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	<title>Vertriebsstruktur &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Vertriebsstruktur &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Requiem für Napster?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[fpaschen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Napster]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Übernahme durch Bertelsmann ist mehr als der Streit um kostenlose Musik im Internet</b>
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Die mit 37 Millionen Nutzern weltweit beliebteste und durch Prozesse stark gebeutelte Internet-Musiktauschbörse Napster
ist vergangene Woche de facto an Bertelsmann gefallen. Das Ende kostenlosen und unbegrenzten
Tauschens durch dieses System ist damit nahe. Erboste Musikfreunde drohen in Foren mit dem
Wechsel auf einen der zahlreichen Klons. </b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Übernahme durch Bertelsmann ist mehr als der Streit um kostenlose Musik im Internet</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Die mit 37 Millionen Nutzern weltweit beliebteste und durch Prozesse stark gebeutelte Internet-Musiktauschbörse Napster<br />
ist vergangene Woche de facto an Bertelsmann gefallen. Das Ende kostenlosen und unbegrenzten<br />
Tauschens durch dieses System ist damit nahe. Erboste Musikfreunde drohen in Foren mit dem<br />
Wechsel auf einen der zahlreichen Klons. </b></span></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eigentlich<br />
geht es jedoch um etwas Größeres als nur<br />
den freien Zugang zu kostenloser Musik: um neue Vertriebswege für<br />
&quot;Content&quot;, neue Geschäftsmodelle, kurz: um neue Märkte und Macht.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Innerhalb eines Jahres ist aus einem Programm des mittlerweile 19jährigen College-Studenten<br />
Shawn Fanning die größte und beliebteste Internet-Musiktauschbörse geworden.<br />
<a href="http://www.napster.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Napster</a> hat derzeit rund 37 Millionen Nutzer, die sich &#8211; dank der MP3-Technologie &#8211; aus dem<br />
nahezu unerschöpflichen Quell kostenloser Songs bedienen. Klar, dass dies den Musikkonzernen<br />
nicht schmeckt. Denn wer sich im virtuellen Plattenladen bedient, der braucht keine CD&#8217;s mehr<br />
zu kaufen. Logisch, dass der Goliath RIAA (US-Musikindustrieverband) mit Beteiligung der<br />
einschlägigen Branchenriesen den anarchistischen David wg. Urheberrechtsverletzungen mit Klagen<br />
überzieht. Der Rechtsstand soweit: In der ersten Instanz konnten sich die Kläger durchsetzen.<br />
Ein Berufungsgericht hob dann die Anordnung zur Schließung Napsters auf. Im Augenblick befindet<br />
sich das Ganze in der Revision. Wer will, kann sich noch ungehindert seine Lieblingssongs auf<br />
die Platte laden.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Für Wirbel sorgte letzte Woche dann die Meldung, dass der <a href="http://www.bertelsmann.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Bertelsmann-Konzern</a><br />
Napster übernommen habe. Dem finanziell angeschlagenen David wird ein Kredit in zweistelliger<br />
Millionenhöhe zum Aufbau eines neuen Abonnementsystems zur Verfügung gestellt, der Medienriese<br />
erhält dafür eine garantierte Option auf Anteile. De facto eine Übernahme. Downloads &#8211; von<br />
Promotiontiteln einmal abgesehen &#8211; werden damit in absehbarer Zukunft wohl gebührenpflichtig<br />
werden und das Angebot vorläufig auf die Titel der Bertelsmann Music Group (BMG) reduziert.<br />
Infolgedessen werden sich Dutzende von Klons wohl über steigende Mitgliederzahlen freuen können.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Letzten Endes geht es aber nur vordergründig um die Zukunft von Napster als unlimitierter und<br />
kostenloser Tauschbörse oder um die zahlreichen Nachahmer. Diese auf Dauer zu unterbinden wäre<br />
in der globalen und immer noch weitgehend anarchistischen Welt des Internet ohnehin ein<br />
hoffnungsloses Unterfangen. Es geht vielmehr um neue Vertriebswege und Geschäftsmodelle,<br />
die sich den einzigartigen technischen Möglichkeiten des Mediums Internet verdanken.<br />
Dies schließt nicht nur Musiktitel ein, sondern auch Bücher, Videos, Computerspiele, etc.<br />
Kurz: alles, was in digitaler Form vom Produzenten zum Endverbraucher gelangen kann &#8211;  ohne<br />
den Umweg über LKW&#8217;s oder das nächste Kaufhaus. Nach den ersten Abwehrversuchen der<br />
Branchenriesen gegenüber den sich hier abzeichnenden gravierenden Änderungen, hat sich<br />
Bertelsmann-Chef Middelhoff nun dazu entschlossen, den vermeintlichen Feind zu umarmen und die<br />
Flucht nach vorne anzutreten.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Keine CD&#8217;s mehr im Laden kaufen, sondern einzelne Titel zu Hause selbst zusammenstellen. Legal<br />
und gegen Bezahlung, dafür aber auch in gesicherter Qualität und mit gutem Gewissen. Dies ist<br />
nach Ansicht von Middelhoff der Vertriebsweg der Zukunft. Sicherlich wird dies den Verkauf von<br />
CD` s nicht stoppen, denn es gibt immer noch Qualitätsunterschiede zwischen MP3 und der<br />
silbernen Scheibe. Nach einer neuen Studie der Unternehmensberatung <a href="http://www.pwcglobal.com/Extweb/pwcpublications.nsf/docid/109074ADC7D84B5F8525691F006E7389" target="_new" rel="noopener noreferrer">PricewaterhouseCoopers</a><br />
facht das Probehören im Netz sogar eher den CD-Verkauf an.<br />
(Siehe hierzu auch einen Artikel des Online-Magazins <a href="http://www.wired.com/news/culture/0,1284,39924,00.html" target="_target" rel="noopener noreferrer">wired.com</a>)<br />
Aber warum nicht auch an denen verdienen, die einzelne Musikstücke haben wollen und die<br />
angesichts der geringeren (Telefon)-Kosten Abstriche bei der Qualität hinnehmen?<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bei Musik muss es aber noch lange nicht enden. Was ist zum Beispiel mit Büchern? Horrorautor<br />
<a href="http://www.stephenking.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Stephen King</a> beispielsweise bietet unter Umgehung seines Verlages bereits eine<br />
Geschichte an, die exklusiv und portionsweise im Internet erscheint. Kosten: ein freiwilliger<br />
Beitrag von ein paar Dollar. Der Buchverlag <a href="http://www.randomhouse.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">RandomHouse</a> (Bertelsmann) hat<br />
ähnliche Angebote. Auf der Website von <a href="http://www.contentville.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Contentville</a> stehen u.a.<br />
Presseartikel, Dissertationen, Zeitungs- und Zeitschriftenabos, Redemanuskripte und Bücher zur<br />
Verfügung. Aus einer Hand gibt es hier, was bisher von unterschiedlichen Unternehmen auf<br />
verschiedenen Vertriebswegen unter die Konsumenten gebracht wurde. Solche<br />
Konzentrationstendenzen geben freilich nicht nur zu Jubelstürmen Anlass.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bei Videos oder Spielen gestaltet sich das Ganze aufgrund der großen Datenmengen und<br />
beschränkter Bandbreiten derzeit noch schwierig. Auch wenn der Tausch von Videos bei Seiten<br />
wie  <a href="http://www.mojonation.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mojonation</a><br />
schon angeboten wird. Die Konzerne arbeiten jedoch an Lösungen. Vor<br />
rund zwei Wochen ist Bertelsmann eine Kooperation mit der Telekom<br />
eingegangen, um im Berliner Kabelnetz einen Pilotversuch mit<br />
rückkanalfähigen TV-Netzen zu starten. Eine weitere Möglichkeit wäre<br />
die sogenannte DSL-Technik (bei der die Telekom ein Quasi-Monopol<br />
besitzt) mit der die Übertragungsgeschwindigkeiten alter Telefonkabel<br />
auf bis zu 30fache ISDN-Geschwindigkeit gebracht werden können. Auch<br />
der Hauptkonkurrent von Bertelsmann, die Kirch Gruppe, bändelt seit<br />
längerer Zeit mit dem rosa Riesen und entwickelt Set-Top-Boxen, die das<br />
Fernsehen zur Multimediamaschine machen sollen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zwischen einander eigentlich branchenfremden Konzernen werden hier Partnerschaften geschlossen.<br />
Telekommunikationsunternehmen avancieren zu Anbietern von Inhalten. Klassische<br />
Unternehmensstrukturen und Vertriebswege werden umgeworfen. Das Konsumentenverhalten wird sich<br />
in Bereichen mit digitalem Content ändern. Produkte werden sich verändern. Wer zum Beispiel,<br />
ganze Bücher nicht am heimischen PC ausdrucken möchte, wird sie am Bildschirm oder auf seinem<br />
eBook lesen können &#8211; oder müssen. Die Möglichkeiten sind vielfältig.<br />
</span></span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die &quot;strategische Allianz&quot; zwischen Bertelsmann und Napster ist mehr als der geschickte<br />
Versuch, den ungeliebten Anarchisten zu domestizieren. Es könnte eine zukunftsweisende<br />
Entscheidung sein, die &#8211; über den Bereich Musik hinausgehend &#8211; klassische Vertriebstrukturen<br />
und Geschäftsmodelle umwälzen wird. Die Branchenriesen scheinen die Potentiale des Internets<br />
und von Tauschsystemen wie Napster erkannt haben, und sie möchten sie für ihre Produkte<br />
nutzbar machen. Die Zukunft gehört dem digitalen Content.</span></span></p>
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