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	<title>Ushahidi &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Crowdsourcing: Digitaler Aktivismus gegen Korruption und Gewalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carlotta Duken]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Aug 2016 13:19:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Über Crowdsourcing können weltweit Daten und Ideen gesammelt und geteilt werden. Viele digitale Initiativen beweisen, wie diese Synergien zu mehr Meinungs- [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Ushadihi-Annual-Meetup-Kopie.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-150015 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Ushadihi-Annual-Meetup-Kopie.png" alt="Jahrestreffen Ushahidi" width="633" height="420" /></a>Über Crowdsourcing können weltweit Daten und Ideen gesammelt und geteilt werden. Viele digitale Initiativen beweisen, wie diese Synergien zu mehr Meinungs- und Informationsfreiheit führen. Die Open-Source-Software „Ushahidi“ wurde bereits in 90.000 Projekten eingesetzt und zeigt anhand von vielen Beispielen, wie sich normale Bürger online für mehr Transparenz und Sicherheit einsetzen und so zu digitalen Aktivisten werden.</p>
<p><strong> </strong>Nach den arabischen Revolutionen stellte sich die Welt vor, wie soziale und digitale Medien in Zukunft Autokratien zu Demokratien umwandeln könnten. Etwa fünf Jahre später wissen wir, dass das so nicht stimmt. Eine digitalisierte Gesellschaft bedeutet zunächst, dass mehr Menschen auf Informationen zugreifen und sich selbst aktiver mitteilen können. In Ländern, wo traditionelle Medien von wenigen, einflussreichen Personen kontrolliert werden, ermöglichen digitale Wege alternative Informationskanäle, die jedoch auch von undemokratischen Regierungen für eigene Zwecke missbraucht werden können. Unzensiert Meinungen teilen, kritisieren und Proteste organisieren – ohne soziale Medien hätten die demokratischen Bestrebungen in Ländern wie Ägypten, Tunesien oder Jemen wohl trotzdem kaum ihre ganze Kraft entfalten können.</p>
<h3>„Ushahidi“: digitales Krisenmanagement</h3>
<p>Crowdsourcing ist ein Schlüsselbegriff für dieses neuen Informationszeitalter. Der Begriff steht für die Bündelung von Wissen und Ideen von vielen Menschen über das Internet. Es ist eine Art moderne Arbeitsteilung, die zunächst vor allem in der Wirtschaft genutzt wurde. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von gesellschaftlichen und sozialen Projekten, die von der sogenannten „Schwarmintelligenz“ profitieren.</p>
<p>Auf der Open-Source-Software „<a href="https://www.ushahidi.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ushahidi</a>“ basieren viele Crowdsourcing-Plattformen. Die Software wurde wegen der blutigen Auseinandersetzungen nach den kenianischen Präsidentschaftswahlen 2007 ins Leben gerufen, bei denen etwa 1.500 Menschen ums Leben kamen. Per E-Mail und SMS konnten Augenzeugen melden, wo gerade Gewalt stattfand.</p>
<figure id="attachment_150043" aria-describedby="caption-attachment-150043" style="width: 207px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Sinsai-OpenStreetMap-nach-Japan-Erdbeben.png"><img decoding="async" class=" wp-image-150043" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Sinsai-OpenStreetMap-nach-Japan-Erdbeben.png" alt="crisis mapping" width="207" height="222" /></a><figcaption id="caption-attachment-150043" class="wp-caption-text">Kriseninformationen nach Erdbeben in Japan</figcaption></figure>
<p>Die Meldungen wurden zunächst von Mitarbeitern verifiziert, meist in Kooperation mit lokalen Journalisten und NGOs, und anschließend in einer Karte bei Google Maps eingefügt und für jeden sichtbar gemacht. Das Ziel: mehr Transparenz und Sicherheit. Mehr als 45.000 Kenianer nutzen die Software, um Gefahrenzonen zu melden.</p>
<p>Spätestens seit dem Einsatz während des Erdbebens in Haiti in 2010 ist „Ushahidi“ international bekannt. Die Software ist kostenfrei, wurde inzwischen in etwa 90.000 Projekten weltweit verwendet und erreichte mit 6.5 Millionen Beiträgen etwa 20 Millionen Menschen. Das sogenannte „Mapping“ ist ein einfaches Werkzeug mit großer Wirkung: Vorfälle oder Missstände, die oft im Nichts verlaufen würden, werden dokumentiert, kartographiert und veröffentlicht. Unter anderem wurden nach dem Erbeben in <a href="http://www.sinsai.info/?l=de_DE" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Japan 2011 auf einer Karte Kriseninformationen</a> veranschaulicht und Hilfe koordiniert sowie bei den Wahlen 2015 in <a href="https://www.ushahidi.com/blog/2011/03/30/using-the-ushahidi-platform-to-monitor-the-nigeria-elections-2011" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nigeria Augenzeugenberichte zu Wahlbetrug</a> erfasst.</p>
<h3>Drei Initiativen für mehr Meinungs- und Informationsfreiheit</h3>
<p>In einer im April veröffentlichten Studie der Deutschen Welle (DW) Akademie zum Thema „<a href="http://www.dw.com/en/study-advancing-freedom-of-expression/a-19117154" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Advancing Freedom of Expression</a>“ werden 16 Initiativen vorgestellt, die digitale Technologien benutzen, um Meinungs- und Informationsfreiheit zu verbessern.  Viele dieser Initiativen basieren auf Crowdsourcing und nutzen die Software Ushahidi. Sie beweisen, dass digitaler Aktivismus zu mehr Transparenz, öffentlicher Debatte und Beteiligung führen kann.</p>
<p>Eine der Initiativen ist „<a href="http://www.followthemoneyng.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Follow the Money</a>“ aus Nigeria. Seit 2012 nutzt sie datenjournalistische Formate, um Hilfsgelder zu verfolgen und Korruption zu bekämpfen. Um sicher zu gehen, dass Hilfsgelder von der Regierung vergeben und ihr Ziel erreichen, arbeitet „Follow the Money“ auf digitalen und traditionellen Wegen. Im engen Kontakt mit Gemeinden informiert sie die ländliche Bevölkerung über versprochene Gelder und recherchiert über deren Einsatz. Die Ergebnisse der Recherchen &#8211; Interviews, Fotos und kurze Videos – werden direkt auf die „Follow the Money“ Website gestellt und anschließend in sozialen Medien geteilt. Seit ihrer Gründung konnte die Initiative in vielen Orten Nigerias dafür sorgen, dass Hilfsgelder dort ankommen, wo sie dringend benötigt werden. Einer der größten Erfolge gelang nach der schweren Bleivergiftung im Staat Zamfara im Norden Nigerias in 2010, wo „Follow the Money“ sicherstellte, dass das <a href="http://www.followthemoneyng.org/how-we-tracked-700-million-ngn-to-savebagega/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">versprochene Budget von umgerechnet 2.65 Millionen US-Dollar für die Säuberung der Umwelt und Gesundheitsversorgung von Kindern eingesetzt wurde</a>.</p>
<p>Für mehr Transparenz und Gerechtigkeit im Gesundheitssystem setzt sich die Initiative „<a href="http://meraswasthyameriaawaz.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mera Swasthya Meri Aawaz</a>“ (My Health My Voice) in Indien ein. Im Staat Uttar Pradesh im Norden Indiens müssen Frauen in Entbindungskliniken oft Gebühren für eine Behandlung zahlen, obwohl diese laut Gesetz kostenlos ist. Über eine kostenlose Handynummer können Betroffene ihren Fall anonym melden. Das interaktive Sprachausgabesystem ist direkt mit Ushahidi verbunden – so werden die Fälle der Frauen direkt auf einer Karte sichtbar gemacht.  Eine Zeitleiste und Karte visualisiert, wo und für welchen Service nach wie viel Geld gefragt wurde. Diese Informationen dienen nicht nur den Frauen selbst als Hilfe gegen Abzocke in der Klinik, sondern werden als Kontrollinstanz von Gemeindeorganisationen, Frauenverbänden und Regierungsbeamten wahrgenommen. Illegale Geldforderungen in der Region sind seit der Gründung zurückgegangen.</p>
<figure id="attachment_150042" aria-describedby="caption-attachment-150042" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Mera-Swasthya-Meri-Aawaz“.png"><img decoding="async" class="wp-image-150042 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Mera-Swasthya-Meri-Aawaz“.png" alt="Karte von Mera Swasthya Meri Aawaz" width="960" height="434" /></a><figcaption id="caption-attachment-150042" class="wp-caption-text">Karte von Mera Swasthya Meri Aawaz</figcaption></figure>
<p>Ein letztes Beispiel, die „<a href="http://harassmap.org/en/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HarrasMap</a>“ in Ägypten, zeigt seit 2010, wie Online-Aktivismus gegen sexuelle Belästigung und Gewalt vorgeht. Via E-Mail, SMS oder Twitter können Menschen direkt melden, wo es zu einer sexuellen Belästigung oder einem Übergriff gekommen ist. Die Meldungen sind anonymisiert und werden direkt auf einer <a href="http://harassmap.org/en/what-we-do/the-map/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Karte</a> markiert. Neben digitalem Engagement lebt die Initiative von seinen über 1.500 Freiwilligen, die auf den Straßen Ägyptens für mehr Bewusstsein gegen sexuelle Übergriffe eintreten. Mit der „HarassMap“ wird so ein praktisches Werkzeug geschaffen, sogenannte „Safe Areas“ aufzuzeichnen. Allerdings geht es den Initiatoren um mehr: als gesellschaftliches Kollektiv ein Zeichen gegen sexuelle Gewalt setzen und somit soziale und legale Konsequenzen von Belästigung bewirken. Während im ersten Jahr noch 42 Meldungen pro Monat eingingen, waren es zwischen 2014 und 2015 nur noch 50 Meldungen pro halbes Jahr.</p>
<h3>Digitale Wege für mehr Aktivismus?</h3>
<p>Drei Initiativen, die gegen Korruption und Gewalt kämpfen. Drei Beispiele, wie normale Bürger zu digitalen Aktivisten werden können. Die Initiatoren haben Wege gefunden, mit lokalen Herausforderungen umzugehen. Zwar boomt die Zahl von Handy-Nutzern im globalen Süden, jedoch bleiben Internetzugänge rar. Da in Nigeria nur 15% der Bevölkerung Internetzugang haben, half sich „Follow the Money“ mit einem Radiosender und gedruckten Materialien in lokale Sprachen, um mehr Menschen mit ihren Informationen zu erreichen.</p>
<p>Sowohl „Follow the Money“ als auch „HarassMap“ gehen direkt auf Menschen auf der Straße zu und sensibilisieren sie für Themen wie Korruption und sexuelle Gewalt. „Mera Swasthya Meri Aawaz“ berücksichtigt die hohe Zahl an Analphabeten unter Frauen und arbeitet mit einem interaktiven Sprachausgabesystem, bei dem die Anrufer weder lesen noch schreiben können müssen.</p>
<p>Es gibt viele Dinge, die digital einfacher funktionieren: die Vernetzung von Menschen, das Teilen und Veranschaulichen von Informationen oder das Erreichen eines internationalen Publikums. Trotzdem kämpfen viele Initiativen mit ähnlichen Problemen: es braucht ausreichend mobile Geräte vor Ort, die Menschen müssen von dem Projekt wissen und eine Motivation haben, den Service langfristig zu nutzen. Für den Benutzer ist es wichtig, dass Informationen schnell und vereinfacht abrufbar sind, trotzdem müssen Meldungen sorgsam und besonnen auf Richtigkeit überprüft werden. Ein Thema bleibt auch die Reichweite der Initiativen. Der Durchschnittsnutzer der Angebote ist laut Deutsche Welle zwischen 15 und 35 Jahren, männlich und lebt in der Stadt.</p>
<h3>Fazit: Reichweite vergrößern</h3>
<p>Crowdsourcing ist das Inbild von modernem Informationsmanagement. Viele Stimmen und Meldungen fügen sich online zu einem großen Informationspool zusammen. In Krisen- und Katastrophensituation kann das „Mapping“ von Gefahrenzonen viele Leben retten. Andere Initiativen bekämpfen so ein korruptes System, in dem sie mit gesammeltem Wissen mehr Transparenz und Druck auf ihre Regierungen erzeugen. Die hohe Zahl von Menschen ohne Internetzugang zeigt jedoch auch, dass es weiterhin traditionelle Wege braucht, um Menschen zu informieren und mobilisieren. Das Informationspotenzial dieser Initiativen ist also enorm, jetzt braucht es Ideen, um mehr Menschen den Zugang zu ihnen zu ermöglichen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/whiteafrican/6789923767/in/photolist-bm18Ma-7G1Kkb-5W3yr5-9GxMUL-5W3zK9-5rX2ED-5W3zAw-6BNJ1r-8oPG6V-82QhyU-6BSQ9J-69skFf-69sbwG-69oiJM-5VYfkx-5VYNDa-8ohd2F-69ofVF-dZuK5D-agJtTE-5VYg6r-8Pwpaa-agFF1t-8NXR8R-69sdMW-6BNHAR-8PwjfK-5W3yBA-dy9Vap-69s7FA-agFFwt-nTdrVE-5VYgbF-4TkmUh-6BNHFV-7mioKu-7wKUQQ-69ssKh-oazcS5-8Pwj1z-8Pznch-e2jdfQ-5VYeQT-7G1Knh-9eVaA1-69o6HP-9aEkmp-dM7nLr-69nSzR-agJtYo" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ushahidi 2012 Annual Meetup</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/whiteafrican/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erik (HASH) Hersman</a> via <a href="https://www.flickr.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0 </a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Crowdsourcing für den Frieden: Kriegsberichterstattung aus Syrien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lena Kaiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Aug 2012 14:25:29 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Syriatracker]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Internet kursieren unendlich viele Berichte über den Bürgerkrieg in Syrien, doch die Nachrichtenlage ist chaotisch. Mit dem Ziel, eine [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/crowdsourcing-fkriegsberichterstattung-aus-syrien/syriatracker/" rel="attachment wp-att-119893"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-119893" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/syriatracker.png" alt="interaktive Karte von Syriatracker" width="630" height="348" /></a>Im Internet kursieren unendlich viele Berichte über den Bürgerkrieg in Syrien, doch die Nachrichtenlage ist chaotisch. Mit dem Ziel, eine Übersicht zu schaffen, sammeln Aktivisten die Daten aus sozialen Netzwerken und der Presse im Internet. Auf Portalen wie “Syriatracker“ und “Women under Siege Syria“ werden die Daten zusammengeführt und sortiert.</p>
<p>Während die Lage in Syrien sich immer weiter zuspitzt, werden die Verbrechen auf den Crowdsourcing-Plattformen <a href="https://syriatracker.crowdmap.com/">syriatracker.com</a>  und <a href="https://womenundersiegesyria.crowdmap.com/">womenundersiegesyria.crwodmap.com</a> sichtbar gemacht. Seit April dieses Jahres können Augenzeugen Berichte über die Kriegshandlungen anlegen und so Beweise für künftige Gerichtsverfahren sammeln.</p>
<p>So finden sich auf Syriatracker Vermisstenanzeigen und Berichte über Morde, Festnahmen, Flüchtlingszahlen sowie Trinkwasser- und Nahrungsverschmutzung. Inzwischen sind 2.300 Beiträge auf dem Portal gelistet, täglich kommen etwa fünf neue hinzu. Bei einem Großteil handelt es sich um Crossposts von anderen Internetseiten, direkte Augenzeugenberichte sind meist mit Fotos und Videos von Facebook, Twitter und YouTube belegt. Man sieht furchtbare Fotos und Videos von Toten und Verletzten sowie Erfahrungsberichte, die das Ausmaß der Straßenschlachten auf grauenerregende Weise verdeutlichen. Für den Betrachter sind die Bilder und Berichte kaum zu ertragen. Wer will, kann sich mit der Alert-Funktion per Mail oder SMS über Vorkommnisse in einer bestimmten Region benachrichtigen lassen.</p>
<h3>Die Auswertung der Crowdmap wird direkt mitgeliefert</h3>
<p>Auch die Nichtregierungsorganisation Women Media Center aus New York bemüht sich, Kriegsverbrechen in Syrien zu kartographieren. Auf der von ihr betriebenen Website Women under Siege Syria sind bereits 80 Berichte von sexueller Gewalt im Rahmen der Kampfhandlungen aufgeführt. Das Hauptanliegen der Aktivistinnen ist es, nachzuweisen, dass Vergewaltigungen häufig einen Aspekt der Kriegsführung ausmachen. Women under Siege recherchierte bereits über sexuelle Gewalt im <a href="http://www.womenundersiegeproject.org/conflicts/profile/holocaust">Holocaust,</a> im <a href="http://www.womenundersiegeproject.org/conflicts/profile/bosnia">Bosnienkonflikt</a> und im <a href="http://www.womenundersiegeproject.org/conflicts/profile/democratic-republic-of-congo">Kongo.</a> Die Crowdmap über Sexualstraftaten im syrischen Bürgerkrieg ist Teil ihres Programms.</p>
<p>Doch Women under Siege sammelt nicht nur Daten, sondern bietet gleichzeitig eine Interpretation an. Die von Internetnutzern weltweit gesammelten Fakten werden deshalb in Hintergrundartikeln in einem <a href="http://www.womenundersiegeproject.org/blog">begleitenden Blog</a>  von der Koordinatorin des Projekts Lauren Wolfe eingeordnet und kommentiert. Im Auftrag der Vereinten Nationen wertete sie die Crowdmap aus und fasste kürzlich in einem <a href="http://www.womenundersiegeproject.org/blog/entry/wmcs-women-under-siege-testimony-to-un-today-on-sexualized-violence-in-syri">Bericht</a> für die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates die Informationen zusammen.<br />
Die US-Nichtregierungsorganisation will nicht nur die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren, sondern auch konkrete Beweise für potentielle Gerichtsverfahren sammeln. Darüber hinaus soll &#8211; sobald die Sicherheitslage es zulässt &#8211; medizinische wie auch psychologische Hilfe in der Krisenregion geschickt werden. Auch die Expertin für medizinische Versorgung in Krisengebieten Catherine M. Mullaly von der Harvard Medical School in Boston ist Teil des Teams.</p>
<p>Weitere Portale sammeln mit unterschiedlichen Schwerpunkten Nachrichten aus Syrien. Die Betreiber der Seite <a href="http://www.syrianshuhada.com/">syrianshuhada.com</a> haben es sich beispielsweise zum Ziel gesetzt, die Toten zu zählen. Sie weisen jedem Toten eine „Märtyrer-ID“ zu und zählen bereits mehr als 22.600 Tote, um auf die täglich steigende Zahl der Opfer aufmerksam zu machen.</p>
<p>Syriatracker und Women under Siege Syria verwenden die Open Source-Software <a href="http://ushahidi.com/products/crowdmap">Ushahidi</a> für ihre Crowdmaps, die hauptsächlich von Freiwilligen aus Afrika, aber auch aus Europa und Nord-und Südamerika entwickelt wird. Erstmalig wurde die Software 2008 in Kenia im Zusammenhang mit den den Unruhen nach der Präsidentschaftswahl eingesetzt. Auch nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti und während der Aufstände in Libyen und Ägypten fanden die interaktiven Karten Verwendung, um Informationen zu sammeln und zu visualisieren. Die Websites sind mehrsprachig angelegt, so dass Menschen in den Krisenregionen und ausländische Medienbeobachter sich gleichermaßen informieren können.</p>
<h3>Die Frage nach der Vertrauenswürdigkeit der Quellen</h3>
<p>Um das Leben der berichtenden Augenzeugen zu schützen, bleiben die syrischen Mitarbeiter von Women under Siege und Syriatracker anonym. Doch die Anonymisierung erschwert auch die Verifizierung der Berichte. Syriatracker prüft laut eigenen Angaben den Gehalt der veröffentlichten Berichte. Und auch die Betreiberinnen von Women under Siege Syria versprechen, demnächst ein Expertenteam nach Syrien schicken, um eigene Nachforschungen anzustellen. Derzeit kann jeder Besucher der Websites die Glaubwürdigkeit der einzelnen Berichte bereits beurteilen.</p>
<p>Auch für Journalisten stellt sich die Frage, wie vertrauenswürdig die Informationen von Crowdsourcing-Portalen aus Krisengebieten sind. Der Schweizer Journalist und Social Media-Experte <a href="http://konradweber.ch/">Konrad Weber</a> fasst den Wert deratiger Portale für seine Berufskollegen folgendermaßen zusammen: “Wer als Journalist aus Syrien berichtet, sollte Syriatracker und Women under Siege Syria kennen. Solche Websites mit aggregierten Informationen aus einem Gebiet, aus dem nur schwer Informationen dringen, dienen in erster Linie der Übersichtlichkeit“. Im Interview mit politik-digital.de empfiehlt er, für die Verifikation der Ereignisse weitere Informationen hinzuziehen: „Ich kenne einige Redaktionen, die deshalb direkt auf Betroffene in Syrien zugehen. Auch Korrespondenten vor Ort bauen ihr eigenes Netzwerk auf – geschlossene Facebook-Gruppen und Blogs helfen ihnen dabei“</p>
<p>Bei der Überprüfung von Informationen geht es jedoch nicht nur darum, ob die Fakten stimmen. Wie sollte ein Journalist mit Daten umgehen, die eine Nichtregierungsorganisation wie Women under Siege selbst interpretiert? Auch ihre Daten gilt es zu nutzen, meint Weber: „Meist haben diese Organisationen, die direkt vor Ort sind, bessere Voraussetzungen als Journalisten, um große Datenmengen zu erheben. Trotzdem gilt – wie auch bei allen anderen journalistischen Quellen – dass wir Journalisten immer von verschiedenen Seiten recherchieren und die meist diffusen Informationen kritisch hinterfragen sollten“.</p>
<h3 align="JUSTIFY">Hauptsächlich Außenstehende informieren sich per Crowdmap</h3>
<p>Für die Betroffenen selbst spielen Crowdsourcing-Portale meist keine Rolle. Versucht man beispielsweise aus den Twitter-Followern von Syriatracker auf die Gesamtheit der Besucher der Website zu schließen, so ergibt sich eine Zielgruppe aus westlichen Journalisten, Aktivisten und syrischen Auswanderern, die sich über den Bürgerkrieg mithilfe der Crowdmaps informieren. Der Architekt Bassam Sabour, der bis vor wenigen Wochen in Damaskus lebte und sich derzeit in Hamburg aufhält, bestätigt den Eindruck, dass in Syrien selbst Informationen hauptsächlich über persönliche Kontakte ausgetauscht werden. Sabour informiert sich hauptsächlich per Telefon oder Fernsehnachrichten über die „schmerzhafte und katastrophale“ Lage in Syrien. Seine Online-Kommunikation beschränkt sich auf Facebook-Nachrichten, E-Mails, Skype- und Messenger-Chats. Öffentliche Kommentare verfasst er im Internet nur ganz selten.</p>
<p>Außenstehenden liefern die Crowdsourcing-Portale jedenfalls ein anschaulicheres Bild des Bürgerkriegs, indem sie allgemein gehaltene Nachrichten aus den hiesigen klassischen Medien mit Einzelschicksalen verknüpfen. Die Verifikation der gesammelten Daten bleibt jedoch eine große Herausforderung, der sich insbesondere Journalisten weiterhin stellen müssen. Crowdsourcing-Portale stellen eine sinnvolle Ergänzung zur Datenbeschaffung in Krisengebieten dar, die den persönlichen Austausch von Informationen jedoch nicht ersetzten können. Im Jahr 2008 nutzten 45.000 Menschen die kenianische Crowdmap. Das Format hat offenbar Potenzial.</p>
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