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	<title>Verbraucherzentrale &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Verbraucherzentrale &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>E-Petition: Datenschutzfreundliche Voreinstellungen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/e-petition-datenschutzfreundliche-voreinstellungen-5443/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Drescher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 11:26:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Petition]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherzentrale]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/petition_datenschutz.jpg" height="111" align="left" width="150" />Man kennt es von Facebook und anderen sozialen Netzwerken: Um private Daten zu schützen, bedarf es erst lästiger Klicks und der Auseinandersetzung mit undurchsichtigen Privatsphäre-Einstellungen. Eine Petition der Verbaucherzentrale Bundesverband (vzbv) will nun Datenschutz zur Grundeinstellung machen. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/petition_datenschutz.jpg" height="111" align="left" width="150" />Man kennt es von Facebook und anderen sozialen Netzwerken: Um private Daten zu schützen, bedarf es erst lästiger Klicks und der Auseinandersetzung mit undurchsichtigen Privatsphäre-Einstellungen. Eine Petition der Verbaucherzentrale Bundesverband (vzbv) will nun Datenschutz zur Grundeinstellung machen. </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Nach diesem &quot;Privacy-per-default&quot;-Prinzip sollten Grundeinstellungen von Produkten und Diensten so gestaltet werden, dass so wenige personenbezogene Daten wie möglich erhoben oder verarbeitet werden. Dies gewährleiste einen Schutzraum, aus dem heraus der Nutzer sich zunächst einen Überblick verschaffen und anschließend einzelne Einstellungen bewusst freigeben kann, <a href="http://www.vzbv.de/go/dokumente/1037/1/4/index.html%20ihre%20Forderung." target="_blank" rel="noopener noreferrer">begründen die Initatioren</a> der Petition ihre Forderung.</p>
<p>Ziel der Petition ist es, zu erreichen, dass der Bundestag eine entsprechende Verpflichtung in den datenschutzrelevanten Gesetzen vornimmt. Eine solche Verpflichtung würde nicht nur soziale Netzwerke betreffen, sondern alle Dienste, die bei der Internetnutzung persönliche Daten abfragen, <a href="http://www1.wdr.de/themen/digital/datenschutz122.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erklärt Cornelia Tausch</a>, Internetexpertin des vzbv. </p>
<p>Damit das Anliegen im Petitionsausschuss des Bundestages angehört wird, müssen mindestens 50.000 Menschen die Petition unterzeichnen. politik-digital.de unterstützt die Petition, die noch bis zum 4. Dezember läuft. </p>
<p>Die Petition kann online auf <a href="http://openpetition.de/petition/online/datenschutzfreundliche-voreinstellungen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OpenPetition unterzeichnet werden</a>. Dabei besteht auch die Möglichkeit, anonym zu zeichnen, die Namen werden dann nur dem Petenten angezeigt. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kampf gegen Etikettenschwindel</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/kampf-gegen-etikettenschwindel-5232/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jul 2011 15:12:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherzentrale]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Plattform]]></category>
		<category><![CDATA[Etikettenschwindel]]></category>
		<category><![CDATA[foodwatch]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Mehr Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln verspricht sich das Verbraucherschutzministerium vom Online-Portal lebensmittelklarheit.de. Wird es dem Anspruch genügen und dem Etikettenschwindel Einhalt gebieten können? <br />
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mehr Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln verspricht sich das Verbraucherschutzministerium vom Online-Portal lebensmittelklarheit.de. Wird es dem Anspruch genügen und dem Etikettenschwindel Einhalt gebieten können?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Heute wurde das <a href="http://www.lebensmittelklarheit.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Portal</a> offiziell gestartet. Im Vorfeld hatte es bezüglich lebensmittelklarheit.de sowohl aus der Politik als auch seitens der Lebensmittelindustrie <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/4/0,3672,8288260,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kritik gehagelt</a> &#8211; letztere befürchtet einen modernen Pranger. Bei dem Portal handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des <a href="http://www.vzbv.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verbraucherzentrale-Bundesverband</a> (vzbv) sowie der <a href="http://www.verbraucherzentrale.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verbraucherzentralen</a>. Es wird im Rahmen der <a href="http://www.bmelv.de/SharedDocs/Reden/2010/10-18-AI-Verbrauchertag.html;jsessionid=771DD14E7FF1B0DD81EEA9D38E1C855C.2_cid182#doc1473236bodyText4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative</a> „Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) entwickelt, betrieben und finanziert.</p>
<p align="center"><a class="colorbox" href="/wp-content/uploads/klarheitundwahrheit.png"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/klarheitundwahrheit.png" alt="" width="200" height="172" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><strong>(Zum Vergrößern auf das Bild klicken)</strong></p>
<p>Das Hauptziel ist es, Verbraucher über die Aufmachung und Kennzeichnung von Lebensmitteln zu informieren: also denjenigen Verbrauchern, die sich durch Produktaufmachungen, wie Verpackungsgröße, unklare Herkunftsangaben oder die nicht deutlich und prominent dargestellte Verwendung von Ersatzstoffen getäuscht fühlen, Fragen zu konkreten Produkten zu beantworten und Raum für Diskussionen zu bieten (<a href="http://www.vzbv.de/mediapics/klarheit_und_wahrheit_projektvorstellung.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">siehe Projekt-Beschreibung</a>). Die Projektkoordination liegt in der Verantwortung des vzbv, zusätzlich sind alle Verbraucherzentralen auf Landesebene Ansprechpartner und unterstützen die Verbraucher mit ihren Erfahrungen. Janina Löbel, Projektkoordinatorin des Verbraucherportals, erläutert im Gespräch mit politik-digital.de, dass dieses helfen soll, Lücken in der Kennzeichnung von Lebensmittelprodukten aufzudecken. Außerdem soll aufgezeigt werden, wo Handlungsbedarf bei der Verbesserung der gesetzlichen Regelungen besteht.</p>
<p><strong>Bereits über 120 Beschwerden eingegangen<br />
</strong></p>
<p>Bis zum heutigen offiziellen Start konnten Bürger bereits melden. Löbel berichtet, dass seit Bewilligung des Projekts im September 2010 über 120 Meldungen zu Produkten, bei denen es sich möglicherweise um Irreführungen handelt, eingingen (Stand: Mai 2011). Nicht alle Meldungen werden jedoch automatisch online gestellt. Sie werden zunächst einer fachlichen und thematischen Prüfung unterzogen. „Das Themenspektrum reicht von Aufmachungsthemen im Allgemeinen über gesundheitsbezogene Werbung, Imitate und Zusatzstoffe, Werbung mit Natürlichkeit bis hin zur zielgruppenspezifischen Werbung“, so Löbel.</p>
<p><strong>Ein Konkurrenz-Portal?<br />
</strong></p>
<p>Bereits seit einiger Zeit betreibt die von Thilo Bode im Jahr 2002 gegründete Organisation foodwatch das Portal <a href="http://www.abgespeist.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.abgespeist.de</a>, um legalen Etikettenschwindel bei Lebensmittelprodukten aufzudecken. Dort werden Produkte und Hersteller beim Namen genannt und über Irreführung konkret informiert. abgespeist.de soll Verbrauchern, die sich getäuscht fühlen, eine direkte Möglichkeit geben, sich bei den Herstellern der Produkte zu beschweren. „Wir halten es für wichtig, dass die Unternehmen auch davon erfahren, wenn ihre Kunden sauer sind“, so Martin Rücker, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei foodwatch.</p>
<div align="center"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/NtNLmLM7mso" width="480" height="349" frameborder="0"></iframe></div>
<p align="center"><strong><br />
(foodwatch: Goldener Windbeutel 2011)</strong></p>
<p>Auf die Frage von politik-digital.de, ob es Überschneidungen mit lebensmittelklarheit.de gebe, erwidert Janina Löbel, dass letzteres eher eine Diskussions- und Informationsplattform sein solle. Die Lebensmittelindustrie war in der Vergangenheit bereits auf Konfrontationskurs zu den Plänen eines solchen Verbraucherportals gegangen. So <a href="http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/etikettenschwindel/internet_projekt_klarheit_und_wahrheit/index_ger.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">versuchte beispielsweise</a> der Lobbyverband Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL) anhand eines Rechtsgutachtens zu belegen, dass die Pläne zum Portal der Verbraucherzentralen rechtswidrig seien. In einer <a href="http://www.bll.de/presse/pressemitteilungen/pm-20110415-jahrestagung2011.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktuellen Stellungnahme</a> vom April 2011 machte der BLL jedoch deutlich, dass die Lebensmittelwirtschaft uneingeschränkt den Informationsteil und die Diskussionsplattform des geplanten Internetportals unterstütze. „Bei dem produktbezogenen Teil sehe die Branche aber nach wie vor die Gefahr einer &#8220;Anprangerung&#8221; völlig rechtskonformer Produkte.“</p>
<p>Dem entgegnet Janina Löbel, dass lebensmittelklarheit.de kein moderner „Pranger“ sei, auf welchem Anbieter nur mit Vorwürfen konfrontiert würden. Den Verbraucherzentralen sei es wichtig, zu konstruktiver Diskussion aufzurufen. Betroffene (Verbraucher) und „Verursacher“ (Anbieter) sollen zu Wort kommen. Zusätzlich soll jede Eingabe einer fachlichen Überprüfung und Einschätzung der Verbraucherzentrale unterzogen werden. Ziel sei es unter anderem, rasch und ohne großen Aufwand Produktkennzeichnungen oder –aufmachungen von den Herstellern selbst ändern zu lassen: Ebenso wolle man besser über Probleme bei Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln informieren.</p>
<p>Damit sollen ein Beitrag zu einer erweiterten Entscheidungsgrundlage geleistet und Verbesserungen im Kennzeichnungsrecht erwirkt werden. „Beide Portale bedienen unseres Erachtens unterschiedliche Zielgruppen und verfolgen andere Ziele. Vielfalt auch an dieser Stelle belebt das Angebot für den Verbraucher und erhöht nicht zuletzt auch die Chancen auf Veränderungen“, so Löbel.</p>
<p><strong>Kritik von foodwatch<br />
</strong></p>
<p>foodwatch <a href="http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/etikettenschwindel/internet_projekt_klarheit_und_wahrheit/neues_konzept/index_ger.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisierte kürzlich</a>, dass lebensmittelklarheit.de selbst zum<br />
Etikettenschwindel werden könnte, weil in einem aktualisierten Konzept viele irreführend gekennzeichnete Produkte gar nicht namentlich veröffentlicht werden sollen – sondern anonym als &#8220;Dummys&#8221; ohne Hinweis auf Marke oder Hersteller. Auf diese Kritik angesprochen, erwidert Janina Löbel, dass der Verbraucherzentrale-Bundesverband niemals sein Konzept geändert habe. Es hätte, wie es bei der Ausgestaltung von Projekten häufig der Fall ist, lediglich Konkretisierungen und Differenzierungen der ersten Pläne gegeben. foodwatch bezieht sich in seinen Standpunkten auf das BMELV als Quelle. „Eine Absicherung dieser Informationen beim vzbv fand leider in der Art nie statt. Wir bedauern dies“, so Löbel. Laut foodwatch würde eine solche Anonymisierung dem Zweck des Portals zuwider laufen. Denn Irreführung sei immer konkret: „Verbraucher fühlen sich von einem konkreten Produkt mit seiner konkreten Aufmachung oder Werbung getäuscht – also müssen diese Beispiele auch beim Namen genannt werden.“</p>
<p>Wenn ein Hersteller illegal arbeitet, also gegen Kennzeichnungsvorgaben verstoße, dann sei es die Aufgabe der Behörden, diese Produkte aus dem Handel zu nehmen, so Martin Rücker. Das Problem sei aber gerade, dass viele Fälle von Etikettenschwindel legal sind. Wenn beispielsweise Lebensmittelhersteller mit dem Hinweis „ohne Geschmacksverstärker“ werben, aber dennoch den Geschmacksverstärker Glutamat als Bestandteil der Zutat Hefeextrakt verwenden, dann empfänden das viele Verbraucher als Täuschung.</p>
<p>Es sei aber legal, weil die Hersteller eine Gesetzeslücke ausnutzen – was am Umstand der Irreführung und damit für die Verbraucher nichts ändert. Es wäre absurd, solche Produkte nicht namentlich zu diskutieren. Rücker dazu: „Wir haben deshalb frühzeitig davor gewarnt, das Portal nicht zur Farce verkommen zu lassen, um die Lebensmittelhersteller vor unliebsamen Diskussionen zu schützen. An dieser Warnung halten wir selbstverständlich fest.“</p>
<p>Im Online-Portal sollen laut Löbel die meisten Verbrauchermeldungen namentlich veröffentlicht werden. Lediglich dort, wo der Anbieter sich an geltendes Recht gehalten hat und keinerlei weiteres Täuschungspotenzial durch die Fachredaktion gesehen wird, würde man prüfen, ob eine anbieterneutrale Darstellung gewählt werden sollte. Hierbei sei die Veränderung der rechtlichen Grundlage und nicht die stellvertretende „Haftung“ eines Anbieters für die geltende Rechtslage das Ziel. „Derzeit betrifft dies jedoch nur einen Bruchteil der Verbrauchermeldungen, die bereits durch die Fachredaktion bewertet wurden.“</p>
<p><strong>Der mögliche Mehrwert von lebensmittelklarheit.de<br />
</strong></p>
<p>Neben der beschriebenen Kritik begrüßt es foodwatch ausdrücklich, dass das BMELV der Lebensmittelindustrie kaum verhohlen mit gesetzgeberischen Maßnahmen droht, sollte sich am systematischen Etikettenschwindel nichts ändern. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner erkenne dieses Problem mit dem Portal offiziell an und stufe es offenbar als so bedeutend ein, dass sich Aigner erstmals entscheidend mit der Lebensmittelindustrie und ihren Lobbyisten anlegt. Aus der Sicht von Rücker hat lebensmittelklarheit.de dann eine echte Chance, wenn dort die Diskussion über konkrete Produkte möglich wird und es die Politik zum Anlass nimmt, aus den Erkenntnissen auch konkrete Handlungen abzuleiten.</p>
<p>Der Mehrwert könne vor allem indirekt entstehen: „Es werden sich nie alle Verbraucher vor dem Einkauf informieren – aber es werden alle davon profitieren, wenn die Politik die Lehren aus den Diskussionen auf dem Portal zieht und klare Vorgaben für eine verständliche und transparente Kennzeichnung von Lebensmitteln direkt auf dem Produkt macht“, resümiert Rücker treffend.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Das Online-Portal abgespeist.de von foodwatch hat vor allem einen Kampagnencharakter. Dort werden konkrete Produkte samt Hersteller veröffentlicht, die auf einen vermeintlichen Etikettenschwindel zielen und diesen nach vorheriger Anfrage und Reklamation durch foodwatch nicht ausräumen (können). Dagegen wird lebensmittelklarheit.de eher eine Informationsplattform darstellen, auf der sich Verbraucher in Foren über vermeintliche Produktfälschungen und direkt mit den Herstellern betreffender Produkte konstruktiv austauschen können, um für die geforderte Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln zu sorgen. Ein nachhaltiger Nutzen für alle Verbraucher wird jedoch nur dann entstehen, wenn tatsächlich, auch und gerade auf EU-Ebene, politische Konsequenzen aus den mit Etikettenschwindel gemachten Erkenntnissen resultieren. Beide Plattformen sind in dem Ziel vereint, auf nachweislichen Etikettenschwindel von Herstellern aufmerksam zu machen und diese zu mehr Transparenz und Klarheit zu drängen: Im Idealfall werden sich die Online-Portale gut ergänzen. Diese Art von Verbraucherschutz ist notwendig, da es immer wieder Hersteller gibt, die nach dem Motto verfahren:</p>
<p>„Die Verpackung ist das Eine, der Inhalt das Andere!“</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Arbeit von Bundesumweltminister Trittin war &#8220;aus meiner Sicht etwas zu kompromissreich.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/die_arbeit_von_bundesumweltminister_trittin_war_quotaus_meiner_sicht_etwas_zu_kompromissreichquot-279/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherzentrale]]></category>
		<category><![CDATA[Dosenpfand]]></category>
		<category><![CDATA[Edda Müller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/emueller.jpg" alt="Prof. Dr. Edda Müller" align="left" border="0" height="96" width="82" /></b> 
<span style="color: #000000"><b><b>Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand 
des Bundesverband Verbraucherschutz, am 2. Oktober 2003 zu Gast im tacheles.02 
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/emueller.jpg" alt="Prof. Dr. Edda Müller" align="left" border="0" height="96" width="82" /></b><br />
<span style="color: #000000"><b><b>Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand<br />
des Bundesverband Verbraucherschutz, am 2. Oktober 2003 zu Gast im tacheles.02<br />
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte und Freunde oder Gegner der Dose, herzlich<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von<br />
tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de. Im ARD-Hauptstadtstudio begrüße<br />
ich heute Prof. Dr. Edda Müller, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes<br />
der Verbraucherzentralen. Das Dosenpfand ist heute unser Thema, aber natürlich<br />
nicht nur das. Fragen zu anderen verbraucherpolitischen Themen sind herzlich<br />
willkommen. Können wir beginnen Frau Müller? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Es gibt offenbar noch grundsätzlichen Klärungsbedarf:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mehrwegflasche</b>:<br />
Bitte noch einmal zur grundsätzlichen Klärung: Was genau ist<br />
die Neuerung an dem neuen Dosenpfand, Frau Müller?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das Dosenpfand wird erhoben für alle Getränkever-packungen (nicht<br />
nur Dosen), in denen kohlensäurehaltige Getränke abgefüllt<br />
sind. Es beträgt 25 Cent für Verpackungen mit einem Inhalt unter<br />
1,5 Liter. Darüber sind es 50 Cent.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>horst2</b>: Umweltverbände<br />
sprachen von einem reibungslosen Start der unterschiedlichen Rücknahmesysteme.<br />
Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) beurteilte den Start<br />
als &quot;blankes Chaos&quot; wegen der vielen konkurrierenden Systeme.<br />
Wieso driften die Meinungen komplett auseinander, Frau Müller?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Wie die tatsächliche Situation ist, können wir noch nicht beurteilen.<br />
Der HDE, als Vertreter des Handels, möchte am liebsten das Dosenpfand<br />
kippen, während die Umweltverbände das Ziel, nämlich die<br />
Erhöhung der Mehrwegquote, im Blick haben. Insofern könnte die<br />
Einschätzung etwas mit der Interessenlage zu tun haben. Im übrigen<br />
liegt das in der Hand des Handels, das Chaos, was der Handel seit 9 Monaten<br />
angerichtet hat, zu beenden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nummer1</b>: Was<br />
ist der Sinn dahinter, auf Getränke mit Kohlensäure Pfand zu<br />
erheben und auf diejenigen ohne Kohlensäure keines?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Der Sinn erschließt sich dem Betrachter nicht ohne weiteres. Der<br />
Hintergrund ist politischer Natur. Die Verpackungsverordnung von 1991,<br />
novelliert 1998, hat sich wegen des Widerstandes des Handels und der Getränkeindustrie<br />
lediglich auf die kohlensäure-haltigen Getränke bezogen. Bundesumweltminister<br />
Trittin will dies ändern. Eine Novelle der Verpackungsverordnung,<br />
die auch andere Getränke wie Fruchtsäfte oder Milch einbezieht,<br />
wird derzeit im Bundesrat von den CDU-regierten Bundesländern angehalten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Warum ist die Novellierung nicht gleich passiert, dem Verbraucher macht<br />
man es dadurch doch nur schwer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Politische Mehrheiten für eine solche sinnvolle Lösung zu finden,<br />
war und ist deshalb schwierig, weil der Handel massiv dagegen Front bezogen<br />
hat und die kohlensäurehaltigen Getränke waren bereits durch<br />
die Verpackungsverordnung geltendes Recht. Dieses dann in die Praxis umzusetzen,<br />
war und ist, wie wir wissen, schon schwierig genug. Richtig wäre<br />
es allerdings gewesen, bereits 1991 sämtliche Getränke einzubeziehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>himmel</b>: Hat<br />
hier die Industrie also gute Lobby-Arbeit geleistet??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Dazu passt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Albrecht</b>: Hat<br />
der Herr Trittin ein Durchsetzungsproblem?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Allerdings. Und er hat dieses meines Erachtens selber verschärft,<br />
dadurch dass er im Januar vereinbart hat, ein Stillhalteabkommen mit dem<br />
Handel abzuschließen. Das heißt, er hat akzeptiert, dass der<br />
Handel die Verpackungen nicht in allen Läden flächendeckend<br />
zurücknehmen musste.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
&quot;Himmel&quot; fragt noch mal zur Industrie-Lobby-Arbeit:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>himmel</b>: Können<br />
Sie hier konkreter werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Also wenn man hier über Industrie redet, muss man ganz spezifisch<br />
den Handel ansprechen. Der Handel hat bis Ende Dezember 2001 mit allen<br />
Mitteln versucht, das Pfand zu verhindern. Er hat sämtliche rechtliche<br />
Instanzen angerufen und hat sich anschließend im Januar beschwert,<br />
dass er nicht genug Zeit gehabt habe, ein Pfandsystem aufzubauen. Eine<br />
solche Konstruktion ist im deutschen Rechtssystem einmalig. Es ist damit<br />
vergleichbar, dass ein Bürger ein Strafmandat nicht bezahlt, weil<br />
er sagt, ihm gefalle die verkehrsrechtliche Regelung nicht. Insofern hat<br />
die Problematik des Dosenpfands über die reine Umweltfrage hinaus<br />
eine beispiellose Bedeutung für das Rechtsempfinden in unserem Land.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>HDEler</b>: Wer<br />
ist denn Unterstützer des Handels auf politischer Ebene?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Es hat sicherlich große Diskussionen auch mit dem Bundeswirtschafts-ministerium<br />
gegeben und es hat auch auf Länderebene Diskussionen gegeben über<br />
das Verhältnis von Arbeitsplätzen, die wegfallen und solche,<br />
die neu geschaffen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wie weit halten Sie das Argument von Dosenblech-Produzenten für berechtigt,<br />
das Dosenpfand kille Arbeitsplätze?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Nun ja, was wir derzeit erleben, ist eine verstärkte Nachfrage nach<br />
Mehrweg. Im Ergebnis bedeutet das, dass die Hersteller von Mehrwegverpackungen<br />
Arbeitsplätze neu einrichten müssen, während in den Bereichen,<br />
deren Absatz zurück geht, es möglicherweise zum Abbau von Arbeitsplätzen<br />
kommt. Insgesamt stärkt die Nachfrage nach Mehrweg den regionalen<br />
Wirtschaftskreislauf. Es könnte also zu einer verstärkten Nachfrage<br />
nach regionalen und deutschen Produkten kommen und der Importanteil zurückgehen.<br />
Im Endeffekt könnte das positive Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation<br />
in Deutschland haben. Die Auswirkungen auf den Import sind natürlich<br />
auch der Grund, warum die Europäische Kommission die Umsetzung der<br />
Verpackungsverordnung in Deutschland mit Argusaugen verfolgt. Sie verlangt,<br />
das ein flächendeckendes Rücknahmesystem aufgebaut wird, um<br />
die Nachteile für ausländische Getränkeanbieter gering<br />
zu halten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>russel</b>: Welche<br />
Position zu Pfandsystemen und ähnlichem sollte Deutschland Ihrer<br />
Meinung nach in der Europäischen Union vertreten? Hier prallen doch<br />
unterschiedlichste Vorstellungen von Systemen aufeinander?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Generell ist auch aus Sicht der deutschen Verbraucherverbände ein<br />
Getränkemehrwegsystem dem massenhaften Absatz von Einwegverpackungen<br />
vorzuziehen. Das sehen die Vertreter der Verbraucher und auch Umweltvertreter<br />
auch in anderen EU-Ländern genauso. Einzelne Wirtschaftskreise mögen<br />
dies anders beurteilen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Zwei Fragen zum gleichen Thema.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ja?</b>: Frau Müller,<br />
Dosen und Einwegflaschen dürfen nun bundesweit überall dort<br />
zurückgegeben werden, wo ein Händler gleichartige Verpackungen<br />
verkauft. Wegen zahlreicher Inselsysteme bleibt die Rückgabe jedoch<br />
kompliziert. Wie wollen Sie das Problem künftig in den Griff bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jana</b>: Was wollen<br />
Sie künftig gegen die sogenannten Inselsysteme unternahmen, die die<br />
Rückgabe komplizieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Die Frage ist völlig richtig. Wir beobachten im Moment mit großer<br />
Sorge, dass der Handel die Verpflichtung zur flächendeckenden Rücknahme<br />
dadurch untergräbt, dass er sogenannte Insellösungen schafft.<br />
Hier werden Flaschen und andere Verpackungen in der Form mehr oder weniger<br />
umfänglich verändert mit der Folge, dass der Verbraucher diese<br />
Verpackungen nur im jeweiligen Handel zurückgeben kann. Um dagegen<br />
anzugehen, dass auf diese Weise die Rücknahmesituation für den<br />
Verbraucher noch schwieriger wird, brauchen wir Ihre Mithilfe. Wir bitten<br />
alle Verbraucher, sich an die zuständige Landesbehörde zu wenden,<br />
wenn ihre Einwegverpackung im Handel nicht zurückgenommen wird, und<br />
uns insbesondere auch über sogenannte Insellösungen zu informieren.<br />
Wir werden dann dafür sorgen, dass die Gerichte entscheiden, was<br />
eine gleichartige Verpackung ist. Unser Erachtens kann das nicht allein<br />
darin bestehen, das durch eine geringfügige Veränderung der<br />
Verpackungsform es bereits dazu kommt, dass der Handel sich von der Rücknahmeverpflichtung<br />
freikauft. Dieses Hintertürchen muss dringend im Rahmen der anstehenden<br />
Novelle der Verpackungsverordnung geschlossen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Um die Händler zu &quot;verpetzen&quot; bieten Sie unter <a href="http://www.vzbv.de/">www.vzbv.de</a><br />
sogar einen Musterbrief an. &quot;Schädigen&quot; Sie damit nicht<br />
vor allem die kleinen Händler?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das sehen wir nicht so. Wir wollen damit insbesondere dafür sorgen,<br />
dass sich der Handel nicht länger der Umsetzung geltenden Rechtes<br />
entziehen kann und die Länderbehörden das tun, was ihre Pflicht<br />
ist: Nämlich Verstöße gegen geltende Gesetze zu ahnden.<br />
Zudem sind Geschäfte unter 200 m² und kleine Kioske von der<br />
Verordnung ausgeschlossen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Märkte unter 200 m² Verkaufsfläche müssen nur Dosen<br />
der Marken zurücknehmen, die sie auch führen, wie Sie sagen.<br />
Der Verbraucher kann ja wohl kaum mit dem Zollstock durch den Laden laufen.<br />
Werden die gekennzeichnet? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Also ich denke mal, es handelt sich um kleine, sogenannte Tante-Emma-Läden,<br />
und der klassische große Supermarkt wird immer in der Kategorie<br />
über 200 m² liegen. Im Zweifel werden die Behörden zu entscheiden<br />
haben, ob es sich um einen Laden unter oder über 200 qm handelt.<br />
Das muss nicht der Verbraucher nachmessen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>patrick_schmeichel</b>:<br />
Finden Sie nicht, dass dieses real existierende Chaos um das Rücknahmesystem<br />
einen positiven Einfluss auf die Verbraucher und Hersteller hat? Dass<br />
Einwegverpackungen zunehmend verschwinden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das ist richtig. Ziel der Verpackungsverordnung des Dosenpfandes war,<br />
<br />
die Stabilisierung des Mehrwegsystems. Deshalb hat der Gesetzgeber langfristig<br />
dem Handel angekündigt, dass das Einwegpfand in dem Moment erhoben<br />
wird, in dem die Mehrwegquote unter 72 % absinkt. Der Handel hätte<br />
es also schon seit Jahren in der Hand gehabt, das Einwegpfand zu verhindern<br />
&#8211; wenn er denn verstärkt Mehrwegverpackungen angeboten hätte.<br />
Unsere Empfehlung an die Verbraucher ist daher klar: Ärgern Sie sich<br />
nicht länger mit dem Pfand für Einweg herum, sondern kaufen<br />
Sie Mehrweg.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
dazu meint bzw. fragt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cola</b>: Handelt<br />
es sich also bei der Einführung des Dosenpfands um die größte<br />
je durchgeführte Erziehungsmaßnahme??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ja, wenn man so will, ist es das. Es handelt sich aber in erster Linie<br />
um einen sinnvollen Beitrag zur Schonung von Material und Energieressourcen.<br />
Und im übrigen um einen Beitrag zur Unterstützung regionaler<br />
Wirtschaftskreisläufe.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Kommentar dazu:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>raucherzentrale</b>:<br />
Gute Frage Cola, aber wer sollte erzogen werden? Der Handel oder die Verbraucher?<br />
Und ist das Aufgabe der Politik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dose</b>: Was passiert<br />
eigentlich, wenn die Mehrwegquote zu hoch wird? Wird dann wieder zurückgeschraubt<br />
und der Einweganteil wieder angepasst?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Nein, es gibt keine Regelung der Begrenzung nach oben. Wenn sich im Markt<br />
100% Mehrweg durchsetzen wird, wird die Einwegverpackung natürlich<br />
obsolet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Aluminia</b>: Inwieweit<br />
waren Verbraucherschutzverbände in den Gesetzgebungsprozess miteinbezogen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Wir haben natürlich sowohl bei der Verordnung von 1998 als auch bei<br />
der Verordnung von 1998 unsere Stellungnahmen abgegeben. Wir haben uns<br />
allerdings für die Einführung einer Abgabe anstelle einer Pfandregelung<br />
eingesetzt. Auf diese Weise wäre das Rücknahmechaos vermieden<br />
worden und bei den Herstellern ein klarer ökonomischer Anreiz zur<br />
Nutzung von Mehrweg gegeben worden. Der Handel hat damals diese Abgaberegelung<br />
1991 und 1998 massiv abgelehnt. Insofern ist es schon äußerst<br />
fadenscheinig, wenn der Handel sich plötzlich für eine Abgaberegelung<br />
stark macht. Im Übrigen waren wir nicht beteiligt bei den vielfältigen<br />
Gesprächen des Bundesumweltministers mit dem Handel, die schon an<br />
eine Art Kuhhandel erinnern und bei denen die Vertreter der Verbraucher<br />
vor der Tür gehalten wurden. Insgesamt hat diese Situation zu annähernd<br />
375 Millionen Euro Mehreinnahmen in den Kassen des Handels geführt,<br />
weil &#8211; wie der Handel selbst erklärt hat &#8211; etwa 25% der Einwegverpackungen<br />
und damit auch des Pfandes von den Verbrauchern nicht zurückgefordert<br />
wurde.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Was ist mit dem Argument des Handels, man habe Mehrkosten durch die Rücknahme<br />
etc.?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das ist natürlich totaler Blödsinn. Der Handel hat ja gerade<br />
nicht investiert und keine Automaten aufgestellt und insofern müsste<br />
der Handel schon belegen, wo er die 375 Millionen Euro (als vorsichtige<br />
Schätzung) gelassen hat. Im Übrigen ist die Pfandregelung nicht<br />
dafür da, die Investitionen des Handels zu finanzieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>armesdeutschland</b>:<br />
Bedeutet das konkret, dass Politik und Wirtschaft wissentlich den Verbraucher<br />
blechen lassen haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Diesen Eindruck haben wir. Und wir fordern deshalb den Handel auf, die<br />
zurückbehaltenen Pfandbeträge einer Stiftung zuzuführen.<br />
Im Übrigen gilt das auch für den Bundesfinanzminister, der durch<br />
die Erhebung der Mehrwegsteuer auf das Pfand mit über 50 Mio. Euro<br />
an den Mehreinnahmen beteiligt ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mehrwegflasche</b>:<br />
Frau Müller, was passiert mit den vorher gekauften Dosen? Kann der<br />
Käufer für diese rückwirkend Pfand kassieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Nur in den Läden, wo er gekauft hat mit dem entsprechenden Pfandschein,<br />
den er hoffentlich aufbewahrt hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>helena</b>: Die<br />
Prognos-Studie ermittelte, dass der ökologische Nutzen in keinem<br />
Verhältnis zu den wirtschaftlichen Folgen (u.a. für Verbraucher)<br />
steht. Teilen Sie diese Einschätzung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Diese Einschätzung teile ich nicht. Insbesondere bedürfte es<br />
hierfür einer wesentlich differenzierteren Betrachtung der Auswirkungen<br />
auf die verschiedenen Branchen und auf die Regionalverteilung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal zu den 375 Millionen Euro:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Katja2</b>: Wie<br />
will man denn herausbekommen wie die 375 Millionen Euro im Handel verteilt<br />
sind? Wer sollte denn das Geld an welche Stiftung zahlen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Wir sind der Auffassung, dass das der Hauptverband des deutschen Einzelhandels<br />
tun sollte, bei dem der Hauptteil des deutschen Einzelhandels organisiert<br />
ist. Die Stiftung wäre eine Stiftung für Verbraucherinformation<br />
und -aufklärung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>müllermilch</b>:<br />
Ist die gegenwärtige Situation eine Niederlage für ihre Lobbyarbeit?<br />
Auch wenn ich ihre Arbeit persönlich sehr begrüße.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ich denke, dass es keine Niederlage ist, sondern dass es deutlich macht,<br />
dass der Verbraucher regelmäßig über den Tisch gezogen<br />
werden kann, wenn er nicht durch eine starke Verbraucherorganisation in<br />
seinen Interessen geschützt wird. Sie können sicher sein, dass<br />
wir in den folgenden Monaten unsere Klagerechte einsetzen und nutzen werden,<br />
um die Situation zu beenden, dass Politik und Handel mit den Verbrauchern<br />
Katze und Maus spielen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Sie waren in den 90er Jahren Umweltministerin in Schleswig-Holstein, wissen<br />
also, wie es so in den Ministerien läuft. War die Arbeit von Bundesumweltminister<br />
Jürgen Trittin professionell?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Sie war aus meiner Sicht etwas zu kompromissreich. Seine Beamten hätten<br />
gut daran getan, ihm deutlich zu machen, dass man eine einmal geschlossene<br />
Regelung nicht einseitig aussetzen darf.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Politik-Interessierte, unsere Zeit ist vorbei, vielen Dank für<br />
Ihr Interesse und die Fragen. Herzlichen Dank, Frau Müller, dass<br />
Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen sind. Alle Chat-Transkripte finden<br />
Sie wie immer auf den Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-Team wünscht<br />
allen Beteiligten noch einen schönen Tag und ein angenehmes verlängertes<br />
Feiertags-Wochenende. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Vielen Dank!</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Verbraucherverbände gegen SPAM-eMails</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-spam-spam-shtml-3024/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Nov 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[unlauterer Wettbewerb]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Verbraucherverbände fordern verbesserte Klagemöglichkeiten gegen unlauteren Wettbewerb in den neuen Medien.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Verbraucherverbände fordern verbesserte Klagemöglichkeiten gegen unlauteren Wettbewerb in den neuen Medien.<!--break--><br />
                    <strong>In Europa sollen SPAM-eMails verboten werden. Wie jedoch gegen internationalen Werbe-Terror vorgegangen werden kann, steht noch nicht fest.</strong></p>
<p>Am 31. Oktober fand in Berlin-Mitte eine Konferenz zum Thema „EU – Harmonisierung des Wettbewerbrechts“ statt. Dazu eingeladen hatte die<br />
                    <a href="http://www.vzbv.de/start/index.phtml" target="_blank=" rel="noopener noreferrer">Verbraucherzentrale</a> (Bundesverband e. V.). Ziel der Konferenz sollte sein, europaweit und darüber hinaus Verbraucherschutzstandards auf möglichst hohem Niveau durchzusetzen.<br />
                    <br />“Wir wollen nicht nur den europäischen Binnenmarkt für Unternehmen, sondern endlich auch für Verbraucher“, sagte vzbv-Vorstand<br />
                    <a href="http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/specials/35209/" target="_blank=" rel="noopener noreferrer">Prof. Dr. Edda Müller</a>.</p>
<p>Neben der Thematisierung des Dauerärgernisses „0190er-Nummern“, SMS-Werbung und Verpackungsmogeleien, ging es unter anderem auch um sogenannte SPAM-eMails<br />
                    <br />(SPAM ist der Begriff für massenhaft versendete unerwünschte eMails. Diese Emails haben oft einen gefälschten Absender, z.B. blablabla@berlin.de) und das Erforschen der Vorlieben von Kindern und Jugendlichen mittels interaktiver Websites.</p>
<p>
                    <strong>Unlauterer Wildwuchs</strong><br />
                    <br />Prof. Dr. Edda Müller, Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale monierte insbesondere den zunehmenden Wildwuchs der Werbeangebote in den neuen Medien. Gewinnversprechungen mittels SMS, FAX oder eMail, die den Verbraucher dazu verleiten sollen, teure 0190er Nummern anzuwählen, stellten unlauteren Wettbewerb dar, so die einhellige Meinung aller Referenten der Konferenz. Ursula Pachl, Rechtsberaterin beim<br />
                    <a href="http://www.beuc.org/Content/Default.asp?" target="_blank=" rel="noopener noreferrer">europäischen Verbraucherverband</a> (BEUC) sprach sich bezüglich SPAM-Mails für eine Revision der bestehenden Datenschutzrichtlinien aus. Schon jetzt sei klar: „SPAM wird europaweit verboten werden“. Einzige Ausnahme: Wenn bereits Geschäftsbeziehungen zwischen einem Unternehmen und dem einzelnen Verbraucher bestehen, dürfe weiter gespammt werden. Die Beschlüsse der Verbraucherverbände bezüglich der europäischen Datenschutzrichtlinien sollen spätesten in 18 Monaten umgesetzt werden. Auf internationaler Eben bestehe jedoch nach wie vor die Problematik der rechtlichen Durchsetzbarkeit nationaler bzw. europäischer Richtlinien und Gesetze. Pachl blieb hier vage und sagte: „An internationalen Lösungen wird gearbeitet“. Man setze hier eher auf Selbstregulationsmaßnahmen der Wirtschaft.</p>
<p>
                    <strong>Forderungen: Wer den Schaden hat&#8230;</strong><br />
                    <br />Der Verbraucherverband fordert insbesondere einen Schadensersatzanspruch an Unternehmen bei unlauterer Werbung. Noch radikaler ist die Forderung nach einer Abschöpfung von Unrechtsgewinnen aufgrund unlauterer Werbung. Um den Verbraucher zu stärken, soll ein kollektiver Schadensersatzanspruch gesetzlich verankert werden, wie das in anderen europäischen Ländern schon länger der Fall sei. Der einzelne Verbraucher habe im Normalfall nur wenig Chancen, seine Ansprüche aufgrund geringer Streitsummen gerichtlich durchzusetzen. Hier soll der kollektive Schadensersatzanspruch helfen. Das im Jahr 2001 neu geschaffene<br />
                    <a href="http://www.verbraucherministerium.de" target="_blank=" rel="noopener noreferrer">Verbraucherministerium</a> unter Leitung von Renate Kühnast unterstützt den Verband in seinen Forderungen, versprach Georg Starke, Referent im Bundesministerium für Verbraucherschutz. Über die Art und Weise der Unterstützung sagte der Referent leider auch nach mehrfachen Nachfragen nichts konkretes.<br />
                    </p></p>
]]></content:encoded>
					
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