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	<title>Verifizierung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Mit dem Zweiten wählt man besser?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 May 2013 13:09:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Falschaussagen von Politikern zu erkennen, ist heute einfacher als früher. Das Netz, mittlerweile sogar in die Hosentaschen gewandert, macht es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildZDFCheck.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-129130" alt="ArtikelbildZDFCheck" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildZDFCheck.jpg" width="640" height="480" /></a>Falschaussagen von Politikern zu erkennen, ist heute einfacher als früher. Das Netz, mittlerweile sogar in die Hosentaschen gewandert, macht es möglich. Wer eine Studie oder ein Gesetz einsehen will, um Argumente auf ihre Stichhaltigkeit zu testen, wühlt sich 2013 durch Linksammlungen anstelle von Bücherregalen &#8211; seit Neuestem auch auf Anregung des ZDF, denn die Mainzer haben fleißig Staub aus dem Programmregal geklopft. Anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl wollen sie beim #ZDFcheck Wahlkampfäußerungen überprüfen. Willige User sind eingeladen, mitzumachen.<br />
Im März 2012 unterstrich der damals frischgebackene ZDF-Intendant Thomas Bellut, dass er den Altersdurchschnitt des Senders vorsichtig abzusenken plant, auf einen Wert unter 60 Jahre. Dem aufmerksamen Beobachter bleiben gewisse Indizien für die Verjüngungskur nicht verborgen. In der Satire-Serie „Lerchenberg“ z. B. nimmt sich das ZDF selbst aufs Korn – und die „heute-Show“ ist mit Rekordquoten zum vielleicht letzten TV-Lagerfeuer junger Leute geworden. Die können diese Trendwende auch dann nachverfolgen, wenn sie ihre Fernseher längst gegen Desktop-PC, Tablet oder Smartphone eingetauscht haben, das Zweite also primär in der immer beliebteren Mediathek sehen. Und sie sollen nun dabei helfen, im <a href="http://zdfcheck.zdf.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ZDFcheck</a> wahre von unwahren Politikerstatements zu trennen.</p>
<h3>Auf Herz und Nieren</h3>
<p>„Stimmt das, was Politiker behaupten?“, prangt es zentral auf der Check-Seite von heute.de. Doch ganz so bipolar, wie vielleicht zu erwarten, fallen die möglichen Antworten nicht aus. Das Bewertungssystem sieht fünf Einstufungen vor:  stimmt nicht“, „stimmt so nicht“, „stimmt fast“, „stimmt“ und „unklar“. Entsprechend der Einordnung verfärbt sich das Thermometer, das links im Fragekasten zu sehen ist.<br />
Die Auswahl der Aussagen, die in den Check sollen, obliegt der Redaktion aus Journalisten, Recherche-Experten, Social Media- und Grafikredakteuren. Sie definieren auch, was genau an der jeweiligen Aussage überprüft werden soll und stellen die Ergebnisse online. So kann der Leser mitverfolgen, wie weit der Check fortgeschritten ist – und im Kommentarfeld eigene, quellengestützte Hinweise liefern.<br />
Ein Beispiel: Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat laut dpa gesagt, dass sich die Einkommensschere in Deutschland seit drei Jahren wieder schließen würde. Zunächst wird <a href="http://zdfcheck.zdf.de/faktencheck/ursula-von-der-leyen-cdu-die-einkommensschere-schliest-sich-seit-drei-jahren-wieder-stimmt-das/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diese Behauptung zitiert</a>, darunter sind die Check-Resulate platziert. Im Beispielfall soll als erstes eine etwaige Veränderung der höchsten und niedrigen Einkommen innerhalb der vergangenen drei Jahre genauer unter die Lupe genommen werden. Ein kleiner Text klärt darüber auf, welche Erkenntnisse die erste Anlaufstelle geliefert hat, das Statistische Bundesamt. Anschließend geht es um den Zeitraum, der von der Ministerin benannt wurde. Ist für die vergangenen drei Jahre überhaupt eine Angabe zu machen, oder mangelt es noch an Daten? Zum Schluss lautet das Fazit im Falle von der Leyens: „stimmt so nicht“.</p>
<h3>Nachhaltig prüfen</h3>
<p>Klar ist, dass sich nicht alle User in ihren Kommentaren an die Spielregeln halten werden. Demgegenüber aber steht die eindeutige redaktionelle Zielsetzung, der nach unbelegte Meinungsäußerungen nicht erwünscht sind. Es soll geprüft werden, nicht gebasht. Dr. Eckart Gaddum, Online-Chef beim ZDF, hat Vertrauen in die konstruktive Partizipationsbereitschaft der User. Die Proteste um Stuttgart 21 und die Plag-Bewegung machten dahingehend Mut, dass der Bürger den Wahlkampf nicht mehr passiv auf dem Sofa, sondern aktiv per Klick (und Wisch) begleiten wolle. Deswegen komme das ZDF der Netzkultur auch an anderer Stelle entgegen: Alle Texte, Videos und Grafiken sollen unter der Creative-Common-Lizenz „<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 3.0</a>“ zur Reproduktion freigegeben werden, was die Kopie, Veränderung und kommerzielle Nutzung einschließt. Das Publikum der re:publica 2013 quittierte diese Entscheidung mit Applaus.<br />
Die Videos zum Projekt werden in die ZDF-Mediathek geladen, wo sie auch als Download zur Verfügung stehen, entgegen der sonstigen Praxis. Auf diese Weise könnte ein virtuelles Gedächtnis entstehen, das die traditionell flüchtigen Wahlkampfaussagen konserviert. Ohnehin denkt man beim ZDF langfristig. Wenn der Check gut läuft, ist eine Fortsetzung möglich.</p>
<h3>Es ist kompliziert</h3>
<p>Gemessen an den bisherigen Checks lässt sich feststellen, dass das ZDF dem naheliegenden Vorwurf entgehen will, parteiisch zu sein. Analysiert wurden und werden Thesen von Politikern unterschiedlicher Parteifarben. Aber: Ob jemand irrt, ist erfahrungsgemäß nicht in jedem Fall mit Hilfe der Wissenschaft zu klären, manchmal ist ein Sachverhalt auch komplizierter gelagert. Dann zum Beispiel, wenn eine Ansicht auf einem Menschenbild fußt und damit nicht wissenschaftlich überprüfbar ist. Das ZDF ist sich dieses Problems bewusst, weswegen man ausschließlich Faktenbehauptungen untersucht – zu denen Material vorliegen muss. Schwierig könnte es werden, wenn die Umsetzbarkeit politischer Handlungsanweisungen bewertet wird, deren Wirksamkeit die Wissenschaft entzweit. Zur aktuellen Frage des EU-Sparkurses können etwa Pro- und Contra-Studien herangezogen werden. Im Zweifel muss sich die Redaktion auf einen ihrer anderen Grundsätze berufen: Dauert die Prüfung zu lange, wird nicht gecheckt.</p>
<h3>Billige Arbeit dank Wikipedia?</h3>
<p>Das ZDF-Team verlässt sich beim Checken nicht nur auf Eigen- und User-Leistungen. Kooperiert wird zudem mit Phoenix und Wikimedia Deutschland. Autoren des Online-Lexikons arbeiten teils in der Redaktion mit, teils dienen sie als externe Helfer. Nach Ankündigung des Projekts gab es aus den Reihen der Wikipedia Kritik. So hieß es u. a., das ZDF wolle sich eigene Mitarbeiter sparen. Die verantwortlichen Redakteure begegnen den Vorwürfen mit dem Hinweis, dass der Sender weniger Arbeit hätte, würde er den Check alleine stemmen – weil dann die Absprachen mit den Externen wegfielen.</p>
<h3>Der Wahlkampf wird ungemütlich</h3>
<p>Andere ckecken ebenfalls. Washington Post, <a href="http://www.spiegel.de/thema/muenchhausen_check/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPON</a> und <a href="http://www.faz.net/aktuell/wissen/faktencheck/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Faz.net</a> haben ihre publizistischen Lügendetektoren schon länger im Einsatz, letztere auch mit transparenter Leserbeteiligung. Das ZEITmagazin und der Verein Liquid Democracy kooperieren, um die Wahlkampfstrategen durch ein dem ZDFcheck sehr ähnliches Projekt in die Enge zu treiben, den „<a href="https://faktomat.adhocracy.de/instance/faktomat" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Faktomat</a>“. Hier wie da bauen die Redaktionen auf engagierte und scharfsinnige User.<br />
Inwieweit diese Kontrollen einen signifikanten Einfluss auf das Wahlergebnis haben können, ist schwer einzuschätzen. Menschen über 60 Jahre machten 2009 ein knappes Drittel der Wähler aus, sind der aktuellen <a href="http://www.d21-digital-index.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">N(ONLINER)-Studie</a> aber nur zu 64 Prozent (60-69 Jahre) bzw. 30 Prozent (70 Jahre und älter) online &#8211; und somit eher keine Zielgruppe des Checks. Dem könnte entgegenwirken, dass das ZDF die Resultate der Überprüfungen auch in den heute-Nachrichten unterbringen möchte, eventuell gar in einer eigenen Sendung. Ein erster Gradmesser ist die Testphase, die am 13. Mai begonnen hat. Die hier gewonnenen Erfahrungen sollen beitragen, den Check pünktlich bis zur heißen Wahlkampfphase im August zu optimieren. Das gilt gleichwohl auch für die Antworten und Slogans der Kandidaten. Mit Thesenoptimierung ist zu rechnen.<br />
Bilder: Screenshot</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Mehr Transparenz im Krieg? Neue Online-Datensammlungen warten auf journalistische Erschließung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 May 2013 12:13:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Whistleblower]]></category>
		<category><![CDATA[Manning]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Journalismus macht derzeit die vielleicht größte Transformation seiner Geschichte durch. Dabei geht es mitnichten allein um die bisher unbeantwortete [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Drone.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-128746" alt="Drone" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Drone.jpg" width="640" height="480" /></a>Der Journalismus macht derzeit die vielleicht größte <a href="http://politik-digital.de/interview-teil-i-zukunft-der-medienhaeuser-der-journalismus-am-scheideweg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transformation</a> seiner Geschichte durch. Dabei geht es mitnichten allein um die bisher unbeantwortete Frage nach tragfähigen Geschäftsmodellen im Internet, wo Werbung wenig Geld bringt und Nutzer kostenlose journalistische Angebote gewohnt sind. Es geht auch um neue Datenquellen, die online so leicht zugänglich sind wie nie zuvor. Einer der Trends: Kriegsberichterstattung am Laptop.</p>
<h3>Der nie versiegende Quellenstrom</h3>
<p>Ein Artikel ist immer nur so gut wie seine Quellen – und die Quellen im Netz versiegen nie. Rein quantitativ bietet sich dem heutigen Journalisten eine bis dato ungekannte Vielzahl an Eindrücken und Analysen, ein unendlicher Strom aus Social-Media- und Blogbeiträgen. Die re:publica-Referenten zum Thema &#8220;Investigation 2.0&#8221; machten deutlich, dass die rein analoge Recherche ein Relikt des 20. Jahrhunderts ist – als Watergate und Schwarzgeldkonten mit Schreibmaschine, Telefon und Reisepass aufgedeckt wurden. Ersetzt werden sollen die klassischen Tugenden investigativer Recherche jedoch nicht. &#8220;Ergänzung&#8221; lautet die Losung der Stunde, die Stephanie Hankey und Marek Tuszynski vom Aktivisten-Netzwerk <a href="https://www.tacticaltech.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tacticaltech</a> während ihres Vortrags proklamierten. Beispielhaft verwiesen sie auf den Fundus an Daten aus Kriegsgebieten, den Blogger und Hacker online zusammentragen.</p>
<h3>Der Videobeweis als verlässliche Quelle</h3>
<p>Der Blogger &#8220;<a href="http://brown-moses.blogspot.co.uk/?m=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brown Moses</a>“ z. B. durchforstet YouTube und Twitter nach Kriegsvideos, auf denen Waffen zu sehen sind. So möchte er einen Beitrag dazu leisten, Menschenrechtsorganisationen und Journalisten in ihrer Berichterstattung zu unterstützen, etwa über den Syrien-Konflikt. Der <a href="http://www.guardian.co.uk/world/2013/mar/21/frontroom-blogger-analyses-weapons-syria-frontline" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Guardian</a> spricht Moses die Leistung zu, den Einsatz von Streubomben durch Assads Truppen offengelegt zu haben. Hankey und Marek von tacticaltech sehen in Moses&#8217; Arbeit einen Ausgangspunkt, Waffenlieferungen nachzuverfolgen.</p>
<h3>Abstraktion von Daten</h3>
<p>An Sichtbarmachung ist auch <a href="http://www.pitchinteractive.com/beta/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pitch Interaktiv</a> gelegen, einem in San Francisco ansässigen Studio zur Datenvisualisierung. Auf ihrer <a href="http://drones.pitchinteractive.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a> stellen die Mitarbeiter entlang einer Zeitleiste dar, wie viele Menschen in Pakistan seit 2004 Dronenangriffen zum Opfer fielen, unterteilt in die Kategorien &#8220;Kinder&#8221;, &#8220;Zivilisten&#8221; und &#8220;andere&#8221;. Das Studio schätzt die Gesamtopferzahl auf 3.115, wobei weniger als zwei Prozent davon &#8220;high-profile targets&#8221; seien, also aus Perspektive der USA wichtige Ziele. &#8220;Out of side, out of mind&#8221; heißt das Online-Projekt. Es ist ein doppeldeutiger Titel, der auf zweierlei anspielt: zum einen auf die technisch bedingte Distanz, die aus Angreifersicht zum Kriegsgeschehen besteht, zum anderen auf die kurzfristige öffentliche Aufmerksamkeit.</p>
<h3>Hingeschaut und weggesperrt</h3>
<p>Die Instagram-Seite <a href="http://instagram.com/dronestagram#" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dronestagram</a> zeigt Satelitenbilder der Regionen, die von Dronenattacken betroffen waren. Zu sehen sind jedoch keine Verwüstungen. <a href="http://shorttermmemoryloss.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">James Bridle</a> liegt daran, den für das westliche Auge nahezu unsichtbaren Gebieten überhaupt ein Gesicht zu geben. Er postet die Fotos und bestückt sie mit erklärenden Texten, sorgt so für Aufmerksamkeit und Einordnung. Dazu bedient sich Bridle aus online frei zugänglichen Quellen, genau wie es auch bei den anderen Beispielen der Fall ist.<br />
Werden brisante Informationen aber von Regierung und/oder Militär unter Verschluss gehalten, bleibt nur der Leak, die illegale Offenlegung. Das Scoop-Potential für Journalisten ist hier deutlich höher – wie das <a href="http://politik-digital.de/gefaengnis-fuer-whistleblower-der-fall-manning-in-der-diskussion/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schicksal</a> des inhaftierten US-Soldaten Bradley Manning jedoch verdeutlicht, auch das Risiko für den Whistleblower. Manning hatte u. a. mit einem auf Wikileaks publizierten <a href="http://www.collateralmurder.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> für Aufsehen gesorgt, auf dem die Tötung von Zivilisten zu sehen ist, die von US-Soldaten irrtümlicherweise für Gegner gehalten wurden.</p>
<h3>Zu einfach?</h3>
<p>Doch selbstverständlich löst das Internet mit seinen vielen ansprechend aufbereiteten Datensammlungen, Bildern und Videos nicht den vielleicht wichtigsten Grundsatz der Kriegsberichterstattung auf, wonach die Wahrheit das erste Opfer des Krieges ist. Sie kann den Kombattanten nicht einfach entrissen und in eine objektive Blogosphäre überführt werden, aus der sie, ansprechend visualisiert, von Journalisten heruntergeladen wird. Potentiell sind Datenmenge wie -handhabung größer bzw. einfacher geworden, im Einzelfall jedoch bedarf es nach wie vor des Quellenchecks. Wie soll etwa anhand eines Videos eindeutig bewiesen werden, wer für den Giftgas-Einsatz in Syrien verantwortlich ist? Könnte ein entsprechender Ausschnitt nicht aus dem Kontext gelöst oder manipuliert worden sein? Und welcher Journalist kann auf die Schnelle überprüfen, inwieweit die Zahl der Dronenopfer auf der Grafik von Pitch Interaktiv tatsächlich realistisch ist?</p>
<h3>It&#8217;s your job!</h3>
<p>Die neuen Digital-Tools sind, besonders in ausgedünnten Redaktionen, geradezu gefährlich verführerisch. Die Wahrheit scheint bloß einen Klick entfernt – also ist Verifizierung wichtiger denn je. „<a href="http://onlinejournalismblog.com/2011/01/26/verifying-information-online-content-context-code/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online Journalism Blog</a>“ bringt es auf den Punkt: „How do you know the source is telling the truth? You’re a journalist, for god’s sake: it’s your job to find out.&#8221; Da hilft es dann, sich die klassischen Anfängertipps zurück ins Gedächtnis zu rufen, die im Twitter-Takt heute genauso gelten wie zu Zeiten von Woodwards und Bernsteins Watergate-Enthüllung: Vertraue niemals nur einer Quelle allein, sprich mit den Informanten und glaube erst mal nichts, was zu gut klingt, um wahr zu sein.<br />
Ausführliche Tipps zum Quellen-Check: <a href="http://emergencyjournalism.net/useful-links-verification-tools/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">emergencyjournalism.net</a><br />
Bilder: Doctress Neutopia (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-SA 2.0</a>)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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