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	<title>Ute Vogt &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Ute Vogt &#8211; politik-digital</title>
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		<title>&#8220;Ich persönlich bin überzeugt, dass Hartz IV notwendig und richtig war&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rthurnher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jun 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Ute Vogt, Staatssekretärin 
im BMI, war am 27. Juni zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de 
und politik-digital.de.</b></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Ute Vogt, Staatssekretärin<br />
im BMI, war am 27. Juni zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de.</b></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte,<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. Unsere Chat-Reihe wird veranstaltet<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de und unterstützt von<br />
tagesspiegel.de. Unser Gast heute ist die stellvertretende SPD-Vorsitzende<br />
Ute Vogt. Sie ist parlamentarische Staatssekretärin im Bundesinnenministerium<br />
und will 2006 Ministerpräsidentin in ihrer Heimat Baden-Württemberg<br />
werden. Guten Tag, Frau Vogt!
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Guten Tag.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die Regierung hat gerade erst den Spitzensteuersatz<br />
gesenkt, jetzt soll die so genannte Reichensteuer kommen. Das riecht<br />
nach Populismus.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es ist sicher auch noch ein Symbol dafür,<br />
dass man alle an den notwendigen Investitionen beteiligt. Der Satz<br />
mit plus drei Prozent gilt für alle ab 250.000 Euro Jahreseinkommen.
</p>
<p>
<b>Klassengestell:</b> Welche Reaktion erwarten Sie in<br />
Bezug auf die Millionärsbesteuerung im Wahlprogramm der CDU/CSU?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ich glaube, dass in der CDU/CSU so was<br />
überhaupt nicht vorkommt. Dort werden weitere Steuersenkungen<br />
versprochen und spätestens nach der Wahl würde eine CDU/FDP-Regierung<br />
weitere Steuersenkungen mit der Mehrwertsteuer ausgleichen müssen.
</p>
<p>
<b>Klapperschlange:</b> Frau Vogt, glauben Sie wirklich,<br />
dass Sie die Wähler nach Hartz IV mit einem kleinen Stück<br />
Zuckerbrot (Mindestlohn) überzeugen können?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ich persönlich bin überzeugt,<br />
dass Hartz IV notwendig und richtig war und deshalb werbe ich sehr<br />
bewusst auch mit dem, was wir bereits beschlossen haben und nicht<br />
nur mit den Ergänzungen. Wer ein solidarisches Deutschland<br />
auch in Zukunft will, muss solche Reformen heute durchführen.
</p>
<p>
<b>Madface:</b> In Deutschland liegt eindeutig eine wachstumsdefizitäre<br />
Arbeitslosigkeit vor. Die SPD redet allerdings weiter von einer<br />
gerechteren Verteilung der verbleibenden Arbeitsplätze. Die<br />
CDU scheint sich nun für den kommenden Bundestagswahlkampf<br />
das Wort „Wirtschaftswachstum“ zu reservieren. Bisher<br />
wurde von Seiten der Union allerdings noch nicht ganz klar, was<br />
für ein positives Wachstum getan werden soll. Was schlagen<br />
Sie vor?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir setzen auch auf neue Arbeitsplätze.<br />
Die Energiepolitik ist für mich eines der wichtigen Wachstumsfelder<br />
und Investitionen in Bildung und Forschung können ebenfalls<br />
zu mehr Wachstum beitragen. Dafür würden wir z.B. die<br />
Eigenheimzulage streichen, um die notwendigen Investitionen zu tätigen.
</p>
<p>
<b>fagvf345:</b> Warum kommt die Millionärssteuer<br />
erst jetzt im Wahlkampf auf den Tisch?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Weil wir innerhalb der SPD dazu durchaus<br />
unterschiedliche Positionen hatten und uns jetzt für die Zukunft<br />
geeinigt haben. Außerdem wären solche Vorschläge<br />
bisher auch an der Unionsmehrheit im Bundesrat gescheitert.
</p>
<p>
<b>clemens123:</b> Glauben Sie über eine neue Steuer<br />
eher Kapital anzuziehen oder zu vertreiben?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Weder noch. Wer über 250.000 Euro<br />
im Jahr verdient, wird keinen großen Beeinträchtigungen<br />
spüren. Ich glaube an die Bereitschaft vieler Menschen auch<br />
in diesen Einkommensklassen, etwas für die Gesellschaft zu<br />
tun. Sonst gäbe es z.B. auch nicht so viele Stiftungen in Deutschland.
</p>
<p>
<b>Daniel_Sei:</b> Die SPD hat doch jegliche Glaubwürdigkeit<br />
verloren, zuerst Agenda 2010 und Hartz IV, jetzt führt sie<br />
sich plötzlich wieder als Partei der kleinen Leute auf, das<br />
ist doch ein einziger Widerspruch.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ist es nicht. Hartz IV hat gerade vielen<br />
kleinen Leuten neue Chancen eröffnet. Zwei Drittel der bisherigen<br />
Sozialhilfeempfänger erhalten durch Hartz IV endlich verbindliche<br />
Angebote zur Qualifizierung und zur Vermittlung in den Arbeitsmarkt.<br />
Es ist besser, wenn ein Sozialsystem Teilhabe ermöglicht, als<br />
dass wir auf Dauer darauf setzen, dass Menschen von staatlichen<br />
Leistungen abhängig bleiben.
</p>
<p>
<b>Daniel_Sei:</b> Die SPD hat Veräußerungen<br />
von Unternehmensbeteiligungen steuerfrei gestellt. Franz Müntefering<br />
hat sich dann über die &#8216;Heuschrecken &#8216; beklagt, die über<br />
die deutsche Wirtschaft herfallen. Wie kann das sein?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir haben damals bezweckt, dass Unternehmen<br />
stärker investieren. Tatsächlich wurde die Regelung aber<br />
ausgenutzt. Deshalb haben wir auch korrigierend eingegriffen und<br />
es gilt heute eine Mindestbesteuerung in Deutschland, die versuchen<br />
wir gerade auch auf europäischer Ebene zu vereinbaren.
</p>
<p>
<b>suka:</b> Warum schafft es eine renommierte Partei wie die SPD nicht<br />
den Wähler/Bürger über seine Reformen ausreichend<br />
zu informieren und reformiert nur ständig und andauernd über<br />
die Köpfe der Wähler hinweg? Als Endverbraucher dieser<br />
Politik hat man stark zu kämpfen, die Reformen auch zu verstehen<br />
oder gar nachzuvollziehen!
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> In der Tat haben wir häufig den<br />
Fehler gemacht, zu wenig über die Probleme zu reden und gleich<br />
Lösungen anzubieten. Das fehlende Problembewusstsein, manchmal<br />
bis in die eigenen Reihen, hat dann lange, schwierige Debatten zur<br />
Folge gehabt. Und die Lösungen wurden oft nicht akzeptiert,<br />
weil man die Notwendigkeit mancher Reform gar nicht eingesehen hat.<br />
Wir haben zu wenig Kraft auch auf die Überzeugung in die eigenen<br />
Reihen gesteckt. Aber ohne die Überzeugungskraft der gesamten<br />
Mitgliedschaft ist es schwieriger, die Bürgerinnen und Bürger<br />
zu erreichen. Die Medien helfen dabei in der Regel nicht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die User sind an Ihrer Arbeit interessiert.<br />
2 Fragen im Paket:
</p>
<p>
<b>robot:</b> Frau Vogt, Was machen Sie eigentlich &#8211; d.h. was ist Ihr<br />
„Aufgabenbereich“ im BMI?
</p>
<p>
<b>MußGauerWeg18:</b> Was genau machen Sie eigentlich<br />
im Innenministerium?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Parlamentarische Staatssekretäre<br />
sind das Bindeglied zwischen Ministerium und Parlament. Ich habe<br />
keine speziellen Themen zugeordnet, sondern arbeite im gesamten<br />
Themenbereich des Ministeriums. Zum einen in Vertretung des Ministers,<br />
z.B. auf Terminen, die er nicht selbst wahrnehmen kann. Zum anderen<br />
in Richtung Parlament, indem ich das Parlament regelmäßig<br />
über wichtige Vorhaben informiere, bis hin zu konkreten Gesetzesverhandlungen,<br />
bei denen zwischen Ministerien und Abgeordneten die einzelnen Formulierungen<br />
ausgehandelt werden müssen. Die Themenbreite des Ministeriums<br />
geht von Terrorismusbekämpfung über Zuwanderung bis zu<br />
Sport und vielem mehr.
</p>
<p>
<b>Klapperschlange:</b> Sehr geehrte Frau Vogt, Sie sind<br />
ja unter anderem auch für die Modernisierung des Staates zuständig.<br />
Welche Gefahr lauert für die elektronische Demokratie im Falle<br />
eines Regierungswechsels?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Mein Eindruck ist, dass die CDU eine<br />
sehr konservative Einstellung zur elektronischen Kommunikation hat.<br />
Wir haben durch das Innenministerium heute fast 400 Dienstleistungen<br />
der gesamten Bundesregierung ins Netz gebracht und es ist unser<br />
erklärtes Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern unkomplizierten<br />
Zugang zu den Behörden zu verschaffen. Ich sehe in der CDU<br />
niemanden, der das in ähnlicher Weise offensiv vorantreiben<br />
wird, wie wir das bisher getan haben.
</p>
<p>
<b>Georg_Hoezle:</b> Sie sind ja offensichtlich ganz<br />
bewandert in Sachen Offene Software: Wie will die Bundesregierung<br />
offene Software in Deutschland zu einem Wirtschaftsfaktor machen?<br />
Neben SAP gibt &#8216;s ja keine nennenswerten Schmieden in Deutschland.<br />
Ist offene Software nicht eine Option für den Wissensstandort<br />
Deutschland?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> OSS ist für uns ein wachsendes<br />
Feld und gibt gerade kleineren und mittleren Unternehmen große<br />
Chancen. Wir fördern im BMI OSS offensiv, indem wir die Einführung<br />
von OSS in der Verwaltung selbst anregen und dafür sorgen,<br />
dass das Wissen darüber möglichst viel verbreitet wird.<br />
Ich kann nur empfehlen, gehen sie auf unsere Homepage: www.bmi.bund.de<br />
und lassen sie sich dort zu unseren Initiativen führen.
</p>
<p>
<b>Ubuntu-Häuptling:</b> Wie sehen Sie die Entwicklung<br />
der Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst? Herr Schily<br />
will ja auch hier stark kürzen.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir haben keine Kürzungen beschlossen,<br />
sondern eine überfällige Modernisierung des öffentlichen<br />
Dienstes. Das Bezahlungssystem soll umgestellt werden, die tatsächliche<br />
Leistung am Arbeitsplatz soll künftig stärker bewertet<br />
werden. Andere Bausteine, wie Lebensalter oder Zugehörigkeit<br />
zum Dienst, sollen dagegen z.B. bei Beförderungen weniger wichtig<br />
sein. Das Ganze wurde gemeinsam mit den Gewerkschaften auf den Weg<br />
gebracht. D.h. wir entwickeln unsere Modernisierung gemeinsam mit<br />
den Betroffenen.
</p>
<p>
<b>Carsten:</b> Warum verzögert ihrer Meinung der<br />
Kanzler seit fünf Wochen eine klare Entscheidung über<br />
Neuwahlen. Ein Rücktritt wäre doch die verfassungskonforme<br />
und zügigste Lösung.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ein Rücktritt des Kanzlers hätte<br />
zur Folge, dass ein neuer Kanzler gewählt werden müsste.<br />
Dazu gibt es im Bundestag keine Alternative. Gerhard Schröder<br />
soll Kanzler bleiben.
</p>
<p>
<b>Ulinux:</b> Für wie wichtig erachten Sie einen Generationenwechsel<br />
in der SPD, um bei den Wählern besser anzukommen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ich glaube, eine Partei ist dann erfolgreich,<br />
wenn sie auch in ihrer Führung eine gesunde Generationenmischung<br />
hat. Die nächste Gelegenheit, diese herzustellen, bietet sich<br />
bei der Aufstellung der Kandidatinnen und Kandidaten für die<br />
Bundestagswahl. Dort wo ich Verantwortung trage, will ich als Landesvorsitzende<br />
dafür sorgen, dass sowohl Ältere mit Erfahrung als auch<br />
neue junge Leute zum Zuge kommen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nach sieben Jahren Rot-Grün wirkt<br />
die SPD personell ausgezehrt. Sie gehören in der nachrückenden<br />
Generation zum Spitzenpersonal, wollen aber im Bund nicht mehr mitmischen.<br />
Können Sie das Ihrer Partei gegenüber überhaupt verantworten?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Eine Partei wird immer getragen aus<br />
guten Leuten in den Ländern und im Bund. Ich will mehr Verantwortung<br />
in Baden-Württemberg, weil ich dort Ministerpräsidentin<br />
werden möchte. Aber ich möchte mich gleichzeitig weiter<br />
als stellvertretende Bundesvorsitzende auch auf der Bundesebene<br />
einbringen, sofern die Basis mich dort erneut wählt.
</p>
<p>
<b>utzeeeeee:</b> Wie schätzen Sie die derzeitige<br />
politische Lage in den Bundesländern ein, wäre die Bundesregierung<br />
nach einer Wiederwahl überhaupt handlungsfähig?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Eine klare Wahl für die jetzige<br />
Bundesregierung würde auch die unionsregierten Länder<br />
unter Druck bringen und wäre das politische Signal, dass die<br />
CDU mit ihrer Blockadepolitik nicht zu Mehrheiten kommt. Sie würde<br />
zwangsläufig ihre Strategie ändern müssen und sich<br />
im Bundesrat an Sachlösungen beteiligen.
</p>
<p>
<b>Tom11:</b> Frau Vogt. Sehen sie das auch als Schwäche<br />
der SPD, in den letzten sieben Jahren nicht viel stärker für<br />
das skandinavische Modell eines erfolgreichen sozialdemokratischen<br />
Staates geworben zu haben und nun dem neoliberalen Modell der Union<br />
nichts entgegenzusetzen zu haben?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Jedenfalls haben wir es versäumt,<br />
rechtzeitig darauf hinzuweisen, dass nur ein starker Staat etwas<br />
für seine Bürgerinnen und Bürger tun kann. Bei uns<br />
ist den Menschen viel zu wenig bewusst, dass ihre Steuern dazu dienen,<br />
der Bevölkerung in Form von Bildung, Infrastruktur oder Sicherheit<br />
auch Gemeinschaftsleistungen zurückzugeben. In den skandinavischen<br />
Ländern ist die Bereitschaft Steuern für die Gemeinschaft<br />
zu zahlen ungleich höher.
</p>
<p>
<b>MenschMeier:</b> Szenario: Die Union gewinnt die Wahl<br />
und kürzt weiter, ändern wird sich dadurch nichts und<br />
die Menschen werden immer unzufriedener. Ist das nicht Wasser auf<br />
die Mühlen der Extremisten und wie kann man dem begegnen, denn<br />
die Gefahr des beschriebenen Szenarios besteht ja, oder?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Die Gefahr besteht sicherlich. Begegnen<br />
kann man dem, indem man vor der Wahl die Alternativen auf den Punkt<br />
bringt. Der Vorteil der Neuwahl ist, dass die CDU jetzt klar sagen<br />
muss, wofür sie steht und nicht mehr allein nur die Regierung<br />
kritisieren kann. Die Menschen haben die Wahl zwischen einer sozialen<br />
Marktwirtschaft, in der notwendige Reformen gemacht werden, aber<br />
solidarische Absicherung Selbstverständlichkeit bleibt oder<br />
eben dem amerikanischen &quot;Hilf-dir-selbst-Modell&quot;, für<br />
das die CDU steht. Abgleiten in Extremismus kann man nur verhindern,<br />
wenn man deutlich macht, dass die Bürger auch mit ihrer Stimme<br />
gestalten können und eine Verantwortung bei der Stimmabgabe<br />
haben.
</p>
<p>
<b>Madface:</b> Sind Sie von den Gewerkschaften enttäuscht,<br />
weil diese sich bei der kommenden Bundestagswahl diesmal nicht eindeutig<br />
für die SPD aussprechen wollen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Mich hat mehr enttäuscht, dass<br />
einige Gewerkschaftsfunktionäre die positiven Leistungen, wie<br />
die Absicherung der Tarifautonomie, die Ausweitung der Mitbestimmung<br />
und den Erhalt des Kündigungsschutzes überhaupt nicht<br />
erwähnen. Eine Wahlempfehlung müssen überparteiliche<br />
Gewerkschaften nicht geben. Aber meine Erwartung ist schon, dass<br />
die Regierung, die gewährleistet, dass Gewerkschaften nicht<br />
in ihrer Substanz geschwächt werden, nicht so bekämpft<br />
wird wie das zum Teil der Fall war.
</p>
<p>
<b>derWolter:</b> Die Linke in Deutschland ist mal wieder<br />
dumm genug, sich selbst in Knie zu schießen. Die Linkspartei<br />
will die SPD für ihre Reformen abstrafen und bereitet damit<br />
Angela Merkel den Weg ins Kanzleramt, womit die Reformen noch deutlich<br />
schärfer werden. Wie will die SPD im Wahlkampf darauf reagieren?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Der Zusammenschluss von PDS und Freunden<br />
hat nur die Funktion, Proteststimmen zu sammeln. Wir wollen uns<br />
bemühen, um die Wählerinnen und Wähler zu werben,<br />
um klar zu machen, dass man mit einer Wahlentscheidung jemandem<br />
auch Macht und Vertrauen in die Hand gibt. Zwei Führungsfiguren<br />
wie Gysi und Lafontaine, die beide gezeigt haben, dass sie dann<br />
davon laufen, wenn sie wirklich gestalten müssen, haben solches<br />
Vertrauen nicht verdient.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Täuscht der Eindruck oder wirken<br />
die Sozialdemokraten derzeit gegenüber der Konkurrenz von Links<br />
recht hilflos?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es ist für uns nicht einfach, der<br />
großen Medienaufmerksamkeit, die die beiden Führungsfiguren<br />
genießen, mit gleicher Macht entgegen zu treten. Das Phänomen<br />
wird sich aber sicher legen, wenn PDS und Anhängsel mal wirklich<br />
inhaltlich Farbe bekennen müssen. Derzeit lebt das Ganze noch<br />
davon, dass eben etwas Neues auf der Bühne geschieht.
</p>
<p>
<b>tacko:</b> Hallo Frau Vogt! Von Ihnen als Mitglied des Parteipräsidiums<br />
möchte ich gerne wissen, warum sich die SPD-Führenden<br />
so herablassend über Oskar Lafontaine äußern, ihn<br />
zum Teil persönlich niedermachen, anstatt sich inhaltlich mit<br />
ihm auseinanderzusetzen, wo die derzeitige SPD-Führung offenbar<br />
nicht viel entgegenzusetzen hat.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ich habe von Oskar Lafontaine bislang<br />
außer Schmähreden noch nicht viel hören können.<br />
Konstruktive Vorschläge oder gar Lösungsansätze,<br />
die er früher ja durchaus entwickelt hat, sind heute nicht<br />
mehr zu finden. Die Enttäuschung über ihn liegt an dem<br />
Missbrauch unseres Vertrauens. Er war Parteivorsitzender und Finanzminister,<br />
er hat uns damals beide Ämter vor die Füße geworfen<br />
und ist geflohen, anstatt sich seiner Verantwortung zu stellen und<br />
zu gestalten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wenn die neue Linkspartei 8 oder 10<br />
Prozent bekommt, wird die SPD dieses neue Phänomen kaum dauerhaft<br />
ignorieren können, oder?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Da sie diese Prozentzahl nicht erreichen<br />
wird, muss man sich darauf nicht einlassen. Man kann mit Protesthaltung<br />
immer Unzufriedene aktivieren, wirkliches Vertrauen in der Breite<br />
zu schaffen gelingt damit nicht.
</p>
<p>
<b>Daniel_Sei:</b> Frau Vogt, haben Sie Oskar Lafontaines<br />
neuestes Buch gelesen? Da finden sich jede Menge konstruktiver Lösungsansätze.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ich werde ihn sicherlich nicht auch<br />
noch finanziell unterstützen, indem ich seine Bücher kaufe.<br />
Ich kenne seine Reden, lese in der Zeitung, was er von sich gibt<br />
und habe bisher wirklich nichts entdeckt, was neu wäre und<br />
wirklich umsetzbar.
</p>
<p>
<b>Arc:</b> Hartz IV ist das Werk der SPD. Zwar von CDU/CSU toleriert.<br />
Was ist daran sozial? Die PDS und die Alternative Liste haben mehr<br />
für den „kleinen Mann“ übrig als die neoliberale<br />
SPD. Wodurch unterscheidet sich die SPD eigentlich von der bürgerlichen<br />
CDU?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Bei Hartz IV erhalten die Menschen einen<br />
Anspruch auf Vermittlung und viele erstmals einen Anspruch auf Qualifizierung<br />
und Fortbildung. Es ist sozial, wenn für Sozialhilfeempfänger<br />
wieder die Grundlagen geschaffen werden, dass sie sich überhaupt<br />
um einen Arbeitsplatz bewerben können. Die CDU will im Vergleich<br />
dazu die Gelder für aktive Arbeitsmarktpolitik zusammenstreichen.<br />
Die so genannte &quot;Linkspartei&quot; hat die Illusion, dass man<br />
staatliche Leistungen auf Dauer in der bisherigen Form finanzieren<br />
kann und dass man Menschen helfen würde, indem man sie in Abhängigkeit<br />
von staatlichen Leistungen hält.
</p>
<p>
<b>amir128:</b> Warum gestehen sich die Politiker nicht<br />
öffentlich ein, dass Arbeitsplätze von der Wirtschaft<br />
geschaffen werden und heutzutage kaum noch Einfluss seitens der<br />
Politik besteht? Stattdessen sollte die Außenpolitik hervorgehoben<br />
werden, die ja in den Augen der meisten Deutschen vorbildlich war.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Außenpolitik ist wirklich ein<br />
Feld, das in der öffentlichen Darstellung viel zu kurz kommt.<br />
Denn hätten Frau Merkel und Herr Stoiber die letzten Jahre<br />
regiert, wären wir an vorderster Front beim Irakkrieg dabei.<br />
Trotzdem muss das Thema Arbeit eine gleich große Rolle spielen,<br />
denn die Menschen wollen eben Antworten auf beides, Außen-<br />
und Innenpolitik. Richtig ist, dass Politik nur Rahmenbedingungen<br />
festlegt und nicht selbst Arbeitsplätze schafft. Das ist mit<br />
ein Grund, warum Franz Müntefering die Diskussion um die Verantwortung<br />
der Unternehmer für unser Land begonnen hat.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Frau Vogt möchte 2006 Ministerpräsidentin<br />
werden. Dazu mehrere Fragen:
</p>
<p>
<b>Ulinux:</b> Welche Chancen rechnen Sie sich im Landtagswahlkampf gegen<br />
Herrn Oettinger aus? Wird es nach der Bundestagswahl eine Trendwende<br />
bei den Landtagswahlen geben?
</p>
<p>
<b>Madface:</b> Rechnen Sie sich als Spitzenkandidatin<br />
der SPD in Baden-Württemberg wirkliche Chancen aus, Ministerpräsidentin<br />
zu werden?
</p>
<p>
<b>Daniel_Sei:</b> Wie hoch schätzen sie Ihre Chancen<br />
ein, in Baden-Württemberg Ministerpräsidentin zu werden?<br />
Wie verstehen Sie sich mit dem dortigen SPD-Politiker Ulrich Maurer,<br />
der ein heftiger Kritiker der rot-grünen Regierungspolitik<br />
ist?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Die nordrhein-westfälische Landtagswahl<br />
hat gezeigt, dass es &#8211; für die SPD „leider“, in<br />
diesem Fall &#8211; keine Stammländer für einzelne Parteien<br />
mehr gibt. Deshalb gilt auch für Baden-Württemberg: Vor<br />
jeder Wahl müssen alle das Vertrauen der Bürgerinnen und<br />
Bürger neu erringen. Mit Günter Oettinger hat Baden-Württemberg<br />
einen Ministerpräsidenten, der in seiner Person und mit seinem<br />
Verhalten einen totalen Gegensatz zu mir darstellt. Und deshalb<br />
haben die Wähler hier eine richtige Auswahl.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Abschluss noch mal 2 Fragen zur<br />
Reichensteuer mit ähnlichem Zungenschlag:
</p>
<p>
<b>Human:</b> Besteht nicht die Gefahr bei der höheren<br />
Besteuerung der Reichen, dass die Steuerflucht noch mehr steigt?
</p>
<p>
<b>Helge:</b> Frau Vogt, Sie glauben also im Ernst daran, dass eine „Reichensteuer“<br />
nicht im Geringsten dafür sorgen wird, dass die Leute, die<br />
die meisten Steuern bezahlen, nicht vertreiben werden. In einer<br />
globalisierten Welt, in der es kein Problem ist mal eben seinen<br />
Wohnsitz in ein anderes Land zu verlegen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Man muss ja die Dimension auch nicht<br />
höher ansetzen als sie wirklich ist. Mit einem Aufschlag von<br />
drei Prozent mehr wird niemand überstrapaziert. Und ich denke,<br />
wer als Privatmann Steuerflucht begehen will, hat heute schon seinen<br />
Auslandssitz, die anderen werden sicher ihren Beitrag auch jetzt<br />
noch leisten, wenn er ein klein wenig höher ist als früher.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unsere 60 Minuten Politik-Chat sind<br />
um. Vielen Dank für das große Interesse. Herzlichen Dank<br />
an Sie, Frau Vogt, dass Sie sich die Zeit für den Chat genommen<br />
haben! Das Chat-Protokoll finden Sie wie immer auf den Seiten der<br />
Veranstalter. Der nächste Chat findet am Mittwoch, den 6. Juli<br />
von 13 bis 14 Uhr statt. Zu Gast ist dann Bundesgesundheitsministerin<br />
Ulla Schmidt.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Herzlichen Dank für die vielen<br />
und vielfältigen Fragen. Ich hoffe, Sie bleiben an Politik<br />
interessiert und informieren sich nicht nur weiter regelmäßig<br />
im Netz, sondern auch auf vielen politischen Veranstaltungen. Ich<br />
bin überzeugt, wer gut informiert ist, kann gar nicht anders,<br />
als der jetzigen Regierung weiter die Zustimmung zu geben.
</p>
<p><!-- #EndEditable --></p>
<p>
<span style="font-size: x-small"> </span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Open Source in der Bundesverwaltung</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Ute Vogt]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Ute Vogt<!-- #EndEditable --> 
im BMI-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->24.06.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Ute Vogt<!-- #EndEditable --><br />
im BMI-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->24.06.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Open Source-Freunde und Skeptiker, herzlich<br />
willkommen im Live-Chat, veranstaltet vom Bundesministerium des Innern.<br />
Unser heutiger Gast ist die Parlamentarische Staatssekretärin Ute<br />
Vogt, die direkt vom Business- und Behördenkongress im Rahmen der<br />
Software-Messe &quot;LinuxTag 2004&quot; in Karlsruhe chattet. Das heutige<br />
Thema: Open Source Software in der Verwaltung. Guten Tag Frau Vogt.<br />
Wir haben 60 Minuten Zeit. Sind Sie bereit?
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/uvogt2.jpg" align="left" height="148" width="100" />Ute Vogt:</b><br />
Ja, klar.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie sagen, Open Source Software (OSS) sei ein wichtiger<br />
Innovationsfaktor für den Standort Deutschland. Können Sie<br />
das bitte näher ausführen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> OSS gibt die Chance, viele unterschiedliche Ideen<br />
im Wettbewerb zu entwickeln &#8211; Weg vom Monopol hin zur Vielfalt.
</p>
<p>
<b>Max99:</b> Welche Vorteile bringt Open Source Software<br />
in der Bundesverwaltung?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Kommunikation kann zwischen unterschiedlichen Systemen<br />
organisiert werden. Häufig sind die Lösungen kostengünstiger<br />
und vorhandene Systeme müssen nicht komplett erneuert und vereinheitlicht<br />
werden, sondern können aufeinander abgestimmt werden. Außerdem<br />
lässt sich OSS auf die Bedürfnisse der Verwaltung anpassen,<br />
z.B. zur Gewährleistung der Sicherheit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zur Vielfalt:
</p>
<p>
<b>Wiener:</b> Brauchen Behörden nicht statt mehr IT-Vielfalt<br />
wenige Standards, um den Austausch zu erleichtern?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ja, wir müssen uns auf offene Standards verständigen.<br />
Die einzelnen Systeme und ihre Hersteller können und sollen durchaus<br />
unterschiedlich sein. Wichtig sind gemeinsame Standards für die<br />
Kommunikation und Transaktion.
</p>
<p>
<b>Ruudi:</b> Vielfalt in der Software-Landschaft von Behörden<br />
durch OSS? Ist die IT-Struktur von Behörden nicht eh schon sehr<br />
heterogen und untereinander inkompatibel? Wird das nicht verstärkt?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Entscheidend ist, dass nicht wenige große Anbieter<br />
den Markt beherrschen und damit am Ende Preise und Gestaltung der Dienstleistung<br />
dominieren. Vielfalt empfinde ich als positiv und Wettbewerb natürlich<br />
auch.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie sprachen Standards an. Gibt es da erste Ergebnisse?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Die Behörden und Wirtschaft sind sich darüber<br />
einig, dass die Zukunft in der XML-Technologie liegt. Entsprechende<br />
Standardisierungsvorhaben finden Sie z.B. im Rahmen der eGovernment-Initiative<br />
Deutschland Online. Einheitliche Standards und Architekturen gibt u.a.<br />
das SAGA-Papier aus dem BMI (Innenministerium) vor, das auch von vielen<br />
Ländern und Gemeinden angewendet wird.
</p>
<p>
<b>OnoSendai:</b> Gibt es so etwas wie SAGA auch für<br />
Dateiformate wie .doc oder .xls?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> SAGA definiert als offenen Standard für offenen<br />
Dokumentenaustausch das PDF-Format. Die deutsche Verwaltung hat sich<br />
darauf geeinigt, künftig grundsätzlich ein offenes Dokumentenformat<br />
zu verwenden. Welches dies sein wird, wird z.Zt. in vielen Gremien diskutiert.<br />
Auch die Länder sind dabei und natürlich die europäische<br />
Ebene.
</p>
<p>
<b>Georg F.:</b> Welche Probleme tauchen bezüglich der<br />
Kompatibilität von Dateiformaten auf? Gibt es nicht bei OSS Probleme<br />
der Kommunikation zwischen den Behörden.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Natürlich gibt es auch diese Probleme. Deswegen<br />
wollen wir ja gerade auf ein gemeinsames offenes Format kommen. Dieses<br />
muss aber auch von allen akzeptiert werden.
</p>
<p>
<b>Zuhörer:</b> Welche Vorteile haben die Bürger,<br />
wenn die Verwaltung mit Linux arbeitet?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Der Zugang ist von unterschiedlichen Systemen aus<br />
möglich und wir sparen Steuergelder.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gibt es Zahlen wie viel?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir haben noch keine Gesamtzahlen, da die Ersparnisse<br />
auf unterschiedlichen Ebenen zustande kommen (Bundesbehörden, Länder,<br />
Kommunen). Ich empfehle, zur Erkundung von konkreten Zahlen jeweils<br />
bei einem konkreten Projekt nachzufragen.
</p>
<p>
<b>heidelberger:</b> Nachfrage zur Antwort zu Zuhörer:<br />
Dass wir Steuern sparen, merkt der Bürger aber nicht direkt, Sie<br />
bekommen (oder haben?) da ein Vermittlungsproblem.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Viele Bürger haben das Problem, dass sie denken,<br />
sie würden Steuern nur für Politiker zahlen. In Wirklichkeit<br />
sind wir gewählt, um die Ausgabenschwerpunkte zu setzen. Was wir<br />
an Steuergeldern ausgeben, kommt in Form von Kindergärten, Schulen,<br />
Straßenbau, Polizei und eben auch in Form konkreter Unterstützung<br />
für moderne Kommunikationstechnik zu den Bürgern zurück.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Weitere Fragen zum Thema Kosten:
</p>
<p>
<b>EugenH.:</b> Gerne wird behauptet, Linux sei günstiger<br />
als Microsoft. Haben sie die Erfahrung auch gemacht beim Bund?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es gelten auch im Bund die Gesetze der Marktwirtschaft.<br />
Mehr Wettbewerb führt auch im Bezug auf große Anbieter zu<br />
besseren Preisen.
</p>
<p>
<b>JFiedler:</b> Was ist teurer? Proprietäre Software<br />
oder die Mitarbeiterschulung für OSS?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Für proprietäre Software muss man auch Schulungen<br />
machen, die konkreten Kosten hängen vom Produkt und von den Kenntnissen<br />
der Mitarbeiter ab.
</p>
<p>
<b>Troll34:</b> Linux und Co. sind doch Expertensysteme.<br />
Für den Serverbereich mögen diese gut geeignet sein, aber<br />
der typische Büronutzer ist doch damit total überfordert.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Das kann ich nicht bestätigen. Ich empfehle einen<br />
Besuch beim LinuxTag, hier finden Sie Oberflächen, die Sie mit<br />
einfachen Grundkenntnissen unmittelbar benutzen können.
</p>
<p>
<b>HJB:</b> Sehr geehrte Frau Vogt, meinen Sie wirklich,<br />
dass die Microsoft-Produkte in der Verwaltung durch Open Source-Produkte<br />
ersetzt werden können? Die Mehrzahl der Nutzer ist es gewohnt,<br />
privat sowie dienstlich mit Microsoft-Produkten zu arbeiten (zumindest<br />
in der Bw-Verwaltung). Jede Umstellung würde die Mehrzahl der Nutzer<br />
verunsichern. Servermäßig würde ich OSS schon eher einsetzen.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es geht nicht darum, grundsätzlich alle Microsoft-Produkte<br />
zu ersetzen. Ziel der Bundesregierung ist es, Vielfalt zu gewährleisten.<br />
Wir streben größtmöglichste Herstellerunabhängikeit<br />
an. Viele Behörden können ohne Probleme OSS einführen.
</p>
<p>
<b>ernst:</b> Gibt es einen politischen Willen, nun nicht<br />
mehr von einem Monopol aus Amerika abhängig zu sein?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Die Herkunft von Software spielt in einer globalen<br />
Welt bei aufgeschlossenen Menschen hoffentlich keine Rolle mehr. Aber<br />
auch Deutschland will sein großes Know-How bei Software-Lösungen<br />
einbringen. Dazu braucht es Chancengleichheit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dazu passend die Frage von:
</p>
<p>
<b>HAnnelore:</b> Ist die „Feindschaft“ zwischen<br />
Microsoft und Linux-Anhängern nicht kontraproduktiv? Sollte man<br />
nicht besser zusammenarbeiten?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war deutlich.
</p>
<p>
<b>Berger:</b> Linux wird eher im Server-Bereich eingesetzt.<br />
Plant der Bund auch bei Desktops OSS einzusetzen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ja, im Justizministerium und auch bei der Bundesbeauftragten<br />
für die Stasiunterlagen werden die Arbeitsplätze bereits auf<br />
Linux gestaltet. Allein in der Behörde der Bundesbeauftragten betrifft<br />
das ca. 2000 Arbeitsplätze.
</p>
<p>
<b>BSDFan:</b> Können Sie ein Beispiel angeben, wo man<br />
abhängig von MS-Produkten war und sich dies nachteilig auswirkte?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Fragen Sie mal bei der Stadt Schwäbisch Hall.<br />
Der dortige Oberbürgermeister Pelgrim wird sicher gerne über<br />
die Geschichte der Linuxeinführung in seiner Stadt Auskunft geben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Nachfragen zur Kostenfrage:
</p>
<p>
<b>Tux:</b> Aber wenn man langfristig plant, ist Linux doch<br />
preiswerter. Schulungen müssen nur einmal bezahlt werden. MS-Software<br />
muss alle drei Jahre neu gekauft werden.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Das ist auch mein Eindruck.
</p>
<p>
<b>rudolf:</b> Also schafft man mit staatlichen Mitteln einen<br />
neuen Markt. Können Sie dem Bürger mit wirklichen Zahlen dieses<br />
Experiment plausibel machen? Warum sollte der Bürger dies bezahlen,<br />
wenn man nicht wirklich davon überzeugt ist?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir schaffen keinen neuen Markt, sondern wir geben<br />
dem Wettbewerb eine Chance. Und es wundert mich schon, dass aus manchen<br />
Bereichen der Wirtschaft, die sonst immer nach Wettbewerb schreit, in<br />
diesem Fall so große Ängste formuliert werden.
</p>
<p>
<b>clara:</b> Ich stelle mir die Frage, ob nicht der Aufwand<br />
zur Pflege bei offenen Systemen viel höher ist. Sind sie anderer<br />
Meinung?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Das kommt auf das jeweilige Produkt an.
</p>
<p>
<b>Lamer:</b> Da OSS kostenlos ist, kostet es doch Arbeitsplätze<br />
unserer Programmierer hier?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> OSS ist nicht kostenlos, sondern Lizenzkosten-frei.<br />
Verdient wird selbstverständlich auch im diesem Bereich, und zwar<br />
über Dienstleistungen.
</p>
<p>
<b>Bebop:</b> Wie gehen Sie mit der Angst um, freie Software<br />
könnte Arbeitsplätze kosten? Immerhin kostet sie ja nicht!
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir sind der Meinung freie Software schafft Arbeitsplätze.<br />
Sowohl bei kleinen als auch bei großen Unternehmen.
</p>
<p>
<b>WannaBeWizzard:</b> Gibt es eigentlich genug Anbieter<br />
zu OSS in Deutschland? Ist das Angebot an Schulungen etc. ausreichend<br />
oder besteht dort Bedarf? Lohnen Sich da Firmengründungen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Auf dem LinuxTag lässt sich besichtigen, dass<br />
sich Firmengründungen lohnen. Es gibt bereits eine Anbietervielfalt<br />
und natürlich entsprechende Schulungen. Aber für neue Ideen<br />
ist immer noch Platz. Dass ist ja der Sinn des kreativen Wettbewerbs.
</p>
<p>
<b>OSSHacker:</b> Werden Sie die Weiterentwicklung von OpenSourceSoftware<br />
fördern?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir stecken kein Geld in Programmierungen neuer Produkte,<br />
sondern unterstützen Projekte und vorhaben. Dabei wird OSS auch<br />
auf die Bedürfnisse der Verwaltung angepasst. Damit wird natürlich<br />
auch Weiterentwicklung vorangetrieben. Produkte und Dienstleistungen<br />
sollen vom Markt kommen.
</p>
<p>
<b>Pierre:</b> Wie viele Arbeitsplätze möchte der<br />
Bund im Bereich OSS schaffen, bzw. gibt es angestrebte Zahlen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Die Zahl ist nicht festgelegt, da jedes Ministerium<br />
und jede Behörde dies für sich selbst bestimmt.
</p>
<p>
<b>Rab:</b> Wie können Kommunen von der Erfahrungen<br />
des Bundes bei OSS profitieren? Die Probleme vor Ort sind doch ganz<br />
anders?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Der Bund versteht sich als Koordinator. Wir können<br />
nicht alle Erfahrungen selbst gemacht haben. Aber wir vermitteln Kontakte,<br />
z.B. OSS-Kompetenzzentrum auf der Website www.kbst.bund.de.
</p>
<p>
<b>rudolf:</b> Sie sprachen vorhin die europäische Ebene<br />
an. Wie sieht die Entwicklung in den anderen EU-Staaten derzeit aus?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Sehr unterschiedlich. Es gibt auch Staaten, die uns<br />
bereits etwas voraus sind, z.B. die Niederlande. Insgesamt sind sich<br />
die Europäer einig, mehr Open Source einzusetzen und offene Standards<br />
zu fördern. Dazu gab es gestern hier in Karlsruhe auch die Konferenz<br />
der Vertreter der Europäischen OSS-Kompetenzcenter.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Neues Thema:
</p>
<p>
<b>Arne:</b> Wie ist der Zusammenhang zwischen OSS und Softwarepatenten?<br />
Wie kommt das zusammen: Einerseits fördert der Staat OSS und auf<br />
der andere Seite muss er Gesetze in genau die andere Richtung exekutieren?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Noch muss überhaupt kein Gesetz exekutiert werden.<br />
Derzeit wird auf europäischer Ebene eine Richtlinie diskutiert,<br />
um die Rechtslage zu vereinheitlichen.
</p>
<p>
<b>URSUS:</b> Wie stehen die Chancen, Software-Patente auf<br />
EU-Ebene zu verhindern?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es geht nicht darum, die Richtlinie zu verhindern,<br />
sondern sie so zu gestalten, dass Software als solche nicht ohne weiteres<br />
zu patentieren ist. Als nächstes kommt es auf die Entscheidung<br />
des Europäischen Parlamentes an. Leider haben sich die Mehrheitsverhältnisse<br />
nach den Europawahlen verändert und wir wissen noch nicht, wie<br />
das neue Parlament sich äußern wird. Bisher war das EP für<br />
eine enge Beschränkung der Patentierung. Ich hoffe, dass diese<br />
Position auch beibehalten wird, denn dann wird weiter über die<br />
Details der Richtlinie verhandelt.
</p>
<p>
<b>kalug:</b> Was ist Ihre Position zu Softwarepatenten?<br />
Werden Sie an der Demonstration gegen Sowftarepatente teilnehmen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ganz ohne Softwarepatente wird es auf europäischer<br />
Ebene nicht gehen. Für mich ist entscheidend, dass Interoperabilität<br />
bewahrt wird, die Offenlegung von Schnittstellen in jedem Fall gesichert<br />
bleibt und der Grundgedanke der freien Software sich in der Richtlinie<br />
wiederfindet. Damit bin ich für eine enge Beschränkung der<br />
Patentierungsmöglichkeiten. Damit möchte ich nicht nur den<br />
OpenSource Bereich schützen, sondern auch die deutschen Software-Entwickler<br />
insgesamt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Weitere Themen:
</p>
<p>
<b>Timmi:</b> Wie steht es mit der Sicherheit von Open-Source<br />
Betriebssystemen wie BSD oder Linux. Sind diese wirklich sicherer gegenüber<br />
Viren, Dialern und Hackerangriffen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> OSS-Lösungen sind nicht per se sicherer. Aber<br />
durch individuelle Lösungen kann Sicherheit besser implementiert<br />
werden. Bei Angriffen bietet die Vielfalt einen Schutz vor Massenschäden.
</p>
<p>
<b>Bebop:</b> Wie sieht es mit der Archivierung von Daten<br />
aus, gibt es da Probleme mit OSS oder MS?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Damit sind wir wieder beim Thema offenes Dokumentenformat<br />
&#8211; Wir brauchen hier eine Einigung aller Beteiligten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zur Migration zu OSS:
</p>
<p>
<b>SlashChatter:</b> Welche Schwierigkeiten bei der Umstellung<br />
auf OSS treten denn auf? Sie meinten Justiz-Ministerium und Stasibehörde<br />
würden umsteigen.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es gibt die üblichen Probleme, die es immer gibt,<br />
wenn man Systeme grundsätzlich neu installiert. Erfahrungen und<br />
Probleme sind im Migrationsleitfaden des BMI dokumentiert. Download<br />
unter www.kbst.bund.de.
</p>
<p>
<b>heidelberger:</b> Fördern Sie denn den Einsatz von<br />
Open Source auch wirklich aktiv genug, mal ganz selbstkritisch? Auf<br />
Ihrem Schreibtisch steht doch sicher auch ein Gerät mit Microsoft-Software,<br />
oder?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Mein Arbeitsplatz im Ministerium hat in der Tat Microsoft-Software.<br />
Aber viele Server laufen auch in unserem Haus auf Linux. Es geht uns<br />
nicht um ein Entweder &#8211; Oder, sondern um Chancengleichheit und Vielfalt<br />
für alle Beteiligten.
</p>
<p>
<b>Bünde:</b> Welche persönlichen Erfahrungen haben<br />
sie mit Open Source? Etwa mit ihrem PC?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> In meinem eigenen PC ist wie bereits ausgeführt<br />
noch keine Open Source. Aber ich habe Anwendungen bereits auf kommunaler<br />
Ebene getestet.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vorletzte Frage:
</p>
<p>
<b>Polizei:</b> Microsoft ist ja erstmalig auch auf dem Linuxtag<br />
vertreten. Besuchen sie auch deren Stand und führen Gespräche?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Microsoft habe ich bereits auf der Cebit besucht.<br />
Bei meinem heutigen LinuxTag-Besuch hatte ich andere Schwerpunkte. Aber<br />
das hat keinen tieferen politischen Grund. Wir grenzen nicht aus, sondern<br />
erweitern schlicht das Angebot.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Abschluss der 60 Minuten:
</p>
<p>
<b>ketkar:</b> Wie hat Ihnen die Messe heute gefallen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Prima.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Linux-Freunde und Skeptiker, liebe Frau Vogt,<br />
ganz herzlichen Dank für Ihre Teilnahme am Live-Chat. Leider ist<br />
eine Stunde schon vorbei, danke für die vielen Fragen und Ihre<br />
Antworten. Leider können nicht alle beantwortet werden. Weitere<br />
Informationen finden sie im Internet unter www.kbst.bund.de oder www.staat-modern.de.<br />
Der Chat wurde von politik-digital.de durchgeführt. Wir wünschen<br />
allen einen schönen Tag und viel Spaß beim Linuxtag.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Vielen Dank für das Interesse. Bringen Sie sich<br />
weiter in dem Thema ein und vergessen nicht, dass die politischen Rahmenbedingungen<br />
entscheidend sind für Entwicklungen in Deutschland und Europa.<br />
Und dass Sie durch Teilnahme an Wahlen Einfluss nehmen können!
</p>
<p><!-- #EndEditable --> </p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Wie man &#8220;den Teufel austreibt&#8221;&#8230;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/wie_man_quotden_teufel_austreibtquot-407/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Mar 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Ute Vogt im Chat im 6. März 2001</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Ute Vogt im Chat im 6. März 2001</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><i>&quot;Erwin Teufel hat seinen Ruhestand verdient und das Land hat es verdient, besser regiert zu werden&quot;.</i><br />
Kämpferisch gab sich Ute Vogt, SPD-Spitzenkandidatin in<br />
Baden-Württemberg, am 6. März im Chat von stern.de und politik-digital.<br />
Einen <i>&quot;fröhlichen Wahlkampf&quot;</i> hatte sie angekündigt, <i>&quot;der<br />
deutlich macht, dass es schön ist, wenn man etwas gestalten kann und<br />
dass Politik Freude machen kann, wenn man sich auf die Menschen<br />
einläßt&quot;. </i><br />
Der Skepsis vieler User, mit der Landtagswahl am 25. März 2001 einen<br />
politischen Umschwung im Ländle zu bewirken, begegnete sie mit<br />
Selbstbewußtsein. <i>&quot;Ich<br />
bin in der Lage, Menschen zusammenzuführen, praxisnahe Politik zu<br />
machen und habe die nötige Offenheit, um andere Fachleute bei<br />
politischen Entscheidungen einzubeziehen.&quot;</i> Dem Einwand &quot;never change a winning team&quot; hatte sie viel Kritik an der bisherigen Landesregierung entgegenzusetzen: <i>&quot;Das angebliche winning team schwächelt ziemlich, weil es satt und selbstzufrieden geworden ist&quot;</i>. Sie glaube fest an einen Politikwechsel, da ihre Partei in Baden-Württemberg bei der Bundestagswahl 1998 <i>&quot;nur zwei Prozent hinter der CDU&quot;</i> gelegen habe. Auf einen möglichen Koalitionspartner wollte sie sich nicht festlegen.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ihr Hauptanliegen sei die<br />
Bildungspolitik: Zusätzlich 5000 neue Stellen für Lehrer müssten in den<br />
nächsten fünf Jahren geschaffen werden, die Lehrpläne entrümpelt und<br />
mehr Ganztagsschulen eingeführt werden. Gesamtschulen sowie<br />
Förder-Unterricht für ausländische Kinder oder Schüler mit<br />
Lernschwächen sollten nach Bedarf eingerichtet werden. Auch der<br />
Beamtenstatus für Lehrer sei nicht notwendig. Wichtiger sei es,<br />
Dozenten zum Beispiel aus der Wirtschaft an die Schulen zu bringen.<br />
Viele User-Fragen drehten sich auch um Vogts Einschätzung von Internet<br />
und modernen Kommunikationstechnologien. Mit ihrem Kollegen Jörg Tauss<br />
bereite sie gerade ein Modellprojekt vor, um Bürger per Internet an der<br />
Entstehung eines Gesetzes konkret zu beteiligen, schrieb Vogt.<br />
Start-Ups wolle sie durch Einrichtung von Anlaufstellen für<br />
Firmengründungen unterstützen.</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Besonders wichtig sei ihr auch<br />
die Umweltpolitik: Der Ausbau regenerativer Energien in<br />
Baden-Württemberg solle gefördert werden, ebenso der Anbau von<br />
nachwachsenden Rohstoffen und der Betrieb von Biogas -Anlagen. Die<br />
Castor-Transporte seien ein <i>&quot;notwendiges Übel, um diese Dinosauriertechnik endlich abzuwickeln.&quot;</i> Der Atomausstieg <i>&quot;war überfällig&quot;</i>.</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Weitere Politikbereiche wurden<br />
während der Diskussion gestreift. Die SPD-Kandidatin sprach sich etwa<br />
dafür aus, die Bundeswehr weiter zu reduzieren, nicht aber sie<br />
abzuschaffen, denn schliesslich seien dort auch Arbeitsplätze<br />
gefährdet. Dem Länderfinanzausgleich stünde sie in seiner bisherigen<br />
Form kritisch gegenüber. Solidarität hin oder her, die<br />
überproportionalen Zahlungen Baden-Württembergs seien so nicht<br />
hinzunehmen. <br />
Dem Vorwurf eines Chatters, sich doch bisher noch nie mit Landespolitik<br />
beschäftigt zu haben, entgegnete sie: Durch fünf Jahre Kommunalpolitik<br />
und sechs Jahre Bundestag habe sie gelernt, wie Politik funktioniere.<br />
Und ebenso wollte sie sich nicht festlegen lassen, eher eine linke<br />
Linke oder eine rechte Linke zu sein. <i>&quot;Ich<br />
lasse mich nicht gern in Schubladen stecken. An Themen zeigt sich die<br />
Einstellung. Beim Kosovo-Einsatz war ich sicher bei den &quot;ganz Linken&quot;,<br />
bei der Rentenreform bei denen, die für den Kapitalfond waren, also<br />
eher &quot;rechts&quot;.<br />
</i><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das ausführliche Transkript finden sie <a href="http://www.stern.de/politik/chataktuell/archiv/5150_7614.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</b><br />
<!-- Content Ende --></p>
<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
<tbody>
<tr>
<td align="center">
<p>
			&nbsp;
			</p>
<p>			<center><br />
			<i><a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Kommentieren<br />
			Sie diesen Artikel!</span></a></i><br />
			</center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
			</span><br />
			<center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><i><a href="http://www.politik-digital.de/salon/diskussion/">Diskutieren<br />
			Sie mit anderen in unserem Forum!</a></i></span><br />
			</center></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></span></p>
]]></content:encoded>
					
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