zukunft sicherlich ein sinnvolles Zusatzinstrument als Teil einer koordinierten Media-Mix-Strategie darstellen. „Ganz sicher aber sind virtuelle WahlkampfhelferInnen keine wahlkampfentscheidende Ressource der Parteien“, resümiert Filzmaier.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 26.09.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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