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	<title>US-Wahlkampf &#8211; politik-digital</title>
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	<title>US-Wahlkampf &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Fake News im Wahlkampf: Überschätzte Gefahr?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sam van Wijk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Feb 2017 11:59:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Sie sorgen für Verwirrung in der Öffentlichkeit, sind derzeit überall im Gespräch und wurden zum Anglizismus des Jahres 2016 gewählt. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/truth-166853_960_720bearbeitet.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151302" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/truth-166853_960_720bearbeitet.jpg" alt="fake news im wahlkamp poldi" width="640" height="280" /></a>Sie sorgen für Verwirrung in der Öffentlichkeit, sind derzeit überall im Gespräch und wurden zum Anglizismus des Jahres 2016 gewählt. Die Rede ist von: &#8220;Fake News&#8221;. Spätestens durch den U.S Wahlkampf wurden ihnen eine bedeutende, vielleicht sogar die entscheidende Rolle zugewiesen. Was ist dran an dem Einfluss von Falschmeldungen und was bedeutet das für das Wahljahr 2017 in Deutschland?</p>
<p><b>Fake-what? </b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Nicht nur gefälschte Nachrichten und bewusst platzierte Lügen, sondern auch fehlerhafte Aussagen und zugespitzte Nachrichten, die den Webtraffic in die Höhe schnellen lassen sollen, fallen unter den Begriff Fake News. Seit diesem Jahr und vor allem seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, wird in vielen Bereichen über Fake News und deren Relevanz diskutiert. Allerdings sind hier die bewusst platzierten Lügen und Provokationen das Hauptproblem. Die entscheidende Frage dabei: inwiefern lassen sich die Gesellschaft und insbesondere die WählerInnen durch falsche Nachrichten beeinflussen? </span></p>
<p><b>Fake News im US-Wahlkampf </b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Donald Trump wurde am 20. Januar in das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika eingeführt. Während des Wahlkampfes kam es immer wieder zu Verwirrungen über den Wahrheitsgehalt von Nachrichten. So ging die Nachricht um, Hillary Clinton hätte Waffen an den IS liefern lassen und der Papst würde Donald Trump unterstützen. Auch wurde behauptet, Hillary Clinton würde einen Kinderschänderring betreiben, organisiert in einer Pizzeria. Diese Falschmeldung wurde sehr langsam aufgebaut und nach und nach mit Details ausgeschmückt, sodass sie immer glaubwürdiger erschien und tatsächlich immer mehr Menschen diese Nachricht für eine wahre Begebenheit hielten. Auch wenn die Meldung weiterhin von vielen Seiten angezweifelt wurde, entstand dennoch ein Imageschaden für Hillary Clinton. Aber wurde auch das Wahlergebnis entscheidend durch die Verbreitung solcher bewusst platzierter Falschmeldungen beeinflusst? Fake News lassen sich am besten auf Seiten von Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter platzieren, da sie sich dort erstmal größtenteils ungehindert und unkontrolliert verbreiten und innerhalb kürzester Zeit eine große Anzahl an Menschen erreichen können. Vor allem jüngere Menschen nutzen Soziale Netzwerke als potentielle Informationsquelle für politische Inhalte.</span></p>
<p><b>Bundestagswahl 2017 Deutschland</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Im Herbst diesen Jahres steht die Bundestagswahl in Deutschland an. Nach der US-Wahl und dem diskutierten Einfluss von Fake News, wird auch in Deutschland immer mehr über eine mögliche manipulative Wirkung diskutiert. Im Wahlkampf wird das Thema unausweichlich sein und so fordert die SPD jetzt schon eine Anti-Fake-News Kampagne, die CDU möchte sogar neue Gesetze. Auch Facebook will die Verbreitung von gefälschten Nachrichten zukünftig stärker überwachen und bekämpfen und wird deswegen zukünftig mit dem journalistischen Portal Correctiv zusammenarbeiten. Nach einem <a href="//politik-digital.de/news/social-bots-151185/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fachgespräch zum Thema “Social Bots”</a> äußerte sich Ulf-Jost Kossol, stellvertretender Vorsitzender der Fokusgruppe Social Media im Bundesverband der Digitalen Wirtschaft e.V.</span><span style="font-weight: 400">,</span><span style="font-weight: 400"> zum aktuellen politischen Spannungsverhältnis und die Relevanz der Diskussionen rund um Social Bots und Fake News. </span></p>
<p><b>Amerikanische Studie relativiert Einfluss auf US-Wahlen</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Die Relevanz von Falschmeldungen im Wahlkampf ist unumstritten. Dennoch halten viele den tatsächliche Einfluss auf das Wahlergebnis weiterhin für eher unwahrscheinlich. Das bestätigt eine <a href="http://news.stanford.edu/2017/01/18/stanford-study-examines-fake-news-2016-presidential-election/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie der Stanford University und der New York University</a>. Dass Fake News für das Wahlergebnis und somit den Sieg Donald Trumps verantwortlich waren, ist den Wissenschaftlern zufolge nicht völlig auszuschließen, dennoch aber sehr unwahrscheinlich. Der Studie zufolge gab es bei der US-Wahl viele Versuche, das Ergebnis mithilfe digitaler Medien zu beeinflussen und Fake News spielte dabei eine geringere Rolle als gedacht. So wurden in Sozialen Netzwerken wie Facebook nur eine kleine Anzahl an NutzerInnen erreicht, von denen wiederum nur rund 50% an den Wahrheitsgehalt dieser Meldungen glaubten. Selbst wenn eine Person diese Falschmeldung sehe, müsse sie also sehr überzeugend wirken. Die Studie kommt zu einem weiteren wichtigen Fazit. Bei einer Umfrage unter 1200 amerikanischen WählerInnen zeigte sich, dass nur 14%  Soziale Netzwerke, wie Facebook, als wichtigste Informationsquelle für ihre Wahlentscheidung nutzen. Das zeigt, dass die überwiegende Mehrheit immer noch die klassischen Medienkanäle, wie z.B. Fernsehen oder Radio, für ihre Entscheidungsfindung heranziehen. Soziale Medien spielen demnach eine wichtige, aber dennoch keine dominante Rolle für das Wahlergebnis. </span></p>
<p><b>Digitale Kompetenz für den sicheren Umgang mit Medien<br />
</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Trotzdem: Die Tendenz sich in Sozialen Netzwerken über Politik zu informieren geht nach oben. Einer <a href="https://m.futurezone.at/digital-life/jugendliche-tun-sich-schwer-fake-news-im-netz-zu-erkennen/243.891.719" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie des österreichischen Instituts für Jugendkulturforschung</a></span><span style="font-weight: 400"> zufolge, nutzen  59% der Jugendlichen in Österreich zwischen 14 und 18 Jahren als Hauptinformationsquelle Soziale Netzwerke, obwohl sie diese nicht für glaubwürdig halten. Jugendliche sind oft überfordert, sodass 86% der Jugendlichen angeben, bei Inhalten im Internet nicht immer zu wissen, ob eine Meldung wahr ist. Wichtig für Jugendliche ist, sich sicher im Umgang mit Sozialen Netzwerken zu fühlen. Um Ihnen das Erkennen und Beurteilen von Informationen bzw. deren Wahrheitsgehalt beizubringen, startete Österreich nun eine Regierungsoffensive. In dem Programm Schule 4.0 soll das Erlernen einer digitalen Kompetenz ein Hauptbestandteil des Lehrplans werden.</span></p>
<p>Die Relevanz von Fake News und deren Verbreitung in Sozialen Netzwerken kann nicht mehr geleugnet werden. Zwar ist ihr Einfluss auf das Wahlergebnis der Vereinigten Staaten von Amerika eher unwahrscheinlich, so werden Fake News dennoch in Sachen Wahlkampf eine wichtige Rolle spielen. Die Nutzerzahlen der Soziale Netzwerke steigen stetig und mit ihnen der Trend auch politische Informationen aus diesen zu beziehen. Zeigt die Studie aus Amerika, dass dies noch nicht der Fall ist, verdichten sich die Warnzeichen, dass es in Zukunft immer mehr Verwirrung rund um Nachrichten geben wird. Vor allem bei jüngeren Wählern, die immer mehr Soziale Netzwerke nutzen, ist eine digitale Medienkompetenz für das Beurteilen des Wahrheitsgehalts von Nachrichten essentiell um eine aufkommende Ohnmacht zu verhindern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild:  by PDPics via<a href="https://pixabay.com/en/truth-newspaper-news-printed-text-166853/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> pixabay</a>, licensed CC0 Public Domain</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-630x110.png" alt="cc-lizenz-630x11011" width="453" height="79" /></a></p>
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		<title>US-Wahl: Trump, Sanders und das Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Apr 2016 08:15:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Sommer nominieren die Parteitage ihre Präsidentschaftskandidaten. Doch welchen Einfluss haben Online-Kampagnen und Gatekeeper wie Facebook und Google? Wenn über [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bernie-Sanders-Smartphone-Image-Phil-Roeder-CC-BY-2.0-via-Wikimedia-Commons-e1461163714980.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-149032" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bernie-Sanders-Smartphone-Image-Phil-Roeder-CC-BY-2.0-via-Wikimedia-Commons-e1461163714980-630x276.jpg" alt="Bernie-Sanders-Smartphone-Image-Phil-Roeder-CC-BY-2.0-via-Wikimedia-Commons" width="630" height="276" /></a>Im Sommer nominieren die Parteitage ihre Präsidentschaftskandidaten. Doch welchen Einfluss haben Online-Kampagnen und Gatekeeper wie Facebook und Google?</p>
<p>Wenn über die Relevanz von sozialen Medien in der Wahlkampfkommunikation gesprochen wird, geht es häufig um die Reichweite: Wie viele Fans und Follower  hat ein Kandidat auf welcher Plattform und welche Inhalte finden virale Verbreitung? Demgegenüber demonstrieren die Anhänger des Demokraten <a href="https://twitter.com/BernieSanders" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bernhard Sanders</a> das Potenzial von Online-Kommunikation für die Aktivierung von Freiwilligen. Könnten am Ende aber auch soziale Netzwerke und Suchmaschinen als Gatekeeper entscheidende Bedeutung erlangen?</p>
<p>Wenn es darum geht, die Achtungserfolge des Außenseiters Sanders in der Konkurrenz mit <a href="https://twitter.com/HillaryClinton" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hillary Clinton</a> um die demokratische Präsidentschaftskandidatur zu erklären, spielen nicht nur Inhalt und Stil eine Rolle. Wo <a href="https://twitter.com/realDonaldTrump" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Donald Trump</a> die Enttäuschten von rechts einsammelt, kommt Bernie Sanders als „demokratischer Sozialist“ (so die Selbstwahrnehmung) von links. Beide kompensieren vermeintliche Schwächen ihrer politischen Organisation durch Instrumente der Online-Kommunikation. Trump mobilisiert seine Anhänger maßgeblich via Twitter. Er schreibt seine Tweets selbst und passt die Inhalte im Hinblick auf die Reaktionen an, wie die Mediensoziologin <a href="https://twitter.com/zeynep" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zeynep Tufekci</a> <a href="http://www.nytimes.com/2016/03/31/opinion/campaign-stops/adventures-in-the-trump-twittersphere.html?_r=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">herausgearbeitet hat</a>: „<em>He uses Twitter as a kind of gut focus-group polling to pick up and amplify messages that resonate.“</em></p>
<h3>Big Organizing</h3>
<p>Wo Trump quasi programmatisch auf einen umfangreichen Mitarbeiterstab verzichtet, setzt Sanders auf eine Graswurzelbewegung. Verstand es die Obama-Kampagne bereits, Freiwillige für den Tür-zu-Tür-Wahlkampf sowie den Wahlkampf per Telefon zu rekrutieren und durch datengetriebenes Campaigning effektiv einzusetzen, so organisieren die „Sandernistas“ sich nun in weiten Teilen selbst und übernehmen dabei mehr Verantwortung. Eine der Beraterinnen von Sanders, <a href="https://twitter.com/bbond" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Becky Bond</a>, <a href="http://www.thenation.com/article/how-the-sanders-campaign-is-reinventing-the-use-of-tech-in-politics/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fasst es so zusammen</a>: „<em>If the media framed the 2012 campaign as being about ‘Big Data,’ the 2015-2016 Bernie campaign is driven by ‘Big Organizing.’</em>“</p>
<p>Es geht also, um es im Start-up-Sprech zu sagen, um ein schnell skalierbares Organisationsmodell. Eine wichtige Online-Plattform dafür ist der Messaging-Dienst Slack, den auch viele Firmen in den USA für die interne Kommunikation nutzen. In den meisten Bundesstaaten existieren inzwischen entsprechende Kanäle, in denen sich ehrenamtliche Aktivisten und Kampagnen-Mitarbeiter bei Bedarf rund um <a href="http://www.bernie2016events.org/teams/slack" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Uhr koordinieren</a>.</p>
<p>Darüber hinaus gibt es einen Sack voll digitaler Tools, die von <a href="http://www.bernkit.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freiwilligen programmiert</a> wurden, um den revolutionären Elan derjenigen, die sich hinter dem Hashtag #FeeltheBern versammeln, weiter zu befeuern. Oder wie es bei berniesanders.com heißt:</p>
<blockquote><p><em>This is your movement. They have the money, but we have the people. If everyone who visits this website joins our movement, there’s nothing we can’t accomplish together.</em></p></blockquote>
<p>(dt.: „Das ist eure Bewegung. Sie haben das Geld, aber wir haben das Volk. Wenn jeder, der diese Seite besucht hat, sich der Bewegung anschließt, gibt es nichts, was wir nicht erreichen können.“)</p>
<h3>Soll Facebook Trump als Präsidenten verhindern?</h3>
<p>Doch was passiert, wenn die Vorwahlen entschieden sind, können die dann nominierten Präsidentschaftskandidaten mit den Mitteln der Online-Kommunikation auch die gesamte Wählerschaft erreichen? In diesem Zusammenhang rücken nach den Massenmedien als vermeintlichen Meinungsmachern soziale Netzwerke und Suchmaschinen in den Mittelpunkt des Interesses. So entscheiden die Mitarbeiter von Facebook wöchentlich in einem internen Voting, zu welchen Themen sich Mark Zuckerberg in der nächsten Frage-und-Antwort-Session äußern soll. Wie bekannt wurde, war nun eine <a href="http://gizmodo.com/facebook-employees-asked-mark-zuckerberg-if-they-should-1771012990" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vorgeschlagene Frage</a> dafür: „<em>What responsibility does Facebook have to help prevent President Trump in 2017?</em>“</p>
<p>Abwegig erscheint dieses Ansinnen nicht, wenn man an die Diskussionen über Maßnahmen zu Hate Speech einerseits und zu Eingriffe in den Newsfeed (beispielsweise um die Wahlbeteiligung in den USA zu erhöhen, wie sie <a href="http://fowler.ucsd.edu/massive_turnout.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine Studie</a> dokumentiert hat) andererseits denkt. Aber Facebook hat die Möglichkeit der Einflussnahme für oder gegen einen Kandidaten<a href="http://thehill.com/policy/technology/276503-facebook-employee-said-to-pose-question-about-stopping-trump-to-ceo" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> freilich ausgeschlossen</a>.</p>
<p>Die Bedeutsamkeit dessen, was über Kandidaten an prominenter Stelle etwa in Suchergebnissen sichtbar ist, für die politische Präferenzbildung von Rezipienten haben in den letzten Jahren jedenfalls bereits <a href="http://www.wired.com/2015/08/googles-search-algorithm-steal-presidency" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Untersuchungen</a> am Beispiel von Google experimentell belegt. Insofern könnten Facebook oder Google durchaus dazu beitragen, Trump als Präsidenten zu verhindern.</p>
<p>Medienethisch erscheinen solche Manipulationen allerdings nicht vertretbar, und die Forderung nach „Algorithmic Accountability and Transparency“ (<a href="https://twitter.com/ndiakopoulos" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nick Diakopoulos</a>) wird immer wichtiger.</p>
</div>
<p>Dies ist ein Crosspost von netzpiloten.de. Der Artikel ist zuerst <a href="http://www.netzpiloten.de/live-blogging-medium-town-hall/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</p>
<p>Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bernie_Sanders_on_a_smartphone_%2821580048468%29.jpg">Phil Roeder</a> unter Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain </a></p>
<h2> <img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011-305x53.png" alt="CC-Lizenz-630x110" width="305" height="53" /></h2>
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			</item>
		<item>
		<title>Über datengetriebenes Campaigning: Die Daten der Demokraten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ueber-datengetriebenes-campaigning-die-daten-der-demokraten-148132/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jan 2016 12:24:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Seit der Wiederwahl von Obama gilt datengetriebenes Campaigning in den USA als Faktor für den Erfolg bei Wahlen. Gab es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Top-Three-2016-Democratic-Candidates-Image-DonkeyHotey-CC-BY-SA-2_Fotor.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-148134" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Top-Three-2016-Democratic-Candidates-Image-DonkeyHotey-CC-BY-SA-2_Fotor.jpg" alt="Top-Three-2016-Democratic-Candidates-Image-DonkeyHotey-CC-BY-SA-2_Fotor" width="640" height="280" /></a><br />
Seit der Wiederwahl von Obama gilt datengetriebenes Campaigning in den USA als Faktor für den Erfolg bei Wahlen. Gab es im Vorwahlkampf nun einen Datendiebstahl?</p>
<p class="big">Während sich <a class="liexternal" href="https://twitter.com/HillaryClinton" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hillary Clinton</a>, <a class="liexternal" href="https://twitter.com/SenSanders" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bernie Sanders</a> und <a class="liexternal" href="https://twitter.com/MartinOMalley" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin O‘Malley</a> auf die dritte TV-Debatte der demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten vorbereiteten, entwickelte sich in der innerparteilichen Auseinandersetzung ein Nebenkriegsschauplatz: Verantwortliche aus dem Team von Sanders hatten unberechtigterweise Zugriff auf Datenmaterial der Clinton-Kampagne. Diese Episode wirft ein Schlaglicht auf die Bedeutung, die die Vermessung der Wählerschaft für die Kampagnenführung haben kann. Und freilich markiert der Vorfall einige Probleme des “computational campaign management”.<span id="more-73007"></span></p>
<p class="big">Die Berichterstattung über die Relevanz digitaler Wahlkampfinstrumente für <a class="liexternal" href="https://twitter.com/BarackObama" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Obamas </a>erfolgreiche Kampagnen war von Beginn an überschwänglich; 2012 geriet sie dann zur Mythologisierung: In einer “<a class="liexternal" href="http://enga.ge/projects/inside-the-cave/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Höhle</a>” in Obamas Hauptquartier hausten demnach <a class="liexternal" href="http://www.theatlantic.com/technology/archive/2012/11/when-the-nerds-go-marching-in/265325" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hipster-Nerds</a>, deren technologische Raffinesse dem Amtsinhaber die Wiederwahl sicherten. Vor allem durch diverse Datenerhebungsverfahren gespeiste Modelle der Wählerschaft ermöglichten ein exaktes Micro-Targeting potenzieller Spender, Influencer und schließlich Wähler sowie die punktgenaue Verausgabung der finanziellen und organisatorischen Ressourcen. Denn das Profil der Wähler steuerte nicht nur zielgruppenspezifische Mailings, sondern auch den Einsatz von Freiwilligen, die von Tür zu Tür zogen und Sympathisanten zur Stimmabgabe mobilisierten.</p>
<h3>Sanders Blick über die Firewall</h3>
<p class="big">Nachdem der linke Außenseiter Bernie Sanders bei der Mobilisierung von Unterstützung im Vorwahlkampf gegen die Favoritin Hillary Clinton <a class="liinternal" href="http://www.netzpiloten.de/us2016-wahlkampf-online-kommunikation" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Achtungserfolge erzielen konnte</a>, spielen nun diese Aspekte bereits im Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur eine erhebliche Rolle. Dabei stützen sich beide Kampagnen auf eine beständig aktualisierte Datenbank der Demokratischen Partei (Democratic National Committee – DNC).</p>
<p class="big">Dies hat damit zu tun, dass sich Bürger zur Teilnahme an den Vorwahlen als Unterstützer der Demokraten registrieren. Insofern setzen die Anwendungen der innerparteilichen Konkurrenten also auf der gleichen Plattform des Dienstleisters <a class="liexternal" href="https://www.ngpvan.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NGP VAN</a> auf und sind dort durch technische Vorkehrungen voneinander getrennt: <em>“Das Unternehmen pflegt eine Stammwählerliste für das DNC und verleiht diese an nationale und staatliche Kampagnen, die dann ihre eigenen, geschützten Informationen, gesammelt von <a class="liexternal" href="https://www.washingtonpost.com/politics/sanders-threatens-to-sue-dnc-if-access-to-voter-list-isnt-restored/2015/12/18/fa8d6df8-a5a2-11e5-ad3f-991ce3374e23_story.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Außendienstmitarbeitern und Freiwilligen</a>, hinzufügen. ”</em></p>
<p class="big">Ein Fehler ermöglichte nun Zugangsberechtigten von Seiten Sanders&#8217; einen kurzen Einblick in das Datenmaterial der Clinton-Kampagne. Seitens NGP VAN <a class="liexternal" href="https://de.scribd.com/doc/293643104/Sanders-Campaign-Audit-Sheet-1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wurde protokolliert</a>, dass diese Gelegenheit auch dazu genutzt wurde, betreffende Daten zu sichern. Die Demokratische Partei reagierte darauf mit einer drakonischen Maßnahme und entzog Sanders den Zugriff auf die Datenbank. Dagegen wehrte sich Sanders mit juristischen Mitteln und erreichte eine Einigung, die seiner Kampagne wieder Zugang zur Partei-Plattform gewährt.</p>
<h3>Kritische Kollaboration</h3>
<p class="big">In der Auseinandersetzung um den Vorfall argumentierten beide Lager mit der immensen Bedeutung der Daten wie die Formulierungen von Clintons Kampagnen-Manager Robby Mook und Sanders Kampagnen-Manager Jeff Weaver verdeutlichen: <em>“Mook sagte, dass die in den Datenbanken gespeicherten Informationen ‘fundamentale Teile von unserer Strategie’ beinhalten. Weaver (…) sagte, dass die Partei Sanders Team vom <a class="liexternal" href="http://bigstory.ap.org/article/da7e5f2765814506a2519ea03055c1e6/dnc-barring-sanders-team-accessing-data-after-breach?platform=hootsuite" target="_blank" rel="noopener noreferrer">‘Lebensnerv jeglicher Kampagne</a>’ abgegrenzt hat. ”</em></p>
<p class="big">Die Sanders-Kampagne bezifferte den Verlust, der in diesem Zusammenhang unter anderem im Bereich des Fundraising entstehe, auf <a class="liexternal" href="https://www.washingtonpost.com/politics/sanders-threatens-to-sue-dnc-if-access-to-voter-list-isnt-restored/2015/12/18/fa8d6df8-a5a2-11e5-ad3f-991ce3374e23_story.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">600.000 US-Dollar pro Tag</a>. Vor dem Hintergrund dieser Angaben liegt es nahe, auch die Rolle des Dienstleisters als Gatekeeper zu problematisieren. Dass nahezu jede Kampagne eines demokratischen Bewerbers in den USA auf NGP VAN vertraut, ist eine strategische Entscheidung, betont Nancy Scola: <em>“Es ist eine Glaubensfrage unter den demokratischen Parteimitgliedern, dass sie mit Hilfe von Shareware und anderen Dateninformationen Vorteile gegenüber den Republikanern erlangen, die sich an einem weitaus kleineren Set an <a class="liexternal" href="http://www.politico.com/story/2015/12/bernie-sanders-dnc-data-breach-217016#ixzz3uwbuVTfJ" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Softwareanbietern</a> bedienen.”</em></p>
<h3>American Exceptionalism?</h3>
<p class="big">Wer nach der Relevanz dieser Episode für Parteiendemokratien fragt, braucht selbst in Europa nicht weit zu blicken. Der Überraschungserfolg des Linken Jeremy Corbyn bei der Wahl zum Vorsitzenden der Labour-Partei, war unter anderem auch datengetrieben:</p>
<blockquote>
<p class="big"><em>“Die Geheimwaffe des digitalen Teams war der leise sprechende junge Technik-Experte Ben Soffa. (…) Soffa entwickelte eine App – unter Nutzung von NationalBuilder, einer Software, welche die amerikanische Politik organisiert – die es Freiwilligen erlaubt, vom eigenen Heim aus Anrufe zu potenziellen Unterstützern zu tätigen. Die App beinhaltet Informationen über eine individuelle Labour-Mitgliedschaft, in welchem Wählerkreis sie lebten und die Daten ihrer Wahlkampfgeschichte. Freiwillige sollen hiermit einige Fragen verfolgen, deren Antworten durch das Team von Soffa <a class="liexternal" href="http://www.theguardian.com/politics/2015/sep/25/jeremy-corbyn-earthquake-labour-party" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mit der App gekoppelt sind</a>.”</em></p>
</blockquote>
<p class="big">Dabei stützte sich die Corbyn-Kampagne auf Daten der Parteiorganisation und konnte Sympathisanten zu Wählern machen, denn nicht nur Parteimitglieder waren wahlberechtigt.</p>
<p class="big">Dies mag in Deutschland auf den ersten Blick undenkbar sein, aber vor einigen Jahren brachte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel für die Kür des Kanzlerkandidaten seiner Partei schon einmal Vorwahlen nach US-Vorbild ins Gespräch. Auch hier wäre also der Zugriff auf die Datensammlungen der Partei für alle Bewerber gleichermaßen zu gewährleisten. Dass beispielsweise E-Mail-Adressen von Sympathisanten von besonderer Bedeutung sind, scheint sich jedenfalls schon bis zu den Volksparteien herumgesprochen zu haben. Im Kontext der Bemühungen zur <a class="liinternal" href="http://www.netzpiloten.de/partei-teilhabe-demokratie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Modernisierung der Parteiarbeit</a> haben die CDU und die von Obamas Wahlkampfstratege Jim Messina für die nächste Bundestagswahl beratene SPD erst kürzlich die Erhebung von E-Mail-Adressen zum zentralen Bestandteil ihrer Websites gemacht. Zudem arbeitet die SPD an einer Strategie für datenbasierten Kampagnen:</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de">
<p dir="ltr" lang="de">scheinbar schon: <a href="https://twitter.com/spdde">@spdde</a> sucht analystin/analysten für das projekt &#8220;Datenbasierte Kampagnen&#8221;: <a href="https://t.co/5KZA4poaTy">https://t.co/5KZA4poaTy</a> <a href="https://t.co/PyqAHTSsfL">https://t.co/PyqAHTSsfL</a></p>
<p>— Erik Meyer (@dr_meyer) <a href="https://twitter.com/dr_meyer/status/682292885958430720">30. Dezember 2015</a></p></blockquote>
<p><script src="//platform.twitter.com/widgets.js" async="" charset="utf-8"></script></p>
<p>Dies ist ein Crosspost von netzpiloten.de. Der Artikel ist zuerst <a class="external" href="http://www.netzpiloten.de/campaigning-demokraten-sanders-clinton-vorwahlkampf-datendiebstahl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</p>
<p>Teaser &amp; Bild „<a href="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2015/12/Top-Three-2016-Democratic-Candidates-Image-DonkeyHotey-CC-BY-SA-2.0-via-Flickr.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DonkeyHotey</a>“, <a class="external" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>#US2016: Online-Kommunikation im Vorwahlkampf</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/us2016-online-kommunikation-im-vorwahlkampf-146701/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2015 08:10:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[online-Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Snapchat]]></category>
		<category><![CDATA[US2016]]></category>
		<category><![CDATA[Vorwahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[Welches Kommunikationsinstrument wird beim US-Wahlkampf die Killer-App? Viel Aufmerksamkeit gibt es für Snapchat, aber auch Text-Formate bleiben relevant. Die Kampagnen, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="big"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/clinton.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-146702 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/clinton.jpeg" alt="clinton" width="640" height="280" /></a>Welches Kommunikationsinstrument wird beim US-Wahlkampf die Killer-App? Viel Aufmerksamkeit gibt es für Snapchat, aber auch Text-Formate bleiben relevant.</p>
<p>Die Kampagnen, mit denen sich die Bewerber um die US-Präsidentschaft in Stellung bringen, sind immer auch Leistungsschauen anderer Art: Dabei konkurrieren Online-Formate um die Gunst des Publikums respektive der Polit-Strategen. Noch bevor der Vorwahlkampf begann, wurde mobiles Livestreaming als ein relevantes Instrument identifiziert. Aktuell ist nun der Foto-/Video-Messenger “Snapchat” angesagt. Laut New York Times ist die Killer-Anwendung aber das schnöde Texting, während sich beim Clinton-Konkurrenten Sanders die Unterstützer unter anderem via Reddit selbst organisieren.</p>
<p>Seit Bürger breiten Zugang zur Online-Kommunikation haben, hat jeder Wahlkampf um die US-Präsidentschaft ein entsprechendes Lieblings-Tool hervorgebracht, dem die Kampagnen-Macher jeweils das Potenzial zum Game Changer attestieren. Der Vorwahlkampf für die Wahl 2016 hatte noch nicht richtig begonnen, da spekulierte der ehemalige Obama-Berater Dan Pfeiffer: “If 2004 was about Meetup, 2008 was about Facebook, and 2012 was about Twitter, <a href="https://medium.com/backchannel/how-meerkat-is-going-to-change-the-2016-election-for-every-campaign-reporter-and-voter-1daa8954e543" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2016 is going to be about Meerkat</a> (or something just like it).” Eine besondere investigative Relevanz konnte das mobile <a href="http://www.netzpiloten.de/livestreaming-journalismus-und-kampagnen-in-echtzeit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Livestreaming</a> bislang jedenfalls noch nicht entfalten. Vielleicht auch deswegen, weil der Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur, Donald Trump, seine kontroversen Sprüche sowieso vor dem größtmöglichen Publikum von sich gibt und dafür von der Partei-Basis auch noch Zustimmung erhält.</p>
<h3>Post-TV-Kanal für junge Zielgruppen</h3>
<p>Ebenso früh brachte sich Snapchat ins Gespräch, als im April ein CNN-Reporter für redaktionelle Inhalte, die in der App unter dem Titel “Discover” verfügbar sind, engagiert wurde. Hinzu kam eine Polit-Marketing-Fachkraft von Google. Nun gehört es auch für die Kandidaten zum guten Ton, sich dort mit eigenen Profilen zu präsentieren. Es kann aber auch Werbung in spezifischen Formaten geschaltet werden. <a href="http://www.ibtimes.com/inside-snapchats-fox-gop-debate-live-stream-republicans-embrace-app-quest-post-tv-2042239" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat selbst positioniert sich </a>als “best way to reach 13 to 34-year-olds”. Insofern ist das Engagement der Kampagne von Hillary Clinton dort folgerichtig: Zu ihren inhaltlichen Schwerpunkten gehört derzeit die <a href="https://medium.com/@HillaryClinton/the-new-college-compact-73652df9543c" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gebührenfreiheit von Community Colleges</a>, die sie auch in anderen sozialen Medien zielgruppenspezifisch zum Beispiel mit einer Emoji-Umfrage kommuniziert. Clinton begründet ihre Affinität zu Snapchat schließlich noch ganz anders: In einem offiziell bei Twitter verbreiteten Video merkt sie an, ihr käme es ganz gelegen, dass die Botschaften nach kurzer Zeit wieder verschwinden würden. Damit nimmt sie Bezug darauf, dass sie während ihrer Amtszeit als Außenministerin auch dienstlich über einen privaten E-Mail-Account kommuniziert hat und inzwischen sogar dem FBI den Server übergeben hat.</p>
<blockquote hcb-fetch-image-from="https://twitter.com/HillaryClinton/status/632583807695089664" class="twitter-tweet" data-width="550" data-dnt="true">
<p lang="en" dir="ltr">Why does Hillary love Snapchat? Watch and learn:<a href="https://t.co/ZkevdcvZOY">https://t.co/ZkevdcvZOY</a></p>
<p>&mdash; Hillary Clinton (@HillaryClinton) <a href="https://twitter.com/HillaryClinton/status/632583807695089664?ref_src=twsrc%5Etfw">August 15, 2015</a></p></blockquote>
<p><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.wired.com/2015/08/not-the-snapchat-election" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wired weist jedoch darauf hin</a>, dass die Rede von der “Snapchat-Election” verfrüht sei. Denn der Dienst ist bislang die Antithese zu Plattformen wie Facebook, die durch die Bereitstellung von Nutzer-Daten den Kampagnen eine punktgenaue Ansprache spezifischer Zielgruppen entlang diverser Parameter (“Targeting”) ermöglichen.</p>
<h3>Die Alternativen: Texting – Reddit – Open Source</h3>
<p><a href="http://nyti.ms/1EAUS7A" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die New York Times diagnostiziert </a>gar die Renaissance von Text-Botschaften “The killer app for the 2016 presidential campaign is not an app at all. It is not even new. Texting – that 1990s-vintage technology – has suddenly become a go-to vehicle for presidential campaigns when they need to get a message out as widely and quickly as possible, and with confidence that it will be read.” In dieser Perspektive gehen Kurzmitteilungen, vor allem weniger als andere Formate in der alltäglichen Informationsflut unter. Auch hier liefert die Clinton-Kampagne ein kreatives Anwendungsbeispiel: Wer auf eine ihrer Kurzmitteilungen mit “HEAR” antwortete, erhielt einen automatischen Anruf mit der Wiedergabe eines <a href="http://www.huffingtonpost.com/entry/hillary-clinton-anchor-babies_55d64e4ce4b020c386de2810" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fauxpas des Republikaners Jeb Bush</a>.</p>
<p>Die Konkurrenz für Hillary im eigenen Lager rückt unterdessen übrigens die Relevanz von Online-Kommunikation für die Selbstorganisation der Kampagnen in den Fokus. Der parteilose Senator Bernie Sanders mobilisiert die Massen unter anderem mit einer Präsenz seiner Unterstützer <a href="https://www.reddit.com/r/SandersForPresident" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bei Reddit,</a> wie <a href="http://www.politico.com/story/2015/08/bernie-sanders-rallies-2016-grassroots-support-121512.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politico in einer Reportage</a> über den “Summer of Sanders” und die “Sander-istas” anerkennend berichtet. Und dann ist da noch der Urheberrechtsexperte und Anti-Korruptions-Aktivist <a href="http://politik-digital.de/news/creative-commons-initiator-goes-for-president-146657/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lawrence Lessig</a>, der als “referendum president” kandidieren könnte. Er proklamiert hinsichtlich eigener Software und kreativer Inhalte schon mal “<a href="https://lessigforpresident.com/open-source-president/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The First Open Source Presidential Campaign</a>”.</p>
<p>Dies ist ein Crosspost von netzpiloten.de. Der Artikel ist zuerst <a href="http://www.netzpiloten.de/us2016-wahlkampf-online-kommunikation/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</p>
<p>Teaser &amp; Bild „<a href="https://www.flickr.com/photos/kakissel/2464038263/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Clinton Rally 109</a>“ (adapted) by Keith Kissel (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>)</p>
<p class="big"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://i1.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz.png?resize=441%2C77" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="418" height="73" /></p>
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		<title>Mit den Bürgern zur „grand narrative“ für den Wahlkampf</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/mit-den-buergern-zur-grand-narrative-fuer-den-wahlkampf-123948/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/mit-den-buergern-zur-grand-narrative-fuer-den-wahlkampf-123948/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Hillje]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Dec 2012 10:53:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Vision]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach dem Wahlkampf ist vor dem Wahlkampf: Während der US-Wahlkampf hinter uns liegt und von den Parteistrategen ausgewertet wird, rüsten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/mit-den-buergern-zur-grand-narrative-fuer-den-wahlkampf/artikelbild_narrative/" rel="attachment wp-att-123962"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-123962" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Artikelbild_Narrative-630x420.png" alt="Motivplakat CDU 1991 &quot;Wir halten zusammen&quot;" width="630" height="420" /></a>Nach dem Wahlkampf ist vor dem Wahlkampf: Während der US-Wahlkampf hinter uns liegt und von den Parteistrategen ausgewertet wird, rüsten sich die deutschen Parteien für die Bundestagswahl 2013. Bei der Wahlkampfplanung sollten die Parteien nicht nur auf die kurzfristige Mobilisierung ihrer Wähler setzen, sondern auch ihre Vorstellungen von der Zukunft unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt ihrer Kampagnen stellen, meint unser Autor Johannes Hillje.</p>
<p>Anfang November war selbst hierzulande schon so mancher vom lang geführten US-Wahlkampf genervt und sehnte das Ende der global ausgestrahlten Medienschlacht zwischen Obama und Romney herbei. Doch die Verschnaufpause für die deutsche Wählerschaft fällt nur kurz aus, spätestens nach Weihnachten werden die Parteien langsam aber sicher in den “Kampagnenmodus” für die Bundestagswahl umschalten. Warum die Parteien alle vier Jahre so viel Zeit, Personal und Geld in den Wahlkampf investieren – ganz zu schweigen von Romneys and Obamas Budgets – ist mit dem zu erwartenden Einfluss der Kampagnen auf die Wählerentscheidung nicht zu erklären. In der Politik- und Kommunikationswissenschaft jedenfalls dominiert seit langem das ‘minimal effects model’, das von einer geringen  Beeinflussung  der Wählerentscheidung durch  Wahlkampagnen ausgeht.</p>
<p>Zwei Umstände der kommenden Wahl könnten die Parteistrategen jedoch als analytische Ansatzpunkte nehmen, um die Chancen zu erhöhen, dass ihre Kampagnen nicht nur zur Mobilisierung der eigenen Basis und zur Mitteilung aller anderen, dass bald eine Bundestagswahl stattfinde, dienen:</p>
<p>Erstens, die “Vergrünung” der traditionell konservativ dominierten Politik in Baden-Württemberg und der Erfolg der Piraten zeigen, dass das Wählerverhalten noch volatiler geworden ist und Parteibindungen, die einst durch gesellschaftliche Konfliktlinien gefestigt waren, weiter abnehmen. Dass Gewerkschaftsmitglieder weitestgehend SPD wählen und Katholiken die CDU, Annahmen der sogenannten „Cleavage-Theorie”, ist damit als Erklärung für die minimalen Effekte von Kampagnen immer mehr entkräftet.</p>
<p>Zweitens, die noch laufende Legislaturperiode wurde bisher innen- und außenpolitisch von einer Reihe polarisierender Ereignisse begleitet: Stuttgart21, Bankenkrise und Occupy-Proteste, Fukushima und Energiewende, Europas Zukunft und vieles mehr. Wie bei Stuttgart21 und den Occupy-Protesten  am deutlichsten zu beobachten war, wurden anhand eines Einzelfalls oder dem System an sich teils ideologisch aufgeladene Debatten über Aspekte der Gesellschaftsordnung geführt, die zwar vorübergehend gelöst aber keinesfalls gesamtgesellschaftlich zu Ende diskutiert wurden. Hier können die Parteien ansetzen.</p>
<h3>Wie sieht das Merkel&#8217;sche oder Steinbrück&#8217;sche Gesellschaftsbild aus?</h3>
<p>Diesen „großen Themen“ der letzten vier Jahre können Fragestellungen übergeordnet werden, die für die Zukunft unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens von hoher Bedeutung sind: Welche Rolle soll das Finanz- und Bankensystem in unserer Gesellschaft spielen? Was sind wir bereit zu tun, um unser Handeln umwelt- und klimaverträglicher zu machen? Wie können Bürger besser in Entscheidungsprozesse eingebunden werden? Natürlich arbeiten die Parteien in ihren Wahlprogrammen brav jedes Politikfeld mit inhaltlichen Vorschlägen ab. Was jedoch oftmals fehlt ist die Vermittlung einer größeren Vision davon,  wie wir heute und in Zukunft in unserem Land und als Teil einer transnationalisierten Welt leben wollen. Es geht darum, dass die Parteien eine „grand narrative“ ihrer schwarzen, gelben, roten, grünen oder violetten Gesellschaft entwickeln und im Wahlkampf an die Bürger kommunizieren. Wie sieht es aus, das Merkel&#8217;sche, Steinbrück&#8217;sche oder Trittin-Göring-Eckardt&#8217;sche Gesellschaftsbild? Eine solche Gesellschaftsnarrative, die sich auf eine prägnante Wahlkampfbotschaft herunter brechen lässt, bildet dann den größeren Zusammenhang für die Programmatik der einzelnen Politikfelder.</p>
<p>Obama und Romney haben ihre Visionen („Amerikanische Sozialdemokratie“ vs „Amerikanischer Traum“) vor der Wahl deutlicher kommuniziert als ihre Politik in Wahrheit auseinander liegt. Dass der Bedarf nach einer Gesellschaftsnarrative ebenso unter den Deutschen vorhanden ist, hat auch Merkels Bürgerdialog gezeigt. Dort äußerten die Teilnehmer das Bedürfnis nach einer „Wir-Gesellschaft“, sprich einem Zusammenleben in Deutschland, das von Gemeinsinn und Solidarität geprägt ist. Auch die SPD hat schon bei ihrem Bürger-Dialog die Menschen zu gesellschaftlichen Kernthemen befragt. Für den Wahlkampf wird es darauf angekommen aus den Ergebnissen dieser Beteiligungsexperimente die richtigen Schlüsse zu ziehen, sprich die richtigen politischen Botschaften zu formulieren.</p>
<h3>Bürger als Ressource in der Kampagnenplanung</h3>
<p>Für eine Gesellschaftsvision die richtigen Begriffe zu finden ist strategisch insbesondere im Wahlkampf eine delikate Angelegenheit. Aber ob die Deutschen sich in erster Linie als „Wir-Gesellschaft“, „Chancen-Gesellschaft“ oder „Nachhaltigkeits-Gesellschaft“ definieren wollen, ließe sich durch Online-Tools schnell mit ihnen abklären. Das wäre eine konsequente Fortsetzung der Input-orientierten Bürgerdialoge. Denn solche Online-Beteiligungsformate haben nur dann einen demokratischen Wert, wenn sich der Bürger-Input auch im Partei-Output wiederfindet.</p>
<p>In den USA und Großbritannien waren vor einigen Jahren noch Fokusgruppen-Interviews das Lieblingsinstrument der Kampagnenplaner, um Bürger als Ressource in die Entwicklung von Wahlkampagnen einzubinden. 2008 und 2012 setzte Obama verstärkt auf Experimente unter nicht-künstlichen Bedingungen. Er präsentierte etwa verschiedenen Besuchern seiner Webseite unterschiedliche Versionen der Seite und wertete anschließend mit Google Website Optimizer aus, bei welcher Kombination von Slogans, Bildern und Buttons der Besuch aus seiner Sicht am erfolgreichsten war – gemessen an Indikatoren wie Aufenthaltsdauer, Newsletterbestellung, Spenden etc. Ob die Bedingungen künstlich oder nicht-künstlich sein sollen, die Instrumente stehen im Netz zur Verfügung, um die Bürger als wertvolle Informationsquelle für den Wahlkampf zu nutzen.</p>
<p>Über Weihnachten können sich die Wähler vom US-Wahlkampf und Spitzenkandidatengezerre in Deutschland erholen. Die Parteien sollten die Zeit nutzen, um die beste Narrative entwickeln, die der Gesellschaft als Ganzes eine Perspektive gibt. Ihre wichtigsten Ideengeber, die Bürger selbst, können sie im digitalen Zeitalter auch über die Feiertage erreichen.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/mit-den-buergern-zur-grand-narrative-fuer-den-wahlkampf/cc-lizenz/" rel="attachment wp-att-123958"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-123958" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="441" height="77" /></a></p>
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		<item>
		<title>Vom Nutzen der Nutzerdaten &#8211; Digitale Presseschau KW 44</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/vom-nutzen-der-nutzerdaten-digitale-presseschau-kw-44-122530/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Solinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Nov 2012 15:36:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Störerhaftung]]></category>
		<category><![CDATA[Jaron Lairen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wohin mit den Datenbergen, was tun gegen Ausverkauf von Kundendaten, und wieso eigentlich Störerhaftung? Unsere Presseschau klärt auf. Das Video [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wohin mit den Datenbergen, was tun gegen Ausverkauf von Kundendaten, und wieso eigentlich Störerhaftung? Unsere Presseschau klärt auf. Das Video der Woche geht der Frage nach, ob wir uns schon zur nächsten Bundestagswahl mit den Methoden des US-Wahlkampfes konfrontiert sehen könnten.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>[youtube https://www.youtube.com/watch?v=tqTFvdN66MU w=630&amp;h=354]<br />
Die Methoden der amerikanischen Wählerwerbung hören sich hierzulande noch an wie Science-Fiction &#8211; und könnten schon im nächsten Jahr Wahlkampfrealität sein. ZDF-Info hat bei SPD und CDU nachgefragt.<br />
</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitale-informationsspeicher-im-meer-der-daten-11939522.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Im Meer der Daten</a></h3>
<p style="margin-bottom: 0cm">Blick in die Zukunft: Stephan Finsterbusch und Carsten Knop betrachten, was hinter dem schillernden Begriff „Big Data“ steckt, und wie riesige Datenberge für Prognosen über den Energieverbrauch genutzt werden können.</p>
<p></p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2012-10/stimmung-analyse-social-media" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Stimmung des Netzes erfassen</a></h3>
<p style="margin-bottom: 0cm">Wie kann eine „Meinungsumfrage“ im Netz aussehen? Was denken Twitter-Follower und Facebook-Fans über aktuelle Themen, Produkte, Prominente? Astrid Herbold berichtet über die Entwicklung des Social Media Monitorings, der Auswertung von Kommunikationsströmen in den sozialen Medien.</p>
<p></p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/telefonica-keine-auswertung-von-bewegungsdaten-in-deutschland-a-864772.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sieg der kritischen Öffentlichkeit: Kein Verkauf von Standortdaten</a></h3>
<p>Na bitte, es geht doch! Konsumenten können in das Verhalten der Produzenten eingreifen &#8211; und so zum Beispiel die Vermarktung ihrer Bewegungsprofile verhindern. Anfang Oktober hatte der O2-Mutterkonzern Telefónica angekündigt, anonymisierte Bewegungsdaten seiner Kunden vermarkten und sich damit neue Einnahmequellen erschließen zu wollen. Wie der SPIEGEL berichtet, hat der Konzern davon nun wieder Abstand gewonnen. Grund dafür waren Proteste der Kunden sowie <a href="https://www.taz.de/!104652/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die mediale Kritik</a>.<br />
</p>
<h3><a href="http://futurezone.at/netzpolitik/12168-information-darf-nicht-kostenlos-sein.php?rss=fuzo&amp;utm_source=rechtsfrei&amp;utm_medium=twitter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Information darf nicht kostenlos sein</a></h3>
<p>Quizfrage: Wo werden Konsumenten dafür bezahlt, mit ihren Kundendaten zur Verbesserung eines Produktes beizutragen? Antwort: In der Idealvorstellung von Jaron Lanier, einem Pionier des Internets. Im Interview mit futurezone.at erläutert Lanier, welche negativen gesellschaftlichen Entwicklungen der freie Zugang zu Wissen mit sich bringt.</p>
<h3><a href="https://www.taz.de/Gesetzesentwurf-fuer-Stoererhaftung/!104561/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alle sind unzufrieden</a></h3>
<p>
Internet könnte so schön und frei sein, wenn da nicht das Gesetz der Störerhaftung wäre. Das nämlich macht Betreiber von öffentlichen W-Lan-Netzen für das Treiben der Nutzer haftbar &#8211; bisher. Nun hat die LINKE einen Gesetzesentwurf eingereicht, um die Betreiber von der Haftung zu befreien. Die taz bezweifelt allerdings, dass die Fraktion damit noch vor der kommenden Bundestagswahl durchkommt.<br />
</p>
<h3 style="margin-bottom: 0cm"><a href="https://www.nytimes.com/2012/10/28/us/politics/tracking-clicks-online-to-try-to-sway-voters.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tracking Voter´s List Online</a></h3>
<p style="margin-bottom: 0cm">Unser Video der Woche spricht das Thema bereits an, dieser Beitrag aus der New York Times vertieft es: den Internetwahlkampf in den USA. Demokraten wie Republikaner benutzen Software, um vermeintliche Sympathisanten im Internet zu identifizieren. Durch gezielte Ansprache im Internet – Pop-Ups oder Banner auf Internetseiten &#8211; wollen sie Wähler mobilisieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm" lang="de-DE"><span style="color: #000000"><span style="font-family: 'Calibri', sans-serif"><span style="font-size: x-small"><br />
</span></span></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Tocqueville 2012: Politischer Roadtrip durch die USA</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/tocqueville-2012-politischer-roadtrip-durch-die-usa-122500/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/tocqueville-2012-politischer-roadtrip-durch-die-usa-122500/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Nov 2012 15:56:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[#US2012]]></category>
		<category><![CDATA[US2012]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Tocqueville]]></category>
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					<description><![CDATA[In den vergangenen Wochen sind Sarah Bidoli und Sebastian Horn mit ihrem Tocqueville 2012-Projekt (politik-digital.de berichtete) viel herumgekommen. Auf ihrer [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/tocqueville-2012-politischer-roadtrip-durch-die-usa/tocqueville-2012_1/" rel="attachment wp-att-122506"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-122506" title="Foto: Bidoli/Horn" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Tocqueville-2012_1.jpg" alt="" width="640" height="420" /></a>In den vergangenen Wochen sind Sarah Bidoli und Sebastian Horn mit ihrem <a href="http://tocqueville2012.org/?p=136" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tocqueville 2012-Projekt</a> (politik-digital.de <a href="http://politik-digital.de/mit-tocqueville-durch-die-usa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtete</a>) viel herumgekommen. Auf ihrer Dokumentarreise durch die USA treffen sie auf interessante Menschen und viele spannende Themen. Bei ihren Begegnungen geht es gerne mal um<a href="http://tocqueville2012.org/?p=302" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Zombies</a>, um ein <a href="http://tocqueville2012.org/?p=377" target="_blank" rel="noopener noreferrer">besonderes Häftlingsprogramm</a> oder über Erkenntnisse, die ein <a href="http://tocqueville2012.org/?p=276" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tocqueville-Forscher</a> zu berichten hat. Für unsere <a href="http://politik-digital.de/category/themen/us2012-themen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Serie zum amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf</a> werfen wir einen Blick auf einige Stationen der US-Reiseabenteurer.</p>
<p>Ihre Reise beginnt in New York und einer ersten Begegnung mit dem amerikanischen Wahlsystem und dessen Erfordernis, sich für den Urnengang registrieren zu müssen. An der Station &#8220;Union Sqare&#8221; der New Yorker U-Bahn treffen sie freiwillige Helfer der <a href="http://www.nypirg.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New York Public Interest Research Group (NYPIRG)</a>, die versuchen Passanten zu motivieren, sich für die Präsidentschaftswahl registrieren zu lassen. Im <a href="http://tocqueville2012.org/?p=264" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videointerview</a> erklärt der Projektverantwortliche, wieso es wichtig ist, sich erfassen zu lassen und welche Auswirkungen Wahlen auf die Demokratie haben.</p>
<p>Dass mit jedem Wahlkampf in den USA stets der Rekord gebrochen wird, was die Höhe der eingesetzten Wahlkampfbudgets betrifft, kann man regelmäßig alle vier Jahre beobachten. Doch woher kommt eigentlich dieses Geld? <a href="http://tocqueville2012.org/?p=460#more-460" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bidoli und Horn</a> identifizieren drei Formen der Kampagnenfinanzierung im aktuellen Wahlkampf: Spenden, die regulär an die jeweilige offizielle Kampagne fließen, Wahlkampffinanzierung via Super-PACs und die Unterstützung über Wohlfahrtsverbände, den &#8220;Social Welfare Organisations&#8221;.<br />
Im Gespräch mit Justin Elliot, einem Reporter der gemeinnützigen Nachtrichten-Plattform <a href="http://www.propublica.org/series/campaign-2012" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ProPublica</a>, klären sie, was es mit so genanntem &#8220;dark money&#8221;, also Geld, das indirekt in die Kampagnen fließt, auf sich hat.</p>
<p>Auf ihrer Reiseroute Richtung Norden durch den Bundesstaat Michigan passieren sie in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Saginaw,_Michigan" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Saginaw</a> ein republikanisches <a href="http://www.migop.org/index.php/get-involved/victory-centers/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Victory-Center&#8221;</a>, in dem sie sich mit Helene Wiltse, Vorsitzende der lokalen <a href="http://saginaw.migop.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Saginaw County Republican Party</a> über die Koordination der republikanischen Kampagne <a href="http://tocqueville2012.org/?p=482#more-482" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unterhalten</a>.</p>
<p>Ein Tag und einige Reisekilometer später treffen die beiden Berliner in Green Bay ein, einer Kleinstadt am Lake Michigan. Im benachbarten Appleton besuchen sie ein <a href="http://www.barackobama.com/wi/feature/office-lookup?source=wi_state_nav#" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Obama-Kampagnenbüro</a> und sammeln <a href="http://tocqueville2012.org/?p=517#more-517" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eindrücke</a> über die Arbeit der freiwilligen Wahlkampfhelfer.</p>
<p>Auf ihrer Tour durch den Alltag der Amerikaner entdecken Bidoli und Horn immer wieder spannende Geschichten. Auf ihrem <a href="http://tocqueville2012.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reiseblog</a> sind eine Vielzahl solcher Begegnungen dokumentiert. Eine dieser Bekanntschaften ist die mit Mike, einem 27-jährigen Amerikaner, der als Soldat ein Jahr im Irak diente. Herausgekommen ist ein interessantes und hoch politisches <a href="http://tocqueville2012.org/?p=626" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview</a>.</p>
<p><em>Weitere Erlebnisse finden Sie auf dem <a href="http://tocqueville2012.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tocqueville 2012-Reiseblog</a>.</em></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-121978 alignleft" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Die Rückkehr der Freiwilligen: Die steigende Bedeutung von GOTV in amerikanischen Kampagnen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Jungherr]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Oct 2012 14:08:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Wurde in den vergangenen Jahren über Innovationen im amerikanischen Wahlkampf gesprochen, war damit meist die kreative Nutzung des Internet gemeint. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/die-rueckkehr-der-freiwilligen-die-steigende-bedeutung-von-gotv-in-amerikanischen-kampagnen/gotv-ab/" rel="attachment wp-att-122374"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-122374" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/GOTV-AB-630x472.jpg" alt="Quelle: flickr.com | Barack Obama | CC BY-NC-SA 2.0" width="630" height="472" /></a>Wurde in den vergangenen Jahren über Innovationen im amerikanischen Wahlkampf gesprochen, war damit meist die kreative Nutzung des Internet gemeint. Neben den viel diskutierten und immer wieder enthusiastisch diagnostizierten Internet-Grassrooots, Facebook-, Twitter- und App-Revolutionen kam es gleichzeitig auch offline zu interessanten Veränderung in der Kampagnenführung. Als Folge dieser Veränderungen erhält die Arbeit von Freiwilligen eine immer gewichtigere Rolle in der Umsetzung politischer Kampagnen in den USA.</p>
<p>In den vergangenen zehn Jahren kam es in den USA zu einer von Deutschland weitgehend unbeobachteten Veränderung in der praktischen Umsetzung von Wahlkämpfen. Neben den bekannten Wettkämpfen um Nachrichtenzyklen und Fernsehspots begannen die Kampagnenmacher, den potentiellen Wählern mithilfe von Telefonanrufen oder Hausbesuchen von Freiwilligen aus der Zielgruppe den Wahlkampf nahe zu bringen. In seiner Studie <a href="http://press.princeton.edu/titles/9616.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Ground Wars: Personalized Communication in Political Campaigns&#8221;</a> benutzt der dänische Kommunikationswissenschaftler <a href="http://rasmuskleisnielsen.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rasmus Kleis Nielsen</a> hierfür den Begriff &#8220;personalisierte politische Kommunikation&#8221;.</p>
<h3>Wachsende Bedeutung von personalisierter Kommunikation</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/die-rueckkehr-der-freiwilligen-die-steigende-bedeutung-von-gotv-in-amerikanischen-kampagnen/volunteer/" rel="attachment wp-att-122354"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-122354" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Volunteer.jpg" alt="" width="320" height="213" /></a>&#8220;Get-Out-the-Vote&#8221; (GOTV), also der gezielte Kontakt zu potentiellen Wählern durch Freiwillige oder bezahlte Kampagnenhelfer, war zwar schon immer ein Element amerikanischer Wahlkämpfe &#8211; aber drei Entwicklungen führten zu der kontinuierlich steigenden Bedeutung von GOTV-Elementen in den Kampagnen. Einerseits müssen Wahlkämpfe in den USA in einem stark fragmentierten Medienumfeld kommunizieren. Seit den 1980er Jahren sehen sich Amerikaner einem vielfältigen und stetig wachsendem Medienangebot gegenüber. Dies führt zwangsläufig zu einer Aufsplitterung des Publikums, was es für Kampagnen immer schwieriger macht, potentielle Wähler über klassische Medienkanäle zu erreichen. Der amerikanische Politologe <a href="http://www.princeton.edu/~mprior/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Markus Prior</a> zeigte 2007 in seinem Buch <a href="http://www.cambridge.org/de/knowledge/isbn/item1162668/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Post Broadcast Democracy&#8221;</a> eindrucksvoll, welche gesellschaftlichen Folgen diese Aufsplitterung des Publikums hat. Die von Prior aufgezeigten Prozesse werden durch die zunehmende Nutzung des Internet noch weiter verstärkt.</p>
<p>Parallel zu dieser Entwicklung zeigten Feldexperimente der Politologen <a href="https://sites.google.com/site/donaldpgreen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Donald P. Green </a>und <a href="http://pantheon.yale.edu/~agerber/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alan S. Gerber</a>, dass die persönliche Ansprache potentieller Wähler durch Kampagnenmitarbeiter eine deutlich höhere Mobilisierungswirkung hatte als der Kampagnenkontakt über automatisierte Anrufe wie &#8220;Robocalls&#8221; oder Postsendungen. Seit der Veröffentlichung der Ergebnisse ihrer Experimente in ihrem Buch <a href="http://www.brookings.edu/research/books/2008/getoutthevotesecondedition" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Get Out the Vote! How to Increase Voter Turnout&#8221;</a> gehören Gerbers und Greens Erkenntnisse zu Grundelementen amerikanischer Wahlkämpfe.</p>
<h3>Kampagnen-Optimierung durch Online-offline-Verzahnung</h3>
<div class="c33l info-box"><div class="subc">     <a href="http://politik-digital.de/barack-bo-und-big-bird-pet-content-im-us-wahlkampf/untitled-1-3/" rel="attachment wp-att-121799"><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Untitled-1-305x305.png" alt="" width="166" height="166" /></a><br />
In den USA finden am 6. November 2012 Wahlen statt. Lesen Sie weitere Beiträge zum US-Wahlkampf in unserer Reihe <a title="Reihe &quot;Wahlkampf im Fokus" href="http://politik-digital.de/category/themen/us2012-themen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#US2012</a> </div></div> Zusätzlich zu der wachsenden Zersplitterung der Mediennutzung und dem in amerikanischen Kampagnen steigenden Bewusstsein für die Bedeutung des persönlichen Kontakts mit potentiellen Wählern trugen auch das Internet und die zunehmende Digitalisierung zu einer neuen &#8220;personalisierten&#8221; Form der politischen Kommunikation bei. Die bereits auf politik-digital.de <a href="http://politik-digital.de/microtargeting-wahlkampf-mit-datensaetzen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beschriebene</a> ansteigende Nutzung von Datenbanken und des &#8220;predictive modelling&#8221; ermöglicht US-Kampagnen eine immer präzisiere Auswahl potentieller Wähler, die erst den relativ ressourcenintensiven persönlichen Kontakt durch Freiwillige möglich macht. Die Rolle des Internet bei der Organisation dieser Offline-Kampagnenelemente darf also nicht unterschätzt werden. Allerdings liegt die Bedeutung des Netzes hierbei nicht im bunten, journalisten- und beraterfreundlichen Facebooken oder Twittern, sondern in der Stärkung und Optimierung der Infrastruktur politischer Kampagnen.</p>
<p>Einen detaillierteren Blick auf die Entwicklung des personalisierten GOTV bieten der Kommunikationswissenschaftler <a href="http://rasmuskleisnielsen.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rasmus Kleis Nielsen</a> in seinem Buch <a href="http://press.princeton.edu/titles/9616.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Ground Wars: Personalized Communication in Political Campaigns&#8221;</a> und der Journalist Sasha Issenberg in seinem Buch <a href="http://www.thevictorylab.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;The Victory Lab: The Secret Science of Winning Campaigns&#8221;</a> sowie in seinen verschiedenen <a href="http://www.slate.com/authors.sasha_issenberg.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikeln</a> für die Webseite Slate.</p>
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		<title>US-Wahlkampf: Obama hat im Social Web die Nase vorn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Adrian Rosenthal]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Oct 2012 13:41:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[#US2012]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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					<description><![CDATA[Barack Obamas Erfolg bei den Präsidentschaftswahlen 2008 war nicht zuletzt das Ergebnis einer innovativen Wahlkampf-Strategie im Social Web. Kein Wunder [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/us-wahlkampf-obama-hat-im-social-web-die-nase-vorn/barack-obama-campaign-ab/" rel="attachment wp-att-122341"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-122341" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Barack-Obama-Campaign-AB-630x419.jpg" alt="" width="630" height="419" /></a>Barack Obamas Erfolg bei den Präsidentschaftswahlen 2008 war nicht zuletzt das Ergebnis einer innovativen Wahlkampf-Strategie im Social Web. Kein Wunder also, dass Mitt Romneys Team  mit allen Mitteln versucht, die digitale Lücke im Social Web zu schließen.</p>
<p>Bei den Präsidentschaftswahlen 2008 votierten 66 Prozent der 18- bis 29-jährigen US-Bürger &#8211; die &#8220;Digital Naturals&#8221; &#8211; für den amtierenden Präsidenten Obama. Genau diese Zielgruppe treibt dabei den digitalen US-Wahlkampf voran. Mitt Romneys Team versucht in diesem US-Wahlkampf dementsprechend, die digitale Lücke im Social Web zu schließen &#8211; und benutzt dafür ganz ähnliche Mittel.</p>
<h3>Republikaner mit Licht und Schatten im digitalen US-Wahlkampf</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/us-wahlkampf-obama-hat-im-social-web-die-nase-vorn/mitt-romney/" rel="attachment wp-att-122330"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-122330" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Mitt-Romney.jpg" alt="" width="300" height="170" /></a>Mitt Romneys <a title="Homepage Mitt Romney" href="http://www.mittromney.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage</a> ähnelt in vielen Organisationselementen <a title="Plattform Barack Obama" href="http://www.barackobama.com/splash/choice-signup?" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mybarackobama.com</a>, dem Social Hub des US-Präsidenten. Zudem sind die Republikaner im US-Wahlkampf heute auf allen altbewährten Social Media Kanälen aktiv, sei es twitter, facebook oder YouTube. Dabei können sie durchaus Erfolge verbuchen: Republikanische Kongressabgeordnete nutzen Social-Media-Kanäle häufig effektiver als ihre demokratischen Kollegen; auch die Interaktionsrate und Viralität der republikanischen Social-Web-Auftritte brauchen den Vergleich mit den Demokraten nicht zu scheuen. Einzig: Wirklich neue, innovative Ideen findet man im digitalen US-Wahlkampf Romneys kaum. Diese „Altbackenheit“ vermischt sich mit dem einen oder anderen Wahlkampf-Patzer: In einer App, mit der User ihre Unterstützung für Romney im US-Wahlkampf zeigen sollten, war von einem besseren „Amercia“ die Rede – ein Rechtschreibfehler, der sofort von zahlreichen Blogs auf die Schippe genommen wurde.</p>
<h3>Wahlkampf des US-Präsidenten erneut innovativer</h3>
<p>Genau diese Viralität im Social Web spielt im diesjährigen Wahlkampf nicht selten dem amtierenden US-Präsidenten zu: So erstellten seine Anhänger beispielsweise in Anspielung auf Romneys „binders full of women“-Lapsus einen entsprechenden <a href="http://bindersfullofwomen.tumblr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tumblr-Blog</a>. Doch auch Obamas Wahlkampf-Strategen selbst haben immer wieder frische Ideen, um den digitalen US-Wahlkampf anzuheizen. Ein gutes Beispiel ist <a href="http://www.romneytaxplan.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">romneytaxplan.com</a>: Diese Seite nimmt die Weigerung des Herausforderers auf die Schippe, während des US-Wahlkampfs konkrete Details zu seinen Steuerplänen zu äußern. Dass die Seite beim Google-Suchauftrag „Romney tax plan“ auf Position eins rangiert, passt nicht nur gut ins Bild dieses gut durchdachten Wahlkampfmanövers, sondern dokumentiert zudem, dass Suchmaschinenoptimierung in der politischen Kommunikation ein Thema ist.</p>
<h3>Obamas US-Wahlkampf mit besserer Reichweite und Software</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/us-wahlkampf-obama-hat-im-social-web-die-nase-vorn/barack-obama-twitter/" rel="attachment wp-att-122329"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-122329" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Barack-Obama-Twitter-305x229.jpg" alt="" width="305" height="229" /></a>Doch nicht nur die Kreativität des Wahlkampfteams um den US-Präsidenten sorgt dafür, dass er im Social Web weiter die Nase vorne hat. Durch seine längere Aktivität auf facebook und twitter übertrifft er Mitt Romney in Sachen Social-Web-Reichweite in diesem US-Wahlkampf deutlich – doch auch auf Plattformen, die wie Pinterest oder Instagram 2008 noch gar nicht existierten, hat der Amtsträger mehr Anhänger. Dabei profitiert er von seiner anhaltenden Popularität unter den 18- bis 29-jährigen US-Bürgern, welche den Wahlkampf im Social Web als aktive Player besonders antreiben und auf Patzer Romneys häufig noch schneller reagieren, als Obamas Team selbst.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc">     <a href="http://politik-digital.de/barack-bo-und-big-bird-pet-content-im-us-wahlkampf/untitled-1-3/" rel="attachment wp-att-121799"><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Untitled-1-305x305.png" alt="" width="166" height="166" /></a><br />
In den USA finden am 6. November 2012 Wahlen statt. Lesen Sie weitere Beiträge zum US-Wahlkampf in unserer Reihe <a title="Reihe &quot;Wahlkampf im Fokus" href="http://politik-digital.de/category/themen/us2012-themen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#US2012</a> </div></div> Nicht zuletzt hat der Präsident in Sachen Technologie auch in diesem US-Wahlkampf Vorteile: Seit dem Launch von mybarackobama.com läuft die Seite ohne Probleme; die App „Obama for America“ verrät unter anderem, ob der neue Nachbar Demokrat ist und treibt damit das <a href="http://politik-digital.de/microtargeting-wahlkampf-mit-datensaetzen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Microtargeting</a> von Wählern im US-Wahlkampf weiter voran. Der technologische Vorsprung Obamas liegt nicht zuletzt an seinem deutlich höheren Budget für Social-Web-Aktivitäten im US-Wahlkampf – welches andererseits durch effektive Online-Fundraising-Konzepte gedeckt wird.</p>
<h3>Social Media wichtiger Faktor im US-Wahlkampf</h3>
<p>All das wird Obama nicht die US-Präsidentschaft sichern: Wahlen werden (noch) nicht im Social Web entschieden. Aber: Der digitale Wahlkampf mobilisiert möglicherweise entscheidende Wählergruppen – und sollte der Amtsträger die Wahl gewinnen, werden Leitartikler dieses Mal wieder davon sprechen, dass er diese US-Präsidentschaftswahl auch mit einem innovativen Online-Wahlkampf gewonnen hat.</p>
<p><em>Die ausführlichen Analysen zum US-Wahlkampf im Social Web erhalten Sie auf <a href="http://www.udldigital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UdL Digital</a>, wo Gastautor und USA-Spezialist Adrian Rosenthal die digitalen Wahlkampfstrategien<a title="Wahlkampfanalyse UdL-Digital" href="http://www.udldigital.de/der-us-wahlkampf-im-social-web-konnen-romney-und-die-republikaner-die-digitale-lucke-schliesen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Mitt Romneys</a> und <a title="Wahlkampfanalyse UdL-Digital" href="http://www.udldigital.de/der-us-wahlkampf-im-social-web-obama-bleibt-im-vorteil/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Barack Obamas</a> untersucht hat.</em></p>
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		<title>Wahlkampf – Who cares?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-who-cares-122184/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Michael Kotowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Oct 2012 12:02:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[#US2012]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[US2012]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Silverman]]></category>
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					<description><![CDATA[Trotz aller Bemühungen der amerikanischen Medien, die bevorstehende Präsidentschaftswahl (von den gleichzeitigen Kongresswahlen spricht ohnehin fast niemand) als enges Rennen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wahlkampf-who-cares/obama_us-wahlkampf_uslogo/" rel="attachment wp-att-122197"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-122197" title="Quelle: flickr.com | Barack Obama | CC BY-NC-SA 2.0" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Obama_US-Wahlkampf_uslogo.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a>Trotz aller Bemühungen der amerikanischen Medien, die bevorstehende Präsidentschaftswahl (von den gleichzeitigen Kongresswahlen spricht ohnehin fast niemand) als enges Rennen zu inszenieren, will sich innerhalb der Bevölkerung kein wirkliches Wahlkampffieber bemerkbar machen.</p>
<p>Fast schon rührend mutete der Versuch der Medien an, die TV-Debatten als potentielle &#8220;game changer&#8221; zu vermarkten. Historisch und <a href="http://www.washingtonpost.com/blogs/ezra-klein/wp/2012/10/03/what-political-scientists-know-about-debates/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politikwissenschaftlich</a> gesehen ist der Effekt von TV-Debatten auf Wahlergebnisse jedoch äußerst gering. Interessantweise hat es sich aber doch so ergeben, dass Mitt Romney durch die erste TV-Debatte in der Tat einen beachtlichen Umschwung in einigen <a href="http://fivethirtyeight.blogs.nytimes.com/2012/10/11/oct-10-is-romney-leading-right-now/?ref=politics" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umfragen</a> erreichen konnte. Auch wenn sich bei den Demokraten deswegen bereits typische Panik breit machte (die durch Obamas &#8220;Punktsieg&#8221; in der zweiten Debatte schon wieder etwas abgemildert wurde), fehlt der bevorstehenden Wahl trotzdem jedwede Aura von Brisanz oder Enthusiasmus.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wahlkampf-who-cares/us-wahlkampf/" rel="attachment wp-att-122193"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-122193" title="US-Wahlkampf | Foto: Jan Kotowski" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/US-Wahlkampf.jpg" alt="" width="280" height="373" /></a>Nun sind die USA freilich ein sehr großes Land mit gewaltigen regionalen Unterschieden, und man muss sich bei persönlichen Beobachtungen stets bewusst sein, dass diese bestenfalls einen kleinen Abschnitt einer größeren Wirklichkeit darstellen. Dies gilt umso mehr für meinen Wohnort, das Surfer- und Uni-Städtchen Santa Cruz, 100 Kilometer südlich von San Francisco direkt am Pazifik gelegen. Als selbsterklärte Bastion der Gegenkultur wählt Santa Cruz County selbstredend demokratisch, bei den letzten beiden Präsidentschaftswahlen sogar mit jeweils über 70 Prozent der Stimmen. Darüber hinaus gilt Kalifornien heute als praktisch uneinnehmbare Festung der Demokraten: Seit 1992 hat jeder demokratische Kandidat mindestens eine Million Stimmen mehr erhalten als der republikanische Gegenkandidat. Bedingt durch das amerikanische Wahlsystem sind republikanische Stimmen in Kalifornien also ähnlich wertlos wie demokratische in den meisten Südstaaten.</p>
<h3>Probleme bei der Mobilisierung von Wählern</h3>
<p>Hieraus resultiert das bekannte Problem, dass sich die Wahl in einigen wenigen &#8220;battleground states&#8221; entscheidet. Dementsprechend bekommt man in Santa Cruz auch kaum einen Wahlwerbespot zu sehen, wird aber bereits an der Grenze zu Nevada mit Werbung förmlich überschüttet. Zwar ist dies ein durchaus ernstzunehmendes demokratietheoretisches Problem; bedingt durch die Reformträgheit des amerikanischen politischen Systems wird sich hieran in naher Zukunft aber kaum etwas ändern. Ein weiterer Indikator für den Mangel an Enthusiasmus ist die rückläufige Entwicklung bei der <a href="http://www.guardian.co.uk/world/2012/oct/03/democrats-struggle-voter-surge-registration-push" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wählerregistrierung</a>. Zwar sind hiervon beide Parteien betroffen, aber insbesondere Obama scheint Probleme bei der Mobilisierung von Wählern zu haben und dies zudem auch noch in den ausschlaggebenden &#8220;swing states&#8221; wie Colorado, Iowa, Florida, Nevada, Ohio und Virginia.</p>
<p>Das Thema Wählerregistrierung an sich ist hochgradig politisiert, da die Demokraten den Republikanern (zu Recht) vorwerfen, typische Demokraten-Wähler wie Afroamerikaner, Latinos, Rentner und Jungwähler durch neue Registrierungsvorschriften von der Stimmabgabe abhalten zu wollen. Die Komikerin <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ypRW5qoraTw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sarah Silverman</a> hat hierzu einen in den sozialen Netzwerken vielbeachteten –und typisch derben– Videoclip veröffentlicht.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/ypRW5qoraTw" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Allerdings sind diese strukturellen Probleme nichts wirklich Neues und sie änderten auch nichts daran, dass bei der Wahl vor vier Jahren landesweit eine völlig andere Stimmung herrschte. Woran liegt es also, dass dieses Jahr ein solches Desinteresse an der Wahl zu beobachten ist? Nun, zunächst einmal muss die Wahl von 2008 als Abrechnungsprojekt mit acht hochemotionalen und kontroversen Jahren unter Bush junior verstanden werden. Nach vier Jahren unter Obama mag sich eine solche Wechselstimmung natürlich (noch) nicht einstellen, allerdings haben Dauerrezession und kontinuierlich hohe Arbeitslosenzahlen zu einer weit vernehmbaren Ernüchterung beigetragen. Entscheidender für das Enthusiasmusdefizit dürften jedoch die beiden Kandidaten selbst sein.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc">     <a href="http://politik-digital.de/barack-bo-und-big-bird-pet-content-im-us-wahlkampf/untitled-1-3/" rel="attachment wp-att-121799"><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Untitled-1-305x305.png" alt="" width="166" height="166" /></a><br />
In den USA finden am 6. November 2012 Wahlen statt. Lesen Sie weitere Beiträge zum US-Wahlkampf in unserer Reihe <a title="Reihe &quot;Wahlkampf im Fokus" href="http://politik-digital.de/category/themen/us2012-themen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#US2012</a> </div></div>
<h3>Keine Begeisterungsstürme für Obama</h3>
<p>Obama hat bei der linken Basis sehr viel Kredit verspielt. <a href="http://www.theatlantic.com/politics/archive/2012/09/why-i-refuse-to-vote-for-barack-obama/262861/#" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Conor Friedersdorf</a> hat dies in einem viel beachteten Beitrag im Atlantic auf den Punkt gebracht: &#8220;Why I refuse to vote for Barack Obama&#8221;. Hauptpunkte seiner Kritik sind der Drohnenkrieg in Pakistan, das Exekutivrecht, amerikanische Staatsbürger auf eine Tötungsliste zu setzen und der ohne Ermächtigung vom Kongress vorgenommene Libyen-Einsatz. Hinzufügen lassen sich zahlreiche innenpolitische Bereiche wie zum Beispiel die extrem restriktive Einwanderungspolitik. Zwar mögen diese Punkte für den typischen Demokraten-Wähler keine herausragende Rolle spielen, aber sie tragen in ihrer Gesamtheit doch dazu bei, dass sich die Begeisterung für Obama, insbesondere bei den für die Kampagne in 2008 so bedeutsamen Jungwählern, in engen Grenzen hält.</p>
<p>Wenn also der &#8220;Mythos Obama&#8221; durch vier Jahre mühsamer Regierungsarbeit etwas entzaubert ist, bedeutet dies dann im Umkehrschluss, dass Mitt Romney als Alternative hiervon notwendigerweise profitiert? Nicht einmal ansatzweise. Romney ist – aus Sicht der republikanischen Basis – ein klassischer Kandidat des geringeren Übels. Die Evangelikalen haben mit seinem mormonischen Glauben ohnehin ein prinzipielles Problem und für Fundamentalkonservative hat er aufgrund seines &#8220;track records&#8221; ein Glaubwürdigkeitsproblem. Nun ist die konservative Abneigung gegen Obama – sei es aus ideologischen oder nur notdürftig verschleierten ethno-kulturellen Gründen – aber stark genug, dass sich selbst ein so schwacher Kandidat wie Romney erstaunlich gut im Rennen halten kann. In einer primär von einem Enthusiasmusdefizit gekennzeichneten Wahl wie dieser verbraucht sich dann sogar eine fundamentale Wählerbeschimpfung wie Romneys <a href="http://www.motherjones.com/politics/2012/09/secret-video-romney-private-fundraiser" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;47%-Rede&#8221;</a> innerhalb kürzester Zeit in der abgestandenen Luft des routiniert-hysterischen Wahlkampfspektakels.</p>
<p><em>Dieser Text ist zuerst erschienen auf dem<a href="http://www.demokratie-goettingen.de/verzeichnis/blog" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Blog</a> des Göttinger Institut für Demokratieforschung.</em></p>
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