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	<title>Untersuchungsausschuss &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Untersuchungsausschuss &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Vorbild USA: Dem Geheimdienst Grenzen aufzeigen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Löser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 13:12:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Nun ist es also passiert. Weil sich der US-Senat nicht auf eine Verlängerung der zeitlich befristeten Spähprogramme einigen konnte, musste [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NSA.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145929" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NSA.jpg" alt="NSA" width="640" height="280" /></a>Nun ist es also passiert. Weil sich der US-Senat nicht auf eine Verlängerung der zeitlich befristeten Spähprogramme einigen konnte, musste die NSA das massenhafte Abgreifen von Telefondaten am Sonntagabend einstellen. Von derartigen Einflussmöglichkeiten auf die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes kann das Parlament hierzulande nur träumen. Es bedarf einer Reform.</p>
<p>Schon seit längerem fordert US-Präsident Obama eine Reform der amerikanischen Geheimdienste. Nachdem der nach den Anschlägen vom 11. September aufgelegte Patriot Act diverse Male ohne größere Widerstände verlängert wurde, haben die Enthüllungen von Whistleblower Edward Snowden nun auch beim Kongress zu einem Umdenken geführt. Der sogenannte <a href="http://www.washingtonpost.com/opinions/pass-the-usa-freedom-act/2015/05/22/275a5e94-fff5-11e4-805c-c3f407e5a9e9_story.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freedom Act</a> legt das Speichern von Telefonmetadaten in die Hände privater Telefonanbieter und erlaubt den Zugriff durch die NSA nur mit gerichtlicher Genehmigung. Am 1. Juni sollte dieser nun seinen Vorgänger beerben. Eigentlich. Denn obwohl er im Repräsentantenhaus überraschenderweise eine breite Mehrheit gefunden hatte, scheiterte der Gesetzesentwurf im Senat. Zwar erklärte sich Mehrheitsführer Mitch McConnell von den Republikanern zähneknirschend mit der Reform einverstanden, doch libertär-konservative Parteikollegen um Rand Paul ging der <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/entscheidung-im-senat-nsa-spaehprogramm-vor-dem-aus-13622851.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eingriff in die Freiheitsrechte</a> immer noch zu weit.</p>
<p>In den USA hat das Parlament die NSA also vorerst ihres wichtigsten Instruments beraubt. Vergleichbares Eingreifen des Bundestags scheint angesichts des Possenspiels NSA-Untersuchungsausschuss unmöglich. Seit mehr als einem Jahr existiert der Ausschuss jetzt und beinahe täglich monieren Mitglieder ermüdende <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/nsa-untersuchungsausschuss-zwischenbilanz-von-konstantin-von-notz-a-1024274.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verzögerungs- und Geheimhaltungstaktiken</a> seitens BND und Kanzleramt. Mittlerweile ist auch die SPD vom Regierungspartner CDU/CSU abgerückt und schwächt die Koalition mit einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/geheime-selektoren-liste-der-nsa-spd-stellt-merkel-ultimatum-in-bnd-affaere-1.2492405" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ultimatum</a> von Generalsekretärin Yasmin Fahimi. Und SPD-Vorsitzender und Vizekanzler Gabriel lässt sowieso keine Möglichkeit aus, der Öffentlichkeit zu verdeutlichen, wer der Hauptverantwortliche in dieser delikaten Angelegenheit ist. Anstatt die Aufklärung voranzutreiben und anschließend mögliche Geheimdienstreformen anzugehen, verlieren sich die Akteure in politischen Ränkespielen. Ein Ausdruck parlamentarischer Hilflosigkeit?</p>
<p>Fakt ist: Die parlamentarische Kontrolle des Bundesnachrichtendienstes fällt in Deutschland eher sparsam aus. Halbjährlich werden dem parlamentarischen Kontrollgremium Berichte über Grundrechtsbeschränkungen im Sinne des <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/g10_2001/gesamt.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">G-10-Gesetzes</a> vorgelegt. Wenn Unternehmungen des BND allerdings nicht als solche klassifiziert werden, finden sie auch nicht den Weg zum Kontrollgremium. So geschehen bei der Operation Eikonal von BND und NSA. Zwar hatten die deutschen Geheimdienstler Filter eingebaut, die die Verbindungsdaten deutscher Staatsbürger aussortieren. Doch wie ein BND-Mann im Untersuchungsausschuss eingestand, funktionieren diese <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/spaeh-affaere-bnd-leitete-daten-vondeutschen-an-nsa-weiter-1.2157406" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Filter</a> nicht immer wie gewünscht.</p>
<h3>Versagen der Aufsichtsfunktion</h3>
<p>Das Ergebnis sind sehr wahrscheinlich millionenfache Grundrechtsverstöße, von denen weder Parlament noch das zuständige Kontrollgremium je erfahren haben. Aber nicht nur Verstöße gegen die deutsche Verfassung ließ der BND durchgehen, auch bei Wirtschaftsspionage drückten die Verantwortlichen beide Augen zu. Der deutsche Geheimdienst handelte bewiesenermaßen entgegen deutscher Interessen. Und davon hatte das Bundeskanzleramt spätestens 2013 <a href="https://netzpolitik.org/2015/internes-dokument-belegt-bnd-und-bundeskanzleramt-wussten-von-wirtschaftsspionage-der-usa-gegen-deutschland/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kenntnis</a>.</p>
<p>Im Gegensatz zum deutschen Bundestag hatte das Bundeskanzleramt als Aufsichtsbehörde sehr wohl Kenntnis von den Machenschaften von Bundesnachrichtendienst und NSA. Und obwohl bekannt war, dass die Amerikaner auch konkurrierende Interessen verfolgten, erachtete man die Zusammenarbeit als zu wichtig und beugte deutsches Recht. Das Bundeskanzleramt hat in seiner Aufsichtsfunktion versagt.</p>
<p>Das Parlament kann nicht, das Kanzleramt will nicht. Ohne Ergebnisse des NSA-Untersuchungsausschusses vorwegzunehmen, lässt sich jetzt schon eine Notwendigkeit aus der Affäre ableiten. Es bedarf einer grundlegenden Reform der Geheimdienstaufsicht in Deutschland und das kann nur durch einen Kompetenzzuwachs des Parlamentarischen Kontrollgremiums geschehen. Denn nur wenn man die Opposition in die Aufsicht einbindet, kann sie ihre Kontrollfunktion wahrnehmen. Das Versagen des Kanzleramts hat leider gezeigt, dass das unumgänglich ist.</p>
<p><strong>UPDATE:</strong> In der Nacht zu Mittwoch hat der US Senat mit der 67 von Stimmen der NSA-Reform zugestimmt. Der <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/hintergrund-nsa-skandal">USA Freedom Act</a> beschränkt die massenhafte Überwachung der Telekommunikationsdaten von US-Bürgern. Künftig müssen die Daten von den Mobilfunkunternehmen gespeichert werden, die NSA benötigt nach sechs Monaten einen Richterbeschluss des Spezialgerichts Foreign Intelligence Surveillance Court (FISC) für den Zugriff auf einzelne Datensätze. Die NSA hat nun allerdings eine Übergangsfrist von 180 Tagen, in der sie wie gewohnt alle Daten selber speichern kann.</p>
<p>Die umstrittenen Paragrafen 206 (erlaubt das Abhören mehrerer Telefonleitungen einer Person) und 215 des Patriot Act werden nach der Entscheidung von Mittwochnacht <a href="http://derstandard.at/2000016886245-1369362981909/Fragen-und-AntwortenUSA-Freedom-Act-NSA-Kompetenzen-eingeschraenkt-Ueberwachung-bleibt?ref=rss">auslaufen</a>. Paragraf 215, der die Speicherung von Informationen erlaubte solange sie „relevant“ für die Abwehr terroristischer Gefahren waren, geriet durch die Enthüllungen von Edward Snowden massiv in die Kritik und war der Auslöser für die Geheimdienstreform.</p>
<p>Die nun geltenden Speicherregeln ähneln der für Deutschland geplanten Vorratsdatenspeicherung, da nun auch in den USA die Anbieter von Telekommunikationsdiensten für die Speicherung zuständig sind und nicht länger die Geheimdienste selber. Die genaue Speicherdauer bleibt allerdings offen, da der NSA auch nach sechs Monaten eine Zugriffsmöglichkeit auf die Daten eingeräumt wird, diese also weiterhin vorgehalten werden müssten.</p>
<p>US-Präsident Obama unterschrieb das Gesetz noch in der Nacht und kritisierte, dass es durch die kurzfristige Unterbrechung der Speicherung seit Montag zu einer unnötigen Verzögerung und einer gefährlichen Lücke in der Gefahrenabwehr gekommen sei.</p>
<p>[Update am 03.06. von Julie Rothe]</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/96dpi/5702348429/in/photolist-9FU2we-faq2B4-faq29T-7115U6-e6UVd-abyvPa-abyvDv-abyvv2-abBkDq-9UgwUJ-ePajpA-aaT3M8-aaVSqY-aaT3kK-aaVREb-aaT2Ck-aaVRej-aaT23K-aaT1Q2-aaVQv1-abRRcA-abP1mF-abRQUC-abP15Z-abNZXV-kKarwB-6HGoRf-aamwpL-aaiHeV-aamwcQ-aaiH4Z-aaiGX2-aamvVd-ap4jtY-6ypZCS-faq4xX-faEiih-faq33V-kLVniT-ap1jT8-gvrLP9-9tWJU7-aq1j1L-kyXVBF-kvowP9-f7f38j-f71d6e-kvp5cE-kvmVHa-kvnmV2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Levers </a>(CC BY-NC 2.0)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Leben und Sterben des Internets &#8211; Digitale Presseschau 14/2014</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Apr 2014 15:01:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Drohnen als Herrscher über Leben und Tod: Mit diesem Horrorszenario befeuert Sascha Lobo die Debatte über Big Data und Überwachung. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Drohnen als Herrscher über Leben und Tod: Mit diesem Horrorszenario befeuert Sascha Lobo die Debatte über Big Data und Überwachung. Patrick Breitenbach hingegen meint, dass zwischen verschiedenen Formen des Datensammelns unterschieden werden müsse. Immerhin scheint Lobo die Kränkung überwunden zu haben und fordert nun wieder einen neuen Internetoptimismus. Wir hatten da schon was geahnt. Das Internet und die Ansichten darüber pendeln zwischen Skeptizismus und Optimismus – also gewissermaßen zwischen Leben, Sterben und Auferstehung.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=n_qFlNrN2uo" title="NSA-Ausschuss: Statements der Mitglieder am 03.04.2014" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/n_qFlNrN2uo?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Der NSA-Untersuchungsausschuss hat sich diese Woche im Deutschen Bundestag konstituiert. Ob Edward Snowden als Zeuge geladen wird und was sich die Politiker von dem Ausschuss erwarten, sehen Sie in den Statements des Videos der Woche.</p>
<h3><a href="http://gutjahr.biz/2014/03/nsa-binney/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kein Ende der Verstrickungen von und mit der NSA</a></h3>
<p>Der langjährige Mitarbeiter der NSA William Binney liefert im Interview mit Richard Gutjahr interessante Einsichten in Ziele und Motive des Geheimdienstes. Er hält eine echte Kontrolle der Geheimdienste durch die Politik für realisierbar – dazu müsse es aber einen politischen Willen geben.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/sascha-lobo-digitale-daten-gefaehrden-leben-und-freiheit-12874992.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Überwachung &#8211; Datenökonomie: Gefahr für die Freiheit?</a></h3>
<p>Mit der „Ökonomie der Überwachung“ setzt sich Sascha Lobo auseinander. Am Beispiel von Drohnen, die in naher Zukunft autonom entscheiden könnten, welche menschlichen Ziele zu erfassen und zu töten sind, setzt er zu einer fundamentalen Kritik der Datenakkumulation im Internet der „digitalen Supermächte“ an.<br />
Eine erste <a href="http://www.horizont.net/aktuell/digital/pages/protected/Digitale-Totalueberwachung-Sascha-Lobos-zornige-Abrechnung-mit-der-Werbeindustrie_119949.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Entgegnung stammt von Volker Schütz</a>. Er wirft Lobo Undifferenziertheit vor, weil dieser mit dem Schlagwort „Big Data“ Datenerhebungen der NSA mit denen von Werbeagenturen über einen Kamm schere.<br />
Auch <a href="http://blog.karlshochschule.de/2014/04/02/was-ist-der-sinn-und-zweck-von-uberwachung-big-data-etc/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Patrick Breitenbach plädiert für eine genauere Unterscheidung</a>, welche Daten aus welchem Grund von wem gesammelt werden. Doch in einem zentralen Punkt ist er sich mit Lobo einig: Wir dürfen unsere Entscheidungen nicht Algorithmen überlassen.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/weltmacht-google-ist-gefahr-fuer-die-gesellschaft-12877120.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Macht von Quasi-Monopolen im Internet &#8211; Gefahr für die Gesellschaft?</a></h3>
<p>Robert M. Maier, Gründer der mittlerweile zum Springer-Konzern gehörenden Visual Meta GmbH, kritisiert in einem Artikel die Macht von Google und das Streben nach Marktführerschaft in immer weiteren ökonomischen Sparten – sei es bei Google als Suchmaschine, mobilen Betriebssystemen wie Android, Browsern wie Chrome, Online-Videodiensten wie YouTube oder Mailprogrammen wie Gmail. Er fordert eine diesbezügliche Kontrolle durch Politik, Kartellbehörden sowie gesellschaftliche Akteure.<br />
Bild: Screenshot Video<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Besser spät als nie: Eine Untersuchung ohne Zeugen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Krotz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Apr 2014 14:21:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am 3. April konstituiert sich ein Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages, der sich mit den Folgen des NSA-Überwachungsskandals befasst. Fast ein [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/polizisten-tür.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-138698" alt="poilzisten tür" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/bullen-tür-630x500.jpg" width="630" height="500" /></a>Am 3. April konstituiert sich ein Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages, der sich mit den Folgen des NSA-Überwachungsskandals befasst. Fast ein Jahr nachdem die ersten Enthüllungen durch Edward Snowden publik wurden, sollen die Überwachungs- und Spionagevorwürfe gegenüber den Geheimdiensten nun geprüft werden. Welche Schwerpunkte setzt der NSA-Untersuchungsausschuss (UAS) und was kann von ihm erwartet werden? Wir haben beim Geheimdienstexperten Wolfgang Krieger nachgefragt. Dass der UAS viele neue Erkenntnisse bringen wird, glaubt er nicht.<br />
Bevor der Deutsche Bundestag sich nun mit den Enthüllungen beschäftigt, die vor allem die Bundesregierung und Bundesbürger betreffen, hat das EU-Parlament bereits eine Untersuchung der Geheimdienstaktivitäten und ihrer Auswirkungen auf die Grundrechte durchgeführt. Der <a href="http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+REPORT+A7-2014-0139+0+DOC+PDF+V0//DE">Abschlussbericht</a> wurde am 12. März verabschiedet. Zeitlich war die Untersuchung knapp bemessen und konnte wenige neue Informationen liefern. Zeugen, die zu mehr Aufklärung hätten beitragen können, wie Geheimdienstmitarbeiter aus EU-Mitgliedsstaaten und aus den Vereinigten Staaten, sind einfach nicht erschienen. Die Spionage durch US-Geheimdienste wurde generell verurteilt, und Vorwürfe gegenüber EU-Mitgliedsstaaten, die diesen dabei halfen, wurden in dem Bericht bekräftigt. Die anlasslose Massenüberwachung durch Geheimdienste bedeute einen schweren Eingriff in die Grundrechte der Bürger, stellte der Bericht fest. Alle EU-Mitgliedsstaaten – explizit adressiert ist auch Deutschland – werden im Bericht u. a. dazu aufgefordert, Sorge zu tragen, dass ihre „nationalen Rechtsrahmen und Kontrollmechanismen im Bereich geheimdienstlicher Tätigkeiten mit den Normen der Europäischen Menschenrechtskonvention in Einklang stehen“.</p>
<h3><b>Die Zielsetzung des Untersuchungsausschusses</b></h3>
<p>Die Untersuchung, die der Bundestagsausschuss nun durchführen soll, wird insgesamt aus drei thematischen Blöcken bestehen: Zum einen müsse ein besseres Bild von den Geheimdienstaktivitäten der Five-Eyes (Australien, Kanada, Neuseeland, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten) gewonnen werden. Geklärt werden soll, wen die Geheimdienste in welchem Umfang überwacht haben, ebenso wie die Frage, ob deutsche Stellen oder von ihnen Beauftragte die Five-Eyes dabei unterstützt haben.<br />
Zweitens müsse genauer ermittelt werden, wie umfassend die Überwachung von deutschen Politikern, Bediensteten des Bundes und deutschen Einrichtungen im In- und Ausland gewesen sei. Herausgefunden werden soll, weshalb die Kommunikationserfassungen durch die Five-Eyes von Stellen des Bundes nicht früher bemerkt und unterbunden worden sind. Eine zentrale Frage lautet auch, ob die Bundesregierung ihren gesetzlichen Informationspflichten z. B. gegenüber dem Parlamentarischen Kontrollgremium (das Gremium zur Kontrolle der nachrichtendienstlichen Tätigkeit des Bundes) und der G 10-Kommission (das Organ, welches über Beschränkungsmaßnahmen im Bereich des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses entscheidet) nachgekommen ist.<br />
Im dritten Themenblock des Ausschusses soll eine bessere Vorstellung davon gewonnen werden, wie es um den Schutz der deutschen Telekommunikationsinfrastruktur bestellt ist und welche Empfehlungen notwendig sind, um diesen zu verbessern. Um den bestmöglichen Schutz der Privatheit der Bürger zu gewährleisten, soll u. a. geklärt werden, ob bei der <a href="http://www.daniel-schwerd.de/drucksachen/5214">Vergabe von öffentlichen Aufträgen</a> künftig anders vorgegangen werden muss.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><strong>Prof. Dr. Wolfgang Krieger</strong> ist seit 1995 Universitätsprofessor für Neuere Geschichte an der Philipps-Universität Marburg. Er gilt als Experte für die Geschichte der Nachrichtendienste. Zu seinen Veröffentlichungen gehört u. a. „Geheimhaltung und Transparenz. Demokratische Kontrolle der Geheimdienste im internationalen Vergleich“ (hrsg. mit W. Smidt, U. Poppe, H. Müller-Enbergs) Münster 2007.</div></div><br />
Für die Untersuchung wird der Ausschuss hochrangige Geheimdienstbeamte aus dem Vereinigten Königreich und den USA laden sowie Bedienstete aus dem Kanzleramt (dem der Bundesnachrichtendienst unterstellt ist) sowie die Kanzlerin höchstselbst. Gerhard Schindler, Präsident des Bundesnachrichtendienstes, wird – anders als bei der Untersuchung durch das EU-Parlament – erscheinen müssen. Eine Einladung Edward Snowdens ist noch ungewiss. <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CDAQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.europarl.europa.eu%2Fdocument%2Factivities%2Fcont%2F201403%2F20140307ATT80674%2F20140307ATT80674EN.pdf&amp;ei=_nohU76iDsrsswbb9YHYBA&amp;usg=AFQjCNFe7i0BJr5lRGqfOONmWVsmN-TiLg&amp;sig2=ezB8UKdyY1qx180LHlABqA&amp;bvm=bv.62922401,d.Yms&amp;cad=rja">Snowden hatte zuvor mehrfach gesagt,</a> er werde keine neuen Informationen bekannt geben und diese den eingeweihten Journalisten überlassen.<br />
&nbsp;</p>
<h3><b>„Snowden ist nur ein kleines Licht“</b></h3>
<p>Prof. Wolfgang Krieger forscht seit Jahren über Geheimdienste, er sieht in der Befragung Snowdens keine Notwendigkeit. Der Whistleblower sei als ehemaliger Service-Techniker für Computernetze im Geheimdienstgefüge ein „kleines Licht“.  Ihn einzuladen, könne „allenfalls als politische Zirkusnummer“ dienen und die „moralisierende Aufgeregtheit“ anfachen. Zu der Frage, ob sich der UAS bei seinen Sitzungen gegen eine Abhörung durch US-Geheimdienste wehren könne, macht sich Krieger keine Illusionen: „Das ist irrelevant, weil die USA viel mehr wissen als unsere Parlamentarier.“<br />
Aber warum wissen deutsche Parlamentarier so wenig und wofür gibt es das Parlamentarischen Kontrollgremium, wenn die Geheimdienstaktivitäten dem allgemeinen politischen Interesse derart zuwiderlaufen, wie es der Fall zu sein scheint? Laut Kriegers Einschätzungen würden sich (deutsche) Politiker „möglichst wenig mit den geheimen Nachrichtendiensten“ beschäftigen und Schwierigkeiten lieber aus dem Weg gehen. Deshalb, und um die anlasslose Massenüberwachung der Geheimdienste zukünftig unterbinden zu können, fordert Krieger die Politik auf, das Parlamentarische Kontrollgremium endlich adäquat einzusetzen – neuer Instrumente bedürfe es demnach nicht, sie seien theoretisch ausreichend vorhanden. Die  „Möglichkeiten des <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/pkgrg/index.html">Gesetzes über die Kontrolle der Dienste“</a> müssten also lediglich voll ausgeschöpft und ein Diskurs darüber geführt werden, welche Befähigungen diese tatsächlich bräuchten. Den Bundesnachrichtendienst „als bösen Buben hinzustellen“ – wie es in seinen Augen die Opposition beabsichtigt – sei irreführend. Für Krieger ist der Untersuchungsausschuss „politische Augenwischerei“, da die wichtigsten Zeugen, die englischen und US-amerikanischen Geheimdienstbeamten, „nicht kommen oder nichts sagen“ würden.<br />
Ganz anders sieht das der Grünen-Politiker Konstantin von Notz, der den Untersuchungsausschuss als das „schärfste Schwert des Parlaments“ bezeichnete, das nun zum Einsatz komme, um „verfassungsgemäße Verhältnisse“ wiederherstellen zu können. <b> </b></p>
<h3><b>Fazit</b></h3>
<p>Parlamentarische Kontrolle ist verfassungsmäßig vorgesehen, aber sie fand praktisch nicht statt. Es ist davon auszugehen, dass die Bundesregierung den Geheimdiensten seit Jahrzehnten und in wechselnder Besetzung bewusst freie Hand ließ. Bis heute scheinen die zuständigen Politiker eine Debatte über angemessene Vorgaben zu vermeiden. Der Geheimdienstskandal entpuppt sich damit zum Politikskandal. Es müsse, so Wolfgang Krieger, vielmehr „grundsätzlich über die deutsche Position in der Welt des Internets“ nachgedacht werden. Alles andere sei eine „unzulässige Verkürzung des politischen Problems“. Die einzige Hoffnung des Geheimdienstexperten ist, dass der Ausschuss einen Anstoß in diese Richtung geben wird.<br />
&nbsp;<br />
<strong>Weiterführende Links:</strong><br />
Debatte im Plenum des Deutschen Bundestages zur Einsetzung des Untersuchungsausschusses: <a href="http://bit.ly/1jD6ktL">bit.ly/1jD6ktL</a><br />
Drucksache des Deutschen Bundestages zum Untersuchungsausschuss: <a href="http://bit.ly/1pBr6Hz">bit.ly/1pBr6Hz</a><br />
Interview mit Clemens Binninger, Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums und des Untersuchungsausschusses: <a href="http://bit.ly/1i1sIHV">bit.ly/1i1sIHV</a><br />
Zusammenfassung der Aussagen des Untersuchungsberichts des EU-Parlaments: <a href="http://politik-digital.de/eu-parlament-zur-nsa-affaere-schwerwiegender-eingriff-in-grundrechte-der-buerger/">http://politik-digital.de/eu-parlament-zur-nsa-affaere-schwerwiegender-eingriff-in-grundrechte-der-buerger/</a><br />
Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/boston_public_library/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Boston Public Library</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-ND 2.0)</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<item>
		<title>Britta Haßelmann: „Deutschland darf in der NSA-Affäre nicht auf die Rolle des Opfers reduziert werden“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Feb 2014 12:20:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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		<category><![CDATA[NSA-Affäre]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach der Bundestagsdebatte um ein No-Spy-Abkommen mit den USA beantragte die Opposition einen Untersuchungsausschuss zur parlamentarischen Aufarbeitung der NSA-Affäre. Am [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/9672560890_9c7d352354_z.jpg"><span style="color: #000000"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-137115" alt="9672560890_9c7d352354_z" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/9672560890_9c7d352354_z-630x420.jpg" width="630" height="420" /></span></a></span><br />
<span style="color: #000000"> Nach der Bundestagsdebatte um ein No-Spy-Abkommen mit den USA beantragte die Opposition einen Untersuchungsausschuss zur parlamentarischen Aufarbeitung der NSA-Affäre. Am 31. 01. 2014 hat nun die Regierungskoalition dazu einen eigenen Vorschlag vorgelegt. Wie weitreichend der Vorschlag der Großen Koalition ist, erklärt, <a href="http://politik-digital.de/petra-sitte-die-wahrung-von-grundrechten-bleibt-nicht-vor-den-tueren-deutscher-geheimdienste-stehen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nach Petra Sitte</a> von der Linkspartei, die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen, Britta Haßelmann im Interview.</span><br />
<span style="color: #000000"><strong><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> </strong><em>Am 31. Januar hat die <span style="color: #003366"><a href="http://www.spdfrak.de/themen/koalition-legt-vorschlag-f%C3%BCr-nsa-u-ausschuss-vor" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #003366">Große Koalition</span></a></span> einen <span style="color: #003366"><a href="http://www.spdfrak.de/sites/default/files/14-01-30_vorschlag-koa-untersuchungsauftrag-nsa.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #003366">Vorschlag</span></a></span> zur Einsetzung eines NSA-Untersuchungsausschusses vorgelegt. Wie schätzen Sie diesen Vorschlag generell ein? Welche Kritikpunkte gibt es aus Ihrer Sicht?</em></span><br />
<span style="color: #000000"><strong>Britta Haßelmann: </strong>Eins will ich erst einmal klarstellen. Die Koalitionsfraktionen haben jetzt ihre Aufklärungswünsche festgelegt, weil wir gemeinsam mit der Linksfraktion einen <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/004/1800420.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses</a> in den Deutschen Bundestag eingebracht haben. Diese Initiative zwang nun Union und SPD sich zu verhalten. Jetzt will die Koalition auch einen Untersuchungsausschuss. Allerdings werden wichtige Fragen ausgeklammert. Wir müssen nun sehen, ob wir da zusammenkommen. Selbstverständlich sind wir gesprächsbereit – aber wir wollen materiell nicht hinter unseren Auftrag zurück.</span><br />
<figure id="attachment_137450" aria-describedby="caption-attachment-137450" style="width: 166px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class=" wp-image-137450   " alt="B-Haßelmann" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/B-Haßelmann.jpg" width="166" height="250" /><figcaption id="caption-attachment-137450" class="wp-caption-text">Britta Haßelmann ist Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Deutschen Bundestag.</figcaption></figure><br />
<span style="color: #000000"><em><strong>politik-digital.de: </strong>Zu Punkt I. des Vorschlags der Großen Koalition: Kann ein Untersuchungsausschuss über Geheimdienste wie die NSA oder den GCHQ die nötige Aufklärung bringen, die die Öffentlichkeit – Bürgerinnen und Bürger sowie Medien – sich wünschen?<br />
</em></span><br />
<span style="color: #000000"><strong>Haßelmann: </strong>Ein Untersuchungsausschuss ist das schärfste Schwert der Opposition. Die Rechte sind umfangreich und wir werden alles in Bewegung setzten, um Aufklärung voranzutreiben. Wir müssen dafür sorgen, dass unabhängig von dem Wohlwollen der Regierungsfraktionen alle Instrumente im Ausschuss eingesetzt werden können.</span><br />
<span style="color: #000000"><em><strong>politik-digital.de: </strong>Zu Punkt II. des Vorschlags: Denken Sie, dass der Ausschuss Aufklärung darüber bringen wird, inwiefern die NSA und der BND eng zusammen gearbeitet haben bzw. noch zusammen arbeiten?</em></span><br />
<span style="color: #000000"><strong>Haßelmann: </strong>Das ist eine zentrale Frage und einer der Streitpunkte mit der Koalition. Denn Union und SPD wollen diesen Bereich ausklammern. Dabei muss hier aufgeklärt werden. Deutschland darf in der Affäre nicht auf die Rolle des armen Opfers reduziert werden. Uns kommt es darauf an, die Verantwortung der Bundesregierung und der Dienste klar herauszuarbeiten. Übermitteln deutsche Behörden Daten an die US-Geheimdienste, die zum gezielten Töten durch Drohnen verwendet werden? Gibt es einen Ringtausch der Geheimdienste, das heißt liefern deutsche Dienste etwa Daten aus Afghanistan an die USA und bekommen sie im Gegenzug Daten von der NSA über Europa? Das sind alles Fragen, die dringend geklärt werden müssen. Wir Grüne bestehen darauf, dass das auch das Verhalten der Bundesregierung im Ausschuss untersuchen wird.</span><br />
<span style="color: #000000"><strong><em>politik-digital.de: </em></strong><em>Zu Punkt III. des Vorschlags: Halten Sie es für möglich, dass die Bundesrepublik, auf Basis von Vorschlägen des Untersuchungsausschusses, Maßnahmen für den Schutz der Privatsphäre ergreifen wird, die die Sicherung dieser verfassungsrechtlichen Grundrechte gewährleisten?</em><strong><em><br />
</em></strong></span><br />
<span style="color: #000000"><strong>Haßelmann: </strong>Der Schutz des Menschen vor Ausspähung und Überwachung muss endlich höchste Priorität bekommen. Denn eins ist klar, unsere Grund- und Bürgerrechte sind massiv bedroht. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht neue Informationen zur massenhaften Grundrechtsverletzung öffentlich werden.</span><br />
<span style="color: #000000">Die Privatsphäre und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung werden verletzt. Und doch ergeht sich die Bundesregierung in einer großkoalitionären Doktrin und will die massiv in Grundrechte eingreifende anlasslose Vorratsdatenspeicherung wohl wieder einführen und vernachlässigt den Datenschutz aufs Gröbste.</span><br />
<span style="color: #000000"><em><strong>politik-digital.de: </strong>Wer soll in dem Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen?<strong><br />
</strong></em></span><br />
<span style="color: #000000"><strong>Haßelmann: </strong>Es kommt uns darauf an, das Verhalten der Bundesregierung und der Dienste zu untersuchen und endlich Licht in die vielen Ungereimtheiten zu bringen. Wir haben eine Vielzahl an Fragen und werden die richtigen Personen einladen, um unseren Beitrag zur Aufklärung zu leisten.<strong><br />
</strong></span><br />
<span style="color: #000000"><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> <em>Halten Sie es für realistisch, dass Edward Snowden vor dem Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag aussagen wird?</em></span><br />
<span style="color: #000000"><strong>Haßelmann: </strong>Das halte ich für wünschenswert und machbar. Wir fordern sicheren Aufenthalt für Edward Snowden, damit er nach Deutschland kommen und vor dem Ausschuss des Bundestages aussagen kann. Er kann dabei unterstützen und zur Aufklärung beitragen.<strong><br />
</strong></span><br />
<span style="color: #000000"><em><strong>politik-digital.de:</strong> Sind Sie der Meinung, dass das Parlamentarische Kontrollgremium (PKGr) seine Ergebnisse aus Transparenz- und Kontrollgründen öffentlich machen sollte?</em></span><br />
<span style="color: #000000"><strong>Haßelmann: </strong>Eine Reform des Parlamentarischen Kontrollgremiums ist überfällig. Die Kontrollmöglichkeiten der einzelnen Mitglieder als auch der Opposition als ganzes müssen gestärkt werden. Das Parlamentarische Kontrollgremium ersetzt keinen parlamentarischen Untersuchungsausschuss.<strong><br />
</strong></span><br />
<span style="color: #000000"><em><strong>Update Redaktion:</strong></em> </span><em><span style="color: #000000">Am 13. 02. 2014 fand eine</span> <a href="http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?isLinkCallPlenar=1&amp;action=search&amp;contentArea=details&amp;ids=3126263&amp;instance=m187&amp;categorie=Plenarsitzung&amp;destination=search&amp;mask=search" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Debatte beider Anträge im Deutschen Bundestag</a> <span style="color: #000000">statt.</span></em><br />
<span style="color: #000000">Bilder: <span style="color: #000080"><a href="http://www.flickr.com/photos/campact/9672560890/sizes/z/in/photostream/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #000080"><span style="color: #3366ff"><span style="color: #003366">Campact</span> </span></span></a></span>(<span style="color: #003366"><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #003366">CC BY-NC 2.0</span></a></span>) &amp; <a href="http://www.britta-hasselmann.de/presse/pressefotos.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Britta Haßelmann</a></span><br />
<span style="color: #000000"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></span></p>
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		<item>
		<title>Petra Sitte: „Die Wahrung von Grundrechten bleibt nicht vor den Türen deutscher Geheimdienste stehen.“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/petra-sitte-die-wahrung-von-grundrechten-bleibt-nicht-vor-den-tueren-deutscher-geheimdienste-stehen-137062/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Feb 2014 15:32:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimdienst]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach der Bundestagsdebatte um ein No-Spy-Abkommen mit den USA beantragte die Opposition einen Untersuchungsausschuss zur parlamentarischen Aufarbeitung der NSA-Affäre. Am [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/9672560890_9c7d352354_z.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-137115" alt="9672560890_9c7d352354_z" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/9672560890_9c7d352354_z-630x420.jpg" width="630" height="420" /></a><br />
Nach der Bundestagsdebatte um ein No-Spy-Abkommen mit den USA beantragte die Opposition einen Untersuchungsausschuss zur parlamentarischen Aufarbeitung der NSA-Affäre. Am 31. 01. 2014 hat nun die Regierungskoalition dazu einen eigenen Vorschlag vorgelegt. Was in einem solchen Untersuchungsausschuss verhandelt werden sollte und wie weitreichend der Vorschlag der Großen Koalition ist, erklärte die parlamentarische Geschäftsführerin der Links-Fraktion, Petra Sitte, politik-digital.de im Interview.<br />
<strong><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> </strong><em>Am 31. Januar hat die <a href="http://www.spdfrak.de/themen/koalition-legt-vorschlag-f%C3%BCr-nsa-u-ausschuss-vor" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Große Koalition</a> einen <a href="http://www.spdfrak.de/sites/default/files/14-01-30_vorschlag-koa-untersuchungsauftrag-nsa.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorschlag</a> zur Einsetzung eines NSA-Untersuchungsausschusses vorgelegt. Wie schätzen Sie diesen Vorschlag generell ein? Welche Kritikpunkte gibt es aus Ihrer Sicht?</em><br />
<strong>Petra Sitte: </strong>Zunächst ist es kein guter parlamentarischer Stil, auf einen bereits Tage zuvor vorgelegten <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/004/1800420.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oppositionsvorschlag</a> samt Gesprächsangebot mit einem eigenen Entwurf zu antworten. Dieser könnte nämlich auch als Gegenantrag verstanden werden. Ich verstehe solch ein Vorgehen gerade auch angesichts der schwelenden Auseinandersetzung um die Minderheitenrechte als machtpolitisches Statement der Koalition.<br />
Inhaltlich fällt vor allem auf, dass die Verantwortung der Bundesregierung weitgehend außen vor bleibt. Das fängt beim Stichtag 11. September 2001 an, obwohl einige der Programme schon lange vorher liefen. Das geht weiter, wenn man die Frage der Beteiligung deutscher Dienste an einem möglichen Ringtausch von Daten außen vor lässt. Und auch die Frage der Unterstützung eines „Geheimen Krieges“ durch deutsche Stellen will die Koalition nicht untersuchen lassen.<br />
Gut finde ich hingegen, dass sie den Bereich Wirtschaftsspionage genauer ausführt und den Begriff der Überwachung treffender spezifiziert: als Erfassung, Speicherung und Kontrolle von Daten.<br />
<figure id="attachment_137084" aria-describedby="caption-attachment-137084" style="width: 177px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/PS.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-137084 " title="Petra Sitte" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/PS-305x293.jpg" width="177" height="171" /></a><figcaption id="caption-attachment-137084" class="wp-caption-text">Petra Sitte ist parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag.</figcaption></figure><br />
<em><strong>politik-digital.de: </strong>Zu Punkt I. des Vorschlags: Kann ein Untersuchungsausschuss über Geheimdienste wie die NSA oder den GCHQ die nötige Aufklärung bringen, die die Öffentlichkeit – Bürgerinnen und Bürger sowie Medien – sich wünschen?<br />
</em><br />
<strong>Sitte: </strong>Das hängt davon ab, wieviel Öffentlichkeit und Transparenz bei Aufklärung zugelassen wird. Niemandem ist geholfen, wenn ein paar Abgeordnete in nichtöffentlicher Sitzung etwas erfahren, aber zum Stillschweigen verpflichtet werden. Und zum zweiten muss auch die Verantwortung der deutschen Geheimdienste und der Regierung auf den Tisch. Einerseits, weil sie selbst an Überwachungsmaßnahmen beteiligt sein könnten. Andererseits, weil sie seit fast einem Jahr nichts zur Aufklärung dieser Affäre beigetragen haben.<br />
Hinzu kommt, das sich Oppositions- und Koalitionsfraktionen auf Rechte der Zeugenbefragung und Redezeiten für den Untersuchungsausschuss einigen müssten. Auch davon hängt die Untersuchungstiefe ab.<br />
<em><strong>politik-digital.de: </strong>Zu Punkt II. des Vorschlags: Denken Sie, dass der Ausschuss Aufklärung darüber bringen wird, inwiefern die NSA und der BND eng zusammen gearbeitet haben bzw. noch zusammen arbeiten?</em><br />
<strong>Sitte: </strong>Das hoffen wir. Voraussetzung ist, dass diese Frage auch explizit im Untersuchungsauftrag vermerkt wird und dass die bisherige Geheimnistuerei rund um die deutschen Dienste aufhört. Die Wahrung von Grundrechten bleibt nicht vor den Türen deutscher Geheimdienste stehen.<br />
<strong><em>politik-digital.de: </em></strong><em>Zu Punkt III. des Vorschlags: Halten Sie es für möglich, dass die Bundesrepublik, auf Basis von Vorschlägen des Untersuchungsausschusses, Maßnahmen für den Schutz der Privatsphäre ergreifen wird, die die Sicherung dieser verfassungsrechtlichen Grundrechte gewährleisten?</em><strong><em><br />
</em></strong><br />
<strong>Sitte: </strong>Ja, wir müssen fragen, welche Rechtsvorschriften genau durch die Überwachungsmaßnahmen gebrochen wurden und welche für einen zukünftigen besseren Schutz der Bürgerinnen und Bürger anzupassen sind. Eine wichtige Rolle spielt natürlich auch die praktische Durchsetzung dieser Rechte, denn gerade daran hapert es ja jetzt.<br />
<em><strong>politik-digital.de: </strong>Wer soll in dem Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen?<strong><br />
</strong></em><br />
<strong>Sitte: </strong>Wir wollen sowohl Zeugen befragen, die besonderes Insiderwissen haben, wie etwa Herr Edward Snowden, aber auch aktuelle und ehemalige politische Verantwortungsträger, die beispielsweise entsprechende Abkommen zum Datenaustausch zwischen den USA und Deutschland verhandelt haben.<strong><br />
</strong><br />
<em><strong>politik-digital.de:</strong></em> <em>Halten Sie es für realistisch, dass Edward Snowden vor dem Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag aussagen wird?</em><br />
<strong>Sitte:</strong> Dies kann nur geschehen, wenn seine Sicherheit gewährleistet ist. Dafür muss der politische Wille in der Koalition da sein, den ich derzeit nicht sehe.<br />
<em><strong>politik-digital.de:</strong> Sind Sie der Meinung, dass das Parlamentarische Kontrollgremium (PKGr) seine Ergebnisse aus Transparenz- und Kontrollgründen öffentlich machen sollte?</em><br />
<strong>Sitte:</strong> Wir wollen eine grundsätzliche Reform dieses Gremiums. Denn für Kontrolle sind immer Öffentlichkeit, Transparenz und Austausch notwendig. Man muss sich das vorstellen: Dort sitzen Menschen, die mit niemanden über das Gehörte und Gesehene reden dürfen. Nicht mal mit dem oder der eigenen Fraktionsvorsitzenden. Wie soll da politische Verantwortung wahrgenommen werden?<br />
Am Ende ist unsere Fraktion daher auch zu dem Schluss gekommen, dass Geheimdienste gerade wegen ihres Charakters als geheime Angelegenheit nicht vollständig zu kontrollieren sind und abgeschafft gehören. Aber bis es soweit ist, wollen wir soviel Licht wie möglich ins Dunkel bringen.<br />
<em><strong>Update Redaktion</strong><strong>:</strong></em> <em>Am 13. 02. 2014 fand eine <a href="http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?isLinkCallPlenar=1&amp;action=search&amp;contentArea=details&amp;ids=3126263&amp;instance=m187&amp;categorie=Plenarsitzung&amp;destination=search&amp;mask=search" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Debatte beider Anträge im Deutschen Bundestag</a> statt.</em><br />
Bilder: <a href="http://www.flickr.com/photos/campact/9672560890/sizes/z/in/photostream/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Campact </a>(<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC 2.0</a>) &amp; <a href="http://www.petra-sitte.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Petra Sitte</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 3.0 DE</a>)<br />
<img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>In Zeiten totaler Überwachung und digitaler (Un-)Sicherheit – Digitale Presseschau 4/2014</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/in-zeiten-totaler-ueberwachung-und-digitaler-un-sicherheit-digitale-presseschau-42013-136598/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Jan 2014 16:00:49 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Barbara Wimmer]]></category>
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		<category><![CDATA[Wolfgang Gast]]></category>
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		<category><![CDATA[Jochen Wegner]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Netz-Optimismus der letzten Dekade scheint sich als Illusion erwiesen zu haben – eine kritische Sichtweise über unsere digitale Identität [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Netz-Optimismus der letzten Dekade scheint sich als Illusion erwiesen zu haben – eine kritische Sichtweise über unsere digitale Identität und die Zukunft unserer Privatsphäre ist daher angebracht. Nach der Rede von Barack Obama zur NSA stellt sich die Frage, wie die nationale und internationale Debatte über die Geheimdienste sowie über digitale Überwachung weiter geht. Und vor allem: welche Politik dieser Debatte folgen wird. Werden wir weiter in einem neutralen Internet surfen? Wie schützen wir unsere digitale Sicherheit? Kann uns dabei jemand anderes helfen, außer uns selbst?</p>
<h3 id="docs-internal-guid-4d69dcf0-5847-8592-3bf8-784861aa2cc8">Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=wBw-nsF3PYo&amp;hd=1" title="Popcorn Cut: deutsche Politiker sprechen zu NSA und NoSpy" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/wBw-nsF3PYo?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
In unserem Video der Woche haben wir dieses Mal einen Zusammenschnitt der Aktuellen Stunde zum No-Spy-Abkommen aus dem Deutschen Bundestag ausgewählt. Der „Popcorn-Cut“ von <a href="https://digitalcourage.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalcourage e.V.</a>: Holen Sie sich was zu knabbern!</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/us-praesident-zur-nsa-affaere-wie-obama-die-massstaebe-verschiebt-1.1866477" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die NSA nach der Rede von Barack Obama</a></h3>
<p>In einem Kommentar von Johannes Kuhn wird die Blickrichtung des US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama und damit seine zukünftige Politik in Sachen NSA unter die Lupe genommen. In Wahrheit habe sich Obama „für die Logik der NSA“ entschieden, weil er an der „Ethik seiner Geheimdienste“ nicht zweifle. In dem Artikel können Sie sich auch das Interview mit Obama selbst noch mal angucken und sich darüber ein eigenes Urteil bilden.</p>
<h3><a href="http://www.taz.de/Debatte-U-Ausschuss-zur-NSA-Affaere/!131157/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Debatte zum NSA-Untersuchungsausschuss in der BRD hat begonnen</a></h3>
<p>Da ein Untersuchungs-Ausschuss zur NSA-Affäre in greifbare Nähe rückt, denkt Wolfgang Gast darüber nach, welches Aufklärungspotential dieser haben könne. Der Ausschuss werde sich schwertun, da sich die NSA-Verantwortlichen nicht äußern werden. Dennoch sei er wichtig für die Debatte im Inland, da mindestens der BND sich dem Ausschuss nicht entziehen könne, Politiker erklären müssten, warum etwa ein No-Spy-Abkommen nicht zustande komme und eben, ganz nach dem Zweck eines Untersuchungsausschusses, Rechenschaft über ihre derzeitige Politik ablegen müssen.</p>
<h3><a href="http://futurezone.at/netzpolitik/kompromiss-eu-ausschuss-will-freies-internet-sichern/47.666.274" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Zukunft der Netzneutralität in der EU</a></h3>
<p>Die Diskussion um die Regelung der Netzneutralität auf europäischer Ebene ist im vollen Gange. Ein Artikel von Barbara Wimmer stellt den aktuellen Diskussionsstand und die Kritik der EU-Kommissions-Vorschläge im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO) des EU-Parlaments dar. Es scheint als greife das Europäische Parlament die von Bürgerrechtsinitiativen gestartete Kampagne <a href="www.safetheinternet.eu " target="_blank" rel="noopener noreferrer">safetheinternet.eu</a> zur Sicherung der Netzneutralität in Europa auf.</p>
<h3><a href="http://blogs.faz.net/deus/2014/01/18/es-ist-die-systemfrage-dummerchen-1916/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Illusion des Netz-Optimismus der letzten Dekade</a></h3>
<p>Die Debatte über das Internet, die letzte Woche von Sascha Lobo angestoßen wurde, zieht weitere Kreise bzw. sie verlagert sich. Es werden Themenkreise ausführlicher diskutiert, die uns auch in Zukunft noch weiter beschäftigen werden – hier das Demokratisierungspotential des Internets (Stichwort: Online-Petitionen, „Erregungsdemokratie“ usw.), dort das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatsphäre (Stichwort: „Post-Privacy“). Und darüber hinaus werden die optimistischen Einschätzungen des Internets der Vergangenheit zunehmend kritischer reflektiert. Marco Settembrini di Novetrem kritisiert diese „Heilsversprechen“ der Vergangenheit bis hin zur Gegenwart nach dem Motto: „Wer nichts hat als einen Hammer, dem erscheint die ganze Welt als Nagel.“</p>
<h3><a href="http://annalist.noblogs.org/post/2014/01/19/kleine-philosophie-der-digitalen-sicherheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitale Sicherheit in Zeiten der „Post-Privacy“</a></h3>
<p>Anne Roth präsentiert uns auf ihrem Blog Annalist Thesen zum Thema „digitale Sicherheit“. Aufhänger für ihre aktuellen „Innenansichten“ ist ein Artikel von Das Nuf, der argumentiert, wir seien <a href="http://dasnuf.de/zeug/wir-sind-zu-faul-um-nicht-ueberwacht-zu-werden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„zu faul, um nicht überwacht zu werden“</a>. So ist ihr Artikel auch ein Plädoyer für unsere eigene digitale Selbstermächtigung sowie die Frage nach dem Widerstandspotential gegen die Ohnmacht in postdemokratischen Zeiten der totalen Überwachung. Sie weist dabei galant auf Widersprüche hin: Obwohl es auch mit Verschlüsselungstechniken keine perfekte digitale Sicherheit gebe, sei „jeder Schritt in Richtung mehr digitaler Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung.“</p>
<h3><a href="http://breitband.dradio.de/hyperkonnektivitaet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Multiple digitale Identitäten vs. totales Profil</a></h3>
<p>Last but not least weisen wir auf den Stream eines erfrischend unaufgeregten sowie spannenden Radiogesprächs der Sendung „Breitband“ auf Deutschlandradiokultur hin. Philip Banse, Prof. Dr. Petra Grimm (Hochschule für Medien Stuttgart), Sascha Lobo (Blogger und Strategieberater) und Jochen Wegner (Chefredakteur von Zeit Online) diskutieren das Thema der multiplen digitalen Identiäten im Spannungsfeld mit dem „totalen Profil“ in Zeiten der „Hyperkonnektivität“.<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Hängt die NSA bestimmt mit drin &#8211; Digitale Presseschau 51/2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Dec 2013 16:26:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Peter Schaar verabschiedete sich unlängst mit einem Dank an die NSA von seinem Amt als Bundesbeauftragter für den Datenschutz. Tatsächlich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Peter Schaar verabschiedete sich unlängst mit einem Dank an die NSA von seinem Amt als Bundesbeauftragter für den Datenschutz. Tatsächlich wäre ohne sie, und wie hinzuzufügen wäre: Edward Snowden, Datenschutz und Netzpolitik nicht so ein großes Thema im ausklingenden Jahr. Untersuchungsausschüsse, UN-Resolutionen, EU-Verordnungen, ein Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt und noch so vieles mehr in immerhin fünf Ministerien. Dennoch bleibt das Gefühl, dass mit möglichst viel Aufwand möglichst wenig verändert wird. Immerhin scheint woanders auch noch was zu passieren: Das Internet der Dinge, Netzfeminismus und der Einfluss des Internets auf die Sprachenvielfalt sind in dieser Woche Thema. Aber da hat die NSA sicher auch ihre Finger im Spiel.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=aI7Zuwu_MbA&amp;hd=1" title="Das neue Spiel - Pitchfilm" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/aI7Zuwu_MbA?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Im Video der Woche wirbt Michael Seemann für das Crowdfunding seines noch zu verfassenden Buches &#8220;Das Neue Spiel. Nach dem Kontrollverlust&#8221;.</p>
<h3><a href="http://www.heute.de/bundestag-bekommt-internetausschuss-31189230.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisloses Chaos oder Wirrwarr mit System?</a></h3>
<p>Fünf Ministerien sollen sich zukünftig um Netzpolitik kümmern. Für manche bedeutet das die Fortführung des destruktiven Chaos, für andere, wie Sonja Schünemann auf heute.de, ein „Zuständigkeits-Wirrwarr mit System“. Andrea Voßhoff als neue Bundesdatenschützerin und Klaus-Dieter Fritsche als erster Geheimdienstkoordinator werden allenthalben als eindeutige Absage an unabhängige Kontrollinstitutionen gesehen. Und der Internetausschuss kommt erst mal doch nicht. <a href="http://blogs.faz.net/deus/2013/12/19/schlammcatchen-der-popcornminister-statt-internetausschuss-1880/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zumindest einer freut sich</a> und zieht der konzertierten Lobbypolitik in einem Ausschuss das ergebnislose „Schlammcatchen der Popcornminister“ vor. Neuland solle Neuland bleiben.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/gastbeitrag-fuer-einen-anderen-new-deal-12710154.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Placebo-New-Deal</a></h3>
<p>Einen digitalen New Deal in Europa fordert der EU-Parlamentsabgeordnete der Grünen Jan-Philipp Albrecht auf faz.net. In Absage an nationale Tendenzen in Deutschland müsse eine gemeinsame Wertebasis geschaffen werden und Europa die digitale Unabhängigkeit erklären. Die EU-Datenschutzverordnung sei dazu der erste Schritt. <a href="http://www.carta.info/68290/datenschutz-zuruck-zum-thema/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf Carta meldet Simon Assion dagegen Zweifel an:</a> Bisherige Datenschutzpolitik, einschließlich der EU-Verordnung, sei reines Placebo und würde nur die kleinen Akteure gängeln, während die Großen unbeschadet weiter sammeln könnten. Daraus ließe sich das Paradox der Gleichzeitigkeit von einer Vielzahl von Datenschutzgesetzen und einer beispiellosen korporativen und staatlichen Überwachung erklären.</p>
<h3><a href="http://www.golem.de/news/nsa-affaere-eu-ausschuss-fordert-stopp-von-safe-harbor-1312-103474.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snowden, der Bankräuber</a></h3>
<p>In einem Zwischenbericht vom Mittwoch hat der NSA-Untersuchungsausschuss der EU einige Forderungen gestellt. Wie Friedhelm Greis auf golem.de berichtet, fordern die Parlamentarier die Suspendierung sowohl des Safe-Harbour-, als auch des Swift-Abkommens. Auch eine EU-Cloud sei im Sinne des Ausschusses. <a href="https://netzpolitik.org/2013/drohgebaerden-und-kuschelkurs-vorsitzender-des-geheimdienstausschusses-mike-rogers-in-bruessel/#more-60263" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie netzpolitik.org berichtet,</a> hatte noch am Dienstag der US-Politiker Mike Rogers die EU-Parlamentarier für ihre Kurzsichtigkeit gerügt und Edward Snowden mit einem Bankräuber verglichen, der zur Finanzkrise befragt würde.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-12/usa-geheimdienste-bericht-nsa-obama/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forderungen mit Hintertüren</a></h3>
<p>Auf 300 Seiten haben Experten in den USA die Überwachungspraktiken der Geheimdienste kritisiert. Diese würden zugunsten von Sicherheitsinteressen Freiheitsrechte einschränken und verletzen. Till Schwarze hat auf Zeit Online die wichtigsten Forderungen zusammengestellt. Allerdings stehen die Experten prinzipiell zur NSA, und der Bericht lässt laut <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/us-spaehaffaere-die-hintertueren-im-nsa-bericht-a-940067.html#ref=rss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konrad Lischka auf Spiegel Online</a> einige Hintertüren, die mögliche Beschränkungen und Kontrollen aufweichen könnten.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/internet-der-dinge-maschine-chattet-mit-maschine-1.1845758" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Maschinen mit Maschinen</a></h3>
<p>Die Vernetzung von Geräten untereinander gilt als die nächste große Entwicklung. Immer mehr Kommunikation über Netzwerke würde dann nicht mehr nur maschinen-vermittelt funktionieren, sondern verliefe gänzlich zwischen Maschinen. Am Beispiel des kalifornischen Konzerns Cisco zeigt Nikolaus Piper auf süddeutsche.de die Potenziale und Gefahren des „Internet of Things“ auf. Denn nur mit einem effektiven Datenschutz würde die Kommunikation zwischen Maschinen das Leben der Menschen verbessern.</p>
<h3><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2013/12/sprachenkiller-internet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Back to Babel</a></h3>
<p>In der digitalen Welt können 96,3 Prozent aller bekannten Sprachen als ausgestorben gelten, so das Ergebnis der Studie „Digital Language Death“. Jochen Dreier stellt die Studie auf Hyperland vor und spricht vom „Sprachenkiller“ Internet. <a href="http://netzwertig.com/2013/12/19/vom-aussterben-bedroht-das-internet-verdraengt-viele-sprachen-gut-so/#more-31543" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin Weigert</a> hingegen begrüßt auf netzwertig.com diese Sprachvereinheitlichung. Auch wenn Weigert stark verkürzt argumentiert und die Bedeutung von sprachlichen Missverständnissen oder Nicht-Verstehen für die großen Probleme der Menschheit überschätzt: Er bezieht Stellung in einer Debatte, die geführt werden sollte.</p>
<h3><a href="http://irights.info/das-internet-ist-das-problem-und-seine-losung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#Aufschrei sei Dank!</a></h3>
<p>Dass Feminismus wieder salonfähig in „Mainstreamdebatten“ geworden ist, sei größtenteils dem Hashtag #Aufschrei zu verdanken, so das Fazit von Annina Luzie Schmid auf irights.info. Mit dem Hashtag, der im vergangenen Jahr auch den Grimme Online- Award erhalten hat, sei es gelungen, „eine Brücke zwischen digitaler Szene und dem Rest der Welt zu bauen“. In ihrem Beitrag skizziert sie, durch welche Projekte und dank welcher Protagonistinnen das Thema Sexismus auch nach der intensiven #Aufschrei- Debatte öffentliche Sensibilisierung erfährt. Denn das Internet sei nicht nur Plattform für Sexismus, sondern auch emanzipatives Werkzeug.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Expertenchat zum NSU-Untersuchungsausschuss</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/expertenchat-zum-nsu-untersuchungsausschuss-134820/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Nov 2013 12:39:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Heike Kleffner]]></category>
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					<description><![CDATA[Im August 2013 hat der Bundestagsuntersuchungsausschuss zur rechtsextremen Terrorgruppe NSU seinen Schlussbericht vorgelegt. Im Chat der Bundeszentrale für politische Bildung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NSU-Demo_linksfraktion-cc-by-nc-2.0.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-134827" alt="linksfraktion (cc by-nc 2.0)" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NSU-Demo_linksfraktion-cc-by-nc-2.0.jpg" width="640" height="427" /></a>Im August 2013 hat der Bundestagsuntersuchungsausschuss zur rechtsextremen Terrorgruppe NSU seinen Schlussbericht vorgelegt. Im Chat der Bundeszentrale für politische Bildung beantworten die Ausschussmitglieder Heike Kleffner und Dr. Andreas Feser am Mittwoch, dem 27.11., zwischen 13 und 14 Uhr Fragen zu den Ergebnissen des NSU-Ausschusses.<br />
Elf Jahre lang suchten die Strafverfolgungsbehörden erfolglos nach den Tätern der rassistischen Mordserie an neun migrantischen Kleinunternehmern zwischen 2000 und 2006, von zwei gegen Migranten zielenden Sprengstoffanschlägen in Köln 2001 und 2004 sowie des Mordes an der Polizistin Michèle Kiesewetter und des Mordversuchs an ihrem Kollegen in Heilbronn im Jahr 2007.<br />
Auf knapp 1.400 Seiten dokumentierte der NSU-Untersuchungsausschuss Versäumnisse und Fehler der Sicherheitsbehörden und unterbreitete Reformvorschläge. Die Journalistin Heike Kleffner, die für die Linksfraktion als Referentin im Untersuchungsausschuss saß, und Dr. Andreas Feser, Leiter des Arbeitsbereichs Untersuchungsausschüsse der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, haben für die Bundeszentrale für politische Bildung eine <a href="http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/172857/der-nsu-untersuchungsausschuss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zusammenfassung der Arbeit und der Ergebnisse des Ausschusses</a> verfasst. Nun beantworten sie Fragen, die Interessierte <strong>bereits <a href="http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/173811/chat-nsu-untersuchungsausschuss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">jetzt</a></strong> oder <strong>während des Chats am 27.11. von 13 bis 14 Uhr</strong> stellen können.<br />
Die Mitglieder des NSU-Untersuchungsausschusses <strong>Heike Kleffner</strong> und <strong>Andreas Feser</strong> beantworten die Fragen dann live.<br />
<em><a href="http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/173811/chat-nsu-untersuchungsausschuss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Chat der Bundeszentrale für politische Bildung</a> wird durchgeführt von politik-digital.de.</em><br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/linksfraktion/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">linksfraktion</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC 2.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Krawallhilfe oder &#8220;Kraft des Guten&#8221;?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Würdinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 15:14:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[David Cameron]]></category>
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					<description><![CDATA[Der britische Premierminister Cameron hatte die sozialen Medien mitverantwortlich für die Unruhen von London im August ausgemacht. Ein am vergangenen Donnerstag tagender Untersuchungsausschuss des britischen Parlaments untersuchte nun die Rolle von Online-Netzwerken bei den schweren Ausschreitungen im Sommer.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der britische Premierminister Cameron hatte die sozialen Medien mitverantwortlich für die Unruhen von London im August ausgemacht. Ein am vergangenen Donnerstag tagender Untersuchungsausschuss des britischen Parlaments untersuchte nun die Rolle von Online-Netzwerken bei den schweren Ausschreitungen im Sommer.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Die Tötung eines 29-Jährigen bei einem Polizeieinsatz im Londoner Stadtteil Tottenham hatte die am 6. August einsetzenden <a href="http://mediacenter.dw-world.de/german/video/#!/216883/Chronik_der_Krawalle_in_Gro%C3%9Fbritannien" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Krawalle</a> ausgelöst. Das Ergebnis der vier Nächte andauernden Unruhen: Fünf Menschen kamen ums Leben und durch Plünderungen und Zerstörungen entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe. Da die Randalierer ihre Aktionen auch über soziale Netzwerke koordiniert hatten, wurde in den Tagen nach den Krawallen der vermeintlich negative Einfluss sozialer Medien heftig diskutiert. Premierminister David Cameron forderte in einer <a href="http://ibnlive.in.com/news/full-text-british-pm-david-camerons-speech/174937-2.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ansprache</a> vor dem britischen Unterhaus ein hartes Durchgreifen der Behörden und regte an, soziale Medien in Krisenzeiten massiv einzuschränken sowie den Strafverfolgungsbehörden Zugriff auf Nutzerdaten zu verschaffen. Während der Unruhen gingen bei Betreibern wie Facebook zahlreiche Datenanfragen der Polizei ein. Informationen über Nutzer wurden jedoch nicht preisgegeben.
</p>
<p>
Ein <a href="http://www.digitalspy.co.uk/broadcasting/news/a340592/twitter-facebook-blackberry-were-force-for-good-in-riots-say-firms.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Untersuchungsauschuss</a> des britschen Unterhauses wollte nun die Schuldfrage klären und analysierte dafür die Rolle der sozialen Medien. Neben Stephen Bates als Repräsentant des kanadischen Elektronikherstellers RIM stellten sich auch Vertreter von Facebook und Twitter den Fragen der britschen Abgeordneten. Insbesondere der Mitteilungsdienst von BlackBerry, das durch den kanadischen Hersteller vertrieben wird, sei für die Koordinierung der Krawalle genutzt worden. Dies ließe sich auf dessen verschlüsselte Kommunikation zurückführen, die im Gegensatz zu Twitter und Facebook nicht öffentlich zugänglich ist. Bates gab darüber hinaus zu Protokoll, dass sein Unternehmen künftig enger mit der Polzei kooperieren wolle. Des Weiteren könne er sich auch vorstellen, das Netzwerk bei Vorliegen einer rechtlichen Grundlage zeitweise abzuschalten. Allerdings gab er auch zu bedenken, dass es eine hohe Zahl gesetzestreuer Nutzer gebe, die durch solche Maßnahmen zu Unrecht diskriminiert werden könnten. Die Verteter von Facebook und Twitter meinten hingegen, dass sich ihre Netzwerke auf Grund der transparenten Kommunikationsstrukturen nicht für kriminelle Aktivitäten eigneten und sprachen sich gegen eine Sperrung sozialer Netzwerke in Krisenzeiten aus. Insbesondere weil Facebook &amp; Co in Situationen wie dieser wichtige Kommunikationsinstrumente darstellten und während der Unruhen eine &quot;Kraft des Guten&quot; gewesen seien. So konnten sich beispielsweise Angehörige und Freunde nach dem Wohlbefinden ihrer Nächsten erkundigen. Dementsprechend sagte der Twitter-Anwalt Alexander Macgillivray, dass er es für eine absolut fürchterliche Idee halte, soziale Netzwerke in gesellschaftlich relevanten Situationen abzustellen. Zumal es keine Hinweise darauf gebe, dass diese für die Unruhen mitverantwortlich gewesen seien. Nach Aussage des Ausschussvorsitzenden Keith Vaz sollte die Möglichkeit einer Abschaltung in Krisenzeiten jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden – in Fällen von hoher Kriminalität oder Terrorismus sei dies durchaus legitim.
</p>
<p>
In Anbetracht dessen kann die Anhörung auch als Versuch der Regierung gewertet werden, die Duldung restriktiver Regulierungsmaßnahmen durch die Kommunikationsunternehmen auszuloten. Rädeslführern im Netz drohen übrigens drakonische Strafen: Zwei junge Männer wurden wegen Anstiftung zu Krawallen via Facebook zu jeweils vier Jahren <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/facebook230.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Haft</a> verurteilt. Die Polizei nutzte die sozialen Netzwerke während der Unruhen gleichwohl auch aktiv zu Fahndungszwecken. So wurden unter anderem Videos und Fotos von Überwachungskameras auf der Fotoplattform Flickr veröffentlicht. Die Frage stellt sich, was die britische Regierung in der Zukunft mit diesen Erkenntnissen anfangen wird.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Untersuchungsausschüsse sind eines der wichtigsten Mittel für die Opposition&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotuntersuchungsausschuesse_sind_eines_der_wichtigsten_mittel_fuer_die_oppositionquot-153/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jbergmeister]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Mar 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimdienst]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswehreinsatz]]></category>
		<category><![CDATA[BND-Affäre]]></category>
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		<category><![CDATA[Jörg van Essen]]></category>
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		<category><![CDATA[FDP]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Mittwoch, den 15. März 2006, war 
Jörg van Essen</b><b><span style="font-size: x-small">,</span></b><b> 
MdB und Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion</b><b>, 
zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de.</span> 
Er beantwortete Fragen zum anstehenden Untersuchungsausschuss zur 
BND-Affäre und zu einem möglichen Bundeswehreinsatz im 
Kongo.</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Mittwoch, den 15. März 2006, war<br />
Jörg van Essen</b><b><span style="font-size: x-small">,</span></b><b><br />
MdB und Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion</b><b>,<br />
zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de.</span><br />
Er beantwortete Fragen zum anstehenden Untersuchungsausschuss zur<br />
BND-Affäre und zu einem möglichen Bundeswehreinsatz im<br />
Kongo.</b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<span class="fett"><span class="fett"><span class="fett"><b>Moderator</b></span></span></span>:<br />
Liebe Freunde und Gegner von FDP und BND-Ausschuss, willkommen zum<br />
Tagesschau-Chat. Ins ARD-Hauptstadtstudio ist heute Jörg van<br />
Essen gekommen, der Parlamentarische Geschäftsführer der<br />
FDP-Fraktion, in allen Oppositionsfragen mit Sicherheit gut informiert.<br />
Wie immer sind Fragen zu allen Themen möglich, von BND-Affäre<br />
über Tarifstreit und Kongo-Einsatz der Bundeswehr bis zur Landtagswahl.<br />
Wir sortieren ein bisschen und dann gehen Sie an Jörg van Essen.<br />
Los geht’s:
</p>
<p class="normal">
<b>Kaja: </b>Haben Sie aus dem Visa-Ausschuss<br />
und u.a. dem unsäglichen Lügenausschuss immer noch nichts<br />
gelernt? Ihre Untersuchungsausschüsse nimmt doch keiner mehr<br />
ernst!
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Die Untersuchungsausschüsse<br />
sind eines der wichtigsten Mittel für die Opposition. Der Visa-Ausschuss<br />
hat das Bild des damaligen Außenministers Fischer dramatisch<br />
verändert. Ich finde, der Untersuchungsausschuss zu den jetzigen<br />
Fragen (CIA, El-Masri) ist wichtig, weil die Bundesregierung ihre<br />
Chance, aus eigener Kraft aufzuklären, nicht genutzt hat.
</p>
<p>
<b>annett:</b> Herr van Essen, wie stehen Sie zu dem<br />
Vorwurf, dass ein Untersuchungsausschuss zur BND-Affäre das<br />
Verhältnis zu den USA erneut belasten würde?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Die Befürchtung muss<br />
man ernst nehmen, aber ich teile sie im Endeffekt nicht. Der wissenschaftliche<br />
Dienst im Bundestag hat uns aufgelistet, wie offen und streng das<br />
amerikanische Parlament mit seinen Geheimdiensten umgeht.<br />
Von daher erwarte ich Verständnis dafür, dass auch wir<br />
das tun. Geheimdienste, die aus Fehlern gelernt haben, können<br />
besser zusammen arbeiten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nun hat man nach den Geheimdienst-Vorlagen<br />
für den Irak-Krieg aber nicht unbedingt den Eindruck, dass<br />
die US-Geheimdienste gut kontrolliert werden.
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Ich habe dazu keine Erkenntnisse,<br />
wie die Qualität der Kontrolle ist. In aller Regel versuchen<br />
Geheimdienste, sich der Kontrolle zu entziehen. Umso wichtiger ist<br />
es, dass wir notwendige Konsequenzen ziehen. Einige liegen schon<br />
auf der Hand. Wir werden deshalb als FDP-Fraktion einen Gesetzentwurf<br />
für eine Reform des Parlamentarischen Kontrollgremiums des<br />
Bundestags vorlegen.
</p>
<p>
<b>Marcus: </b>Ich glaube schon, dass ein Untersuchungs-Ausschuss<br />
sinnvoll ist. Aber warum geben Sie den Grünen und insbesondere<br />
den Linken hier eine Steilvorlage? Bei einer Schröder-Schelte<br />
bin ich immer dabei, aber damit schaden Sie doch auch der großen<br />
Koalition und damit der CDU, mit denen Sie doch eigentlich koalitionsfähig<br />
und -willig sind, oder?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Zunächst einmal: Der<br />
Untersuchungsauftrag kann nur gemeinsam von der Opposition formuliert<br />
werden. Wir sind damit mit Grünen und der Linken in einer ähnlichen<br />
Zwangsehe wie CDU/CSU und SPD. Uns geht es natürlich um die<br />
politische Verantwortung. Ich bin froh, dass wir uns da gegen die<br />
Grünen durchsetzen konnten, die ihren Auftrag nach dem Motto<br />
formuliert hatten: „die Kleinen hängt man, die Großen<br />
lässt man laufen“. Wir sehen als bürgerliche Opposition<br />
unsere Pflichten und haben deshalb einen Ermittlungsbeauftragten<br />
vorgeschlagen, der bei dieser sensiblen Materie hilfreich ist und<br />
außerdem zur Beschleunigung der Untersuchung beitragen kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wer soll diesen Job übernehmen?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Wir haben bisher keinen Vorschlag<br />
gemacht. Ein Ermittlungsbeauftragter muss von einer Zweidrittel-Mehrheit<br />
der Mitglieder des Untersuchungsausschusses gewählt werden,<br />
damit er über Vertrauen verfügt. Wir denken an Kandidaten,<br />
mit denen wir aber noch nicht sprechen konnten. Deshalb wäre<br />
es unfair, ihre Namen schon zu nennen.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Nachfrage zur Erweiterung der Kompetenzen<br />
des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG):
</p>
<p>
<b>georg: </b>Wie soll ihrer Meinung nach denn eine erweiterte<br />
Kontrolle aussehen?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen: </b>Eine der Ideen, die wir diskutieren,<br />
ist ein Vorschlag des ehemaligen Präsidenten für Verfassungsschutz,<br />
Werthebach, ähnlich wie beim Wehrbeauftragten des Bundestages<br />
einen Geheimdienst-Beauftragten zu installieren, der das Parlament<br />
in seinen Aufgaben unterstützt. Wir werden im Übrigen<br />
mit Sicherheit vorschlagen, dass die Mitglieder des PKG die Fraktionsvorsitzenden<br />
unterrichten, um politisch brisante Fragen mit diesen diskutieren<br />
zu können. Derzeit steht unser einziges Mitglied, Max Stadler,<br />
bei allen Fragen ohne die Möglichkeit einer Rücksprache<br />
und Diskussion da. In der gleichen Situation sind auch die Vertreter<br />
von Linksfraktion und Grünen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ist denn inzwischen klar, wer ihr Obmann<br />
im BND-Ausschuss wird? Max<br />
Stadler ziert sich ja noch ein bisschen.
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen: </b>Ja, das ist richtig. Max<br />
Stadler hat darum gebeten nach Möglichkeit nicht Mitglied zu<br />
werden. Wir haben mehrere gute Bewerbungen aus der Fraktion und<br />
wollen mit diesen Bewerbern noch Gespräche führen. Diese<br />
Zeit haben wir aber auch noch, da der Ausschuss frühestens<br />
in der letzten Märzwoche eingesetzt wird und erst in der ersten<br />
Aprilwoche seine Arbeit aufnimmt.
</p>
<p>
<b>Kaja: </b>Zur Reform des Parlamentarischen Kontrollgremiums:<br />
Sind da nicht irgendwann zu viele Köpfe involviert? Lähmt<br />
das nicht die Arbeit des BND?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen: </b>Es müssen zwei Ziele<br />
unter einen Hut gebracht werden: Einmal wirksame Kontrolle, die<br />
auch dem BND dient, weil jeder vermiedene Fehler die Arbeit des<br />
BND stärkt. Und auf der anderen Seite nicht zu viele Personen,<br />
die damit befasst sind, weil sonst Geheimhaltung schwieriger wird.<br />
Die Neigung zu plaudern &#8211; besonders gegenüber den Medien &#8211;<br />
nimmt mit der Zahl der Mitglieder zu. Aus diesem Grunde ist dem<br />
Ermittlungsbeauftragten im Gesetz ausdrücklich verboten, öffentliche<br />
Erklärungen abzugeben.
</p>
<p>
<b>Herr der Ringe:</b> Warum hat sich Ihre Fraktion doch<br />
für einen Untersuchungsausschuss ausgesprochen? Anfangs zögerten<br />
Sie doch!
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Zu den Zögernden habe<br />
ich auch selbst gehört. Mich haben zwei Dinge letztendlich<br />
überzeugt: Einmal hatte Wolfgang Gerhardt die Chance, den geheimen<br />
Teil der Bundesregierung zu studieren und war entsetzt, wie wenig<br />
die Bundesregierung die Chance genutzt hat, klar begangene Fehler<br />
einzugestehen &#8211; z.B. die Nichtunterrichtung des Parlamentarischen<br />
Kontrollgremiums über die Entsendung der BND-Mitarbeiter nach<br />
Bagdad. Zweitens hat unser Mitglied Max Stadler, dem ich sehr vertraue<br />
und den ich als exzellenten Juristen schätze, in der Fraktion<br />
erklärt, dass er weitere Fragen habe. Dies hat sich im Übrigen<br />
auch bei meinen Verhandlungen mit den anderen Oppositions-Fraktionen<br />
bestätigt, wo wir bei jeder der Fragen abgeklopft haben, ob<br />
diese noch offen sind und das jeweils von den anwesenden PKG-Mitgliedern<br />
Stadler, Neskovic und Ströbele bestätigt wurde.
</p>
<p>
<b>Billy@SPD:</b> Wäre die Wahl 2002 zu Gunsten<br />
der Union und FDP ausgegangen, hätte die FDP doch sicher kein<br />
Problem damit gehabt, den BND mit den USA zusammenarbeiten zu sehen.<br />
Wieso kritisieren Sie es also an der alten Regierung?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Hauptkritikpunkt ist für<br />
uns das Bild, das die alte Regierung in der Öffentlichkeit<br />
gezeigt hat &#8211; nämlich strikt gegen den Krieg zu sein &#8211; und<br />
das Bild, das sich jetzt zeigt, dass über die bekannten Dinge,<br />
wie Überflugrechte, Bewachung von Kasernen hinaus, intensiv<br />
kriegswichtiger Gedankenaustausch betrieben wurde. Im Übrigen<br />
hat die FDP den Irakkrieg immer aus politischen und rechtlichen<br />
Gründen für falsch gehalten. Wir haben aber unsere Kritik<br />
gegenüber den Amerikanern als Freunde vorgetragen und haben<br />
im Gegensatz zu Schröder und Fischer für unsere Kritik<br />
deshalb offene Ohren gefunden.
</p>
<p>
<b>Ludwig:</b> Hat die FDP einen weitergehenden Untersuchungsauftrag<br />
verhindert, wie es die Grünen suggerieren?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Das Gegenteil ist der Fall.<br />
Die Grünen hatten nur zwei Fragen zu El-Masri und überhaupt<br />
keine Fragen zu den Vernehmungen unter Folterumständen formuliert.<br />
Und die politische Verantwortlichkeit zu all dem was geschehen ist,<br />
hat sie auch nicht interessiert. Die FDP hat durchgesetzt, dass<br />
alles dies geschehen kann. Im Übrigen haben wir auch keinerlei<br />
Generalabrechnung mit Rot-Grün beabsichtigt, wie es mein Kollege<br />
Volker Beck immer wieder behauptet. Wir wollten einen Untersuchungsausschuss<br />
zu politisch brisanten Fragen und keinen historischen Ausschuss<br />
zur Regierungszeit von Rot-Grün.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zweimal in der gleichen Sache:
</p>
<p>
<b>Richard:</b> Sind die Handlungen des BND unrechtmäßig<br />
gewesen?
</p>
<p>
<b>Michi: </b>War das Vorgehen des BND gesetzlich korrekt?<br />
Wenn ja, handelt es sich dann nicht um einen politischen Untersuchungsausschuss?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Ob rechtliche Grenzen überschritten<br />
worden sind, soll der Untersuchungsausschuss gerade klären.<br />
Da der Krieg gegen den Irak ohne völkerrechtliches Mandat geführt<br />
wurde, war es der Bundesregierung und ihren Organen, darunter dem<br />
BND, untersagt, aktiv diesen Krieg zu unterstützen. Deshalb<br />
ist die Frage, ob beispielsweise Zielkoordinaten geliefert wurden<br />
von enormer Bedeutung. Hier muss der Untersuchungsausschuss noch<br />
Aufklärungsarbeit leisten. Dass der BND zwei Mitarbeiter zur<br />
Aufklärung dorthin entsandt hat, um der Bundesregierung ein<br />
eigenes Lagebild zu ermöglichen, ist allein für sich rechtlich<br />
und politisch nicht zu beanstanden.
</p>
<p>
<b>Hunger:</b> Was wären den die rechtlichen Grenzen?<br />
Ist der Informationsaustausch illegal?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Das ist in der Allgemeinheit<br />
schwer zu sagen. In der NATO gibt es ein gut funktionierendes Nachrichtenwesen,<br />
das sicherlich auch in diesem Zusammenhang zu einem Informationsaustausch<br />
geführt hat. Es kommt auf die einzelne Nachricht an, die bewertet<br />
werden muss. Dinge die unmittelbar zu militärischen Reaktionen<br />
geführt haben im Krieg, sind wegen der Rechtswidrigkeit des<br />
Krieges höchst problematisch.
</p>
<p>
<b>Markus R: </b>Der Jugoslawien-Krieg wurde doch auch<br />
ohne völkerrechtliches Mandat durchgeführt, da gab es<br />
aber keinen Untersuchungsausschuss?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Richtig. Zunächst einmal:<br />
Die Problematik hatten wir auch beim Jugoslawien-Krieg. Die Entscheidung<br />
ist mir aus diesem Grund damals sehr schwer gefallen. Es gibt aber<br />
einen wesentlichen Unterschied: Wegen des andauernden Völkermordes<br />
im Kosovo war nach der Meinung aller Demokratien dringendes Handeln<br />
angesagt und man scheiterte an einem angedrohten Veto einer Diktatur,<br />
der Volksrepublik China. Man hatte im Übrigen alle Möglichkeiten<br />
ausgeschöpft, die die UN-Charta bietet. Ich habe damals deshalb<br />
mit einem nicht guten Gefühl eine ähnliche Situation wie<br />
bei einem innerstaatlichen, übergesetzlichen Notstand gesehen.<br />
Alle diese Voraussetzungen treffen auf den Irak nicht zu. Es ist<br />
mit getürkten Geheimdienstmeldungen gearbeitet worden. Auch<br />
viele Amerikaner haben das Gefühl, man hätte sich ein<br />
paar Wochen mehr Zeit geben sollen, um über die Richtigkeit<br />
des Vorgehens nachzudenken.
</p>
<p>
<b>Martin: </b>Rechtwidrigkeit des Krieges? Das klang<br />
ja vor vier Jahren noch etwas anders. Oder hat nicht die FDP damals<br />
im Wahlkampf die SPD für ihre Stellungnahmen gegenüber<br />
den USA verurteilt?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Das ist völlig falsch.<br />
Wir haben unsere rechtlichen und politischen Bedenken immer geltend<br />
gemacht. Wir haben die SPD aber zu Recht kritisiert, dass sie das<br />
wichtige Verhältnis zu dem USA durch das törichte Verhalten<br />
des Bundeskanzlers und des Bundesaußenministers beschädigt<br />
hat. Mit der Konsequenz, dass die deutsche kritische Stimme in Washington<br />
nicht mehr gehört wurde. Bei einem Besuch von Wolfgang Gerhardt<br />
und mir haben wir unsere Kritik klar und eindeutig vorgetragen und<br />
uns ist gesagt worden, wenn Schröder und Fischer uns gesagt<br />
hätten, sie wären unsere Freunde und nicht unsere Feinde,<br />
würden wir ernsthafter mit ihnen diskutieren. Das hat uns nicht<br />
gefallen und das kritisieren wir zu Recht.
</p>
<p>
<b>Volker: </b>Und das stellen Sie erst jetzt fest (falsche<br />
Geheimdienstberichte)? Hat die FDP 2002 nicht auch das Regime im<br />
Irak verurteilt und vor der Gefahr des internationalen Terrorismus<br />
gewarnt und somit die Ängste in der Bevölkerung geschürt?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Wir hatten damals schon,<br />
wie viele, Zweifel an den Geheimdienstberichten. Trotz des politischen<br />
Fehlers des Krieges ist doch aber nicht zu übersehen, dass<br />
es sich bei Saddam Hussein um einen besonders gewalttätigen<br />
Mörder handelt, der für viel tausendfachen Tod verantwortlich<br />
ist. Ich erinnere nur an die Giftgasangriffe auf schiitische Dörfer.<br />
Wir haben deshalb den politischen Kampf gegen Saddam Hussein unterstützt.<br />
Er steht zu Recht vor Gericht.
</p>
<p>
<b>Newroz:</b> Herr Jörg van Essen, ich bin ein<br />
irakischer Staatsbürger, meine Frage: Wir wissen jetzt alle,<br />
dass Deutschland sich an den irakischen Krieg beteiligt hat. Ist<br />
jetzt nicht der Zeitpunkt gekommen, dass die Deutschen jetzt beim<br />
Aufbau des Iraks helfen?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Das tun sie doch bereits<br />
in vielfältiger Form, beispielsweise durch finanzielle Mittel<br />
aber auch durch Ausbildungshilfe. Unser Wunsch ist ein demokratischer<br />
Irak und ein friedliches Zusammenleben von Schiiten, Sunniten und<br />
Kurden in diesem Land. Die Hilfe wird natürlich erschwert,<br />
wenn deutsche Staatsbürger, die als Helfer kommen, entführt<br />
und mit dem Tode bedroht werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Müsste mehr getan werden? Vielleicht<br />
auch um das Ansehen Deutschlands wieder zu verbessern? In der arabischen<br />
Welt dürfte das durch die BND-Affäre vermutlich auch beschädigt<br />
sein.
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Ich habe noch keine gesicherten<br />
Erkenntnisse, ob das deutsche Ansehen in der arabischen Welt, welches<br />
immer sehr hoch gewesen ist, wirklich geschädigt worden ist.<br />
Eine solche sichere Feststellung kann man derzeit noch nicht feststellen.<br />
Die FDP hat allerdings vorgeschlagen, für den Nahen Osten eine<br />
Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit einzurichten,<br />
die in der gegenwärtigen Krisensituation sowohl im Irak als<br />
auch in Palästina besonders hilfreich sein könnte.
</p>
<p>
<b>Extremleber:</b> Warum stellt sich die Union denn<br />
quer, wenn es um das Thema Untersuchungsausschuss geht? Liegt es<br />
wirklich daran das die Union mit nicht mit einer Partei koalieren<br />
kann, wenn es rauskommt, dass die SPD in der Frage nicht ganz die<br />
Wahrheit gesagt hat?!
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Ich habe das Gefühl,<br />
dass genau das der Grund ist. Unter der Hand kommen immer wieder<br />
Kollegen aus der Union auf einen zu und sagen: Der Untersuchungsausschuss<br />
ist doch genau richtig. Schade, dass wir soviel Ärger in der<br />
Koalition haben, dass wir jetzt auch schon in dieser Frage Rücksicht<br />
auf die SPD nehmen müssen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu der vorgeschlagenen Konferenz:
</p>
<p>
<b>lagavulin:</b> Wer sollte Ihrer Meinung nach an einer<br />
derartigen Konferenz teilnehmen? Wer die Leitung innehaben?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Natürlich die beteiligten<br />
Länder der Region, einschließlich Israel. Im Übrigen<br />
die EU, die Vereinigten Staaten und Russland. Also eine Zusammensetzung<br />
wie sie erfolgreich ja auch bei der Konferenz über Sicherheit<br />
und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) schon einmal erprobt worden<br />
ist und zum Zusammenbruch des Ostblocks geführt hat.
</p>
<p>
<b>Inge: </b>Sehr geehrter Herr Essen, ich selbst komme<br />
aus Sachsen-Anhalt. Vor einigen Tagen habe ich in der Zeitung gelesen,<br />
dass die FDP in ihrem neuen Haushaltsplan schon die Mehrwertsteuererhöhung<br />
eingeplant hat, obwohl in diesem Wahlkampf sie damit werben, die<br />
Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen. Wie ist das zu erklären?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Ein kluger Kaufmann stellt<br />
sich auf unangenehme Entwicklungen sicherheitshalber ein. Ob wir<br />
als FDP das bei unserem Haushalt getan haben, ist mir gar nicht<br />
bekannt, weil ich nicht sehen kann, wo wir als Partei überhaupt<br />
Mehrwertsteuer zu zahlen hätten. Das ändert aber nichts<br />
an unserer klaren politischen Haltung gegen die Mehrwertsteuererhebung,<br />
die zu konjunkturellen Einbrüchen in der Wirtschaft und damit<br />
zum Verlust von Arbeitsplätzen führen wird. Es wäre<br />
schade, wenn Sachsen-Anhalt, das bei den Arbeitslosen bei der rot-roten<br />
Regierung das Schlusslicht der Bundesrepublik war, und unter der<br />
jetzigen schwarz-gelben Regierung diese Position verloren hat, wieder<br />
mehr Arbeitslose haben würde.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die Mehrwertsteuererhöhung bringt<br />
viele Milliarden auf einen Schlag. Selbst wenn man ihren Vorschlägen<br />
zur Subventionskürzungen folgen würde, wäre das im<br />
kommenden Jahr noch nicht zu realisieren. Sollte Finanzminister<br />
Steinbrück also lieber noch mal den EU-Stabilitätspakt<br />
reißen?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Nein, das kann er gar nicht,<br />
weil eben in diesen Tagen von den EU-Finanzministern deutlich gemacht<br />
worden ist, dass man einen weiteren Verstoß gegen die Maastricht-Kriterien<br />
nicht hinnehmen wird. Die FDP hat es sich schon im vergangenen Jahr<br />
bei den Haushaltsberatungen nicht leicht gemacht. Wir haben nämlich<br />
nicht, wie andere Oppositionsparteien, kräftige Ausgabenerhöhungen<br />
gefordert, sondern ein dickes Sparbuch vorgelegt, um die Maastricht-Kriterien<br />
zu erfüllen und eine Mehrwertsteuererhöhung überflüssig<br />
zu machen. Das werden wir bei den diesjährigen Haushaltsberatungen<br />
wieder ähnlich tun.
</p>
<p>
<b>Jürgen:</b> Herr van Essen, bei einem Neujahrsempfang<br />
in Göttingen haben Sie sich gegen einen Bundeswehreinsatz im<br />
Kongo ausgesprochen. Jetzt scheint ein solcher Einsatz aber bevorzustehen.<br />
Wie verhält sich die FDP in dieser Frage?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Ich bin weiterhin strikt<br />
dagegen und freue mich sehr, dass heute der Bundeswehrverband in<br />
ähnlicher Weise Stellung genommen hat. Die Frage z.B., ob die<br />
Soldaten der EU im Kongo wirklich willkommen sind, ist von der EU<br />
bis heute nicht geklärt. Auch der mögliche Auftrag für<br />
die deutschen Soldaten liegt im Nebel. Unsere Kollegen aus dem Verteidigungsausschuss,<br />
die in der letzten Woche in Brüssel waren, kamen entsetzt über<br />
den Stand des Planungsergebnissen zurück. Nach meiner Auffassung<br />
darf die Bundeswehr in diesen Abenteuer nicht geschickt werden.<br />
Ich halte die Zusage der Bundeskanzlerin für einen schweren<br />
Fehler.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul<br />
hat den Einsatz angesichts von drei Millionen Toten im Kongo im<br />
tagesschau-Chat als &quot;wichtiges politisches Signal&quot; bezeichnet.<br />
Und Kinshasa ist derzeit kein Kampfgebiet, betont sie. Ist das für<br />
Sie kein Argument?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Überhaupt nicht. Denn<br />
diese Millionen Toten sind ja eben nicht in Kinshasa zu beklagen<br />
gewesen. Wenn man an der Situation in den Bürgerkriegsgebieten<br />
nichts ändert, darf man mit diesen Zahlen nicht operieren.<br />
Die Ministerin ist im Übrigen erschreckend blauäugig.<br />
Seit langem kann man lesen, dass die Konfliktparteien derzeit intensiv<br />
Kindersoldaten in die Region Kinshasa bringen.
</p>
<p>
<b>richard:</b> Haben sie nicht vor ein paar Minuten<br />
(Irak) die internationale Verantwortung angemahnt und ist die Ermöglichung<br />
von friedlichen Wahlen nicht Aufgabe der internationalen Gemeinschaft?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen: </b>Das ist so, aber nur dann,<br />
wenn durch die Wahlen tatsächlich eine Änderung der Situation<br />
erreicht werden kann. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Wahlen<br />
im Kongo die Demokratie in diesem Land voranbringen und zu einem<br />
Ende des Bürgerkrieges beitragen. Im Übrigen müssen<br />
Sicherheitsprobleme nach meiner Erfassung zunächst einmal in<br />
der Region gelöst werden. Hier im Herzen Afrikas ist deshalb<br />
zunächst einmal die Organisation Afrikanischer Staaten (OAU)<br />
gefragt. Bevor Deutschland auf den Plan tritt, sind nach m.A. zunächst<br />
einmal die ehemaligen Kolonialstaaten in der Verantwortung, die<br />
diese Länder ausgebeutet haben und in vielen Fällen zu<br />
den heutigen Problemen im Wesentlichen beigetragen haben. Es ist<br />
ein Fehlglaube, wenn man meint, durch die Entsendung deutscher Soldaten<br />
in der Welt für Frieden sorgen zu können. Es ist für<br />
mich eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz deutscher<br />
Militärs, dass deutsche Interessen betroffen sind. Das sehe<br />
ich im Kongo nicht.
</p>
<p>
<b>HIT: </b>Herr van Essen, ist das Argument, dass nur<br />
in reicheren Regionen Interventionen Erfolgen (Schutz von Eigeninteressen<br />
vs. Risiko) nur paranoid oder ist da was dran?
</p>
<p>
<b>Jörg van Essen:</b> Ich habe gerade schon gesagt,<br />
dass eigene Interessen eine Rolle spielen dürfen und müssen.<br />
Trotzdem sind wir selbstverständlich in der Verpflichtung überall<br />
auf der Welt die Situation der Menschen zu verbessern und Freiheit<br />
und Demokratie zu stärken. Aber wie gesagt, ich halte es für<br />
einen Fehlglauben, wenn Deutschland wieder meinen sollte, das sei<br />
seine militärische Aufgabe.
</p>
<p><b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat<br />
mit Jörg van Essen. Vielen<br />
Dank, Herr van Essen, dass Sie zum Chat gekommen sind. Das Protokoll<br />
gibt’s zum Nachlesen auf tagesschau.de und politik-digital.de.<br />
Der<br />
nächste fest geplante Chat findet am 21. März statt. In<br />
der Woche<br />
vor den Landtagswahlen diskutieren Sie und wir mit dem<br />
Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen<br />
(CDU). Dieser Chat beginnt ein wenig später als üblich<br />
– um<br />
sechzehn Uhr. tagesschau.de und politik-digital.de wünschen<br />
Ihnen noch einen schönen Tag.</p>
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