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	<title>Virtueller Ortsverein &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Virtueller Ortsverein &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Next gener@tion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 1998 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Virtueller Ortsverein]]></category>
		<category><![CDATA[Arne Brand]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
&#34;Natürlich sind wir eine Bedrohung für die old-boys-networks in den Parteien
und ihre Hinterzimmerpolitik&#34;, beschreibt Arne Brand vom <a href="http://www.vov.de/">
Virtuellen Ortsverein </a> der SPD die Bedeutung von digital vernetzter Politik. Der 23jährige gehört zum
deutschen Polit-Nachwuchs, der mit den eingespielten Bonner Regeln brechen will:
Die next gener@tion steht bereit, die Alten in Bonn und Berlin abzulösen.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
&quot;Natürlich sind wir eine Bedrohung für die old-boys-networks in den Parteien<br />
und ihre Hinterzimmerpolitik&quot;, beschreibt Arne Brand vom <a href="http://www.vov.de/"><br />
Virtuellen Ortsverein </a> der SPD die Bedeutung von digital vernetzter Politik. Der 23jährige gehört zum<br />
deutschen Polit-Nachwuchs, der mit den eingespielten Bonner Regeln brechen will:<br />
Die next gener@tion steht bereit, die Alten in Bonn und Berlin abzulösen.</b></span><!--break--></p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/brand/images/brand.jpg" alt="Arne Brand" border="1" height="143" hspace="0" vspace="0" width="120" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Arne Brand</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Knatternd fährt er mit dem SPD-Wahlkampf-Bus zum Interviewtermin vor. &quot;Wir sind bereit&quot;<br />
steht in fetten roten Lettern auf der Seitentür des VW-Busses. Bereit war Arne Brand<br />
nicht nur im Internet-Wahlkampf  für den Virtuellen Ortsverein der SPD, sondern auch<br />
als Wahlkampfmanager seiner Partei in <a href="http://www.spd-lippe.de/">Westfalen Lippe.</a><br />
Für die SPD-Bundestagsabgeordneten<br />
Rainer Brinkmann und Karl-Herrmann Haak spielte er das &quot;Mädchen für Alles&quot; (Brand),<br />
organisierte Auftritte im Wahlkreis, trommelte die Presse zusammen, schrieb Reden<br />
und brachte die Genossen auf Linie, wenn Streit drohte. &quot;Das kann dann schon ziemlich<br />
ernüchternd sein, wenn man in den Ortsvereinen vor Ort erlebt, wie Politik letztlich<br />
im Hinterzimmer ausgekungelt wird&quot;, seufzt er. Sein Jura-Studium an der Universität<br />
Bielefeld lag in dieser Zeit zwangsläufig brach: &quot;Ich hatte dicke Ringe unter den<br />
Augen und schlief nur noch mit meinem Fotoapparat&quot;, aber andererseits schon im Mai<br />
war ihm klar &quot;im Herbst ist die SPD wieder am Ruder&quot;.<br />
Doch die Bonner Wende hat ihn nicht in Ihren Sog gezogen: &quot;Es gab zwar mehrere konkrete<br />
Jobangebote aus der Partei, aber ich will mir erst einmal ein berufliches Standbein<br />
aufbauen&quot;, erklärt Brand. Jetzt büffelt er wieder für das 1. Staatsexamen und will<br />
ein erfolgreicher Multimedia-Anwalt werden &quot;so wie der <a href="http://www.netlaw.de/">Tobias Strömer</a><br />
in Düsseldorf&quot;.<br />
Gleichzeitig baut er mit einem Freund ein Multimedia-Unternehmem auf. Zwar noch ohne<br />
Eintrag ins Handelsregister, aber nicht mehr namenlos (Double II) und mit ersten<br />
Kundenaufträgen gesegnet wird seine Detmolder Start-up-Company ein &quot;Mittelding<br />
zwischen Werbeagentur und Unternehmensberatung&quot; sein, die Firmen bei der betrieblichen<br />
Neuorganisation durch den Einsatz neuer Medien hilft. Trotz dieser Mehrfachbelastung<br />
will Brand an seinen politischen Ambitionen festhalten &#8211; zunächst aber im Kleinformat.<br />
Im kommenden Jahr will er sich um einen Sitz im Stadtrat seiner Heimatstadt Detmold bewerben.<br />
Arne Brand als Multimedia-Anwalt, als Unternehmer oder Politiker- viele Szenarien sind<br />
denkbar, die mentale Klammer von allem: &quot;Selber etwas auf die Beine stellen&quot;. So ist<br />
seine größte Sorge auch, &quot;vor die Wahl gestellt zu werden, mich für eine Sache allein<br />
entscheiden zu müssen&quot;, so Brand.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit dieser Haltung ist Arne Brand ein exemplarischer Stellvertreter der next generation<br />
in der bundesdeutschen Politik: Junge, engagierte Menschen, die anders als ihre politischen<br />
Ziehväter nicht zu fulltime Parteisoldaten mutieren wollen und die davon überzeugt sind,<br />
daß es ein Leben nicht nur vor und nach der Politik, sondern auch daneben gibt. Ihre<br />
Lebensplanung ist mehrgleisig angelegt. Vielfältige Qualifikationen und frühzeitige<br />
Existenzgründungen sichern dabei die Unwägbarkeiten der politischen Lebensplanung ab.<br />
&quot;Letztlich ist doch eine sichere Existenz außerhalb der Partei der zentrale Garant<br />
für berufliche Unabhängigkeit, urteilt <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/reiche/">Katherina Reiche</a>.<br />
Die 25jährige CDU-Abgeordnete<br />
aus dem brandenburgischen Luckenwalde ist ein weiteres Beispiel aus der Bonner Nachwuchsriege.<br />
In nur neun Semestern hat sie ihr Chemiestudium an der Universität Potsdam absolviert,<br />
war für Forschungsstudien in den USA und Finnland und schaffte es gleichzeitig als<br />
Bundestagskandidatin auf den dritten Listenplatz ihres Landesverbandes. Auch als Neuparlamentarierin<br />
will die Leistungsträgerin nicht auf eine berufliche Fortentwicklung verzichten, und<br />
promoviert parallel in analytischer Biochemie und ist zugleich als Geschäftsführerin<br />
eines Familienunternehmens aktiv. Ebenso die frischgewählte Vorsitzende der Jungen Union,<br />
Hildegard Müller, die auch neben ihrem Amt an einer Banklaufbahn festhalten will.<br />
Auch der 21jährige Parlamentsbenjamin <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/schneider/">Carsten Schneider</a> (SPD), der vor seiner Bundestagszeit<br />
eine Banklehre absolviert hat und heute Mitglied des Bonner Haushaltsausschusses ist, will<br />
in Bonn nicht &quot;als Vorzeigejugendlicher  sein Fraktion herumgereicht werden&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Gefragt, ob ihn es ihn angesichts soviel junger Parlamentsgesichter nicht auch in den Bundestag<br />
zieht, schüttelt Brand entschieden den Kopf. &quot;Der Carsten Schneider ist doch arm dran,<br />
der steht unter einem tierischen Druck und muß jetzt im Hauruckverfahren die Spielregeln lernen,<br />
und wenn er dann im richtigen Alter ist, ist er schon ein alter Hase.&quot; Wenn ins Parlament dann<br />
gleich nach Brüssel, &quot;dort werden doch in Zukunft die wirklich wichtigen Entscheidungen getroffen.&quot;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eigentlich war der politische Weg für den Detmolder vorgezeichnet: Seine Großvater hatte die SPD<br />
in Süd-Lippe gegründet und auch sein Vater war ein überzeugter Parteigänger. Doch erst durch das<br />
Internet kam der 23jährige Detmolder letztlich zur sozialdemokratischen Partei: &quot;1995 habe ich<br />
begeistert das Abgeordnetenprojekt an der FU Berlin verfolgt&quot;, erzählt er. &quot;Im IRC-Channel habe<br />
ich dann mit einem der ersten Mitglieder vom VOV geplaudert, zwei Stunden später war ich dann Mitglied.&quot;<br />
In die SPD selber ist er Anfang 1996 eingetreten. Schnell wurde er bei den &quot;Virtuellen&quot; einer der<br />
Haupaktiven und ist seit zwei Jahren Sprecher des VOV. Am virtuellen-Parteinetzwerk schätzt er<br />
das versammelte, geballte Expertenwissen, und den offenen Dialog . &quot;Da sind viele dabei, die<br />
politisch sehr interessiert sind, jedoch durch die Art von Politik in den Parteigliederungen<br />
abgeschreckt sind&quot;, so Brand.<br />
Dennoch kann auch er sich den Regeln des Systems nicht verschließen. &quot;Um Gestaltungsspielräume<br />
zu haben, muß ich zwangsläufig auch in Seilschaften drinhängen&quot;, räumt er kritisch ein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Fernab der visionenbehafteter Cyberpolitik ist die Parteiarbeit in real-life für Brand immer<br />
wieder ein frustrierendes und deshalb auch notwendiges Erlebnis. &quot;Auf der Straße immer wieder<br />
zu hören &#8216;Die in Bonn wirtschaften doch nur für die eigene Tasche&#8217;, ist schon deprimierend&quot;,<br />
bekennt er. Mit dem Internet verbindet er deshalb die Hoffnung auf mehr Transparenz. Einen<br />
ersten Schritt der innerparteilichen Öffnung sieht er deshalb mit der Vernetzung via Intranet,<br />
auch wenn der letzte Netzknotenpunkt die Hauptamtlichen sind und das einfache Mitglied immer<br />
noch vom internen Parteiinformationsfluß ausgeschlossen bleibt. An der die revolutionären Kraft<br />
des Mediums, die langfristig zur Erosion und Reform der traditionellen Parteistrukturen führen<br />
wird, besteht für ihn kein Zweifel. Brand: &quot;Da werden künftig viele Verwalter von Herrschaftswissen<br />
überflüssig&quot;, lautet seine Prophezeiung.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch bis dahin ist es noch ein ganzes Stück digitaler Wehstrecke. Nach dem öffentlichkeitswirksamen<br />
Einsatz der Neuen Medien im SPD-Wahlkampf ist Brand heute enttäuscht, daß die Möglichkeit<br />
Neuer Medien für Politik, Wirtschaft und Bildung keine Rolle zu spielen scheinen. &quot;Es war schon schade,<br />
daß im rot-grünen Koalitionsvertrag die Begriffe Internet und Multimedia kein einziges Mal auftauchten.<br />
Besonders bedauert der VOV-Sprecher, daß neben der wirtschaftspolitischen Diskussion über<br />
Neue Märkte und Jobbboom und technische Fragen die gesellschaftspolitische Diskussion über<br />
die Auswirkungen der Neuen Medien in Deutschland bislang nicht stattfinde.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Den Schritt zum fulltime Politiker möchte er möglichst vermeiden. Der Grund: &quot;Wenn man das Hobby<br />
Politik zum Beruf macht, schmort man im eigenen Saft.&quot; Ein Leben ohne die Politik kann er sich<br />
aber auch nicht vorstellen. Was ihn reizt? &quot;Etwas gestalten zu können&quot;. Das klingt nach wie die<br />
routinierte Umschreibung von politischem Machthunger, doch Brand scheint es Ernst zu meinen.<br />
Soziale Sicherungssysteme sind dabei fest einkalkuliert. &quot;Dafür habe ich doch so viele Freunde<br />
außerhalb des politischen Umfelds, damit die mich rechtzeitig warnen, wenn ich abhebe&quot;, erklärt er.<br />
Darüber seine Freundin nicht der SPD beitreten wollte, ist er letztlich dankbar: &quot;Dann würden wir<br />
doch Tag und Nacht politisieren.&quot; Im Rampenlicht zu stehen hat für ihn keinen Selbstzweck, sondern<br />
geschieht um der Sache Willen. Daß er diese schönen Worte auch im Ernstfall beherzigt zeigt eine<br />
schöne Begebenheit aus dem Wahlkampf: Auf dem Leipziger Parteitag hatte sich Kanzlerkandidat<br />
Schröder am Stand des VOV angesagt, ein kleines Interview zum Thema Neue Medien sollte für die<br />
Journalisten inszeniert werden. Von der Online-Verantwortlichen der Partei gefragt, wer den Part<br />
des Moderators übernehme gab Brand das Mikro an einen Kollegen. &quot;Das gibt mir nichts. Ich gehöre<br />
auch nicht zu denen, die beim Gruppenfoto mit Schröder plötzlich neben dem Kanzler stehen&quot;,<br />
bekennt er und schüttelt energisch den Kopf.</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schröders virtuelle Stoßtruppe</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/schroeders-virtuelle-stosstruppe-716/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jul 1998 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Virtueller Ortsverein]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Bereits seit 1995 macht der Virtuelle Ortsverein
der SPD (VOV) Netzpolitik. Mit der Bonner Wende
ist aus der 700köpfigen multimedialen Stoßtruppe
die New-Media Abteilung der Regierungspartei
geworden.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Bereits seit 1995 macht der Virtuelle Ortsverein<br />
der SPD (VOV) Netzpolitik. Mit der Bonner Wende<br />
ist aus der 700köpfigen multimedialen Stoßtruppe<br />
die New-Media Abteilung der Regierungspartei<br />
geworden.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Als erstes virtuelles Gremium einer Partei leistet der virtuelle<br />
Ortsverein (VOV) der SPD seit fast drei Jahren Pionierarbeit.<br />
Ursprünglich entstanden die &quot;Virtuellen&quot;, wie sie im Parteijargon<br />
bereits heißen, aus einem Netzwerk multimediabegeisterter<br />
Sozialdemokraten. Ihr vorrangiges Ziel war es zunächst nur, ihre Partei<br />
ins Internet zu bringen. Mit einem Gründungsaufruf des<br />
Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss am 16. Juni 1995 bildete sich aus<br />
dieser Interessengruppe ein Arbeitskreis von Sozialdemokratinnen und<br />
Sozialdemokraten im Internet, der ausschließlich über das Internet<br />
<a href="http://www.vov.de/allgemeines/vov_geschichte.html">kommuniziert</a>. Zentrale<br />
Prinzipien beim VOV sind Delokalisierung und Virtualisierung: Politik<br />
findet überall und in &quot;Echtzeit&quot; statt. Als Ziele formuliert der VOV in<br />
seinen Richtlinien: &quot;Die Möglichkeiten des Internets für die politische<br />
Arbeit sollen erforscht werden. Durch eine demokratische<br />
Selbstorganisation mit Abstimmungen und Wahlen werden dabei neue Formen<br />
der Kommunikation in den elektronischen Netzen entwickelt und erprobt.<br />
Dieses Know-how wird den verschiedenen Gliederungen der SPD zur<br />
Verfügung gestellt, um die Darstellung der SPD im Internet zu<br />
optimieren&quot;. Seine Ziele<br />
formuliert der VOV jedoch allgemeiner: &quot;Unsere besondere politische<br />
Aufmerksamkeit gilt der Entwicklung moderner Informations- und<br />
Kommunikationstechnologie, ihrer sozialen und wirtschaftlichen<br />
Auswirkung sowie ihre Konsequenzen für die parteiinterne<br />
Willensbildung&quot;, man räumt jedoch ein, daß an einer ausführlichen<br />
Darstellung der Ziele &quot;<a href="http://www.vov.de/allgemeines/vov_ziele.html">zur Zeit noch gefeilt wird&quot;</a>.<br />
Schwerpunktmäßig beschäftigen sich die politischen Diskussionen der VOV-Mitglieder über<br />
nichtöffentliche Mailinglisten mit der Entwicklung der<br />
Informationsgesellschaft. Aber auch allgemeine politische Fragen stehen<br />
zur Debatte. Um innerhalb der Debatte zu Ergebnissen zu kommen, werden<br />
regelmäßig unter den Mitgliedern elektronische Abstimmungen (&quot;virtuelle<br />
Konferenzen&quot;) durchgeführt. Dabei kann jedes Mitglied einen Wahlaufruf<br />
beantragen. Abstimmungen sind dann gültig, wenn sich mindestens zehn<br />
Prozent der Mitglieder beteiligt haben. Um nicht nur eine lose<br />
Diskussionsrunde zu bleiben, hatte der VOV schon früh den Wunsch<br />
formuliert, offiziell als Gliederung der Partei anerkannt zu werden.<br />
Nachdem eine Anerkennung als &quot;Ortsverein&quot; aus juristischen Gründen nicht<br />
möglich war, ist der VOV heute als &quot;Arbeitskreis beim Parteivorstand&quot;<br />
anerkannt. Ein jährlich neu gewählter Vorstand vertritt den VOV<br />
gegenüber der Partei und der Öffentlichkeit und setzt die Beschlüsse des<br />
VOV um. Der VOV kann allerdings keine Anträge für SPD-Parteitage<br />
verabschieden und auch keine Delegierten aufstellen. Die Arbeit im VOV<br />
erfolgt ausschließlich ehrenamtlich. Für Technik und Verwaltung steht<br />
jährlich ein Minibudget von weniger als 50.000 Mark zur Verfügung.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der VOV versteht sich als Teil der Sozialdemokratischen Partei<br />
Deutschlands und seine Mitglieder stehen zum Grundsatzprogramm der<br />
Partei, dennoch steht der VOV prinzipiell jedem offen- auch Mitgliedern<br />
anderer Parteien. Von den 745 Mitgliedern (Stand: 15. April) sind 83<br />
Prozent SPD-Mitglied. Viele von ihnen machen gleichzeitig traditionelle<br />
Parteiarbeit in &quot;realen&quot; Parteigremien. Circa 50 Mitglieder leben im<br />
Ausland. Wesentlich stärker als die Partei (29 % Frauen) ist der VOV mit<br />
nur 7 Prozent weiblichen Mitgliedern eine Männerdomäne. Im Vergleich zur<br />
großen Mutterpartei, die mit 776.183 tausendfach soviele Mitglieder hat<br />
wie der VOV, sind die dessen Mitglieder deutlich jünger (ihr<br />
Durchschnittalter beträgt 37 Jahre): 29 Prozent sind 30 Jahre und<br />
jünger. Bei der Partei macht diese Altersgruppe mittlerweile nur sechs<br />
Prozent aus. Dagegen sind mehr als die Hälfte aller SPD-Mitglieder (55<br />
%) laut SPD-Bundesgeschäftsstelle älter als fünfzig Jahre. Beim<br />
Mannheimer Bundesparteitag der SPD im November 1995 präsentierte sich<br />
der VOV erstmals der Partei und brachte als erster den Parteitag live<br />
ins Internet. SPD mit ihrem Angebot am 19. August 1995. Ebenso wie der<br />
VOV, dessen Mitglieder den Gang ihrer Mutterpartei ins Internet<br />
überhaupt initiierten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In der Bonner Bundespolitik ist der Virtuelle Ortsverein der SPD und<br />
seine Grundidee bekannt. Jedoch sind massive Ablehnung und Skepsis groß.<br />
So hielt man bei den konkurrierenden Parteien und Fraktionen / Gruppe<br />
aus dem bürgerlichen Lager von CDU, CSU und FDP lange Zeit die Gründung<br />
einer eigenen virtuellen Parteiorganisation weder für denkbar noch für<br />
wünschenswert. Die Vorteile einer rein virtuellen Plattform seien nicht<br />
erkennbar. Einige Parlamentarier werden nach dem VOV gefragt, sehr<br />
deutlich: Schlicht für &quot;totalen Quatsch&quot; hält ein Befragter einer<br />
Fraktion die Idee eines Virtuellen Ortsvereins Ein anderer aus einer<br />
Parteizentrale:  &quot;Ich halte so eine interaktive Parteiorganisation für<br />
lächerlich. Eine Partei sollte den Bürgern immer eine regionale oder<br />
lokale Anbindungen geben. Man braucht einfach das gemeinsame Gespräch an<br />
einem Tisch.&quot; Allein bei den Grünen ist bereits 1995 über die Gründung<br />
eines Virtuellen Ortsvereins nachgedacht worden. Diese Idee wurde jedoch<br />
bis heute nicht weiterverfolgt.  Doch mittlerweile hat auch bei FDP und<br />
CDU ein Umdenken was Parteiorganisaion und Neue Medien betrifft,<br />
eingesetzt. So plant FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle über<br />
&quot;Mitgliederbefragungen per Internet&quot; nach (Siehe<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/merkel.shtml">politik-digital-Interview</a>) und auch CDU-Frontfrau Angela Merkel hat<br />
die Vernetzungsqualität des Internets für ihre Partei entdeckt und<br />
treibt deshalb den Ausbau des parteieigenen Intranets voran. Großes<br />
Ansehen genießt der VOV dagegen in der Wahlkampfzentrale der SPD. Hier<br />
wird er als &quot;multimediale Avantgarde&quot; der Partei charakterisiert, die<br />
bei allen Multimediaprojekten konsultiert werde und mit großer Kompetenz<br />
und hohem Engagement (z.B. beim Aufbau des Intranets, bei der<br />
Übertragung des Parteitages ins Internet) den Wahlkämpfern zur Seite<br />
stehe. Politische Ideen und Anliegen gegenüber der Parteispitze zu<br />
artikulieren, ist dem VOV jedoch erst in diesem Jahr gelungen. Erst<br />
langsam nehme die Partei den VOV und seine &quot;revolutionären Ideen&quot; wahr.<br />
Unter den Web-Abgeordneten reagierten die Parlamentarier von CDU, FDP,<br />
Bündnis &#8217;90 / Die Grünen über das Konkurrenzunternehmen VOV<br />
erwartungsgemäß skeptisch bis kritisch. Aber auch unter den webaktiven<br />
SPD&#8217;lern überwiegt die Skepsis. Als &quot;Avantgarde&quot; oder auch &quot;Freakverein&quot;<br />
begriffen, wird der VOV außerhalb oder neben der Partei angesiedelt. Als<br />
Parteiinstitution neuen Typs könne er die tradionelle Parteistruktur<br />
nicht ersetzen. Ein junger SPD-Web-Abgeordneter erklärt: &quot;Der VOV ist in<br />
der SPD ein neues Netzwerk. Politik spielt sich aber in bestehenden<br />
Netzwerken ab.&quot; Nur zwei SPD-Parlamentarier waren zeitweise<br />
VOV-Mitglieder gewesen: Reinhard Weis und Manfred Hampel. Beide sind<br />
nach kurzer Zeit jedoch wieder ausgetreten, weil die Masse der Mails<br />
(einige hundert in der Woche) für sie &quot;zur Belastung&quot; wurde. Andere<br />
haben über eine Mitgliedschaft bislang noch nicht nachgedacht. Viele<br />
sehen in dem virtuellen Ortsverein vor allem die Aktionsplattform ihres<br />
internetaktiven Kollegen Jörg Tauss. Kommentar eines Web-Abgeordneten:<br />
&quot;Das ist doch dem Jörg sein Spielplatz&quot;. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Beim VOV selbst ist man sich des eigenen Statusproblems bewußt: &quot;Nach<br />
drei Jahren sind wir noch immer dabei, uns zu definieren. Wir haben noch<br />
kein festes Image&quot;, so der VOV-Sprecher. Zudem gebe es bei den<br />
Web-Abgeordneten &#8211; im Gegensatz zu den Parteien &#8211; noch &quot;echte<br />
Berührungsängste&quot;, denn &quot;viele Abgeordnete können mit uns nichts<br />
anfangen. Die denken, das ist so ein Freakverein. Der bringt uns<br />
nichts&quot;, so der VOV-Pressesprecher. Doch gezielte Versuche, die<br />
Web-Abgeordneten der SPD als Mitglieder zu gewinnen und in die Arbeit<br />
des VOV zu integrieren, unternimmt der VOV nicht. So gestalte sich der<br />
Transfer von Anliegen aus dem Netz (z.B. Kryptografieverbot,<br />
Lauschangriff) auf die parlamentarische Themenagenda schwierig und es<br />
&quot;versickere sehr viel&quot; (VOV). Das politische Gewicht des VOV sei<br />
angesichts der Mitgliederzahl von einigen hundert in der Parteipolitik<br />
noch sehr klein, und damit der politische Einfluß über das Internet<br />
&quot;noch sehr gering&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Pionierarbeit leistet der VOV was das Thema elektronische Demokratie<br />
betrifft allemal. Während die Parteien mit den Usern über Mail und Foren<br />
noch in einem losen Kontakt stehen, hat der VOV über seine Mitglieder<br />
bereits ein festes, virtuelles Netzwerk aufgebaut. Hier hat man bereits<br />
die Grenzen der politischen Kommunikation via Netz kennengelernt. War<br />
der Diskurs via Mailingliste in der Pionierphase noch kein Problem,<br />
führt heute die Zahl von über 700  Mitgliedern dazu, daß monatlich<br />
hunderte von E-Mails die Mailbox &quot;verstopfen und viele verprellen&quot;.<br />
Zusätzlich gelähmt durch das digitale Störfeuer eines ultralinken<br />
nordrhein-westfälischen Juso-Verbandes geriet der VOV im letzten Jahr in<br />
die Krise. Abgeschreckt durch die verbale Dauerfehde stiegen viele<br />
VOV-Mitglieder entnervt aus der Dauerdebatte über Quoten und Herrschsaft<br />
aus, das Prinzip des offenen digitalen Diskurses erlebte seine erste<br />
große Krise. &quot;Das hat uns total gelähmt&quot;, bekennt VOV-Sprecher Arne<br />
Brand. Zugleich war dieser Streit aber auch lehrreich: Denn als<br />
Konsequenz wurde das große Diskussionsforum aufgelöst und stattdessen<br />
richtete der VOV kleinere fach- und themenbezogene Foren ein, in denen<br />
im kleineren Kreis diskutiert werden kann. Mails werden dann von<br />
unabhängigen Moderatoren in die entsprechenden Foren weitergeleitet.<br />
Was die Möglichkeit der Partizipation betrifft, hat der VOV ernüchternde<br />
Erfahrungen gemacht: 68 Mitglieder (knapp 9%) haben sich an einer<br />
Abstimmung zum großen Lauschangriff beteiligt. Die höchste<br />
Wahlbeteiligung online fand mit 16 Prozent bei der Wahl zum Vorstand<br />
statt: 125 elektronische Stimmen wurden abgegeben. &quot;Die Passivität im<br />
Netz ist erstaunlich groß&quot;, so der VOV-Sprecher. Eine weitere Erfahrung,<br />
die der VOV mit der Netzkommunikation gemacht hat, ist, daß &quot;Störer&quot;<br />
sehr schnell den konstruktiven und gehaltvollen Dialog lahmlegen können.<br />
Ordnungsmöglichkeiten, die es im realen Parteileben gebe (Tagesordung,<br />
Saalverweis etc.), fehlen im Internet. Als letztes Mittel bleibt nur die<br />
Entziehung der Schreibberechtigung durch den Moderator. &quot;Am Anfang haben<br />
wir noch gedacht, es wäre wie eine Parlamentssitzung: 600 Leute hören<br />
zu, während einer redet. Die Praxis hat dann gezeigt, daß es eher wie<br />
auf einem arabischen Basar zugeht, wo jeder rumschreit und keiner den<br />
anderen versteht.&quot; Eine Diskussion im Internet könne nie die Komplexität<br />
eines Gespräches im realen Raum erreichen. Hinzu kommt: Das politische<br />
Spektrum im VOV ist sehr weit. Konsequenz: &quot;Die meisten wollen in der<br />
Netzkommunikation nicht auf andere Meinungen eingehen, sie wollen keine<br />
politischen Kompromisse schließen, sondern vorrangig ihre Meinung<br />
kundtun.&quot; Der Vorteil: &quot;Jeder kann sich sofort beteiligen. Die<br />
Ochsentour in der realen Partei, bis man Statements abgeben kann, gibt<br />
es bei uns nicht.&quot; Nachteil: Die Artikulationsfähigkeit sei bei den<br />
Diskussionsteilnehmern im Netz sehr unterschiedlich. Die Erkenntnis:<br />
&quot;Die totale Basisdemokratie schränkt die Qualität des politisches<br />
Diskurses erheblich ein und eine Lenkung sei deshalb &#8211; wie in realen<br />
Parteiversammlungen auch &#8211; notwendig&quot;, so Brand. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Seitdem die SPD Regierungsmacht erlangt hat, ist für den VOV vieles<br />
einfacher geworden. So hat die VOV-Schirmherrin und neue<br />
Justizministerin Hertha Däubler-Gmelin stets ein offenes Ohr für die<br />
Anregungen der Multimedia-Aktiven und mit Schliy wird man jetzt über die<br />
Datenschutz-Frage leidenschaftlich diskuttieren.</span></p>
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